Themabewertung:
  • 1 Bewertung(en) - 5 im Durchschnitt
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
Kurzfassung „NSU“
NSU-Quickie: Hessische Frohnaturen auf Egotrip – Teil 12

Petition zu den NSU-Akten
Zu Medienberichten über die gestrige Sitzung des Petitionsausschusses erklärt der Fraktionsvorsitzende von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, Mathias Wagner:
Die Akten, um die es in der Petition geht, lagen allen Mitgliedern des NSU-Untersuchungsausschusses aus der vergangenen Legislaturperiode vor. Dem Ausschuss gehörten Vertretern von CDU, SPD, FDP, LINKEN und den GRÜNEN an. Auch der laufende Untersuchungsausschuss zum Mord an Walter Lübcke kann die Akten jederzeit einsehen. Eine parlamentarische Kontrolle des Inhalts der Akten war und ist also gegeben. Es ist völlig unverständlich, warum Vertreter von SPD und LINKEN hierzu auffallend schweigen. Glaubt irgendjemand ernsthaft, dass SPD und LINKE etwaigen skandalösen Sachverhalten in diesen Akten nicht nachgehen würden?
Der Wunsch nach Veröffentlichung von als geheim eingestuften Unterlagen wirft jedoch grundsätzliche Fragen auf – in Bezug auf rechtliche Aspekte, die Wahrung der Persönlichkeitsrechte von unbeteiligten Dritten und nicht zuletzt in Bezug auf den Schutz von Informanten über die rechte Szene – im Extremfall sogar in Bezug auf den Schutz von deren Leib und Leben.
Vor diesem Hintergrund kann der Ausschuss nicht einfach die Berücksichtigung der Petition beschließen.
Rührend, wie sich ein Grünist um das Wohlergehen von Informanten aus der rechten Szene sorgt. Man hört Domina Kathi vor Wonne quiecken, wenn Grüne den Aktenschluß begründen. Dabei liegt Wagner gar nicht so verkehrt, denn das sind alles Sachargumente, die stimmig sind.
Ein Geheimdienst ist ein Geheimdienst, ist ein Geheimdienst, ist immer noch ein Geheimdienst. Oder eben nicht. Ein kontrollierter Geheimdienst ist ein Hirnfick.
Wir vom AK NSU haben den Jammerjulen der Linken schon lange vorgeschlagen, die Brisanz der von ihnen im Geheimschutzraum studierten Akten offenzulegen. Sie kennen ja die Skandale, die sich aus Akten produzieren lassen. Sie produzieren sie nur nicht, oder im besten aller Fälle nur mit Schaum vor dem Mund, von dem man denken täte, das Hirn läuft aus.
Es sei nebenbei erwähnt, daß auch in Hessen alle angeforderten Akten zur Verfügung gestellt wurden. Wenn Schaus und Wißler zu blöd sind, daraus Propagandamunition zu generieren, dann ist das ein Problem entweder a) der Linken bzw. b) eines aus dem richtigen Leben. Die Uwes waren es nicht. Dann kann man auch nichts finden. Auch nicht in hunderttausend Akten.
Schaus mangelt es an der nötigen Eloquenz und Intelligenz, dem Sachverhalt auf die Sprünge zu helfen. Die Wißler hat sich nach Berlin verabschiedet. Sicher ist sicher.
Was aber macht die Ansage von Wagner eher wertlos?
Die Muselmanen und die Arbeitsgemeinschaft Antifa bei der hessischen Polizei, die Adreßsammler, hat er u.a. unterschlagen.
Vielleicht war Yozgat ja Temmes Informant?
So genau wollte es der Grünist dann doch nicht erklären. Es könnte die hessischen Frohnaturen aus ihrem Frohsinn reißen, wenn das publik werden würde. Erst recht, wenn publik werden würde, daß es einen NSU in Hessen nie gegeben hat.
Sie jammern und winseln schon wieder auf ihrem Twitter, daß die Schüsseln in den Baumärkten nicht ausreichen, das linke Tränenmeer einzufangen.
Die sogenannten „NSU-Akten“ können nach Überzeugung von CDU und Grünen im Hessischen Landtag aus rechtlichen Gründen nicht freigegeben werden. Zwei Petitionen, die eine Freigabe der Dokumente verlangten, wurden deshalb am Donnerstagabend mit schwarz-grüner Mehrheit im Parlament abgewiesen – allerdings mit der Maßgabe, dass sie der Landesregierung „als Material“ überwiesen würden.
Wagner wies SPD und Linke außerdem darauf hin, dass auch die AfD die Freigabe der Akten fordere. „Die tun das, weil sie Erkenntnisse über die rechte Szene haben wollen, weil sie wissen wollen, wie der Verfassungsschutz gegen die rechte Szene vorgeht“, urteilte er. Die AfD empörte sich über diesen Verdacht. Es gehe ihr um Transparenz, betonte ihr Abgeordneter Volker Richter.
Abgeordnete klären nichts auf....

> https://sicherungsblog.wordpress.com/202...p-teil-12/
 
Antworten
Neue Artikelserie über heilbronner Polizistenüberfall

Ende Juni 2017 veröffentlichte ich eine Artikelserie über den heilbronner Polizistenüberfall. Daraufhin besuchte mich mehrmals Hariolf Reitmaier: Wir könnten gemeinsam bis November einen Buch schreiben, ein Verlag-Vertreter begleitete ihn sogar einmal. Im ersten Moment dachte ich, dass mein Beitrag nur wenig Arbeit sein würde. Ich müsste ja nur die einzelnen Teile meiner Artikelserie zusammenfügen. Weit gefehlt:
Zum einen gab mir Reitmaier Hintergrund-Informationen, zum anderen meldeten sich mit der Zeit Personen, die bei der Recherche mitarbeiteten oder mir Verbesserungsvorschläge gaben. Die Nachforschungen zogen sich hin – erst jetzt im Juni 2021 ist das Buch schließlich fertig geworden. Reitmaier und der Verlag sind allerdings längst vom Buchprojekt ausgestiegen. Ich informierte einen baden-württemberger Landtagsabgeordneten und den Generalbundesanwalt über meine Erkenntnisse, ohne eine Antwort erhalten zu haben.
Von mir angeschriebene Verlagen zeigten bislang ebenfalls kein Interesse, höchstens werden hohe Zuschüsse verlangt. Deshalb entschloss ich mich, Auszüge in meinem Blog zu veröffentlichen und aktiv nach einer Möglichkeit zu suchen, dass es doch noch zu einer Veröffentlichung im Buchform klappt.
Einführung. Der tiefe Staat
Teil 1. Michèle Kiesewetter und Martin Arnold waren bei der Bereitschaftspolizei Böblingen
Teil 2. Einsätze ihrer Beweissicherungs- und Festnahmeeinheit 523 im Tatzeitraum
Teil 3. Die Vorgeschichte des Polizistenmordes
Teil 4. Der Tatort Theresienwiese in Heilbronn – Umschlagszentrum des Menschenhandels
Teil 5. Entdeckung durch den Radfahrer Peter S. gegen 14:08
Teil 6. Reaktion der heilbronner Polizei
Teil 7. Tatrekonstruktion und operative Fallanalyse
Teil 8. Welche Einsätze fanden am Tattag in Heilbronn und Neckarsulm statt?
Teil 9. Wie reagierten die Bereitschaftspolizisten?
Danksagung

mehr > https://friedensblick.de/31833/neue-arti...ueberfall/
 
Antworten
> Teil 1. Michèle Kiesewetter und Martin Arnold waren bei der Bereitschaftspolizei Böblingen

> Teil 2. Einsätze ihrer Beweissicherungs- und Festnahmeeinheit 523 im Tatzeitraum

> Teil 3. Die Vorgeschichte des Polizistenmordes

> Teil 4. Der Tatort Theresienwiese in Heilbronn – Umschlagszentrum des Menschenhandels

> Teil 5. Entdeckung durch den Radfahrer Peter S. gegen 14:08

> Teil 6. Reaktion der heilbronner Polizei
 
Antworten
Zschäpe-Ver­tei­diger rechnet mit erneuter Haupt­ver­hand­lung

Der Pflichtverteidiger von Beate Zschäpe, Wolfgang Stahl, hat die Verurteilung seiner Mandantin als Mittäterin an den NSU-Morden gerügt. Er geht davon aus, dass auch der BGH diese jedenfalls nicht ohne Hauptverhandlung bestehen lassen wird.

Rund drei Jahre nach der Urteilsverkündung im NSU-Prozess rückt eine Entscheidung des Bundesgerichtshofs (BGH) über die eingelegten Revisionen näher. Am Donnerstag wird das Gericht bekanntgeben, wie es mit den von Beate Zschäpe und drei Mitangeklagten eingelegten Rechtsmitteln umgeht.

Die obersten Strafrichterinnen und -richter in Karlsruhe hatten vergangene Woche für den 19. August eine Pressemitteilung angekündigt, in der "weitere Entscheidungen im sog. NSU-Verfahren" bekanntgegeben werden. Außerdem werde dann "über den weiteren Fortgang des Verfahrens" informiert (Az. 3 StR 441/20). Einige Medien - wie etwa die tageszeitung (taz) – deuten diese Erklärung als Indiz, dass es z.B. im Falle von Zschäpe zu keiner erneuten mündlichen Verhandlung kommen und ihre Revision vom BGH per Beschluss als offensichtlich unbegründet abgelehnt werde.

Zschäpes Pflichtverteidiger Wolfgang Stahl glaubt indes nicht, dass es so kommen wird. Vielmehr rechnet er fest mit der Bekanntgabe eines mündlichen Verhandlungstermins durch den BGH, in dem geprüft werde, ob die Komplizin der verstorbenen NSU-Todesschützen Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt überhaupt als Mittäterin verurteilt werden darf. Statt im Wege eines Beschlusses werde der zuständige 3. Strafsenat dann auf Grundlage von § 349 Abs. 5 Strafprozessordnung (StPO) über das Rechtsmittel der Revision durch Urteil entscheiden, so Stahl.

www.lto.de/recht/hintergruende/h/nsu-beate-zschaepe-revision-wolfgang-stahl-bgh-mord-mittaeterschaft-beihilfe-terroristische-vereinigung/
 
Antworten
Revision verworfen

BGH bestätigt Urteil gegen Zschäpe

Mehr als drei Jahre nach dem Urteilsspruch ist der Prozess gegen NSU-Terroristin Beate Zschäpe endgültig abgeschlossen. Der BGH verwarf ihren Antrag auf Revision. Der Fall von NSU-Helfer André E. dagegen wird neu verhandelt.
Beate Zschäpe ist rechtskräftig als Mittäterin der Neonazi-Terrorzelle "Nationalsozialistischer Untergrund" (NSU) verurteilt. Der Bundesgerichtshof verwarf ihre Revision mit schriftlichem Beschluss und strich nur eine Einzelstrafe, wie das Karlsruher Gericht mitteilte. "Die lebenslange Gesamtfreiheitsstrafe und die festgestellte besondere Schuldschwere sind hiervon jedoch unberührt geblieben", heißt es. Auch die Urteile gegen die NSU-Unterstützer Ralf Wohlleben und Holger G. seien rechtskräftig.
Die Verurteilung des NSU-Helfers André E. dagegen wird im Dezember mündlich vor dem BGH verhandelt. Das Gericht nannte als Termin den 2. Dezember und als möglichen Entscheidungstermin den 15. Dezember. Das Münchner Oberlandesgericht hatte E. im Jahr 2018 zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt - Verteidigung und Bundesanwaltschaft gingen danach in Revision.....

> https://www.n-tv.de/politik/BGH-bestaeti...51741.html
 
Antworten
NSU-Urteil Zschäpe geht gegen BGH-Entscheidung vor
Der Bundesgerichtshof hat das Urteil gegen Beate Zschäpe bestätigt. Die NSU-Terroristin will das nach Informationen des SPIEGEL nicht hinnehmen. Sie wendet sich an das Verfassungsgericht. Von Wiebke Ramm
 
Antworten
Erinnern Sachsen gibt Fördermittel für NSU-Dokumentationszentrum in Zwickau

Die Ministerin sagte, das Dokumentationszentrum soll "ein lebendiger Ort werden, an dem Bildungsarbeit stattfindet, ...

Justizministerin Katja Meier: "Die Auseinandersetzung mit dem NSU-Komplex ist von nationaler Tragweite."

https://www.mdr.de/nachrichten/sachsen/c...e-100.html
https://archive.vn/DD2MB

"Klarheit durch Nachstellen der Szene?"
Nun zumindest bei Ofarim denkt man darüber nach.
https://www.mdr.de/brisant/promi-klatsch...l-104.html

Also eine Art Milgram-Experiment (mit automatischer Erhöhung (Verdopplung) der Spannung) und dann das mit der DVD in den Biefkasten vor dem Brandhaus ...


PS: War mir neu Katja Meier in Beziehung zu „Advent, Advent, ein Bulle brennt. Erst 1, dann 2, dann 3“ für sich selbst Verjährung und für alle Anderen Schuldkult von "nationaler Tragweite"
Antworten
NSU: Audio-Guide für die Ewigkeit

Der folgende Beitrag wurde am 4. November auf dem Blog ppq.li publiziert und erscheint hier als Kupferware.
Vorab ein Kommentar, der im Original erst danach erschien.
Die Anmerkung hat gesagt…
>> Sie waren es fast ganz allein, behauptet das Urteil, das Untiefen wie das Ende im Wohnmobil galant umschifft hat, weil eine übermäßige Behandlung der Pumpgun-Frage eine Tür zu einem tiefen, tiefen Keller zu öffnen drohte.
Ich möchte mitnichten an dem vorzüglichen Artikel herumkritteln, nur einen rein restrechtsstaatlichen Aspekt in die Debatte einwerfen.
Der Doppelmord (Tod) im Wohnmobil wurde kriminalpolizeilich erstens nicht untersucht und stand zweitens nicht zur Anklage.
Natürlich stand der zur Anklage, jeden Tag der Verhandlung. Doch eben nicht im Sinne der Anklageschrift. Oder wie ich neulich in allen drei Blogs schrieb:
Es gibt keine andere Geschichte des NSU als die, die Genosse Diemer und Beate Zschäpe dem Götzl erzählten und der von den Richtern am BGH Glaubwürdigkeit attestiert wurde, denn genau diese Geschichte wurde bestraft.
https://die-anmerkung.blogspot.com/2021/...keine.html
http://arbeitskreis-n.su/blog/2021/10/27...frohnatur/
https://sicherungsblog.wordpress.com/202...frohnatur/
Ansonsten schau ich mal, was am Wochenende anliegt, dann kupfer ich diesen Post auf den AK-Blog rüber, damit auch der rechte Rand der Republik davon Kenntnis nimmt.
(....)
Karikatur eines Killerkommandos
Jedoch, die mörderische Sache war es ihnen wert. Von der Benennung ihres Selbstmordkommandos über die das sture Schweigen zu allen Taten bis hin zu den schließlich spät veröffentlichten heroischen  Bekennerfilmen mit Comicfiguren zeichneten die Thüringer Terroristen ein Bild von sich, das wie die Karikatur eines Killerkommandos anmutet. Sie hatten kein Ziel, sie vermieden öffentliche Aufmerksamkeit, sie versteckten sich, obwohl sie niemand suchte, und sie waren umgeben von V-Leuten, die ihren Dienstherren nichts weitersagten. Alles in allem ein Drehbuch, das selbst bei Degeto durchfallen würde, wo bekanntlich selbst Butterbrotpapierstapel, in die sich Fahrpläne durchgedrückt haben, zu „Schmonzetten aus einem dramaturgischen Einheitsbrei“ verfilmt werden.
Aus Pandemiesicht zeigt sich das klare Muster eines frühen cordon sanitaire. Rund um Böhnhardt, Mundlos und Zschäpe gab es einerseits amtlich nichts, abgesehen von dem einen oder anderen kleinen Pistolenlieferanten und Skatgenossen. Andererseits öffnet gerade das den Raum für ein verschwörerisches Raunen über ganze Heere von „Spießgesellen“ (Der Spiegel), „alte Kameraden“ (Die Zeit) und „Helfer“ (MDR). Wie tief steckte der Staat mit drin, fragt die eine Seite, als sei sie tatsächlich auf der Suche nach vernünftigen Erklärung dafür, warum ein Geheimdienstapparat in Bewegung gesetzt wird, um deutschlandweit Imbissbetreiber ermorden zu lassen. Sie waren es fast ganz allein, behauptet das Urteil, das Untiefen wie das Ende im Wohnmobil galant umschifft hat, weil eine übermäßige Behandlung der Pumpgun-Frage eine Tür zu einem tiefen, tiefen Keller zu öffnen drohte.
Zehn Jahre nach dem Ende des NSU ist die Historisierung der Ereignisse damit abgeschlossen. Die mediale Erinnerung erinnert sich nicht mehr an das, was war, sondern an das, was an Erinnerung übrig geblieben ist. Es ist, wie es gewesen sein muss. Die Legende ist fertig für die Geschichtsbücher.

mehr http://arbeitskreis-n.su/blog/2021/11/07...-ewigkeit/
 
Antworten
Nachruf (@parlograph)

Veröffentlicht am 18. Dezember 2021

Ich sag mal so. Ein Mann und eine Frau wissen, wer sie aus der Wohnung hinauskomplimentierte, und warum, also behufs welchen Zweckes.
Andere wissen das auch, daß die das wissen.
Die Anmerkung
Also gut, auch für André Eminger war’s das, der BGH hat alle Revisionsanträge verworfen, der Nazizwilling kommt glimpflich davon.1)
Der lange Arm des fürsorglichen Staates hat Zschäpe nicht gerettet, bei Eminger, so scheint es, lief bis zur letzten Instanz alles nach Plan. Eine Ungleichbehandlung, für die es eine schlichte Erklärung gibt: Staatswohlinteresse. Keine Milde deshalb für Zschäpe, die konnte es nicht geben, unter keinen Umständen, denn dann wäre alles umsonst gewesen. Auch Harbarths Parteigericht in Karlsruhe wird daran nichts ändern.
Die Nachsicht für beide Emingers, an der eine antifaschistische Linke fast verzweifelt, erstaunt dennoch ein wenig: So, wie der Münchner Staatsschutzsenat Zschäpe in zirkulärer Spekulation und faktenfrei zur Mitmörderin erklärte, hätte er problemlos „zur eigenen Überzeugung gelangen“ können, André Eminger sei das vierte NSU-Mitglied, das fehlende Paulchen, Hersteller des „Bekennervideos“ (was er vielleicht sogar war), nicht nur Unterstützer, sondern Mittäter aus rassistischer Mordlust und seine Gattin habe das Terrorleben perfide abgetarnt, mindestens aber sei ihm Beihilfe zum Mordversuch anzulasten. Nicht einmal für diese schöne Fabel aber wollten die Richter Beweise erkennen.
Auch dafür gibt es Gründe, vermutlich, und da braucht man wenig Phantasie: Entweder war Eminger Unterstützer im dienstlichen Auftrag oder er weiß zu viel oder beides, anders läßt sich Götzls Bockigkeit kaum erklären.
Coras Möpse
Ein alter Verdacht also, den auch der BGH-Entscheid nun eher bestätigt: Immerhin war André Eminger Quartiermacher für die flüchtigen „Bombenbastler aus Thüringen“ gewesen, wenig wahrscheinlich, daß das sächsische Innenministerium damals ihre Unterbringung dem Zufall überließ, in einer ohnehin kontrollierten Szene. Fakt ist: Emingers waren dem Trio nahe genug, um die rätselhaften „Dark Ages“ des „Nationalsozialistischen Untergrunds“ aufzuhellen. Das hätte peinlich werden können – im allerschlimmsten Fall mit nachträglichen Alibis für die Mordgesellen des „NSU“.
Gut möglich schließlich, daß Emingers wissen, wer am 4. November 2011 das Weißenborner Siedlerheim in die Luft jagte, weil sie dort waren, daß Emingers gesammeltes Schweigen im Prozess also beiden Seiten nützte.
Mögen Mundlos, Böhnhardt und Zschäpe als Klassenkämpfer im Dienste der guten Sache unterwegs gewesen sein, unter falscher Flagge, die Nazifolklore Emingers war echt, kein Kundschafter für den Frieden würde sich antisemitische Parolen auf den Wanst tätowieren lassen. Daß rassische Ideale, Spitzeln und schnöder Mammon trotzdem gut zusammengehen und sich niemand daran stört, zeigt Tino Brandt vom Honigtopf „Thüringer Heimatschutz“.
Aber selbst wenn Eminger dem Trio uneigennützig half, logistisch und organisatorisch, daß er das Märchen vom Widerstand glaubte, Strafverfolgungsfristen und so weiter, Revolution und echte Kameradschaft, ein abenteuerliches Versteckspiel mit dem Staat, irgendwann mußte auch ihm dämmern: Aufwand und Nutzen des „Untergrunds“ standen in keinem Verhältnis mehr zueinander, das Ganze war sinnlos geworden und lächerliche Maskerade.
Man hatte sich längst eingerichtet, die Beziehungen verlagerten sich ins Familiäre, auf Frauenkram, Kinderbetreuung und Urlaub. Emingers selbst führten das unauffällige Spießerleben des mitteldeutschen Proletariats: Arbeit, Sofa, Herd.
Wurden sie wirklich erst nach dem Wasserschaden 2007 „eingeweiht“, dann vermutlich anders als in Jochen Weingartens Mordphantasien. Auf der Polizeiwache Zschäpes Ehemann zu spielen, wäre nicht jedermanns Sache, zu heiß, zu groß die Gefahr, aufzufliegen, in etwas hineingezogen zu werden, das man nicht mehr überblickt, daß die eigene Familie in Gefahr bringt.
Aber auch hier: Wenn der liebe Staat das Theater abgesegnete, sogar selbst vorschlug und Eminger finanziell entschädigte, tja dann – warum nicht?
Staatsbürgerkunde
Daß Emingers in all den Jahren nicht mitbekommen haben wollen, was mit dem „Trio“ nicht stimmte, ist schwer glaubhaft, da haben die antifaschistischen Linken freilich recht und ihre Empörung, sei sie gespielt oder nicht, ist nachvollziehbar, auch wenn die Gründe falsch bis verlogen sind, schon weil Böhnhardt, Mundlos und Zschäpe die vorgeworfenen Morde sehr wahrscheinlich nicht begingen.
Indessen ignoriert die Linke, daß der Faschismus keine Terrorzelle ist, auch keine erfundene, sondern nach ihrem eigenen Verständnis Herrschaftsform des Kapitals, eine Reaktion des bürgerlichen Staates auf ökonomische Krisen, daß der bürgerliche Staat, mit dem sie sich verbündet hat, um den Faschismus zu bekämpfen, diesen Faschismus selbst erzeugt. So jedenfalls sahen das Marxisten früher:2)
Aber die totalitäre Ordnung ist nichts anderes als ihre Vorgängerin, die ihre Hemmungen verloren hat. Wie alte Leute zuweilen so böse werden, wie sie im Grunde immer waren, nimmt die Klassenherrschaft am Ende der Epoche die Form der Volksgemeinschaft an.
Nun, Hemmungen verloren, das stimmt, Volksgemeinschaft dagegen hat sich erledigt, jetzt haben wir Zivilgesellschaft, da geht’s um Pfründe im Kampf gegen Rechts, aber nicht nur: Dieser Antifaschismus ist ein Surrogat, beliebig austauschbar, er hilft der Linken, die eigene Verbürgerlichung abzuspalten. Um den bürgerlichen Staat in der Krise zu stützen, ist jedes Feindbild recht, der Kampf gegen den Kapitalismus ist ausgesetzt, der Arbeiter ein Nazi, eine Bedrohung der Demokratie:3)
Die Anhängerschaft rechten Terrors kann sich also entspannt zurücklehnen – und weitermachen. Und das in Zeiten, in denen diese Terrorgefahr keineswegs gebannt ist, sondern mit radikalisierten Coronaleugnern, Reichsbürgern oder Extremisten in den Sicherheitsbehörden ohnehin wächst. Der Fall Eminger sendet hier ein fatales Signal. Für die NSU-Opfer muss es unerträglich sein.
André Eminger wird all das nicht kümmern. Er hat bewiesen, daß er schweigen kann und das schadet ihm im besten Deutschland aller Zeiten auch in Zukunft nicht. Fürs NSU-Phantom büßt Beate Zschäpe. Impfstatus unbekannt.
_____
1) https://www.bundesgerichtshof.de/SharedD...n=10690868
2) https://psychosputnik.wordpress.com/2016...nd-europa/
3) https://taz.de/Das-NSU-Urteil-gegen-Andr.../!5819357/

> http://arbeitskreis-n.su/blog/2021/12/22...arlograph/
 
Antworten
TV-Tipp: https://rodlzdf-a.akamaihd.net/none/zdf/...p36v15.mp4

"Wie kamen Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt ums Leben?", fragt ein Unbekannter. Obwohl die Antwort für ihn eigentlich klar ist, nimmt Privatermittler Georg Dengler den Auftrag an.
Der spannend gemachte Film macht auf die zahlreichen "Ungereimtheiten" in Sachen "NSU", bis hin zum Fall "Kiesewetter" aufmerksam. Besonders auffallend: die akribische Nachstellung der "Wohnmobil-Schießerei" bei der - angeblich - Mundlos & Böhnhardt den Tod fanden. Ergebnis: an der Geschichte stimmt nichts...
Ein Gramm Information wiegt mehr als eine Tonne Meinung...
Antworten


Gehe zu:


Benutzer, die gerade dieses Thema anschauen: 1 Gast/Gäste