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Verschwörungstheorien
#1
Prof. Dr. Karl Hepfer ist Autor des Buches "Verschwörungstheorien: Eine philosophische Kritik der Unvernunft", dass bei der Bundeszentrale für politische Propaganda (BpB) in 2016 veröffentlicht wurde.

Das Buch ist leicht seriöser als ähnliche Schriften von Prof. Dr. Michael Butter, sprich pseudo-Wissenschaft (in Englisch: junk-science).

Prof. Hepfer bestätigte mir in einem email immerhin, dass der Begriff Verschwörungstheoretiker in der Regel schmähend ist. Er konnte mir keine Beispiele nennen, wo dieser Begriff positiv geprägt ist.

Meine letzte Frage an Prof. Hepfer war:
"Ist nach Ihrer Auffassung die Behauptung, dass Al-Qaeda bzw. Osama bin Laden hinter den Anschlägen des 9/11 stecken, eine Verschwörungstheorie, die von den USA und ihren Alliierten verbreitet werden?"

Er wollte diese Frage nicht antworten. Stattdessen schrieb er: "Sofern Sie eine weitere Beratung wünschen, bitte ich um eine Rechnungsanschrift; der (reduzierte) Stundensatz liegt bei 350 Euro zzgl. MwSt + Spesen (Vorkasse). Einen umfangreicheres Choaching [sic] in Logik und Argumentation kann ich Ihnen, sollten Sie sich zeitnah dafuer entscheiden, leider frühestens für die zweite Jahreshälfte in Aussicht stellen."

Es ist an die Zeit gegen die Propagandisten in die Offensive zu gehen. Sie dürfen nicht die Deutungshoheit über Begrifflichkeiten behalten. Daher soll jeder Schreibling, der solche Schmähbegriffe verwendet an den Pranger gestellt werden, publizistisch oder gerichtlich. Der Grund: Diese Menschen begehen Verbrechen gegen die Demokratie (einer der künftigen Straftatbestände).
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#2
Das "Angebot", Ihnen auf Rechnung und bei Vorkasse zu antworten, ist kränkend und eine weitere Herabwürdigung als sog. Verschwörungstheoretiker.

Auch wenn das Motiv Hepfers mglw. "nur" die eigene Furcht war, selbst Opfer von Cancel Culture und Reputationsverlust zu werden, wenn er sich in eine Diskussion mit Ihnen "einläßt" und die Sorge, eine Zusstimmung, die US-Regierung habe Afghanistan auf Grundlage einer Verschwörungstheorie angegriffen, könnte von Ihnen publizistisch verwendet werden, macht es das nicht besser.

Kritiker des herrschenden Systems und seiner mutmaßlichen Verbrechen für mental gestört oder rechtspopulistisch zu erklären, ist die einfachste und effizienteste Möglichkeit, sie dauerhaft vom öffentlichen Diskurs auszuschließen und sie sozial zu ächten, ohne sich "die Hände schmutzig" zu machen. Die soziale Vernichtung hat die physische abgelöst, weil letztere in sog. Rechtsstaaten schwieriger legal umzusetzen ist.

Das Tragische daran ist imo, daß bei 9/11 sowohl der "Truther", der mutmaßt, die US-Regierung sei in den Anschlag involviert oder Auftraggeber gewesen, als auch die Verteidiger der "offiziellen Verschwörungstheorie" der US-Regierung überzeugt sind, die Demokratie zu schützen.

"9/11-Truther" sind der überwiegenden Überzeugung, daß eine wahrhaftige Aufarbeitung des Anschlags und von Regierungskriminalität nur in einer Demokratie möglich und sogar notwendig ist (Katharsis). Andernfalls würden Machtstrukturen verkrusten, der Rechtsstaat erodieren, der öffentliche Diskurs vergiftet - so wie wir es seit Jahren erleben.
 
Die staatlichen oder von der öffentlichen Hand ernährten Verteidiger der offiziellen 9/11-Theorie, also die aggressiven Denunzianten alternativer Erklärungsansätze, wie Butter und Co. sind imo gleichfalls überzeugt, der Demokratie einen Dienst zu erweisen, indem sie das anscheinend Destruktive kritischer Fragen und Zweifel mit allen propagandistischen Mitteln unterdrücken, lächerlich machen, stigmatisieren.

Denn einsichtig sollte sein: Wir wissen nicht, welche Folgen eine Wahrheit über 9/11 oder andere staatsterroristischen Verbrechen für die Stabilität des jeweiligen Staates oder Systems wirklich hätte. Nicht nur aus der Perspektive der sog. nationalen Sicherheit wäre ein "Zugeben", daß der Angriff auf WTC und Pentagon mit Wissen und auf Befehl der eigenen Regierung erfolgte, ohne historisches Beispiel. Auch international käme das Eingeständnis, Afghanistan oder den Irak ohne jede "moralische" Rechtfertigung (abgesehen von völkerrechtlicher) angegriffen zu haben, einem gewaltigen Legitimations- und damit Machtverlust gleich.

Die Politik hinter "Aufklärern" wie Butter kann also u.U. ebenso hehre Motive haben (oder sie sich zumindest einreden), wenn sie "Verschwörungstheoretiker" pathologisieren oder als verwirrte Globalisierungsopfer abqualifizieren. Sie schätzen mglw. die Folgen, wenn "die Wahrheit ans Licht käme", als unkalkulierbar ein und fürchten sie deshalb. Die Nichtaufklärung der Anschläge war erfolgreich, das Leben geht weiter. Der Schutz von Demokratie und Gesellschaft rechtfertigt die Lüge, auf die man sich geeinigt hat.

Um es aber klar zu sagen: Bei allem "Verständnis" für die machtpolitische Perspektive, stehe ich natürlich auf Ihrer Seite; Kapitalverbrechen müssen in jedem Falle aufgeklärt werden, Staatsterror (auch simulierter mit Präventionsabsichten) darf kein Instrument von Herrschaftspolitik sein, der Rechtsstaat muß auch und erst recht für Behördenhandeln gelten, ein angebliches Staatswohlinteresse, das sich ein immer weiter wucherndes eigenes Recht schafft, zerstört das Rechtssystem und die Grundlagen eines demokratischen Staates.
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#3
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(21.03.2021, 11:40)kalter hornung schrieb: Das "Angebot", Ihnen auf Rechnung und bei Vorkasse zu antworten, ist kränkend und eine weitere Herabwürdigung als sog. Verschwörungstheoretiker.

Auch wenn das Motiv Hepfers mglw. "nur" die eigene Furcht war, selbst Opfer von Cancel Culture und Reputationsverlust zu werden, wenn er sich in eine Diskussion mit Ihnen "einläßt" und die Sorge, eine Zusstimmung, die US-Regierung habe Afghanistan auf Grundlage einer Verschwörungstheorie angegriffen, könnte von Ihnen publizistisch verwendet werden, macht es das nicht besser.

Kritiker des herrschenden Systems und seiner mutmaßlichen Verbrechen für mental gestört oder rechtspopulistisch zu erklären, ist die einfachste und effizienteste Möglichkeit, sie dauerhaft vom öffentlichen Diskurs auszuschließen und sie sozial zu ächten, ohne sich "die Hände schmutzig" zu machen. Die soziale Vernichtung hat die physische abgelöst, weil letztere in sog. Rechtsstaaten schwieriger legal umzusetzen ist.

Das Tragische daran ist imo, daß bei 9/11 sowohl der "Truther", der mutmaßt, die US-Regierung sei in den Anschlag involviert oder Auftraggeber gewesen, als auch die Verteidiger der "offiziellen Verschwörungstheorie" der US-Regierung überzeugt sind, die Demokratie zu schützen.

"9/11-Truther" sind der überwiegenden Überzeugung, daß eine wahrhaftige Aufarbeitung des Anschlags und von Regierungskriminalität nur in einer Demokratie möglich und sogar notwendig ist (Katharsis). Andernfalls würden Machtstrukturen verkrusten, der Rechtsstaat erodieren, der öffentliche Diskurs vergiftet - so wie wir es seit Jahren erleben.
 
Die staatlichen oder von der öffentlichen Hand ernährten Verteidiger der offiziellen 9/11-Theorie, also die aggressiven Denunzianten alternativer Erklärungsansätze, wie Butter und Co. sind imo gleichfalls überzeugt, der Demokratie einen Dienst zu erweisen, indem sie das anscheinend Destruktive kritischer Fragen und Zweifel mit allen propagandistischen Mitteln unterdrücken, lächerlich machen, stigmatisieren.

Denn einsichtig sollte sein: Wir wissen nicht, welche Folgen eine Wahrheit über 9/11 oder andere staatsterroristischen Verbrechen für die Stabilität des jeweiligen Staates oder Systems wirklich hätte. Nicht nur aus der Perspektive der sog. nationalen Sicherheit wäre ein "Zugeben", daß der Angriff auf WTC und Pentagon mit Wissen und auf Befehl der eigenen Regierung erfolgte, ohne historisches Beispiel. Auch international käme das Eingeständnis, Afghanistan oder den Irak ohne jede "moralische" Rechtfertigung (abgesehen von völkerrechtlicher) angegriffen zu haben, einem gewaltigen Legitimations- und damit Machtverlust gleich.

Die Politik hinter "Aufklärern" wie Butter kann also u.U. ebenso hehre Motive haben (oder sie sich zumindest einreden), wenn sie "Verschwörungstheoretiker" pathologisieren oder als verwirrte Globalisierungsopfer abqualifizieren. Sie schätzen mglw. die Folgen, wenn "die Wahrheit ans Licht käme", als unkalkulierbar ein und fürchten sie deshalb. Die Nichtaufklärung der Anschläge war erfolgreich, das Leben geht weiter. Der Schutz von Demokratie und Gesellschaft rechtfertigt die Lüge, auf die man sich geeinigt hat.

Um es aber klar zu sagen: Bei allem "Verständnis" für die machtpolitische Perspektive, stehe ich natürlich auf Ihrer Seite; Kapitalverbrechen müssen in jedem Falle aufgeklärt werden, Staatsterror (auch simulierter mit Präventionsabsichten) darf kein Instrument von Herrschaftspolitik sein, der Rechtsstaat muß auch und erst recht für Behördenhandeln gelten, ein angebliches Staatswohlinteresse, das sich ein immer weiter wucherndes eigenes Recht schafft, zerstört das Rechtssystem und die Grundlagen eines demokratischen Staates.

Es ist zwar eine legitime These, dass Hr. Butter und Co. wirklich glauben, sie dienen der Demokratie.  Es ist aber nur eine These, und sie lässt sich aus meiner Sicht, nicht bekräften. Das Verhalten dieser Personen und ihre Aussagen geben keinen Anlass für diese These. Im Gegenteil, ein Demokrat würde versuchen das Gespräch mit Kritikern zu suchen. Die Arroganz dieser Personen deutet eher, dass sie weder der Wahrheit, der Gerechtigkeit, dem Rechtsstaat noch der Demokratie sich verpflichtet fühlen, sondern ausschließlich ihre eigenen Interessen (Karriere, Geld) vertreten, auch wenn sie dafür täuschen und diffamieren müssen.
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#4
(21.03.2021, 18:35)Elias Davidsson schrieb: Es ist zwar eine legitime These, dass Hr. Butter und Co. wirklich glauben, sie dienen der Demokratie.  Es ist aber nur eine These, und sie lässt sich aus meiner Sicht, nicht bekräften. Das Verhalten dieser Personen und ihre Aussagen geben keinen Anlass für diese These. Im Gegenteil, ein Demokrat würde versuchen das Gespräch mit Kritikern zu suchen. Die Arroganz dieser Personen deutet eher, dass sie weder der Wahrheit, der Gerechtigkeit, dem Rechtsstaat noch der Demokratie sich verpflichtet fühlen, sondern ausschließlich ihre eigenen Interessen (Karriere, Geld) vertreten, auch wenn sie dafür täuschen und diffamieren müssen.

Für mich ist es etwas mehr als eine These, nämlich die Erfahrung mit nahestehenden Menschen, also langjähriges Erleben von Denk- und Verhaltensmechanismen, die zu der von uns erlebten "Arroganz der Macht" führen.

Sicher trifft es zu, daß jemand, der in Lohn und Brot des Staates steht bzw. von Steuermitteln und Abgaben lebt, bei der Diffamierung von "Verschwörungstheoretikern" auch eigene Interessen im Blick hat, aber eben oft nicht vordergründig, sondern diese Art Loyalität wird als selbstverständlich und als notwendig empfunden, um nicht selbst einer Ächtung zum Opfer zu fallen. Loyalität gegenüber dem Staat, dem System oder der Demokratie wird dabei als synonym gesehen.

Deshalb beschreibe ich das, nicht um jemanden zu überzeugen oder zu verwirren, sondern zu ermuntern, das Paradoxon in Betracht zu ziehen, daß sich mit den "Verschwörungstheoretikern" und staatsnahen "Aufklärern" zwei Gruppen gegenüberstehen, die vermeintlich dasselbe Ziel verfolgen (eine gefährdete Demokratie zu schützen) und sich gegenseitig vorwerfen, diese Demokratie zu beschädigen.

Daß dieser Kampf ungleich ist und von Seiten der Herrschenden unfair und brutal geführt wird, ist offensichtlich. Aber wenn wir uns erfolgreich wehren wollen, dann sollten wir verstehen, was diese Propagandisten umtreibt und es wäre imo ein Fehler, sie auf das Stereotyp geldgieriger Karrieristen zu reduzieren.

Übrigens: Gerade Sie als Terrorismusforscher, der sich mit der Psychologie der Mächtigen und ihrer Kriegsführung vertraut gemacht hat, könnten die Propagandahetze von Butter, Hepfer und anderer in der Sache fundiert widerlegen und auch psychologisch dekonstruieren, da sehe ich keine Schwierigkeit. Es bleibt natürlich ein Flüstern gegen das ewige Brüllen der Lügen und Verdrehungen.
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#5
Herr Davidsson schrieb: Meine letzte Frage an Prof. Hepfer war: "Ist nach Ihrer Auffassung die Behauptung, dass Al-Qaeda bzw. Osama bin Laden hinter den Anschlägen des 9/11 stecken, eine Verschwörungstheorie, die von den USA und ihren Alliierten verbreitet werden?"
Er wollte diese Frage nicht antworten. Stattdessen schrieb er: "Sofern Sie eine weitere Beratung wünschen, bitte ich um eine Rechnungsanschrift; der (reduzierte) Stundensatz liegt bei 350 Euro zzgl. MwSt + Spesen (Vorkasse). Einen umfangreicheres Choaching [sic] in Logik und Argumentation kann ich Ihnen, sollten Sie sich zeitnah dafuer entscheiden, leider frühestens für die zweite Jahreshälfte in Aussicht stellen."


Darf ich das ins Gelbe Forum stellen, um ein weiteres Beispiel  für die widerliche Geschäftemacherei der "Gutmenschen" ein wenig öffentlicher zu machen?

Der "Geldsack" bezeichnet einen Tagessatz von 2.800 € als reduziert!
Das haben viele Leute nicht einmal im Monat!  Angry

mfG
nereus
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#6
Ist mir gerade hier so ein Thema sprichwörtliche unterm Hintern weggelöscht worden?

Danisch und die Staatssekretäre welche die eigentlichen Ausführung der Macht und dazu ein russischer Schriftsteller   ...

Ja  "was zum Teufel" ...
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#7
(10.02.2022, 16:20)Hallo schrieb: Ist mir gerade hier so ein Thema sprichwörtliche unterm Hintern weggelöscht worden?

Danisch und die Staatssekretäre welche die eigentlichen Ausführung der Macht und dazu ein russischer Schriftsteller   ...

Ja  "was zum Teufel" ...

Das Mod-Protokoll sagt: warste selber
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