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Polizei erschießt 32jährigen in Essen
#1
Zitat:Mit Messer bewaffneter Mann in Essen von Polizist erschossen

Dagobert Ernst, Martin Spletter und Jörg Maibaum
18.06.2019 - 14:25 Uhr

Ein mit einem Messer bewaffneter Mann ist in Essen von Polizisten erschossen worden. Die Polizei Bochum hat die Ermittlungen im Fall übernommen.

Bei einem Polizeieinsatz ist am frühen Dienstagmorgen in Altendorf ein 32-jähriger Mann durch einen Schuss eines Polizisten getötet worden. Zuvor soll er die Polizei selbst alarmiert und damit gedroht haben, sich mit einem Messer umzubringen, teilte die Polizei auf Nachfrage am Morgen mit.

Der 32-Jährige soll sich gegen 5.15 Uhr auf der Altendorfer Straße ein Messer an den Hals gehalten und Suizid angedroht haben, berichtete die Polizei. Die löste einen Großeinsatz aus, weil eine Fremdgefährdung nicht auszuschließen gewesen sei und sperrte weite Bereiche um Altendorfer Straße, Siemensstraße, Niederfeldstraße und Grieperstraße zeitweise ab. Die Straßenbahnlinien 103 und 105 wurden während der Sperrung gestoppt.

Mann habe sich durch Polizisten nicht beruhigen lassen

Der Versuch, den Mann mit dem Messer auf der Straße zu beruhigen, sei jedoch fehl geschlagen, hieß es bei der Polizei. Zu Fuß sei er dann zu seinem Wohnhaus an der Drügeshofstraße geflüchtet. Beamte hätten ihn verfolgt. Dann sei der Einsatz am Eingang des Mehrfamilienhauses eskaliert.

So habe der 32-Jährige laut Polizei Anstalten gemacht, sich in dem Haus zu verbarrikadieren. Polizisten hätten dabei weiterhin versucht, ihn zu beruhigen. Gleichzeitig habe der 32-Jährige per Handy seine Lebensgefährtin am Ohr gehabt, hieß es.

Gegen 5.30 Uhr sei die Szene dann eskaliert. Als der Mann auf der Türschwelle mit dem Messer in der Hand auf Beamte zugegangen sei, hätte einer der Polizisten mit seiner Dienstpistole auf ihn geschossen. Es sei ein einziger Schuss abgegeben worden, berichtete ein Polizeisprecher vor Ort. Der 32-Jährige sei vor dem Haus zusammengebrochen. Trotz Rettungsdienst sei er noch an der Einsatzstelle verstorben, hieß es bei der Polizei.

Nach Angaben von Nachbarn war der Tote Deutscher mit algerischen Wurzeln. Unter Nachbarn löste das Geschehen Entsetzen aus. Nachbarn beschrieben den 32-Jährigen als fleißig und stets freundlich.

32-Jähriger wurde von einer Kugel in den Oberkörper getroffen

Die Polizei Bochum hat aus Neutralitätsgründen die Ermittlungen übernommen und eine Mordkommission gebildet. Die Ermittler werden nun zu klären haben, warum der Mann nicht nur angeschossen wurde, sondern sein Leben verlor. Wie Frank Lemanis von der ermittelnden Polizei Bochum sagte, sei der 32-Jährige von einer Kugel in den Oberkörper getroffen worden. Ob womöglich weitere Schüsse abgefeuert wurden, sei derzeit noch unklar. Die Leiche des 32-Jährigen werde nun in der Rechtsmedizin obduziert. Die Ermittler hoffen, möglichst mehrere unbeteiligte Zeugen des Geschehens vernehmen zu können, um die offenen Fragen zu klären.

Ein Messerangriff, sagt Lemanis, sei enorm gefährlich. Und es sei ein Irrglaube anzunehmen, einen losstürzenden bewaffneten Täter etwa durch einen Schuss ins Bein effektiv stoppen zu können: „Das funktioniert nicht.“ Angreifer seien dann dennoch „mehrere Meter lauffähig“.

Zuletzt ist es in Essen im April 2017 zu einem vergleichbaren tödlichen Einsatz einer polizeilichen Dienstwaffe gekommen: Ein 22 Jahre alter Schwarzafrikaner wurde in dem Flur eines Mehrfamilienhauses erschossen, weil der Asylbewerber aus Eritrea mit einem Messer auf die wegen einer Ruhestörung alarmierten Beamten losgegangen war.

Der Schusswaffengebrauch bewege sich auf niedrigem Niveau

Die Düsseldorfer Polizei, die die Ermittlungen in dem Fall übernommen hatte, schilderte die damalige Situation so: „Der Mann hatte nach bisherigem Ermittlungsstand die Beamten unmittelbar nach dem Öffnen seiner Wohnungstür mit einem Messer bedroht. Auch nach mehrmaliger Aufforderung legte er es nicht weg und stürzte mit dem Messer in der Hand auf die Polizisten zu.“

Monatelang wurde der Vorfall geprüft, bevor die Behörden zu dem Schluss kamen: Der Einsatz der Dienstwaffe war Notwehr. Der 22-Jährige, so lautete die Erklärung der Staatsanwaltschaft, habe die Hand mit dem Messer auf Kopfhöhe gehalten, als er auf den Polizisten zustürzte. Der Schuss sei die einzig mögliche Verteidigung gewesen.

In jenem Jahr 2017 starben in Nordrhein-Westfalen fünf Menschen durch Polizeikugeln, 15 wurden verletzt. Das geht aus einer Statistik des Innenministeriums hervor. Die Zahlen sind demnach etwas angestiegen – 2016 waren drei Menschen erschossen und sieben verletzt worden.

Gewerkschaft der Polizei fordert nach wie vor Elektroschocker

Die Beamten hätten aus Notwehr gehandelt, weil Täter sie mit Messern angegriffen hätten, heißt es beim Landesamt für Ausbildung, Fortbildung und Personalangelegenheiten der Polizei (LAFP). Angesichts von rund 42.000 Polizisten in NRW bewege sich der Schusswaffengebrauch auf eher niedrigem Niveau.

Dennoch ist jeder Schuss aus einer Dienstwaffe einer zu viel, ist die Gewerkschaft der Polizei überzeugt. Die GdP hofft, dass zumindest auf einige dieser Pistoleneinsätze künftig verzichten werden kann, wenn die NRW-Polizei endlich mit sogenannten „Tasern“ ausgestattet wird – eine Art Elektroschocker, der durch Impulse die Muskulatur von Angreifern vorübergehend lähmt, ohne sie zu töten. „Das fordern wir seit langem“, sagt Heiko Müller, Vorsitzender der GdP für Essen und Mülheim und stellvertretender Landesvorsitzender. Die sogenannten Distanzelektroimpulsgeräte sei ein „geeignetes Einsatzmittel zwischen Schusswaffe und Pfefferspray“, ist Müller überzeugt: „Damit können Angriffe effektiv abgewehrt werden“ bei einem vergleichsweise geringen Gesundheitsrisiko für das Gegenüber. Etwa bei psychisch Kranken oder Menschen unter Drogeneinwirkung, die außer Gefecht gesetzt oder kampfunfähig gemacht werden müssen, sei der „Taser“ das „mildeste Mittel“.
„Das eigene Leben konsequent schützen“

Der Essener GdP-Chef betont aber ausdrücklich, dass es sich dabei um eine generelle taktische Einschätzung handele – unabhängig von dem aktuellen Altendorfer Fall. Um einen unter Umständen tödlichen Messerangriff abzuwehren, komme allein der Einsatz der Schusswaffe infrage. „In solchen Situationen gibt es keine andere Alternative“, betont Müller: „Dann gilt es für die Beamten, das eigene Leben konsequent zu schützen.“ Vor diesem Hintergrund umtreibt den Gewerkschaftsvorsitzenden allerdings die „große Sorge, dass sich immer mehr Leute mit Messern bewaffnen“. Die Tendenz nehme zu und auch die Respektlosigkeit gegenüber den Beamten steige.

Quelle: https://www.waz.de/staedte/essen/polizis...08861.html



Zitat:Obduktion beweist: Polizeikugel trifft Brustkorb des Opfers

21.06.2019 - 14:31 Uhr

Essen.  Nach dem tödlichen Schuss aus einer Polizeipistole in Essen-Altendorf gehen die Ermittlungen weiter. Für 32-Jährigen kam jede Hilfe zu spät.

Drei Tage nach dem tödlichen Schuss eines Polizisten auf einen 32-Jährigen in Essen-Altendorf ist es amtlich: Die aus einer Dienstwaffe abgefeuerte Kugel drang in den Brustkorb des Opfers ein und war auf der Stelle tödlich. Dies ist das Ergebnis der Obduktion der Leiche in der Rechtsmedizin, sagte am Freitag Frank Lemanis, Sprecher der Bochumer Polizei, die die Ermittlungen aus Neutralitätsgründen übernommen hat: „Die Untersuchung bestätigte einen Treffer in den Thorax.“

Ob der 32-Jährige unter der Einwirkung von Alkohol, Drogen oder Medikamenten stand, als er mit offenbar suizidalen Absichten und einem 30 Zentimeter langen Küchenmesser durch den Stadtteil lief und schließlich Polizisten angegriffen haben soll, sei noch nicht klar, so Lemanis. Die notwendigen toxikologischen Untersuchungen seien zwar in Auftrag gegeben worden. Doch es könne nun mehrere Wochen dauern, bis ein vollständiges Ergebnis der Analysen vorliege.

Es wurden keine weiteren Schüsse abgegeben

Nach bisherigen Ermittlungen sind bei dem Zwischenfall keine weiteren Schüsse als der eine tödliche abgegeben worden. Die Bochumer Mordkommission werde nun die Zeugenvernehmungen vor Ort fortsetzen, Spuren vom Einsatzort und auch die Dienstwaffe des Beamten untersucht das Landeskriminalamt, um ein möglichst umfassendes und objektives Bild der Geschehnisse vom Dienstag rekonstruieren zu können.

Die Beamten, die den Einsatz vor Ort erlebten, werden betreut. Wann der Polizist, der den tödlichen Schuss abgegeben hat, wieder dienstfähig ist, sei noch nicht absehbar. (j.m.)

Quelle: https://www.waz.de/staedte/essen/obdukti...46425.html



Zitat:Nach tödlichem Schuss: Mutter erhebt Vorwürfe gegen Polizei

Wolfgang Kintscher
01.07.2019 - 09:00 Uhr

Essen.  Ein Polizist erschoss ihren Sohn. Die Mutter von Adel B. erhebt schwere Vorwürfe gegen die Ermittler – in einem Fall, der nur Verlierer kennt.

Hier oben auf dem Hügel, am südlichen Ende des Hallo-Friedhofs, haben sie ihn begraben: Hinter Feld 60, zweite Reihe, das Grab mit den schönen Rosen, die bei dieser Gluthitze längst traurig ihre Köpfe hängen lassen. Ein kleines Holzschild dahinter verrät, dass Adel B. erst sechs Wochen zuvor seinen 32. Geburtstag hat feiern können. Es erzählt nichts von seinem tragischen Tod am frühen Morgen des 18. Juni, als ihn der tödliche Schuss eines Polizisten traf. Notwehr, so klingt es bei der Polizei. Doch Adel war noch nicht unter der Erde, da erhob seine Mutter massive Vorwürfe gegen die Ermittler.

„Ich befürchte, dass der Tod meines Sohnes nicht gerecht aufgeklärt wird“, so schreibt sie dieser Zeitung. Auch einer seiner besten Kumpel raunt am Grab vielsagend: „Da war ein Nazi-Auge bei.“ Und jene, die womöglich widersprechen könnten, die sind zum Schweigen vergattert. Eine Gemengelage, die nur Verlierer kennt.

Polizeikreise bestätigen den Fall häuslicher Gewalt

Und eine Vorgeschichte, die noch ein zusätzliches, ein anderes Licht auf die dramatischen Ereignisse wirft. Denn neun Tage vor dem tödlichen Aufeinandertreffen hatte Adel B. schon einmal Kontakt mit den Ordnungshütern: Die waren zu einem Fall häuslicher Gewalt in seine Wohnung nach Altendorf gerufen worden. Dort soll er, den alle ja nur als netten Menschen und guten Kumpel, als einstigen Jugendtrainer und freundlichen Kollegen beschreiben, seine Lebensgefährtin mit einem Messer bedroht haben. Polizeikreise bestätigen den Vorfall.

Die herbeigerufenen Beamten reagieren wie oft in solchen Fällen: indem sie den vermeintlichen Täter der Wohnung verweisen. Das damit einhergehende Rückkehrverbot für zehn Tage soll der „gefährdeten Person“, wie sie im Polizeigesetz genannt wird, die Chance geben, die Beziehung auf den Prüfstand zu stellen. Und es soll die Lage beruhigen, auch aufseiten des mutmaßlichen Täters.

Mehr als 16 Minuten sind per Handy-Video dokumentiert

Doch Adel B. war augenscheinlich zu aufgewühlt, zu durcheinander, um sich zu beruhigen. Zwei Tage später treffen ihn die Polizisten wieder: Mitten in dunkler Nacht erhellt die Taschenlampe eines Beamten die Szenerie, wie der 32-Jährige sich an einer Bushaltestelle in Frohnhausen selbst ein Messer an den Hals hält. Er droht sich umzubringen.

Aber er redet. Unterhält sich mal ruhig und mal aufgebracht mit den Polizisten vor Ort, die ihrerseits versuchen zu verhindern, dass er mit dem Messer jenseits der Absperrung weiterläuft. Gut 16 Minuten dieses Einsatzes, vielleicht auch mehr, sind auf Handy-Videos dokumentiert – gedreht offenbar von einem Anwohner gegenüber. „Ihr Hurensöhne! Ist Kino, ne? Verpisst Euch!“ ruft Adel B. die Straßenschlucht längs. Im grellen Schein des Lichtkegels ist die Video-Qualität bemerkenswert, die Filmchen machen in den folgenden Tagen die Runde.

Wie realistisch ist das Bedrohungs-Szenario?

Und so erfahren auch andere von einem Bedrohungs-Szenario, bei dem nicht klar wird, welchen Wahrheitsgehalt es in sich trägt. „Ich muss damit leben, dass mein Leben bedroht ist und meine Kinder zuhause Angst haben“, sagt jedenfalls Adel B. in dieser Nacht: „Meine Tochter kommt raus aus dem Zimmer und weint und sagt, da war jemand an meinem Fenster und guckt da rein. Und ich sag das der Polizei, und die macht nichts.“ Sein ganzes Leben sei nur noch durcheinander, ruft er ins Dunkel, orakelt von düsteren Gestalten, eine Polizist steigt darauf ein: „Was ist denn mit Zeugenschutz? Anderer Name, andere Stadt...“

Die innere Unruhe ist dem jungen Mann auf den Videos anzusehen, das Bemühen der Polizisten, den Abend friedlich zu Ende zu bringen, unüberhörbar. Und gespenstisch, wie die späteren Ereignisse in dieser Nacht in dem verbalen Schlagabtausch vorweggenommen werden: „Was ist mit ihrer Mutter?“, fragt eine Polizistin, „die wollen sie doch nicht noch trauriger machen, oder?“

„Wir können sie doch so hier nicht laufen lassen“

Ihr Kollege bringt es auf den Punkt.

Polizist: „Aber sie können verstehen, dass uns ein Anliegen ist, dass sie sich hier nicht umbringen. Und dass sie keinen Kollegen angreifen. Wir können sie doch so hier nicht laufen lassen.“

Adel B.: „Dann erschießen sie mich doch.“

Was am Ende den Ausschlag gibt, ist unklar, aber diese Nacht des 11. Juni nimmt ein gutes Ende: Zum Schluss wirft Adel B. auf dem Video das Messer weg, er zieht sich zum Beweis, dass da keine weiteren Waffen sind, sein weißes Shirt aus und die Sneakers, und setzt sich auf den Boden. Langsam kommen die Polizisten auf ihn zu, führen ihn später weg. Er kommt in die Psychiatrie.

Wieder ist ein Handy zur Stelle: Er klingt aggressiver diesmal

Und meldet sich genau eine Woche später wieder bei der Polizei. Der Anruf geht in aller Herrgottsfrühe um 5.04 Uhr in der Leitstelle ein: „Ich stehe hier und bringe mich um“, dieser Satz von ihm wird kolportiert. Ein Streifenwagen ist wenige Minuten später vor Ort, für die Beamten ist es das Ende der Nachtschicht, es ist taghell, als sie einen Abschnitt der Altendorfer Straße für den Auto- und Straßenbahn-Verkehr sperren.

Adel B. steht vor dem Waschsalon an der Ecke von Altendorfer und Siemensstraße, wieder hält er sich ein Messer an den Hals und liefert sich mit den Beamten ein Wortgefecht, diesmal hörbar aufgekratzter und aggressiver als eine Woche zuvor. Und wieder ist ein Anwohner zur Stelle, der die Szenerie mit dem Handy filmt, fünf Minuten und zwei Sekunden lang.

„Schieß, Dicker! Schieß!“ ruft er dem Polizisten zu

Die drei Polizisten, alle mit gezogener Waffe, bemühen sich erkennbar um kontrollierte Defensive: Wann immer Adel B. auf sie zugeht, weichen sie ein paar Meter zurück. Hören sich unflätigste Beschimpfungen an, gehen wieder vor, wenn er sich umdreht und in die Waschsalon-Tür stellt. Zweimal wird es brenzlig: „Bleib da stehen, Mann“ sagt einer der Polizisten und zielt auf Adel B.. Der spottet über seine Gegenüber: „Schieß, Dicker! Schieß!“ Eine Frauenstimme auf dem Handy-Video sagt: „Gleich hat er einen Schuss im Bein.“

Doch leider: Dieser eine Schuss, der ein paar Minuten später und wenige hundert Meter weiter in der Drügeshofstraße in Altendorf fällt, er trifft Adel B. nicht ins Bein, sondern in die Brust. Dies ergibt später die Obduktion des Leichnams. Es soll, sagt der nach eigenem Bekunden beste Freund des Opfers, auch davon ein Video geben. Ob das stimmt, und wenn es stimmt: was das Video tatsächlich zeigt, muss einstweilen offen bleiben.

„Die Polizei macht auf mich den Eindruck der Befangenheit“

Im Freundes- und Familienkreis reicht schon das Geraune um die Existenz einer solchen Aufnahme. Es sät bei manchen Zweifel daran, dass die Ermittlungen der aus Neutralitätsgründen beauftragten Bochumer Polizei mit jener Unvoreingenommenheit laufen, die versprochen wurde. „Die Polizei macht auf mich den Eindruck der Befangenheit und schüchtert Zeugen ein“, behauptet etwa die Mutter Adel B.s. Augenzeugen seien genötigt worden, Handyaufnahmen zu löschen, und bei der Zeugenvernehmung suggeriere man, „dass die polizeiliche Maßnahme gerechtfertigt sei“.

Eine Gelegenheit, ihre Anwürfe zu belegen, lässt die Mutter allerdings selbst verstreichen: Ein fest vereinbartes Gespräch mit dieser Zeitung wurde auf Anraten ihres Rechtsanwaltes kurzfristig wieder abgesagt.

Warum prangt ein Einschussloch in der Haustür?

Zurück bleiben Fragen: Warum war an der Heimatadresse Adel B.s kein Polizist stationiert? Dem Vernehmen nach wusste die Leitstelle schließlich, dass sie es bei dem Mann mit dem Messer mit einem „Wiederholungstäter“ zu tun hatte. Warum prangt ein Einschussloch in der Glasscheibe der Haustür, wo doch der Schuss mit dem Hinweis erklärt wurde, Adel B. sei auf den Polizisten zugestürmt? Und Polizisten werden nicht müde, einem zu erklären, dass die von den Streifenbeamten genutzte Munition wegen ihrer Mannstopp-Wirkung „aufpilzt“, es deshalb also eher nicht zu Durchschüssen kommt. Warum gelang in der Drügeshofstraße nicht, was vorher zweimal gut funktioniert hatte: den möglichen Selbstmörder auf Distanz zu halten und die Provokationen zu entschärfen?

Das alarmierte Spezialeinsatzkommando war bereits unterwegs

Achselzucken auch bei erfahrenen Polizisten. Auch sie sind erschüttert, empfehlen aber, nun erst recht jene Ermittlungen abzuwarten, die Licht ins Dunkel bringen können. Adel B.s Mutter scheint dafür zu misstrauisch: „Ich bin ratlos und verbittert“, betont sie und spielt mit dem Gedanken, bei einem möglichen Prozess als Nebenklägerin aufzutreten. „Die Umstände des Todes meines Sohnes sollten aufgeklärt und richtig dargestellt werden.“

Aber was bedeutet in diesem Fall „richtig“? Gut möglich, dass mit ein paar Minuten mehr Zeit die Lage nicht eskaliert wäre, denn dem Vernehmen nach war das alarmierte Spezialeinsatzkommando der Polizei bereits unterwegs nach Altendorf. Eine Ahnung, was schieflaufen könnte, ist auf Video festgehalten: „Gehen sie weg von mir“, ruft Adel B. da den Polizisten zu: „Ich will keinen mit reinziehen.“

Hat nicht funktioniert.

Quelle: https://www.waz.de/staedte/essen/nach-to...39597.html



Mir sind die Videos nicht bekannt, aber die Tatorte liegen ein gutes Stück auseinander: https://www.google.de/maps/dir/51.461418...m2!4m1!3e2
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