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Aktueller Stand der Ermittlungen zum Münchner Amoklauf 16.08.2016
#1
https://www.polizei.bayern.de/schwaben_s...tml/246468


16.08.2016, Landeskriminalamt

Aktueller Stand der Ermittlungen zum Münchner Amoklauf

Gemeinsame Presseerklärung der Staatsanwaltschaft München I und des Bayerischen Landeskriminalamtes

Seit der letzten Pressemeldung vom 28.07.2016 hat die 65-köpfige Sonderkommission OEZ zusammen mit der Staatsanwaltschaft München I mit großem Aufwand unterschiedliche Themenkomplexe aufgearbeitet.

So konnte der Weg des 18-jährigen Deutsch-Iraners vom Ort der ersten Schüsse bis zu dem Platz, an dem er sich selbst erschossen hat, in weiten Teilen nachvollzogen werden. Von besonderer Bedeutung waren hier neben dem mehrfachen Einsatz eines polizeilichen Personensuchhundes viele Zeugenaussagen, die sich bei den Befragungen von mehr als 1000 Haushalten ergeben haben.

Mehrere Bewohner haben den 18-Jährigen in einer logischen zeitlichen Abfolge zwischen dem OEZ und dem Gebäudekomplex in der Henckystraße gesehen. Somit steht für die Ermittler fest, dass der junge Mann vom OEZ in das Zwischengeschoß des dortigen Parkhauses wechselte, anschließend 17 Schüsse in ein geparktes Fahrzeug abgab und danach das oberste Parkdeck aufsuchte. Dort wurde er nach einem Streitgespräch mit einem Anwohner durch zwei Polizeibeamte gesehen. Einer der Beamten gab bei dieser Gelegenheit einen Schuss auf den 18-jährigen ab, der diesen jedoch verfehlte. Anschließend begab sich der Täter über die nördliche Außentreppe des Parkhauses nach unten und überquerte die Riesstraße, wo er eine gegenüber liegende Grünanlage betrat. Auf zwischen den dortigen Häusern angelegten Gehwegen lief er - vermutlich ohne weitere Zwischenstopps - zur Henckystraße, wo er durch die unversperrte Haustüre in das Treppenhaus eines der dortigen Wohnanwesen gelangte. Im Treppenhaus hatte der Täter nacheinander Kontakt mit mehreren Anwohnern, die von ihm glücklicherweise weder bedroht noch angegriffen wurden. Im Anschluss versteckte sich der Deutsch-Iraner nach momentaner Annahme der Ermittler für längere Zeit in der Tiefgarage des Wohnhauses, bevor er diese über eine Außentreppe wieder verließ und unmittelbar danach mit mehreren im Rahmen der Fahndung eingesetzten Polizeibeamten zusammentraf, vor deren Augen er schließlich Selbstmord beging.

Ein weiterer Ermittlungskomplex bezog sich auf die Herkunft der von ihm verwendeten Tatwaffe.

Wie von den Ermittlungsbehörden von Anfang an dargestellt, gab es Hinweise auf einen Kauf der Pistole im sog. „Darknet“. Im Rahmen der Ermittlungen ergaben sich Zusammenhänge mit einem Strafverfahren, dass die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt/Main zusammen mit dem Zollfahndungsamt Frankfurt führt. Auch in diesem Verfahren wurden Waffen über ein Anbahnungsgeschäft im „Darknet“ verkauft.

Am Dienstag, 16.08.16 konnte in Marburg/HE ein 31-jähriger Mann festgenommen werden, als er gerade eine Schusswaffe an einen Käufer übergab. Für diese Festnahme wurden Spezialeinsatzkräfte des Zoll eingesetzt, Beamte der Sonderkommission OEZ befanden sich ebenfalls in Hessen.

Es besteht der dringende Verdacht, dass der 31-jährige die für den Münchner Amoklauf verwendete Glock 17 an den 18-jährigen Deutsch-Iraner in engem zeitlichem Zusammenhang mit dieser Tat verkaufte. Aufgrund der ausgewerteten Chatverläufe und bei der Wohnungsdurchsuchung aufgefundener Fahrtnachweise ist davon auszugehen, dass Verkäufer und Käufer im Mai 2016 im Darknet über den Waffenkauf einig wurden. Dann fuhr der 18-Jährige am 20.05.2016 mit einem Reisebus nach Marburg, wo ihm die Schusswaffe persönlich übergeben wurde.

Bei einer zweiten Fahrt am 18.07.2016, bei der der 18-Jährige den 31-jährigen ebenfalls in Marburg traf, kam es dann zur Übergabe von 350 Schuss Munition für die bereits verkaufte Waffe.

Weitere Auskünfte zum restlichen Teil des gesamten Ermittlungskomplexes erteilt ausschließlich die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt/Main unter der Telefonnummer 069/1367-8958.

Die umfangreiche Auswertung der Chatprotokolle und die Identifizierung bzw. Vernehmung der Chatpartner ist noch nicht abgeschlossen. Aus diesem Grunde ist es zum jetzigen Zeitpunkt nicht möglich, abschließende Aussagen über die Motive des 18-Jährigen zu erteilen.

Insgesamt wurden von der Sonderkommission bislang mehr als 3100 Hinweise und Spuren erfasst, von denen eine große Zahl immer noch in der Bearbeitung ist. Mittlerweile wurden ca. 250 Zeugenvernehmungen durchgeführt.

Nach wie vor konzentrieren sich die umfangreichen Ermittlungen darauf, die Vorbereitung und den Hergang der Tat so detailliert wie möglich zu rekonstruieren, das Motiv festzustellen und mögliche Mittäter bzw. Mitwisser zu identifizieren. Zum jetzigen Zeitpunkt gibt es aber keine neuen Anhaltspunkte, die für eine Involvierung Dritter in die Tatplanung oder -ausführung sprechen würden.

Zu den vielfältigen Spekulationen werden sich die Ermittlungsbehörden auch weiterhin nicht äußern, genauso wenig wie über persönliche Details zu Opfern und ihren Verletzungen. Hier bitten wir auch aus Gründen des Schutzes der Hinterbliebenen von Anfragen abzusehen.

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#2
"anschließend 17 Schüsse in ein geparktes Fahrzeug abgab "
Was mag das Auto ihm getan haben? Hat es ihn beleidigt ("Wichser")...
Wer ist Besitzer des wagens - was sol die Botschaft besagen?

Interessant auch, dass auf die Videoanalyse reagiert wird (zwei Beamte, ein Schuß).

"....nicht äußern, genauso wenig wie über persönliche Details zu Opfern und ihren Verletzungen"
Schade - wie ich bereits anmerkte: das wäre aussagekräftig. Sie wissen, was sie tun.
"Der Weg der Tugend ist recht schmal. Und dennoch herrscht überhaupt kein Gedränge."
(Hermine Hauß, Großtante)
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#3
Auf dem Video auf dem Parkdeck zuckte er aber ziemlich zusammen dafür, dass er nicht getroffen wurde.

Kann natürlich auch Drehbuch sein: "wenn wir schießen, zuckst Du"

Ich dachte erst, er wäre am Bauch getroffen worden, aber habe dann gehört, er wäre am Bein getroffen worden.

Wenn er geblutet hätte, wäre es aber den Nachbarn in der Hencky aufgefallen und der Suchhund hätte ihn schneller gefunden, oder?

Für mich sieht das Parkdeck immer noch rein gestaged vor.
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#4
Zitat:Für mich sieht das Parkdeck immer noch rein gestaged vor.

@Eveline: Ein ganz großes Danke für die Arbeit und die Mühe, die Du bisher investiert hast!

Apropos Parkdeck: Konntest Du vielleicht in Erfahrung bringen, warum das obere Deck an einem Freitagabend so verlassen war?
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#5
Ich ergänze:
der Gedanke mit den Suchhunden ist neu und brilliant. Aber auch die Leiche müsste einen Einschuss zusätzlich zum Kopfschuss aufweisen.
(Parallele zu Winnenden: wenn man einer Leiche zu viele Einschüsse anbringt, kann sie nicht mehr vor ihrem Selbstmord per Kopfschuss weglaufen. Man lernt also hinzu. Jetzt ber haben wir einen Einschuss zu wenig ....)

Behelfsweise wird man sich auf ein Erschrecken des Täters vor dem Knall herausreden müssen, da man ihn verfehlt habe - der hatte zwar zuvor noch in einem geschlossenen Raum beim Morden selbst ein wenig Lärm verursacht, erschrickt nun aber ... Aus der Sicht des Videobetrachters traf der Schuss jedoch, was NICHT allein mit dem Humpeln erklärt wird (denn das Humpeln würde ja ebenfalls behelfsweise mit der Beinfehlstellung Alis erklärt werden) Das Humpeln hat sich verstärkt, zuvor aber ist m.E. ein Zucken des getroffenen zu sehen.

Meine Behelfsthese: diese Szene ist 100% echt: die Polizisten sind ungeplant echte Polizei, es handelt sich um den echten Täter, der den Ali auch im Wichser-Dialog spielt, und der Schuss ist echt - trifft aber nicht so richtig. Mit Ali David, der danach ermordet aufgefunden wird, haben Schuss, Beinverletzung, Blutsprur für Suchhunde also nichts zu tun.
"Der Weg der Tugend ist recht schmal. Und dennoch herrscht überhaupt kein Gedränge."
(Hermine Hauß, Großtante)
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#6
Wir haben zwei Szenarien

@Evelyne: Für mich sieht das Parkdeck immer noch rein gestaged vor (aus).

@A. Hauß: Meine Behelfsthese: diese Szene ist 100% echt: die Polizisten sind ungeplant echte Polizei, es handelt sich um den echten Täter, der den Ali auch im Wichser-Dialog spielt, und der Schuss ist echt - trifft aber nicht so richtig. Mit Ali David, der danach ermordet aufgefunden wird, haben Schuss, Beinverletzung, Blutspur für Suchhunde also nichts zu tun.

Und wenn es eine Mischung von beidem gab?

Warum sollte der falsche A. Sonboly dem Bayern erklären, daß er nichts gemacht habe und sich jetzt eine Waffe kaufen möchte/muß?
Die hatte er doch in der Hand und außerdem hatte er schon 9 Menschen erschossen.
Wenn der echte Sonboly dies allerdings sagte, dann wäre die Legende halbwegs schlüssig und er hat seine ihm zuvor gestellte Aufgabe mit Textbausteinen ein wenig verhauen.

Da ich aber nun davon ausgehe, daß A. Sonboly überhaupt nicht schoß (außer mit Platzpatronen) müßten gemäß dieser Annahme 2 Personen auf dem Parkdeck gewesen sein.
Das Auftauchen und Verschwinden des Täters hinter dem Treppen- oder Fahrstuhl-Schacht böten dazu ausreichend Gelegenheit und das schlechte Videomaterial macht eine wirkliche Identifizierung unmöglich. Deswegen ist das Video  ja auch so grottig!

Dem Ali eine solche Szenerie einzureden, dürfte die leichteste Übung dabei gewesen sein.
Er muß dazu von den Vorgängen bei MacDonald’s und im OEZ keine Ahnung gehabt haben. Herr Salbey wußte ja angeblich auch nichts davon.

Gegen die Echtheit spricht auch die Hilflosigkeit der Polizei den oder die Täter vom Parkdeck zu holen. Das ist der für Täter beschissenste Platz, den man sich überhaupt vorstellen kann und für die Polizei, wegen der beschränkten Fluchtwege, die beste Möglichkeit den oder die Täter dingfest zu machen.
TROTZDEM das hat nicht geklappt!
Und dann haben wir noch den Typen im weißen Hemd, der da lang schlendert, als sei nichts geschehen. Warum hat der sich nicht fluchtartig aus dem Staub gemacht?

ABER, wie konnte dann der Ali S. später noch alleine in fremden Treppenhäusern gesehen werden? Wurde er an einen bestimmten Ort bestellt, um ihn dort später kalt zu machen? Und dies trotz der massiven Polizeipräsenz?
Damit stelle ich meine eben vorgetragene These gleich wieder in Frage.

Wenn nun aber A. Hauß recht haben sollte, dann war der Killer/die Killer ein Deutscher bzw. Deutsche!
Das erinnert mich wieder an Erfurt, wo Schüler die Mörder im besten thüringischen Dialekt gehört haben wollen.

Daraus folgt: Diese Schweine laufen hier frei rum und die Staatsbürokratie steckt ganz tief mit drin, in dem sie diese Massenmörder schützt!
Angry  Angry
Hatte A. Hauß nicht auch geschrieben, daß der fehlende Hubschrauber der neuen Einsatztruppe auch von Berlin aus hätte „koordiniert“ werden können?

Wo leben wir eigentlich?  Angry
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