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Schlechtes Zeugnis für ARD und ZDF
#1
Schlechtes Zeugnis für ARD und ZDF

Der öffentlichrechtliche Rundfunk in Deutschland hat ein linkes Publikum. Zu diesem Schluss gelangt eine Studie der Universität Oxford. Der BBC gelingt es laut der Befragung hingegen, Menschen aus unterschiedlichen politischen Lagern anzusprechen.
Kritiker der öffentlichrechtlichen Medien in Deutschland sprechen statt vom Rundfunk gerne vom «Rotfunk». Damit wird ARD und ZDF unterstellt, politisch einseitig zu berichten und eine linke Agenda zu verfolgen. Begründet wird dies meist mit einzelnen Beispielen, wie etwa der euphorischen Berichterstattung einer ARD-Reporterin vom Grünen-Parteitag im Jahr 2018. Dass ZDF und ARD politisch links stehen, ist für manche Kritiker der Sender eine gefühlte Wahrheit, die sich aber schwerlich seriös belegen lässt. Nun publizierte das Reuters Institute der Universität Oxford jedoch eine Studie, die ein überraschendes Bild von den Nutzern dieser Programme zeichnet: Die Zuschauer des öffentlichrechtlichen Rundfunks in Deutschland verorten sich links der Mitte.

Für die Befragung hat das Institut den öffentlichrechtlichen Rundfunk in acht europäischen Ländern untersucht. Ein anderes Bild als in Deutschland ergibt sich dabei in Staaten wie Grossbritannien, Finnland oder Spanien. Dort haben die öffentlichrechtlichen Sender offenbar ein Publikum, das sich rechts, links oder genau in der politischen Mitte sieht. In Finnland und Spanien ist die Verteilung nahezu symmetrisch: Eine Hälfte der Zuschauer verortet sich leicht links der Mitte, die andere leicht rechts davon. Beim britischen Rundfunk BBC zeigt sich ein eher schwach ausgeprägter Trend nach links, während sich das Publikum von ARD und ZDF fast vollständig in die linke Hälfte des politischen Koordinatensystems einordnet............

weiter > https://www.nzz.ch/international/ard-und...s1QxPnVRmI
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#2
Interessanter Artikel!
Es gab doch in Deutschland (west) bis in die 1980er Jahren (und auch noch später im vereinigten D) eine ganz normale Verteilung der politischen Einstellungen von rechts über mitte bis links. 
Man hat es mittlerweile geschafft, 'rechts' dermaßen anzuprangern, dass fast keiner mehr dort stehen will. Sogar die politische 'mitte' ist schon nicht mehr wirklich angesehen. Unglaublich, wo wir hingesteuert sind.
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#3
(14.09.2019, 08:26)fhh schrieb: Interessanter Artikel!
Es gab doch in Deutschland (west) bis in die 1980er Jahren (und auch noch später im vereinigten D) eine ganz normale Verteilung der politischen Einstellungen von rechts über mitte bis links. 
Man hat es mittlerweile geschafft, 'rechts' dermaßen anzuprangern, dass fast keiner mehr dort stehen will. Sogar die politische 'mitte' ist schon nicht mehr wirklich angesehen. Unglaublich, wo wir hingesteuert sind.

Diese Behauptung finde ich besonders seltsam. Heute sind stehen alle Bundesparteien "rechts", d.h. als Befürworter des Kapitalismus, d.h. als Befürworter der faschistoiden Ideologie des Neo-Darwinismus. Mit der Ausnahme der PdL sind alle Parteien auch Befürworter des Militarismus. Beides sind tradionell "rechts", wenn nicht gar faschistisch. Links hat immer die Idee der Gleichberechtigung der Menschen und der sozialen Rechte, hervorgehoben. Dafür kämpft heute keine Bundespartei. Die AfD ist bloß ein Versuch die CDU/CSU mit eine Ausländerfeindlichkeit zu beleben, sonst gibt es da nichts besonders Neues.

Die Kluft "rechts"- "links" beruht auf den unüberbrückbaren Gegensatz der Interessen zwischen Kapitalbesitzer und die Mehrheit, die kein Kapital hat, was man damals als Klassengegensatz nannte. Diese Kluft ist dem Kapitalismus immanent und hat sich noch seit 1990 erweitert. Gegen diese Kluft tut heute keine politische Organisation etwas. Wir brauchen daher eine linksradikale, moderne Bewegung, die die Eigentumfrage im Zentrum der Debatte stellt.
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#4
Einmal mehr zeigt es sich, dass wir heutzutage mit "rechts" und "links" nicht weiterkommen.

Dafür gibt es halt zu viele positionen, die sich - nur scheinbar - "rechts" oder "links" zuordnen lassen.

Ist "konservativ" gleich "rechts? Und "progressiv" dementsprechend "links"?

Ist Globalismus gleich "links", weil Nationalismus gleich "rechts" ist? Und wo finden sich da die "linken" Globalisierungsgegner wieder?

Offensichtlich fehlt es hier (bewusst?) an eindeutigen Standortbestimmungen.

Achja und: war der Nationalsozialismus tatsächlich "rechts"? Oder war er etwa nur anders "links", weil er den internationalen Sozialismus der Kommunisten bekämpfte?

Offenbar geht es bei der ganzen Debatte um eine gigantische Irreführung, bei der Gegner der (raub-) kapitalistischen Globalisierung (hieß früher übrigens "Imperialismus") als rechts und damit (fälschlicherweise) Nazi hingestellt werden...
                                                        
„Es gibt eine Form der Elitenverwahrlosung, die ist systemrelevant.“ (Gabor Steingart)
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#5
Nicht das die Republikaner, wie wir sie aus den USA kennen, keine 'tiefer Staat' Marionetten wären, aber Dinesh D'Souza
raumt hier mal kräftig auf im Paradigmen Dschungel der rechts-links Standortbestimmung:





INP
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#6
(14.09.2019, 18:40)Elias Davidsson schrieb:
(14.09.2019, 08:26)fhh schrieb: Interessanter Artikel!
Es gab doch in Deutschland (west) bis in die 1980er Jahren (und auch noch später im vereinigten D) eine ganz normale Verteilung der politischen Einstellungen von rechts über mitte bis links. 
Man hat es mittlerweile geschafft, 'rechts' dermaßen anzuprangern, dass fast keiner mehr dort stehen will. Sogar die politische 'mitte' ist schon nicht mehr wirklich angesehen. Unglaublich, wo wir hingesteuert sind.

Diese Behauptung finde ich besonders seltsam. Heute sind stehen alle Bundesparteien "rechts", d.h. als Befürworter des Kapitalismus, d.h. als Befürworter der faschistoiden Ideologie des Neo-Darwinismus. Mit der Ausnahme der PdL sind alle Parteien auch Befürworter des Militarismus. Beides sind tradionell "rechts", wenn nicht gar faschistisch. Links hat immer die Idee der Gleichberechtigung der Menschen und der sozialen Rechte, hervorgehoben. Dafür kämpft heute keine Bundespartei. Die AfD ist bloß ein Versuch die CDU/CSU mit eine Ausländerfeindlichkeit zu beleben, sonst gibt es da nichts besonders Neues.

Die Kluft "rechts"- "links" beruht auf den unüberbrückbaren Gegensatz der Interessen zwischen Kapitalbesitzer und die Mehrheit, die kein Kapital hat, was man damals als Klassengegensatz nannte. Diese Kluft ist dem Kapitalismus immanent und hat sich noch seit 1990 erweitert. Gegen diese Kluft tut heute keine politische Organisation etwas. Wir brauchen daher eine linksradikale, moderne Bewegung, die die Eigentumfrage im Zentrum der Debatte stellt.

"Wir brauchen daher eine linksradikale, moderne Bewegung, die die Eigentumfrage im Zentrum der Debatte stellt."

Das ist das , was wir gerade erleben dürfen. Die heutigen Protagonisten der neuen Bewegung unter dem Banner versuchen sich dabei. Wenn es schief geht, und das wird es, ist die Linke endgültig diskreditiert. Sie wird verschwinden, wofür die letzten Wahlen im Osten schon ein sicheres Zeichen sind.

Bei Notwendigkeit wechseln die Besitzer eben auch mal das Banner, um zu verhindern, dass sich eine breitere, demokratische Bewegung etabliert. Mit Links hat das rein gar nichts mehr zu tun, was da heute abläuft. Das ist die Realität.
Alles, was zur Zeit an modernen Bewegungen hochschwappt, wurde am Reissbrett entworfen und wird von Think-Tanks, NGOs, Regierungen, Geheimdiensten finanziert.

Nichts ist mehr dem Zufall überlassen.

Ausgeträumt!
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#7
Linke Programme für ein linkes Publikum?

Was die Reuters-Studie wirklich zeigt. Das Reuters-Institut für Journalismusforschung an der Uni Oxford hat einen Bericht über das Publikum der öffentlich-rechtlichen Rundfunk- und Fernsehsender in Europa vorgelegt, und einige Ergebnisse sind beunruhigend. Die Nachrichtenangebote von ARD, ZDF und Deutschlandfunk erreichen demnach nur wenige junge Leute und kaum Menschen mit formal niedriger Bildung. Doch es ist ein anderer Aspekt des Berichtes, der in den vergangenen Tagen die besondere Aufmerksamkeit vor allem von konservativen, rechten und extrem rechten Seiten erregt hat.....
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