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Balliet und die Juden
#1
Balliet und die Juden

Wichtigste Aussage in Balliets "Manifest" dazu ist:
"Der einzige Weg zu gewinnen ist, den Kopf von ZOG abzuschneiden, nämlich die Kikes. Wenn ich scheitere und sterbe, aber einen einzigen Juden töte, war es das wert. Denn, wenn jeder Weiße Mann nur einen tötet, gewinnen wir."
https://19vierundachtzig.com/2019/10/10/...f-deutsch/

Zu Beginn seiner Tat sagt er an sein Publikum gerichtet:
 „Hi, my name is anon and I think the holocaust never happened. Feminism is the cause of the decline of the west, which acts as a scapegoat for mass immigration. And the root of all these problems in the jew. Would you like to be friends?“
("Hi, mein Name ist Anon und ich glaube, der Holocaust hat niemals stattgefunden. Feminismus ist die Ursache des Niedergangs der westlichen Welt, der als Sündenbock für die Masseneinwanderung dient. Und die Wurzel all dieser Probleme sind die Juden.“)
https://www.tichyseinblick.de/daili-es-s...kannt-ist/

Zunächst: Selbst in bekennend antisemitischen Internet-Subkulturen, wie in Teilen der sog. Alt-Right, wird meist unterschieden zwischen "Normaljuden" und "ZOG" (Zionist Occupied Government/Zionistisch besetzte Regierung)/Lobby - eine Umschreibung für von jüdischen Finanzoligarchen gelenkte westliche Demokratien.

Mit "den Juden" sind dort also überwiegend jüdische Machteliten gemeint und nicht Juden in ihrer ethnischen/religiösen Gesamtheit. Diese Gesamtheit wird gewissermaßen sogar in "gute und schlechte Juden" eingeteilt. "Gute Juden" sind jüdische Holocaustleugner oder exponierte jüdische Antizionisten, die schlechten sog. "Geld-, Macht- und Einflußjuden". Balliets scheinbarer Rigorismus einer gewollten totalen Auslöschung entspricht damit nicht der Mehrheitsmeinung innerhalb jener Subkulturen, an die er sich angeblich wendet.

Er konnte zudem nicht ernsthaft hoffen, in einer Provinzgemeinde, die sich überwiegend aus (ärmeren) Juden der ehem. UdSSR zusammensetzt*, "den Kopf von ZOG abzuschneiden", sondern mußte im Gegenteil damit rechnen, daß einfache Menschen ohne jeden Einfluß seinem Anschlag zum Opfer fallen würden.

War ihm das egal und wie konsequent ist Balliets Haltung wirklich?

Zwei Zeugen bestätigen unabhängig voneinander, daß Stephan Balliet bei seiner Schuldzuweisung durchaus differenzierte. Seine Mutter sagt im Spiegel-Interview: "Er hat nix gegen Juden in dem Sinne; er hat was gegen die Leute, die hinter der finanziellen Macht stehen."

Sein Pflichtverteidiger Weber sagt aus, auf Balliets Frage, ob er, Weber, Jude sei, habe er wahrheitsgemäß verneint, worauf Balliet erwidert habe, daß es für ihn kein Problem sei, wenn er Jude wäre.
https://www.spiegel.tv/videos/1636008-sp...m-14102019

Aus diesen Aussagen, die realistisch erscheinen, ergibt sich neben Ziel und berechneter Durchführbarkeit des Anschlags ein weiterer, hier ideologischer Widerspruch des Anschlagsplots, der sich dann auch im Tatgeschehen zeigt. Damit stellt sich einmal mehr die Frage nach der Authentizität des sog. Manifestes und damit des Anschlages.

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* https://taz.de/Anschlag-in-Halle/!5628783/
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