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Das Rezo-Video
#11
(28.05.2019, 19:02)kalter hornung schrieb: @ Stafford

Ja, gut beschrieben. Der Hype entstand ja überhaupt nur, weil die Union auf den Noname Rezo reagiert(e) und konnte damit nur verlieren. Niemand kann mir erzählen, daß das den Wahlkampfstrategen der Union nicht klar war und also gewollt: Ein wenig eigene Federn lassen, um der Nach-Merkel-Union neuen Schwung zu geben.

Die Grünen hatten das Ding gar nicht nötig, für die läuft es, die brauchen, außer ein paar Phrasen zu dreschen, gar nichts zu tun.

und zu guter letzt (für die CDU), ist der Hype um Video und AKK bestens dazu geeignet, die eigentlich tieferen Ursachen des Wählerschwundes bei den Volksparteien kurzfristig zu überdecken.
Netzhygiene und Netzzensur ist nicht allein ein Anliegen der CDU allein, sondern z.b. auch der Grünen, Es kommt nur darauf an gegen wen es gehen soll.
Und mal ganz deutlich. Viele, die da wegen den Uploadfiltern schreien, machen das auch nur, weil es sie selbst betrifft. Nicht nur deren Geschäftsmodelle, sondern vor allem deren Kampagnen-Modelle. Da muss nämlich erstmal gelöhnt werden, bevor man etwas hochladen kann. Bei fremdem Inhalten, die in den Youtube-Videos zu sehen sind, geht es nämlich schon los.
das geht dann nur noch mit finanzstarken Unternehmen im Rücken.

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#12
(28.05.2019, 19:29)BSB schrieb:
(28.05.2019, 19:02)kalter hornung schrieb: @ Stafford

Ja, gut beschrieben. Der Hype entstand ja überhaupt nur, weil die Union auf den Noname Rezo reagiert(e) und konnte damit nur verlieren. Niemand kann mir erzählen, daß das den Wahlkampfstrategen der Union nicht klar war und also gewollt: Ein wenig eigene Federn lassen, um der Nach-Merkel-Union neuen Schwung zu geben.

Die Grünen hatten das Ding gar nicht nötig, für die läuft es, die brauchen, außer ein paar Phrasen zu dreschen, gar nichts zu tun.

Also, als Wahlkampfmanager solltest Du Dich nicht bewerben. "Chef, ich hab' ne teuflische Idee, wie wir vielleicht zusätzlich Hunderttausende Nichtwähler für uns mobilisieren können..." - "Ach, papperlapapp, nicht nötig, für uns läuft es doch!"

Na, als grüner Wahlkampf-Chef würde ich so antworten: "Danke für deine Rezo-Idee, aber wir fangen jetzt nicht an, die Kids mit komplexen Fakten zu verwirren, wenn bunte Seifenblasen reichen. Das fällt uns am Ende noch auf die Füße, wenn's plötzlich um Inhalte geht."
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#13
Eingeschoben:
Das Strache-Video und das Rezo-Video dienten dem selben Auftraggeber. Es gibt keine Zufälle!

INP
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#14
Warum ich das Rezo-Video für Täuschung und Demagogie halte
http://www.danisch.de/blog/2019/05/29/wa...gie-halte/

"Angst
Wisst Ihr, wovor ich Angst habe?
Vor den Politikern und Journalisten, die auf so einen Senf reinfallen und das – gretamäßig – als Wort eines Messias nehmen und hochhypen, obwohl jeder mit für 50 Pfennig Grips das Ding als Blubber entlarvt hätte.
Ich hätte sogar Angst vor den 10 Millionen gläubigen und begeisterten Zuschauern des Videos – wenn ich denn glauben würde, dass sie existieren."

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#15
Die Ausarbeitung von Hadmut Danisch ist nicht gut.
Ich halte sie für SEHR gut.
Insbesondere das, was er über Wissenschaft sagt, sollte man in seinem argumentativen Nähköfferchen dabei haben. Ich erinnere mich an eine Diskussion mit einem 9/11-Forscher, der der Ansicht war, er habe doch alles belegt und ich möge ihm da Fehler nachweisen und nicht einsehen wollte, dass er versäumt hatte, die Gesamtheit des in Diskussion stehenden Problems zu bearbeiten.
Da ich den Rezo-Argumenten teils zustimmen kann, hatte ich mit der Meinungsmache an sich kein Problem - warum nicht in einem Wahlkampf. Mittlerweile gewinnen AKK-Bedenken bei mir Raum, nicht nur bzgl. des Klimakults bei Rezo, sondern wegen der gesamten Machart. Danisch weist ja nach, dass Rezo nicht nur körperlich mit den Armen fuchtelt....Wir brauchen für die politische Bildung keine Gegen-Fuchtler mit der Gegen-Meinung, sondern solides Abwägen auf allen Seiten bei allen Themen in allen Medien. Da das mittlerweile völlig verloren gegangen ist, fiel der CDU als auch den Qualitätsmedien dazu nichts ein - sie bewegen sich ja nur noch auf der Rezo-Ebene, auf der Meinungsmache-Seite.
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#16
(29.05.2019, 09:24)A.Hauß schrieb: Die Ausarbeitung von Hadmut Danisch ist nicht gut.
Ich halte sie für SEHR gut.
Insbesondere das, was er über Wissenschaft sagt, sollte man in seinem argumentativen Nähköfferchen dabei haben. Ich erinnere mich an eine Diskussion mit einem 9/11-Forscher, der der Ansicht war, er habe doch alles belegt und ich möge ihm da Fehler nachweisen und nicht einsehen wollte, dass er versäumt hatte, die Gesamtheit des in Diskussion stehenden Problems zu bearbeiten.
Da ich den Rezo-Argumenten teils zustimmen kann, hatte ich mit der Meinungsmache an sich kein Problem - warum nicht in einem Wahlkampf. Mittlerweile gewinnen AKK-Bedenken bei mir Raum, nicht nur  bzgl. des Klimakults bei Rezo, sondern wegen der gesamten Machart. Danisch weist ja nach, dass Rezo nicht nur körperlich mit den Armen fuchtelt....Wir brauchen für die politische Bildung keine Gegen-Fuchtler mit der Gegen-Meinung, sondern solides Abwägen auf allen Seiten bei allen Themen in allen Medien. Da das mittlerweile völlig verloren gegangen ist, fiel der CDU als auch den  Qualitätsmedien dazu nichts ein - sie bewegen sich ja nur noch auf der Rezo-Ebene, auf der Meinungsmache-Seite.

Ja, es die Ausarbeitung ist stellenweise sehr gut. Damit man sie rundheraus loben könnte, dürfte natürlich nicht so ein verbohrter ideologischer Schwachsinn wie dieser hier drin stehen:

Zitat:Auf die Idee, dass wir hier nicht über die Souveränität verfügen, um denen das zu verbieten (wir haben halt mal einen Krieg verloren, der formal nicht beendet wurde) und die drei Westmächte ihren Besatzungsstatus nicht völlig aufgegeben haben, weiß er wohl nicht. Und dass wir in der NATO sind und auch nicht nur erwarten können, von den Amis beschützt zu werden, ohne sie hier auf das Territorium zu lassen, kommt auch nicht zur Sprache.

Und dass ein Verbot, selbst wenn es durchsetzbar wäre, der gesprengten Oma nichts bringt, weil die noch viel mehr Möglichkeiten haben, ihre Drohnen zu steuern, wir dann aber deren Schutz noch mehr verlieren, gleichzeitig aber nicht in der Lage sind, uns selbst zu verteidigen, sagt er auch nicht.
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#17
zu Ströer:

Onlineportal watson.de

Angriff aus der Werbebranche

Deutschlands größter Werbevermarkter Ströer versucht schon seit einigen Jahren mit journalistischen Inhalten Geld zu verdienen. Mit watson.de hat Ströer ein Nachrichtenportal für junge Leute geschaffen - und will Bento, ze.tt und co. Konkurrenz machen.
Wer watson.de verstehen will, der muss zuerst in die Schweiz schauen, denn daher kommt die Marke eigentlich. Vor vier Jahren ging hier watson.ch an den Start mit einer klaren Ausrichtung, sagt Michael Wanner der Geschäftsführer.

"Watson ist das Newsportal für die Generation, die ohne Zeitung - dafür mit Smartphone und Social-Media - aufgewachsen ist."
"News ohne bla bla" lautet einer der provozierenden Slogans – und das kommt an.
"Wir sind Top-5 der Schweizer Nachrichtenportale und wir sind sicher das am stärksten wachsende Portal."
Aber schwarze Zahlen schreibt watson.ch bisher noch nicht. Deutschlands größten Werbevermarkter Ströer hat das nicht abgeschreckt, als es darum ging ein Webangebot für junge Leute auf den Markt zu bringen, erklärt Marc Schmitz Content-Chef bei Ströer.
"Da hätte man natürlich überlegen können, es selber zu machen mit einer eigenen Marke. Aber warum was komplett neu machen, was halt bewährt ist? Zumal wir es ja in einem Lizenzmodell mit den Schweizer Kollegen machen, was für uns erst mal ein geringeres Initial-Invest auch bedeutet."
Große Konkurrenz in Deutschland
Im Gegensatz zur Schweiz ist die Konkurrenz in Deutschland aber deutlich größer. Hier heißt der Marktführer bento und kommt aus dem Spiegel-Verlag. Auch "Die Zeit" hat mit ze.tt ein ähnliches Portal. watson.de soll sich davon aber unterscheiden sagt Schmitz.
"Andere Portale in dem Segment bilden heute eher einen kleinen Bereich ab, gehen eher in eine magazinige Richtung und sind angedockt an größere Nachrichtenportale, bieten aber nicht das gesamte Spektrum von Nachrichten, Politik, Sport, alles was dazu gehört. Wir glauben, dass da Platz ist für ein journalistisches Vollprogram. Das kann man aber nur machen, wenn man es ernst nimmt."
Tatsächlich hat die Konkurrenz nur selten Sport-Artikel und etwas weniger Nachrichten. Vor allem versucht watson mehr zu provozieren, zum Beispiel mit dem Format "Wein doch!" - eine Art Video-Kommentar, bei dem sich eine angetrunkene Redakteurin zu Alltäglichem äußert, wie beispielsweise Essen teilen. So will watson Marktführer bento angreifen, der immerhin rund 13,7 Millionen Visits pro Monat hat. Allerdings soll Bento massiv durch die Verlinkungen von Spiegel-Online profitieren. Ströer hat dafür seine Plakat und Videowände, die in ganz Deutschland an vielbefahrenen Straßen und Bahnhöfen stehen, sagt Schmitz.
"Wir erreichen über diese Infrastruktur über 30 Millionen Nutzer jeden Monat und können diese natürlich nicht nur mit Werbung bespielen, sondern auch mit Inhalten. Klassische Nachrichten bespielen wir über t-online, nutzen das aber natürlich genauso, um jetzt watson-Formate in der Bevölkerung bekannt zu machen.".............

https://www.deutschlandfunk.de/onlineportal-watson-de-angriff-aus-der-werbebranche.2907.de.html?dram:article_id=417426

Twitter > https://twitter.com/search?q=stroer&src=typd

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#18
Trau‘, schau‘, wem! „Die Zerstörung der CDU“ – oder: Der FakeVlogger

von: Ao Krippner [Tertium datur]

Starke Sache! Die Jungen beherrschen die Klaviatur der Social Media aus dem FF. Gerade jetzt im Finish des Wahlkampfs für das Europaparlament zählen Reichweiten, Likes, Abos und Zuschauer bei Youtube.
Tilo Jung, der sich oft als investigativer, zumindest aber als „Politiker grillender“ Journalist einen Namen machte, empfiehlt dieses Video, das „Den Zerfall der CDU“ darstellt und analysiert, warum die CDU nicht die Partei ist, die Vertrauen verdient. Grundsätzlich lobenswert, wenn analytisch dargestellt wird.
Zeigt das eurer Oma.
Zeigt das eurem Opa.
Zeigt das eurer Mama.
Zeigt das eurem Papa. https://t.co/B6LGxWJaC4
— Tilo (@TiloJung) May 18, 2019

Innerhalb von 2 Tagen generierte dieses Video über 1,5 Millionen Zuschauer und eine Viertelmillion Upvotes. Donnerwetter.
Der Zungenschlag des Videos jedoch lässt aufhorchen. Handelt es sich wirklich um einen Vlogger, wie es viele aus allen politischen Lagern bei Youtube gibt? Autodidakten, Bürgerjournalisten und Hobby-Youtuber, die etwas sagen wollen und auch etwas zu sagen haben.
Man könnte jetzt meinen: der Junge hat’s drauf. „Einer von uns“, denken die Jungen. Ein Vlogger, der weiß, wo der Hammer hängt.
Die Professonalität des Vortrags lässt aber das geschulte Auge schnell blinzeln und ich habe mich demzufolge dafür interessiert, welchen Hintergrund der Bursche hat. Schauspielunterricht? Sprecher-Ausbildung? Beides lag nahe.
Das Kind hat einen Namen: Influencer-Marketing.
Es kostete lediglich eine Minute Recherche, um herauszufinden:
es handelt sich gar nicht um einen Vlogger, sondern um ein professionelles Unternehmen, das mit der Überschrift „Der Zerfall der CDU“ astreine Themen der Grünen transportiert und damit ein Wahlkampfvideo reinsten Wassers für diese Partei platziert. OHNE dies natürlich als solches zu kennzeichnen.
Mit einem wesentlichen Makel jedoch: das Video wird den jungen Leuten als Autodidakten-Video verkauft, als eine Meinung eines normalen Vloggers, der vom Jugendzimmer aus seine Meinung an die gleichaltrige Internetgemeinde sendet.
Das sind die dazugehörenden Daten:
Hersteller und verantwortlich „im Sinne des Presserechts“ ist (das Video wird bei YT mit diesem Impressum versehen):
TUBE ONE Networks GmbH
Ströer Allee 1
50999 Köln
(Eintragung im Handelsregister.
Registergericht:Amtsgericht Köln
Registernummer: HRB 87474)
(.....)
Konkrete Wahlempfehlung im Video
Es wäre also jetzt noch interessant zu erfahren, ob eine Partei direkt der Auftraggeber dieses Videos ist oder eine Institution, die einer Partei nahesteht. Rezo gibt jedenfalls am Ende eine Wahlempfehlung ab: zu wählen sei am ehesten die Partei DIE GRÜNEN. Alle anderen im Video erwähnten und kritisierten Parteien seien unwählbar.
Das Geschäftsmodell von TUBE ONE GmbH geht beispielsweise aus dieser Stellenanzeige der Firma TUBE ONE Networks GmbH hervor:
„Wir, die TUBE ONE Networks GmbH, sind das Social Video Netzwerk der Ströer Content Group. Wir kombinieren 500+ Kanäle auf sozialen Plattformen wie Instagram, Twitter, Snapchat, YouTube und Facebook mit 600 Mio. Videoviews pro Monat und 50 Mio. Social Media Fans. Als reichweitenstarkes Netzwerk schaffen wir es, unseren Werbekunden interessante Umfelder und auf die Bedürfnisse ausgerichteten Content anbieten zu können. Darüber hinaus haben wir die Möglichkeit, Kampagnen effektiv in das Ströer Netzwerk einzubinden und auf Public Videos sowie alle weiteren digitalen Umfeldern zu erweitern.“
„Wir suchen am Standort Köln ab sofort einen Projektmanager (m/w/x) für Influencer Kampagnen.“
Das Arbeitsfeld des „Projektmanagers“:
Zitat:
  • Du betreust und berätst unsere Kunden und Agenturen bei individuellen Social Media Kampagnen und empfiehlst ihnen zusammen mit Deinem Team passende Influencer
  • Als Schnittstelle zum Projektteam, bestehend aus Konzeptern und Sales sowie internen und externen Dienstleistern, arbeitest Du zusammen mit Deinem Team gemeinsam am Erfolg des Projektes
  • Dabei bist Du verantwortlich für die Angebotserstellung sowie Ressourcen- und Budgetplanung und die anschließende Projektorganisation und-durchführung
  • In der Endphase bist Du zuständig für die Zeit-, Kosten- und Qualitätskontrolle sowie die Sicherstellung der Kundenzufriedenheit
  • Des Weiteren identifizierst Du im After-Sales-Management Cross- und Upselling-Potentiale, um langfristige Kundenbeziehungen zu etablieren
 
Ich bleibe auf jeden Fall an diesem Thema dran, denn solche eine Manipulation ist schon recht dreist und keine Tugend, gutgläubige, politisch interessierte junge Leute einfach in dem Glauben zu lassen, es handele sich mit den Videos auf dem Kanal dieses „jungen Mannes“ um Aufklärung oder eine engagierte, fundierte Meinung.
In Anbetracht obiger Stellenausschreibung steht zumindest im Raum, dass es sich hier um eine von einem Auftraggeber bezahlte politische Kampagne handeln könnte. Kurz vor der Wahl, mit der Reichweite des Youtubers „Rezo“ ein Investment, das die Zielgruppe z.B. einer Partei im Bereich von mehreren Millionen Menschen erreicht.
Repräsentiert der Influenzer Rezo überhaupt die Wähler-Zielgruppe?
Rezos Profil passt also durchaus zur Grünen-Wählerschaft und er ist demnach der „Influencer der Wahl“, bei dem eine größtmögliche Übereinstimmung und Identifikation hergestellt werden kann.
Hierzu die Bundeszentrale für politische Bildung:
„Sozialwissenschaftler haben die Entstehung der Grünen auf die Herausbildung einer neuen Konfliktlinie in den westlichen Gesellschaften zurückgeführt, die durch den Gegensatz zwischen Ökonomie und Ökologie und einen Bedeutungsanstieg nicht-materieller („post-materialistischer“) Werthaltungen bestimmt sei. Im Unterschied zu ihren später entstandenen und weniger erfolgreichen Schwesterparteien in anderen Ländern konnten die deutschen Grünen dabei auf dem Fundament eines durch die Studenten- und Alternativbewegungen formierten Milieus aufbauen, dessen Kern die geburtenstarken Jahrgänge der Babyboomer-Generation bildeten (Walter 2010: 73 ff.).“
Und liest man weiter in Bezug auf die Alterskohorten der Grünen-Wähler, die sich deutlich bewegt haben, so fällt auf, dass diese „ergrauten“ Grünen-Wähler-Kohorten durchaus geneigt sind, einem Influencer wie Rezo zuzustimmen, auch wenn die Alterszielgruppe nicht mit der Lebensphase des Influencers selbst übereinstimmen mag: er repräsentiert inhaltlich eben – gerade in besagtem Video – die präferierte Grünen-Politik. So scheint also Rezo der ideale Darsteller zu sein, der mit einer ohne schon hohen Aufmerksamkeit nun auch die Grünen-Wähler hinter sich versammeln kann, die seine bisherigen, zumeist unpolitischen Videos nicht kannte:
Vergleicht man die heutige Wählerschaft der Grünen mit ihrer Wählerschaft in der Entstehungs- und Etablierungsphase, so fällt zuerst der Altersanstieg ins Auge. Waren im Jahre 1980 fast 80 Prozent der Grünen-Wähler jünger als 35, so liegt deren Anteil heute unter 10 Prozent. Wahlforscher sprechen mit Blick auf diese Entwicklung vom „Ergrauen“ der Grünen. Viele Wähler, die die Partei in ihrer Entstehungsphase unterstützten, hielten ihr auch später die Treue. Dieser Generationeneffekt wird allerdings durch ein lebenszyklisches Muster überlagert, das den Grünen in den nachwachsenden Alterskohorten der Jungwähler bis heute überdurchschnittliche Ergebnisse sichert (Klein / Falter 2003: 144 ff.). Auch bei der Bundestagswahl 2017 erfuhr die Partei die prozentual größte Unterstützung mit knapp 15 Prozent in der – zahlenmäßig allerdings überschaubaren – Gruppe der 18- bis 24-jährigen Wähler; hier konnte sie gegenüber 2013 zugleich am stärksten hinzugewinnen.
Da der Youtuber Rezo nicht auf eigene Faust seinen Kanal betreibt, sondern in das gewerbliche Angebot der Firma TUBE ONE Networks GmbH eingebettet ist, dürfte zumindest die Frage im Raum stehen, ob TUBE ONE den Youtuber Rezo als ihren Auftraggeber oder als ihren Auftragnehmer sieht, der Kampagnen für Kunden von TUBE ONE gegen Honorar durchführt.
Demzufolge wirft sich die Frage auf, ob es einen Auftraggeber für das Video gibt, das mittlerweile in aller Munde ist.
Gerade jetzt im Wahlkampf und gerade im Internet und in den Social Media gilt:
Trau‘, schau‘, wem!
Update 25.05.2019:
Ein Journalist der FAZ findet, dass es zunächst einmal wichtig ist, die Verfasserin des Artikel öffentlich zu verleumden und zu beleidigen. Kann man, muss man aber nicht.
Viel interessanter für Interessierte wäre es an dieser Stelle gewesen, die eigene Sicht der Dinge darzulegen und diesen Artikel damit zu widerlegen: vor allem im Hinblick auf das Geschäftsverhältnis von TUBE ONE (Ströer-Gruppe) und Rezo.
Es hält sich nachhaltig der Eindruck – und die deutschen Medien vertiefen diesen offensichtlich -, dass es sich mit dem Video um die Äußerung eines engagierten Bloggers handelt, der autodidaktisch und ohne Einbindung in Werbekampagnen eine breite Öffentlichkeit mit seinen Veröffentlichungen erreicht.
Auch dieser FAZ-Journalist versucht erstaunlicher- und unverständlicherweise Jeden, der den Umstand des Geschäftsverhältnisses dieses Influencer-Marketing-Unternehmens mit Rezo darzustellt, ad hominem zu „widerlegen“.
Eine Faktenabwesenheit findet sich vielmehr in den Tweets dieses FAZ-Journalisten. Fakten sind in unserem Artikel hingegen zu finden, und diese sind nicht wegzudiskutieren.
Die Darstellung des Geschäftsverhältnisses TUBE ONE/Rezo wird als „Schmutzkampagne“ bezeichnet.
Die Frage bleibt: warum eigentlich?
Rechtspopulisten sind ja superskeptische und blitzaufgeweckte Geister, denen keiner ein Haken-X für ein U vormacht. Doch peinliches Lateingetue ("Tertium Datur", "Philosophia Perennis") hilft über totale Faktenabwesenheit hinweg. 
Beispiel: Die subtile #rezo-Schmutzkampagne.
— Hendrik Wieduwilt (@hwieduwilt) May 25, 2019
(.....)

weiter hier > http://tertium-datur.com/trau-schau-wem-...kevlogger/

(120 Kommentare)

nebenbei:
Zu Zensur, Viralität, Wahlbeeinflussung

„Gelbwesten“-Facebook-Gruppe mit 350.000 Mitgliedern am Europawahltag gesperrt
Am Sonntag, dem Tag der Europawahl, wurde die größte Facebook-Gruppe aus dem Umfeld der „Gelbwesten“-Proteste in Frankreich mit mehr als 350.000 Mitgliedern gesperrt. Ihre Mitglieder konnten somit keine Informationen über die Gruppe veröffentlichen oder verbreiten.

(kommt da etwa "Klimawandel" nicht vor?)

Antworten
#19
Rezo, ein Spurensuche...

Sein Fanshop wird hier betrieben: http://www.rezo.de [cache]

Impressum als cache

Daraus:
Zitat:tomekk media KG
Hauptstr. 50/9/5

2351 Wiener Neudorf

V. i. S. d. § 55 Abs. 2 RstV: Tomasz Niemiec

Tomasz Niemiec ist eine weiter Schlüsselfigur im "Influencer Business" da geht die Spur bis zu ARD/ZDF:
Zitat:Quelle
Tomasz Niemiec zog bereits mit 15 Jahren zuhause aus. Ein Jahr später beendete die Jugendhilfe die Unterstützung und er musste Hals über Kopf seine Wohnung verlassen. Aus der Obdachlosigkeit gründete er mit einem Freund die eigene Firma tomekk media KG in Österreich und fing an, professionell Online-Videos zu produzieren. Inzwischen arbeitet er für die Berliner Firma United Creators, die seinen Kanal "derTomekk" als „Clixoom Social & Media“ weiter betreibt. Bei United Creators betreut er unter anderem die Social-Media-Kanäle der Firma wie z.B. die des Doku-Formats "How to Music", welches von United Creastors für funk, das Junge Angebot von ARD und ZDF produziert wird.

Im anti-AfD Geschäft war er auch unterwegs:
Zitat:Quelle
Ohne Einschränkungen konnten diese sich beim Parteitag aber nicht bewegen. So wurde etwa der 16-jährige Tomasz Niemiec, der einen YouTube-Channel ("Tomekian") für politisch interessierte Jugendliche führt, kurzzeitig von der Security aus dem Saal zitiert.

Interessant auch, was Creditreform über die tomekk media KG bereichtet:
Zitat:Quelle

Nachfolgende Informationen werden von Creditreform, Europas größter Wirtschafts­auskunftei, zur Verfügung gestellt.
tomekk media KG

Hauptstraße 50/9/5
2351 Wiener Neudorf

Firmenbuchnummer:
FN 482241d

Beginndatum der Rechtsform:
2017-12-01

Tätigkeitsbeschreibung:
Journalismus
Handelnde Personen:

Kommanditist
Herr Luntsch Jakob
Privatperson
Anteil: 100,00%


Komplementär
Herr Niemiec Tomasz
Privatperson
alleinvertretungsberechtigt

Luntsch dürfte dieser hier sein.

to be continued

INP
Antworten
#20
eingeschoben:

Rezo (* nach eigenen Angaben 14. August 1992 in Wuppertal)[1][2] ist ein deutscher Produzent von Webvideos. Auf seinen beiden YouTube-Kanälen veröffentlicht er Musik- und Comedyvideos. Rezo gehört zum Influencer-Netzwerk Tube One, welches von Ströer Digital vermarktet wird
Rezos wirklicher Name ist nicht öffentlich bekannt. Er benennt Aachen als seinen Wohnort.[9] Gemäß eigenen Angaben studierte er Informatik an der Technischen Universität Dortmund und schloss 2016 mit einem Master of Science ab.[1] Seit seinem 14. Lebensjahr bis anderthalb Jahre vor seiner Masterprüfung spielte er in verschiedenen Bands. Er spielt Gitarre.[10] Im freien Vortrag hat er nach eigener Aussage „ein signifikantes Problem mit Stottern“.[11] Ein Erkennungsmerkmal sind seine blau gefärbten Haare.
(.....)
Mediale Rezeption
Inland
Rezos Darstellung wurde von Spiegel Online als „Mischung aus Analyse und Polemik“ bezeichnet.[40] Zeit Campus führte aus, seine „Kritik [sei] überspitzt, wütend und unfair. Zum Glück.“[41] Stern.desah in dem Beitrag „im Grunde ein Lehrstück erfolgreicher politischer Kommunikation mit jungen Menschen in der heutigen Zeit“.[22] Markus Beckedahl von netzpolitik.org nannte den Vortrag eines „der besten Politik-Videos bei YouTube“. Rezo mische „seine Wut mit politischer Argumentation. Es mag einseitig sein, aber es ist ein Standpunkt“.[28] Der Medien- und Kommunikationswissenschaftler Hektor Haarkötter bezeichnete Blogger und YouTuber als „ernsthafte Faktoren“ im politischen Diskurs. Es zeige, „dass die sogenannte Jugend von heute alles andere als depolitisiert ist“.[28] Fridtjof Küchemann (FAZ.net) meinte: „Wir sollten ihm dankbar sein. […] Die Tür zu den Jugendzimmern [steht] jetzt offen – offen für eine politische Auseinandersetzung.“[42] Jasper von Altenbockum, Redakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, bezeichnet das Video als „linkspopulistisches Machwerk“ und sieht es für jeden „politisch denkenden Zeitgenossen“ als „niederschmetternd“ an, wenn nicht die „bessere Urteilskraft, sondern die skrupellose Kampagnenfähigkeit im Zeitalter digitaler Öffentlichkeit“ die Oberhand „rechts wie links“ gewönne.[43] Laut Bildblog würde Altenbockum – wie auch die CDU – jedoch mit „falschen Fakten“ widersprechen.[44]
Mehrere Medien veröffentlichten auch exemplarische Faktenchecks.[45][46][47][48] Eine detailliertere Faktencheck-Analyse von Spiegel Online bescheinigt Rezo, im „Großen und Ganzen“ ein „zutreffendes Bild der Ungleichheit und ihrer Entwicklung“ gezeichnet zu haben, bemängelte aber die „Auswahl und Präsentation der Daten“, „Schönheitsfehler“ in ihrer Darstellung sowie eine teilweise veraltete Datenbasis. Eine „wirklich ärgerliche Manipulation“ sei die in der Armutsstatistik fehlende Berücksichtigung der Fluchtmigration.[49] Andreas Herrler vom ARD-Hauptstadtstudio kommt zu dem Fazit, dass Rezo trotz Zuspitzungen, Weglassungen und Missinterpretationen „in ganz vielen Punkten Recht“ habe und besser sei „als mancher langatmige Kommentar und spannender als die meisten Polit-Talkrunden“.

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