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WDR-Demo in Köln
#31
Jasinna:

Denn sie wissen nicht was sie sagen .. #Oma is ne alte Umweltsau



 
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#32
WDR: "Wir werden nicht einer Meinung sein"

Seit der Aufregung um die "Umweltsau"-Satire rumort es im WDR. Nun gab es eine Redaktionsversammlung. Intendant Tom Buhrow verteidigte vor den Mitarbeitern sein Vorgehen.
Die erste Frage an Tom Buhrow lautet: "Wofür haben Sie sich eigentlich entschuldigt?" Doch Buhrow antwortet nicht. Er begrüßt erst einmal die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die am Dienstagnachmittag in den Kleinen Sendesaal im WDR-Funkhaus in Köln zu einer Redaktionsversammlung gekommen sind. Ungefähr 700 Leute sollen nach Angaben des Senders gekommen sein, der Saal ist völlig überfüllt. Nicht alle haben drinnen Platz gefunden. Aber alle hätten offenbar gern Antworten auf einige Fragen, die sich seit ein paar Tagen stellen – unter anderem eben auch die, was der Intendant des zweitgrößten Fernseh- und Hörfunksenders in Europa eigentlich genau meinte, als er Ende Dezember vom Krankenbett seines Vaters aus live in einer Sondersendung bei WDR 2 anrief und sagte: "Ich entschuldige mich ohne Wenn und Aber dafür."

Es ging um das Video des WDR-Kinderchors, der eine Motorrad und SUV fahrende Oma als "Umweltsau" besang. Jochen Rausch, Chef unter anderem des Hörfunksenders WDR 2, hat das Video, nachdem ein Proteststurm deswegen entstanden war, am 27. Dezember 2019 von der Facebook-Seite des Senders löschen lassen, angeblich ohne vorherige Rücksprache mit Buhrow. Das ist der Sachverhalt (oder jedenfalls die Darstellung der Beteiligten über das, was passiert ist), und den kennen alle am Dienstag Anwesenden.

Was sie nicht wissen: Hat Buhrow sich lediglich dafür entschuldigt, dass Zuschauende sich durch die Formulierung beleidigt gefühlt haben – und vielleicht einfach vergessen zu erwähnen, dass seine Redakteure so etwas aber dennoch dürfen? Oder hat er sich vollumfänglich für das entschuldigt, was seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter angerichtet haben? Das wäre schon ein Unterschied, denn im zweiten Fall hätte er damit auch gesagt: So etwas machen wir garantiert nicht noch einmal, liebe Zuschauerinnen und Zuschauer. Und das würde für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des WDR bedeuten: Von Satire-Beiträgen, die sich kritisch mit älteren Menschen befassen, lassen sie in Zukunft besser die Finger.
Ist der Intendant seinen Mitarbeitern also in den Rücken gefallen? Tom Buhrow weicht der Frage an diesem Nachmittag immer wieder aus. Das ist auf einem Mitschnitt der Veranstaltung zu hören, der ZEIT ONLINE vorliegt. Als die Frage ein weiteres Mal gestellt wird, sagt Buhrow, es gehe weniger darum zu fragen, "wofür haben wir uns entschuldigt". Sondern um die Frage: "Warum hat der Intendant sich entschuldigt?" Dann erklärt er, warum eine Entschuldigung sich aus seiner Sicht nicht vermeiden ließ. Nach dem Tweet eines freien WDR-Mitarbeiters, der nach dem Kinderchor-Beitrag noch einen draufsetzte und das Wort "Nazisau" ins Spiel brachte, sei die Situation völlig außer Kontrolle geraten – "(…) und da musste ich dieses klare Signal senden".
Viele der Anwesenden sind mit der Antwort offenkundig nicht zufrieden. Als der Einwand "Tschuldigung, Sie haben die Frage nicht beantwortet" kommt, gibt es Applaus. Aber Buhrow will weiter nicht antworten. Dass auch er selbst einen Fehler gemacht haben könnte, sieht Buhrow offenbar nicht. Im Interview mit dem Spiegel hat er vor einigen Tagen den trotzigen Satz gesagt: "Man wird doch mal Entschuldigung sagen dürfen, ohne dass einem gleich Zensur vorgeworfen wird." Das klang genervt, aber nicht souverän. Am Dienstag ist er ruhig. Dafür liegen die Nerven bei anderen blank.
Buhrow hat die Geschäftsleitung des Senders mitgebracht, unter anderem Jochen Rausch, den stellvertretenden Hörfunkdirektor des WDR, der als Programmchef eben die Entscheidung getroffen hat, das "Umweltsau"-Video zu löschen. Das soll er jetzt erklären. Aber viele Anwesende wollen das anscheinend gar nicht hören. Eine kritische Zwischenfrage weist Rausch schroff zurück. Buhrow muss um Verständnis bitten: "Das war und ist für ihn (Rausch, Anm. d. Red.) jetzt auch nicht einfach." Das Publikum aus WDR-Mitarbeitern reagiert mit Gelächter. Als Rausch dazu ansetzt, Zuschauerkommentare zu dem Video vorzulesen, hört man "Nein!"-Rufe im Mitschnitt. Die Stimmung wirkt gereizt.
Tom Buhrow hat augenscheinlich nicht damit gerechnet, an diesem Nachmittag irgendwen zu überzeugen. Gleich zu Beginn hat er gesagt: "Ich weiß, dass mich heute keine Zustimmung erwartet. Und genauso ist mir auch klar: Wir werden hier nicht auseinandergehen, wenn wir uns ausgetauscht haben, und einer Meinung sein."
Aber wie kann einer, der so sensibel auf die verletzten Gefühle seiner Zuschauerinnen und Zuschauer reagiert, so wenig Verständnis für seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben?.......

mehr > https://www.zeit.de/kultur/2020-01/wdr-u...ettansicht
 
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#33
Nicht verraten, nicht erwähnen

Langsam wird es endlich wieder heller in Deutschland. Im Schein der täglich höher steigenden Sonne kommt einiges ans Licht, was wir bislang nur verschwommen wahrgenommen haben. Beispielsweise politische Kampfbündnisse, wie wir sie uns in dieser beeindruckenden Breite kaum vorstellen konnten. So etwa die feste Allianz, die von einer Regierungspartei über den öffentlich-rechtlichen Staatsfunk bis hin zum gewalttätigen Linksextremismus reicht. Diese Phalanx zeigte in Köln stolz ihr Gesicht (und ihre Fäuste), als ein Haufen Bürger es wagte, nach dem „Umweltsau“-Skandal seinen Unmut über den WDR öffentlich zu machen........
 
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#34
Anti-GEZ-Kampagne War #Omagate ein von rechts inszenierter Shitstorm?

Datenanalysten sagten ja, WDR-Intendant Tom Buhrow scheint sich bis heute nicht sicher zu sein. Wie sieht Mobilisierung in der rechtsextremen Internetszene aus? Und welche Hintergedanken hatte die rechtsextreme Szene bei #Omagate? Eine Analyse.
Der Jahreswechsel 2019/20 gestaltete sich im Social Media Bereich hysterisch. Aufhänger war eine Umdichtung des Kinderlied-Klassikers „Meine Oma fährt im Hühnerstall Motorrad“. Ausgestrahlt wurde die neue Version des Liedes als „Meine Oma ist  ’ne alte Umweltsau“ erstmals am 09.11.2019 im Rahmen eines WDR 5-Kabarett-Programms „Satire Deluxe – Live beim Köln Comedy Festival“ – hier kommentiert als Satire auf überzogene Umweltschutz-Wünsche der „Fridays for Future“-Generation und von erwachsenen Interpreten gesungen. Öffentliche wahrnehmbare Reaktionen auf die Erstausstrahlung: Keine. Der Audio-Beitrag ist auch weiterhin in der Mediathek des WDR online.
Am 27.12.2019 kommt es zu einer zweiten Nutzung des umgedichteten Liedes, diesmal bei WDR2, aufgenommen vom WDR-Kinderchor Dortmund, gedacht als Thematisierung eines Konfliktes zwischen den Generationen mit dem Mitteln von Überspitzung und Humor. Der Radiosender postet ein Video der Aufnahme auf seinem Facebook-Kanal. Auf Facebook  veröffentlichen empörte Accounts daraufhin Kritik unter dem Video-Post, auch ein reichweitenstarker Kanal der rechten Szene teilt das Video. Schnell wächst das Kommentaraufkommen auf der Facebook-Seite von WDR 2 zu einem Shitstorm. Das Video wird noch am Abend des 27.12. von Facebook gelöscht, doch die Empörung – und Kopien und Ausschnitte – sind schon zu Twitter weitergewandert.
Wie es weitergeht, hat Medienexperte Martin Hoffmann in einem Twitter-Thread schon am 28.12.2019 kurz analysiert: Von Einzelpersonen schwappt die Empörung zu rechten „Influencern“ und „alternativen Medien“, dann greifen zum 28.12. seriöse Medien den Fall auf („Empörung über…“), ohne sich die Absender vorher anzusehen, zum Teil unter Einbettung rechtsalternativer oder rechtsextremer Tweets.
Wie entsteht eigentlich diese aus dem Ruder gelaufene Debattenkultur genau, die zahlreiche Medien immer wieder beklagen? Das #Umweltsau-Video des WDR zeigt es ganz gut. (Thread ⬇️)
— Martin Hoffmann (@martinhoffmann) December 28, 2019
Aus einer Aufregung in der rechts-alternativen Twitter-Blase – nur 2 Prozent der Menschen in Deutschland nutzen Twitter, allerdings sind viele davon Journalist*innen – wird eine scheinbar breite Empörung über ein Satirelied.
Dies hätte ein Grund für redaktionelle Debatten sein können, über die Sinnhaftigkeit dieser Satire und den Umgang mit den Reaktionen. Stattdessen reagierte der Sender massiv beeindruckt, es gab eine Sondersendung inklusive Intendantenanruf mit Entschuldigung und Fehlerbezeichnung, Löschung des Beitrags, Distanzierung des Senders vom einem freien WDR-Journalisten, der daraufhin aus der rechtsextremen Szene bedroht wurde. Dabei gab es schon zu dieser Zeit Warnzeichen, dass es sich um organisierte Empörung mit einem politischen Ziel handeln könnte: Der fehlende Shitstorm bei der Erstausstrahlung, die Empörungswelle bei der zweiten Ausstrahlung durch politisch deutlich rechtsaußen positionierte Accounts (was ein Klick auf das eine oder andere Profil schnell gezeigt hat), die massiv mobilisierten und dadurch weit mehr Empörung zu produzieren verstehen, als es beispielsweise kritische Stimmen vermögen, wenn es um rassistische Satirebeiträge geht, die es im öffentlich-rechtlichen Rundfunk ja ebenfalls gibt. Doch der Furor der rechts-alternativen Szene produzierte massive Aktivität und führte zum #Omagate-Shitstorm, wie Datenanalysten wie Luca Hammer (vgl. Spiegel) oder Philip Kreißel später zeigen konnten. Doch lassen sich deren Zahlen mit Inhalt füllen?........

weiter > https://www.belltower.news/anti-gez-kamp...orm-94675/
 
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#35
6. Februar 2020 um 19:55
Gegen „Umweltsau“-Video kann nicht geklagt werden
Und wenn sie es noch hundert mal so nennen: Es war keine Satire!
Meine Oma, die ihr langes und arbeitsreiches Leben in Sachsen verbracht hat, hätte gesagt: „Die stecken doch alle unter einer Decke.“
https://www.prisma.de/news/Umweltsau-Vid...n,25609601
 
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