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Der Öffentlich-Rechtliche Rundfunk in der Kritik
#1
Dreiklassensystem bei den ARD-Beschäftigten

23.12.2019

Bei der ARD/ZDF arbeiten über 44.000 Festangestellte und „arbeitnehmerähnliche Freie“ (1. und 2.Klasse) sowie eine hohe Zahl von „freien Freien“ (3.Klasse) – so gruppiert die Rosa-Luxemburg-Stiftung der Linken die Beschäftigte ein. https://www.rosalux.de/publikation/id/39863/beschaeftigte-zweiter-klas .... Die Personalstärke erreicht damit die Einwohnerzahl einer Mittelstadt, wie Iserlohn. Privilegierte Talk-Millionäre arbeiten neben diskriminierten Drittklasslern. Wie kommt das?
Markt und Selbstbedienung – Gehälter in der Wirtschaft und im Parlament? 

Der „ARD-Konzern“ beschäftigt nicht nur eine Mittelstadt, sondern generiert Einnahmen von 9 Mrd. €, die über dem Umsatz des Kosmetikriesen Beiersdorf und DAX-Titels (7,5 Mrd. €) liegen. Beiersdorf arbeitet unter Konkurrenzbedingungen. Der Markt zwingt die Hamburger zur Leistung, das Aktienrecht zur Transparenz. Die Gehälter inklusive Vorstandsboni müssen verdient werden. Auch bei den Gagen deutscher Parlamentarier herrscht weitgehend Transparenz.

Wer bestimmt aber die ARD-Gehälter? 
Anders bei der ARD. Die knappen Gehaltsinformationen (Graphik) sagen nicht viel aus. Parlamentarisch Kontrolle der GEZ-Gelder und Auskunftsrecht Fehlanzeige (Staatsferne!). Über die „politisch korrekten Aufsichtsgremien“ kontrolliert sich der Sender selber. Es gibt keinen direkten Schuldigen, wenn Dinge schiefgehen, wie eben bei der Gehaltverzerrung. 
Denn de facto kreierten die ARD-Oberen sich ihre Gehaltswelt selbst. Gelang es ihnen doch ihren „Bedarf“ bei der Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs (KEF) – Länderinstitution genehmigt Gelder auf der Kostenbasis, wie in der Planwirtschaft - bis dato glatt durchzuwinken. Solange Geld da war kümmerte das den Steuerzahler nicht. Die Konzernerträge stiegen durch GEZ-Zwangsgebühren lange Zeit munter um 5% jährlich. Über solche Zuwächse hätte sich der Malocher und Kleinangestellter gefreut. http://www.neue-ard-forum.de/rundfunkfin...gebuehren/

Die ARD-Millionäre 
Auf die „Millionäre“ in der ARD – die der facto die vierte Klasse bilden - geht die Studie der LINKEN nicht ein. Dies sind nicht die Intendanten, sondern Moderatoren der Polit-Talks und die Showmaster, die ihrem Arbeitgeber für ihre „in Eigenregie produzierten Leistungen“ Rechnungen ausstellen. Das Prinzip der „Produktion“ ist banal: der Moderator liefert die Inhalte, Moderation, Gäste, Studioaufnahmen, angeblich „billiger“ als wenn der Sender es macht. Einen Kostenvoranschlag, der abgelehnt werden kann, gibt es wohl nicht. Nur ein nachträgliches Wehklagen, dass doch alles viel zu teuer war – über 4.600 € pro Minute in der Spitze.
https://www.wiwo.de/unternehmen/dienstleister/teure-talkrunden-kef-sie ...
Ob Anne Will in diesem Kontext als ARD-Festangestellte, Scheinselbständige oder als Geschäftsführerin ihrer Will Media GmbH auftritt, ist irrelevant. Relevant ist, dass sie exklusiv für die ARD Sendungen herstellt und ihre GmbH fast ohne Risiko über 1,6 Mill. € jährlich Bilanzgewinn „erwirtschaftet“. https://www.bundesanzeiger.de/ebanzwww/wexsservlet. Zahlen ihre Mitarbeiter denn Sozialabgaben und bekommen eine Altersversorgung? Darüber erfährt der Leser auf der Webseite der Firma nichts. 
Wer im Konzern das Privileg hat Rechnungen präsentieren zu dürfen, ist nicht bekannt. Markus Lanz wird das erlaubt sein, Judith Rakes wohl nicht. https://www.youtube.com/watch?v=fIvP1vwJ7bg&t=470s. Ein normaler Arbeitnehmer und Steuerzahler kann im Alltag davon nur träumen. Auch kein Wirtschaftsvorstand wird sich heimlich an der Consulting-Firma, die seinen Arbeitgeber berät, beteiligen. Wenn das herauskommt, fliegt er.
Der Krösus unter den „ARD-Produzenten“ gilt zweifelsohne Günther Jauch, der wahrscheinlich 50 Mill. € Vermögen sein eigenes nennen darf. https://www.vermoegenmagazin.de/guenther...vermoegen/. Über die Mammutgagen des Superstars vor seiner RTL-Zeit gab es lange Zeit Diskussionen. Passiert war nichts, weil es angeblich keinen „besseren“ gab und sein „Marktwert“ leider so hoch war, was bei fehlender Konkurrenz schwer zu sagen war. Ungeachtet dessen ist dreist, wenn Jauch (soll 72 Mio. € für gute Zwecke gespendet haben) seine – nicht zuletzt mit GEZ-Gebühren aufgebaute - Produktionsfirma i&u TV an die US-Heuschrecke KKR verkauft. https://de.wikipedia.org/wiki/G%C3%BCnther_Jauch. Wird die Heuschrecke die alten Arbeitsbedingungen seiner 153 Angestellten übernehmen? 

Die oberen zehn Tausend (die Außertariflichen) und das Fußvolk (die Tariflichen)

Wieviel Außertarifliche und Tarifliche der ARD-Konzern zählt, ist nicht zu ermitteln. Der Terminus „Grundvergütung“ in der Graphik scheint eine Irreführung zu sein, wie das Beispiel Bettina Schausten, Leiterin des ARD-Hauptstadtbüros, zeigt. Die Dame darf sich neben dem Festgehalt von 156.120 € auf viele Beihilfen, Altersversorgung, Familienzuschlag, Sterbegeld, Reisekosten, Übernachtungsgelder, Jubiläumsgelder, Trennungsentschädigung, Umzugskostenerstattung und noch sonstige „übliche“ ARD-Leistungen freuen. https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/medien/neuer-vertrag-fuer-lei .... Wird aus diesen Gaben nicht schnell ein zu versteuerndes Einkommen von 200.000€? 

Was ist mit den „freien Freien“
Wie die oben genannte Studie der LINKEN belegt, wird diese „Freien“ nicht nur diskriminiert, sondern haben auch wirtschaftlich wenig zu lachen. Fehlende Altersabsicherung und Lohnfortzahlung bei Krankheit, schwankende Unterbezahlung und Benachteiligung gegenüber Festangestellten, weniger Geld für die gleiche Arbeit. Auch Sexualbelästigungen sind die Stichworte. https://taz.de/Freie-Mitarbeiter-bei-ARD.../!5565542/. Nach welchen Kriterien werden Aufträge an Fremdfirmen verteilt? In ihren Produktionsbericht gibt die ARD zwar die „Zulieferer“ bekannt, sagt nicht ob diese Aufträge für tausend Euro oder eine Million bekamen. Laut Studie macht jeder Regionalsender was er will. 

Europäische Gebührenmodelle bei öffentlichen Sendeanstalten auf dem Prüfstand?
Boris Johnson will die BBC-Zwangsgebühren abschaffen und die Nicht-Zahler entkriminalisieren. Die AfD möchte mit den GEZ - System das Gleiche tun. Auch in Österreich brodelt es. Die Betroffenen erkennen die schlechten Zeichen der Zeit. Neue Gesetze würden Inhalte, Vergütungen und Kontrolle regeln und Privilegien abschaffen.

> https://www.wallstreet-online.de/nachric...igten/all#
 
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#2
Wie ARD und ZDF sich die gewünschten Klatschhasen ins Publikum holen
Wer Polit-Talkshows im öffentlich-rechtlichen Fernsehen verfolgt, kann darin mehrere stetig wiederkehrende Muster erkennen: Zum einen ist von den im Regelfall zwischen vier und sechs Studiogästen meist einer ein eindeutig Konservativer – entweder ein AfD-Politiker oder eine Persönlichkeit aus dem vorpolitischen Raum. Zum anderen wenden sich nicht nur alle übrigen Studiogäste und der Moderator gegen ihn, sondern auch das Saalpublikum, durch Totenstille oder Missfallensbekundungen zu dessen Beiträgen und tosenden, frenetischen Applaus zu Kontern vonseiten seiner Gegner.....
 
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#3
Kommentar

«Der andere Blick»: Warum Deutschlands öffentlich-rechtliche Riesensender eine Schrumpfkur benötigen


Das «Oma-Gate» des Westdeutschen Rundfunks war kein Ausrutscher. Die grösste gebührenfinanzierte Anstalt des Landes begreift sich als weltanschauliche Orientierungsmaschine, die dem Publikum die Teilnahme an gesellschaftlichen Leben überhaupt erst möglich macht. Ihre Anmassung ist Programm.
Wer nicht wusste, dass der Westdeutsche Rundfunk einen Kinderchor hat, der weiss es jetzt. Die halbe Republik hat inzwischen vermutlich das Video gesehen, in dem die Kleinen ihre und andere Omas zu «Umweltsäuen» erklären, oder zumindest davon gehört. Ebenso kennt man jetzt jenen Mitarbeiter des Senders, der Deutschlands Omas zusätzlich zu «Nazisäuen» gemacht hat. Tausende aufgeregte Tweets, zig politische Stellungnahmen und eine Handvoll mal mehr, mal weniger überzeugende Entschuldigungen später könnte man das «Oma-Gate» getaufte Fiasko als Einzelfall abbuchen. Aber das wäre falsch.

Die Diskussion sollte jetzt erst beginnen. Denn dem WDR ist nicht einfach nur ein Fehler unterlaufen. Der Riesensender, mit knapp 4300 festen Mitarbeitern der grösste des Landes und, nach der BBC, der zweitgrösste des Kontinents, ist selbst ein Fehler. Um das zu erkennen, muss man erst das gebührenfinanzierte System als solches und dann den WDR im Besonderen in den Blick nehmen......

mehr > https://www.nzz.ch/meinung/der-andere-bl...ld.1531635
 
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#4
Öffentlich-Rechtlicher Sender

WDR beauftragt Berater für Krisenkommunikation – wegen Expertenbericht

Auf den WDR rollt nach dem „Oma-Umweltsau“-Lied des Kinderchors die nächste Empörungswelle zu. Vorsorglich werden Experten für Krisenkommunikation engagiert. Diesmal geht es um einen Expertenbericht, der wohl im Februar veröffentlicht wird. 
Mit der Empörung über das „Oma Umweltsau“-Lied seines Kinderchors hat beim WDR wohl niemand gerechnet. Dafür erwartet das nach der Mitarbeiterzahl größte öffentlich-rechtliche Medienunternehmen Deutschlands bereits die nächste Kritikwelle. Die hat nichts mit der Umwelt, sondern mit dem Rundfunkbeitrag zu tun, der ab 2021 voraussichtlich höher ausfällt. Nach Informationen von WELT AM SONNTAG hat der WDR eigens eine Kommunikationsberatung mit den Schwerpunkten Krisenkommunikation und öffentlich-rechtlicher Rundfunk beauftragt. Der Zuschlag ging an die kleine Münchner Spezialagentur Media 5 mit Geschäftsführer Andreas Fünfgeld Ex-Pressesprecher von RTL2. Als weiterer Berater ist Wolfram Winter, der langjährige Kommunikationschef des Bezahlsenders Sky, an Bord.
Wie der WDR formuliert, sei mit der für Februar geplanten Veröffentlichung des Expertenberichts über den Finanzbedarf der Rundfunkanstalten mit „kritischer Berichterstattung zu rechnen“. Denn, so viel sickerte vor der Veröffentlichung des Sachverständigen-Gremiums KEF durch: Die Experten empfehlen Kürzungen an dem von ARD und ZDF geforderten Finanzbedarf für die Gebührenperiode ab 2021. So errechneten die unabhängigen Kontrolleure der „Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs“ hohe Eigenmittel einzelner ARD-Anstalten, die den Bedarf mindern.
In einem weiteren Gutachten, das von der KEF beim Beratungsunternehmen Kienbaum in Auftrag gegeben wurde, heißt es zudem, dass die Mitarbeiter der Rundfunkanstalten im Vergleich mit Verwaltungsangestellten überproportional gut bezahlt werden – und darum der Personalaufwand zu kürzen sei. Die Entscheidung über die Beitragshöhe fällen die Länder, die der Erhöhung geschlossen zustimmen müssen.
Beratung schon im Fall „Oma Umweltsau“

Die KEF wird letztlich zwar eine Erhöhung des Beitrags um rund 86 Cent auf dann monatlich 18,36 Euro empfehlen. Gleichzeitig aber wird sie Kürzungen fordern, was als deutliche Kritik am Finanzgebaren der Sender zu verstehen ist. Darauf bereiten sich der WDR und sein Intendant Tom Buhrow vor, der seit Jahresbeginn den Vorsitz in der ARD innehat......

mehr > https://www.welt.de/wirtschaft/article20...richt.html
 
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#5
Unersättlich

WDR: teurer Berater soll für Gebührenerhöhung trommeln

Als neuer ARD-Vorsitzender will Tom Buhrow den Milliarden-Aufschlag für die Öffentlich-Rechtlichen retten. Dabei sollen PR-Profis helfen. Wieviel Gebührengeld wird ausgegeben, um noch mehr Gebührengeld einzutreiben?
Viel schlechter hätte es für den WDR-Intendanten Tom Buhrow nicht laufen können, der zum Jahresbeginn turnusgemäß den ARD-Vorsitz übernahm. Sein Sender steht nach dem Oma-„Umweltsau“-Song des hauseigenen Chors und dem „Nazisau“-Nachtritt eines freien Mitarbeiters exemplarisch für einen Gebührenfunk, der im Moralrausch sein Publikum belehrt und beleidigt. Die Affäre ist noch längst nicht ausgestanden, zumal aktivistische WDR-Mitarbeiter Buhrow in einem Brief vorwarfen, vor einer „rechten Empörung“ eingeknickt zu sein. Unter diesen Umständen hat es Buhrow nun schwerer als jeder andere Intendant, für die Öffentlich-Rechtlichen in der nächsten Gebührenperiode ab 2021 drei Milliarden Euro zusätzlich zu bekommen.
Um dieses Ziel doch noch zu erreichen, gibt der WDR erst einmal Geld aus: Er kaufte sich die Dienste der Münchner Agentur Media 5 ein, ein Spezialistenteam für Krisenkommunikation. Geschäftsführer ist Andreas Fünfgeld, Ex-Pressesprecher von RTL2.
Was sonst zur Rundfunkgebühren-Routine gehört, wird 2020 in der selbstverschuldeten Krise zum Minenfeld. Im Februar erscheint der übliche Bericht der Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs (KEF). Normalerweise streicht die KEF vor jeder neuen Gebührenperiode einen Teil der Finanzforderungen des öffentlich-rechtlichen Rundfunks und unterbreitet Sparvorschläge. Anders formuliert: Die Öffentlich-Rechtlichen schlagen auf ihre Forderungen stets einen Betrag auf, weil sie damit rechnen, dass die KEF sie wieder leicht reduziert. Doch in diesem Jahr und in dieser öffentlichen Diskussion bekommt die zu erwartende KEF-Kritik an der üppigen Personalausstattung der Öffentlich-Rechtlichen und der hohen Bezahlung ein besonderes Gewicht. Denn in der aktuellen Debatte geht es nicht mehr um einen Aufschlag auf die Rundfunkgebühr von derzeit 17,50 Euro monatlich – sondern um die Grundsatzfrage, ob die Öffentlich-Rechtlichen tatsächlich ihren Auftrag erfüllen, oder ob sie in Wahrheit politisch korrekte Belehrung verbreiten und dafür noch Extramilliarden bekommen sollten.

mehr > https://www.tichyseinblick.de/feuilleton...-trommeln/

einige Kommentare:

Kassandra
Von oben zwingt uns das Urteil des Bundesverfassungsgerichts zur Zahlung der „Gemeinwohlabgabe“ und von unten verhindert die Antifa gewalttätig den Protest gegen uns schädigende Inhalte, die aus den Anstalten in die Welt gestreamt werden. Nun machen die Witzbolde auch noch öffentlich, dass sie für unser teuer Geld jemanden eingekauft haben, der uns wie Wehling weiter Sand in die Augen streuen soll, damit wir die Kröte weiter schlucken – wie wäre es stattdessen mal mit Aufrichtigkeit? Dass „Fünfgeld“ den Auftrag angenommen hat scheint von vorne herein unseriös.

T. Pohl
Die PR-Profis helfen dem WDR schon seit dem Omagate-Debakel: Beschwichtigende Antworten auf Hörer-Emails kamen nicht vom WDR sondern von einer Servicefirma (erkenntlich an der Absender-Email-Adresse) die der WDR auf Kosten der Demokratieabgabe angeheuert hat. Eigentlich genau so ungeheuerlich, wie die Tatsache, dass die Redakteure des WDR Bührow dafür kritisiert haben, dass er das Umweltsau-Video aus dem Netz genommen hat — will heissen, sie der Beleidigung (eigenlich: dem gruppenbezogenen Rassismus) gegen Omas zustimmen. Ich hoffe, viele nehmen Steinhöfels Ratschlag (Weinhnachtsgrüsse, Neujahrsgrüsse an die GEZ) an, das kostet die GEZ dann richtig viel Geld und Arbeit.

T. Ruebsal
Sollen sie doch. Ich zahle nie mehr den vollen Betrag. Mein Anteil am Staatsfunk im Januar: 1,27 Euro.
 
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#6
Von der Lügenpresse zum Kampf gegen die GEZ-finanzierten Medien

05. Januar 2020  Peter Nowak
Die Empörung über die WDR-Satire dürfte bald verebben, doch die Rechte könnte ein neues Thema gefunden haben
Noch immer erregt eine WDR-Satire die Gemüter. Am Samstag hatten sich erneute ca. 60 Rechte aus verschiedenen Gruppierungen vor der Zentrale des WDR in Köln versammelt. Offiziell geht es um ein Satirevideo, in dem Oma als Umweltsau bezeichnet wurde und den Tweet eines freien WDR-Mitarbeiters, der die Satire weiterdrehte und aus der Umwelt- eine Nazisau machte (Der WDR, die Wutbürger und meine Oma).
Nun könnte man denken, wenn gerade mal 60 Menschen zu einer bundesweit beworbenen Aktion kommen, muss man sich eigentlich keine großen Sorgen machen. Zudem haben auch die Gegner der Rechten kräftig mobilisiert und etwa 2000 Menschen auf die Beine gebracht. Die WAZ schrieb, es seien 50 Rechte und 1500 Gegner auf der Straße gewesen. Es war also eindeutig klar, die die Gegner der Rechten in der Überzahl waren. Ende Dezember waren die Rechten bei einem Protest vor dem WDR noch unter sich. In der Jahresendzeitpause waren die Gegner nicht mobilisierungsfähig.
Es ist wahrscheinlich, dass die Empörung über den konkreten Fall beim WDR bald erschöpft sein dürfte. Doch die Rechten könnten hier ein neues Propagandathema haben, das sie bei Bedarf immer wieder aktivieren können. Es geht um den Kampf gegen den Öffentlichen Rundfunk. In rechten Kreisen wird schon lange in diffamierender Absicht von den GEZ-Medien gesprochen. Die Lügenpressenrufe bei den Pegida-Aufmärschen waren noch ausdrücklich gegen sämtliche Medien gerichtet. Auch konservative Medien wie die FAZ und die selber oft populistisch auftretende Springerpresse war da nicht ausgenommen. Man hatte gelegentlich den Eindruck, dass diese Medien, wenn sie sich kritisch zur AfD und Pegida äußerten, besonders stark angegriffen wurden.
Nicht nur in Deutschland Kampf gegen öffentlich-rechtliche Medien
Dass in letzter Zeit besonders die öffentlich rechtlichen Medien in den Fokus der rechten Angriffe rückten, ist kein Zufall und auch nicht nur auf Deutschland beschränkt. Konservative und Ultrarechte sind bei ihren Angriffen gegen diese Medien oft gar nicht weit voneinander entfernt. So hatte die rechtskonservative SVP in der Schweiz mit einer Volksabstimmung die Gebühren für die öffentlich-rechtlichen Medien abschaffen wollen und war damit gescheitert. Auch der britische Ministerpräsident Johnson hatte sich in Medienschelte geübt und die BBC angegriffen, was bei den Rechten in Deutschland auf viel Zustimmung stößt. Die Kampagne von US-Präsident Trump gegen alle Medien, die ihn kritisieren, ist bekannt.
Es gibt zahlreiche Gründe für den rechten Kulturkampf gegen die Öffentlich-Rechtlichen. Es ist eindeutig, dass sowohl auf politischem als auch auf kulturellem Gebiet gelegentlich auch minoritäre Positionen dort Gehör finden. Es ist allerdings falsch zu denken, sie würden die Öffentlich-Rechtlichen dominieren, wie manche Rechten glauben machen wollen. Aber sie hatten dort gelegentlich ein Eckchen, wo sie auch mal radikalere Kritik äußern konnten. Der Satiresong ist dafür ein Beispiel.
Es ist schon bezeichnend, dass sich über Tage Menschen über einen Beitrag aufregen, der unverkennbar Satire ist. Schon das Lied, das zur Grundlage genommen wurde, ist unschwer als Persiflage zu erkennen. Oder ist es irgendwo ein regionaler Brauch, dass Omas im Stall Mofa fahren? Und diese Satire hat der Chor der Jugendlichen aktualisiert. Man kann auch darüber lachen oder die ganze Chose ignorieren. Dass aber dadurch eine Debatte ausgelöst wurde, an der sich bereits Politiker der Union und SPD auf unterschiedlichen Seiten beteiligen, zeigt auch an, dass es bei der rechten Kampagne keineswegs um ein Strohfeuer handelt.....

mehr >  https://www.heise.de/tp/features/Von-der...28153.html

Kommentare lesen (417 Beiträge)

einige:

Das Lied ist keine Satire, die Verniedlichung ekelhaft

Es ist eindeutig, dass sowohl auf politischem als auch auf kulturellem Gebiet gelegentlich auch minoritäre Positionen dort Gehör finden. Es ist allerdings falsch zu denken, sie würden die Öffentlich-Rechtlichen dominieren, wie manche Rechten glauben machen wollen.

Den ÖRR dominiert der Neoliberalismus. Die Medien insgesamt sind transatlantisch und neoliberal "embedded". Da gibt es keine linken Positionen, sondern nur so gut wie ausschließlich rechte Positionen (von sehr wenigen minoritären Positionen abgesehen). Die WDR-Version des Kinderlieds gehört ins Konzept der neoliberalen Ideologie. Das Lied ist keine Satire, sondern Politik gegen eine bestimmte Altersgruppe. Es instumentalisiert Kinder gegen die Alten, speziell gegen alte Frauen.
Durchschnittliche Rentenzahlbeträge bei allen Altersrentenzugängen (nach Abzug des KVdR-/PVdR-Beitrages):

Westdeutschland
Männer___1087 Euro
Frauen____688 Euro
Ostdeutschland
Männer___1066 Euro
Frauen____974 Euro
> https://tinyurl.com/vsvppke (pdf)
oder hier:
> https://bonexo.com/de-de/recht-und-steue...ittsrente/
Da bleibt kein Geld für ein SUV und für teure Urlaubsflüge. Die Frage, wieso der WDR auf alten Menschen herumtritt, ist mit Blick auf die transatlantisch-neoliberale Einbindung beantwortet.
Tobias Riegel in einem Artikel auf NachDenkSeiten dazu:
"Zum einen werden diffamierende Kraftausdrücke wie „Meine Oma ist ‚ne alte Umweltsau“ mit dem unzutreffend erscheinenden Etikett „Satire“ beschützt. Diese Umettikierung sprachlicher Degeneration (ohne inhaltliche Grundierung) konnte man bereits beim „Ziegenficker“-Gedicht von Jan Böhmermann feststellen – in Form einer sprachlichen Unterbietung durch den WDR rächt sich nun, dass diese Form der billigen, beleidigenden und inhaltsarmen Tirade so offensiv (und fälschlich als Satire) verteidigt wurde.
Zum anderen hat das „Oma“-Lied des WDR einen spaltenden und alten-feindlichen Charakter. Und es transportiert sozialpolitisch abwegige Botschaften, etwa indem billige Lebensmittel indirekt diffamiert werden. Außerdem wurden bei der Produktion Kinder instrumentalisiert, die die Tragweite der Aktion nicht abschätzen können. Zu guter Letzt wird im Text auch Heuchelei transportiert – die würde mutmaßlich deutlich werden, wenn man die CO2-Abdrücke der besungenen „Omas“ mit denen der singenden Kinder vergleichen würde. [ ... ]
Zum Inhalt des Lieds soll wiederholt werden, dass hier das Etikett „Satire” nicht so recht passt. Sollte sich Satire nicht an den Mächtigen abarbeiten? Das Lied tut das Gegenteil: Es spaltet die Schwachen (in Alt und Jung) und es suggeriert falsche Verantwortlichkeiten: So macht die Oma nicht den Preis des Discount-Fleisches – zusätzlich würde sich manche von Altersarmut betroffene Dame vielleicht gerne edleres Fleisch kaufen, kann es sich aber nicht leisten. Und auch die Aussage „Motorradfahren ist voll cool“ entspringt eher einer milliardenschweren Werbeindustrie als älteren Individuen."
> https://www.nachdenkseiten.de/?p=57392
Die Aufregung über die AFD und deren übertriebene mediale Darbietung lenkt nur von der erforderlichen Kritik über die mit den kapitalistischen "Freiheiten" [1] verbundenen sozialen und politischen Probleme wie "Schere" zwischen Arm und Reich, Altersarmut, Verfall der Infrastruktur, militärische Aufrüstung u.s.w. ab, die auch für die Umweltproblematiken verantwortlich sind Das vom WDR mißbrauchte Kinderlied dient auch dieser Ablenkung, und zwar auf eine sozial schwache Gruppe, die für die durch die kapitalistischen "Freiheiten" verursachten Probleme schuldig gemacht wird und instrumentalisiert für dieses Framing [2] die Kinder mit einer Verschärfung des Generationenkonflikts.
Anders als Riegel und Nowack bewerte ich diesen Vorgang beim WDR als nicht zufällig (weil neoliberal "embedded") und als einen unglaublichen Skandal, ebenso wie die jetzige Fokussierung der Diskussion auf die AFD (für die Lückenpresse und -medien ein typisches Vorgehen als Ablenkungsmanöver).

Neben der Verteidigung der angefeindeten Journalisten wäre allerdings auch die Frage zu diskutieren, was eigentlich der Nazitweet aussagen soll. In dieser Unbestimmtheit ist er auch nur einer der unbedachten Aktionen, die das Internetzeitalter so hervorbringt.[...]
Einfach mal einen Tweet abzusetzen, wo Oma und Nazisau in einen Satz zusammengebracht werden, würde sicher für einen Punksong ausreichen.

Der "NAZI-Tweet" stammt von einem freien Mitarbeiter des WDR, der bekennender Antideutscher ist. Damit ist die Äußerung als nicht als zufällig oder "unbestimmt" einzustufen. Für den ist hier in Deutschland damit wohl so ziemlich alles NAZI.
Ich habe den Eindruck, dass die immer mehr werden, und dass man sie immer öfter antrifft, so bei den Grünen und bei Wikipedia - und jetzt auch beim WDR? Und was ist denn mit (Zitat) "die spezifisch deutsche Verfasstheit der Gesellschaft" gemeint?
Übrigens: Die Verniedlichung und das Herunterspielen des WDR-Vorgehens mit dem mißbrauchten Kinderlied ist ekelhaft.
Leseempfehlung:
https://www.heise.de/forum/Telepolis/Kom...4956/show/
https://www.heise.de/forum/Telepolis/Kom...4944/show/
https://www.heise.de/forum/Telepolis/Kom...5108/show/
-------------
[1]
Kapitalfreizügigkeit, Warenfreizügigkeit, Dienstleistungs- und Personenfreizügigkeit,
https://www.heise.de/forum/Telepolis/Kom...3598/show/
-----------
[2]
Ist Framing neu?
> https://web.archive.org/web/201810241650...bcbd_E.mp4
Was ist Framing?
> https://web.archive.org/web/201810241648...a921_E.mp4
Framing - wie Worte die Wirklichkeit verändern
> https://web.archive.org/web/201810281443...d912_E.mp4
> https://web.archive.org/web/201902171754...en_ard.pdf


Relativieren, Schönreden, Rudern seh ich
hier.
In vielen schwurbeligen Teilen des Textes vom Herrn Nowak.
Als schlimmste Sauerei in diesem Zusammenhang empfinde ich das hier (zu dem namentlich nicht erwähnten Hollek) - Zitat:
Tweet mit wenig Aussage
Neben der Verteidigung der angefeindeten Journalisten wäre allerdings auch die Frage zu diskutieren, was eigentlich der Nazitweet aussagen soll. In dieser Unbestimmtheit ist er auch nur einer der unbedachten Aktionen, die das Internetzeitalter so hervorbringt. In Zeiten, wo man noch Leserbriefe verfassen musste, gab es eine natürliche Barriere gegen das Bestreben, einfach mal in die Welt zu posten, was einen gerade durch den Kopf geht und sich dann vielleicht über die große Empörung zu amüsieren.
DAS diskreditiert m.E. den Nowak völlig - mindestens als "Journalisten" - für mich jedoch auch noch als <selbst zensiert>.
Weil der Text dieses Tweets SO einfach nicht abgetan werden kann - zumal er auch von einem "Journalisten" getweeted worden ist!

Ach und noch zu Gremliza ....
..und der Konkret.
Weil Sie, Hr. Nowak, Gremliza erwähnten. Was glauben Sie, wie er wohl die Neutralität der Öffentlich Rechtlichen in der heutigen Zeit beurteilt hätte? ich habe seine Arbeit die letzten 10 Jahre zwar nicht mehr intensiv verfolgt, aber der frühere Gremliza hätte der Tagesschau und Co. einen Tag lang die Konkret um die Ohren geschlagen. Verbal, natürlich, aber so oder so hätte es blutige Ohren gegeben.
Sie schreiben:
"Dabei wäre es sehr richtig, die spezifisch deutsche Verfasstheit der Gesellschaft immer wieder zu kritisieren. Es gab und gibt seit Anfang der 1990er Jahre Journalisten, die die deutschen Verhältnisse bis in die Gegenwart kritisieren. Gerade das Monatsmagazin Konkret mit dem kürzlich verstorbenen Hermann L. Gremliza hat sich da einige Meriten erworben."
Na, dann folgen Sie doch diesem Plan, in Ihrem Artikel gehen Sie einen anderen Weg.

1968: APO demonstriert gegen bürgerliche Presse
1968: APO demonstriert gegen bürgerliche Presse
2020: Antifa demonstriert für ÖR
Falls es eines Beweises bedurfte das der "Marsch durch die Institutionen" erfolgreich war...
Früher kämpfte man gegen das Establishment, heute ist man es.
Ist schon bizarr wenn schwarz Vermummte, die Antifa und Kommunisten mit Sowjetfahne für den WDR demonstrieren, führende Köpfe des WDR daraufhin von einem "breiten gesellschaftlichen Bündnis" schwadronieren, und dabei klingen wie der Sprecher der DDR-Nachrichten.

ÖR Fernsehen: Staatspropaganda sowie Rentner- und Unterschichtenbespaßung
Wenn man die öffentlich-rechtlichen Sender als Staatspropaganda bezeichnet, dann hat das nicht mit "rechts" zu tun, sondern ist auch in der medienkritischen Literatur längst eindrucksvoll belegt. Ich verweise nur mal auf das Buch "Lügen die Medien?" vom Hrsg. Jens Wernicke oder, schon etwas älter, aber nicht minder aktuell "ARD & Co. Wie Medien manipulieren", Hrsg. Ronald Thoden.
Problematisch sehe ich die Diffamierung jeder Medienkritik als "rechts", eine Erfahrung, die ich auch in Diskussionen öfter mal mache. Auch im ÖR Fernsehen wurde dieser Zusammenhang, insbesondere durch die wiederholt geäußerte Verbindung von Medienkritik und Pegida, ausgeschlachtet, letztlich mit dem Ziel, sich gegen Kritik zu immunisieren. Denn wer schon automatisch als rechts gilt, weil er / sie den ÖR kritisiert, wird sich möglicherweise mit an sich mehr als berechtigter Kritik zurück halten. Genau aus diesem Grunde waren und sind diese dumpfen Pegida-Lügenpresse Aufmärsche ein gefundenes Fressen für die ÖR.
Was, außer Staatsfunk, haben ARD und ZDF, um mal die großen GEZ-Profiteure zu nennen, sonst noch zu bieten? Nun, größtenteils ein billigst produziertes, strunzdummes Serien-Einerlei auf Ramsch-Niveau, vom Kaliber "Rote Rosen" oder "Traumschiff", das höchstens noch von geistig nicht mehr ganz so regen Senioren als erbaulich empfunden wird. Dazu kommt eine Flut von ebenso billig produzierten Krimis, deren Plot sich, wenn überhaupt, nur marginal unterscheidet. Falls dann aber doch einmal gut recherchierte Beiträge zu politisch brisanten Themen zu sehen sind, werden sie verschämt ins Nachtprogramm verschoben, vermutlich in der Hoffnung, dass sie sich schon niemand anschaut - die arbeitende Bevölkerung schläft längst und der verwahrloste Teil der Hartz4-Empfänger, eine ansonsten wichtige Zielgruppe, ist längst zu abgestumpft, um sich für so etwas zu interessieren. Hier macht sich wohl der Einfluss der Politik in den Verwaltungsräten bemerkbar. Zur Prime-Time dann doch lieber die 1800. Folge der Lindenstraße oder irgendeine alberne Rateshow mit der B und C Prominenz.
Insofern ist das ÖR Fernsehen nahe dran an dem unerträglichen Müll, an dem geistigen Unrat, der tagein, tagaus vom Privatfernsehen in die abendlichen, deutschen Haushalte schwappt.
Wenn ich also für so einen Scheiß keine GEZ-Zwangsgebühren zahlen will, dann hat das nichts mit "rechts" zu tun. Das liegt einzig und allein an der zumeist unterirdischen und inakzeptablen Qualität der öffentlich-rechtlichen.

GEZ-Boykottkampagne
Der Link war schon gar nicht schlecht. Ich denke auch öfter mal daran, aber dieser Klamauk mit der Oma ist mir ein wenig zu fadenscheinig. Man braucht das Kind nicht gleich mit dem Bade auszuschütten. Schöner wäre es, wenn man im erzieherischen Sinne die Gebührenpeitsche schwingen könnte. Aber letztendlich macht man sich und der GEZ mit der angepriesenen Vorgehensweise nur viel Arbeit.
Obwohl, wenn die ÖR sich wie Staatsfunk gebärden, dann soll man sie doch in eine Behörde umwandeln und sie über die Steuern finanzieren. Wenn diese Quasi-Behörde, die von Parteien okkupiert ist, nicht mal das gesetzliche Zahlungsmittel, nämlich Bargeld, akzeptiert. Dann ärgert man sich nicht, wenn man wieder mal das Gesabber von Progagandajournalist Christof Heinemann vom DLF ertragen muss.

Immerhin ist Oma keine „Stasisau“
… sondern nur eine „Umweltsau“, die von einem WDR-Mitarbeiter zu einer „Nazisau“ weiterentwickelt wurde.
Leider besitze ich keine Informationen darüber, ob seine eigene hochbetagte Oma (deutlich jenseits der 90, seit 1945 sind schließlich 75 Jahre vergangen!) damals an den „Fridays for Endsieg“-Demos teilgenommen hat (und sich damit den von ihm allen Omas verliehenen Titel redlich erworben hat).
Wenn ja, könnte das auch erklären, warum dieser WDR-Mitarbeiter nicht erkannte, daß OMA ja mit einem E-Motorrad als Klimabotschafterin in den Hühnerstall fuhr, um den Hühnern die Frohe Botschaft von den CO2-Zertifikaten zu überbringen, bevor die Heiligen Drei Vertriebsbeauftragen am 6. Januar zwecks Inkasso eintreffen werden.
Außerdem ist zu beachten: OMA ist Wikipedia-bekanntlich die Abkürzung von Organisation zur Abwehr von Monstern aller Art, und deshalb kennt OMA sich mit monströsen Beschimpfungen und abstrusem Geifer bestens aus.
Zudem trägt OMA immer einen Schutzhelm: denn hinter jeder Straßenecke (jetzt auch im Hühnerstall) lauert heutzutage einer mit der Nazi-Keule – zusammen mit seinem Zwillingsbruder, dem mit der Profit-Keule.

(die Box ist jetzt offen)
 
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#7
[Der Tagesspiegel]
Worum es in der Kritik an ARD, ZDF und Co wirklich geht
Öffentlich-rechtliche Sender sind für Leute vom rechten Randgebiet und deren sich mehrende Sympathisanten aus der „Mitte der Gesellschaft“ ein rotes Tuch. Sie haben das Akronym ÖR als Kürzel für ihre Feinde übernommen, und sie rennen gegen ÖR an, so erbost wie zugleich magnetisch davon angezogen. Hört her, der ÖR! Da wird zensiert, manipuliert, beschönigt, bagatellisiert! So wütet und klagt es seit ein paar Jahren. Den längst geläufigen Trollen gesellen sich inzwischen auch Trollbürger hinzu, die äußerlich achtbar wirken, sich jedoch an die gesellschaftliche Borderline begeben.

(die Reihen fest geschlossen.........)

Was der „Umweltsau“-Eklat über unsere Gesellschaft sagt
Stand: 14:01 Uhr | Lesedauer: 4 Minuten
Von Arnd Diringer
Ausdruck des Generationenkonflikts ist ein Tweet von Fridays for Future, in dem die Frage „Warum reden uns die Großeltern eigentlich immer noch jedes Jahr rein?“ mit „Die sind doch eh bald nicht mehr dabei“ beantwortet wurde.
Er zeigt sich beispielsweise auch darin, dass „alter weißer Mann“ eine beliebte Formulierung zur Schmähung Andersdenkender geworden ist oder in den sozialen Netzwerken sachliche Äußerungen Älterer mit einem abwertenden „Ok Boomer“ beantwortet werden. All das ist nicht nur menschlich bedenklich......
> https://www.welt.de/debatte/kommentare/p...-sagt.html

(guter Artikel, leider hinter paywall, aber Diringer ist lesenswert. Jemand ein Abo?)

Arnd Diringer@Arnd_Diringer1 Std.
Auszug: "Hätte das „Umweltsau-Video“ dazu beigetragen, dass endl. offen und ohne Wut darüber diskutiert wird, wie das gesellsch. Klima verbessert werden kann, hätte es zum. ein Gutes. Viele auf das Video folgende Auseinandersetzungen weisen indes leider in eine andere Richtung."
 
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#8
WDR: Eine Datenanalyse in eigener Sache dient dem Framing in eigener Sache

Der WDR hat in seiner Sendung »Aktuelle Stunde« vom 04.01.2020 den Beitrag »Wie ein Shitstorm im Netz entsteht« gesendet. Darin sollen zwei Experten zeigen, wie es zur kontroversen Diskussion des #Omagate um die #Umweltsau kommen konnte.
[Videobeitrag des WDR, verfügbar bis 11.01.2020]
Dieser Beitrag ist unter zwei Aspekten zu betrachten: Wird er der Komplexität der Diskussion gerecht? Und: Anhand welcher Zahlen, Daten und Fakten wird dieser »Shitstorm« analysiert?

Der Ablauf des #Omagate wird in dem WDR-Beitrag so dargestellt, als ob es ausschließlich eine von Rechten oder Rechtsradikalen initiierte und geführte Diskussion gegeben hätte. Von »nicht-rechten« Beiträgen zur Diskussion ist im Beitrag vom 04.01.2020 (also wenige Tage nach #Omagate) keine Rede mehr. Hat es sie nie gegeben?
Der WDR hat sich dazu zwei Personen eingeladen: Einen Datenanalysten und einen Buchautor. Beide stellen die Twitter-Diskussion um #Omagate so dar, als ob sie ausschließlich von Personen aus der rechten/rechtsradikalen »Blase« initiiert worden sei.
Als Gegenbeweis könnten hier Tweets aus politisch anderen Lagern dienen: NRW-Ministerpräsident Armin Laschet, SPD-Politikerin Sawsan Chebli und viele andere Beteiligte an der Debatte sind mit Sicherheit keine rechtsradikalen oder rechten Personen.
Wer die Diskussion verfolgt hat, weiß um deren Komplexität: Die Trennlinie zwischen Kritik und Zustimmung verlief nicht entlang der Grenzen des Links-Rechts-Schemas. Sie war auch nicht statisch. Sie hat sich im Verlauf der Debatte verschoben, je mehr es in eine Grundsatzdiskussion um den öffentlich-rechtlichen Sender überging.
Als der Shitstorm auf Twitter mit sehr vielen Tweets pro Stunde Fahrt aufnahm, war das Video schon zurückgezogen. Der WDR kann also gar nicht vor einem rechten oder rechtsradikalen Twitter-Shitstorm eingeknickt sein.
Es stellt sich also als erstes die Frage: Ist es jetzt die offizielle Linie des WDR, sämtliche Kritik an seinem Beitrag in die rechte Ecke zu schieben? Wenn der WDR diese Linie nicht verfolgt, dann sollte er den Beitrag zumindest ergänzen.

Und es stellt sich eine zweite Frage: Wird diese Behauptung eines rechten Shitstorms vom WDR wenigstens mit Zahlen, Daten und Fakten belegt? Die WDR-Ansage zu Beginn des Beitrags lautet ja »Philip Kreißel hat alle Tweets heruntergeladen und diesen Shitstorm ehrenamtlich ausgewertet.«
Das lässt darauf hoffen, dass wir nun endlich die lange erwartete fundierte Datenanalyse zu #Omagate bekommen werden. Diese Hoffnung wird schon nach sehr kurzer Zeit enttäuscht. Es gibt in dem WDR-Beitrag keinerlei Informationen
  1. zum Untersuchungszeitraum,
  2. zur Anzahl der untersuchten Tweets,
  3. zu den Auswahlkriterien für »rechte« Accounts,
  4. zu den Auswahlkriterien für »rechte« Tweets und
  5. zum Anteil der »rechten« und der nicht »rechten« Tweets.
Der WDR gibt folgende Behauptung wieder: »Nur etwa 500 Accounts waren laut Kreißel für die Hälfte der Interaktionen beim Twitter-Shitstorm verantwortlich.« Das lässt sich in keiner Weise prüfen, weil alle o. g. Informationen nicht offengelegt werden: Um wie viele Accounts und Tweets ging es insgesamt? Nach welchen wissenschaftlichen Kriterien und mit welcher sachlichen Berechtigung wurden diese 500 Accounts als »rechts« oder »rechtsradikal« eingestuft?
Wie ist der »Twitter-Shitstorm« zahlen- und datenmäßig erfasst worden? Welche Tweets zählten dazu? Weder der WDR noch die beiden Experten waren bis zum Morgen des 06.01.2020 auf Anfrage bereit, sich dazu zu äußern. Die einzige (und völlig unbefriedigende) Antwort des Datenanalysten finden sie hier. Zitat:
Grundsätzlich mache ich folgende Aussagen:
– Es waren zu Beginn primär rechte Accounts. Das mache ich fest daran, welche Dinge diese Accounts noch retweeten, z.b. Sellner, Arcadi, AfD etc.
– Es waren hochaktive Accounts. Dazu lasse ich mein Programm halt nachzählen.
Damit lässt sich die Behauptung nicht stützen, dass der #Omagate-Shitstorm in einer rechten Blase entstanden und geführt worden sein soll. Und eine nach wissenschaftlichen Kriterien seriöse Analyse lässt sich mit diesem Ansatz sicher nicht erarbeiten.
Während SPON in seinem Artikel wenigstens Informationen veröffentlicht hat, die man kritisch hinterfragen konnte, hat der WDR bisher nichts Verwendbares veröffentlicht. Ein Faktencheck ist anhand der Angaben nicht möglich.
Der WDR wäre als verantwortlicher Sender in der Pflicht, das Konzept und die Methoden sowie die Zahlen, Daten und Fakten bereitzustellen. Das Argument DSGVO/Datenschutz greift hier nicht: Es geht ausdrücklich nicht um die personenbezogene Daten hinter den rechten Accounts. Jeder untersuchte Tweet muss öffentlich gewesen sein, jeder untersuchte Account wendet sich an die Öffentlichkeit.

6. Januar 2020 um 13:52
Die Vorgänge rund um das »Folgen«, das »Weitergeben« und die Verwendung von Hashtags sind m. E. viel zu komplex, um sie mit dem Holzhammer auswerten zu können. Aber der WDR hat bekommen, was er hören wollte. Es ist ja auch interessant, dass da zwei Experten mit derselben Meinung auftreten dürfen.
 
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#9
Die ganze Wahrheit über den WDR: So tendenziös geht es hinter den Kulissen zu



 
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#10
ARD und ZDF von NGOs unterwandert und übernommen?

Interessante Frage.
Wird bei Tichy diskutiert. Wo auch die Frage gestellt wird, was eigentlich noch der Unterschied zwischen Parteien und öffentlich-rechtlichen Sendern ist.
Dass die Parteien seit Ende der 1960er Jahre aus dieser „Mitwirkung“ die direkte Inbesitznahme der staatlichen Institutionen und halbstaatlichen Einrichtungen gemacht haben und die Kontrolle über alle „bezuschussten“ und staatlich privilegierten Einrichtungen übernahmen, war das erste. Dass die Parteien dabei ihre Macht an die radikal kleine Gruppe ihrer Leute an den Spitzen der Fraktionen im Bundestag verloren, was die ganze innerparteiliche Demokratie zur Farce macht, war das zweite. Die dritte Machtverlagerung fand und findet statt, indem die Deutungshoheit über das moralpolitisch Richtige und Falsche den alten Trägern des Zeitgeistes von „Aktivisten“ in durch nichts und niemanden legitimierte NGOs und andere steuerfinanzierte Organisationen der sogenannten Zivilgesellschaft weggenommen wurden und werden.
Machtverschiebung vier überlagert Nummer drei: Hatten erst die Parteispitzen und dann die Fraktionsspitzen über Rundfunk-, Fernsehräte und das ganze Gremienwesen des ÖRR die Sender regiert, sagen heute Aktivisten in den Sendern des ÖRR – im Auftrag ihrer politischen Führung in den NGOs – den Fraktions- und Parteispitzen, wie ihre Leute zu regieren haben.
Das ist genau der Punkt. Das sind eigentlich keine öffentlich-rechtlichen Sender mehr, sondern Aktivistensümpfe, die mit Geld geflutet werden.
Und genau das, was die da schreiben, habe ich ja schon erlebt und beschrieben: Wie ich in ein Hinterzimmer geriet, in dem die von Regierung und Stiftungen bezahlten „Neuen Deutschen Medienmacher” der Journalie mitteilten, was und wie sie zu schreiben hätten. Mein Text von damals passt exakt auf den Text von Tichy/Goergen.
Ich weiß, es ist schlechter Stil, aber weil es hier jetzt gerade so passt, zitiere ich mich mal aus meinem Text von damals selbst:
Ich habe dann nochmal gefragt.
Wieso das ihr Geschäft und ihre Angelegenheit sei.
Wer genau würde sie dafür warum und mit welcher Absicht bezahlen?
Ich verstünde nämlich nicht, warum sie das überhaupt tun, diesen Arbeitsaufwand treiben.
Dann wurde ich von der aus dem Publikum barsch angeblökt, das sei eben wichtig für die Gesellschaft, wollte die mich abbügeln. Und für die Demokratie.
Demokratie sei ein gutes Stichwort, meinte ich, denn keiner von ihnen sei demokratisch legitimiert. Wie sie dazu kämen, festzulegen, was man sagen darf und was nicht.
Ja, aber doch die Gesellschaft und sie wären ehrenamtlich und das wäre eben wichtig.
Nöh, sag ich. Das Telefonnetz sei auch wichtig für die Gesellschaft, und trotzdem wäre nicht bekannt, dass irgendwelche Leute ehrenamtlich oder auf Kosten von Stiftungen rumzögen und einfach mal so irgendwo Telefonleitungen legten. Sie betrieben Aufwand und würden offenbar einiges an Kosten verursachten, und ich wolle wissen, von wem und warum sie dafür bezahlt würden.
Dann fing die wieder an, um den heißen Brei herumzureden. „NGOs”, aber sie sagte nicht, welche. Und Ministerium.
Mittlerweile hatte ich den ganzen Saal gegen mich (es war aber ein ganz kleiner), um mich herum redeten sie alle auf mich ein, alle gleichzeitig, und ich habe gar nichts mehr verstanden. Der komische Professor verkündete, ich würde die Diskussion stören (Quatsch: Erstens habe ich mit ihm nicht geredet, zweitens war ich der einzige, der überhaupt diskutiert hat.)
Und plötzlich wurden die rings um mich aggressiv. Fragten sehr barsch, wer ich sei und von wem ich käme. Das habe ich beantwortet, ich käme von mir selbst. Hat ihnen nicht gepasst. Offenbar wollten die sich bei irgendwem über mich beschweren. Sogar beim Rausgehen hielten mich noch zwei an um auf mein Namensschild zu schauen, wer ich bin. Das ging schon so richtig in die Drohung und Bedrohung rein.
Und jetzt dazu den aktuellen Text von Tichy/Goergen:
Die dritte Machtverlagerung fand und findet statt, indem die Deutungshoheit über das moralpolitisch Richtige und Falsche den alten Trägern des Zeitgeistes von „Aktivisten“ in durch nichts und niemanden legitimierte NGOs und andere steuerfinanzierte Organisationen der sogenannten Zivilgesellschaft weggenommen wurden und werden.
Man muss sich die Frage stellen, ob die ARD-Sender und das ZDF überhaupt noch inhaltlich existieren, oder nur noch Strohmann, Deckname und Handelsmarke sind, hinter der sich Aktivisten tarnen und verstecken.
Ich habe das damals schon bei den Piraten erlebt, dass die, die die Kommunikation kontrollierten, im Geheimen blieben, dass sie in den Redaktionslisten und so weiter in der vorgeblich ach so transparenten Partei nicht erkennbar waren. Und auch in dem Rechtsstreit damals mit dem MDR fiel auf, dass da ein Mitarbeiter als Aktivist auftrat, aber partout keine ladungsfähige Adresse angeben wollte und sich hinter dem MDR versteckte. Das Schema scheint kein Einzelfall zu sein.
Die Frage ist, ob nicht schon die ARD-Sender und das ZDF selbst schon bloße Lüge sind, bevor sie noch ein Wort gesagt haben, indem sie einen öffentlich-rechtlichen unabhängigen Sender vortäuschen.
Und wenn man weiß, wie tief das Bundesverfassungsgericht in diesen Sumpf verstrickt ist, erscheint auch deren Entscheidung zur Beitragspflicht in einem sehr dreckigen, korrupten Licht.

> https://www.danisch.de/blog/2020/01/08/a...bernommen/
 
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