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Prozess in Magdeburg
#1
https://www.mdr.de/sachsen-anhalt/halle/...g-100.html

Dritter Prozesstag in Magdeburg: Anwälte der Nebenklage haben das Wort

Stand: 28. Juli 2020, 06:37 Uhr

Am dritten Prozesstag zum Anschlag befragen zunächst erneut die Anwälte der Nebenkläger den Angeklagten. Anschließend will das Gericht die sozialen Hintergründe des Attentäters weiter beleuchten.

In der Verhandlung nach dem Anschlag von Halle steht am Dienstag der dritte Prozesstag an. Beginn am Landgericht Magdeburg ist auch diesmal um 10 Uhr. Die Bundesanwaltschaft wirft dem 28-Jährigen in ihrer 121-seitigen Anklageschrift 13 Straftaten vor, darunter Mord und versuchten Mord. Unter den 45 Nebenklägern sind Besucher der Synagoge, Hinterbliebene und Polizisten. Zunächst soll die Befragung des Angeklagten durch die Anwältinnen und Anwälte der Nebenklage fortgesetzt werden.
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Die Zahl der Nebenkläger war am Montag dieser Woche noch einmal um zwei auf 45 gestiegen. Wie das Oberlandesgericht Naumburg mitteilte, ist auch ein Ehepaar zugelassen worden, das zum Zeitpunkt des Anschlags in der halleschen Synagoge war.
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Später am Dienstag sollen unter anderem Ermittler zu Wort kommen, die das Video des Täters analysiert haben. Außerdem sind verschiedene Zeugen aus dem persönlichen Umfeld des Angeklagten vorgeladen. Von ihrer Befragung erhofft sich das Gericht weitere Einblicke in die Sozialisierung des Angeklagten.
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https://www.volksstimme.de/sachsen-anhal...cker-tag-3

Der Terror-Prozess im Liveticker: Tag 3
3. Prozesstag 28.07.2020


Prozesstag beendet
16:53
28.07.2020
 
Richterin Ursula Mertens schließt die Sitzung für heute. Die Verhandlung wird am Mittwoch ab 10 Uhr fortgesetzt. 
Anja Guse



16:52
28.07.2020
 
Hauptkommissar D. wird als Zeuge entlassen.
Anja Guse


Schwert als Symbol
16:50
28.07.2020
 
Das Schwert hatte B. nicht als Kampfmittel dabei, sondern als Symbol, so Hauptkommissar D. 
Anja Guse



16:48
28.07.2020
 
Mit den Granaten wollte B. die Menschen desorientieren und schocken, um sie dann zu töten, so D. 
Anja Guse


Abbildung zeigt Granaten
16:44
28.07.2020
 
Es wird ein Bild gezeigt. Darauf sind verschiedene Granaten abgebildet, die B. selbst gebaut hatte. Unter anderem sind Schrapnell-Granaten dabei, die er aus Mandarinen-Dosen baute, so D. 
Anja Guse


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Aussagen aus den Vernehmungen
16:37
28.07.2020
 
Nicht alle Daten auf dem Rechner von B. konnten ausgewertet werden. B. hatte unter anderem kurz vor seiner Tat zwei Löschprogramme durchlaufen lassen. Hinweise auf andere Nutzer des Rechners gab es nicht, so D. 
Anja Guse


16:33
28.07.2020
 
Ein Anwalt will wissen, wie sich B. zur Situation im Döner-Imbiss äußerte. Ein Mann stand im Türrahmen und konnte fliehen. Ein weiterer Mann mit weißen Haaren saß im linken Bereich. In seiner Vernehmung gab B. an, er habe den Mann "als Moslem identifiziert". Er wollte die Person erschießen, aber diese sei geflüchtet. Zudem hatte B. Störungen an seiner Waffe, so D. 
Anja Guse


16:30
28.07.2020
 
Mit seiner Mutter soll B. hauptsächlich auf Deutsch, aber manchmal auch in Englisch gesprochen haben. 
Anja Guse


16:25
28.07.2020 
Zwei Monate vor der Tat legte sich B. für seine Tat einen Account beim Live-Streaming-Videoportal Twitch an, so Hauptkommissar D. 
Anja Guse


16:19
28.07.2020
 
B. erklärte in seinen Vernehmungen mehrfach, dass er in Foren aktiv war. Im Internet konnte er sich ausleben und seine Meinung vertreten, in Deutschland gebe es dagegen keine echte Redefreiheit. Mehrfach sei B. der Zugang zu verschiedenen Foren gesperrt worden, so D. 
Anja Guse


16:16
28.07.2020
 
Eine Anwältin will wissen, warum B. in der Vernehmung auf "Atomwaffen Division" angesprochen wurde. Dabei handelt es sich um eine rechtsextreme Gruppe. D. erklärt, weil dazu etwas auf seinem Rechner gefunden worden war. B. bezweifelte in der Vernehmung die Echtheit der Gruppe.
Anja Guse


16:14
28.07.2020
 
B. machte verwirrende Angaben zu seiner Flucht. Teilweise habe B. nicht mehr genau gewusst, wo er lang gefahren ist, so D. 
Anja Guse


16:11
28.07.2020
 
Es geht um die Pausen während der Vernehmungen: Einmal soll B. nicht einmal seine halbe Stunde Mittagspause genutzt haben. Hauptkommissar D. sagt, man habe das Gefühl gehabt, B. wolle reden. 
Anja Guse


16:10
28.07.2020
 
B. lächelte in seinen Vernehmungen nicht nur, sondern lachte auch laut, wenn er etwas besonders witzig fand, so D.
Anja Guse


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16:07
28.07.2020
 
B. hatte mehrere E-Mail-Accounts, die er für verschiedene Zwecke nutzte, beispielsweise für Einkäufe bei Ebay. 

Allerdings konnten von den alten Accounts keine Inhalte mehr gesichert werden, so D. 
Anja Guse



16:06
28.07.2020
 
B. schaute sich auch Videos mit Bezug zum IS an, so Hauptkommissar D.
Anja Guse


16:03
28.07.2020
 
Bei der Überprüfung seines Rechners habe man einige Seiten mit dem Webbrowser Firefox wiederherstellen können. Allerdings sei nicht immer klar, welche Inhalte B. genau auf diesen Seiten angesteuert hatte, so D.
Anja Guse


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Aussagen aus den Vernehmungen
16:00
28.07.2020
 
Kurz vor seiner Festnahme hatte B. keine Waffe mehr, sonst hätte er weiter gekämpft, sagte er in einer Vernehmung aus. 
Anja Guse


15:57
28.07.2020
 
B. schoss auf zwei Handwerker, weil er dachte, es seien Muslime. Er zeigte sich in der Vernehmung verwundert darüber, dass er diese "nicht wenigstens einen verletzt hatte", so Hauptkommissar D. Beim Betrachten der Videos habe sich B. sehr enttäuscht darüber gezeigt. 
Anja Guse


15:54
28.07.2020
 
B. sagte in einer Vernehmung aus, dass er zu keiner Demonstration von Rechten gegangen sei und sich keiner Gruppe von Rechtsextremen angeschlossen habe. Der Polizei liege auch kein Hinweis dazu vor, berichtet D. 
Anja Guse


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Pause beendet
15:39
28.07.2020
 
Die Verhandlung wird fortgesetzt. Hauptkommissar D. berichtet weiterhin aus den Vernehmungen.
Anja Guse


Zwischenfazit 3. Prozesstag
15:39
28.07.2020
 
Im Prozess zum rechtsterroristischen Anschlag in Halle haben mehrere Anwälte der Nebenklage Zweifel geäußert an der Darstellung des Angeklagten, sich ohne Wissen seines Umfelds radikalisiert zu haben. Mehrere Juristen der Nebenklage zitierten am Dienstag ehemalige Mitschüler und Bekannte, die dem Angeklagten rassistische Äußerungen zuschrieben. Eine Anwältin verlas am dritten Prozesstag ein Zitat der Schwester des Beschuldigten. Diese sagte demnach, dass der Angeklagte Ausländer und besonders Juden hasse. Bisher hatte der Beschuldigte stets angegeben, seine Überzeugungen für sich behalten zu haben, auch weil man seiner Meinung nach in Deutschland nicht frei darüber sprechen könne.

In einer Stellungnahme verurteilte eine weitere Anwältin der Nebenklage die antisemitischen, rassistischen und sexistischen Aussagen des Angeklagten, die man nicht unkommentiert stehen lassen dürfe. Der Mann habe vielleicht keine Unterstützer im strafrechtlichen Sinne gehabt, wohl aber einen Resonanzraum – das Internet – in denen er hoffte Nachahmer zu finden.

Der Prozess gegen den Sachsen-Anhalter Stephan B. vor dem Oberlandesgericht Naumburg läuft seit vergangenem Dienstag. Wegen des großen öffentlichen Interesses und aus Sicherheitsgründen erfolgt die Verhandlung im größten Verhandlungssaal Sachsen-Anhalts im Landgericht Magdeburg. Die Bundesanwaltschaft wirft Balliet 13 Straftaten vor, darunter Mord und versuchten Mord.

Der 28 Jahre alte Angeklagte hatte vorige Woche eingeräumt, am 9. Oktober 2019 schwer bewaffnet versucht zu haben, in der Synagoge von Halle ein Massaker anzurichten. In dem Gotteshaus feierten zu dem Zeitpunkt 52 Menschen den höchsten jüdischen Feiertag Jom Kippur. Nachdem er nicht in die Synagoge gelangt war, erschoss er eine zufällig vorbeikommende 40 Jahre alte Passantin und später einen 20-Jährigen in einem Dönerimbiss.

Das Gericht verlas am Dienstag auch einen Brief, den die Mutter des Angeklagten vor einem Selbstmordversuch an ihre Tochter geschrieben haben soll. Darin gibt sie der Gesellschaft und dem Staat die Schuld an der Tat ihres Sohnes und äußert ähnliche antisemitische Verschwörungstheorien, wie ihr Sohn vor Gericht. Der Angeklagte hatte stets beteuert, dass seine Familie nichts mit der Tat zu tun habe und auch nichts von seinen Plänen gewusst habe. Bei der Verlesung des Briefes starrte der Beschuldigte, der bei Befragungen sonst oft lächelt und lacht, still auf den Tisch vor sich und verschränkte die Arme. Die Eltern des Mannes werden am Mittwoch vor Gericht erwartet, wollen dem Vernehmen nach aber nicht aussagen.

Neben den Anwälten der Nebenklage wandte sich auch ein Betroffener selbst an B. Der US-Amerikaner Ezra Waxman, der während des Anschlags in der Synagoge in Halle war und als Nebenkläger auftritt, stellte dem Beschuldigten am Dienstag mehrere Fragen. Waxman konfrontierte den Angeklagten mit den antisemitischen Vorurteilen, die der 28-Jährige immer wieder vor Gericht ausbreitete.

Waxman wollte wissen, wie diese Klischees auf ihn persönlich zutreffen würden. Der Angeklagte Stephan B. antwortete, es handele sich eher um generelle, gesellschaftliche Eigenschaften von Juden. Waxman unterbrach den Angeklagten: "Ich frage Sie aber nicht generell, ich frage Sie über mich". Außerdem fragte der Amerikaner, ob der Angeklagte seine Anschlagspläne auch umgesetzt hätte, wenn er Kinder oder eine Freundin gehabt hätte. Es wäre unwahrscheinlicher gewesen, antwortete der Angeklagte. (dpa)
Gert Glowinski

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Pause
14:46
28.07.2020
 
Im Gerichtssaal ist es sehr stickig. Um ausreichend frische Luft hereinzulassen, unterbricht Richterin Mertens den Prozesstag um 45 Minuten. 
Anja Guse

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Aussagen aus den Vernehmungen
14:40
28.07.2020
 
Während der Flucht stand B. unter Stress. Er wusste nicht mehr genau, wo er war. Er dachte, er sei nur geradeaus gefahren, erklärt Hauptkommissar D. An die Kollision mit einem schwarzhäutigen Mann konnte er sich nicht mehr richtig erinnern. Auf die Frage der Polizei, warum er den Mann nicht erschossen hat, erklärte B. in seiner Vernehmung, dass er einfach nur im Fluchtmodus war. "Er hatte scheinbar nicht die Fähigkeit, zu seinem Tatentschluss zurückzukehren", so D. 
Anja Guse


14:34
28.07.2020
 
Hauptkommissar D. berichtet, dass B. in den Vernehmungen vermeintliche Fehler eingestand. So sei es aus Sicht von B. ein Fehler gewesen, im Auto nach einem Feuerzeug zu suchen. In dieser Situation wurde er von einem Polizisten am Hals getroffen. Ein Fehler sei es deshalb gewesen, weil B. mehrere Feuerzeuge in seinen Taschen hatte. "Das hatte er in diesem Moment einfach vergessen", habe B. ausgesagt.
Anja Guse


14:31
28.07.2020
 
Doch erst als B. am Tag der Tat das Haus seines Vaters verlassen und den Schlüssel weggeworfen hatte, stand für B. endgültig fest, seinen Plan durchzuziehen, so Hauptkommissar D. 
Anja Guse


14:23
28.07.2020
 
Laut Hauptkommissar D. gab es drei Ereignisse in B.s Leben, die zur Tat geführt haben. 
1. 2013: als B. eine Bauchoperation (Magendurchbruch) hatte und "dem Tode näher war als dem Leben." B. sei von der Gesellschaft und den Ärzten enttäuscht gewesen. Er brauchte etwa ein Jahr, um zu genesen und hatte kaum gesellschaftlichen Kontakt.
2. 2015 erlebte B. mit der Flüchtlingskrise eine Zäsur. Zu diesem Zeitpunkt habe B. beschlossen, sich zu bewaffnen. B. fing an, Waffen selbst zu bauen.
3. 2019: Der Terroranschlag auf zwei Moscheen in Christchurch am 15. März wurde zu B.s Vorbild. Das Attentat zeigt ihm, was man tun könnte.
Anja Guse


14:12
28.07.2020
 
"Feind am Boden, nochmal drauf" - so erklärte B. in einer Vernehmung, warum er nochmals auf die bereits leblose Passantin L. schoss, berichtet der Hauptkommissar. Stephan B. wollte auf keinen Fall davon überrascht werden, dass ein "Feind" wieder aufsteht.
Anja Guse


14:09
28.07.2020
 
B. wollte nicht von einem Polizisten getötet werden, gab er in einer Vernehmung an, so der Hauptkommissar.
Anja Guse


14:07
28.07.2020
 
B. wollte unter anderem mit Brandsätzen die Menschen aus der Synagoge locken, um sie dann draußen zu töten. 
Anja Guse


14:05
28.07.2020
 
B. gab in einer Vernehmung an, dass er in einem Kampfmodus gewesen sei. Er hätte auch Polizisten getötet, wenn diese ihn gestört hätten, berichtet Zeuge D. 
Anja Guse

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Die Vernehmungen
14:00
28.07.2020
 
Die Ausspähfahrten soll B. unter anderem mit dem Wagen seiner Mutter unternommen haben. Im Umfeld der Synagoge testete B. beispielsweise den Internetempfang, berichtet Hauptkommissar D. aus einer Vernehmung. 
Anja Guse


13:56
28.07.2020
 
B. gab in einer Vernehmung an, dass er sich bewusst für den jüdischen Feiertag Jom Kippur als Tattag entschieden hat, berichtet Hauptkommissar D. 
Anja Guse


13:52
28.07.2020
 
Hauptkommissar D. berichtet, dass das Manifest mit einem Witz beginnen sollte. Das habe B. in seiner Vernehmung erklärt. 
Anja Guse


Erste Vernehmung von B.
13:45
28.07.2020
 
Hauptkommissar D. berichtet von seinem ersten Treffen mit dem Angeklagten B. am 22. November 2019 und der ersten Vernehmung. Stephan B. sei zunächst etwas verschlossen, aber kooperativ gewesen. In der Vernehmung ging es unter anderem um das Manifest.
Anja Guse


Hauptkommissar als Zeuge
13:41
28.07.2020
 
Hauptkommissar D. hat den Angeklagten mehrfach vernommen und wird nun als Zeuge gehört.
Anja Guse


Erklärung einer Anwältin
13:36
28.07.2020
 
Eine Anwältin jüdischer Nebenkläger trägt eine Erklärung vor. Sie sagt unter anderem, dass die Äußerungen von B. für sie nur schwer auszuhalten seien. Sie seien tief davon überzeugt, dass der Angeklagte ein Antisemit und Rassist ist.
Anja Guse


Krankenhaus-Aufenthalt
13:32
28.07.2020
 
B. wird zu Aufenthalten im Krankenhaus befragt, unter anderem zu zwei Operationen. Er will sich dazu im Detail nicht äußern. 
Anja Guse


Abschiedsbrief
13:23
28.07.2020
 
Der Abschiedsbrief der Mutter wird vorgelesen. Sie nimmt ihren Sohn in Schutz und erklärt: "Ich hasse diese Welt." Richterin Mertens stellt fragend fest, dass das Thema Juden auch B.s Mutter umtreibe. Er verneint das. 
Anja Guse


13:18
28.07.2020
 
Richterin Ursula Mertens in Richtung B., Kampf bedeute Kampf zwischen Ebenbürtigen und nicht ein Angriff mit Heimtücke. "Gekämpft haben Sie nicht, Sie haben sich bis dahin im Kinderzimmer versteckt."
Anja Guse


13:16
28.07.2020
 
Ein Nebenkläger fragt B., ob ein erfolgreicher Suizid der Mutter von B. ein akzeptabler Kollateralschaden wäre. B. sagt: "Nein."
Anja Guse


13:09
28.07.2020
 
B. sagt, die BRD sei schwach. Ein Zeichen dafür sei der Zuzug. 
Anja Guse


13:06
28.07.2020
 
B. bekräftigt noch einmal seinen Hass vor allem gegen Juden und Muslime. 

"Andere Minderheiten dürfen existieren, solange sie die Weißen nicht stören."
Anja Guse


Fortsetzung
13:01
28.07.2020
 
Die Verhandlung wird fortgesetzt. 
Anja Guse


12:26
28.07.2020
 
Star Trek ist immer wieder Thema in der Verhandlung. 

B. sagt: "Ich hasse Star Trek." 
Star Trek sei ein "multikulturelles, schwules, jüdisches Space-Imperium." 

Richterin Ursula Mertens fragt ihn, ob er wusste, dass bei Star Trek ein Vorläufer des 3D-Druckers gezeigt wurde. 

Daraufhin B., das habe aber nicht richtig funktioniert. 
Mertens: "Ja, das war bei Ihnen auch so." 
Gelächter im Saal.  
Anja Guse


Pause
12:07
28.07.2020
 
Die Verhandlung wird um 13 Uhr fortgesetzt. 
Anja Guse


12:03
28.07.2020
 
"Würden Sie sagen, Sie sind ein Nazi?" B. überlegt und sagt: "Kein Kommentar."
"Würden Sie sagen, Sie sind ein Faschist?" 

Ebenfalls kein Kommentar.
Und ein Antisemit? 

B. grinst und sagt: "Das stimmt."
Anja Guse


12:00
28.07.2020
 
Die erste Frage, die B. seinen Verteidiger Hans-Dieter Weber stellte, war: "Sind Sie Jude?" 

Ein Anwalt will wissen, warum er das gefragt hatte. 
Antwort von B.: "Weil ich auf keinen Fall einen Juden als Verteidiger haben will."
Anja Guse


11:54
28.07.2020
 
Richterin Ursula Mertens wendet sich an die Anwälte. 

Sie will ihnen nicht das Fragerecht entziehen, aber bittet doch darum, zu überlegen, welche Fragen noch notwendig sind. 
B. habe genug Möglichkeiten gehabt, seine Ideologien vorzutragen, die "schwer erträglich sind". 
Anja Guse


11:49
28.07.2020
 
Frage an B.: Wann haben Sie angefangen, sich als Krieger zu definieren?
B.: "Ein richtiger Krieger bin ich nicht. Das haben sie ja gesehen. "
Anja Guse


11:47
28.07.2020
 
B. wird zu seiner Lebenssituation bei seinen Eltern befragt. 

Er sagt, sie hätten sich kaum unterhalten. Einmal soll die Mutter ihm angedroht haben, ihn rauszuwerfen.
Anja Guse


11:40
28.07.2020
 
B. wird gefragt, ob er sich für Kinderpornografie interessiert. 

Er verneint das. 
Er wird gefragt, warum er im Darknet eine Seite besuchte, die unter anderem auch zu kinderpornografische Inhalte führte. 
Er sagt: "Ich habe nach politischen Foren gesucht."
Anja Guse


11:25
28.07.2020
 
B. habe in seiner Vernehmung ausgesagt, er habe Bücher seiner Feinde gelesen. 

Er wird gefragt, welche Bücher das sind. 
"Der Koran", sagt er. Weitere Bücher will er nicht nennen. 
Anja Guse


11:23
28.07.2020
 
B. sagt aus, er würde insbesondere vor seinen Feinden keine Gefühle zeigen wollen. 

Er wird gefragt, warum er dann lache. 
Das sei ein Widerspruch. B. sieht das nicht so.
Anja Guse


11:19
28.07.2020
 
B. sagt aus, er habe nicht gewusst, wer genau in der Synagoge ist, aber er ging davon aus, dass es Juden sind. 

Die gehörten dazu. 
Anja Guse


11:11
28.07.2020
 
B. wird gefragt, warum er beim Verlassen des Hauses die Schlüssel weggeworfen habe. 

Er sagt, er wusste, er komme nicht wieder zurück zu seiner Familie. 
Er habe gedacht: "Entweder werde ich erschossen oder ich kämpfe weiter. Dann gehe ich auch nicht zurück zu meiner Familie."
Anja Guse


11:06
28.07.2020
 
B. wird zu verschiedenen Personen befragt, mit denen er unter anderem in Briefkontakt gestanden habe. 

Er verweigert dazu die Aussage.
Anja Guse


10:58
28.07.2020
 
Der Angeklagte Stephan B. wird zu seiner Familie befragt. 
Anja Guse


10:56
28.07.2020
 
Anwalt befragt B. zu seinem Fluchtversuch aus der JVA. 

"Ich bin über einen Zaun geklettert." Er wird zu seinem Motiv befragt. 
B. sagt: "Ich denke mal rauskommen. Sonst wäre es kein Fluchtversuch, sondern Sport."
Anja Guse


10:53
28.07.2020
 
Stephan B.: "Ich sehe mich nicht als verrückt."
Anja Guse


10:39
28.07.2020
 
B. wird zu verschiedenen Computer-Spielen und Internetseiten befragt. 
Anja Guse


10:37
28.07.2020
 
B. wird zu seinem Computer befragt, der in seinem Zimmer stand. 
Anja Guse


10:33
28.07.2020
 
Frage an B.: "Haben Sie sich Gewaltvideos angeschaut in Ihrer Freizeit?"
Antwort: "Unwichtige Frage."
Anja Guse


10:32
28.07.2020
 
Stephan B. wird zu einer Geburtstagsfeier vor wenigen Jahren befragt. 

Dabei sei es zu einem Streit gekommen, bei dem auch ein Messer im Spiel gewesen sei. 
B. erklärt, er könne sich nicht daran erinnern.
Anja Guse


10:28
28.07.2020
 
Der Angeklagte wird befragt, ob er seine Ansichten mit anderen in seinem Umfeld besprochen hat. 

"Nein, sicher nicht", antwortet er. 
Er habe mit seiner Familie nicht über Politik gesprochen, sonst wäre die Stimmung "in den Keller" gesunken. 
Er habe mit niemandem politische Diskussionen geführt. 
Anja Guse


10:24
28.07.2020
 
Frage an den Angeklagten: "Hätten Sie auch Kinder erschossen?"
Stephan B.: "Damit meine Kinder es in Zukunft nicht machen müssen, ja."
Anja Guse


10:22
28.07.2020
 
Er hätte keinen Unterschied zwischen Mann und Frau gemacht. 

Stephan B. sagt: "Sie wollten Gleichberechtigung."
Anja Guse


10:20
28.07.2020
 
Der Angeklagte wird gefragt, ob es sein Ziel war, alle Menschen in der Synagoge zu ermorden. 

Er antwortet: "Ich denke, das hätte nicht geklappt."
Anja Guse


10:18
28.07.2020
 
Stephan B. : "Noch sind meine Feindbilder nicht besiegt." 
Anja Guse


10:16
28.07.2020
 
Stephan B. erklärt, er habe erst im Nachhinein vom Suizid-Versuch seiner Mutter erfahren. 
Anja Guse


10:14
28.07.2020
 
Stephan B. betitelt sich selber als "eher unsozialer Mensch". 
Anja Guse


10:13
28.07.2020
 
Der Angeklagte wird gefragt, ob er in der Schule gemobbt wurde. 

Er verneint es.
Anja Guse


10:12
28.07.2020
 
Stephan B. wird gefragt, ob er Vorbilder hatte. 

Er lacht und sagt: "Nein."
Anja Guse


10:06
28.07.2020
 
Stephan B. wird von einem Rechtsanwalt zur Situation befragt, als er eine Rauchgranate werfen wollte. 

Er sagt: "Ich habe sie nicht geworfen." Mehr wolle er dazu nicht sagen.
Anja Guse


10:02
28.07.2020
 
Stephan B. werden die Handschellen abgenommen. 
Anja Guse


10:00
28.07.2020
 
Der Senat betritt den Saal.
Anja Guse


09:55
28.07.2020
 
Noch trägt Stephan B. Handschellen. 
Anja Guse


09:52
28.07.2020
 
Der Angeklagte wird in den Gerichtssaal geführt.
Anja Guse


09:48
28.07.2020
 
In wenigen Minuten beginnt der dritte Verhandlungstag. 
Anja Guse
Antworten
#2
3. Prozeßtag (MZ-Liveticker)

(farbige Hervorhebungen von mir)

16.50 Uhr: Nebenklageanwalt fordert Experten zu „Imageboards“ im Internet
Es geht weiterhin um die Internetnutzung des angeklagten Attentäters: Ein Opferanwalt will einen Experten zu sogenannten „Imageboards“ vor Gericht hören. Diese spezielle Art von Internetforum hatte B. häufig besucht. „Diese technische Seite ist bisher unterbelichtet“, mahnt der Anwalt. Eine zentrale Frage aus seiner Sicht: Wieso bekam Stephan B. eine rund 1.000 Euro hohe Spende aus dem Umfeld des Imageboards „8chan“? Das hatte der Angeklagte in den vergangenen Tagen selbst erklärt. Die Spende soll von einem „8chan“-Moderator gekommen sein. Der Nebenklage-Anwalt will Hintergründe und Motivation der Transaktion beleuchten.

16.36 Uhr: Attentäter legte für den Anschlag ein eigenes Konto zur Videoübertragung an
Der Synagogen-Attentäter Stephan B. hat eigens für den Anschlag ein Konto beim Video-Anbieter „Twitch“ geschaffen. Das sagt der BKA-Ermittler im Zeugenstand auf Nachfrage der Nebenklage. Twitch wird vornehmlich von Computerspielern genutzt, um Publikum das Zusehen beim Spielen zu ermöglichen. Auf B.s Twitch-Kanal erschien am Tattag das Livevideo des Anschlags. Es ist eine gute halbe Stunde lang und zeigt seinen gescheiterten Anschlagsversuch, die zwei Morde im halleschen Stadtgebiet und Teile seiner Flucht vor der Polizei.

16.30 Uhr: Internetforen und Imageboards: Wie auffällig bewegte sich B. im Netz?
Jetzt geht es intensiv um die Internetnutzung des Halle-Attentäters. Eine Nebenklägerin will von dem BKA-Mann wissen, ob B. Internetforen und Imageboards nur zum Lesen besuchte – oder ob er auch selbst aktiv war. „Er hat einiges gepostet“, sagt der Ermittler. Unter den hochgeladenen Beiträgen des späteren Attentäters seien auch sogenannte „shit-posts“ gewesen – also Unsinn, den man im Internet ausleben kann, ohne sich rechtfertigen zu müssen.
Bereits aus den ersten Prozesstagen ist bekannt, dass B. auf dem Imageboard „8chan“ unterwegs war – dort wurden unter anderem gewaltverherrlichende und extremistische Inhalte veröffentlicht. Offenbar fiel der spätere Attentäter einigen Administratoren im Internet unangenehm auf. „Er sagte, ihm wurde auch mehrfach schon der Zugang gesperrt“, sagt der BKA-Mann. „Er wurde gebannt.“

16.19 Uhr: Stephan B. wollte Festplatten löschen
Der BKA-Mitarbeiter schildert, dass B. vor dem Anschlag versuchte, seine Festplatten zu bereinigen. „Er hat vor der Tat zwei Löschprogramme durchlaufen lassen“, so der Ermittler. „Das hat er wohl auch in den Vortagen schon gemacht, sodass wir nicht mehr den kompletten Datenbestand auswerten konnten.“

16.17 Uhr: Die Festplatte des Angeklagten: Gewaltvideos und IS-Propaganda
Nun berichtet der BKA-Experten über die Auswertung des sichergestellten Computers. Darauf fanden die Ermittler eine wilde Mischung aus Gewaltvideos, IS-Propaganda und Material zum Christchurch-Attentat. Polizisten hätten die sichergestellten Gewaltvideos intensiv ausgewertet, so der BKA-Mann. Und: „Er hat in seiner Vernehmung angegeben, dass er alles zu Christchurch auf seinem Computer gespeichert hat.“ Das Attentat in Neuseeland hatte Stephan B. offenbar zu seinen Gewalttaten angestachelt. Auf B.s Rechner habe das BKA allerdings keine Hinweise auf rechtsextreme Internetseiten gefunden, auch kein Videomaterial aus dem Bereich Rechtsterror. Aber: „IS-Videos waren auf jeden Fall dabei.“ Demnach hatte Stephan B. mehrere Propagandafilme der Islamisten auf der Festplatte.

16.01 Uhr: Hatte Angeklagter Kontakt zur örtlichen Neonazi-Szene?
Der BKA-Beamte erklärt, dass Stephan B. aus Sicht der Behörden nicht in rechtsextreme Strukturen eingebunden war. Das habe auch der Verfassungsschutz bestätigt. Zwar habe es in der Heimatregion des Attentäters, in Benndorf bei Eisleben, durchaus bekannte rechte Akteure gegeben. Kontakt zur Szene soll der Angeklagte aber nicht gehabt haben. Laut dem BKA-Mann im Zeugenstand war Stephan B. auch nicht vorbestraft.

15.56 Uhr: Zeugenbefragung geht weiter
Nach der Pause geht die Befragung des BKA-Manns weiter. Es geht um eine Liste von Stephan B., auf der auch mehrere Orte, die im Harz liegen, aufgeführt waren. „Die hat er sich für seine Flucht notiert“, so der Beamte. „Er wollte, wenn möglich, in den Harz fliehen, eine menschenarme Gegend und sich dort im Wald verstecken. Dort wollte er auch einen zweiten Film seiner Tat hochladen.“

15.20 Uhr: Nebenklägerin spricht über Familie von Stephan B.
In der Pause äußerte sich Rechtsanwältin Kati Lang gegenüber der Mitteldeutschen Zeitung zum Abschiedsbrief der Mutter des Attentäters, den diese an ihre Tochter – die Halbschwester von Stephan B. – schrieb. „Der Brief lässt aus unserer Sicht darauf schließen, dass es auch im familiären Kontext antisemitische Denkstrukturen gab“, so Lang, die drei Opfer aus der Synagoge vertritt.

14.48 Uhr: Zeuge berichtet über Details des 9. Oktober in Halle
Der BKA-Beamte wird nun zu weiteren Details der Vernehmung von Stephan B. befragt. Der Schusswechsel mit der Polizei, seine Flucht und die Situation in Wiedersdorf (Saalekreis). Nun wird die Verhandlung noch einmal für 45 Minuten bis 15.30 Uhr unterbrochen.

14.29 Uhr: Drei Ereignisse führten B. zum Anschlag
Dass Stephan B. sich dazu entschloss, eine Anschlag auszuüben, lag für den BKA-Mann an drei Ereignissen: Seine schwere Erkrankung, die ihn 2013 sozial isolierte und auch eine große Enttäuschung bei ihm hinterließ – gegenüber Ärzten und der Gesellschaft. Der Zuzug von Flüchtlingen nach Deutschland 2015 verstärkte seinen Eindruck, im Stich gelassen zu werden. Im Internet stieß er auf Baupläne für Waffen, die er dann auch baute. Das letzte Ereignis sei dann 2019 der Anschlag in Christchurch (Neuseeland) gewesen. Jedoch: Zwei Tage bevor er den Wagen auslieh, hatte er noch kleinere Zweifel, überlegte, ihn zurückzugeben. Erst am Tattag, als er in den Wagen einstieg, sei ihm klar gewesen, dass er den Anschlag wirklich verüben werde – so der BKA-Beamte.

14.26 Uhr: BKA-Beamter spricht über Pläne von Stephan B.
Auch aus Sicht des BKA-Beamten waren die Schüsse, die Jana L. töteten und die er auf zwei Passanten abfeuerte, nicht Teil des Plans von Stephan B. Nachdem er nicht in die Synagoge gekommen war, sei er dann „auf sein Sekundärziel“ umgeschwenkt. Das bedeutete, dass er Menschen umbringen wollte, die seinem „Feindbild“ entsprechen. Ein Kriterium sei die Hautfarbe gewesen. Dass er dann vor dem Kiez Döner landete, lag auch daran, dass er einen platten Reifen hatte und in eine abschüssige Seitenstraße abgebogen war, um nach unten rollen zu können.
(Anmerkung aus Halle: Abschüssig ist die Schillerstraße nicht!)

14.11 Uhr: BKA-Beamten spricht von „Kampfmodus“ des Angeklagten
Der BKA-Beamte berichtet von einem „Kampfmodus“, in dem sich Stephan B. laut Selbstaussage befunden habe. „Das bedeutet, dass er sich nicht von der Tat abbringen lassen wollte egal von wem.“ Obwohl Polizisten nicht zu seinen Gegnern gezählt hätten, hätte er sie angegriffen und auch getötet – so habe der Angeklagte es in der Vernehmung gesagt.

14.04 Uhr: B. prüfte vor der Tat den Internetempfang an der Synagoge
Stephan B. habe sich während der Vernehmung kooperativ verhalten und auf die Fragen geantwortet, sagt der BKA-Mitarbeiter. In der Vernehmung sei es um Dokumente gegangen, die er vor dem Attentat verfasste. Darin beschreibt er seine Pläne, auch seine Ideologie und es gibt Querverbindungen zu anderen Attentätern. Erst habe er Muslime als Opfer im Blick gehabt, sich dann aber auf Juden fokussiert. Er wählte dann die Synagoge in Halle aus, die er zuvor mit dem Auto seiner Mutter ausspähte, wobei er auch die Standorte der Überwachungskameras ermittelte. Der Angeklagte testet rund um die Synagoge auch, ob der Internetempfang gut genug ist – damit er sein Tatvideo ins Internet streamen konnte.

13.46 Uhr: Der erste Zeuge wird gehört
Jetzt kommt ein BKA-Mitarbeiter in den Zeugenstand, der fünf Vernehmungen von Stephan B. in Halle begleitete. Vor diesen Befragungen sei nicht klar gewesen, ob Stephan B. aussagen wolle. „Sein Anwalt sagte, er schwanke hin und her.“ Weil sie ohnehin Fingerabdrücke vom Angeklagten nehmen mussten, fragten sie ihn bei diesem Termin, ob er Fragen beantworten wolle. B. habe geantwortet: „Na, was wollen Sie denn wissen?“ So kam es zur ersten von fünf Vernehmungen.

13.36 Uhr: Es geht um einen Brief der Mutter
Nun wird der gesamte Brief der Mutter von Stephan B. vorgelesen. Offenbar handelt es sich um einen Abschiedsbrief, den sie vor einem Suizidversich schrieb. Sie spricht davon, ihren Sohn verloren zu haben. „Dieser Staat hat mich und Stephan im Stich gelassen“, so die Mutter, die auf dem sechsseitigen Brief auch mehrere Judensterne zeichnete und schrieb: „Er hat sein Leben gegeben – für die Wahrheit – für euch.“ Antisemitische Tendenzen will der Angeklagte bei seiner Mutter trotzdem nicht erkennen: „Ich weiß nicht, warum das so drin stand. Vermutlich war das eine Kombination aus dem, was die Medien gesagt haben.“

13.15 Uhr: Die Verhandlung geht weiter
Im Magdeburger Landgericht wird inzwischen wieder verhandelt. Unser Korrespondent Jan Schumann fasst hier noch einmal den Vormittag zusammen.
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12.45 Uhr: Tür der Synagoge in Halle ersetzt
Am 9. Oktober 2019 hielt sie stand - nun wurde die Tür der Synagoge in Halle ausgebaut. Am Morgen installierte Tischler Thomas Thiele aus Dessau unter Polizeischutz und den Augen von etwa 15 Journalisten die neue Tür. Sie soll stabiler als die bisherige sein.

12.10 Uhr: Pause im Gericht
Nach zahlreichen Fragen der Nebenkläger ist in Magdeburg nun erst einmal kurz Pause. Danach wird der forensische Psychiater Norbert Leygraf Fragen an den Angeklagten stellen.
Zudem wird es um einen Abschiedsbrief gehen, den die Mutter vor Stephan B. vor einem mutmaßlichen Suizidversuch schrieb und aus dem eine Anwältin währende des Verhandlungstages bereits zitierte. Die Mutter schreibt darin unter anderem: „Ich hätte nie gedacht, dass es so weit kommen würde“ und „Du weißt, wie sehr ich um ihn gekämpft habe. Ich habe verloren.“

12.02 Uhr: Richterin Mertens mit Hinweis an die Nebenkläger
Richterin Ursula Mertens weißt die Nebenklage-Anwälte darauf hin, dass sie überlegen sollten, in wie weit sie mit ihren Fragen dem Angeklagten weiter eine Bühne für seine „schwer zu ertragende Ideologie“ geben wollen. Die Vorsitzende macht aber gleichzeitig darauf aufmerksam, dass sie keinesfalls das Fragerecht beschneiden wolle.

11.54 Uhr: B. tief in rechtsextreme Online-Szene verstrickt
Aus den Gesprächen mit den Nebenklage-Anwälten wird deutlich, dass sich Stephan B. tief in die rechtsextreme Online-Szene vertiefte. So spielte er zum Beispiel während der Tat verschiede Titel aus diesem Bereich ab. Außerdem besuchte er eine Seite im Darknet, auf der auch Links zu kinderpornografischen Inhalten veröffentlich waren. Er bestreitet, diese Links geöffnet zu haben. „Ich habe auf dieser Seite nach politischen Foren gesucht“, so der Attentäter.

11.21 Uhr: Welchen Kontakt hat B. zur Außenwelt?
Welche Kontakte hat Stephan B. derzeit zur Außenwelt? Eine Anwältin konfrontiert ihn mit mehreren Namen, von denen einige ihm auch in das Gefängnis geschrieben haben sollen. „Ich gebe keine Auskunft zum Inhalt meines Briefverkehrs“, sagt der Attentäter. Die Anwältin nennt weitere Namen, weswegen der Angeklagte schließlich komplett abblockt: „Ihnen beantworte ich keine Fragen mehr.“

11.16 Uhr: Fragen zur politischen Einstellung der Familie des Angeklagten
Im Mittelpunkt steht nun die Beziehung zu seiner Familie und eventuelle politische Einstellungen, die im Verwandtschaftskreis vorherrschten. Eine Anwältin liest aus einem Brief vor, den seine Mutter ihrer Schwester geschickt haben soll. Darin schreibt sie unter anderem, dass B. sein Leben für die Wahrheit gegeben hätte. Eine antisemitische Einstellung seiner Mutter will B. daraus nicht ableiten. „Sie hat das unter Einfluss von Medikamenten und Alkohol geschrieben“, so der Rechtsterrorist. Mit seiner Familie hätte er selten und nur wenig über Politik und seine politische Einstellung gesprochen.

11.05 Uhr: Frage zu Fluchtversuch aus JVA Halle
Ein Anwalt fragt nach dem Fluchtversuch von B. aus der Haftanstalt in Halle. „Ich bin über einen Zaun geklettert“, sagt B. Der Anwalt fragt nach dem Motiv. „Ich denke mal rauskommen.“ – „Woran ist das gescheitert?“ - „Am zweiten Zaun.“ – „Was wäre, wenn Sie es geschafft hätten, was hätten Sie machen wollen?“ – „Ein Schritt nach dem anderen, erst einmal rauskommen, dann sehen wir weiter“, sagt der Attentäter.

10.58 Uhr: Fragen zu den Vorgängen in Wiedersdorf
Jetzt geht es um die Vorgänge in Wiedersdorf (Saalekreis). Dort hatte Stephan B. nach einem neuen Fluchtauto gesucht. Dabei schoss er die beiden Einwohner Dagmar M. und Jens Z. an. Florian Feige, Anwalt der beiden Opfer, fragt nach der Waffe, die B. dabei nutze. Es sei die gleiche gewesen, mit der er auch den ersten Schuss auf Kevin S. im Kiez Döner abfeuerte. Dort habe sie allerdings nicht funktioniert. Erst nachdem er einige Minuten später ein zweites Mal auf Kevin S. schoss, tötete er ihn. Auch in Wiedersdorf funktionierte diese Waffe nicht richtig – was wohl Dagmar M. und Jens Z. das Leben rettete.

10.46 Uhr: B. blockt Fragen zu Internet-Kontakten ab
Onur Özata, Anwalt der Kiez Döner-Besitzer Ismet und Rifat Tekin, fragt zum Onlineverhalten des Angeklagten. Es geht um den Internetverlauf, den B. vor seiner Tat noch mit einem bestimmten Programm löschte. Auf die Frage, warum er das tat, antwortet der Rechtsterrorist ausweichend. Auch auf Fragen zur Nutzung anderer Online-Dienste und Chatprogramme reagiert er einsilbig. Alle Fragen, die in Richtung möglicher Web-Kontakte gehen, blockt B. ab.

10.34 Uhr: Anwalt: Hätten Sie einen Unterschied zwischen Männern, Frauen und Kindern gemacht?
Die Nebenklage fragt weiter. Ein Anwalt will wissen, ob Stephan B, wenn er in die Synagoge gekommen wäre, einen Unterschied zwischen Männern, Frauen und Kindern gemacht hätte. Er fragt konkret: „Hätten Sie ein Kind erschossen?“ Der Attentäter antwortet: „Damit meine Kinder das später nicht machen müssen, ja.“ Es sei für ihn entscheidend, dass er gegen alle seine Feinde vorgehe.

10.25 Uhr: Nebenkläger fragt nach persönlichen Dingen
Der Nebenklage-Anwalt, der einen Polizisten vertritt, fragt jetzt nach persönlichen Dingen. Erst nach drei Monaten habe er wieder Kontakt mit seinen Eltern und seiner Schwester gehabt. Derzeit gebe es keine finanzielle Unterstützung für ihn durch seine Angehörigen. „Ich telefoniere hin und wieder, um zu erfahren, wie es ihnen geht. Mich interessiert, wie es ihnen geht.“ Der Anwalt konfrontiert ihn damit, dass ein ehemaliger Mitschülern zu ihm sagte, dass er B. solch einen Anschlag zugetraut hätte. „Das ist ja interessant“, sagt Stephan B. An den Mitschüler erinnert er sich nicht.

10.14 Uhr: Stephan B. verweigert Antwort auf erste Frage
Die Verhandlung hat begonnen. Die erste Frage eines Nebenklage-Anwalts, der einen Polizisten vertritt, will Stephan B. nicht beantworten. Es geht um den Wurf einer Rauchgranate, die der Attentäter während des Schusswechsels mit der Polizei zünden wollte. In der Polizeivernehmung hatte er noch gesagt, dass er sie nutzen wollte, um Vorteile im Schusswechseln mit den Polizisten zu bekommen.

9.45 Uhr: Leserfragen zum Terrorprozess
Im Vorfeld des dritten Prozesstages hat die MZ die häufigsten Fragen zum Terrorverfahren beantwortet. Unter anderem: Wieso wurde das grausame Tatvideo öffentlich im Gericht gezeigt? Welche Rolle spielen die 45 Nebenkläger? Und wieso wird dieser Prozess gegen Stephan B. für staatliche Archive dokumentiert? Die MZ sprach darüber mit dem halleschen Strafrechtsprofessor Henning Rosenau.

9.39 Uhr: Wird heute der erste Zeuge gehört?
Entgegen der Mitteilung des Gerichts wird am dritten Prozesstag nur ein Zeuge gehört. Gegen 13 Uhr soll ein Beamter des BKA in den Zeugenstand gerufen werden. Er war bei der Vernehmung von Stephan B. anwesend und hat ein Persönlichkeitsprofil des Attentäters erstellt.

9.37 Uhr: die Nebenkläger im Gericht
Die 45 Nebenkläger sind im Gerichtssaal nach einer zuvor mit den Richtern festgelegten Ordnung platziert. Die Vertreter der Angehörigen der beiden Opfer, Jana L. und Kevin S., sitzen direkt neben der Bundesanwaltschaft. Darauf folgen alle weiteren Nebenkläger. Die größte Gruppe bilden die Vertreter derjengen, die in der Synagoge in Halle waren.

9.18 Uhr: der dritte Prozesstag
Der Magdeburger Gerichtssaal beginnt sich zu füllen. Unser Kollege Jan Schumann erklärt, was die Beobachter heute erwarten wird.

Vorab: Der Prozess gegen den Attentäter von Halle geht weiter
Am Dienstag ab 10 Uhr geht der Prozess gegen den Attentäter von Halle weiter. Zunächst dürfe es zahlreiche weitere Fragen der Nebenkläger an den Angeklagten geben. Der hatte sich dabei am vergangenen Mittwoch meist unkooperativ gezeigt.
Ob am Dienstag bereits erste Zeugen gehört werden, ist unklar.

https://www.mz-web.de/halle-saale/anschlag-in-halle-saale/liveticker-nebenklaeger-haben-das-wort---stephan-b--verweigert-antworten-37083710
Antworten
#3
Zwei Liveticker zusammengelegt:

https://www.volksstimme.de/sachsen-anhal...cker-tag-4
Terror-Prozess im Liveticker: Tag 4
(wird aktualisiert; Formatierung mit Überschriften aus der Vorlage übernommen)

https://www.mz-web.de/halle-saale/anschl...--37097342
29.07.2020: Tag 4 im Terrorprozess gegen Stephan B.

Sitzung beendet
16:04
29.07.2020
 
Die Sitzung wird geschlossen. Fortsetzung ist am Montag um 9.30 Uhr. Dann soll ein Behördengutachten über die Kraft der Munition Thema sein. 
Anja Guse


Zeuge Martin H.
16:03
29.07.2020
 
Martin H. wird als Zeuge entlassen.
Anja Guse


Zeuge Martin H.
16:00
29.07.2020
 
Martin H. wird gefragt, ob er damals hätte etwas unternehmen müssen. Dafür sei er damals zu unreif gewesen. Aber rückblickend habe er das Gefühl, dass man etwas hätte machen können.
Anja Guse



15.56 Uhr: Stephan B. in Bundeswehr-Hirarchie weit unten
Stephan B. sei bei der Bundeswehr zwischenzeitlich gemobbt worden, sagt der Zeuge. Eines Tages sei dessen Spind von Kameraden geöffnet, der Spiegel mit Schuhcreme beschmiert worden. Stephan B. sei in der Hierarchie der Bundeswehr weit unten gewesen, schildert der Ex-Kamerad. Der Angeklagte habe sich damals „mit Händen und Füßen“ gewehrt.   

Martin H. über Mobbing bei der Bundeswehr
15:52
29.07.2020
 
Auch andere standen bei der Bundeswehr in der Hierarchie weiter unten, "doch die sind immer anders damit umgegangen", so Martin H. Der Angeklagte habe sich dagegen immer mit Händen und Füßen gewehrt - verbal. Aber immer ohne Erfolg. 
Anja Guse



15.50 Uhr: Zeuge spricht vom „Klischee-Amokläufer“
In seiner BKA-Vernehmung hatte der Ex-Kamerad Stephan B. einen „Klischee-Amokläufer“ genannt. „Mir war klar, dass er definitiv Schwierigkeiten hatte“, sagt der Zeuge vor Gericht. Was er meint: Stephan B. habe Schwierigkeiten gehabt, die sich langfristig fortgesetzt hätten. Der Angeklagte hätte jemanden gebraucht, der sich ihn kümmert. Schon damals sei B. ein Einzelgänger gewesen, er habe es „schwer gehabt“.   


Martin H. über Mobbing
15:49
29.07.2020
 
Stephan B. sei durchaus gemobbt worden. Beispiel: Einmal sei der Spind von Stephan B. geöffnet und an diesem "Änderungen vorgenommen" worden. Auch sei mal sein Spiegel mit Schuhcreme beschmiert worden. 
Anja Guse


Zeuge Martin H.
15:46
29.07.2020
 
Martin H. bezeichnet Stephan B. als einen "Klischee-Amokläufer". Er sagt: "Als ich von der Tat gehört habe, war mir klar, dass er definitiv Schwierigkeiten gehabt hat", so Martin H. Als Amoklauf würde er die Tat aber auch nicht bezeichnen. 
Anja Guse


15.45 Uhr: Stephan B. bei der Bundeswehr: „Nicht sehr sportlich“
Ein früherer Bundeswehrkamerad des Angeklagten schildert, Stephan B. sei „tollpatschig“ und „nicht sehr sportlich“ gewesen. Stationiert waren die Männer in Hagenow (Mecklenburg-Vorpommern). Der Erinnerung nach habe Stephan B. zu dieser Zeit „Jude“ als Schimpfwort benutzt. Dies sei in diesem Umfeld aber nicht selten gewesen, sagt der Zeuge.


Martin H. über Freizeit bei der Bundeswehr
15:44
29.07.2020
 
Abends hatten sie kaum Zeit, so Martin H. Nach der Ausbildung habe man noch den Flur putzen müssen. Erst nach der Grundausbildung sei ihnen mehr Freizeit gewährt worden. 
Anja Guse


Martin H. über Stress
15:43
29.07.2020
 
Ein Anwalt will wissen, wie Stephan B. bei der Bundeswehr unter Stress reagiert hat. Martin H. kann sich nicht mehr richtig erinnern. 
Anja Guse


Martin H. über Waffen
15:40
29.07.2020
 
Stephan B. "war definitiv waffenaffin, so wie ich", sagt Martin H. Das sei aber in dem Alter nicht so ungewöhnlich gewesen. 
Anja Guse


Martin H. über Kontakte zu Stephan B.
15:37
29.07.2020
 
Martin H. habe Stephan B. nach der Bundeswehr noch einmal zufällig an der Uni getroffen. Dabei sei der Angeklagte auf ihn zugekommen. Man habe Smalltalk geführt. Dabei habe der Angeklagte auch nach Bezugsquellen für Gras gefragt. Das war ihm unangenehm, so Martin H. Später habe er keinen weiteren Kontakt mit Stephan B. gehabt und diesen auch nicht gewollt. 
Anja Guse


Martin H. über Beleidigungen
15:35
29.07.2020
 
Manchmal sei bei einer Beleidigung der Begriff "Jude" angefügt worden. Das sei in diesem Umfeld bei der Bundeswehr so üblich gewesen, so Martin H. 
Anja Guse


Spitzname "Die Kartoffel"
15:33
29.07.2020
 
Stephan B. wurde bei der Bundeswehr "die Kartoffel" genannt. Wer sich diesen Namen ausgedacht hat, weiß Martin H. nicht mehr. Vielleicht war es sogar jemand in der Stube. 
Anja Guse


Martin H. über Stephan B.
15:29
29.07.2020
 
Stephan B. stand in der Hierarchie nicht so weit oben. Er wollte es nicht akzeptieren und hat sich mit anderen gestritten, die ihm etwas sagen wollten, so der Zeuge. 
Anja Guse


Zeuge Martin H. über die Zeit bei der Bundeswehr
15:25
29.07.2020
 
Er verstand sich zwar gut mit dem Angeklagten, aber manchmal gab es Querelen zwischen diesem und einem weiteren Soldaten, mit dem man sich die Stube teilte. Der Angeklagte war damals nicht so sportlich. "Ich erinnere mich an einen Lauf mit Ausrüstung", so Martin H. Weil der Angeklagte erschöpft gewesen war, trugen die anderen seine Ausrüstung zurück. Der Angeklagte habe zwischendurch gemeckert. 
In der Stube waren sie zu viert. Die zwei Berliner hätten eine eigene Gruppe gebildet. 
Anja Guse


Zeuge Martin H.
15:22
29.07.2020
 
Zeuge Martin H. (29) nimmt Platz im Gerichtssaal. Er kennt den Angeklagten vom Grundwehrdienst. Mit ihm teilte er sich eine Stube.
Anja Guse


Dagmar H. über Stephan B.
15:18
29.07.2020
 
Seine Intelligenz sei bei ihr nie getestet worden. Dazu gab es keinen Anlass, so auffallend schlau sei er nun auch wieder nicht gewesen. 
Anja Guse


Dagmar H. über Stephan B.
15:16
29.07.2020
 
Stephan B. war ein Einzelgänger und ließ keine emotionale Nähe zu, so Dagmar H. Er habe sich nie körperlich gewehrt, nur verbal.
Anja Guse


Zeugin Dagmar H. über Stephan B.
15:13
29.07.2020
 
Freunde habe der Angeklagte nicht gehabt, aber er sei auch nicht gemobbt worden. Das habe es bei ihr nicht gegeben, so Dagmar H. Richterin Ursula Mertens geht davon aus, dass sie aufgrund ihrer langjährigen Erfahrung als Lehrerin eine gewisse Autorität hatte. "Ja, das können Sie sich vorstellen", so die Zeugin. Lachen im Saal.
Anja Guse


Zeugin Dagmar H. über Stephan B.
15:10
29.07.2020
 
Sie kann sich an den Angeklagten erinnern. Seine Mutter war auch eine Kollegin von ihr. Der Angeklagte war immer der Kleinste in der Klasse. Er war "ein kluger Junge, ehrgeizig." Er habe gern gelernt. Mathematik machte ihm besonders viel Spaß. Aber "Sport war nicht so sein Ding. Da hatte er nicht so die Erfolge", so Dagmar H. 
Anja Guse


Zeugin Dagmar H. - Grundschullehrerin von Stephan B.
15:06
29.07.2020
 
Dagmar H. (75), Rentnerin, war einst Grundschullehrerin des Angeklagten. Sie nimmt als Zeugin Platz. 
Anja Guse


Karin D. verlässt den Saal
15:02
29.07.2020
 
Karin D. wird als Zeugin entlassen.
Anja Guse


Karin D. über B.s Kindheit
14:59
29.07.2020
 
Stephan verstand es als Kind, sich in den Mittelpunkt zu stellen. Er belebte das Geschehen, so Karin D. In der Schule war er dann aber ein Einzelgänger.
Anja Guse


Karin D. zu Stephan B.
14:57
29.07.2020
 
Anwalt: "Gibt es etwas, was sie dem Angeklagten hier sagen möchten?"
Karin D. will sich erst nicht äußern, sie sei enttäuscht. Dann: "Er hat nicht nur das Leben fremder Menschen zerstört, sondern auch das seiner Familie... Das wird man nie vergessen."
Anja Guse


Karin D. über Stephan B.
14:55
29.07.2020
 
Als Kind sei Stephan B. Erwachsenen gegenüber sehr aufgeschlossen gewesen, aber mit Kindern konnte er nicht so gut. 
Anja Guse


14.55 Uhr: Vor dem Anschlag: Mutter war um Sorge um Stephan B.
Die Zeugin schildert: „Die Mutter hat immer geglaubt, dass er sich etwas antut. Dann tickt er aus und tut anderen so etwas an.“ Die frühere Kollegin der Mutter glaubt, der Angeklagte habe „falsche Freunde“ im Internet gefunden. Durch die Tat des Sohnes habe sich die Mutter betrogen gefühlt. Das schildert die Zeugin aus einem Gespräch der Frauen nach der Tat. „Sie sagte: Er hat mich belogen und betrogen.“


Karin D. über Stephan B. und das Attentat
14:50
29.07.2020
 
"Ich habe geweint. Das kann nicht sein. Das kann nicht sein. Warum, wieso?", erzählt Karin D. unter Tränen über die Situation, als sie von dem Attentat erfuhr. Sie dachte, "falsche Freunde." Zwar keine echten Freunde, aber die im Netz.
Seine Mutter hätte immer Angst gehabt, dass sich Stephan B. selbst etwas antut. Aber damit hatte sie nicht gerechnet. Er sei nie aggressiv gegenüber anderen gewesen. 
Anja Guse


Karin D. über rassistische Äußerungen der Mutter
14:47
29.07.2020
 
Karin D. verfolgte gestern einen Liveticker und ist irritiert über die Aussagen der Mutter in einem Brief

Dabei habe sich Claudia B. vorher nie rassistisch geäußert. 
Im Gegenteil, Claudia B. habe sich auch immer um ausländische Kinder gekümmert. 
Anja Guse


14.46 Uhr: Hätte Mutter Stephan B. fast rausgeworfen?
Die Zeugin schildert, sie habe B.s Mutter 2015 gedrängt: „Es muss doch vorwärts gehen mit dem Jungen, er kann nicht nur in seinem Zimmer sitzen. Er muss was unternehmen, er wird doch depressiv.“ Zu diesem Zeitpunkt hatte sich B. von einer schweren Krankheit erholt, lebte aber ohne Arbeit bei seiner Mutter. Die Lehrerkollegin habe B.s Mutter deshalb geraten: „Schmeiß ihn raus!“ Dies habe zu einem Bruch zwischen den beiden Frauen geführt.

14.41 Uhr: Ehemalige Kollegin der Mutter im Zeugenstand
Die frühere Lehrerkollegin der Mutter schildert nun: „Stephan war ein aufgewecktes Kind“, er sei intelligent und neugierig gewesen. Sie habe aber gemerkt, dass B. schon als kleines Kind wenig Kontakt zu Mitschülern hatte. „Die Familie war sich selbst genug“, so die Zeugin. Die Mutter sei stolz auf ihren Sohn gewesen. „Meiner Meinung nach war er Mittelpunkt der Familie.“
Stephan B. selbst hat allerdings auch schon über Spannungen mit seinen Eltern berichtet, vor allem in den Jahren vor dem Anschlag. Mit seinem Vater habe er sich darüber gestritten, dass er so lange ohne Job sei. Die Mutter habe B. angedroht, ihn aus ihrer Wohnung zu werfen.  

Karin D. über Stephan B.
14:40
29.07.2020
 
Zwei Jahre nach der Operation von Stephan B. hatte Karin D. mit seiner Mutter ein Streitgespräch. Es ging um die Zukunft von Stephan B. Sie befürchtete, dass Stephan B. depressiv wird. Er solle sich nicht weiter zurückziehen und die Mutter müsse was dagegen tun. Sie schlug der Mutter vor, Stephan B. rauszuwerfen. Dann würde er merken, was das Leben kostet. Eine Art Rosskur, so Karin D. Das wollte die Mutter nicht. Später hätte Claudia B. nichts mehr von ihrem Sohn erzählt.
Anja Guse


Karin D. über die Kinder Stephan B. und Anne P.
14:33
29.07.2020
 
"Stephan war ein aufgewecktes Kind, das sich für vieles interessiert hatte und viele Fragen stellte", so Karin D. Er habe gern Dinge auseinander gebaut. "Er konnte sich sprachlich sehr gut ausdrücken. Als Vorschulkind war er seinen Gleichaltrigen voraus." Stephan B. habe aber kaum Kontakte außerhalb der Familie gehabt. Die Familie sei sehr in sich verschlossen. Probleme mit anderen Kinder habe er nicht gehabt. Die Mutter sei sehr stolz auf ihren Sohn Stephan B. gewesen. Er war der Mittelpunkt der Familie. "Anne war nicht so präsent", so Karin D. über die Schwester. Sie sei auch sehr zurückhaltend und schüchtern gewesen.
Anja Guse


Karin D. über die Mutter des Angeklagten
14:29
29.07.2020
 
Claudia B. sei eine gute Lehrerin gewesen. Letztmals habe sie vor Weihnachten mit ihr Kontakt gehabt. Sie habe mehrfach versucht sie zu erreichen. Später habe sie von ihr eine Nachricht bekommen. Darin teilte Claudia B. mit, dass sie krank sei und ein Umzug anstehe. Claudia B. zog zum Vater von Stephan B. zurück.
Anja Guse


14.30 Uhr: Vernehmung des Schwagers beendet
Die Vernehmung des Schwagers von Stephan B. ist vorbei. Es folgt die nächste Zeugin. Es handelt sich um eine Lehrerin, die seit 1993 mit der Mutter von Stephan B. zusammenarbeitet. Als Freundin würde sie sich nicht bezeichnen, aber als gute Bekannte.

Zeugin Karin D.
14:28
29.07.2020
 
Karin D. war eine Kollegin der Mutter von Stephan B. Man sei gute Bekannte gewesen. Sie kannte deshalb auch den Angeklagten als Kind.
Anja Guse


Zeugin Karin D. - Lehrerin, jetzt Rentnerin
14:26
29.07.2020
 
Die einstige Lehrerin und Zeugin Karin D. (63) kommt mit Begleitung in den Gerichtssaal.
Anja Guse


Mario S. als Zeuge entlassen
14:20
29.07.2020
 
Der Zeuge Mario S. wird entlassen. Er geht aus dem Gerichtssaal.
Anja Guse


Mario S. bei Youtube
14:09
29.07.2020
 
Ein Anwalt spricht Mario S. auf einen Youtube-Account von ihm hin. Damit soll er mehrere Video auf der Plattform hochgeladen haben. Eines zeige einen Trinkwettbewerb. Mario S. sagt, er habe seit langer Zeit keinen Zugriff mehr auf den Account, weil er das Passwort nicht mehr habe und auch die E-Mail-Adresse nicht mehr funktioniere. Außerdem könne er sich nicht mehr genau an die Videos erinnern.
Anja Guse


14:08
29.07.2020
 
Richterin Ursula Mertens weist den Angeklagten darauf hin, dass er sich nicht selbst belasten muss.
Anja Guse


Mario S. über die rechte Szene
14:02
29.07.2020
 
Mario S. sei früher mit Menschen aus der rechten Szene unterwegs gewesen. Dabei seien auch Menschen angepöbelt worden, Flaschen geflogen und man habe sich auch mit der Polizei angelegt. Er selbst habe aber nur zugeguckt. Und später die Gruppe verlassen, weil er das nicht mehr wollte. "Ich war damals jung und dumm." Er war nur wenige Monate mit diesen Leuten unterwegs, sagt er.
Anja Guse


14.12 Uhr: Schwager hatte rechtsextremen Freundeskreis
Mario S. gibt auf Nachfrage zu, dass er selbst einmal einen Freundeskreis hatte, den er selbst als rechtsextrem einordnen würde. Damals sei er dabei gewesen, wie seine „Kumpels“ Menschen mit „ausländischen Hintergrund angepöbelt und angeschrien“ haben. „Es wurden auch mal Flaschen geworfen“, so der Schwager des Angeklagten. Nach kurzer Zeit habe er sich von diesem Kreis jedoch losgesagt.


14.02 Uhr: Schwester von Stephan B. wollte eigentlich vor Gericht aussagen
Der Schwager des Attentäters berichtet, dass auch die Schwester von Stephan B. vor Gericht aussagen wollte. „Sie war dann aber dem Druck nicht gewachsen“, sagt Mario S. Die Mutter habe ihren Beruf als Grundschullehrerin aufgrund des Attentats aufgegeben. „Was ich gut verstehen kann.“

Mario S. zum Tatvideo
13:57
29.07.2020
 
Rechtsanwalt: "Haben Sie das Tatvideo gesehen?"
Mario S.: "Leider ja."
Rechtsanwalt: "Wie kommen Sie dazu?"
Er sei neugierig gewesen, so Mario S. Das Video habe er per Google-Suche im Internet entdeckt. Es sei bei Twitch noch zu sehen gewesen. Er habe das Video nicht komplett gesehen. Den ersten Mord habe er gesehen, beim zweiten habe er wegsehen müssen. 
Mario S.: "Das Video hat mir den Rest gegeben." Er konnte dann zwei Tage nicht mehr schlafen.
Anja Guse


13:53
29.07.2020
 
Mutter Claudia B. habe ihren Job nach dem Attentat wegen des Vorfalls aufgegeben, sagt Mario S. Vom BKA sei die Familie über Hilfsangebote informiert worden. Mario S. bereitete sich auf die Aussagen im Gericht nicht vor. "Ich wüsste nicht, wie ich mich vorbereiten sollte", so der Zeuge. 
Anja Guse


13.52 Uhr: Schwager im Zeugenstand: Weitere Einzelheiten zur Beziehung zwischen Schwester und Stephan B.
Der Prozess wird weiter fortgeführt. Noch immer ist der Schwager des Attentäter, Mario S., im Zeugenstand. Er berichtet, dass über die Tat und alles, was den Attentäter betrifft, derzeit in der Familie von Stephan B. nicht gesprochen werde. „Es wird darüber geschwiegen.“ Seine Ex-Partnerin, die Schwester des Attentäters, habe diesen einmal im Gefängnis besucht. Danach nicht mehr. „Sie sagte, dass sie ihn nicht mehr besuchen will, weil sie selbst darüber verärgert ist, dass er das gemacht hat, dass sie den Anblick nicht mehr ertragen kann – so war es mit ihren Worten.“


Appell an Mario S.
13:48
29.07.2020
 
Ein Anwalt wirft dem Zeugen Mario S. Gleichgültigkeit vor und verweist darauf, dass die Tat für Personen aus dem engeren Umfeld vorhersehbar hätte sein können. Genug Anzeichen seien da gewesen.
Anja Guse


Mario S. über das Attentat
13:43
29.07.2020
 
Vom Attentat erfuhr Mario S. erst spät an diesem Abend. Ein Freund hatte ihm mehrfach versucht zu erreichen. Doch Mario S. hatte Kopfhörer auf. Als der Freund ihn dann doch erreicht, weist ihn dieser auf die Nachrichten hin. Mario S. erkennt sofort Stephan B. und denkt dann: "Ach du Scheiße."
Anja Guse


Mario S. über die Familie B.
13:42
29.07.2020
 
War die Familie B. eine kaputte Familie?, fragt ein Anwalt Mario S. Der überlegt sehr lange, weiß dann nicht, wie er antworten soll. Vor der Tat hätte er gesagt, nein. 
Anja Guse


Mario S. über den Zugang zu Computern
13:40
29.07.2020
 
In der Wohnung der Mutter stand der Computer im Zimmer des Angeklagten. Im Haus des Vaters stand ein Computer im Schlafzimmer des Vaters, berichtet Mario S. 
Anja Guse


Mario S. über rechte Gruppen
13:37
29.07.2020
 
Mario S. gibt zu, selbst einmal Teil einer rechten Gruppe gewesen zu sein. Nach seiner Erfahrung seien diese Menschen sehr stur. Deshalb sei es schwierig, mit ihnen zu diskutieren. 
Anja Guse


Mario S. über aktuelle Familientreffen
13:34
29.07.2020
 
Bei Familientreffen wird das Thema Stephan B. aktuell nicht angesprochen, so Mario S. Über vieles wird geschwiegen. 
Anja Guse


Mario S. über Besuche
13:28
29.07.2020
 
Der Sohn von Mario S. durfte sich bei Familientreffen im Zimmer des Angeklagten aufhalten, berichtet Mario S. Dort sei er auch auf dem Bett rumgesprungen. 
Anja Guse



13:26
29.07.2020
 
Der Zeuge ist jetzt da.
Anja Guse


Warten auf den Zeugen
13:24
29.07.2020
 
Alle warten auf Mario S. Er soll weiter befragt werden. 
Anja Guse


Zeuge fehlt
13:23
29.07.2020
 
"Wo ist denn der Zeuge", fragt Mertens verwundert.
Anja Guse


Fortsetzung
13:22
29.07.2020
 
Jetzt setzt Richterin Ursula Mertens die Sitzung fort.
Anja Guse


Pause endet
13:21
29.07.2020
 
Der Angeklagte sitzt bereits wieder an seinem Platz im Gericht. Der Senat ist noch nicht zurück. 
Anja Guse


------------------------------------------------------------------------------------------

12.39 Uhr: Befragung von Mario S. wird unterbrochen
Pause im Gericht in Magdeburg. Um 13.20 Uhr geht es weiter mit der Befragung des Schwagers des Angeklagten.


12.38 Uhr: Stephan B. und sein Verhältnis zu Frauen
Ein Nebenklage-Anwalt fragt den Schwager des Attentäters nun zu dessen Verhältnis zu Frauen. „Ich habe nie mitbekommen, dass er eine Freundin hatte“, sagt Mario S. Der Anwalt liest nun einige Sätze aus dem Vernehmungsprotokoll von Mario S. vor, in dem er davon berichtet, dass Stephan B. im Freundeskreis mit der Frage konfrontiert worden war, ob er homosexuell sei. „Manche in meinen Freundeskreis sind etwas direkter. Das war aber eine Spaßäußerung“, so der Schwager. Der Angeklagte habe sich darüber geärgert. Auch mit seiner langjährigen Partnerin, der Schwester von Stephan B., habe er mal darüber gesprochen, wie das Verhältnis des Attentäters zu Frauen sei: „Sie hat zu mir gesagt, dass er definitiv an Frauen interessiert ist. Sie sagte auch, dass da mal was gewesen war. Sie wusste es aber nicht genau.“


Pause
12:36
29.07.2020
 
Einige Anwälte wünschen eine Pause. Diese ist für 45 Minuten angesetzt. 
Anja Guse


Mario S. über die Nutzung von Mobilgeräten
12:32
29.07.2020
 
Stephan B. habe immer nur ein einfaches Handy gehabt, mit dem er Telefonieren und Nachrichten schreiben konnte. Ein Smartphone wollte er nie haben, damit er nicht verfolgt werden könne, so Mario S. Auch wollte sich Stephan B. nicht bei Facebook oder anderen Social-Media-Diensten anmelden. Einzig bei Ebay sei er gewesen, um seine Sachen zu verkaufen. 
Anja Guse


Mario S. über Stephan B.
12:29
29.07.2020
 
Fühlte sich Stephan B. als Opfer?, will ein Anwalt eines Nebenklägers wissen. Eher nicht, so Mario S. Das sei nie in einer Situation deutlich geworden.
Anja Guse


Mario S. über Stephan B. und Homosexualität
12:20
29.07.2020
 
Ob Stephan B. eine Freundin hatte, hat Mario S. nie mitbekommen, sagt er. Im Freundeskreis habe man aus Spaß gefragt, ob Stephan B. vielleicht "schwul" sei. Das sei aber immer ein Spaß gewesen. Stephan B. soll dann mal gesagt habe, "halt einfach die Klappe".  Schwester Anne P. habe in einem Gespräch gesagt, dass ihr Halbbruder an Frauen interessiert ist.
Anja Guse


12.15 Uhr: Betroffene mit Fragen an den Zeugen
Eine Betroffene, die sich während des Anschlags in der Synagoge in Halle befand, darf auch Fragen stellen. Sie will wissen, wie der Schwager des Angeklagten das Attentat und die Taten seines Onkels einmal erklären will: „Das ist eine Frage, die ich mir selbst jeden Tag noch stelle.“ Momentan habe er noch keine Antwort darauf.


Mario S. über politische Äußerungen
12:14
29.07.2020
 
Frau Merkel taugt nichts, habe der Angeklagte bei Familientreffen in Bezug auf die Flüchtlingskrise gesagt. So konkret habe das kein anderer gesagt. Aber auch nicht das Gegenteil, so Mario S. 
Anja Guse


Mario S. über Ärger mit Stephan B.
12:10
29.07.2020
 
"Er ist schwierig", soll Anne P. über ihren Bruder gesagt haben, wenn sich Mario S. wieder von Stephan B. geärgert fühlte. Mario S. fühlte sich oft provoziert von Stephan B. Doch er habe auf die Äußerungen von Stephan B.  - beispielsweise zu seinem Übergewicht - nicht reagiert. 
Anja Guse


12.08 Uhr: Es geht um den Abschiedsbrief der Mutter von Stephan B.
Auch der Brief der Mutter, den sie vor einem Suizidversuch am Tattag schrieb, kommt in der Vernehmung des Schwagers von Stephan B. zu Sprache. „Ich habe ihn gelesen, soweit ich es aufgrund der Handschrift konnte“, sagt Mario S. Er habe sich aber sich weniger auf den Brief konzentriert als vielmehr auf Anne P., die Schwester des Angeklagten: „Sie war schwer bestürzt, brach in Tränen aus.“ In dem Brief der Mutter kamen auch Äußerungen vor, die als judenfeindlich angesehen werden könnten. Eine solche Einstellung oder eine allgemeine Ausländerfeindlichkeit habe Mario S. bei der Mutter des Angeklagten zuvor jedoch nicht bemerkt. „Sie haben über Medienthemen wie die Flüchtlingskrise gestritten. Da waren sie aber meistens unterschiedlicher Meinung.“


Mario S. über den Brief und Familienkontakt
12:03
29.07.2020
 
Mario S. spricht mit der Mutter von Stephan B. und Anne P. nicht über ihren Brief, den sie nach der Tat an ihre Tochter geschrieben hatte. Der Kontakt zwischen ihr und ihrer Tochter sei etwas zurückgegangen. Das hänge aber auch damit zusammen, dass Tochter Anne P. wegen einer Umschulung weniger Zeit habe. 
Anja Guse


11.58 Uhr: Nebenkläger haben jetzt das Wort
Jetzt dürfen auch die Nebenklageanwälte fragen. Bisher wird nicht deutlich, dass Mario S. irgendeine Ahnung von den extremistischen Gedanken und Absichten des Angeklagten hatte. Er habe zurückgezogen gelebt, über seine Aktivitäten wenig erzählt. „Einmal zeigte er uns eine Presse, die er aus einem Wagenheber und Metallteilen gebaut hatte“, berichtet Mario S. Wozu er sie gebaut habe, sagte er aber nicht. Auch über seine Aktivitäten im Internet schwieg Stephan B. Er habe zwar mitgekriegt, dass er in Chatforen unterwegs war. „Was er da genau gemacht hat, weiß ich aber nicht.“

Fragen einer Nebenklägerin an Mario S.
11:55
29.07.2020
 
Eine Nebenklägerin will wissen, wie Mario S. seinem Sohn eines Tages die Tat von Stephan B erklären will. "Das ist eine Frage, die ich mir selbst jeden Tag stelle", so Mario S. 
Sie will wissen, wie Mario S. seinen Sohn von einer solchen Tat abbringen wollen würde. Darauf hat Mario S. spontan keine Antwort. 
Anja Guse


Zeuge Mario S.
11:52
29.07.2020
 
Hatte die Mutter eine Sim-Karte unter falschem Namen angemeldet?, will eine Anwältin wissen. Mario S. weiß davon nichts. Auch nichts über ein Treffen des Angeklagten mit der NPD. 
Anja Guse


Mario S. über Familientreffen
11:49
29.07.2020
 
Meistens sonntags kam die Familie zusammen. Die Mutter von B. hatte zum Essen eingeladen. Manchmal wurde die Stimmung besser, wenn der Angeklagte den Tisch verließ, so Mario S. 
Anja Guse


Zeuge Marios S. über Sport
11:47
29.07.2020
 
Stephan B. habe auf dem Hof seines Vaters Fitnessübungen gemacht - Klimmzüge, Sit-ups etc. 
Anja Guse


11.45 Uhr: Gab es es von Stephan B. je Andeutungen?
Ob Stephan B. einmal geäußert habe, dass man Migranten töten müsste? Daran kann sich der Schwager Mario S. im Zeugenstand nicht erinnern. "Und Politiker?“, fragt die Richterin nach. Lange Pause. „Bei uns direkt nicht. Kann ich mich nicht erinnern."


Zeuge Mario S. über Freunde
11:40
29.07.2020
 
Stieß Stephan B. bei den Freunden von Mario S. auf Ablehnung?, will Verteidiger Weber wissen. "Nein", so Mario S. Stephan B. habe sich dann selbst wieder zurückgezogen. 
Anja Guse


11.40 Uhr: Stephan B. lächelte nur bei seinem Neffen
Es gab nach Aussage von Mario S. nur wenige Momente, in denen er Stephan B. positiv erlebte. Das war vor allem dann der Fall, wenn sein Sohn, den Mario S. gemeinsam mit der Schwester des Attentäters hat, mit anwesend war. „Er hat mit auf ihn aufgepasst. Er hat sich immer mit ihm beschäftigt und sich gefreut, wenn mein Sohn da war.“ Auch sein Sohn habe ein gutes Verhältnis zu Stephan B. gehabt und er hätte ihn auch allein mit dem Rechtsterroristen gelassen. Stephan B. habe er eigentlich nur Lachen sehen, wenn er mit seinem Sohn zusammen war. „Da dachte ich auch, dass er da mal sein wahres Wesen zeigt, seine andere Seite.“


Zeuge Mario S.
11:37
29.07.2020
 
Stephan B. habe tagsüber viel Zeit gehabt, im Schuppen seines Vaters zu basteln, so Mario S. Der Vater sei immer erst gegen 17 Uhr nach Hause gekommen. 
Anja Guse


11.34 Uhr: Mario B. hielt Angeklagten für eine Bedrohung
Die Richterin fragt nun Mario S., den Schwager des Halle-Attentäters, ob er Angst vor dem Angeklagten hatte. "Angst nicht, aber ich habe ihn schon für eine Bedrohung gehalten." Er schildert, wie Stephan B. in einem Supermarkt zwei Migranten anschrie: Sie sollten „gefälligst Deutsch reden, wenn sie schon in Deutschland“ seien.


11.30 Uhr: Mario B. berichtet über Treffen mit dem Angeklagten
Ab und an, berichtet Mario S., haben er und seine damalige Partnerin – die Schwester des Attentäters – Stephan B. zu ihren Freunden mitgenommen. Bei einer Geburtstagsfeier soll es dabei zu einem Vorfall gekommen sein, bei dem der Angeklagte gegenüber einem Gast ein Messer zückte. „Ich habe das aber nur erzählt bekommen, weil ich zu diesem Zeitpunkt schon sehr betrunken war“, sagt Mario S.

Mario S. über Stephan B. und Computerspiele
11:29
29.07.2020
 
Manchmal habe Stephan B. Computerspiele gespielt oder sei in Foren unterwegs gewesen. Genaueres weiß Mario S. nicht.
Über Spiele habe er sich mal mit Stephan B. unterhalten, da er selber Ego-Shooter möge. Da sie aber nicht dieselben Spiele spielten, hätten sie keine Tipps ausgetauscht. 
Anja Guse


Marios S. über Stephan B. und Flüchtlinge
11:25
29.07.2020
 
Ohne Stephan B. war das Thema Flüchtlinge und/oder Religionen kein Thema. Während der Flüchtlingskrise habe B. immer mal gefragt, was die Flüchtlinge "hier wollen". Einmal habe Stephan B. gesagt: "Die Juden sind schuld."
Anja Guse


Mario S. über den Kontakt der Familie zu Stephan B.
11:23
29.07.2020
 
Anne P. habe ihren Halbbruder einmal nach der Tat besucht. Danach habe sie den Anblick ihres Bruders nicht mehr ertragen. Sie wolle nichts mehr mit ihm zu tun haben, berichtet Mario S. 
Anja Guse


11.21 Uhr: Stephan B. ärgerte Ex-Freund der Schwester wegen Übergewichts
Den Angeklagten Stephan B. beschreibt Mario S. als zurückhalten und distanziert. „Ich würde ihn als Einzelgänger beschreiben“, so der Zeuge. Auf die Frage, ob er ihn mochte, antwortet Mario S.: „Mögen ist jetzt Ansichtssache. Ich habe ihn nicht gehasst, ich habe ihn akzeptiert, aber ich war mir bei ihm nicht so sicher, weil er mich oft wegen meines Übergewichts neckte und ärgerte.“


Mario S. über Stephan B. und Geld
11:20
29.07.2020
 
Stephan B. habe sich manchmal über die Verteilung des Geldes in der Gesellschaft aufgeregt. Ihn habe es gestört, dass die Armen immer ärmer werden würden. Stephan B. strahlte in Bezug auf das Thema eine gewisse Unzufriedenheit aus, so Mario S.
Anja Guse


Mario S. über den Alkoholkonsum der Familie
11:18
29.07.2020
 
Die Mutter Claudia B. habe abends hin und wieder mal ein Glas Rotwein oder Sherry getrunken, so Mario S. Den Vater von B. habe er einmal betrunken erlebt. 
Anja Guse


Mario S. über Stephan B. und Alkohol
11:17
29.07.2020
 
Mario S. erlebte Stephan B. nur einmal betrunken.
Anja Guse


Mario S. über Stephan B. und Flüchtlinge
11:13
29.07.2020
 
Stephan B. regte sich während der Flüchtlingskrise über die Regierung auf, so Mario S. Dass B. Menschen töten wollte, habe er nie gesagt. Wenn über Flüchtlinge im Fernsehen berichtet wurde, wurde ganz kurz dazu etwas gesagt und dann der Fernseher oder das Radio ausgestellt, so Mario S. im Gericht. Die Halbschwester Anne P. habe sich da meist rausgehalten. 
Anja Guse


Mario S. über Stephan B. und Kinder
11:11
29.07.2020
 
"Ich habe Stephan B. nie lächeln sehen, aber bei meinem Kind schon", so Zeuge Mario S. "Er hat sich immer über meinen Sohn gefreut."
Anja Guse


Zeuge Mario S. über Stephan B. als Bedrohung
11:09
29.07.2020
 
Mario S. hatte zwar keine Angst vor Stephan B,, empfand ihn aber durchaus als Bedrohung, wenn Stephan B. mal laut wurde. So habe Stephan B. in einem Supermarkt zwei Leute angeschrien, dass diese "gefälligst Deutsch reden" sollten, wenn sie hier in Deutschland sind. 
Anja Guse


Zeuge Mario S.
11:07
29.07.2020
 
Mario S. hatte erst sehr spät am Abend von dem Attentat erfahren, da er selbst kein Fernsehen mehr schaue - zu viel Werbung und minderwertige Sendungen. 
Anja Guse


11.05 Uhr: Ex-Freund der Schwester sagt aus
Richterin Ursula Mertens beginnt die Vernehmung von Mario S. mit dem familiären Umfeld des Täters. Sie fragt zu seiner Beziehung zur Schwester und den Eltern. Die Mutter habe ihren Beruf als Grundschullehrerin gemocht, sich oft aber über den Stress und die Schulleitung aufgeregt. Der Vater, der als Rundfunk- und Fernsehmechaniker arbeitet, sei viel unterwegs. Das Verhältnis der Eltern zueinander beschreibt Mario S. trotz ihrer Trennung als freundschaftlich.


Mario S. über den Brief der Mutter
11:05
29.07.2020
 
Mario S. war sehr geschockt über den Brief, den die Mutter nach dem Ereignis geschrieben hatte. In diesem gab sie unter anderem der Gesellschaft die Schuld an dem Vorfall. Der Brief wurde am Dienstag im Gericht vorgelesen. 
Anja Guse


11:01
29.07.2020
 
Bis 2014 hatte die Mutter ihrem Sohn Geld überwiesen, der Vater 200 Euro bis Ende 2013, so Richterin Ursula Mertens. 
Anja Guse


11.01 Uhr: Ex-Partner der Schwester jetzt im Zeugenstand
Als vierter Zeuge des Tages ist nun Mario S. im Saal. Er ist der langjährige Lebenspartner von Anne P., der Schwester des Attentäters. Sie haben ein gemeinsames Kind, leben allerdings seit 2018 getrennt. Anders als Mutter, Vater und Schwester hat Mario S. kein Zeugnisverweigerungsrecht. Er muss aussagen und das macht er auch.


Mario S. über den Angeklagten
10:55
29.07.2020
 
Stephan B. habe oft an seinem Computer gesessen oder bei seinem Vater mit Metall gebastelt. Was genau der Angeklagte baute, war ihm nicht bekannt. Das habe Stephan B. nie konkret erklärt. Nur einmal habe er ihm eine Presse gezeigt. Wofür er diese nutzen wollte, weiß Mario S. nicht. 
Anja Guse


10.54 Uhr: Aussageverweigerung hat Konsequenzen
Die Verweigerung der Aussage von Mutter, Vater sowie Schwester bedeutet gleichzeitig, dass alle Aussagen der drei nahen Verwandten gegenüber der Polizei im Prozess keine Rolle mehr spielen dürfen. Alles was sie in den Vernehmungen gesagt haben, ist damit in der Verhandlung nicht mehr verwertbar.


Mario S. über den Angeklagten
10:53
29.07.2020
 
Es soll einen Vorfall gegeben haben, bei dem der Angeklagte gegenüber einem Bekannten während eines gemeinsamen Treffens ein Messer zückte. Aber Mario S. kann sich an diesen Vorfall selbst nicht mehr erinnern, weil er betrunken gewesen sei. Er kenne den Vorfall nur von Erzählungen. 
Anja Guse


Mario S. über den Angeklagten
10:51
29.07.2020
 
Mario S. und der Angeklagte unternahmen nie etwas nur zu zweit, so der Zeuge. 
Anja Guse


Mario S. über den Angeklagten
10:49
29.07.2020
 
Stephan B. sei eher ein Einzelgänger. Versuche, ihn zu integrieren, seien nicht gelungen. Stephan B. sagte dann immer, dass es nicht seine Freunde, sondern "eure" seien. Mario S. kennt keine Person, die Stephan B. als seine Freunde bezeichnet hätte. 
Anja Guse


Zeuge Mario S.
10:48
29.07.2020
 
Eine richtige Gesprächsbasis zwischen Stephan B. und Mario S. gab es nicht, so der Zeuge. 
Anja Guse


Zeuge Mario S. über den Angeklagten
10:45
29.07.2020
 
Anne P. beschwerte sich gegenüber ihrem ehemaligen Lebensgefährten hin und wieder darüber, dass ihre Mutter sich mehr um ihren Sohn kümmern würde. Generell sei es aber kaum Thema gewesen. 
Anja Guse


10.44 Uhr: Anwalt der Nebenklage versucht Schwester zur Aussage zu bewegen
Bei der Vernehmung von Anne P., der Schwester des angeklagten Attentäters, probiert einer der Nebenklage-Anwälte die Zeugin davon abzuhalten, keine Aussage zu machen. „Verstehen sie mich nicht falsch, sagt Alexander Hoffmann, der zwei Opfer aus der Synagoge vertritt, „Ihr Halbbruder hat seine Tat gefilmt, es geht hier nicht um eine Belastung.“ Bevor der Anwalt weiterreden kann, geht die vorsitzende Richterin Ursula Mertens dazwischen: „Wir können nicht in eine Diskussion mit Frau P. eintreten“. Damit verhindert sie weitere Überzeugungsversuche.


Mario S. über den Angeklagten Stephan B.
10:41
29.07.2020
 
Stephan B. sei sehr distanziert gewesen. Manchmal habe B. ihn beispielsweise wegen seines Übergewichts angesprochen. Oft wusste Mario S. dann nicht, ob B. ihn necken wollte oder es ernst gemeint habe. Als Mario S. im Gericht davon berichtet, grinst der Angeklagte. 

Richtig gemocht habe Mario S. den Angeklagten nicht, aber respektiert. 
Anja Guse


Mario S. über den Angeklagten
10:40
29.07.2020
 
Stephan B. sei sehr zurückhaltend gegenüber Mario S. gewesen. "Es gab nie viel groß Gerede." 
Anja Guse


Mario S. über die Familie B.
10:39
29.07.2020
 
Die Familie des Angeklagten sei oft unter sich gewesen, so Mario S. 
Anja Guse


Mario S. über die Eltern von Stephan B.
10:31
29.07.2020
 
Zeuge Mario S. berichtet, dass die Mutter des Angeklagten sich zwar hin und wieder über den Stress als Grundschullehrerin beschwert hatte, aber auch von den Freuden des Berufs erzählte. 
Der Vater Roland B. (Rundfunk- und Fernsehtechniker) sei sehr arbeitswütig. Er war oft gestresst, aber nicht pessimistisch, so Mario S. Er habe sich immer wieder um die Mutter und die Kinder gekümmert. 
Anja Guse


10.29 Uhr: Auch Vater und Schwester verweigern Aussage
Auch der Vater des Angeklagten sowie danach seine Schwester werden in den Zeugenstand gerufen. Sie nehmen ebenso wie die Mutter ihr Zeugnisverweigerungsrecht wahr und sind nach wenigen Minuten aus dem Saal. Stephan B. schaut seinen Vater während der kurzen Vernehmung sehr intensiv an, sie nicken sich kurz zu. Bei seiner Schwester ist der Blickkontakt nicht so intensiv.


Zeuge Mario S. berichtet über die Familie
10:26
29.07.2020
 
Mario S. berichtet, dass er mit Anne P. auch die Familie von B. besucht hat. Mal sei man beim Vater gewesen, mal bei der Mutter zum Essen. Die Eltern von B. würden sich weiter gut verstehen. Die Mutter von B. wohne seit dem Attentat wieder beim Vater von B. Das verstehe er sehr gut, schließlich soll die Mutter seitdem nicht mehr allein gelassen werden. 
Anja Guse


10.22 Uhr: Kurzer Auftritt der Mutter von Stephan B.
Der vierte Prozesstag hat begonnen. Fünf Minuten nach Sitzungsanfang nimmt als erste Zeugin des Tages die Mutter des Attentäters Stephan B. im Zeugenstand Platz. Sie hat kurze Haare, läuft gebückt und spricht leise. Nachdem ihre Daten aufgenommen sind, sagt sie den Satz, der bereits erwartet worden war: „Ich möchte von meinem Zeugnisverweigerungsrecht Gebrauch machen.“ Nach drei Minuten verlässt sie den Saal wieder.


Zeuge Mario S. - ehemaliger Lebensgefährte der Schwester
10:18
29.07.2020
 
Mario S. (31) kommt in den Saal, ebenfalls in Begleitung des sozialen Dienstes der Justiz. Er war mit der Halbschwester von B. liiert, sie haben ein gemeinsames Kind. Der Zeuge trägt ein schwarzes T-Shirt, kurze graue Hose, geschorene Haare. 
Anja Guse


Zeugin Anne P. sagt nicht aus
10:16
29.07.2020
 
Auch Anne P. will nicht aussagen. Ein Rechtsanwalt spricht zu ihr, will sie zu einer Aussage motivieren. Richterin Mertens greift ein. Die Zeugin darf nicht beeinflusst werden. Anne P. verlässt wieder den Saal. 
Anja Guse


Zeugin Anne P. - Halbschwester von B.
10:13
29.07.2020
 
Die Halbschwester (31) von B. tritt - wie auch schon die Mutter - mit Begleitung ein. Sie trägt ein rosafarbenes Top, einen weißen Rock, weinrote Schuhe. Arme verschränkt. 
Anja Guse


Zeuge Roland B. sagt nicht aus
10:11
29.07.2020
 
Auch der Vater von B. will nicht im Prozess aussagen. Er verlässt wieder den Saal. 
Anja Guse


Zeuge Roland B. - Vater von B.
10:09
29.07.2020
 
Der Vater von B. tritt ein - weißes kurzärmliges Hemd, Brille, sehr kurze graue Haare, Halbglatze. B. schaut seinen Vater ebenfalls immer wieder an. 
Anja Guse


Zeugin Claudia B. sagt nicht aus
10:07
29.07.2020
 
Claudia B. nimmt von ihrem Zeugnisverweigerungsrecht Gebrauch. Sie verlässt wieder den Saal. 
Anja Guse


10.05 Uhr: Der vierte Prozesstag beginnt
In Magdeburg beginnt der vierte Tag der Verhandlungen gegen dne Halle-Attentäter Stephan B. Worum es heute gehen soll, sagt unser Korrespondent Jan Schumann.


Zeugin Claudia B - Mutter von B.
10:04
29.07.2020
 
B.s Mutter Claudia B. wird als Zeugin in den Saal gerufen. Sie trägt sehr kurze Haare, eine schwarze, ärmellose Bluse, Jeans.  
Anja Guse


Sitzung eröffnet
10:00
29.07.2020
 
Richterin Ursula Mertens eröffnet den vierten Prozesstag. Sie weist darauf hin, dass der Angeklagte nicht wieder 10 Minuten vor Beginn in den Saal geführt werden soll. Grund: Der Angeklagte soll nicht so lange im Blitzlichtgewitter sitzen
Anja Guse


09:59
29.07.2020
 
Der Senat tritt ein, B. werden die Handschellen abgenommen. 
Anja Guse


09:56
29.07.2020
 
B. blickt rüber in den Zuschauerbereich, schaut genau, wer hier alles Platz genommen hat. Immer noch werden Fotos von ihm gemacht.
Anja Guse


09:53
29.07.2020 
Stephan B. wird in den Gerichtssaal geführt. Kameras klicken. Er schaut in jede Kamera, lässt sich bereitwillig ablichten. 
Anja Guse


9.25 Uhr: Familie mit rechtsextremer Weltanschauung?
Am Dienstag hatten bereits mehrere Anwälte Aussagen von Verwandten und Bekannten zitiert, die darauf hindeuten, dass dessen rechtsextreme Weltanschauung seinem Umfeld durchaus bekannt war. Das Gericht hatte auch einen Brief verlesen, den die Mutter des Angeklagten vor einem Suizidversuch in Folge des Anschlags an ihre Tochter, die Schwester des Beschuldigten, geschrieben haben soll. Daraus ging hervor, dass auch die Mutter antisemitischen Verschwörungstheorien nahe steht.


Stephan B. im Gericht eingetroffen
08:04
29.07.2020
 
Vor wenigen Minuten ist der Angeklagte Stephan B. im Landgericht Magdeburg angekommen. Der vierte Prozesstag startet um 10 Uhr.
Anja Guse


06:22
29.07.2020
 
I
st der Angeklagte im Prozess zum rechtsterroristischen Anschlag von Halle ein Einzeltäter, wie er vorgibt? Wusste wirklich niemand, was der Mann vorhatte, so wie er behauptet? Die Nebenklage hat daran erhebliche Zweifel und will heute Menschen aus dem persönlichen Umfeld des Beschuldigten befragen.
Online-Redaktion
Antworten
#4
Auch schön; zwei Ticker in einem.

Zum MZ-Ticker und zum dritten rsp. vierten Tag habe ich ein paar Nachträge rsp. kommentierende Worte:

Bei der MZ ist am 4. Tag zwischen 14:55 und 15:45 kein Eintrag zu finden. 
>>> Warum die MZ die Aussage der Zeugin Dagmar H, die Grundschullehrerin des Angeklagten, (siehe Volksstimme-Ticker) komplett ausläßt und 50 Minuten Sendepause macht erschließt sich mir nicht!

Aus dem Ticker von RTL zu Tag 3:

Viele Nebenkläger nicht beim dritten Prozesstag
Im Gegensatz zum Prozessauftakt sind heute deutlich weniger der 40 Nebenkläger zum Prozess gekommen. Obwohl die Nebenklage Stephan B. befragen darf. Dafür gibt es unterschiedliche Gründe, einige müssen zum Beispiel sehr weit anreisen. Ihre Anwälte sind aber natürlich vor Ort und vertreten ihre Interessen.


Quelle: https://www.rtl.de/cms/live-ticker-steph...81409.html



***



Von Valentin Hacken; Sprecher von Halle gegen Rechts, für Radio Corax berichtend - auf Twitter:

Heute ist der 3. Prozesstag im #HalleProzess. Anders als den ersten beiden Tagen sind derzeit alle Zuschauer_innenplätze belegt. Wird einer frei, kann jemand nachrücken. Die Presseplätze sind dagegen nicht komplett belegt.

Quelle: https://mobile.twitter.com/valentinhacke...338688?p=v



Der Radio Corax Podcast zum Prozeß und zum »Nachhören« findet sich unter 

https://anschlag.halggr.de/category/aktuell/
Pro Tag jeweils knapp eine halbe Stunde
Antworten
#5
(29.07.2020, 16:27)Boris B schrieb: Auch schön; zwei Ticker in einem.

Zum MZ-Ticker und zum dritten rsp. vierten Tag habe ich ein paar Nachträge rsp. kommentierende Worte:

Bei der MZ ist am 4. Tag zwischen 14:55 und 15:45 kein Eintrag zu finden. 
>>> Warum die MZ die Aussage der Zeugin Dagmar H, die Grundschullehrerin des Angeklagten, (siehe Volksstimme-Ticker) komplett ausläßt und 50 Minuten Sendepause macht erschließt sich mir nicht!

Hatte das mal versucht mit dem übereinander legen der Ticker. Zuletzt meckerte das Programm, da die Anzahl der Zeichen überschritten war, so dass ich den letzten Satz der MZ weglassen musste.

Ja, der MZ-Ticker hatte einige größere Lücken. Die Lehrerin wird auch nicht mit ihrem Namen 'Karin D.' genannt, die nächsten Zeugen werden ausgelassen.
Antworten
#6
(29.07.2020, 17:11)fhh schrieb:
(29.07.2020, 16:27)Boris B schrieb: Auch schön; zwei Ticker in einem.

Zum MZ-Ticker und zum dritten rsp. vierten Tag habe ich ein paar Nachträge rsp. kommentierende Worte:

Bei der MZ ist am 4. Tag zwischen 14:55 und 15:45 kein Eintrag zu finden. 
>>> Warum die MZ die Aussage der Zeugin Dagmar H, die Grundschullehrerin des Angeklagten, (siehe Volksstimme-Ticker) komplett ausläßt und 50 Minuten Sendepause macht erschließt sich mir nicht!

Hatte das mal versucht mit dem übereinander legen der Ticker. Zuletzt meckerte das Programm, da die Anzahl der Zeichen überschritten war, so dass ich den letzten Satz der MZ weglassen musste.

Ja, der MZ-Ticker hatte einige größere Lücken. Die Lehrerin wird auch nicht mit ihrem Namen 'Karin D.' genannt, die nächsten Zeugen werden ausgelassen.

Auf die Zeichenbegrenzung (65xxx) bin ich heute auch schon gestoßen, als ich den Text vom ersten Tag in den Strang "Prozeßdoku von democ.de" gestellt habe... Das waren glücklicherweise nur ein paar Zeichen, die ich am Anfang durch Weglassen von etwas Vorgeplänkel einsparen konnte.

Was man im Magdeburger Blog aber ganz gut weglassen könnte ist der immer wiederkehrende Name der Autorin (unter dem Namen ist sie wohl in dieses Tickersystem eingeloggt).

Über die Lücken bei der MZ will ich momentan nicht spekulieren. Die einfachste Erklärung wäre natürlich: Der Akku vom Notebook hat etwas gekränkelt. (An einer anderen Stelle  habe ich gelesen, daß die Anzahl der von den Journalisten nutzbaren Steckdosen zumindest am ersten Tag bemängelt wurde...)

Dann trage ich den letzten Eintrag vom Tag und der MZ an dieser Stelle nach:

16.15 Uhr: Die Verhandlung ist geschlossen. 
Für heute ist Schluss mit den Zeugenbefragungen. Geschwiegen haben die Eltern und die Schwester des Angeklagten – die gehörten Zeugen haben indes viel bestätigt, was bereits zum Attentäter Stephan B. bekannt war: Der Extremist war ein einsamer Mann, der keinen Kontakt zu anderen suchte. Vereinzelt gab er seinem Umfeld Hinweise auf sein rassistisches, antisemitisches Weltbild. Bisher gibt es allerdings keine Hinweise darauf, dass dies jemanden zum Eingreifen veranlasste. Am kommenden Montag wird der Prozess fortgesetzt – dann wird es größtenteils um Formalien gehen. Nach einer kurzen Sommerpause geht es anschließend am 25. August weiter.
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#7
https://www.youtube.com/watch?v=IphfG8dTFcM

Bericht über den 4. Prozesstag, Abschiedsbrief der Mutter

bis ca. min. 7.20
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#8
(29.07.2020, 10:04)fhh schrieb: Sitzung beendet

...

9.25 Uhr: Familie mit rechtsextremer Weltanschauung?
Am Dienstag hatten bereits mehrere Anwälte Aussagen von Verwandten und Bekannten zitiert, die darauf hindeuten, dass dessen rechtsextreme Weltanschauung seinem Umfeld durchaus bekannt war. Das Gericht hatte auch einen Brief verlesen, den die Mutter des Angeklagten vor einem Suizidversuch in Folge des Anschlags an ihre Tochter, die Schwester des Beschuldigten, geschrieben haben soll. Daraus ging hervor, dass auch die Mutter antisemitischen Verschwörungstheorien nahe steht.

Null Fakten zum Tatgeschehen.

Jede Menge Geschwurbel und Gedöns, alles NAZI  was wo antisemitischen Verschwörungstheorien nahe steht.
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#9
@Hallo
Das sind die Meldungen der MZ, die schreiben in diesem Stil, BILD und andere Magazine ebenfalls. Um Geschwurbel kommen wir nicht drum rum.
Die Prozess-Ticker in Gänze und im Vergleich sind wichtig, um eine Vorstellung zu bekommen.
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#10
(29.07.2020, 20:45)fhh schrieb: https://www.youtube.com/watch?v=IphfG8dTFcM

Bericht über den 4. Prozesstag, Abschiedsbrief der Mutter

bis ca. min. 7.20

Ziemlich mies, wie dieser Suffbrief gepusht und in die Öffentlichkeit gezerrt wird; aber wie ist der eigentlich in die Hände des BKA gekommen? Gegen die Mutter wird ja nicht ermittelt, die war als Zeugin vorgeladen worden.
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