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Der US-amerikanische Vietnamkrieg
#1
Parallelen zu den heutigen westlichen Kriegen in Durchführung, (offizieller) Begründung, tatsächlichem Rassismus der Truppen Vor-Ort, der offiziellen NATO-Propaganda, der „Begleitung“ durch die Qualitätsmedien und Wirkung auf die Opfer sind unübersehbar.

Daher lohnt oft ein Rückblick auf die Geschichte, die sich z.Z. offensichtlich als Farce wiederholt

http://rechtes-denken.com/Warum-Geschichte-wichtig-ist/Der-Vietnamkrieg

Inhalt:

- Statt einer Einleitung: My Lai
- Offizielle Propaganda – damals wie heute?
- Die Kriegsverbrechen
     Ursachen für die Kriegsverbrechen: Rassismus durch „Ausbildung“ der US-Truppen
     Ursachen für die Kriegsverbrechen: Technokratische Kriegsführung und „Body Count“          
     Ursachen für die Kriegsverbrechen: Strategie „search and destroy“
     Ursachen für die Kriegsverbrechen: Testgebiet für immer perversere Waffen
     Exzessiver Luft- und Artilleriekrieg
     Vertreibung der Landbevölkerung / „Umsiedlungen“
     Foltern und foltern lassen
     Todeslisten
     Das Wüten der 9.Infanteriedivision im Mekongdelta
- Umgang offizieller Organe mit den Kriegsverbrechen
    Sergeant Roy Baumgarner
    Meldung von Kriegsverbrechen
- Die Rolle der freien Presse
- Statt eines Sclusswortes: My Lai
Ihr wisst schon genug.
Ich auch.
Nicht an Wissen mangelt es uns.
Was fehlt, ist der Mut, begreifen zu wollen, was wir wissen und daraus die Konsequenzen zu ziehen.
Sven Lindqvist
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#2




Der Vietnamkrieg und die Verbrechen des US-Imperiums

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#3
Bei "Verbrechen des US-Imperiums" merke ich auf, ja, alle in einen Sack und draufhauen,man trifft immer den Richtigen.

Aaaaaber: bei Agent Orange gibt es eine Besonderheit, die in diesem Film - den ich nicht ganz mir angetan habe - verschwiegen wird.
Die Amis WUSSTEN um die Gefährlichkeit des Zeugs. Und deshalb lagerten sie die Produktion aus.
Wohin? Nach Deutschland. Nach Ingelheim zu Boehringer.
Geschäftsführer dort ZU DER ZEIT war : Richard von Weizsäcker - im Wissen um die Wirkung, den Besteller der Ware und im Wissen, wo sie verwendet werden würde.
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#4
Eingeflochten:
...und Böhringer Ingelheim ist nicht zimperlich wenn es darum geht Kritiker zu vernichten.

INP
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#5
(01.09.2017, 08:47)A.Hauß schrieb: Bei "Verbrechen des US-Imperiums" merke ich auf, ja, alle in einen Sack und draufhauen,man trifft immer den Richtigen.

Aaaaaber: bei Agent Orange gibt es eine Besonderheit, die in diesem Film - den ich nicht ganz mir angetan habe - verschwiegen wird.
Die Amis WUSSTEN um die Gefährlichkeit des Zeugs. Und deshalb lagerten sie die Produktion aus.
Wohin? Nach Deutschland. Nach Ingelheim zu Boehringer.
Geschäftsführer dort ZU DER ZEIT war : Richard von Weizsäcker - im Wissen um die Wirkung, den Besteller der Ware und  im Wissen, wo sie verwendet werden würde.

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Nicht nur dies war bekannt. Die US Regierung und ihre freie Presse wussten um die zahlreichen Kriegsverbrechen. Und sie wussten, dass dies Kriegsverbrechen waren, die in Nürnberg den Tod durch den Strang zur Folge gehabt hätten.

Es gab währen des Vietnamkrieges aus jeder Einheit bereits ab Anfang der 1970ger Jahre umfangreiche Meldungen von US-Militärangehörigen über Kriegsverbrechen, die durch US-Truppen begangen wurden. Selbst beeidete Aussagen, wie die der "Winter Soldiers" 1971 wurden sowohl von den Strafverfolgungsbehörden, als auch von der freien Presse noch nicht einmal ignoriert.
US-Soldaten, die offen gegen die Verbrechen angingen, riskierten es beim nächsten Feuergefecht durch "Friendly Fire" umzukommen - was leider häufiges Schicksal von zu aufmüpfigen Whistleblowern war.
Aber selbst vorsichtigere Soldaten wurden nach einer Zeugenaussage oft massiv eingeschüchtert. Die offiziellen Institutionen, die zur Aufklärung von Straftaten eingerichtet waren - wie das CID oder die War Criminal Working Group - taten sich weniger durch Ermittlungen wegen der angezeigten Straftaten hervor, sondern versuchten massiv, die Zeugen einzuschüchtern und ihre Glaubwürdigkeit zu untergraben. Falls doch ein Ermittlungsverfahren eingeleitet wurde, wurde dieses so gut es ging verschleppt und häufig mit fadenscheiniger Begründung eingestellt.

Nach My Lai tat die US-Regierung alles, um weitere Ermittlungen bereits im Keim zu ersticken. Dazu ordnete "Verteidigungs"minister Laird im Frühjahr 1971 an, dass alle Untersuchungen des CID zu Kriegsverbrechen direkt dem Pentagon unterstellt werden. Mitglieder der US-Regierung hatten Angst, dass sich ein Prozess über das Massaker zu einem ähnlichen, wie die Nürnberger Kriegsverbrecherprozesse ausweiten könne.  



Die Angst war nicht ganz unbegründet, da 1971 Telford Taylor, Assistent (Beigeordneter Ankläger) des amerikanischen Hauptanklägers bei den Nürnberger Kriegsverbrecherprozessen und später selber Chefankläger in den Nürnberger Nachfolgeprozessen, in der „Dick Cavett Show“ die Ansicht vertrat, dass General Westmoreland nach den Yamashita-Standards schuldig sei. Yamashita war kommandierender General japanischer Truppen, die nachweislich Kriegsverbrechen begangen hatten. General Yamashita wurde in einen US-Kriegsverbrecherprozess zum Tode verurteilt, obwohl er zum Zeitpunkt der Verbrechen keinen Kontakt mehr zu seinen Truppen hatte.   



Daher wurde zunächst eine Army-interne Untersuchung angeordnet, die den Fall unter den Tisch kehren sollte. Obwohl der Vorsitzende der Untersuchungskommission, Lieutenent General William Peers einen nur sehr begrenzten Untersuchungsauftrag hatte, nahm er diesen ernst, und fand deutliche Worte über das Morden und - aus Sicht des Pentagon viel schlimmer - über die Befehlsstrukturen, die dieses erst möglich machten. Peers stellte insbesondere die persönliche Schuld des Kommandeurs der 11. Infanteriebrigade, Colonel Oran Henderson fest, da dieser



  1. das Massaker, obwohl er darüber informiert war, nicht stoppte
  2. keine Untersuchung einleitete, sondern
  3. alles tat, um das Massaker zu verschleiern, insbesondere vorsätzliche falsche Angaben zum Hergang, den Opfern und der Anzahl der Opfer (20 Zivilisten, die ins Kreuzfeuer zwischen US-Truppen und denen der NLF gekommen sind) machte.
Peers hat aber in seinem Bericht nicht nur My Lai benannt, sondern auch andere Massaker, die nahe My Lai 1968 verübt wurden. Dies war dem Pentagon definitiv zu viel. Der Peers Bericht wurde daher im März 1970 stark "überarbeitet", wobei seine Aussage ins Gegenteil verkehrt wurde.
Der Originalbericht kam erst 1974 an das Licht und wurde ... man ahnt es: von Strafverfolgungsbehörden und freier Presse noch nicht einmal ignoriert.
Ihr wisst schon genug.
Ich auch.
Nicht an Wissen mangelt es uns.
Was fehlt, ist der Mut, begreifen zu wollen, was wir wissen und daraus die Konsequenzen zu ziehen.
Sven Lindqvist
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