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8 Tote nach Schiesserei in Hanau
(22.02.2020, 13:18)kalter hornung schrieb:
(22.02.2020, 12:38)Elias Davidsson schrieb: Es gibt kein Grund für mich diese Zeugenaussage als unecht zu bezeichnen. Die Darstellung des Ereignisses ist lebendig und nachvollziehbar.  Er unterscheidet zwischen was er glaubte (Spielpistole) und was er erlebte, was ihn als glaubwürdig macht.

Sachliche Gründe, die Echtheit zu verneinen, gibt es freilich nicht.

Ich weiß nicht, ob ein tatsächlich Traumatisierter in dieser Weise klar strukturiert, detailliert, anekdotisch - also "lebendig" - und gleichzeitig telegen berichtet, um dann an der richtigen Stelle "zusammenzubrechen", ob sich ein tatsächlich Traumatisierter in dieser Weise durch Bild "vermarkten" lassen würde - und zwar bereits am Folgetag? Keine psychologische Betreuung? Keine Kommunikationsvorgaben durch Ermittler und Polizei? Als Zeuge sofort an den Tatort zurückkehren, um Interviews zu geben? Die fehlende Empathie bzw. "Nichtreaktion" des Reporters auf den emotionalen Ausbruch wirkt auf mich ebenfalls dissonant, selbst wenn man die Rücksichtslosigkeit der Branche einbezieht. Das sind für mich die "emotionalen" Unstimmigkeiten.

Daß er als direkter Augenzeuge eine direkt erlebte Schießerei als nicht bedrohlich realisiert, widerspricht zumindest zahlreichen Berichten von panikartigem Verhalten bei Shootings. Hier stellt er es so dar, daß er sich bei den Schüssen vor dem Kiosk zunächst nichts gedacht habe (was ich noch gut nachvollziehen kann), aber auch als der Täter hereingekommen sei und auf weitere Opfer geschossen habe, sei der Zeuge noch immer von einer Spielzeugpistole ausgegangen, sprang aber dann trotzdem mit anderen hinter den Thresen. Mag sein, daß da in der Erinnerung einiges auch durcheinanderkommt, aber wirklich konsistent ist das für mich nicht.

Ich halte das für Verhalten für echt. Auf der einen Seite - nach dem dramatischen Erlebnis - setzt im Gehirn das Verdrängen und Rationalisieren ein. Das gelingt dem Betroffenen exakt bis zu dem Punkt, wo sich seine Emotionen Bahn brechen, weil er das Geschehene noch nicht "rationalisiert" hat.
Sogar das Verhalten des Reporters erscheint mir plausibel. Mir scheint, er will verhindern von den Emotionen angesteckt zu werden...
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