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Polizistenmord In Kusel / Rheinland-Pfalz
#31
Der zweite Beschuldigte offenbart sich.

Florian V. hatte nach seiner Festnahme am Nachmittag durch ein Spezialeinsatzkommando in Sulzbach eine Aussage zum Tatgeschehen gemacht.
In dem Verhör, das per Videokamera aufgezeichnet wurde, gab er zu, am Tatort gewesen zu sein. Auch räumte er die Wilderei ein. Vornehmlich ging es um die Jagd auf Wildschweine.

Ferner belastete V. den 38-jährigen Hauptverdächtigen im Mordfall an den beiden Polizeibeamten schwer.
Andreas S., der bereits mehrfach wegen mutmaßlicher Wilderei aktenkundig geworden war, soll den 32-jährigen Bekannten gebeten haben, ihm bei einem erneuten illegalen Jagdzug zu helfen, unter anderem getötete Tiere in den Transporter zu hieven.

Als die Polizeistreife in ihrer Nachtschicht auf den Wilderer und seinen Helfer an der Kreisstraße nahe Kusel aufmerksam wurde und um die Papiere bat, soll Andreas S. der 24-jährigen Polizistin mit einer Schrotflinte in den Kopf geschossen haben. Ihren Kollegen, der sich zurückzog und das Magazin seiner Dienstpistole leer feuerte, soll der Betreiber eines Wildhandels mit vier Schüssen aus einem Einzellader-Gewehr getötet haben. Bei diesen Waffen muss man nach jedem Schuss nachladen.
Das erfuhr FOCUS Online aus Justizkreisen.


Quelle: https://www.focus.de/panorama/welt/tatve...01405.html

Das würde die These bestätigen, daß zuerst die Frau erschossen wurde und der Beamte den Hilferuf absetzte.
Dennoch bleiben Fragen.

Warum hat Andreas S. zuerst die Papiere gezeigt oder zumindest hervor gekramt, um dann die Schrotflinte zu benutzen?
Das ergibt wenig Sinn.

Wie kann der Einzel-Lader einen ausgebildeten Polizisten kampfunfähig machen, wo einer mit Dauerfeuer schießen kann und der Andere permanent nachladen muß.
Das erscheint doch ziemlich schräg.

Florian V. beteuerte nach FOCUS-Online-Informationen, dass er noch nie mit einer scharfen Waffe geschossen habe. Nach eigener Darstellung konnte er aber nicht mehr eingreifen, um die Morde zu verhindern.
Wie weiter zu erfahren war, haben die bisherigen Schmauchspuranalysen durch die Behörden keinen Beleg erbracht, der die Aussage in Zweifel zieht. Es bleibt abzuwarten, was die weitere Spurenlage ergibt.


Der Satz ist bemerkenswert: Die bisherigen Schmauchspuranalysen durch die Behörden haben keinen Beleg erbracht, der die Aussage in Zweifel zieht.

Geht es noch verschwurbelter? 
Warum steht da nicht, die Schmauchspuranalyse hat die Täterschaft von Andreas S. erhärtet?  Huh

Diese Berichterstattung bringt die offizielle Theorie wieder ins Wanken.
Ich gestehe eine gewisse Konfusion.  Confused
 
mfG
nereus
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#32
Der Tatort soll ja bei Mayweilerhof sein. Soweit ich aus dem Satellitenbild schlau werde, ist das in unmittelbarer Nähe zum Truppenübungsplatz. Die Verbindung zur Jagd wird über die Bundesforstverwaltung hergestellt. Wo sowas seltsames pasdiert, kann die NATO nicht weit sein.
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#33
@kalter hornung schrieb: Der Einsatzleiter spekulierte ja, das Täterfahrzeug habe an ungewöhnlicher Stelle gestanden, so daß die Zivilstreife anhielt, um evtl zu helfen.
Da habe ich schon die erste Frage, nämlich warum sollten sie dort gestanden haben, wenn sie die Ladefläche voller illegal geschossenem Wild hatten?
Jeder würde sehen, daß er verschwindet.


Das kommt auf die Situation an.
Wir wissen ja nicht, wie lange die da gestanden haben.
Vielleicht wollten sie gerade - nach dem Verstauen der Fracht – losfahren.

Das da Unmengen gelegen haben sollen, erscheint mir übrigens abwegig für einen einzelnen Jäger. 
Oder es handelte sich um einen Transport irgendwohin.
Nur hier hätte man wieder eine Kühlung benötigt.

Ich gebe zu, die Ungereimtheiten nehmen deutlich zu und die NATO-Nähe ist in der Tat suspekt.
Doch wer ist dann Florian V.?

mfG
nereus
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#34
Im Gegensatz zu Heidelberg sind hier offensichtlich zwei Menschen gewaltsam zu Tode gekommen. Die Geschichte mit dem Ausweis ist natürlich Blödsinn und bedeutet nur, dass die Festgenommenen nichts mit der Tat zu tun haben und irgentetwas anderes stattgefunden hat. Was, werden wir mit Sicherheit nicht erfahren.
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#35
(03.02.2022, 09:36)BSB schrieb: 14-mal geschossen. Ein Gefecht? Aber Täterfahrzeug noch fahrtüchtig? Zu viele Fragen, um die bisherige Version der StA ruhigen Gewissens glauben zu können.

Lt. Wikipedia nutzt die Polizei im Saarland derzeit u.a. die HK P10 (Merkmal: Magazinkapazität 13 Patronen). Plus 1 Patrone im Lauf könnte das mit den 14 Schuss durchaus hinkommen.
Fraglich ist, ob der Polizist die Meldung "Die schiessen auf uns" mit einem Funkgerät im/am Dienstwagen oder einem mobilen, am Körper befindlichen Gerät absetzte. 

Ich würde mir das Geschehen wie folgt vorstellen: die Polizistin steht nahe an der Fahrerseite und prüft mittels Taschenlampe die Papiere, somit hat sie nicht vollumfänglich im Blick, dass der Täter im Führerhaus zu einer Waffe greift, diese auf sie richtet und unmittelbar abdrückt. Der Kollege, der sicher etwas vom Fahrzeug versetzt entfernt gestanden hat (ich vermute auch er wird eine Taschenlampe zwecks Ausleuchtung in der Hand gehabt haben), versucht erst einmal Deckung am Dienstfahrzeug zu finden und setzt möglicherweise dann den Funkspruch ab. Dabei kann es dann zum ersten Treffer bei ihm gekommen sein, vielleicht ein Wirkungstreffer, der ihn seine Position und Deckung nicht verbessern lässt, dennoch handlungsfähig um das Feuer zu erwidern. In kurzer Abfolge nun der gegenseitige Schusswechsel, wobei der Täter zumindest einen so guten Schusswinkel gehabt hatte, um zwei weitere Treffer folgen zu lassen. Erst als er sich sicher ist, das der Polizist nicht mehr feuern kann und so gut wie hilflos ist, wird der finale Schuss in den Hinterkopf gesetzt. Vielleicht versuchte der Polizist noch bäuchlings kriechend davonzukommen.
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#36
Folgendes beschäftigt mich derzeit:

Wo sind die 14 Schüsse des Polizisten hingegangen? Hat er zumindest das Täterfahrzeug getroffen? In einer hektischen Situation könnte ich mir eine Pistole deutlich effizienter vorstellen als einen Nachlader. Das gegenseitige Bild der Schusswirkung ist widersprüchlich.

Warum ließ der Täter seinen Ausweis zurück, wenn er gerade zwei Menschen ermordet hatte, um seine Wilderei zu vertuschen? Ging alles zu schnell, obwohl er doch recht kaltblütig handelte?

Die nachrückenden Polizeikräfte müssten spätestens mit der Morgendämmerung den Ausweis gefunden haben, d.h. gegen 8 Uhr müsste doch trotz Umstände der Spurensicherung das Dokument gesichtet worden sein und sich der dringende Tatverdacht gegen Andreas S. ergeben haben. Warum dann erst ein Zugriff am späten Nachmittag und erst, als sich S. über seinen Anwalt gemeldet hatte?

Wenn S. die Wilderei als nicht unbeträchtlichen Teil seines Lebensunterhalts betrieb, warum verhielt er sich lt. den Nachbarn so auffällig und machte trotz entzogenem Waffenschein Schiessübungen auf seinem Grundstück (hinter dem Haus). Das Risiko, dass man bei ihm illegale Waffen finden würde, wäre doch viel zu groß.

Heidelberg/Kusel haben eines gemeinsam: illegalen Waffenbesitz
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#37
(03.02.2022, 13:55)Der_Grieche schrieb: Folgendes beschäftigt mich derzeit:

[...]
Die nachrückenden Polizeikräfte müssten spätestens mit der Morgendämmerung den Ausweis gefunden haben, d.h. gegen 8 Uhr müsste doch trotz Umstände der Spurensicherung das Dokument gesichtet worden sein und sich der dringende Tatverdacht gegen Andreas S. ergeben haben. Warum dann erst ein Zugriff am späten Nachmittag und erst, als sich S. über seinen Anwalt gemeldet hatte?

[...]

Daß sich Schmitt über eine Anwältin meldete/stellte, wurde auf der PK dementiert. Man sei über das Fahrzeug, das vorm Haus stand, auf den Aufenthaltsort gekommen und habe zugegriffen, als der Verdächtige das Haus verließ. Er soll keinen Widerstand geleistet haben.
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#38
Zitat:Gemäß den Funksprüchen – laut gestriger Pressekonferenz erfolgten die Meldungen kurz hintereinander, nämlich zuerst die Entdeckung des Wildes (04:19:32 Uhr bis 04:20:17 Uhr) und kurz danach der Hilferuf (04:20:17 Uhr bis 04:21:18 Uhr).

Das sind nicht einmal 2 Minuten Abstand.

So wie ich das sehe, gibt es hier gar keinen Abstand!
Die erste Meldung war 45 Sekunden lang und dauerte bis 4:20:17 und die 2.Meldung folgte dann sofort (ohne Pause) ab 4:20.17 und dauerte 61 Sekunden bis 4:21:18.
Ich denke, daß hier mehr gefallen sein muss als "Hilfe, die schiessen".
Und was soll ich davon halten, daß es der Polizei nicht einmal auffällt, daß das Geschehen aus den Morgenstunden plötzlich gegen 20 Uhr stattgefunden haben soll und ein Beamter versehentlich die Stundenzahl 4 übersah? Auch das ist für mich unglaubwürdig und dient eher der Herabsetzung der Fähigkeiten unserer Ermittlungsbehörden.
Damit wir uns über die vielen "Pannen" nicht so wundern......?
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#39
Gegen die Tatverdächtigen im Fall der beiden getöteten Polizisten in Rheinland-Pfalz hat die saarländische Justiz in der Vergangenheit mehrfach ermittelt.
 
So sei einer der beiden Männer 2006 vom Landgericht Saarbrücken wegen fahrlässiger Körperverletzung im Zusammenhang mit einem Jagdunfall zu einer Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu je 50 Euro verurteilt worden, teilte die Staatsanwaltschaft in Saarbrücken am Donnerstag mit.
Der heute 38-Jährige hatte demnach damals einen Jagdkollegen mit einem Schuss im Hals- und Brustbereich sowie insbesondere im Bereich eines Auges erheblich verletzt.
Zudem soll der Mann 2017 in einem fremden Jagdrevier ein Reh geschossen haben und danach mit dem Auto gefährlich auf einen Mann zugefahren sein. Das Verfahren sei eingestellt worden, weil er ein Alibi hatte.
 
Gegen den 38-Jährigen laufen der Staatsanwaltschaft zufolge weitere Ermittlungen - unter anderem wegen einer möglichen vorgetäuschten Straftat, um an Geld aus einer Versicherung zu kommen.
Der Mann habe die Tat nicht eingeräumt, hieß es.
Zudem hat die Anklagebehörde im Saarland wegen des Verdachts der Wilderei gegen ihn Ermittlungen eingeleitet - „infolge der aktuellen Vorkommnisse“.
 
Der zweite festgenommene Tatverdächtige, ein 32-Jähriger, sei seit 2018 dreimal verurteilt worden, unter anderem wegen Verkehrsdelikten.
Zuvor hatten darüber mehrere Medien berichtet .Wegen Verdachts auf gemeinschaftlichen Mord und Wilderei sitzen die Männer in Untersuchungshaft. Sie sollen am frühen Montagmorgen bei einer Verkehrskontrolle bei Kusel in der Pfalz eine 24 Jahre alte Polizeianwärterin und einen 29 Jahre alten Oberkommissar erschossen haben.
Die Ermittler vermuten, dass die mutmaßlichen Täter Jagdwilderei vertuschen wollten.
 
Quelle: https://www.merkur.de/deutschland/rheinl...75658.html
 
Das ist ohne Zweifel erstaunlich.
Der Bekannte/Freund belastet ihn schwer und der vermutliche Alleintäter bekennt sich nicht zur Tat.
 
Hat er noch ein Ass im Ärmel oder leugnet er so lange, bis es nicht mehr zu leugnen ist?
 
Im Auto der Männer, die mutmaßlich zwei Polizisten in der Westpfalz erschossen haben, sind insgesamt 22 Stück Damwild gefunden worden. Außerdem seien in der Wurstküche eines Tatverdächtigen im saarländischen Sulzbach Tierabfälle sichergestellt worden, teilte die Staatsanwaltschaft Kaiserslautern am Donnerstag mit.
 
Wie kann man in einer Nacht alleine 22 Rehe erlegen, wenn nicht auf einer Farm ode in einem Gehege? Die laufen doch nicht in Massen vor die Flinte.
Das ist mir völlig schleierhaft. Huh
 
mfG
nereus
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#40
(03.02.2022, 18:33)nereus schrieb: Das ist ohne Zweifel erstaunlich.
Der Bekannte/Freund belastet ihn schwer und der vermutliche Alleintäter bekennt sich nicht zur Tat.
 
Hat er noch ein Ass im Ärmel oder leugnet er so lange, bis es nicht mehr zu leugnen ist?
 

Vielleicht denkt sein Anwalt wie Kollege Hauß: Ohne Geständnis gibt es nur schwache Indizien.

Oder: Er war's wirklich nicht.

In den ersten Berichten über die Vernehmungen hieß es nur, der 32-Jährige hätte "von Schüssen" gesprochen, aber bestritten, daß er selbst geschossen hätte. Daß er den 38-Jährigen belastet, ist eine neue Entwicklung. Nun ja, ein kaputter Junkie, wie es heißt. Mit dem kann man alles machen.
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