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Frankfurter Hauptbahnhof: Mutter und Kind vor ICE gestoßen - Achtjähriger stirbt
@ nereus

Genau betrachtet mißtraust du in einem zentralen Punkt selbst der Aussage der Mutter:

"Gegenüber der Polizei gibt Frau S. an, es sei ihr nicht bewusst, den Mann vorher schonmal gesehen zu haben. Er sei niemand aus ihrem Familien- oder Bekanntenkreis. Im Verlauf der Anreise und auch im Hauptbahnhof selbst habe es an diesem Morgen keine Konfliktsituation gegeben."

Nun kann man zwar einwenden, daß die Wiedergabe ihrer Aussage unscharf formuliert ist und vielleicht war das bewußte Gesehenhaben ja nur einseitig, also das der Täter die Mutter bewußt in Glashütten wahrnahm, aber wenn die theoretische Möglichkeit bestand, daß es in Glashütten einen arbeitsbedingten oder sonstigen Kontakt gab, dann verschleiert diese Aussage diesen wichtigen Sachverhalt und ließe sie deshalb insgesamt fragwürdig erscheinen.

Bestand die Möglichkeit einer früheren Begegnung, hätte sie dann sagen müssen, daß sie möglicherweise einen berufs- oder sonstwie bedingten Kontakt nicht ausschließen könne, ihr das aber nicht erinnerlich ist o.ä.

Das ist keine Petitesse, denn es geht ja zentral um Tathintergründe und die Motivlage. Und wer sollte mehr daran interessiert sein, das aufzuklären, als eine Mutter, die ihr Kind verloren hat? Auch der nebenklagende Vater, der diese Glashüttener Kontaktmöglichkeit sicher kennen würde, müßte da einhaken, was er nicht tat.
Antworten
Hallo kalter hornung!

Du schreibst: Genau betrachtet mißtraust du in einem zentralen Punkt selbst der Aussage der Mutter:
 
Ich mißtraue ihr nicht, ich versuche die Situation zu rekapitulieren.
Was hätte man selbst gemacht, gesehen und gedacht, wenn man plötzlich und unerwartet auf die Gleise vor einen einfahrenden Zug gestoßen wird?
Woran erinnert man sich, was kommt später an Eindrücken durch Zeitungsmeldungen und Zeugenaussagen hinzu?

"Gegenüber der Polizei gibt Frau S. an, es sei ihr nicht bewusst, den Mann vorher schonmal gesehen zu haben. Er sei niemand aus ihrem Familien- oder Bekanntenkreis. Im Verlauf der Anreise und auch im Hauptbahnhof selbst habe es an diesem Morgen keine Konfliktsituation gegeben."
 
Es sei ihr nicht bewußt.
Das ist auch keine Ansage wie: Ich habe ihn keinesfalls vorher schon einmal gesehen.
Gerade das Wörtchen bewußt läßt anklingen, das es keinen Absoutheitscharakter hat, denn sie hätte auch sagen können: Ich habe den Mann noch nie zuvor gesehen.
Hier hätte das Gericht eben konkreter nachfassen müssen, was man jedoch unterließ.
 
Bestand die Möglichkeit einer früheren Begegnung, hätte sie dann sagen müssen, daß sie möglicherweise einen berufs- oder sonstwie bedingten Kontakt nicht ausschließen könne, ihr das aber nicht erinnerlich ist o.ä.

Da ist schon etwas dran, aber ich finde es jetzt etwas gewagt, die Aussagen, deren Hintergründe wir nicht kennen, jetzt auf den Seziertisch zu legen.
Sie war nicht in der Gerichtsverhandlung, wurde nicht live befragt, sondern es wurden nur ihre Aussagen verlesen.
Da besteht ja noch nicht einmal die Chance für ein konkretes Nachfragen.
 
Eine Zeugin des „Amoklaufes“ von Erfurt hat nach mehrfachen Interventionen die vorgelegte Aussage einfach unterschrieben, weil sie mit den Nerven fertig war und keine Lust verspürte sich nun auch noch mit der Polizei anzulegen, die auf einer anderen Wahrnehmung bestand.
Es besteht also sehr wohl die Möglichkeit Zeugen zu manipulieren bzw. Fragen so zu gestalten, daß sie arglos beantwortet werden.

Das ist keine Petitesse, denn es geht ja zentral um Tathintergründe und die Motivlage. Und wer sollte mehr daran interessiert sein, das aufzuklären, als eine Mutter, die ihr Kind verloren hat?
Auch der nebenklagende Vater, der diese Glashüttener Kontaktmöglichkeit sicher kennen würde, müßte da einhaken, was er nicht tat.
 
Ich stimme Dir zu, aber das Flüchtlingsheim blieb ja generell unerwähnt und ich frage mich warum?
Wurde der Vater vorher verarztet, das Thema nicht zu erwähnen, um keine Unruhe zu stiften?
Schau Dir mal den Aufwand an, der betrieben wurde, um das Thema an sich klein zu gestalten.
Wer sagt uns nicht, daß der Anwalt dem Vater ggf. riet sich hier still zu verhalten, um das Verfahren an sich und mögliche Entschädigungsleistungen nicht zu gefährden.

Das ist freilich sehr spekulativ, nur wage ich auch nicht aus den spärlichen Aussagen konkrete Tathintergründe sicher abzuleiten und mögliche Alternativen auszuschließen.


Was übrigens den Kaffeebecher angeht, der auch mir anfangs rätselhaft erschien, meine ich jetzt eine plausible Erklärung gefunden zu haben.
 
Mein Bruder und seine Frau hatten vor vielen Jahren einen schweren Unfall, wo sie lebensgefährlich verletzt wurde. Direkt nach dem Unfall stieg sie aus dem Auto und sammelte „pflichtbewußt“ die verstreuten Papiere wieder ein und kümmerte sich um ihren Mann, der erheblich weniger verletzt war, aber sichtbar blutete.
Erst nach Eintreffen des Notarztes versagte ihr Kreislauf und sie wurde kurz danach notoperiert.
 
Will sagen: Manchmal tut man Dinge, die sich rational schwer erklären lassen.
Vermutlich war der Mutter tatsächlich der Becher aus der Hand gefallen, doch sie nahm das Utensil wieder in ihre Hände, weil ihr nichts Besseres einfiel und sie im Moment des Schreckens noch keinen klaren Gedanken fassen konnte.
 
Und hier noch ne Kleinigkeit zu absurden Motiven kulturfremder Menschen
 
Bluttat in Cottbus
 
Pakistaner (28) sticht Mann (19) nieder – damit er nicht abgeschoben wird!
 
Tatort: Cottbus. Das Opfer, Ralf P. (19), sitzt gegen 5.40 Uhr auf dem Weg in die Berufsschule in einer Tram der Linie 4 zwischen den Haltestellen Gelsenkirchener Straße und Thierbacher Straße.
Der Elektriker-Azubi bemerkt nicht, wie ein Mann – den Kopf mit einem schwarzen Turban bedeckt – hinter ihm auftauchte, in der Hand ein Küchenmesser.
Der Täter war kurz vorher an der Haltestelle Gelsenkirchener Straße eingestiegen.
Dann nahm er das Messer und rammte es Ralf P. in den Rücken.
Unfassbar: Als wäre nichts passiert, lief er danach durch den Zug und stieg dann an der Haltestelle Thierbacher Straße aus.
Beim Ausstiegen stieß er laut Fahrer und Zeugen ein laut hörbares Lachen aus!
..
Neun Stunden nach der Attacke konnte der mutmaßliche Täter in seiner Wohnung in Cottbus festgenommen werden. Nach B.Z.-Informationen handelt es sich bei dem Täter um Abdulsalam R. (28), aus Turbat, einer Stadt im Südwesten Pakistans. Er ist wegen gefährlicher Körperverletzung, Bedrohung und Einbruchsdiebstahl bereits polizeibekannt.
..
Fakt ist: Täter und Opfer waren sich vorher nie begegnet.
Ralf P. wurde zum Zufallsopfer!
 
Die Fahnder kamen dem Pakistani aber schnell auf die Spur, weil er in anderen Strafverfahren schon eindeutig beschrieben war.
Unglaublich ist auch, was Abdulsalam R. den Beamten zum Motiv seiner Tat sagte:
Er habe einen Menschen verletzen (oder töten) wollen, um sich einen „weiteren Verbleib in Deutschland zu sichern“.
Seine Aufenthaltserlaubnis in Deutschland sei gerade abgelaufen. Die Tat hat er den Beamten gestanden.

 
Quelle: https://www.bz-berlin.de/tatort/brandenb...hrigen-ein
 
Auch wenn das sicher nicht als Regel für Migranten herhalten darf.
Fakt ist: Es gibt Menschen, die kennen keine Grenzen, nur um ihren Willen durchzusetzen.
Diesbezüglich kann man also schon auch ein Motiv niedrigsten Instinkts einkalkulieren.
 
mfG
nereus
Antworten
@ nereus

Mir ging es darum, auf den inneren Widerspruch zwischen der Aussage der Mutter und deiner Annahme hinzuweisen, es hätte zuvor Kontakt gegeben. Wie gesagt, auch wenn nur Teile der Aussage verlesen wurden, die das im Ungewissen lassen, hätte spätestens hier der Vater einhaken müssen, um eine mögliche Verbindung nach Glashütten zu thematisieren und evtl. den Täter direkt darauf ansprechen. Er muß ja ungefähr das Arbeitsumfeld seiner Frau einschätzen können.

Wenn es aber Absprachen zur Geheimhaltung gab, dann war im Grunde die ganze Nebenklage für den Vater sinnlos, wenn wichtige Hintergründe nicht erhellt werden durften und damit ein mögliches kriminelles Motiv bzw. eine Tat, bei der sich Täter und Opfer kannten, unaufgeklärt blieb.

Die von dir geschilderte Unfallsituation ist sicher zutreffend, aber kann imo nicht auf den Sturz der Mutter übertragen werden, wo es mehr um Bewegungsreflexe beim Fallen und Fortbewegen geht und da nutzt man nach Möglichkeit beide Hände, um sich beim Sturz selbst abzufangen bzw. beim Aufstehen abzustützen.
Antworten
Hallo kalter hornung!
 
Du schreibst: Mir ging es darum, auf den inneren Widerspruch zwischen der Aussage der Mutter und deiner Annahme hinzuweisen, es hätte zuvor Kontakt gegeben. Wie gesagt, auch wenn nur Teile der Aussage verlesen wurden, die das im Ungewissen lassen, hätte spätestens hier der Vater einhaken müssen, um eine mögliche Verbindung nach Glashütten zu thematisieren und evtl. den Täter direkt darauf ansprechen.

Das hatte ich schon verstanden.


Die von dir geschilderte Unfallsituation ist sicher zutreffend, aber kann imo nicht auf den Sturz der Mutter übertragen werden, wo es mehr um Bewegungsreflexe beim Fallen und Fortbewegen geht und da nutzt man nach Möglichkeit beide Hände, um sich beim Sturz selbst abzufangen bzw. beim Aufstehen abzustützen.

 
Das leuchtet ein, nur garantiert das nicht, daß man nach dem Aufstehen aus Verwirrtheit doch wieder den Becher ergreift und ihn umklammert.
Immerhin hat das auch ein Zeuge bestätigt.
Lügen also die Mutter und der Zeuge?
 
Was mich etwas stutzig macht ist Dein Argumentationsstil.
Bei den Eltern hinterfragst Du jedes kleine Detail, wenn auch z.T. berechtigt.
Allerdings verfügen wir nur über einen ungenügenden Informationsstand, den man hierbei berücksichtigen sollte, wenn man jedes Wort auf die Goldwaage legt.
 
Doch beim Täter kannst Du Dich relativ schnell für die recht weit hergeholte „König der Löwen-Theorie“ erwärmen, die den Mörder in ein Gewand der Schuldlosigkeit webt.
Dir erscheint das ganze Geschehen dubios, obwohl wir inzwischen in der ersten Reihe bei der Gerichtsverhandlung sitzen.
 
Was meinst Du ist damals in Frankfurt geschehen?
Hat ein Fake-Tater ein Fake-Kind auf die Gleise gestoßen oder vielleicht war das alles nur eine Crisis-Actor-Aktion und auch die Gerichtsverhandlung ist nichts weiter als Fake und @kiebitz ein bezahlter Systemagent, der uns nur mit Fake-Infos anfüttern will?
 
Die Mutter kann den Täter nicht wahrgenommen haben, sie hatte auch den Kaffeebecher nicht mehr in der Hand .. und der Vater hakt nicht nach, wo er hätte nachhaken müssen.
Irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, daß die Eltern von Dir in ein trübes Licht gerückt werden sollen und ich frage mich, warum Du das machst?  Huh
 
mfG
nereus
Antworten
(14.09.2020, 11:40)nereus schrieb: Hallo kalter hornung!
 
Du schreibst: Mir ging es darum, auf den inneren Widerspruch zwischen der Aussage der Mutter und deiner Annahme hinzuweisen, es hätte zuvor Kontakt gegeben. Wie gesagt, auch wenn nur Teile der Aussage verlesen wurden, die das im Ungewissen lassen, hätte spätestens hier der Vater einhaken müssen, um eine mögliche Verbindung nach Glashütten zu thematisieren und evtl. den Täter direkt darauf ansprechen.

Das hatte ich schon verstanden.


Die von dir geschilderte Unfallsituation ist sicher zutreffend, aber kann imo nicht auf den Sturz der Mutter übertragen werden, wo es mehr um Bewegungsreflexe beim Fallen und Fortbewegen geht und da nutzt man nach Möglichkeit beide Hände, um sich beim Sturz selbst abzufangen bzw. beim Aufstehen abzustützen.

 
Das leuchtet ein, nur garantiert das nicht, daß man nach dem Aufstehen aus Verwirrtheit doch wieder den Becher ergreift und ihn umklammert.
Immerhin hat das auch ein Zeuge bestätigt.
Lügen also die Mutter und der Zeuge?
 
Was mich etwas stutzig macht ist Dein Argumentationsstil.
Bei den Eltern hinterfragst Du jedes kleine Detail, wenn auch z.T. berechtigt.
Allerdings verfügen wir nur über einen ungenügenden Informationsstand, den man hierbei berücksichtigen sollte, wenn man jedes Wort auf die Goldwaage legt.
 
Doch beim Täter kannst Du Dich relativ schnell für die recht weit hergeholte „König der Löwen-Theorie“ erwärmen, die den Mörder in ein Gewand der Schuldlosigkeit webt.
Dir erscheint das ganze Geschehen dubios, obwohl wir inzwischen in der ersten Reihe bei der Gerichtsverhandlung sitzen.
 
Was meinst Du ist damals in Frankfurt geschehen?
Hat ein Fake-Tater ein Fake-Kind auf die Gleise gestoßen oder vielleicht war das alles nur eine Crisis-Actor-Aktion und auch die Gerichtsverhandlung ist nichts weiter als Fake und @kiebitz ein bezahlter Systemagent, der uns nur mit Fake-Infos anfüttern will?
 
Die Mutter kann den Täter nicht wahrgenommen haben, sie hatte auch den Kaffeebecher nicht mehr in der Hand .. und der Vater hakt nicht nach, wo er hätte nachhaken müssen.
Irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, daß die Eltern von Dir in ein trübes Licht gerückt werden sollen und ich frage mich, warum Du das machst?  Huh
 
mfG
nereus

@ nereus

der Eindruck, ich glaube dem Täter und halte ihn für in jedem Falle unschuldig, täuscht: Ich hatte ja kiebitz' These, Habte A. habe ein schreckliches Verbrechen begangen, um für sich und seine Familie ein dauerndes Bleiberecht in Deutschland bzw. der Schweiz zu erzwingen, für die derzeit wahrscheinlichste Version erklärt (ob aufgrund einer Angstpsychose, weil eine Abschiebung gar nicht zur Debatte stand oder aufgrund einer diagnostizierten Schizophrenie, ist hier zweitrangig); ich schließe also eine Schuldfähigkeit nicht aus.

Ich glaube auch nicht der mutmaßlich vieles beschönigenden Aussage der Ehefrau des Täters im Detail, nur insoweit, daß es eine psychische Veränderung bei ihrem Mann gab über einen längeren Prozeß.

Warum ich den Eltern mißtraue, hatte ich ja schon mehrfach erläutert. Das wichtigste Moment ist die Geheimhaltung, die Umstände der Beisetzung und die Anonymisierung ihres Kindes. Dafür muß es schwerwiegende Gründe geben; so schwerwiegend, daß für die Eltern ggf. sogar die Aufklärung der Tat in den Hintergrund tritt (nämlich, wenn sich Täter und Opfer mglw. kannten oder Täter und Opfer mglw. in Glashütten Kontakt hatten). Ich meine auch, daß die Eltern nicht das Recht haben, ihrem Kind als Opfer eines Verbrechens die Identität zu nehmen oder einer Anonymisierung zuzustimmen. Das ist letztlich keine Privatangelegenheit.

Die von kiebitz geschilderte Empathielosigkeit der Staatsanwaltschaft verstärkt für mich den Eindruck, daß mit der ganzen Sache etwas nicht stimmt, auch ihnen "glaube" ich nicht. Mein Mißtrauen fokussiert sich also nicht nur auf die Eltern.

Natürlich wäre ein komplett inszenierter Vorfall die leichteste Erklärung für alles. Aber da es dafür keinerlei belastbare Indizien gibt, werde ich nicht darauf beharren. Für hypothetisch möglich halte ich das schon (analog zum Breitscheidplatz), natürlich ohne daß da tatsächlich jemand aufs Gleis geworfen wurde.

Ich halte dieses System inzwischen für so krank, daß solche Übergänge von der Katastrophenschutzübung zur scripted reality nicht abwegig sind. Es wird ja auch so schon gelogen, was das Zeug hält. Außer dem Breitscheidplatzvorfall gabs auch in der Vergangenheit genügend Ereignisse, bei denen eine Komplettinszenierung durch Indizien gestützt ist.

Solange ich diese beiden Dinge nicht zusammenbringe, also den nachvollziehbaren Täterkomplex (egal, ob er jetzt simuliert oder nicht) und den für mich nicht nachvollziehbaren Opferkomplex, bleibt es für mich insgesamt ungeklärt.

Man kann übrigens auch über einen komplett gefakten Anklagekomplex eine jahrelange Gerichtsverhandlung führen, wo Kläger, Nebenkläger, Angeklagte, Verteidigung und Gericht alle mitspielen (siehe NSU). Das ist natürlich kein Beweis dafür, daß auch in Frankfurt nur eine Show lief, das ist mir klar.
Antworten
Hier meine aktuelle Arbeitsthese zum möglichen Motiv der Bleiberechtserzwingung aufgrund einer Angstpsychose. Sie ist quasi um das Herumgewoben, was die Zeugen zu Protokoll gegeben haben. Einiges davon ist spekulativ und wird es wohl auch bleiben, solange der Täter schweigt. Er wird in dieser These als Mensch dargestellt, der täuscht und manipuliert, um seine Absichten durchzusetzen. Das war nicht Ziel der These, sondern hat sich im Laufe ihrer Entwicklung immer wieder als ein wahrscheinliches oder sogar als das wahrscheinlichste spekulativ zu ergänzende Element herausgestellt.

2006 kommt der Täter in der Schweiz an, nachdem er zuvor in seinem Heimatland Eritrea desertiert und über den Sudan, Libyen und Italien geflüchtet ist. In der Schweiz stellt er einen Antrag auf Asyl und verheimlicht dabei den bereits zuvor in Italien gestellten Asylantrag. Er lebt in ständiger Angst, nach Eritrea abgeschoben zu werden, wo ihm für seine Fahnenflucht möglicherweise die Todesstrafe, mindestens jedoch eine sehr lange Haftstrafe droht. 2008 wird er in der Schweiz als Flüchtling anerkannt, die Angst vor der Abschiebung tritt zunächst in den Hintergrund. Er beginnt damit, sich in der Schweiz eine Existenz aufzubauen. 2012 heiratet er eine eritreische Frau und lebt ab 2013 mit seiner Familie in Schönenberg in der Nähe von Wädenswil. Nach zwischenzeitlicher Arbeitslosigkeit findet er schließlich eine befristete Anstellung bei den Verkehrsbetrieben Zürich. Im Januar 2018, er hat inzwischen drei Kinder, wird bei seiner zweijährigen Tochter Diabetes diagnostiziert. Im April 2018 erhält er eine Festanstellung bei den Verkehrsbetrieben und verdient 5000 Franken im Monat. Mit der aufgebauten Existenz kommt die Existenzangst. Sein eigenes Leben in der Schweiz wächst ihm über den Kopf. Die Angst, nach Eritrea abgeschoben werden zu können, tritt wieder in den Vordergrund. Mit dem Unterschied, dass er jetzt viel mehr zu verlieren hat als in seiner Anfangszeit in der Schweiz. Entsprechend größer ist seine Angst. Falls er mit seiner Familie zurück nach Eritrea müsste und er dort inhaftiert oder gar exekutiert würde, wie würde seine Familie dort ohne ihn als Versorger überleben? Wie sollte seine an Diabetes erkrankte Tochter dort die notwendige medizinische Versorgung erhalten? Für ihn ein undenkbares Szenario. Seine Angst entwickelt sich immer weiter, bis sie schließlich panische Züge annimmt. Er fühlt sich in der Schweiz nicht mehr sicher. Um seine Familie zu schützen, ist er bereit, alles bisher in der Schweiz Erreichte aufzugeben: seinen Job, seine Wohnung, sein soziales Umfeld. Er versucht, seine Frau für die Idee zu gewinnen, mit der Familie die Schweiz zu verlassen und sich in einem anderen europäischen Land niederzulassen. Doch seine Frau weigert sich, da sie sich mittlerweile in der Schweiz zu Hause fühlt und die Familie dort viel erreicht hat. Sie versteht nicht, wovor er solche Angst hat. Um der abstrakten Gefahr, die er verspürt, ein Gesicht zu geben und somit für seine Frau begreifbar zu machen, erfindet er den „Ring“. Er erzählt seiner Frau, Mitglieder des Rings würden ihn verfolgen und damit drohen, seine Familie umzubringen. Der Anführer des Rings sei gar sein eigener Chef auf der Arbeit. Doch seine Frau empfindet sein Verhalten als bizarr. Sie macht sich Sorgen um seine geistige Verfassung und bittet ihn, sich in ärztliche Behandlung zu begeben. Dem kommt er nur widerwillig nach, nimmt die verschriebenen Medikamente nicht ein. Er weiß, dass es alles nur Theater ist, um seine Frau davon zu überzeugen, aus der Schweiz wegzuziehen. Gegenüber allen anderen Menschen, seinen Brüdern, seinen Kollegen, seiner Glaubensgemeinschaft, seinem Hausarzt, verhält er sich ganz normal, wodurch sich seine Frau in ihrer Sorge um ihn nicht ernst genommen fühlt. Um seiner Frau noch einen Grund weniger zu geben, in der Schweiz bleiben zu wollen, kündigt er sogar seine Festanstellung bei den Züricher Verkehrsbetrieben, wo er sich ein Jahr zuvor noch auf sein 25-jähriges Jubiläum gefreut hatte. Er fasst den Plan, in einem anderen europäischen Land Asyl zu beantragen. Ist der Antrag erstmal bewilligt, wird seine Frau schon nachkommen, denkt er sich. Er bereist mehrere Länder, u.a. Deutschland, Belgien, Frankreich. Seine Wahl fällt schließlich aus mehreren Gründen auf Deutschland: hier muss er keine neue Fremdsprache lernen - er spricht nach zwölf Jahren in der Schweiz ganz gut Deutsch -, Deutschland bietet eine ausgezeichnete medizinische Versorgung - für seine diabeteskranke Tochter -, und er rechnet hier mit den größten Erfolgsaussichten für die Bewilligung seines Asylantrags. Allerdings ist ihm auch klar, dass er nach zwölfjährigem Aufenthalt in der Schweiz, inklusive Bleiberecht, keinen Anspruch auf Asyl in Deutschland geltend machen kann. Er wird sich Asyl allenfalls erschleichen können. Seine Erfahrung hat ihm gezeigt, dass dies in der Vergangenheit funktioniert hat, denn gegenüber den Schweizer Behörden konnte er mit Erfolg seinen zuvor in Italien gestellten Asylantrag verheimlichen. Als Ziel in Deutschland wählt er Frankfurt. Die Stadt ist ihm vertraut, weil er zuvor bereits mit dem Auto dort gewesen ist, eine Bußgeldrechnung für zu schnelles Fahren erhalten hat. Möglicherweise findet er Frankfurt attraktiv, weil dort die größte eritreische Exilgemeinde in Deutschland lebt.

Am 25.07.2019 entschließt er sich, seinen Plan in die Tat umzusetzen. Gegen 14 Uhr verlässt er unter dem Vorwand die Wohnung, er wolle etwas spazieren gehen, um frische Luft zu schnappen. Stattdessen beschafft er sich größere Summen Bargeld in Schweizer Franken, US Dollar und Euro. Damit will er sicherstellen, dass er sich in den ersten Tagen nach seiner Ankunft in Deutschland versorgen kann, ohne elektronische Zahlungsmittel verwenden zu müssen, denn diese können ihn identifizieren und seinen Aufenthaltsort preisgeben. Anschließend begibt er sich zurück in seine Wohnung und entwendet heimlich das Handy seiner Frau. Packen kann er nichts, das würde seine Frau bemerken. Es ist ein sehr heißer Sommertag, also behält er sein ärmelloses Unterhemd, die Jeans und die Sandalen an. Notfalls kann er sich auch zusätzliche Kleidung in Frankfurt kaufen. Er verlässt erneut die Wohnung unter dem Vorwand, er wolle nach Wädenswil fahren. Als er gerade dabei ist, seine Frau in die Wohnung einzuschließen, läuft ihm die Nachbarin über den Weg, die auf derselben Etage wohnt. Er befürchtet, die Nachbarin könnte bemerkt haben, dass er gerade seine Frau eingeschlossen hat oder dass sie zumindest seiner Frau helfen könnte, aus der Wohnung eher als geplant zu entkommen. Ihm wird klar, dass er auch der Nachbarin das Handy wegnehmen und sie ebenfalls in ihrer Wohnung einschließen muss, denn sie gefährdet seinen Plan, seine Familie in Sicherheit zu bringen. Er bleibt höflich und begleitet sie unter einem Vorwand in ihre Wohnung. Dort greift er sich in der Küche ein großes Messer und bedroht die Nachbarin, fordert sie auf, ihr Handy herauszugeben. Die Nachbarin kann sich diese plötzliche Aggressivität nicht erklären. Eben war er noch so nett und jetzt bedroht er sie mit einem Messer. Nachdem er das Handy der Nachbarin an sich genommen hat, schließt er sie in ihrer Wohnung ein. Die Schlüssel zur Wohnung der Nachbarin sowie die beiden Handys wirft er in den Milchkasten am Hauseingang, da er dafür keine weitere Verwendung hat. Er setzt sich in sein Auto und begibt sich auf die rund 4,5-stündige Fahrt nach Frankfurt. Er wählt die direkte Route: Die A3 über Zürich nach Basel, von dort auf die A5 und immer geradeaus bis nach Frankfurt. Während er unterwegs ist, hält sich seine Frau auf dem Balkon ihrer Wohnung auf und bemerkt nicht, dass sie eingeschlossen wurde. Plötzlich macht die Nachbarin am Fenster auf sich aufmerksam und berichtet ihr, dass ihr Mann sie mit dem Messer bedroht, ihr Handy mitgenommen und sie in der Wohnung eingeschlossen habe. Seine Frau will sich davon selbst überzeugen. Als sie ihre Wohnung verlassen will, bemerkt sie, dass sie ebenfalls eingeschlossen ist. Sie will ihren Mann anrufen, bemerkt aber, dass auch ihr Handy fehlt. Die Nachbarin erinnert sich an ein zweites Telefon und verständigt die Polizei. Die Polizei trifft ein und befreit die beiden Frauen aus ihren Wohnungen. Die Ehefrau findet die beiden Handys im Milchkasten. Sie ruft ihren Mann im Auto an, fragt ihn, wo er ist und bittet ihn, zurück nach Hause zu kommen. Doch er weigert sich und legt auf. Er realisiert, dass seine Frau schneller als erwartet aus der Wohnung entkommen konnte und dass wegen des Vorfalls mit der Nachbarin wahrscheinlich bereits die Polizei nach ihm fandet. Womöglich versucht man sogar bereits, sein Handy zu orten. Er schaltet es sofort aus und wirft es aus dem Auto. Zu diesem Zeitpunkt hat er Zürich bereits weit hinter sich gelassen und befindet sich in der Nähe von Basel. Ihm wird klar, dass er auch das Auto so schnell wie möglich loswerden muss und keinesfalls versuchen sollte, damit die Grenze nach Deutschland zu überqueren. Da er noch in der Nähe von Basel ist, entschließt er sich, den restlichen Weg nach Frankfurt mit dem Zug zurückzulegen. Er fährt zum Baseler Bahnhof und stellt das Auto auf einem Parkplatz in Bahnhofsnähe ab, begibt sich in den Bahnhof und kauft ein Ticket nach Frankfurt, einfache Strecke. Er hat nicht vor, zurückzukommen. Gegen 18:15 Uhr verlässt er Basel mit dem ICE 272 Richtung Frankfurt. Um 21:15 Uhr trifft er an Gleis 8 des Frankfurter Hauptbahnhofs ein. Er wirft seine Ausweispapiere weg und begibt sich in ein Restaurant in Bahnhofsnähe, das auch von vielen Eritreern frequentiert wird. Nach diesem stressigen Tag genehmigt er sich dort mehrere Bier. Er ist erschöpft und will in Ruhe sein Bier trinken. Nach ca. einer Stunde bezahlt er in bar und verlässt das Restaurant auf der Suche nach einer Unterkunft. Er stellt jedoch fest, dass ihn kein Hotel aufnehmen will, denn ohne Ausweispapiere kann er keine überprüfbaren Angaben zu seiner Identität im Meldeschein machen. Er ist gezwungen, unter freiem Himmel zu übernachten.

Am 26.07.2019, nachdem er eine Nacht darüber geschlafen hat, wächst in ihm die Erkenntnis, dass es aussichtslos ist, in Deutschland Asyl zu beantragen. Seine Familie ist unwillig, die Schweiz zu verlassen und spätestens, wenn er versuchen würde, sie aus der Schweiz nach Deutschland nachzuholen, würden die Behörden seinen Täuschungsversuch durchschauen, was möglicherweise auch seinen Aufenthaltsstatus in der Schweiz gefährden könnte. Er kann in Deutschland nichts mehr ausrichten. Er macht sich Vorwürfe, dass er seine Frau eingeschlossen hat, die Nachbarin attackiert hat und einfach abgehauen ist. Zuhause anrufen und fragen, wie es seiner Frau geht, kann er ohne Handy auch nicht. Er will so schnell wie möglich zurück in die Schweiz zu seiner Familie. Er begibt sich zum Hauptbahnhof und stellt fest, dass an diesem Abend kein Zug mehr nach Basel fährt. Zwischen 23 Uhr und 0 Uhr schlendert er vom Hauptbahnhof kommend Richtung Messe, um sich eine Stelle zum Übernachten zu suchen. An der Messe ist es sicherer und sauberer als im Bahnhofsviertel. Vor dem NH Hotel auf der Friedrich-Ebert-Anlage sieht er einen dunkelhäutigen Mann allein an seinem Peugeot stehen und telefonieren. Er realisiert, dass der Mann seine eigene Muttersprache, Tigrinja, spricht, also auch Eritreer sein muss. Wenn er diesen Landsmann für sich gewinnen kann, fährt er ihn möglicherweise noch heute Nacht in die Schweiz zurück. Er muss ihm nur eine überzeugende Vorstellung liefern. Panisch rennt er auf den Landsmann zu und springt auf den Beifahrersitz seines Autos. Er spricht ihn direkt auf Tigrinja an, um sich als Eritreer zu erkennen zu geben: "Fahr los! Die Polizei verfolgt mich!" Durch die Falschbehauptung, die deutsche Polizei verfolge ihn in diesem Moment, versucht er zum einen, sein panisches Fluchtverhalten zu plausibilisieren. Zum anderen erhofft er sich, dass sich sein Landsmann mit ihm gegen die deutsche Polizei solidarisiert und seine anschließende Forderung erfüllt, ihn an die Schweizer Grenze zu fahren. Doch der Landsmann lehnt ab, zieht den Schlüssel aus dem Zündschloss und ruft die Portiers vor dem direkt nebenan liegenden Hotel Hessischer Hof zu Hilfe. Er erkennt, dass sein Täuschungsmanöver gescheitert ist und legt die Rolle des durch die Polizei Verfolgten ab: „Ich hab besseres Auto als Du“ verspottet er seinen Landsmann beim Aussteigen, was auf den Landsmann bizarr wirkt, da er nicht weiß, dass ihm nur etwas vorgespielt wurde. Um sich der Situation nach der Alarmierung der Portiers zu entziehen, rennt er weiter in Richtung seines ursprünglichen Ziels, der Messe, um dort zu schlafen. In der Nacht zum 27.07.2019 kühlt es deutlich ab, so dass er in seiner leichten Oberbekleidung friert.

Am 27.07.2019 kauft er sich ein T-Shirt mit "König der Löwen" Motiv zum Überziehen, da es auch im Lauf des Tages deutlich kühler als am Vortag bleibt. Er versucht an diesem Tag erneut, zurück in die Schweiz zu gelangen. Die Reise mit dem Zug ist im Gegensatz zum späten Abend des Vortages fahrplanmäßig nun wieder möglich. Er kauft im Frankfurter Hauptbahnhof ein Ticket für die Zugfahrt zurück nach Basel, steigt dann jedoch gedankenverloren in den falschen Zug ein und fährt drei Stunden lang in die falsche Richtung, worauf er bei einer Fahrkartenkontrolle im Zug hingewiesen wird. Schließlich endet er nach mindestens drei weiteren Stunden Rückfahrt wieder in Frankfurt. Nach sechs Stunden Zugfahrt lässt er es für diesen Tag gut sein.

Am 28.07.2019 kommen ihm erneut Zweifel, ob er tatsächlich zurück in die Schweiz fahren sollte. Möglicherweise gibt es ja einen Grund dafür, dass er am Vortag in den falschen Zug gestiegen ist und sein Weg ihn zurück nach Frankfurt geführt hat? Vielleicht soll er hierbleiben und eine andere Lösung für sein Problem finden? Diese erkennt er jedoch noch nicht. Er kann sich an diesem Tag nicht dazu entschließen, in die Schweiz zurückzukehren, und denkt weiter über seine Situation nach.

Am 29.07.2019 hält er sich bereits vor 6 Uhr morgens im Frankfurter Hauptbahnhof auf. Der innere Konflikt hat ihn kaum schlafen lassen. Er schlendert stundenlang langsam und ziellos in der Bahnhofshalle hin und her. Noch immer ist er unentschlossen und wägt seine Optionen ab. Als er um 9:50 Uhr an Gleis 6 vorbeiläuft, liest er auf dem Zugzielanzeiger, dass dort in zehn Minuten der ICE 72 über Basel nach Chur eintreffen soll. Schweren Herzens entschließt er sich, in die Schweiz zurückzufahren. Weil er kein Ticket hat, läuft er bis fast ans äußere Ende des Bahnsteigs in den Bereich E. Gleis 7, am selben Bahnsteig, ist an diesem Montagmorgen sehr voll. Die Menschen warten auf den ICE 529 aus Düsseldorf mit Weiterfahrt nach München. Eigentlich sollte der schon längst eingetroffen sein, doch an diesem Tag hat er zwölf Minuten Verspätung und soll erst gegen 10 Uhr einfahren. Er beginnt wieder, mit sich zu hadern. Vom relativ leeren Gleis 6 aus beobachtet er die Menschen an Gleis 7. Es kommt ihm der Gedanke: Wenn er einen von diesen Menschen vor den einfahrenden Zug stoßen würde, dann würde man ihn in Deutschland einsperren. Seine Familie würde man keinesfalls ohne ihn nach Eritrea abschieben. Er steht vor der Wahl, die er binnen zehn Minuten treffen muss: entweder mit dem Zug an Gleis 6 zurück in die Schweiz zu all seinen Problemen zu fahren oder hier und jetzt die letzte Gelegenheit wahrzunehmen, um den Verbleib seiner Familie in Europa zu sichern. Er bewegt sich näher zu Gleis 7 und schaut sich die Leute genauer an. Wer wäre ein leichtes Ziel? Die beiden älteren Damen, die direkt links vor ihm stehen, scheiden aus. Sie stehen zu weit weg von der Bahnsteigkante. Rechts vor ihm steht ein fast 2 m großer und fast zwei Zentner schwerer junger Mann, der viel Gepäck vor sich stehen hat. Der scheidet auch aus. Er schaut weiter nach links und sein Blick fällt auf einen kleinen Jungen, der ziemlich nah am Bahnsteig steht und ein leichtes Ziel wäre. Aber ein Kind umbringen? Direkt neben dem Kind steht eine schmächtige Frau. Er sieht den Zug einfahren und hat keine Zeit mehr, weiter nach einem passenderen Opfer zu suchen. Als der Zug ihm nah genug erscheint, rennt er los und stößt die Frau von hinten mit voller Wucht ins Gleis. Es geht alles blitzschnell. Die Frau kann sich retten. In dem Moment realisiert er nicht, dass er bereits einen versuchten Mord begangen hat, für den er eingesperrt werden würde. Er hat nur im Kopf, dass jemand sterben muss. Ihm ist auch klar, dass er es nicht fünf Minuten später auf einem anderen Bahnsteig nochmal versuchen kann, es muss hier und jetzt passieren. Er sieht keine andere Möglichkeit, als auch noch den Jungen vor den Zug zu stoßen
Antworten
Hallo kiebitz!

Deine Theorie hat durchaus ein paar Plausibilitäten, denen ich folgen kann.
Dennoch verbleiben ein paar Fragen.

Warum hat er in FFM nicht bei der eritreischen Gemeinde um Hilfe gebeten, auch für eine Übernachtung oder mehrere?
Einmal draußen übernachten – er kam ja nach 21 Uhr in Frankfurt an – halte ich für denkbar, aber mehrfach?
Mir leuchtet auch nicht ein, warum er sich bei Kälte ein T-Shirt kauft und kein dickes Hemd oder einen Pulli. Am Geld kann es ja nicht gelegen haben.

Der ganze Frankfurt-Aufenthalt überzeugt mich nur bedingt.
Ich gehe davon aus, daß hier bewußt Unwahrheiten verbreitet werden, um andere Abläufe aus der Sicht zu nehmen.

Wurde z.B. der Täter in Frankfurt bei einer Asylbehörde vorstellig?
Am Freitag wäre dazu Zeit gewesen.
Falls ja, kann man sich die katastrophalen Konsequenzen im Rahmen einer Berichterstattung vorstellen.
Abgelehnter Asylbewerber stößt Mutter und Kind vor den Zug.
In Deutschland „turnen“ zehntausend abgelehnte Asylbewerber durch die Gegend.
Das wäre ein Brandbeschleuniger allerhöchster Gefahrenklasse für die öffentliche Meinung!

Gab es doch Kontakte zur eritreischen Gemeinde?
Wenn ja, warum könnten sie verschwiegen werden?

Das er einfach so Mutter und Kind – ohne sie zu kennen – vor den Zug stieß, erschließt sich mir nur bedingt, auch wenn ich es nicht ausschließen kann.
Ich halte nach wie vor eine flüchtige Bekanntschaft für denkbar, in welchen Zusammenhang auch immer und ggf. hatte diese für ihn eine größere Bedeutung als für sie.

Störend empfinde ich das Nichtermitteln des Bruders, die unbekannte Zeugenschaft der Amerikaner und die abmontierte Kamera und der generelle Unwille das Tatgeschehen wirklich aufzuklären.
Letztlich ließe sich das aber alles auf die Brisanz des Geschehens und die damit verbundene Gefahr für die Merkelsche Transformation Deutschlands ableiten.

Die Bestrafungstheorie – man rächte sich am Vater, der kriminelle Handlungen von Eritreern aufdeckte – verwerfe ich damit, weil es dazu keine sachdienlichen Hinweise gibt, außer der Anonymität des Vaters.

Und warum muß der Wahlschweizer sein erbärmliches Rest-Dasein eigentlich in Deutschland verbringen?
Wäre dafür nicht die Schweiz zuständig?

mfG
nereus
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Ich war der Meinung, ich hätte das schon einmal hier eingestellt, finde aber nichts:

https://m.faz.net/aktuell/politik/auslan...20957.html

Zitat:ritrea beginnt hinter den Gleisen. In der Ottostraße in Frankfurt reihen sich eritreische Bars und Restaurants aneinander, die Türen vergittert, die Fenster verrammelt. Davor stehen Jugendliche und rauchen. Drinnen hocken sie in vernebelten Räumen, trinken Tee mit Zitrone, sprechen über Alltägliches, amüsieren sich. Frei aber sind sie nicht. Denn der lange Arm der Militärdiktatur reicht selbst bis hierhin. Auch in Deutschland stehen Eritreer unter Beobachtung, auch in Deutschland werden sie kontrolliert und schikaniert. Es ist ein blickdichtes System, gut geschützt gegen Neugier von außen. Kaum einer spricht offen darüber. Wer etwas gegen Machthaber Isayas Afewerki oder das Regime sagt, gerät nicht nur selbst in die Schusslinie, sondern muss auch befürchten, dass seine Verwandten in der Heimat verfolgt werden.

Ich meine auch, mich zu erinnern, daß es sehr wohl Medienberichte gab, nach denen H. A. während seines Frankfurtaufenthalts bei anderen Eritreern wohnte. Aber das Gehirn kann mir auch einen Streich spielen.
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(16.09.2020, 10:46)BSB schrieb: Wer etwas gegen Machthaber Isayas Afewerki oder das Regime sagt, gerät nicht nur selbst in die Schusslinie, sondern muss auch befürchten, dass seine Verwandten in der Heimat verfolgt werden.

Die Mutter des Täters lebt noch in Eritrea, der Vater ist schon seit Längerem verstorben. Er hat außerdem zwei Brüder, die in den USA und in Schweden leben. Der Bruder aus den USA soll Haile Araya heißen und in Texas wohnen. Von diesem Bruder habe ich auch eine Telefonnummer, unter der er aber von den US-Behörden angeblich nicht ermittelt werden konnte.
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