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Österreich 2019 - Entwicklungen, Affären, Regierungskoalition
[Bild: D70ThfPWwAE9R2n.jpg]

Brigitte Beierlein wird erste Bundeskanzlerin Österreichs
Die Presse: Die Präsidentin des Verfassungsgerichtshofs Brigitte Bierlein wird erste Kanzlerin Österreichs. Darauf haben sich die Parteichefs am Donnerstag mit dem Bundespräsidenten geeinigt.

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Du glückliches Österreich!

von Raphaela Tiefenbacher

Tu felix Austria: Eine Regierung fällt in einer Nacht. Am Freitag, den 17. Mai, brannte Österreich, so wie es Jan Böhmermann prophezeit hatte. Und ebenfalls in dieser Nacht verbrannte die konservative Lebenslüge von der Demokratie- und Regierungsfähigkeit der Rechten. 
Im Österreich der letzten eineinhalb Jahre wurden Journalisten eingeschüchtert, die basalsten Grundrechte der Verfassung angezweifelt, hunderte rechte Skandale als Lappalie abgetan, Ausländer entmenschlicht, die Linke dämonisiert, die Justiz angegriffen, Arbeitervertretungen massiv unter Druck gesetzt und industrielle Profitinteressen über alles gestellt. All diese Fakten lösten jedoch keinen Rücktritt, keine breite, der ÖVP-FPÖ-Regierung wirklich gefährlich werdende Protestwelle und keine nationale Empörung aus, sondern sie bescherten der Regierung im Gegenteil viel Sympathie. Allein internationaler Druck sorgte für den Fall dieser Regierung, zum Glück für Austria. Zum einen, weil die Kooperation wie im Fall des deutschen Verfassungsschutzes öffentlich aufgekündigt wurde, zum anderen, weil Sebastian Kurz‘ internationale Ambitionen erstmals gefährdet waren. 
Der Rückzug von „HC“ Strache wie der FPÖ aus der Regierung mag die nationale Politiklandschaft verändern, doch die strukturellen Zusammenhänge, gesellschaftlichen Tendenzen und wirtschaftlichen Kooperationen, die all dies hervorbrachten, bleiben bestehen. Und weiter gilt: Nichts ist so mächtig wie ein plausibles Narrativ. Im Zeitalter der existenziellen atomaren und klimatischen Bedrohungen erklärte die europäische Rechte das Jahr 2015 zum Vorboten der Apokalypse. Das Jahr, in dem „gefährliche Massen“ in „illegaler Manier“ das „Land fluteten“ und so die „Impotenz“ der „alten Politik“ offenlegten. Und die Rechte hatte Erfolg damit: Alle politischen Lager folgten dieser Erzählung und machten so ihre Urheber von hasserfüllten Hetzern zu weisen Propheten. 
Ein Skandal hat diese Regierung gesprengt, aber die Bevölkerung glaubt immer noch dasselbe – nämlich an die Notwendigkeit einer Politik der harten Hand. Diese teils radikalisierte, teils verrohte und schwer polarisierte Gesellschaft muss dringend entschärft werden. Das aber kann nur gelingen, wenn wir – in Österreich wie „im Rest“ Europas – die nahe Vergangenheit neu bewerten und damit den alt-neuen Feindbildern den Garaus machen. 
Wenn die Linke den rechten Paradigmenwechsel bekämpfen will, dann muss sie bei den Ereignissen von 2015 anfangen. Die humanitäre Katastrophe zu verhindern, die Ungarns Premier sehenden Auges ausgelöst hatte, war das Ziel der offenen Grenzen. Die „gefährlichen Massen“ waren überwiegend Flüchtlinge des blutigsten Krieges der Gegenwart. Die Rechtsgrundlage war die Charta der Menschenrechte..............

weiter > https://www.blaetter.de/archiv/jahrgaeng...esterreich

Huh

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Coup Teil 15: Wer hat wen verraten?
Die FPÖ fühlt sich von der ÖVP verraten und stimmte deshalb dem Misstrauenantrag der SPÖ gegen die gesamte Regierung zu. Dies sieht die ÖVP als Vorleistung für eine Zusammenarbeit nach der Wahl, es ist auch schon von Ministerlisten die Rede. Im Gegenzug sieht sich die FPÖ im ihrem Verdacht bestärkt, dass das früher schwarze Innenminsterium mit der Ibiza-Falle zu tun hat, was jedoch erstmal eine Nebelgranate ist. Wenn alle wieder auf den Teppich kommen, müssen sie erkennen, dass es am 17. Mai noch eine vom Volk bestätigte Bundesregierung gab, während uns am 30. Mai eine Experten/Beamtenregierung präsentiert wird, die an den Ständestaat erinnert. Verhindern hätte dies nur die FPÖ können, indem sie über ihren Schatten springt und  am 27. Mai nicht zustimmt. Und zuvor Ex-Kanzler Sebastian Kurz, indem er bei Ibizagate Aufklärung über alles gestellt hätte, statt panisch zur reagieren. Der Coup hätte als solcher benannt werden und man hätte alle verfügbaren Ermittlungs- und Recherchekapazitäten einsetzen müssen. Es wäre auch gerade nach der NSA-Affäre zu vermitteln gewesen, dass Politiker praktisch dauernd anders als ihre Wähler/innen unter Beobachtung stehen. Ibiza wurde so aber zur vielfachen Falle, indem Schatten kreiert wurden, über die Politiker nicht zu springen bereit sind; es ist kein Allheilmittel, dies zu tun, aber es hätte in dieser Situation bedeutet, die Wirkung einer medial gezündeten Bombe nicht auch noch selbst zu verstärken.

Die FPÖ sollte doch Kurz zuhören, der sehr zum Ärger der SPÖ andeutet, wer Urheber der Falle war, denn SPÖ-Bundesgeschäftsführer Thomas Drodza stellte ihm ein Ultimatum. Kurz ließ es verstreichen und von der SPÖ kommt nichts – vielleicht, weil auch das mit ihr zu tun hat, was uns seit Tagen als angebliches „Aufdecken“ präsentiert wird? Vor wenigen Monaten wurde die Detektei Omnia gegründet, die zur EU-Infothek gehört, mit Thomas Benold von der SPÖ Korneuburg als Geschäftsführer, er war einmal bei der Wega und verfügt über eine Lizenz als Detektiv. Auf der Webseite der SPÖ Korneuburg lesen wir: „Der Einstieg der SIGNA in das Werftprojekt hat für einen Paukenschlag gesorgt. Nach einem langen Prozess, mit intensiver Bürgerbeteiligung, einem Siegerteam und einem fertigen Masterplan, kommt ein Unternehmen aufs Tapet, das vor allem für eines bekannt ist: die Entwicklung von prestigeträchtigen und hochpreisigen Projekten.“ Wie bei kontrast.at, dem Magazin des SPÖ-Parlamentsklubs wird hier ausgeblendet, was die Signa Hodling mit Alfred Gusenbauer und Hans Peter Haselsteiner verbindet und dass sie auch Silberstein-Bezug hat.............

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31. Mai 2019 um 8:09
Hallo Frau Bader,
ich stimme ihrer Vielfach-Falle zu, merke allerdings an, daß es für die Akteure auch nicht so leicht war, dieser Falle ohne Gesichtsverlust zu entkommen.
Kurz stand schon lange unter Druck und mußte nach Ibiza handeln.
Den Innenminister weg zu “kicken“ war etwas zu viel des Guten, aber wir wissen nicht, was hinter den Mauern der Macht noch gesagt wurde. Weitere Enthüllungen (auch über Kurz) oder gar eine weitere angedeutete „Ver-haiderung“?
Kickl hat gepunktet, in dem er alle seine Leute abzog, um das Nichtkleben an gut dotierten Posten zu beweisen. Hätte er das nicht getan, wäre die FPÖ unter Verdacht geraten, außerdem wäre sie in den Monaten danach zerrieben worden. Also besser ein Ende mit Schrecken als .. ..
Über die Nachrichtendienst-Hintergründe gibt es wenig anzumerken, diese halte ich, wie Sie, für evident.
Aber, für mich zunehmend dubios erscheint die Rolle von Johann Gudenus.
Das Philippa Strache Interview war in diesem Fall ein Augenöffner.
Wenn ich sie richtig verstanden habe, hat Gudenus Strache erst vor Ort überrumpelt und das Treffen arrangiert, wobei wiederum zu fragen wäre, wie es konkret zustande kam.
Der Gockelhaftigkeit der sequenzweise gelieferten Debatte steht nämlich das Outfit der beiden Männer entgegen.
Wer eine Viertel-Milliardärin beeindrucken möchte, kleidet sich auch im Hochsommer auf Ibiza etwas fotogener. Will sagen, könnte es sein, daß die beiden Spezies ursprünglich etwas anderes vorhatten und vom „Feind“ überfallen wurden und daher keine Zeit für einen neuen Aufzug fanden?
Aufschlussreich auch die Aussage von Frau Strache nach Abfahrt aus der Villa, wo Strache zu Gudenus gesagt haben soll: „Mach das nie wieder mit mir.“
Das indiziert den Kurzfrist-Termin.
Allerdings stellt sich dann die Frage, warum Gudenus seinem Busenfreund niemals zuvor von der schönen russischen Lettin erzählte? Laut Philippa gab es fast ein Jahr Vorlauf und aller spätestens nach dem Treffen Ende Mai im Edelrestaurant und der ersten Begegnung hätte Gudenus seinem besten Freund stecken müssen: „Mensch Christian, ich bin da an einer feschen Russin dran .. wegen des Verkaufs der Jagd vom John ..“
Wer wiederholt gemeinsam „ibbizaat“ und dem schönen Geschlecht besonders zugeneigt ist, der quatscht auch darüber – alles andere ist Nonsens.
Das passiert offenbar nicht und das finde ich merkwürdig, falls Frau Strache die Wahrheit sagt.
Und wer war es der die mehrfachen Strache-Zweifel (Stimmt hier etwas nicht?) zerstreute? Gudenus.
Mich hatte schon der FPÖ-Austritt von Gudenus „beeindruckt“.
Auch wenn man Scheiße baut, verläßt man nicht automatisch seine Partei – man tritt bestenfalls zurück.
Gudenus hielt eine strategisch bedeutsame Position mit seinen Rußland-Kontakten.
So etwas fällt auch Nachrichtendiensten auf, die sich dann so ihre Gedanken machen.
Es ist zunächst nur ein Verdacht .. aber einer dem man nachgehen sollte.

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Ibiza-Connection: Kritiker bezweifeln erwartungsgemäß die Rechercheergebnisse von EU-Infothek und Prof. Gert Schmidt

Redaktion EU-Infothek Freitag, 31. Mai 2019

Bitte werfen Sie einen Blick auf die Dokumentation über die Causa Jack Unterweger. Diese Dokumentation wurde von Prof. Gert Schmidt und dem Team des Erfolg recherchiert und als Buch: „Wenn der Achter im Zenit steht“ verfasst. Es ist die anerkannt beste Dokumentation über Jack Unterweger – inklusive der Enthüllung, dass Gert …........

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Ibiza-Coup zur Beseitigung der ÖVP-FPÖ-Regierung in Wien

Ein verkappter NATO-Putsch?

Am 17. Mai 2019 wurde von der SÜDDEUTSCHEN und dem SPIEGEL ein Video veröffentlicht, das einige Monate vor der ÖVP-FPÖ-Regierungsbildung am 18.12.2017 im Juli 2017 in einer Villa (Finca) auf Ibiza aufgezeichnet worden sein soll. Es zeigt Teile eines Gesprächs, das insgesamt ca. sieben Stunden gedauert haben soll und an dem die FPÖ-Politiker Heinz-Christian Strache und Johann Gudenus sowie eine angebliche Nichte eines lettisch-russischen Oligarchen teilgenommen haben sollen. Gemäß des Videos erklärt Strache der anwesenden Frau, wie man bei Parteispenden dem Rechnungshof entgehen kann und stellt Staatsaufträge in Aussicht, falls sie die österreichische Kronenzeitung übernimmt und im Sinne der FPÖ berichtet. Nach der Veröffentlichung traten Vize-Kanzler Strache und FPÖ-Klubobmann Gudenus zurück. FPÖ-Innenminister Kickl wurde von Bundeskanzler Kurz entlassen. Daraufhin traten alle weiteren FPÖ-Minister zurück. Zuletzt wurde am 27. Mai 2019 die gesamte Regierung einschließlich Kanzler Kurz per Misstrauensvotum gestürzt. Swiss Propaganda Research geht der Sache nach. Die NRhZ dokumentiert deren Berichterstattung, die am Schluss die Behauptung enthält, dass "Sequenzen des Videos über deutsche Medienanwälte an das (regierungsnahe) Zentrum für Politische Schönheit (ZPS) verkauft und deutschen Medien zugespielt" worden seien - angeblich zu einem Preis von 600.000 Euro. ZPS dazu per Facebook: "Für das Ibiza-Video ist weder von uns Geld geflossen, noch haben wir es SZ oder SPIEGEL zugespielt." Das kann zutreffen. Laut EU-Infothek soll der Betrag per Krügerrand-Goldmünzen beglichen worden sein.

Die beiden unmittelbar an der Aktion Beteiligten – der Anwalt und der Privatspion – sind inzwischen bekannt. (1) Ein ehemaliger Partner des Privatspions beschrieb den Ablauf der Aktion detailliert. (2) Die entscheidende Frage – wer Auftraggeber war – ist jedoch weiterhin unbeantwortet. Hier kommen sowohl innen- als auch außenpolitische oder andere Akteure infrage.

Unabhängig von der ursprünglichen Motivation für das Video ist klar, dass dieses nun zwei Jahre später in einem europapolitischen Kontext und durch deutsch-transatlantische Mediennetzwerke verwendet wurde. (3) Dies wiederum war letztlich nur möglich, weil es bei der ursprünglichen Video-Operation um eine vermeintlich russische Einflussnahme ging.

Der in die Falle gelockte Gudenus ist jener Politiker, der 2014 als Wahlbeobachter auf der Krim war und der russischen »Annexion« damit einen »Persilschein« (NZZ) (4) erteilte, und der 2016 das Kooperationsabkommen zwischen Straches FPÖ und Putins Partei »Einiges Russland« einfädelte. (5) Nun sollte die FPÖ durch eine vermeintliche Russin zu Fall gebracht werden.

Mit der FPÖ traf es Nationalkonservative, doch auch Sarah Wagenknecht dürfte letztlich von denselben Kreisen, und aus denselben Gründen, aus der eigenen Partei gedrängt worden sein. (6) Die Salzburger Nachrichten sprechen sogar explizit vom »Ende der 'russischen' Fraktion in der FPÖ«. (7)

Klar ist auch, dass der deutsche Nachrichtendienst – der die elektronische und telefonische Kommunikation österreichischer Ministerien und Politiker als einziger in Europa systematisch überwachen kann (durch Frankfurt und Bad Aibling) und dies in der Vergangenheit auch tat (8) – über diese Operation von Anfang an mindestens »im Bilde« gewesen sein müsste.

Ehemalige BND-Chefs zeigten (9) sich in den Medien gleichwohl überrascht und vermuteten (10) sogar den israelischen Geheimdienst Mossad hinter der Aktion, freilich ohne Belege zu präsentieren.

Größter Makel der Operation dürfte sein, dass der Rücktritt der parteifreien aber Putin-nahen Außenministerin Kneissl (noch) nicht gelang. Deutsche Medien schäumen (»verweigert Rücktritt«, »darf weitertanzen«) (11), österreichische Medien beruhigen (»wenig Spielraum«) (12). Kneissl hatte etwa die Anerkennung Guaidos abgelehnt, bis sie von Kanzler Kurz überstimmt wurde.

Insgesamt ist diese Aktion somit als veritabler Coup (13) gegen eine Moskau-freundliche und EU-kritische Regierungspartei einzustufen, sowie als Warnung an andere Regierungen. Dieser Aspekt wird von den transatlantischen Medien, die daran beteiligt waren, allerdings kaum beleuchtet werden.

Der österreichische Geheimdienst, der aufgrund der »Russland-Nähe« der FPÖ europaweit isoliert wurde (14), dürfte nun wieder in den europäischen Verbund aufgenommen werden. Kanzler Kurz genießt als Mitglied des European Council on Foreign Relations (ECFR) (15) den Rückhalt der transatlantischen Elite. Sein Sturz erscheint derzeit eher unwahrscheinlich.

Nachtrag: Das US Foreign Policy Magazine titelte »Europe Is Ripe for a Return to Establishment Politics« (16), der britische Economist »Why cosying up to populists rarely ends well for moderates« (17).

Nachtrag 24. Mai: Das österreichische Verteidigungsministerium hat am Dienstag, 21. Mai, wenige Stunden nach Rücktritt der FPÖ-Minister, die Durchführung der seit langem geplanten russisch-europäischen Valdai-Diskussionsrunde in Wien, zu der unter anderem der russische Vize-Außenminister eingeladen war, ganz kurzfristig abgesagt und den Saal gesperrt. Dies meldete der Wiener Publizist Hannes Hofbauer (18), offenbar ohne die volle Tragweite des Vorgangs zu realisieren. Das Verteidigungsministerium wurde bis zum 20. Mai von FPÖ-Minister Mario Kunasek geführt, am 22. Mai übernahm Vize-Generalstabschef Johann Luif (19), der zuvor als Kommandant im Kosovo und in Bosnien diente. Die kurzfristige Absage der traditionellen Valdai-Diskussion ist ein weiterer deutlicher Hinweis, worum es beim Ibiza-Coup wohl wirklich ging: Es war en verkappter NATO-Putsch.

Nachtrag 25. Mai: Der Wiener Anwalt hat seine Mitwirkung am Ibiza-Video inzwischen gestanden (20). Er bezeichnet es in einer Mitteilung als »zivilgesellschaftlich motiviertes Projekt, bei dem investigativ-journalistische Wege beschritten wurden«, und das »in der Folge eine Eigendynamik entfaltet« habe. Das Online-Portal EU-Infothek, das die Umstände der Produktion bisher fast im Alleingang aufgedeckt hat, berichtet ferner von »Verbindungen als österreichische Polizei- und Geheimdienstspitzel, zumindest eines, wenn nicht von beiden Personen [d.h. Anwalt und Privatspion].« (21) EU-Infothek folgert: »Wenn diese Information richtig ist, würden österreichische Geheimdienste schon lange detailliert über das Video informiert sein und es sogar zur Verfügung haben.« Im Februar 2018 ordnete FPÖ-Innenminister Kickl eine Hausdurchsuchung beim [Österreichischen] Geheimdienst BVT an. Der BVT wurde in der Folge europaweit isoliert. (22) Kickl wurde am 20. Mai 2019 von Kanzler Kurz entlassen. Ob ein Zusammenhang zum Video besteht, ist aber weiterhin unklar. Klar ist hingegen, dass das Video nun in einem europapolitisch-transatlantischen Kontext für einen Regierungswechsel eingesetzt wurde.

Nachtrag 26. Mai: Auch der Chef des Schweizer Nachrichtendiensts NDB schreibt das Strache-Video einem Geheimdienst zu: »NDB-Chef Jean-Philippe Gaudin sagte am Freitagmorgen an einer Medienkonferenz in Bern, das Strache-Video sei wohl die Arbeit eines Nachrichtendienstes. Aufgrund welcher Informationen der NDB zu dieser Auffassung kommt, sagte er nicht. Nach Ansicht von Gaudin handelte es sich aber um eine beeinflussende Operation eines Nachrichtendienstes – die «mit Erfolg» durchgeführt worden sei: Das Resultat sei, dass eine Regierung eines Nachbarstaates der Schweiz nicht mehr existiere und eine Koalition zerbrochen sei.« (23)

Nachtrag II 26. Mai: Der entlassene FPÖ-Innenminister Kickl vermutet in einem Interview (24), dass der österreichische Geheimdienst BVT hinter der Operation stecken könnte, und die Aufklärung nun von der neuen Übergangsregierung verhindert wird.

Nachtrag 27. Mai: Das Online-Portal EU-Infothek veröffentlichte heute die bislang umfangreichsten Angaben zur Operation. (25) Demnach wurde sie durchgeführt von einer privaten Spionagegruppe aus Deutschland, Österreich und dem Balkan mit Kontakten zu Geheimdiensten in Deutschland und Österreich, die ihnen die bereits präparierte Finca auf Ibiza zur Verfügung stellten. 2017 konnte das Video noch nicht verkauft werden. 2019 wurden Sequenzen des Videos über deutsche Medienanwälte an das (regierungsnahe) Zentrum für Politische Schönheit (ZPS) verkauft und deutschen Medien zugespielt. Wer für den angeblichen Kaufpreis von 600.000 Euro letztlich aufkam, ist weiterhin unklar. Das ZPS setzte sich 2011 für den Libyenkrieg und seither für die Mittelmeermigration ein und erhielt 2015 eine Auszeichnung einer regierungsnahen Berliner Stiftung (27).

Nachtrag 27. Mai II: Kanzler und Regierung wurden gestürzt, ein Novum in der österreichischen Nachkriegsgeschichte. Der Bundespräsident wird nun einen neuen Kanzler ernennen.

Update III 27. Mai: Am 21. Mai titelte SPR »Der Elefant in der Finca« (28) und verwies auf eine konkrete Geheimdienstoperation. Nun stellte sich heraus, dass die Ibiza-Finca eine langjährige Geheimdienstfalle war. Allerdings dürfte das kleine BVT in dieser Affäre kaum ohne Rückendeckung des großen Bruders in Berlin gehandelt haben, wenn nicht sogar des noch größeren Bruders in London (Stichwort »Integrity Initiative«) (29). Und die deutschen Dienste dürften kaum übersehen haben, wenn ihre eigenen Medien, »Komiker« und »Künstlergruppen« kurz vor der EU-Wahl einen solchen Coup vorbereiten. Innenminister Kickl musste entfernt werden, um das isolierte BVT aus dem »russischen« Griff der FPÖ zu bekommen. Ob der Rücktritt der übrigen FPÖ-Minister und der Sturz von ECFR-Mitglied Kurz (30) geplant war, ist fraglich. Allerdings wird Präsident Van der Bellen wieder einen passenden Kanzler ernennen können. Immerhin wurde damit auch die Putin-nahe Außenministerin (31) entfernt, die nicht selbst zurücktreten wollte. Mit Strache und Gudenus wurden die beiden Hauptarchitekten (32) der Achse Wien-Moskau neutralisiert – durch eine falsche Russin.......

http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=25944

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„Neuanfang erwünscht“


ÖVP, Grüne und NEOS derzeit Lieblingskoalition

Nachdem in den vergangenen Tagen innenpolitisch in Österreich kein Stein auf dem anderen geblieben ist, wünschen sich die Österreicher einen Neuanfang. Eine aktuelle Umfrage von Meinungsforscher Peter Hajek zeigt, dass 25 Prozent eine Dreier-Koalition aus ÖVP, NEOS und Grünen wünschen würden: „Noch nie hatte eine Dreier-Koalition so eine hohe Zustimmung“, so Hajek. Die geringste Zustimmung gab es übrigens für eine Regierung aus SPÖ und FPÖ.
Laut der Umfrage, die im Auftrag für „ATV Aktuell“ erstellt wurde, wollen sogar 21 Prozent eine Neuauflage von Türkis-Blau, 19 Prozent würden eine andere Dreier-Variante mit SPÖ, Grünen und NEOS bevorzugen. Hingegen sehen lediglich sieben Prozent SPÖ und ÖVP, sowie fünf Prozent eine Koalition zwischen SPÖ und FPÖ an der Spitze. Insgesamt wurden für die Umfrage 500 Personen befragt..........

https://www.krone.at/1933188

31. Mai 2019 um 21:29
den Österreichern wird nun auch gleich gesagt welche Koalition in Zukunft die Besteste wäre
https://www.krone.at/1933188
und überhaupt ist nun alles super…..nach dem Motto: Wählen wird überwertet.
Eine Ekschpertenpartie tuts auch…

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Ceiberweiber:

Coup Teil 16: Falsche Fährte zum BVT?

Nicht nur wahlkampfbedingt wird jetzt davon gesprochen, dass auch der Verfassungsschutz in die Ibiza-Affäre involviert sei (was umgehend dementiert wurde). Dies ist jedoch nur das weitere Ausschmücken jener Darstellung, die binnen weniger Tage in fast allen Medienetabliert wurde. Sie zielt darauf ab, Beteiligte in Schutz zu nehmen und zugleich weiszumachen, dass es keine „Hintermänner“ gibt. Man muss aber zwischen der Herstellungdes Materials 2017 und seinem Einsatz 2019 so lange unterscheiden, bis das Puzzle vollständig ist. Wenn ausgerechnet Peter Pilz eine heiße Spur zum BVT uns zur ÖVP (t)wittern will, ist höchste Vorsicht angebracht. Am besten bewerten wir erneut, was bislang bestätigt wurde und nicht bloß auf mehreren leider anonymen Quellen zu beruhen scheint. Zum Beipiel die Verbindung von Anwalt Ramin M., der über seinen Anwalt schon „gestand“, dass er etwas mit der Sache zu tun hat, zu Katia Wagner, die heute Moderatorin bei Krone-TV ist. Sie wurde im Frühjahr 2017 bekannt, weil sie sich mit dem Arbeitsinspektorat anlegte und deshalb Besuch von Gusenbauers Tarockpartner Vizekanzler Reinhold Mitterlehner bekam (siehe „Lockmittel Intim-Waxing„). Interessant sind von Ramin M. angemeldete Internetseiten; zwei davon sind völlig inaktiv, zwei werden als Server verwendet, eine gehört zu Wagners Nails to Go-Studio..............

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Kommentare:

1. Juni 2019
Daher weht der Wind wohl eher
https://www.sott.net/article/413955-NATO...Government

Man darf sich doch nicht gegen all diese Morgenthau, Kaufman, Nizer, Hooton etc (weit ins 19. Jhdt zurückgehende) Pläne wehren…

1. Juni 2019 

Da waren Sie jetzt einige Sekunden schneller. Chapeau! Damit meine Recherche nicht umsonst war:
Da schreiben Zwei über Motive des „NATO-Deep-State“ an diesem Putsch.
Ein britischer Geheimdienstler (dieser soll den Ösi-Oberst enttarnt haben) in
https://www.buzzfeednews.com/article/mit...olonel-spy
„Österreich war für alle ein Problem“.
Interessantes wissen die beiden auch über Frau Kneissl zu berichten:
In der UN-Generalversammlung sprach diese in bestem Arabisch: der Syrienkrieg ist einer über Pipelines (wow!), dann fragte sie bei „Skripal“ auch noch nach Beweisen, dann wollte sie auch Guaido nicht legitimieren, dann tanzte sie mit Putin …… ist ja fast wie „Bankenmafia“
https://www.sott.net/article/413955-NATO...Government

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1. Juni 2019 um 18:06

da hat der ORF und Wrabetz aber Glück gehabt, dass das IBIZA-Video rechtzeitig veröffentlicht wurde….
https://www.oe24.at/oesterreich/politik/.../382715570

1. Juni 2019 um 19:06
es gibt sehr viele für einige ungeheuer praktische zufälle

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[Bild: D764Fh4WsAEIhn3.jpg]

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Ceiberweiber:

Coup Teil 17: Wer profitiert vom Coup?
Wer langfristig dadurch gewinnt, dass die österreichische Regierung gestürzt wurde, lässt sich noch nicht abschätzen. Mit Sicherheit geht es auch um Geopolitik, möglicherweise soll Masseneinwanderung a la Balkanroute ja wiederholt werden: auf jeden Fall spielen Beziehungen zu Russland eine Rolle (man sollte auch die U-Ausschüsse zum BVT und zu den Eurofightern nicht vergessen). Der Misstrauensantrag gegen Sebastian Kurz und die Regierung zahlte sich Umfragen zufolge nicht aus für SPÖ und FPÖ, da beide Parteien verlieren. Hingegen gewinnt die ÖVP und kommt auf rund 38%, was bedeutet, dass sie heute auch mit einer der kleineren Parteien oder beiden koalieren könnte (den NEOS und nach Wiedereinzug ins Parlament den Grünen)..............

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