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Wächtersbach - War der Rechtsterrorist Brevik das Vorbild?
#1
War der Rechtsterrorist Brevik das Vorbild?

24. Juli 2019  Peter Nowak

Der rassistische Mordversuch in Wächtersbach wirft Fragen auf


Nun hat auch ein Sprecher der Bundesregierung den Mordversuch am Montag in der hessischen Stadt Wächtersbach als "abscheuliche Tat" verurteilt. Am 22. Juli hatte der 55jährige Roland K. in der Industriestraße am Rande von Wächtersbach auf einen Mann aus Eritrea geschossen.

Er überlebte nach einer Notoperation schwer verletzt und ist mittlerweile außer Lebensgefahr. Wenige Stunden später fand die Polizei den Täter tot in seinem Auto. Dort fanden sich auch weitre Waffen und ein Abschiedsschreiben.

Bisher gibt die Polizei den Brief nicht frei und so wachsen die Spekulationen. Mittlerweile vermelden Medien, dass darin rassistische Motive zu finden seien. Zudem habe der Täter darin erklärt, dass er schon mit seinen Leben abgeschlossen habe. Das würde die Vermutung stärken, dass der Täter bewusst, den 22. Juli für seine Tat wählte.

Am 22. Juli genau vor acht Jahren ermordete der Neonazi Anders Breivik 77 Menschen in Oslo und auf der Insel Utøya. Am 22. Juli 2016 erschoss der vermutliche Neonazi David Sonboly neun Menschen in einem Münchener Einkaufszentrum. In einen vor der Tat verfassten Manifest hatte sich Sonboly positiv auf Brevik bezogen.

Wollte auch der Täter von Wächtersbach am 22. Juli ein faschistisches Fanal setzen? Und wird dieser Tag zu einer besonderen Markierung für sogenannte einsame Wölfe unter der internationalen Rechten, an dem sie ein mörderisches Zeichen setzen? Müssen wir uns also jetzt womöglich vor jeden 22. Juli fürchten, dass die Rechten irgendwo auf der Welt in Gedenken an Brevik wieder zuschlagen?

Keine rechte Gesinnung des Täters?
Die Taz-Kolumnistin Doris Akrap hat wohl bereits vor dem Mordversuch in Wächtersbach ihre Kolumne begonnen, die mit folgenden Sätzen endete:

Wenn diese Kolumne erscheint, haben wir den 23. Juli. Es wäre gut, wenn es bald einen 23. Juli gibt, an dem die Welt sagen kann, dass sie das mit dem rechtsradikalen Terrorismus erfolgreich verdrängt hat - und es sitzt währenddessen keine rechtspopulistische Partei in einer Regierung und sorgt dafür, dass die Einwanderungsgesetze verschärft werden. Ob der rechtsradikale Täter von Wächtersbach sich den 22. Juli zufällig ausgesucht hat?

Doris Akrap, taz
Die Antwort auf die Frage wäre deshalb schon interessant, weil nun, wo schon das rassistische Motiv der Tat nicht mehr angezweifelt werden kann, von den Ermittlungsbehörden betont wird, dass eine rechtsradikale Gesinnung des Täters reine Spekulation ist. Da sucht sich ein Mann bewusst einen ihm völlig unbekannten nichtweißen Mann als Opfer aus und trotzdem wollen die Ermittlungsbehörden keine rechte Gesinnung sehen.

Hätte er erst ein großes Hakenkreuz auf sein Auto sprühen müssen, damit man ihn eine rechte Gesinnung bescheinigt? Diejenigen, die in Wächtersbach und Umgebung schon seit Jahren gegen rechte Aktivitäten tätig sind, lassen sich davon nicht beeindrucken.

"Utøya 2011, München 2016, Wächtersbach 2019??" Diese alarmierende Überschrift trägt eine Presseerklärung der Kreistagsfraktion der Linken im hessischen Städtchen Wächtersbach. Es gibt Anzeichen für eine rechte Szene in Wächtersbach und Umgehung...........

https://www.heise.de/tp/features/War-der...78627.html

Antworten
#2
24. Juli 2019 um 16:37

Nach den NSU-Anschlägen im vergangenen Jahrzehnt erlebt Deutschland eine neue Welle von rechten Anschlägen und Mord- sowie Bombendrohungen. Experten warnen vor den Folgen gezielter Hetze und neuen Tätertypen.
https://www.tagesschau.de/investigativ/n...s-101.html

Wenn subjektive Wahrnehmung zur Wahrheit wird. Aber neue Welle von sexuellen Belästigungen, Messerstechern und Bahnsteigschubsern gibt es nicht.

Antworten
#3
(24.07.2019, 17:47)Stafford schrieb: War der Rechtsterrorist Brevik das Vorbild?
https://www.heise.de/tp/features/War-der...78627.html

Wer Angriffskriege und Rechtsbrüche sät muss mit Verrohung rechnen
Die Morde die von westlichen Staaten ausgehen sind um ein Vielfaches höher als die der Bürger.
Die Anzahl der Opfer rechtswidrige Kriege westlicher Staaten seit 1990 geht in die Hunderttausende. Niemand sollte sich wundern das Bürger daraus ihre Schlüsse ziehen und selbst verrohren und glauben berechtigt zu sein zu Gewalt zu greifen.


Ich hasse diese Spekulationen... (uhh ein Hassposting? lol)
mal die wenigen Fakten:
*ein Mensch wurde erschossen auf offener Straße
*das Opfer hat eine Dunkle Hautfarbe und war offensichtlich Asylbewerber oder Flüchtling
*der vermutliche Täter war ein weißer Mann, 55 Jahre alt, aus der Gegend
*der Täter und das Opfer haben sich nicht gekannt
*es gibt noch keine offiziellen Erkenntnisse der Polizei zu einem rechtsextremen Hintergrund des Täters, lediglich der SPIEGEL will irgendwas derartiges "aus Sicherheitskreisen" gehört haben.
* es gibt einen Abschiedsbrief, der aber von der Polizei unter Verschluss gehalten wird bisher.
mehr ist derzeit nicht bekannt
Das kann also ein rechtsextrem motivierter Anschlag gewesen sein. Es kann auch einfach ein verwirrter Einzeltäter gewesen sein und das Opfer war einfach zur falschen Zeit am falschen Ort. Und es kann eine Mischung aus beidem gewesen sein.
Aber bevor hier gleich die große "NAZIMORD!!! NAZIMORD!!" Welle los getreten wird, da sollte man doch eigentlich erst mal abwarten und sehen was sich da bei den Ermittlungen genaueres ergibt, so viel Fairness sollte sein, auch gegenüber potentiellen Nazimördern. Daraus aber gleich ein Breivik-Jüngertum zu konstruieren halte ich ohne weitere Belege, allein aufgrund des Datums abgeleitet, nicht nur für verfrüht, sondern auch angesichts der wenigen Erkenntnise, die vorhanden sind, für schlicht daneben.

Denn das letzte, was ich hier in diesem Land wieder haben will, das sind Hexenjagden und McCarthy-Artige Zustände. Egal in welcher Absicht oder unter welchen Vorzeichen das statt findet - es ist immer daneben. Und der Artikel von Nowak hört sich leider wieder mal nach dem Beginn einer medialen Hexenjagd an.


immer diese journalistischen Gehirnfürze
Über die Hintergründe des Versuchs eines erweiterten Suizids ist nichts bekannt. Trotzdem haut Nowak (und Kollegen) hier mal wieder einen raus auf gut Glück und bringt rassistische Motive ins Spiel. Nowak, ein Heuchler vor dem Herrn.

Antworten
#4
nereus:

Im Irrenhaus ist Party!

Das wir einem großen Finale zusteuern ist unübersehbar.

Die Aktivitäten werden immer hektischer und immer verrückter. Analitik hat da wirklich ein feines Gespür.
In Deutschland treiben Wahnsinnige ihr Unwesen.

Rassistische Gewalttat in Hessen: Nach Schüssen auf einen aus Ostafrika stammenden Mann gehen die Ermittler von einem fremdenfeindlichen Motiv aus. Der Täter tötete sich selbst. 

Quelle: https://www.badische-zeitung.de/panorama...45058.html

Die obligatorische Mahnwache folgte unmittelbar.

Hinter den Schüssen auf einen 26-jährigen Eritreer im südhessischen Wächtersbach steht nach Ansicht der Ermittler "ganz klar ein fremdenfeindliches Motiv". 
Allerdings gebe es bislang keine "belastbaren Erkenntnisse darüber, dass Kontakte in die rechtsnationale oder rechtsextreme Szene bestanden", sagte Oberstaatsanwalt Alexander Badle am Dienstag in Frankfurt am Main. Dies werde aber weiter geprüft. 

Wie schade.
Aber vielleicht hilft im letzten Moment ein Herr Temme aus Kassel? 
Der war bislang immer zur Stelle, wenn es nötig wurde. 

Der Tathergang ist wirklich außerordentlich.

In seiner Stammkneipe, dem "Martinseck" in Biebergemünd-Kassel, scheint der 55-Jährige die Tat vorher angekündigt zu haben. 
Nach hr-Informationen hat K. vor und nach den Schüssen auf den Eritreer damit geprahlt. In dem Lokal soll der Mann am Vormittag erklärt haben, er knalle nun einen Flüchtling ab.
Anschließend sei er ins Auto gestiegen und habe aus dem Fahrzeug heraus drei Mal auf den Eritreer geschossen, eine Kugel traf den Mann in den Bauch. 
Die Tat geschah gegen 13 Uhr in der Industriestraße in Wächtersbach. 
Der 26 Jahre alte Familienvater, ein wegen seiner Hautfarbe gewähltes Zufallsopfer, überlebte dank einer Not-Operation schwer verletzt. 

Nach den Schüssen kehrte K. zurück in die Kneipe und berichtete dort bereitwillig von seiner Tat.
Kneipenwirt Dirk R. äußert sich am Tag danach zurückhaltend. Er bestätigt, dass der mutmaßliche Schütze gegen 11 Uhr in die Kneipe kam und "ganz normal seine zwei, drei Bier getrunken" habe. Dann sei K. weggefahren, gegen 14.30 Uhr wiedergekommen und habe sich normal verhalten: "Er hatte nur eine Tasche dabei, was für ihn ungewöhnlich war." Womöglich befand sich darin die Tatwaffe. 

Nachdem Roland K. das "Martinseck" am Montagnachmittag ein zweites Mal verließ, erschoss er sich kurz darauf in unmittelbarer Nähe in seinem silbernen Toyota. 
Zuvor wählte er nach hr-Informationen noch selbst den Notruf der Polizei und kündigte weitere Taten an. Wörtlich soll er gesagt haben, er werde nun einen Halbschwarzen erschießen und dann sich selbst. Als das Spezialeinsatzkommando der Polizei gegen 16.15 Uhr im Ortsteil Kassel eintraf, fand es K. leblos in seinem Wagen vor. 

Als Kneipenwirt Dirk R. später von der Tat erfahren habe, habe er es zunächst nicht glauben können. Es seien seit Jahren immer wieder Sprüche von K. gefallen, die aber niemand ernst genommen habe, so der Wirt. 
Sprüche wie: "Wenn ich geh, nehme ich einen oder mehrere mit." 
Seine Gäste und er hätten das als "Kneipengebabbel" abgetan, sagt R., der bereits am Tattag von der Polizei befragt wurde.
Der 55-Jährige habe schon ein Problem mit den "Asyljungs" gehabt, aber konkrete Personen habe er nie im Visier gehabt, berichtet der Kneipier über seinen Stammgast. 

Bekannt sei gewesen, dass K. Geldsorgen hatte. Deswegen habe er über einen Schützenverein aus der Umgebung, bei dem er Mitglied war, eine seiner Waffen verkauft.
1.000 Schuss Munition gefunden
Die Generalstaatsanwaltschaft bestätigte am Dienstag lediglich, dass bei der Durchsuchung von K.s Wohnung rund 1.000 Schuss Munition und fünf Waffen gefunden worden sind. 

Quelle: https://www.hessenschau.de/panorama/schu...h-100.html

Und einen Abschiedsbrief hat es auch gegeben.
Nun wäre der Inhalt des Abschiedsbriefs ja durchaus von Interesse, denn immerhin geht es um versuchten Mord.

Wie Behördensprecher Badle am Dienstag weiter ausführte, sei der mutmaßliche Täter zuvor nicht polizeilich in Erscheinung getreten. Zum Inhalt eines gefundenen Abschiedsbriefs wollte Badle mit Verweis auf das "postmortale Persönlichkeitsrecht" des 55-Jährigen keine Angaben machen. 

Quelle: https://www.hessenschau.de/panorama/schu...t-100.html

Postmortales Persönlichkeitsrecht - ah ja.

Ein vermutlich verkrachter Mitt-Fünfziger hatte Geldprobleme, noch 5 Waffen und 1 kilo Munition. 
D.h. da wäre für die Geldprobleme noch ein wenig Luft nach oben gewesen, denn 5 Waffen inkl. Munition dürften mindestens 10.000 Euronen erbringen.

Dann kündigt er in der Kneipe die Tat an, schoss 3 x mal auf einen Afrikaner, kehrt dann „normal“ in die Kneipe zurück, berichtet nun angeblich vom Vollzug, hatte aber nur eine Tasche dabei, verließ erneut das Glas-Biergeschäft und erschießt sich wenig später im eigenen Auto, um jedoch kurz zuvor bei der Polizei noch weitere Morde anzukündigen.

Das ist ja wie ein 6er im Lotto für Polizei, Politik und Medien.
Linkes globalistisches Herz, was willst Du mehr?
Was soll da die Zurückhaltung des Wirts?

Nach dem Mordversuch kam er nur mit einer Tasche, verhielt sich dennoch unauffällig.
Was ist denn an nur einer Tasche so sonderbar? Mit wie vielen Taschen war er denn sonst unterwegs?
Ob die Tatwaffe dort drinnen war, bleibt vorerst Spekulation.
Und als der Wirt später vom Mordversuch/Selbstmord hörte, konnte er es nicht glauben.

Frage 1 an den Wirt: Hat der Mann wirklich gegen 11 Uhr einen Mord angekündigt?
Frage 2 an den Wirt: Hat er ihnen nun PERSÖNLICH vom Vollzug berichtet? 
Oder hat die Lügenpresse hier wieder etwas zusammen konstruiert, weil IRGENDEIN Anrufer bei der Polizei weitere Taten ankündigte?
Warum kündigt man erst weitere Morde an, um sich kurz darauf eine Kugel in den Kopf zu schießen?
Frage 3 an den Wirt: Nach 3 Glas Bier hat sich der Fahrer in sein Auto gesetzt? War das immer so oder wurde darüber nicht gesprochen?

Ach, es fehlt noch die Zusatzzahl.

Ob es einen möglichen Zusammenhang mit dem Jahrestag der Anschläge in Norwegen am 22. Juli 2011 gebe, sei unklar, sagte Badle auf Nachfrage dem hr. 
Der rechtsterroristische Massenmörder Anders Breivik hatte an diesem Tag 77 Menschen getötet, darunter zahlreiche Jugendliche in einem Camp auf der Insel Utoya. 

Quelle: https://www.hessenschau.de/panorama/schu...t-100.html

Das muß jetzt nicht mehr kommentiert werden.
Interessant sind auch diese Meldungen vom SPIEGEL.

Polizeikräfte fanden am Nachmittag in einem Auto in Biebergemünd einen augenscheinlich leblosen Mann, der später im Krankenhaus verstarb. 
..
Der Tod des mutmaßlichen Schützen sei nicht durch die Polizeikräfte verursacht worden, hieß es. Dies hatten mehrere Medien zunächst berichtet. 

Quelle: https://www.spiegel.de/panorama/justiz/w...78500.html

Das hatten sie also berichtet. Wie kamen sie denn auf diese absurde Idee? 

Der allein lebende Mann sei seit 2017 in dem Ort im Main-Kinzig-Kreis gemeldet und nicht auffällig gewesen, sagte Manfred Weber, der Bürgermeister von Biebergemünd. 
"Er lebte zurückgezogen." Während der Verdächtige am Vereinsleben des Ortes nicht teilnahm, soll er einem Schützenverein in der Umgebung angehört haben. 

Quelle: https://www.spiegel.de/panorama/justiz/w...78608.html

Hatte er den nicht zuvor gebabbelt, daß er ein paar Zugezogene mitnehmen will?
Und was heißt wieder, soll angehört haben? Seid ihr Deppen nicht in der Lage so etwas in kürzester Zeit zu recherchieren?

Die Polizei durchsuchte den Wagen und die Wohnung des Mannes. Dabei fand sie Oberstaatsanwalt Badle zufolge fünf Schusswaffen, die der 55-Jährige besessen haben soll. "Die Waffen waren alle legal beim Main-Kinzig-Kreis angemeldet", sagte Bürgermeister Weber. 

Da besorgt sich jemand 6 Waffen und alles ist legal?

Nach SPIEGEL-Informationen hatten Fahnder bei einer Durchsuchung der Wohnung des Tatverdächtigen unter anderem auch NS-Devotionalien gefunden. Laut den Ermittlern liegen Hinweise auf eine rechtsextreme Gesinnung des Mannes vor. 

Was, zum Kuckuck, hat man denn nun konkret gefunden? Muß man euch denn jeden Dreck einzeln aus der Nase ziehen! 

Die "Hessenschau" berichtet, der Verdächtige habe die Tat in seiner Stammkneipe angekündigt und sei nach den Schüssen auf den Eritreer noch einmal dorthin zurückgekehrt. Als er die Kneipe dann wieder verlassen habe, soll er den Notruf gewählt, eine weitere Tat und seinen Suizid angekündigt haben. 
Eine offizielle Bestätigung für diesen Ablauf gibt es bisher nicht. 

Da ruft der „Täter“ die Polizei bzw. den Notruf an und dort will das niemand bestätigen.

Anmerkung: Wir haben die Angabe zum Kaliber der Waffe korrigiert, mit der sich der Verdächtige das Leben genommen haben soll. 

Ach, das ist doch überhaupt kein Problem.
Da kommt man schon einmal durcheinander – vor allem bei der Polizei. 

Viel wichtiger ist, daß sich Frau Widmann-Mauz zu Wort meldet, damit sie ihre Daseinsberechtigung artikuliert.

http://www.dasgelbeforum.net/forum_entry.php?id=493183

Antworten
#5
In etlichen Medien wird gleich die Verbindung zum Fall Lübcke gezogen.
Bsp.: "Schüsse in Wächtersbach: Auf offener Straße"
https://www.faz.net/aktuell/politik/inland/schuesse-in-waechtersbach-auf-offener-strasse-16299104.html

Es scheint fast, daß der Mordversuch die Glaubhaftigkeit der Lübcke-Ernst-Story verstärken soll und umgekehrt. Der Medien-Plot: Waffennazis in Hesse am Durchdrehn.
Antworten
#6
Eine Lüge hat heute unsere Redaktion erreicht.
Eine üble Lüge, gestreut rund um die Schüsse eines sehr wahrscheinlich ausländerfeindlichen Mannes auf einen zufällig daherkommenden Eritreer am vergangenen Montag in Wächtersbach (Main-Kinzig-Kreis).

Quelle: https://www.main-echo.de/regional/blauli...99,6764218

In Plaudereien und bestimmt mittlerweile via sozialer Medien ins Internet geschafft hat es folgende Erzählung:
Der Täter, er tötete sich nach seiner Tat selbst, habe deshalb auf den Eritreer geschossen, weil dieser versucht hätte, die Enkelin des Täters sexuell zu belästigen und die Polizei dagegen nichts unternommen habe.

In unsere Redaktion gekommen ist diese Erzählung durch einen Leser aus dem Kreis Aschaffenburg.
In einem von ihm besuchten Café habe man sich die Hintergründe der Tat so erzählt, sagte er.

Zur Klarstellung: Diese Erzählung ist unwahr, erstunken und erlogen.
Ein Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt, von unserer Redaktion konfrontiert mit dieser Erzählung, bat darum, seine kraftvoll ausgedrückte Klarstellung nicht zu zitieren. Die Empörung über dieses Gerücht ist dort nicht gerade klein.

Zitierfähig ist: An dieser Geschichte ist nichts Wahres dran.
Zwischen dem Täter und dem Opfer habe es nach derzeitigem Ermittlungsstand vor dem Aufeinandertreffen keinerlei Verbindung gegeben. Weiteres möchte man zu dieser absurden Erzählung nicht sagen.

Wer diese Lüge in die Welt gesetzt hat? Darüber lässt sich nur spekulieren.
Auffällig daran ist, dass der oder die Urheber versuchen, dem ausländischen Opfer eines ausländerfeindlichen Täters die Verantwortung für die Tat zu übertragen – ein in rechtsgerichteten Kreisen nicht unübliches Vorgehen: »Sind doch selber schuld, dass...«

Ein perfides und gefährliches Vorgehen. Viele Menschen aller gesellschaftlichen Schichten sind Ausländern gegenüber skeptisch eingestellt. Viele lehnen Bundeskanzlerin Angela Merkels Asylentscheidung aus dem Jahr 2015 ab, verachten sie gar dafür.
Bei vielen treffen derartige Erzählungen auf eine dafür empfängliche Gesinnung.
Gehört, geglaubt, weitergegeben. Auch der Mann, der uns informierte, hatte diese Geschichte von einem Bekannten, der wiederum einen Sanitäter kennt, der in Wächtersbach vor Ort war und so weiter.

Ein Text wie dieser wird nichts daran ändern, die von irgendjemandem verbreitete Lüge dennoch als glaubwürdig zu betrachten. Zu tief sitzt bei Manchem besonders seit 2015 das bis ins Irrationale gehende Misstrauen gegenüber staatlichen Institutionen, etablierten Parteien und der Presse.
Argumente und Tatsachen, die das eigene Weltbild und die eigene Ablehnung gegenüber Ausländern stören, werden einfach kategorisch ausgeschlossen wie das schwarze Schaf aus der Gemeinschaft. Für Verfehlungen Einzelner werden ganze Ethnien haftbar gemacht. Klarstellungen verpuffen – schließlich kommen sie von den Institutionen, denen man keinen Glauben schenkt. Ein Kreislauf ohne Ausfahrt.

Verbreiter solcher perfider und ausländerfeindlicher Lügen wissen das. Sie nutzen den Hang mancher Menschen aus, Falsches zu glauben. Sie kalkulieren: Von jedem Gerücht bleibt etwas kleben. Sie vergiften das gesellschaftliche Zusammenleben. Ihnen gebührt tiefste Verachtung.


Hatte der Verdächtige überhaupt Kinder bzw. Enkel? Huh
Weiß jemand mehr dazu?

mfG
nereus
Antworten
#7
(26.07.2019, 16:41)nereus schrieb: Eine Lüge hat heute unsere Redaktion erreicht.
(.....)

mfG
nereus

übrigens, ich war so frei, den anderen Beitrag vom gelben hier einzufügen

Zum Text:

"Für Verfehlungen Einzelner werden ganze Ethnien haftbar gemacht. Klarstellungen verpuffen"

Ist schon richtig. Gilt demnach auch für Deutsche.Für jeden, der sich mit Migration, Flüchtlingskrise, Zuwanderung und offenen Grenzen kritisch auseinandersetzt und nicht dem Mainstream folgt.

Antworten
#8
Hm, für manchen Schon-länger-hier-Lebenden ist die Geschichte vom Lebensmüden, der zwischen zwei Pils in der Stammkneipe mal eben verschwindet, um einen Ausländer abzuknallen, schwer nachvollziehbar. Dann spekuliert Michel halt, was es damit auf sich hat und denkt sich so was wie ein Motiv aus. Und das böse Gerücht macht die Sache zumindest glaubhafter, wie die Empörung ja bestätigt.
Antworten
#9
Schützenverein bestürzt wegen Schüssen auf Eritreer – Täter war Mitglied

Der Mann, der in Hessen auf einen Eritreer geschossen hat, war Mitglied in einem Schützenverein – dessen Vorsitzender zeigt sich bestürzt.


Wächtersbach

Nach den mutmaßlich rassistisch motivierten Schüssen auf einen Eritreer im hessischen Wächtersbach hat sich der Schützenverein, in dem der Tatverdächtige Mitglied war, erschüttert über die Tat gezeigt. „Wir sind erschrocken und total überrascht. Damit war nicht zu rechnen“, sagte Hans-Georg Jost, Vorsitzender des Schützenvereins Neudorf 61, am Mittwoch.

Der 55-jährige Deutsche, der am Montag mutmaßlich auf einen Eritreer feuerte, ihn schwer verletzte und sich später selbst erschoss, sei im Verein nicht negativ aufgefallen: „Er hat sich immer korrekt, freundlich und vorbildlich verhalten. Er war lebenslustig und gesellig.“

Ermittler vermuten rassistisches Motiv

Die Ermittler vermuten hinter der Tat vom Montag ein rassistisches Motiv. Der Täter soll sein Opfer aufgrund dessen Hautfarbe ausgesucht haben. „Zu seiner Gesinnung kann ich nichts Negatives sagen. Er hat sich politisch nie verdächtig geäußert“, sagte Jost über den 55-Jährigen aus dem benachbarten Biebergemünd, der seit 2001 Vereinsmitglied war. Er sei ein guter Sportschütze gewesen, habe Urkunden und Pokale gewonnen. Doch in jüngster Zeit habe er die Lust am Schießsport verloren. Er sei nur noch selten gekommen. „Er wollte aufhören und seine Waffen verkaufen“, sagte Jost.

Er betonte, unter den 200 Mitgliedern des Vereins habe es keine fremdenfeindlichen Äußerungen gegeben: „Wir sind alles Schützenbrüder – da sind auch Ausländer dabei. Diskriminierungen gibt es da nicht.“

Von RND/dpa

https://www.kn-online.de/Nachrichten/Pan...f-Eritreer

Im Schützenverein hat er wohl ein anderes Bild abgegeben als in der Kneipe.
Antworten
#10
SCHÜSSE AUF ERITREER

Täter von Wächtersbach laut Ermittlern „frustrierter, isolierter Einzeltäter“
Nach den sechs Schüssen auf einen Eritreer in Hessen, teilen die Behörden neue Ermittlungserkenntnisse mit. Der Täter hinterließ einen Abschiedsbrief – darin soll er Berichten zufolge seine Tat begründen.
Vier Tage nach dem rassistisch motivierten Anschlag auf einen Eritreer im hessischen Wächtersbach haben die Ermittler eine erste Zwischenbilanz gezogen. Die mit 20 Beamten besetzte Sonderkommission gehe von einem „frustrierten, isolierten Einzeltäter“ aus, der aus rassistischen Motiven habe morden wollen, sagte Alexander Badle von der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Freitag auf Anfrage. Zuvor hatte „Spiegel Online” berichtet.

Der Täter, ein 55 Jahre alter Deutscher, hatte am Montag mehrfach auf den Eritreer geschossen und den 26-Jährigen mit einem Bauchschuss schwer verletzt. Danach nahm sich der 55-Jährige das Leben.
Zuletzt hatten die Ermittler mitgeteilt, „ganz klar von einem fremdenfeindlichen Motiv“ auszugehen, eine „rechtsextreme oder rechtsnationalistische Gesinnung“ des Täters sei aber Spekulation.
„Spiegel Online” berichtete, dass der 55-Jährige eine eindeutig rechtsextreme Botschaft hinterlassen habe. In einem Abschiedsbrief habe er sinngemäß geschrieben: Wenn er schon gehen müsse, nehme er noch jemanden mit in den Tod. Damit erweise er dem Steuerzahler einen Dienst. Die Generalstaatsanwaltschaft bestätigte am Freitag nur die Existenz des Briefs, zum Inhalt gab es keine Details. Auf dem Schreiben lag dem Medienbericht zufolge ein Koppelschloss mit Hakenkreuz und dem Motto der SS: „Meine Ehre heißt Treue.“

Neuigkeiten zur Auswertung der Kommunikationsgeräte des 55-Jährigen gab es am Freitag noch nicht, wie Badle sagte. Das Handy habe noch nicht ausgewertet werden können, weil es mit einem Fingerabdrucksensor gesichert sei.

https://www.welt.de/politik/deutschland/...aeter.html

(Spon vertraue ich in der Hinsicht bei solchen Themen grundsätzlich nicht. Haben die den Abschiedsbrief bekommen? Von wem? Was heisst "sinngemäß" Wortwörtlich bitte!
Ich dachte, der wäre geschützt durch "postmortale Persönlichkeitsrechte"?.Spiegel spielt seit Anbeginn des NSUs eine besondere Rolle in der Berichterstattung. Da werden bei solchen Vorkommnissen erstmal die Blaupausen gezückt)

Antworten


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