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Sichtweisen; oder, wohin driften wir?
#21
"Das die Kultur derer dabei durchaus auf der Strecke bleiben kann, ist mir absolut bewusst, geht aber einher mit einer Entscheidung in Deutschland leben zu wollen. Letztlich wird aber die Kultur im Herkunftsland erhalten (wenn der Ami oder wer auch immer sie nicht gnadenlos "ausrottet"). Und trotzdem glaube ich, dass sich immer wieder Bestandteile fremder/anderer Kulturen langsam und unmerklich in jedem Land der Welt, quasi krümelweise, mit untermischen. "

Das finde ich, ist ein schönes Zitat. Aus der Krümelweisigkeit, die sich in den letzten Jahrhunderten ja auch so ergab, war im letzten Jahr eben mal ein dicker Brocken geworden, der wird nun zerkaut, und dann stimmt es wieder mit "krümelweise".
Wichtig finde ich dabei nur, dass wir uns in unserem Land dafür einsetzen, dass ALLE Bewohner vernünftige Unterkunft, Arbeit, Kinderbetreuung usw. erhalten, so dass eben auch hier Kinder mit Freude und ohne Zukunftsangst produziert werden (habe mir sagen lassen, dass Eltern im Prinzip Freude an Produktion und Folgejahren haben), dann müssen sie nicht mehr für die Bedarfe unserer Industriebosse importiert werden,
dass man die Herkunftsländer nicht zerbombt und den Bombenwerfern nicht unser Territorium und Luftraum zur Verfügung stellt,

und dass wir wenigstens ansatzweise durch Hilfe zur Selbsthilfe (und nicht durch erzwungene Zollfreiheiten) den Entwicklungsländern ein wenig von dem zurückgeben, von dem wir in Form von billigem Öl, Rohstoffen bis hin zu Nahrungsmitteln -Palmöl, Fisch, Soja usw. profitiert haben und profitieren.

Wer über die Stammtische lästert, hat zwar recht, aber was da in den Köpfen wabert, ist tags zuvor in der Tagesschau in die Köpfe reingewummst worden, morgens in der BILD verdichtet und Jahrzehntelang ab Schule anerzogen. Dann ist es Aufgabe und Verantwortung eben der Aufgeklärteren, den Medienverbrechern Druck zu machen, dass sie korrekt berichten.

Macht es etwas anschaulich: guckt auf dem Schreibtisch herum, den Ihr gerade vor Euch habt: wie viel von dem, was Ihr da seht, stammt aus Afrika, Asien oder Südamerika? Das gilt auch für den Kühlschrank. Nichts zu entdecken? Klar doch, weil es ja meist in VERARBEITETER Form da steht oder liegt. Und die Verarbeitung findet in Asien oder bei uns statt, statt dort, wo die Migranten oder Flüchtlinge oder Asylanten herkommen. Auf meinem Schreibtisch sehe ich nur den Tisch selber, der stammt noch vom Opa, und da wurde das Holz aus der Umgebung verarbeitet: der ist von hier. Der Rest hat vom Paier bis zu all den Kunststoffen, Metallen usw. einen weiten Weg gehabt. Libyen war drauf und dran, sich durch die grüne Revolution selbst zu ernähen, uns nicht nur Öl, sondern auch Sonnenenergie zu verkaufen, und nahm zudem Migranten in Lohn und Brot. Wer hat das alles zerbombt?
Der Friedensnobelpreisträger samt seiner zuckersüßen Außenministerin. Lock them up und macht Ramstein dicht.

Ja- und bitte nicht mehr, auch nicht als Zitat, das Kotzfoto. Das sieht unerfreulich aus, egal ob es a bayrischer Bua, ein japanischer Kö-Besucher oder ein friesischer Syrer ist. Trägt es zur Klärung eines Sachverhaltes bei?
"Der Weg der Tugend ist recht schmal. Und dennoch herrscht überhaupt kein Gedränge."
(Hermine Hauß, Großtante)
Antworten
#22
(19.08.2016, 15:10)A.Hauß schrieb: ...
Wichtig finde ich dabei nur, dass wir uns in unserem Land dafür einsetzen, dass ALLE Bewohner vernünftige Unterkunft, Arbeit, Kinderbetreuung usw. erhalten, so dass eben auch hier Kinder mit Freude und ohne Zukunftsangst produziert werden (habe mir sagen lassen, dass Eltern im Prinzip Freude an Produktion und Folgejahren haben), dann müssen sie nicht mehr für die Bedarfe unserer Industriebosse importiert werden,
dass man die Herkunftsländer nicht zerbombt und den Bombenwerfern nicht unser Territorium und Luftraum zur Verfügung stellt,

Aber da bin ich sowas von dabei!! Wieviele Eltern oder potentielle Eltern in Deutschland entscheiden sich gegen Kinder, weil das System dagegen arbeitet. Und für mich ist es eine Selbstverständlichkeit, dass alle Kinder die selben Chancen genießen sollten.
Leider stimmen die Eckdaten dafür nicht.
Die Sache mit dem friedlichen Handel in Bezug auf Öl und sonstiges hatte ich vormals schon erwähnt.
Kranke Welt, wo die Axt zum Köpfe einschlagen benutzt wird und nicht dazu einen Baum zu fällen, um einen soliden Schreibtisch zu bauen, der einige Jahrzehnte hält.

Zitat:und dass wir wenigstens ansatzweise durch Hilfe zur Selbsthilfe (und nicht durch erzwungene Zollfreiheiten) den Entwicklungsländern  ein wenig von dem zurückgeben, von dem wir in Form von billigem Öl, Rohstoffen bis hin zu Nahrungsmitteln -Palmöl, Fisch, Soja usw. profitiert haben und profitieren.

Wer über die Stammtische lästert, hat zwar recht, aber was da in den Köpfen wabert, ist tags zuvor in der Tagesschau in die Köpfe reingewummst worden, morgens in der BILD verdichtet und Jahrzehntelang ab Schule anerzogen. Dann ist es Aufgabe und Verantwortung eben der Aufgeklärteren, den Medienverbrechern Druck zu machen, dass sie korrekt berichten.

Macht es etwas anschaulich: guckt auf dem Schreibtisch herum, den Ihr gerade vor Euch habt: wie viel von dem, was Ihr da seht, stammt aus Afrika, Asien oder Südamerika? Das gilt auch für den Kühlschrank. Nichts zu entdecken? Klar doch, weil es ja meist in VERARBEITETER Form da steht oder liegt. Und die Verarbeitung findet in Asien oder bei uns statt, statt dort, wo die Migranten oder Flüchtlinge oder Asylanten herkommen. Auf meinem Schreibtisch sehe ich nur den Tisch selber, der stammt noch vom Opa, und da wurde das Holz aus der Umgebung verarbeitet: der ist von hier. Der Rest hat vom Paier bis zu all den Kunststoffen, Metallen usw. einen weiten Weg gehabt. Libyen war drauf und dran, sich durch die grüne Revolution selbst zu ernähen, uns nicht nur Öl, sondern auch Sonnenenergie zu verkaufen, und nahm zudem  Migranten in Lohn und Brot. Wer hat das alles zerbombt?
Der Friedensnobelpreisträger samt seiner zuckersüßen Außenministerin. Lock them up und macht Ramstein dicht.

Es fehlt eben an friedlichem Miteinander. Und wenn es nach mir ginge, sollte man die gesamte Börse aus den Computern der Welt löschen und vituelle Märkte abschaffen. Denn diese dienen zu nichts weiter als noch perfiderer Versklavung.

Zitat:Ja- und bitte nicht mehr, auch nicht als Zitat, das Kotzfoto. Das sieht unerfreulich aus, egal ob es a bayrischer Bua, ein japanischer Kö-Besucher oder ein friesischer Syrer ist. Trägt es zur Klärung eines Sachverhaltes bei?

Nein. Ich editier mal die Unnötigen weg. Wink
Antworten
#23
(19.08.2016, 13:41)hmv schrieb: edit Mod: Zitierten geändert
Ich kann dieser Argumentation aus der Sicht eines Vaters nicht folgen. Familie bedeutet für mich, alle oder keiner
Die Mär von den tausenden Dollar Gebühren glaube ich ohnehin nicht. Dann müssten alle Flüchtlinge in Ihrem Herkunftsland unglaublich wohlhabend gewesen sein. Dem ist nicht so. Ich kenne Tatsachenberichte aus einem Sammellager ganz in der Nähe aus erster Hand. Die Menschen die hier ankamen, sind ordentlich, sauber und größtenteils nicht dumm. Dennoch vermittelte so gut wie keiner den Eindruck, dass er übermäßig wohlhabend gewesen ist. Man könnte es durchaus mit der hier existierenden Arbeiterschicht vergleichen, die zwar ein paar Euro auf die Seite packen, dadurch aber nicht zu "Reichtum" gelangen.

Also was kann diesen Menschen für ein Bild gezeichnet worden sein, außer das es bei einer Flucht um Leib und Leben und Sicherheit geht. Es kann doch von mir keiner erwarten, dass ich glaube, dass diese Menschen glauben, hier bekäme man alles geschenkt. Hartz IV bekommt man geschenkt. Das wars.
Also wenn es dann unter den Flüchtlingen Menschen mit durchschnittlicher Bildung und durchaus passablen Englischkenntnissen gibt, würde ich mir doch im Vorfeld mein Ziel im Internet ansehen. Oder haben wir hier auch den Fall der Schafherde, wo sich alle einfach mal einreihen und dahin rennen wo der Tross langzieht. Ich versuche das nur zu verstehen.
In einer Zeit wo selbst im australischen Busch Internet funktioniert, sollte man doch meinen, dass unter mehreren hunderttausend Menschen jemand ist der denkt.
Vielleicht reicht auch einfach nur meine Vorstellungskraft nicht aus. Plausibel ist das allemal nicht.

@hmv

Zu Bildern, Zielen, Schafherden und dem Tross:

Es gibt ein grosses Problem bei der Beurteilung dieser Leute und das sind die fehlenden, wirklich authentischen Berichte und Videos dieser Flüchtlinge auf der Reise durch Europa.
Es wurde weissgewaschen (MSM-ÖR) und schwarzgemalt (wobei man die Videos von den österreichischen und ungarischen Grenzübergängen, von den griechischen Inseln kennen sollte.)
Aber an die herzerweichenden Familienbilder des ÖR sei auch erinnert.(haben sie selbst einräumen müssen)
Auch bei einigen Berichten im TV kommen diese Leute nie richtig zu Wort, weil sich deren Kümmerer im Kameralicht sonnen.

Jeder hat sich für seine Propaganda das rausgesucht, was am besten gepasst hat.

Nun ist das im Augenblick ja nicht (mehr) aktuell

Mich interessiert: Wenn die Leute nicht so wohlhabend waren, mehrere tausend Euro an irgendwelche Schlepper zu bezahlen, was oder wer hat sie dann veranlasst, ihr Land in Richtung Europa zu verlassen und warum sind soviele aus Nicht-Kriegsgebieten
mitgekommen (die Quote der syrischen Kriegsflüchtlinge liegt bei 30%,wenn ich mich nicht irre)

Also, man hat sich schon über das Internet schlau gemacht, wohin die Reise geht. Es gab oder gibt immer noch einschlägige Webseiten, die sich um die Koordination des Flüchtlingstreck gekümmert haben.Die bekannteren von denen wurden etwa um 2011 im Netz gegründet.
(es wäre mal ne grössere Recherche notwendig, herauszufinden welche Netzwerke es in den betroffenen Ländern gab und gibt, wann die ihre Arbeit aufgenommen haben und welche Kampagnen da gelaufen sind)

das hier ist eine:
For Freedom of Movement - Welcome to Europe!
Transborder: map of resistance against the european borderregime
The map is an outcome of the transborder conference in Istanbul in March 2012. The participants came from Copenhagen to Bamako and from Tangier to Uzhgorod: in March 2012 about sixty activists from fourteen countries met in Istanbul to exchange and discuss the experiences gained in their projects and campaigns at the external borders of the EU.
It mainly features the attending groups and organisations, their network connections and their common activities. Additionally it includes some  key-incidents of struggles from the last five years against the background of the repressive European migration regime and its continuous externalisation to the east and south. This regime is sketched - very briefly - on the back side of the map. Of course this map does not claim to cover the full picture of resistance against the EU-border regime, but it gives an overview of an increasing number of simultaneous initiatives all over Europe and beyond. Hopefully the list of contacts will inspire more peope and groups to join and interconnect, or to participate with their own projects.
Thus we propose to use this map as yet another tool and as a kind of platform to be completed and updated, in order to foster the transnational approach and the understanding of the struggles for freedom of movement.
http://www.w2eu.info/index.en/articles/t...ap.en.html

"repressive European migration regime", so so

"Jonathon Samuels, a SKY News reporter currently on Lesbos, Greece, showed a handbook that Muslim “Immigrants”/Invaders are being given before they leave for Europe.
The “Rough Guide”, being printed and Distributed by the Soros “Open Society” group “W2eu” or “Welcome to the EU”, contains maps, tips, and phone numbers of organizations and government welfare agencies that could help them, once they arrive in Europe.
http://news.sky.com/story/1551853/sky-fi...d-migrants
W2eu’s website says “We welcome all travellers on their difficult trip and wish you all a good journey – because freedom of movement is everybody’s right!”.
The Soros-funded Leftists have been preaching for well over two decades that the people of the “Third World” are entitled to the wealth of the white World, because it was stolen from them."

ich würde sie nicht als Muslim-Invaders bezeichnen, aber diese Netzwerke und ihre Entstehung und Financiers interessieren mich.
Im Sky-Artikel ist kein direkter Hinweis auf die Open-Society zu finden, wohl aber in den kürzlichen Soros-Leaks ist zu lesen, dass man die Refugee-Crisis nutzen will, für was auch immer.
Unklar ist, wie das zusammenhängt mit der Anti-Assad-Propaganda des Soros-Netzwerkes, die schon seit längerem immer wieder auf ein millitärisches Eingreifen des Westens in Syrien drängen und immer nur Assads Truppen, nie aber Al-Nusra und die IS-Terroristen anklagen.

Das mit dem Tross und der Schafherde ist vielleicht gar nicht mal so falsch, wenn ganz vorne einer gerufen hat "hier gehts lang"

"Die Menschen die hier ankamen, sind ordentlich, sauber und größtenteils nicht dumm."

also da hab ich Informationen aus 2. Hand (eines direkten Flüchtlingsbeauftragten), dass das keinesfalls so ist. Ist aber dem Umstand geschuldet, dass die Leute so schnell wie möglich aus den Unterkünften rauskommen wollen und das auf ihre Art forcieren.

(Vielleicht nervt das mit Soros und seinen NGOs, aber da hab ich mich festgebissen)

Und um jetzt nochmals auf die eingangs angesprochenen "Flüchtlingsströme" zu kommen:

Eine Meldung von SPON gerade eben:

Konflikt mit der Türkei: Bundesregierung plant für mögliches Scheitern des Flüchtlingsdeals
Offiziell will man von einem Plan B nichts wissen. Doch intern bereitet sich die Bundesregierung nach SPIEGEL-Informationen auch darauf vor, dass der Flüchtlingspakt mit der Türkei scheitert.

"Die Finanzfachleute fühlen sich zuständig, weil mit der Flüchtlingskrise auch Kosten für den Bundeshaushalt verbunden sind. Die Auswirkungen der aktuellen Entwicklungen in der Türkei seien "völlig unklar", schreiben die Beamten aus der Europa-Abteilung. "Erneuter Handlungsbedarf auf europäischer Ebene ist nicht ausgeschlossen."
Bereits jetzt bestünden Probleme bei der Rückführung von Flüchtlingen aus Griechenland in die Türkei. Sollte das Abkommen mit der Türkei scheitern, müssten die EU-Außengrenzen zwischen der Türkei und Griechenland durch die EU-Grenzschutzagentur Frontex "verlässlich geschützt" werden.
Flüchtlinge, die in Europa ankämen oder aus humanitären Gründen nicht abgewiesen werden könnten, "müssten in grenznahen Auffanglagern gesammelt, registriert und nach Quoten" auf die Mitgliedstaaten verteilt werden, heißt es in dem Papier weiter. "Vollumfängliche Kooperation Griechenlands ist sicherzustellen, auch unter Anwendung finanziellen Drucks. Ansonsten droht Rückzug auf eine erst im Westbalkan haltbare Grenzlinie."
http://www.spiegel.de/politik/ausland/tuerkei-fluechtlingsdeal-bundesregierung-plant-fuer-moegliches-scheitern-a-1108494.html

Bündelung der Kräfte gegen die Terroristen in Syrien und Frieden wäre jetzt nötiger denn je. Stattdessen wird die Propagandaoffensive hochgefahren.

(Mutti hat sich derweil erstmal in den Wahlkampf nach Meck-Pomm verzogen)

(ich weiß nicht genau, ob ich mich nicht zu weit vom eigentlichen Thema entferne, aber so einiges sind auch nur Momentaufnahme, die sich im Laufe der Zeit noch verändern könnte)
Antworten
#24
@hmv
Zitat:Ich kann dieser Argumentation aus der Sicht eines Vaters nicht folgen. Familie bedeutet für mich, alle oder keiner.

Auch wenn es jetzt komisch klingt. Ich bin da ganz bei Dir hmv !.
Auch ich würde meine Söhne nicht so einfach ziehen lassen. Nicht in Krieg und auch nicht als Flüchtling.
Allerdings habe ich erwachsene Söhne, welche schon eigene Vorstellungen für Ihr Leben haben und das muß ich manchmal leider auch akzeptieren.
Ich könnte mir Vorstellen, daß man als junger Mann sein Glück in der Fremde suchen möchte um dann auch der zurückbleibenden Familie irgendwetwas zukommen zu lassen wenn man sie nicht zu sich holen kann.

Zitat:Die Mär von den tausenden Dollar Gebühren glaube ich ohnehin nicht. Dann müssten alle Flüchtlinge in Ihrem Herkunftsland unglaublich wohlhabend gewesen sein. Dem ist nicht so. Ich kenne Tatsachenberichte aus einem Sammellager ganz in der Nähe aus erster Hand. Die Menschen die hier ankamen, sind ordentlich, sauber und größtenteils nicht dumm. Dennoch vermittelte so gut wie keiner den Eindruck, dass er übermäßig wohlhabend gewesen ist. Man könnte es durchaus mit der hier existierenden Arbeiterschicht vergleichen, die zwar ein paar Euro auf die Seite packen, dadurch aber nicht zu "Reichtum" gelangen.

Ich stimme Dir zu, das hier keine reichen Flüchtlinge reinschwappen, die haben bestimmt andere Möglichkeiten frühzeitig dem Dilemma zu entgehen. Allerdings bin ich der Überzeugung das das ganze Flüchtlingsdrama ein großes Geschäft ist. Einmal für die Schlepper und auch hier für
die Firmen und Handwerker, die die Containerbaracken und die ganze Infrastruktur drumherum.
Auch ich habe Kontakt zu mindestens zwei lokalen F-Heimen.

Zitat:Also was kann diesen Menschen für ein Bild gezeichnet worden sein, außer das es bei einer Flucht um Leib und Leben und Sicherheit geht. Es kann doch von mir keiner erwarten, dass ich glaube, dass diese Menschen glauben, hier bekäme man alles geschenkt. Hartz IV bekommt man geschenkt. Das wars.
Mir ist nicht bekannt was dort vor Ort für Informationen über die Zielländer gestreut werden. Es wäre wirklich interessant sich mit den Betroffenen darüber zu unterhalten. Leider hatte ich noch nicht die Gelegenheit.
Andererseits sollten wir die Notlage nicht unterschätzen in der Menschen sich aufmachen ihre Heimat zu verlassen.
Freiwillig und aus Jux und Tollerei tut das bestimmt niemand. Und schon gar nicht eine Familie mit Kindern.

Zitat:Also wenn es dann unter den Flüchtlingen Menschen mit durchschnittlicher Bildung und durchaus passablen Englischkenntnissen gibt, würde ich mir doch im Vorfeld mein Ziel im Internet ansehen. Oder haben wir hier auch den Fall der Schafherde, wo sich alle einfach mal einreihen und dahin rennen wo der Tross langzieht. Ich versuche das nur zu verstehen.
Nun ja, aber wenn bei uns schon 95% nicht verstehen wohin der Hase wirklich rennt, dann ist das mit Sicherheit auch in anderen Ländern nicht anders oder ?

Zitat:In einer Zeit wo selbst im australischen Busch Internet funktioniert, sollte man doch meinen, dass unter mehreren hunderttausend Menschen jemand ist der denkt.
Vielleicht reicht auch einfach nur meine Vorstellungskraft nicht aus. Plausibel ist das allemal nicht.

Ja, das mit dem Denken ist so ne Sache.
Wenn ich da an meine lieben Kollegen bei der Arbeit denke oder meinen Bekanntenkreis, fällt mir leider auch nichts mehr ein.
Aber der größte Teil ist überwiegend Propaganda gläubig - LEIDER.
Antworten
#25
Nachtrag zu den Kosten für Flüchtlinge:

Zitat:“The cost of a package with travel from Turkey to Libya by air and onward sea journey from
Libya to Italy costs USD 3,700. For the sea journey adults cost USD 1,000. Three children
cost USD 500”.

Quelle: Migrant smuggling in the EU 2016
Antworten
#26
Zu den Zahlen:

eine etwas genauere Aufstellung für 2015:
Zur Info:
https://www.destatis.de/DE/Publikationen...le#page=10


insgesamt Zuzug; 2.136.954 Personen

davon männlich: 1.366.230, weiblich: 770724

insgesamt Wegzug: 997.551

davon männlich: 633.805, weiblich: 363.746

(Aufstellung nach Herkunftsländern und Zielländern im PDF)
Antworten
#27
@hmv

Eine (!) Sichtweise bei Danisch:

Deutschland im Linkskrampflink

Jetzt machen sich schon die Schweizer darüber lustig.

Die NZZ schreibt darüber, dass Deutschland gerade durchdreht und jeder, der auch nur einen Hauch vom linken Mainstream abweicht oder ein falsches Wort sagt, in die rechte Ecke gestellt wird.

Zitat:Der «Kampf gegen Rechts» treibt seltsame Blüten. Eine der schillerndsten ist die Amadeu-Antonio-Stiftung, finanziert unter anderem vom deutschen Familienministerium. Dort wird mit staatlichem Geld und regierungsamtlicher Billigung gegen alles vorgegangen, was nicht auf Linie ist. «Melden» ist die oberste Bürgerpflicht. Wer die unappetitliche Broschüre der Stiftung liest, wird mit Erstaunen feststellen: Schon ein Gespräch unter Frauen über Kinder und Sexualität kann ein Anwerbeversuch von rechts sein.
In Deutschland führt der Vorwurf, rechts oder rechtsradikal zu sein, zum gesellschaftlichen Ausschluss.
Auch der Gebrauch bestimmter Vokabeln wie «Wirtschaftsflüchtlinge» oder die Rede von «wir und sie» entlarve das Gegenüber als «rechts» und gebietet Meldung. Ein ganz besonders untrügliches Kennzeichen rechter Gesinnung: Satire. Damit ist die Stiftung durchaus auf Regierungslinie. Das Bundesinnenministerium assistiert auf Twitter: «Wir sprechen uns gegen Hatespeech aus, egal ob strafbar oder nicht. Jeder darf seine Meinung äussern, aber sachlich & ohne Angriffe.» Satiriker, packt eure spitze Feder ein! Der Arm der Volkspädagogen reicht weit. Nieder mit Karl Kraus!
Der Kampf gegen Rechts beschränkt sich schon längst nicht mehr auf jene altbekannten stiernackigen Neonazis in ihren Springerstiefeln, die in deutschen Provinzen vermutet werden, vor allem natürlich in Sachsen, dem Landstrich, der notorisch unter «Generalverdacht» steht. Sie bieten nicht genug Stoff. Denn wenn man sämtliche Propagandadelikte abzieht – Hakenkreuzschmierereien oder Ähnliches –, ist der Rechtsextremismus in Deutschland nicht auffälliger und gewalttätiger als der Linksextremismus. Den aber finden viele prima und sagen «Danke, liebe Antifa», wenn sich autonome Gewalt gegen die «Richtigen» entlädt: «Denn wäre die Antifa nicht da, gäbe es viel mehr Nazis in meinem Leben.»
Gesellschaftlicher Ausschluss
Das alles, das «Entlarven», «Überführen», «Stellen», begünstigt nicht gerade den freien Austausch der Meinungen. Woher kommt das? Wohin führt das?
Ich schwanke noch zwischen den sich jeweils anbietenden Verschwörungstheorien. Eines scheint mir naheliegend: In Deutschland führt der Vorwurf, rechts oder rechtsradikal zu sein, zum gesellschaftlichen Ausschluss. Den politischen Gegner wie etwa die AfD als rechts zu denunzieren (wobei die Partei selbst ja durchaus mithilft), ist daher auf jeden Fall empfehlenswert, die beiden ehemaligen Volksparteien CDU und SPD fürchten sich zu Recht vor der neuen Konkurrenz.
Was die Linke betrifft, die Maxim Biller so bissig karikiert: Für das linke Justemilieu mag der «Flüchtling» Ersatz für das längst fahnenflüchtig gewordene Proletariat geworden sein.

Genau an diesem Punkt recherchiere ich auch gerade herum.
Deutschland ist massiv unter die Fuchtel von Post-Marxisten geraten, und das kommt in die Nähe dessen, was ich schon oft vermutet habe: Nicht die BRD hat die DDR übernommen, sondern umgekehrt. Die ganzen Stasi-Leute und DDR-Kader haben sich neu formiert, systematisch Politik, Parteien, Presse, Universitäten unterwandert und den ganzen Laden umgekrempelt.
Ich kann mich noch erinnern, was mir Ossi-Kollegen nach der Wende über ihre Zeit bei der NVA sagten. Man hatte ihnen erzählt, dass es ganz leicht wäre, die BRD militärisch zu übernehmen, man müsste nur freitag abends mit dem Angriff beginnen, weil sie Wessis da alle ins Wochenende fahren. Da ist dann keiner da.
War gar nicht mal so abwegig. War ja wirklich kaum einer da.
Genau aus dieser Denk- und Sichtweise heraus könnte sich eine pleite gegangene DDR-Führungsschicht gedacht haben, naja, der Laden ist gegen die Wand gefahren, lassen wir uns erst mal aufkaufen und sanieren, und nutzen das um uns unauffällig zu formieren und aus den Mitteln des Gegners zu bedienen. Und so nach 10 Jahren hatten die den Laden schon halbwegs im Griff.

Zitat:Und wer soll das bezahlen? Die Steuereinnahmen «sprudeln», heisst es gern, als ob das Geld aus einem Brunnen käme, dabei stammt es von denen, die Arbeit haben und Steuern zahlen. Man wird die Steuerbürger also wieder einmal zur Kasse bitten müssen, in Zeiten billiger Kredite bietet sich das Schuldenmachen an. Darin gehört Deutschland schon seit langem zur Weltspitze. Doch auch dieser Krug geht so lange zum Wasser, bis er bricht. Wachstum auf Pump schafft sozialen Unfrieden.

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Man sollte das auch mal im Auge behalten, was am Ende für die hierher gekommenen rauskommt (und ob nicht Getthoisierung, prekäre Beschäftigung, Dumping-Löhne etc. dabei rauskommt, in der Masse meine ich. Den Gewerkschaften trau ich keinen Meter - siehe Leiharbeitsgesetz, Mindestlohndebatte)  und ob da nicht Hebel geschaffen werden, Bürgermeinungen zu unterdrücken und Meinungsfreiheit ganz abzuschaffen (z.b.auch für progressive, die nicht der Parteilinie entsprechen)
Antworten
#28
@hmv (und andere)

vielleicht kann man mit diesem Text auch etwas anfangen:

aus der österreichischen "presse.com"

(auch eine Rückblende):

Zitat:Nur Stunden veränderten 2015 Europa: Berlin und Wien öffneten die Grenzen, das System war ausgehebelt. Der Fehler war es, dies nicht rasch zu revidieren.
19.08.2016 | 18:22 |  von Rainer Nowak  (Die Presse)
Die Kollegen der Hamburger „Zeit“ haben in ihrer aktuellen Ausgabe ein bemerkenswertes Dossier unter dem programmatischen Titel „Die Nacht, in der Deutschland die Kontrolle verlor“ recherchiert. Sie schildern minutiös die Geschehnisse des 4. September und der darauffolgenden Tage. Sie beschreiben chronologisch die Stunden und Minuten, in denen Angela Merkel und Werner Faymann unter immensem zeitlichen Druck eine folgenschwere Entscheidung gefällt haben, die das Land, die Politik, den Kontinent und uns alle verändert haben. Beide Regierungschefs waren von Ungarns Viktor Orbán in eine aussichtslose Lage manövriert worden: Der ungarische Regierungschef ließ Tausende Flüchtlinge in Richtung Österreich marschieren, stellte ihnen später Busse zur Verfügung. Merkel und Faymann beschlossen angesichts der Notsituation der Flüchtlinge auf der Autobahn und der Angst vor dem Einsatz von Gewalt an der Grenze, diese zu öffnen.

„Einmalig“ wollte man diese humanitäre Maßnahme setzen. Es wurden Monate daraus, mehr als eine Million Menschen reisten in Österreich ein, die meisten zogen nach Deutschland und Skandinavien weiter. Beiden Regierungschefs und Tausenden, die mithalfen, diese Menschen zu versorgen, war nicht bewusst, dass diese Öffnung ein Signal für eine kleine Völkerwanderung war. Nur Horst Seehofer, einst Bündnispartner Merkels, der in dieser historischen Nacht nicht erreichbar war, gab tags darauf laut „Zeit“ zu bedenken: „Wir werden den Pfropfen nicht mehr zurück in die Flasche bekommen.“ Seehofer hatte recht. Ein Jahr später muss man die Türkei darum bitten und bezahlen, das Service für Flasche und Korken zu übernehmen.
An die immensen Probleme, die Hundertausende mit sich bringen, an die schier unmögliche Integration so vieler Menschen und an die Frage, ob Bevölkerung und Wähler dies wollten, dachte damals kaum eine der handelnden Personen. Die Entscheidung dieser einen Nacht fiel wohl im Affekt, ist aus damaliger Sicht verständlich. Ein paar Tausend Menschen – überwiegend echten Flüchtlingen – musste man helfen. Hundertausende dann unkontrolliert, nicht registriert und vor allem unversorgt ins Land zu lassen war aber ein Staatsversagen. Eine Entscheidung dieser Größenordnung dürfen Politiker nicht einfach so über Nacht fällen und dann stehen lassen. Zumal sie einen massiven Verlust des Vertrauens in die Autorität des Staates und unseres Systems verursacht hat. Wenn über Nacht Regeln der Souveränität, der Sicherheit und der gesamten Einwanderungs- und Asylpolitik eines Landes außer Kraft gesetzt werden, wenden sich die Wähler nicht nur Protestparteien zu, sondern sie fragen schlicht: Wozu haben wir dieses gesamte teuer finanzierte und bisher gut funktionierende Gemeinwesen?

Interessanterweise begann still und heimlich Deutschland eine Wende, die Österreich dann mit Getöse vollzog und wofür es kritisiert wurde. Die Grenzen werden kontrolliert, Menschen werden auch abgewiesen, Flüchtlinge jedoch weiterhin zu den Asylverfahren zugelassen. Zwei neuralgische Punkte hat aber weder Deutschland noch Österreich ernsthaft diskutiert oder gar in der Planung berücksichtigt: Was passiert, wenn die Türkei die Menschen durchwinkt? Eine Wiederholung von 2015? Wohl kaum, die absolute Mehrheit der Wähler wäre dagegen. Also könnte es doch zu den Szenen und Bildern kommen, die bis auf Viktor Orbán bisher keiner zugelassen hat: mit Menschen, die zu Hunderten und vielleicht zu Tausenden an den Grenzen stranden. Und der zweite Punkt: Wenn die ausgesprochenen (Österreich) und unausgesprochenen Obergrenzen erreicht sind, werden dann tatsächlich etwa auch echte Kriegsflüchtlinge abgewiesen? Die Politik beantwortet das vorsichtig mit Ja und gehorcht damit der Not.
Und noch eine Erkenntnis aus dem Jahr 2015: Die Medien haben in ihrer Aufgabe, der Vernunft zu folgen, versagt, sie sind – übrigens in der entgegengesetzten Richtung auch nach Köln – nur den Gefühlen gefolgt. (Diese Zeitung versuchte sich dem zu entziehen.) Journalisten wollten gut und edel sein. Sie sollten aber analytisch und kühl sein. Sie haben meist noch immer mehr Zeit zu reflektieren als gestresste Politiker.
http://diepresse.com/home/meinung/kommen...e/index.do
Antworten
#29
Ein paar Anmerkungen zu der Diskussion:

1. "Handel" mit Afrika

Keines der asiatischen Länder, die am meisten „entwickelt“ sind (Japan, China, Taiwan, Südkorea) hat von umfangreichen ausländischen Investitionen profitiert. KEINES. Die genannten Länder haben die benötigten Kapitalinvestitionen selber finanziert.
In (Schwarz)Afrika dagegen sind ausländische (= westliche) „Kapitalinvestitionen“ flächendeckend verbreitet. Die Staaten Schwarzafrikas gelten trotzdem als die unterentwickelsten und ärmsten der Welt. Sie geben dauerhaft 5% ihrer Produktion an die „Kapitalinvestoren“ aus dem Westen, dreimal mehr, als die offizielle westliche Entwicklungshilfe für Schwarzafrika. Dennoch wird in unseren Qualitätsmedien und von unserer Einheitspartei CDUSPDCUSGRUENEFDP  unwidersprochen behauptet, Kapitalinvestitionen in Drittweltländern seien für diese Länder vorteilhaft.
Mit anderen Worten: Die ärmsten in Schwarzafrika zahlen einen Teil "unseres" Wohlstandes. Durch "Handel".

Wobei auch bei "uns" fast ausschließlich die reichsten - je nach Schichtweise 10%, 1% oder 0,1% - davon profitieren.


2. Gerechte Gesellschaft in Europa

Joseph Stiglitz wies vor ein paar Jahren darauf hin, dass es in der Vergangenheit noch nie gelungen sei, mit Sparpolitik eine Wirtschaftskrise zu bekämpfen. NIE. Trotzdem ist das Mittel der Wahl im Westen: Sparpolitik. Und alle wundern sich, warum die Krise für fast alle Menschen immer schlimmer wird, besonders in den südeuropäischen Staaten. Herr Stiglitz kommentierte im Jahr 2013: "Es gibt schon genug Naturkatastrophen wie Erdbeben, Überschwemmungen oder Tsunamis - da ist es eine Schande, noch eine vom Menschen gemachte Katastrophe [die Wirtschaftspolitik der EU bzw. Deutschlands] hinzuzufügen. Aber genau das tut Europa. Die wissentliche Weigerung, aus der Vergangenheit zu lernen, ist tatsächlich kriminell. Es ist vollkommen unnötig, dass vor allem die Armen und Jungen in Europa derartig leiden."
Hierzu noch ein Zitat:
Betrachtet man alle verfügbaren Daten, so lautet der verblüffende Befund, dass nie zuvor in Europa das Nationalvermögen so hoch war [wie heute]. … Die Vorstellung, wir stünden in Begriff, unseren Kindern und Enkelkindern beschämend hohe [Staats]schulden zu hinterlassen, … entbehrt jeder Logik. …  Wahr, und diesesmal in der Tat beschämend, ist dagegen wie ungleich das Kapital verteilt ist – mit einem privaten Reichtum, der sich auf öffentliche Armut stützt.
Thomas Piketty

Das Problem ist also nicht, dass unsere Gesellschaft zu "arm" ist, um allen ein Leben in Würde zu ermöglichen, um die grundlegensten Bedürfnisse zu befriedigen, sondern dass unsere Eliten dies nicht wollen.
Und die Herrschaften (welch ein schönes Wort für unsere "Eliten") tun mit großem Erfolg alles um ihren Willen zu verschleiern.

Ein Ansteigen der Vermögensungleichheit zu Gunsten der reichsten 0,1% - wie es seit einigen Jahren deutlich zu beobachten ist – geht immer zu Lasten der „Mittelklasse“, d.h. den 50 bis 90% reichsten. Die ärmsten 50% sind zu arm, um noch nennenswerte Vermögenseinbußen hinzunehmen, daher geht die wachsende Ungleichheit immer zu Lasten des Mittelstandes. Dennoch ist der Mittelstand ideologisch so gepolt, dass er das derzeitige System unterstützt.Woran man mal wieder erkennen kann, dass das heutige Wirtschaftssystem sehr viel mit Glauben und Vertrauen zu tun hat. Oder anders ausgedrückt: der mediale Dauerbeschuss unserer Qualitätsmedien führt dazu, dass die Menschen blind gegen ihre eigenen Interessen sind und entgegen der Faktenlage für eine Wirtschaftsordnung eintreten, bei der mehr als 90% zu den Verlierern gehören (werden).
Aber wie sagte schon Jean Paul Marat vor über 200 Jahren: „Nur wenige Menschen haben gesunde Vorstellungen von den Dingen. Die meisten klammern sich blos an Wörter. ...Von den Wörtern getäuscht, verabscheuen die Menschen die abscheulichsten, mit schönen Wörtern geschmückte Dinge nicht, und sie verabscheuen die löblichsten Dinge, die als hässlich verschrien sind.  Deshalb besteht der gewöhnliche Kunstgriff der Kabinette darin, die Völker in die Irre zu führen, indem sie Wörter pervertieren.


3. Anmerkungen zu den "arabischen" / "Syrischen" Flüchtlingen

Zu dieser Gruppen kann ich aus eignener Erfahrung einiges ergänzen. Ich habe angeheiratete syrische Verwandte (Sunniten aus Hama). Mein Onkel ist vor über 50 Jahren nach Deutschland gekommen und mittlerweile seit über 40 Jahren deutscher Staatsangehöriger. Er ist ein sehr angenehmer Mensch, der zwar einerseits "anders" ist, als meine "deutschen" Mitmenschen, aber andererseits auch sehr ähnlich "tickt" wie wir. Wesentlicher Unterschied ist sein deutlich stärkerer Familiensinn. In diesem Zusammenhang ist es vielleich interessant, dass er Postbeamter (Telefon) geworden ist, und "unser" Bruttosozialprodukt sowie "unsere" Exportquote in den letzten 50 Jahren deutlich gesteigert hat. Denn er fing in den 1970ger Jahren bei einer Beratungstochter der Bundespost an, die weltweit Planungsleistungen für den Aufbau von Telefonnetzen verkauft hat. Und da er einer der wenigen Postbeamten war, der Elektroingenieur war, und arabisch fließend sprechen konnte, baute er zum Nutzen der Bundespost Telefonnetze von Marokko bis Abu Dabi auf.

Vor ein paar Jahren war ich dann selber für 2 Wochen in Syrien, Verwandte besuchen. Mein Eindruck: Die Menschen dort sind uns viel ähnlicher, als erwartet (und natürlich auf eine Art anders, die uns hin und wieder irritieren könnte). In Syrien gab es damals pro Kopf nur 25% der Gewaltverbrechen, wie in der Schweiz, die Gesellschaft dort war daher deutlich friedlicher, als unsere. Daher reagiere ich meist extrem ungehalten, wenn behauptet wird, die Menschen dort seien gewaltbereiter, als wir hier.

Und noch etwas: In Syrien habe ich Frauen aller "Verschleierungsformen" beobachten können. Vom Minirock, über "normal" unverschleiert, zum einfachen Kopftuch bis hin zur Komplettverschleierung. Wobei die Komplettverschleierung nur den Flüchtlingen aus dem Irak zugeschrieben wurde und vom "normalen" Syrer eher belächelt wurde.
Und noch etwas: Es mag meiner Naivität zugeschrieben sein: Aber ich habe mich während meines Aufenthaltes in Syrien kein einziges Mal auch nur ansatzweise bedroht gefühlt. Und dies, obwohl ich oft "allein" - d.h. ohne schützende Verwandtschaft und dies zum Leidwesen meiner Verwandtschaft, die gerne mehr auf mich "aufgepasst" hätte - unterwegs war und mich auch in Gegenden verständigen musste, wo 99% kein englisch sprechen konnten (dass ich kein arabisch kann, sollte klar sein).

Jetzt mag man einwenden: Gut, Deine Verwandten mögen ganz nett sein, aber der größte Teil der Flüchtlinge will bei uns bestenfalls Geld abgreifen. Auch hier möchte ich widersprechen. Wir haben in Deutschland schon länger Flüchtlinge aus Syrien, ich kenne - neben meinem Onkel - zwei Familien aus den Norden Syriens, die bei mir im Ort schon seit etwa 15 Jahren leben. Und wenn man denen eines nicht nachsagen kann, dann ist es "Faulheit". Die eine Familie war in einer leeren Hausmeisterwohnung einer Schule untergebracht. Selbstverständlich durfte niemand von der Familie arbeiten, weil sie nur "geduldet" waren. Die Familie arbeitete trotzdem: Der Mann war in Syrien Landmaschinentechniker und er fing ohne Bezahlung an, Hausmeisterarbeiten in der Schule zu übernehmen. Was dazu geführt hat, dass dies die Schule war, die den besten Unterhaltszustand im Ort hatte. Trotzdem sollte die Familie abgeschoben werden ...
Über die andere Familie kann ich auch nur positives berichten.

Mein positiver Eindruck bezieht sich nicht nur auf "alte" Flüchtlinge, sondern auch auf (einen Teil) der neu angekommenen. Wir haben im Unternehmen einen Bauingenieur aus Syrien, der bei uns "Praktikum" macht, vor allem um deutsche Bauvorschriften und das ganze drum und dran zu lernen. Der Mann hat in nicht einmal 9 Monaten so viel Deutsch gelernt, dass man sich auf deutsch mühelos mit ihm verständigen kann. 

In diesem Zusammenhang sollte man nicht vergessen, dass in der Vergangenheit gerade aus Syrien ausgezeichnete Handwerker und Techniker gekommen sind. Man denke nur an den Damaszener Stahl, der in Damaskus schon zu einer Zeit geschmiedet wurde, als es bei und noch kaum feste Häuser gab...

Zum Schluss noch eine andere Anmerkunge: Natürlich habe ich auch in Syrien auch eher unangenehme Korinthenkacker kennen gelernt. Selbstverständlich ist es so, dass es auch bei den Arabern Arschlöcher gibt. Wenn jetzt aber jemand aus diesen Selbstverständlichkeiten "Gefahr" oder "Schmarotzer" konstruiert, dann kann ich nur meinen Kopf darüber schütteln...
Ihr wisst schon genug.
Ich auch.
Nicht an Wissen mangelt es uns.
Was fehlt, ist der Mut, begreifen zu wollen, was wir wissen und daraus die Konsequenzen zu ziehen.
Sven Lindqvist
Antworten
#30
Sorry, dass ich ein paar Tage nicht da war.
Das ist unglaublich viel input und sehr interessant.

Leider mischt sich in diese Diskussion nun die Brisanz des Aufrufes zu Hamsterkäufen. Dies wird ja bereits in einem anderen Strang diskutiert.
Wohin das nun alles driftet, mag wohl kaum jemand vollumfänglich beurteilen können. Ich ziehe aus der Diskussion auf jeden Fall, dass es nun einmal mehr Sinn macht, Vorräte aufzustocken (angelegt sind sie ja schon) und noch intensiver an Plan B zu arbeiten.

In diesem Sinne hat sich diese Diskussion für mich sehr gelohnt und ich danke allen für ihre Meinung und Einschätzung! Wink
Antworten


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