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Hongkonger Polizei lässt Schläger auf Demonstranten los
#1
Zitat:Rekonstruktion eines Polizeiskandals
Hongkonger Polizei lässt Schläger auf Demonstranten los

13.08.2019, 15:02 Uhr - Männer mit Verbindungen zur chinesischen Mafia prügeln auf Regierungskritiker und Passanten ein. Die Polizei zieht sich zurück und lässt sie gewähren. Anhand von Videoaufnahmen haben Reporter der "New York Times" diesen Vorwurf rekonstruiert.

Quelle: https://www.spiegel.de/video/hongkong-po...29018.html
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#2
Wie in Russland über die Proteste in Hong Kong berichtet wird

[Bild: hong-kong.png]


Da die Situation in Hong Kong die deutschen Medien beherrscht, finde ich es interessant, den deutschen Berichten einmal unkommentiert einen Bericht des russischen Fernsehens gegenüber zu stellen. Wie nicht anders zu erwarten, unterscheiden sich die russischen Berichte stark von dem, was in deutschen Medien berichtet wird.

Ich kann kein Chinesisch und habe keine Verbindungen dorthin. Daher kann ich zu den Ereignissen in Hong Kong nichts beisteuern, als ein paar allgemeine eigene Gedanken. Und ich stelle fest, dass es wieder nach dem bekannten Muster abläuft, das wir beim Maidan gesehen haben oder heute in Moskau sehen: Die westlichen Medien unterstützen die Demonstranten nach Kräften, die Demonstranten haben unbestreitbar Kontakt zum US-Konsulat vor Ort und alle Gewalt, die von den Demonstranten ausgeht, wird in Deutschland verschwiegen. Stattdessen werden Blockaden zum Beispiel des Internationalen Flughafens durch die westlichen Medien in ein positives Licht gestellt. Ich frage mich in solchen Fällen immer, wie wohl die deutschen Medien berichten würden, wenn Pegida, Attack, Montagsdemonstranten oder ähnliche Gruppen den Frankfurter Flughafen stürmen und besetzen würden.
Sie es drum, das waren nur allgemeine Gedanken meinerseits dazu. Nun übersetze ich einen Bericht des russischen Fernsehens, damit die deutschen Leser auch mal eine andere Sicht kennen lernen können, als die der deutschen Medien. Nach der Lektüre des Textes dürfte der Video-Beitrag auch ohne Russischkenntnisse einigermaßen verständlich sein.
Beginn der Übersetzung:
Die chinesischen Behörden haben damit gedroht, die an den Angriffen in Hongkong Beteiligten hart zu bestrafen. Seit zwei Monaten gibt es dort Massenunruhen. Peking wirft Washington vor, an der Organisation der Proteste beteiligt zu sein.
Alle Flüge wurden für mindestens einen Tag annulliert. Der Hong Kong International Airport, einer der größten Verkehrsknotenpunkte der Region, wurde von mehreren tausend regierungsfeindlichen Demonstranten lahmgelegt. In der Ankunftshalle dauert der Sitz-Protest schon drei Tage, in der Abflughalle wird stehend protestiert. Die Schuldigen des Transportkollaps werden jedoch höchstwahrscheinlich das Terminal in den kommenden Stunden verlassen müssen. Die Strafverfolgungsbehörden bereiten sich darauf vor, die Kontrolle über die Situation zu übernehmen.
„Wie Sie wissen, wurden alle Flüge wegen eines nicht genehmigten Protests annulliert. Dies verursacht schwere Schäden für Passagiere, Fluggesellschaften und die Wirtschaft der Metropole als Ganzes. Wir fordern die Sicherheitsdienste auf, Maßnahmen zu ergreifen und das Terminal von Demonstranten zu räumen. Zuvor werden wir Warnungen aussprechen, damit die Menschen den Flughafen friedlich verlassen können“ sagte Matthew Chen, der Leiter der Flughafenverwaltung.
Proteste von Tausenden Demonstranten gehen in der Innenstadt weiter, auch in der U-Bahn. Am Vortag hatten Hunderte radikale Aktivisten versucht, den Verkehr zum Erliegen zu bringen. Die Ordnungshüter wurden mit Laserpointern geblendet. Einige griffen die Beamten sogar mit den Fäusten an. Die Polizei war gezwungen, mit Gewalt zu reagieren.
„Das Hauptziel unserer Operation sind radikalisierte Demonstranten. Sie verwenden Schleudern und werfen Molotowcocktails. Diese Menschen stellen eine große Gefahr für die Zivilbevölkerung und die Sicherheitskräfte dar. Die Polizei wiederum hat sich gegenüber den Demonstranten so korrekt wie möglich verhalten“ sagte der örtliche Polizeisprecher Tan Pink-Ken.
Insgesamt gibt es seit mehr als zehn Wochen Proteste in der chinesischen Verwaltungszone. Der Grund für die Aktionen war ein Gesetzentwurf, der einen Mechanismus für die Auslieferung von Hongkong an das chinesische Festland für diejenigen schaffen sollte, die der Verletzung der Gesetze des Himmelreiches verdächtigt werden. (Anmerkung: Wer sich an der Bezeichnung „Himmelreich“ stört, bitte die Kommentare zu diesem Artikel lesen, die Frage danach wurde gestellt und beantwortet)
Die Forderungen der Demonstranten aber wuchsen jeden Tag und radikale Gruppen begannen, Provokationen zu arrangieren, sie warfen Eier, Steine und sogar Molotowcocktails. Oft endeten die Demonstrationen in Zusammenstößen. Aber jedes Mal, bevor sie Gewalt anwenden, warnen die Sicherheitskräfte die Demonstranten vor, sowohl verbal als auch schriftlich.
„In den letzten Tagen haben radikale Demonstranten in Hongkong regelmäßig gefährliche Gegenstände eingesetzt, um die Polizei anzugreifen. Dabei handelt es sich um schwere kriminelle Gewaltakte, die bereits Anzeichen von Terrorismus zeigen. Sie sollten gemäß dem Gesetz hart bestraft werden“ sagte Yang Guang, ein Sprecher des Büros des chinesischen Staatsrats für Hongkong- und Macau-Angelegenheiten.
Peking wirft Washington vor, sich in die inneren Angelegenheiten des Landes und in die Proteste in Hongkong einzumischen. Das russische Außenministerium stimmt dem zu. Dort wurde mitgeteilt, man würde Informationen mit China über dieses Thema austauschen.
„Wir haben in der Tat die Erklärungen der chinesischen Führung gehört, die eine Reihe westlicher Geheimdienste, insbesondere Vertreter der US-Geheimdienste, direkt beschuldigt, sich in Chinas innere Angelegenheiten einzumischen. Und das nicht nur durch eine allgemeine Intervention auf einer theoretischen Grundlage, sondern auch bei der konkreten Beteiligung an den Unruhen und der Organisation der Unruhen, die wir in Hongkong erleben“ sagte die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa.
Vergangene Woche veröffentlichte die chinesische Presse Informationen inklusive Fotos über ein Treffen des Leiters der politischen Abteilung des US-Generalkonsulats in Hongkong mit Vertretern der Opposition. Das Weiße Haus hat dazu keine Erklärung abgegeben.

Ende der Übersetzung

https://www.anti-spiegel.ru/2019/wie-in-...htet-wird/

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#3
einige Kommentare:

Verkürzend und auslassend.
Verkürzend das die Revoluzer anfänglich gewalttätig waren.
und verkürzend das sich die Anführer mit dieser guten Frau getroffen haben:

https://zh-prod-1cc738ca-7d3b-4a72-b792-...k=MoIIiQ0Z
Diese Gute Frau heißt Julie Eadeh.
und es gibt starke hinweise das sie, offiziell angestellt im State department, Überall da auftaucht wo gerade die Fetzen fliegen...hmmm
Hier mal ein englischer Beitrag dazu von Zerohedge:
https://www.zerohedge.com/news/2019-08-0...iral-photo
Dazu eine kleine Erinnerung des Spiegels von 2005:
https://www.spiegel.de/spiegel/print/d-43103188.html
Das Schema ist mittlerweile mit SICHERHEIT verfeinert worden und da es diesmal von einem Staat orchestriert wird sind natürlich Instanzen wie State Departement und oder Geheimdienste involviert und nicht die üblichen "unverdächtigen" wie Open Socciety oder national endowment for democracy.
tiananmen 2.0 sag ich nur
Auch auffällig, die rennen alle mit Englischen Schildern rum...ich mein, was kann der WESTEN den tun außer sich "empören"? Wiedermal "junge Studenten" das schreit gerade zu nach Befeuerung von außen.
Niemals vergessen: Es bedarf immer einen echten (!) Kern das sowas funktioniert. Den hats damals aufm Platz nicht gegeben deswegen ist das ding auch im Sande verlaufen.


Niemand hat erklärt was dieses Auslieferungsgesetz tatsächlich beinhaltet
Auslieferung von Verdächtigen für Straftaten am Festland oder in Hongkong? Ist es ersteres was spricht dann dagegen? Auslieferungsabkommen gibt es zwischen sehr vielen Staaten --umso mehr dann zwischen einer autonomen Zone eines Landes und dem Mutterland. abgesehen davon wurde es ausgesetzt und den rabiaten Schlägern geht es sichtlich nur noch um das Erstürmen von Regierungsgebäuden und Blokade des Flughafens....ich möchte mal sehen was in Deutschland los ist wenn der mob den Flughafen von Hamburg blockieren sollte.....Spinner-Medien ohne Substanz und ohne seriöse Info !!


1984
Bitte auf den Sprachgebrauch bei unseren Tagesmedien ARD und ZDF im Gegensatz zu der Berichterstattung über die Demonstrationen der Gelbwesten in Frankreich achten.
https://www.zdf.de/nachrichten/heute/pro...s-100.html

Natürlich ist hier der Hintergrund der, das China eine unabhängige Macht seit den 50er Jahren ist, und kein Klientel Staat der US Hegemonie.
Trotzdem ist es schon interessant wenn auf heute.de nicht über den wirtschaftlichen Verlust für den Flughafenbetreiber lamentiert wird und die Demonstranten in Schutz genommen werden ("verteidigen sich mit Steinen").
Explizit wird über tödliche Polizeigewalt gesprochen, sowie Polizeimaulwürfe unter den Demonstranten. Absolut undenkbar in der Berichterstattung unserer Qualitätsmedien zu der Polizeibrutalität in Frankreich gegenüber den Gelbwesten. Trotz einem halben dutzend toter Franzosen.
Weiterhin werden die Leute in Hongkong als "Demokratieprotestler" bezeichnet, LOL wunderschön was die Redaktionen sich da zusammenschwurbeln. Die staatliche Reaktion wird u.a. als "martialisch" bezeichnet. Bei uns beschreibt man das als randalierender Mob und "Polizeiaufgebot".
Ja, ja, die tapferen Beamten die wie bei Herr der Ringe in einem letzten Aufbäumen gegen das Böse ein letztes "Aufgebot" aufbringen um die Bürger zu schützen. Oder die Demokratie. Oder die Demokratie vor den Bürgern. Ich bring das immer so schnell durcheinander. Entschuldigung.
Spricht man so etwas im Kontext der Demos in Frankreich an und Zack!, schon hält der Ottonormaldeutsche dich für einen durchgeknallten Spinner.
Zugegebenermaßen hat der Durchschnittsunterdurchschnittverdiener im täglichen Spießroutenlauf zwischen Job, Nebenjob und Familie keine Zeit sich zu informieren. Da muß das tägliche Briefing in der Tagesschau mit anschließendem "Kommentar" (zu deutsch: Meinungsmache) dann eben reichen.
Nicht das ich komplett über den Dingen stehe, aber da mein Leben eher ein ereignisloser, Haufen Scheiße ist habe ich zumindest alle Zeit der Welt den Mist um mich herum zubeobachten.
Und was ich sehe gefäääähähähällt mir nicht.

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#4
Die "Proteste" werden durch die Offenbarungen der Unterstützer diskreditiert

Entsprechend mutmaßen auch einige erfahrene linke Hongkonger, dass der Regierung an der Eskalation durchaus gelegen ist, um den Protest zu diskreditieren und letztlich zu zerschlagen.
Mit keinem Wort wird der externe Einfluss zum pushen und steuern der "Proteste" erwähnt. Die "Proteste" werden durch die Offenbarungen der Unterstützer und Hintermänner diskreditiert.

Beispiele:

So bestätigt Mike Pillsbury die Unterstützung der Proteste durch die USA
> https://www.youtube.com/watch?v=cp2a4v3hBVg

und das NED legt seine Finanzierung offen:
>[url= https://archive.is/aKQEY] https://archive.is/aKQEY[/url]

(Link von oldman123: https://www.heise.de/forum/Telepolis/Kom...1525/show/ )
Ich hatte bereits dazu geschrieben:

Die Unterstützung der "Rebellen" durch die USA hat Tradition, auch in Hongkong. Schlagzeile zu Biden (damaliger US-Vize-Präsident) am 05.04.2014:

Biden backs Hong Kong democracy in activist meeting
> https://archive.is/YCV0i

Die US - Regierung und NGOs fördern die "Proteste auch mit "systematischer Verbreitung politischer, weltanschaulicher o. ä. Ideen und Meinungen mit dem Ziel, das allgemeine Bewusstsein in bestimmter Weise zu beeinflussen", um eine große Menge Mitläufer für die Proteste zu gewinnen.
siehe:
https://www.heise.de/forum/Telepolis/Kom...2016/show/

Finanziert werden dazu u.a. die Organisatoren der Proteste. U.a. soll durch NGOs, von den USA finanzierte und betriebene Auslandspropaganda und durch Aufbau und Unterstüzung von Oppositionellen der Desinformations-Virus der US-Ideologie verbreitet werden.
> http://analitik.de/2015/08/06/us-ausland...-20695291/

U.S role in Hong Kong protests
> https://archive.is/9pQ8N

Chinesen ("Social media influencers and members of the tech and NGO communities") werden in Desinformation und Beeinflussung u.a. auch hier geschult (auch wenn das Ziel öffentlich anders angegeben ist):
> http://archive.is/aYkvy

Metthoden der "Bunten Revolutionen"
> http://archive.is/wJDCg/17ecf87129064fa7...578263.png
-------------------------------------------------------------
Bernays Propaganda
> https://archive.org/download/Propaganda1928ByEdwardL.Bernays_201608
/Propaganda%281928%29%20by%20Edward%20L.%20Bernays.pdf

Gene Sharp> http://www.aeinstein.org/wp-content/uplo...German.pdf

[Bild: 17ecf87129064fa71b928e705c5f51a196578263.png]

Strategie des gelenkten Chaos
> http://analitik.de/2015/10/25/strategie-...ten-chaos/
Mann: Chaos-Theorie
>https://web.archive.org/web/201901172118...20mann.pdf
Color Revolutions: A Briefing of the Core Theoretical Mechanics
> https://web.archive.org/web/201906082016...orybko.pdf
Eine Analyse von Andrew Korybko und Hamsa Haddad: CHAOS THEORY, GLOBAL SYSTEMIC CHANGE, AND HYBRID WARS>https://web.archive.org/web/201901121326...4_16-3.pdf
Shahskov, Sergei: "The theory of 'manageable chaos' put into practice"
Strategic Culture Foundation, 1 Mar 2011
> https://web.archive|org/web/201509260824...ctice.html
zu den verdeckten Aktionen, Hybridkriegen und Regime Changes:
HYBRID WARS-THE INDIRECT ADAPTIVE APPROACH TO REGIME CHANGE-AK-Hybrid-Wars-updated
> https://web.archive.org/web/201601230059...pdated.pdf
Cohen, Roger. "Leading From Behind." The New York Times, 31 Oct.
2011. Web. 8 July 2014
> https://web.archive.org/web/201404140834....html?_r=0

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#5
Die "unblutige Revolution" in der Deutschen Demokratischen Republik, die gemeinsam mit anderen Faktoren zur Kolonisierung Ostdeutschlands geführt hat, sollte in der Aufstellung auch nicht vergessen werden.
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#6
Proteste in Hongkong




14.08.2019




HONGKONG/BERLIN/WASHINGTON (Eigener Bericht) - Die Bundesrepublik nutzt die Proteste in Hongkong, um den Rivalen China zu schwächen, und fördert in der Stadt die Beijing-feindliche Opposition. Im Juli, als die Proteste längst eskalierten, ist eine hochrangige FDP-Delegation in Hongkong mit Mitgliedern der oppositionellen "Democratic Party" zusammengetroffen. Aktivisten, die für die Abspaltung Hongkongs von China eintreten und wegen ihrer Beteiligung an Angriffen auf Polizisten angeklagt sind, erhalten in Deutschland Flüchtlingsschutz.
Parallel fördert eine Vorfeldorganisation der US-Außenpolitik oppositionelle Zusammenschlüsse mit Millionensummen; US-Vizepräsident Mike Pence empfängt einen Milliardär aus Hongkong, der seit Jahren Beijing-feindliche Kräfte in der Stadt finanziert sowie sie mit seinem Medienunternehmen unterstützt. Die Maßnahmen, die als selbstloser Einsatz für "Demokratie und Menschenrechte" angepriesen werden, nutzen schon lange bestehende innere Spannungen in der ehemaligen britischen Kolonie, um die Kontrolle der Volksrepublik über die ökonomisch wichtige Metropole zu unterminieren.

Zufluchtsort für Kriminelle

Die Proteste in Hongkong sind längst über ihren ursprünglichen Anlass hinausgewachsen. Ende März hatten sie sich an den Plänen der Stadtregierung entzündet, ein neues Auslieferungsgesetz zu verabschieden. Laut der geltenden, noch von der britischen Kolonialmacht vor ihrem Abzug zum 1. Juli 1997 eingeführten Regelung darf Hongkong Personen, die außerhalb der südchinesischen Metropole eine Straftat begangen haben, prinzipiell an die Behörden sämtlicher Länder der Welt überstellen; ausgenommen sind aber die Volksrepublik China, ihre Sonderverwaltungszone Macau und Taiwan.[1] Das hat zur Folge, dass Kriminelle bis hin zu Mördern in Hongkong straflos leben können; die zuständigen Stellen in der Stadtverwaltung sprechen von über 300 gravierenden Fällen, darunter nicht zuletzt der Korruption überführte Milliardäre. Gegen das neue Auslieferungsgesetz gingen am 16. Juni rund zwei Millionen Menschen auf die Straße: Es könne, so wurde befürchtet, die Unabhängigkeit der Hongkonger Justiz unterminieren. Regierungschefin Carrie Lam hat das Gesetzesvorhaben inzwischen für "tot" erklärt. Zu den Folgen, die in Hongkong für Debatten sorgen, gehört, dass ein geständiger Mörder, der am 16. Februar 2018 in Taiwans Hauptstadt Taipei seine Partnerin erwürgte, nicht an die dortige Justiz überstellt werden darf und der Strafe entgeht.

Beijing-feindliche Kräfte

Mittlerweile hat sich der Gegenstand der Proteste jedoch verschoben. Im Zentrum steht nun zum einen die Polizeigewalt. Hongkongs Polizei ist bislang mit Schlagstöcken und Tränengas gegen die Demonstranten vorgegangen, die ihrerseits vermummt, mit Helmen und teilweise mit Gasmasken auf die Straße gehen, Polizisten mit Steinen und Molotow-Cocktails attackieren, bei Polizeiwachen Brände legen und inzwischen bei ihren Protesten sogar mit Laserpointern operieren, die schwere Verbrennungen verursachen und die Sehfähigkeit zerstören können. Anfang Juli kam es zum Sturm auf das Parlament sowie zur Verwüstung des Gebäudes.[2] Die Polizeigewalt wiederum übersteigt bislang nicht das in Westeuropa übliche Niveau.[3] Zum anderen richten sich die Proteste gegen einen stärkeren Einfluss Beijings auf die Sonderverwaltungszone Hongkong, die seit dem Ende der britischen Kolonialherrschaft unter der Formel "Ein Land, zwei Systeme" als liberalkapitalistisches Einsprengsel in der Volksrepublik existiert. In der Bevölkerung der Metropole ist eine gegenüber der Volksrepublik ablehnende Strömung prägend, seit sie Ende der 1940er Jahre zum Zufluchtsort für die Kuomintang wurde, was die Einwohnerzahl binnen weniger Jahre von gut 600.000 auf über zwei Millionen in die Höhe trieb. Allerdings verschieben sich mittlerweile die Kräfte; Beijing-kritische oder -feindliche Parteien erhalten bei Wahlen nicht mehr zwei Drittel, sondern nur noch etwas über die Hälfte der Stimmen, während Beijing-freundliche Parteien inzwischen gut 40 Prozent der Stimmen bekommen.

Berlins Attacke gegen die Justiz

Führen die inneren Spannungen in Hongkong bereits seit Jahrzehnten immer wieder zu Protesten, so machen sich die westlichen Mächte diesen Umstand in zunehmendem Maße zunutze, um der ungebrochen aufstrebenden Volksrepublik Probleme zu bereiten. Mittel dazu sind Maßnahmen zur Unterstützung der Beijing-feindlichen Opposition. So hat die Bundesrepublik begonnen, Personen Flüchtlingsschutz zu gewähren, die in Hongkong wegen Straftaten bei politisch motivierten Protesten vor Gericht gestellt werden sollen. Seit Mai 2018 genießen zwei Männer in Deutschland Asyl, die in der Nacht vom 8. auf den 9. Februar 2016 festgenommen worden waren, weil sie sich an blutigen Ausschreitungen im Distrikt Mong Kok beteiligt hatten. Dort hatten mehrere hundert Personen Polizisten mit Flaschen und Steinen angegriffen, Fahrzeuge in Brand gesteckt und mehr als 80 Beamte verletzt.[4] Die zwei Männer, die in der Bundesrepublik Asyl erhalten haben, gehören der Organisation "Hong Kong Indigenous" an, die die Stadt von China abspalten will. Die deutsche Behauptung, sie würden nicht wegen Gewalttaten gegen Polizisten, sondern wegen ihrer politischen Einstellung verfolgt, hat wütende Proteste der Behörden in Hongkong hervorgerufen. Regierungschefin Carrie Lam hat Deutschlands stellvertretenden Generalkonsul in der Metropole, David Schmidt, im Mai einbestellt und sich öffentlich beschwert, die Bundesrepublik untergrabe gezielt den "internationalen Ruf" der Hongkonger Justiz.[5]

Washingtons Sorge um die Menschenrechte

Daneben werden Beijing-feindliche Kräfte in Hongkong zunehmend von den westlichen Mächten direkt unterstützt. So überwies eine Vorfeldorganisation der US-Außenpolitik, das staatsfinanzierte National Endowment for Democracy (NED), allein im Jahr 2018 beinahe eine halbe Million US-Dollar an oppositionelle Organisationen in Hongkong.[6] Schon von 1995 bis 2013 hatte der Hong Kong Human Rights Monitor (HKHRM) vom NED annähernd zwei Millionen US-Dollar erhalten.[7] Der Hongkonger Milliardär Jimmy Lai, der die Beijing-feindliche Opposition seit Jahren mit hohen Summen fördert und sie darüber hinaus mit seinem Medienunternehmen "Next Digital" systematisch begünstigt, ist Anfang Juli von US-Vizepräsident Mike Pence und von Außenminister Mike Pompeo in Washington empfangen worden. Lai bedankte sich anschließend bei Pompeo für "die Sorge der US-Administration um die Menschenrechte" und bat um "fortgesetzte internationale Aufmerksamkeit für Hongkong".[8] Wie vor wenigen Tagen bekannt wurde, stehen Anführer der nach "Selbstbestimmung" strebenden Partei Demosisto in Kontakt zu einer Mitarbeiterin des US-Konsulats in der südchinesischen Metropole.[9] Demonstranten gehen in Hongkong zuweilen mit US-Fahnen auf die Straße. Zuletzt drückten meist jüngere Oppositionelle mit dem Präsentieren von Hongkongs britischer Kolonialflagge ihre Sympathie für eine mögliche Wiederunterstellung der Stadt unter britische Kolonialherrschaft aus.[10]

Subversive Tradition

Unterstützung für Hongkongs Opposition kommt auch aus Deutschland. Im Juli, als die Proteste längst eskaliert waren, ist eine Delegation der FDP unter Führung des FDP-Vorsitzenden Christian Lindner in Hongkong mit Mitgliedern der oppositionellen Democratic Party zusammengetroffen. Offizieller Anlass der Reise war die Teilnahme der Delegation an der offiziellen Eröffnung des "Global Innovation Hub" am 9. Juli, das die FDP-nahe Friedrich-Naumann-Stiftung betreibt. Die Einrichtung wird als "kreative Innovationsplattform für Liberalismus beschrieben.[11] Die Zusammenkunft der FDP-Delegation mit den Oppositionsaktivisten in Hongkong stieß in Beijing auf heftigen Protest.[12] Hintergrund ist, dass die Naumann-Stiftung jahrzehntelang tibetische Separatisten gefördert und weltweit vernetzt hat; unter anderem hat sie die Vorbereitungen für die globale Kampagne unterstützt, mit der im Frühjahr 2008 der olympische Fackellauf anlässlich der Olympiade in Beijing attackiert wurde - in einer Art weltumspannender antichinesischer PR-Operation (german-foreign-policy.com berichtete [13]). Wegen ihrer Unterstützung für tibetische Separatisten musste die Naumann-Stiftung, die auch für ihre Zusammenarbeit mit Putschisten in mehreren Ländern berüchtigt ist (german-foreign-policy.com berichtete [14]), bereits 1996 ihre Repräsentanz in Beijing schließen.

Taiwan

Die Förderung Beijing-feindlicher Kräfte in Hongkong geht mit neuen Maßnahmen der westlichen Mächte zum Ausbau Taiwans als politisch-militärischer Stützpunkt gegen die Volksrepublik einher. german-foreign-policy.com berichtet in Kürze.
https://www.german-foreign-policy.com/news/detail/8011/
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