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Tödliche Schüsse von Radfahrer in Berlin
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Zitat:Tödliche Schüsse von Radfahrer in Berlin
Ermittler gehen von Auftragsmord aus

Nachdem ein Radfahrer in Berlin einen Georgier offenbar mit gezielten Schüssen getötet hat, ermitteln die Behörden in verschiedene Richtungen. Als wahrscheinlich gilt ein Auftragsmord eines ausländischen Geheimdienstes.

Von Maik Baumgärtner, Sven Röbel, Alexandra Rojkov und Fidelius Schmid

[Bild: image-1462010-860_poster_16x9-iwlr-1462010.jpg]

Sonntag, 25.08.2019   15:11 Uhr

Im Fall des am Freitag im Berliner Tiergarten erschossenen Georgiers deutet vieles auf einen Auftragsmord hin. Nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft Berlin verhielt sich der mutmaßliche Täter - ein 49-jähriger russischer Staatsbürger - vor dem Haftrichter abgeklärt. Nach kurzem Leugnen der Tat habe er keine weiteren Angaben gemacht.

Nach SPIEGEL-Informationen ermitteln die Sicherheitsbehörden zwar in alle Richtungen - sie sehen ein Szenario eines "professionell geplanten und durchgeführten Auftragsmords" derzeit aber als das wahrscheinlichste an. Eine Zeugin der Tat hatte bereits der "Berliner Morgenpost" geschildert, der Vorgang habe auf sie gewirkt wie eine Hinrichtung. Der Täter habe zweimal geschossen.

Grundsätzlich halten Ermittler und Sicherheitsexperten daher zwei Szenarien für denkbar. Das erste Szenario wäre ein Mord mit Bezügen zur organisierten Kriminalität. In den Sicherheitsbehörden mehrerer Nato-Mitgliedsstaaten wurde allerdings ein politisches Motiv, womöglich ausgeführt durch einen Geheimdienst wie Russlands Militärdienst GRU, als plausibler bezeichnet.

Dafür spricht vor allem die Biografie des Opfers. Zelimkhan K. galt nach SPIEGEL-Informationen in seiner Heimat Georgien als enger Verbündeter der Sicherheitsbehörden. Er sei ein verlässlicher Partner im Kampf gegen russische Einflussnahme und ein stabilisierender Faktor in Auseinandersetzungen, etwa in seiner Heimatregion Pankisi, gewesen. Nach SPIEGEL-Informationen musste er in die Ukraine fliehen, nachdem er in Tiflis einen Mordversuch überlebt hatte.

In der Ukraine sei er weiter gegen russische Einflussnahme aktiv gewesen und habe mit den örtlichen Sicherheitsbehörden kooperiert. Nach einem weiteren Angriff gegen ihn sei er dann nach Deutschland gereist.

Der mutmaßliche Mörder reiste erst kurz vor der Tat ein

In der Bundesrepublik, wo er zunächst als islamistischer Gefährder eingestuft wurde, war er zuletzt von Brandenburg nach Berlin umgezogen.

In seinem Umfeld heißt es, der Georgier sei kein Islamist gewesen. Er habe sogar Menschen daran gehindert, als Kämpfer nach Syrien auszureisen und sich Terrormilizen wie dem "Islamischen Staat" (IS) anzuschließen. Zudem habe er auf einer Todesliste des von Moskau unterstützten, tschetschenischen Diktators Ramsan Kadyrow gestanden.

Ein weiterer wichtiger Baustein in der Argumentationskette jener, die an einen politischen, durch einen Geheimdienst ausgeführten Mord glauben ist die Vorgehensweise des Täters. Er soll nach SPIEGEL-Informationen erst kurz vor der Tat nach Deutschland eingereist sein und bereits Vorkehrungen für eine schnelle Wiederausreise getroffen haben. Kurz vor dem Mord soll er sich eigens verkleidet haben. Für die Tat soll er eine Neun-Millimeter-Waffe mit Schalldämpfer verwendet haben.

Sollten sich die Anzeichen für einen Mord durch einen ausländischen Geheimdienst verdichten, dürfte der Fall durch Generalbundesanwalt Peter Frank übernommen werden. Bis zum Sonntagmittag war dies nicht der Fall.

In Sicherheitskreisen heißt es, dass man weiter alle anderen Möglichkeiten in Betracht ziehen müsse. Die Identität des 49-jährigen mutmaßlichen Täters und sein Hintergrund werde noch eingehend geprüft.

Quelle: https://www.spiegel.de/panorama/justiz/b...83573.html
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