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Ein Sturm im Wasserglas – Israellobby gegen ARD
#1
"Am Sonntag, 14.8.16, strahlten erst die Tagesschau und danach auch die Tagesthemen in der ARD einen Beitrag von Markus Rosch mit dem Titel „Der Streit ums Wasser“ aus. In dieser kurzen Vor-Ort-Reportage berichtete Rosch über die aktuelle allsommerliche Zuspitzung der von Israel organisierten Wasserknappheit in der Westbank. Als Experte wurde der Hydrogeologe Clemens Messerschmid interviewt, der seit vielen Jahren vor Ort lebt und arbeitet. Eine Familie im Städtchen Salfit (eine halbe Stunde nördlich von Ramallah gelegen) wurde besucht, um den akuten Wassermangel zu begutachten. Ein Sprecher der offiziellen israelischen Seite wurde in diesem Lokalbericht ausnahmsweise ebensowenig zu Rate gezogen wie – ansonsten natürlich jedes Mal – ein offizieller palästinensischer Sprecher.

Wie immer in Deutschland, löst ein solcher Beitrag, der sich erlaubt, die mehr als schwierige Lebenssituation der PalästinenserInnen schlicht und faktisch darzulegen, in allen Instanzen der deutschen Israellobby einen Sturm der Entrüstung aus."

Quelle: Dr. Gabi Weber, http://othersite.org/gabi-weber-ein-stur...gegen-ard/

hier die mp4-datei aus der Mediathek: Tagethemen, 14.8.: http://media.tagesschau.de/video/2016/08...l.h264.mp4
Ein Gramm Information wiegt mehr als eine Tonne Meinung...
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#2
Danke für den Link zum Artikel von Gabi Weber. Da sind anscheinend jede Menge Infos zum Thema Wasser in Israel enthalten.

Hier ist noch ein Link zu einem Interview mit dem deutschen Geohydrologen Clemens Messerschmid, der seit fast 20 Jahren in Palästina lebt:


Zitat:Muslim-Markt interviewt Clemens Messerschmid - Hydrologe in Palästina
19.3.2013
http://www.muslim-markt.de/interview/201...rschmid.ht

Dieses aktuelle Interview bei den Nachdenkseiten ist auch sehr lesenswert:

Zitat:Bizarr ungleiche Verteilung des Wassers im palästinensischen Westjordanland. Ein lösbares Problem, das absichtlich nicht gelöst wird.
26. August 2016 um 13:28 Uhr, Verantwortlich: Albrecht Müller
http://www.nachdenkseiten.de/?p=34769

Unglaublich ist die Tatsache, dass die Palästinenser seit 1967 quasi per Gesetz, genauer per Militärischen Erlassen, mindestens in Sachen Wasser ständig schlechter behandelt wurden, in ihrem eigenen Land. Und wichtig ist auch die Tatsache, dass es im Winter über der Westbank mehr als genügend regnet, um mit diesem Wasser alle Menschen Palästinenser und Siedler, samt ihrer jeweiligen Landwirtschaft ausreichend mit Wasser zu versorgen, z.B. dürfen 140 Brunnen nicht mehr repariert werden.
Inzwischen ist selbst das Wasserauffangen auf den Dächern und das Speichern dieses Wassers in Zisternen verboten, obwohl es genügend Wasser gibt!

Infos zum Bedeutung der Meerwasserentsalzung in Israel von vor einem Jahr:

Zitat:Wie Israel zum Land des Wasserwunders wurde
23.08.15
Sparsamer Umgang mit Wasser ist in Israel ohnehin selbstverständlich, so liegt der jährliche Pro-Kopf-Verbrauch von Wasser bei 180 Kubikmetern [=493 Liter pro Person und Tag. Inkl. Landwirtschaft? In D sind es ca. 120 L/Tag/Person für Haushalte u. Kleinbetriebe]– in den USA ist er mit 1.630 Kubikmetern fast zehnmal so hoch. "Der Schlüssel für die Trinkwasserversorgung liegt im Ausbau der Meerwasserentsalzungsanlagen", erläutert Abraham Tenne. Tatsächlich stammen aktuell schon mehr als 70 Prozent des Trinkwassers in Israel aus dem Mittelmeer.
...
Von den weltweit zwölf größten Anlagen dieser Art stehen fünf in Israel. Allein die Anlage in Hadera, rund 50 Kilometer nördlich von Tel Aviv, produziert mehr als 500.000 Kubikmeter Frischwasser pro Tag und versorgt damit rund eine Million Menschen [mit der deutschen Pro-Kopf-Menge könnten über 4 Millionen Menschen damit versorgt werden].
http://www.welt.de/wissenschaft/article1...wurde.html

Auch wenn die Entsalzungstechnik in den letzten 20 Jahren enorme Fortschritte erzielt hat ist diese Technik immer noch sehr energieintensiv, daher das sehr große israelische Interesse an den Gasfeldern im Mittelmeer vor ihrer "Haustür" bzw. vor den Stränden von Gaza.

In dem Film "Bis zum Letzten Tropfen - Der Kampf ums Wasser" wird gesagt, dass das Wasser, das die Palästinenser bekommen, zum Teil mit jeder Menge Mikroorganismen verunreinigt ist und zu Krankheiten in den palästinensischen Familien führt.

Hier ist eine Möglichkeit solches Wasser auf einfache und kostengünstige Weise zu säubern:

Zitat:Lowtech-Filter für sauberes Trinkwasser
19.01.2005
Etwas Lehm, Kaffeemehl und Kuhmist - mehr braucht es nicht, um eine Familie mit sauberem Trinkwasser zu versorgen
http://www.vistaverde.de/news/Wissenscha...filter.php

Inzwischen ist großes Projekt, eine Zusammenarbeit von Jordanien und Israel, am Laufen, um Wasser aus dem Roten Meer ins Tote Meer zu leiten, um damit das Tote Meer am endgültigen Verschwinden zu hindern. Allerdings glaube ich dass dieses milliardenschwere Projekt weniger wegen des Verlust dieses Naturwunders und ein bischen Tourismuseinnahmen durchgeführt wird, sondern weil es am südlichen Ende des Toten Meeres eine sehr große Mineralgewinnungsanlage gibt, die aus dem Wasser des Toten Meeres jede Menge Mineralien, vor allem wohl für die Landwirtschaft, gewinnt.
Durch den immer geringeren Zufluss aus dem Jordan sinkt der Wasserspiegel des Toten Meeres pro Jahr um etwa einen Meter. Dies bedeutet für die Anlage, dass jedes Jahr mehr Energie aufgewendet werden muss, um Wasser aus dem Toten Meer auf das Niveau der Mineralgewinnungsanlage zu pumpen, deren Geschäft damit immer unrentabler würde.

Dass es im Gebiet um das Tote Meer mehr als genügend Niederschlag gibt, um jede Menge kleine Flüsse oder Bäche entstehen zu lassen, trotz der Dürre und Trockenheit dort, zeigt dieses Beispiel in der Nähe des Toten Meeres auf jordanischer Seite - ein künstlich entstandener Bach, ganz ohne irgendwelche Pumpen:

Zitat:Gabions: Water Soaks in the Desert
November 25, 2010 by Geoff Lawton
[Bild: gabions2.jpg]
...
In the photos I have included in this post, there is a documentation of two gabions in a wadi in the Dead Sea valley that comes down to the Dead Sea itself. I witnessed these gabions built in 2002 and have visited this site many times since, often after winter rain, and have seen residual water flows extending through the silt fields and down the wadi for long periods of time — increasing each year. During a PDC in Jordan in Oct/Nov this year (2010), the students and I took a field trip to examine these two wadi gabions and much to our surprise at the end of an exceptionally hot summer with record temperatures the gabions were releasing large flows of clean water through the silt traps.
http://permaculturenews.org/2010/11/25/g...he-desert/
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#3
Hi dalton,
feine Auflistung.
Und nun verinnerliche Dir noch, dass das fehlende Wasser noch das kleinste Übel in Gaza (ca. die Größe von Bremen!) ist
und dann bist Du auf dem richtigen Weg!
Ein Gramm Information wiegt mehr als eine Tonne Meinung...
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