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Framing-Manual der ARD
#1
Wir haben es Das Framing-Manual der ARD ? Das komplette 89 Seiten PDF-Dokument
Tipp: Downloaden !

> https://cdn.netzpolitik.org/wp-upload/20...en_ard.pdf
Antworten
#2
Moralisches Framing

Ich habe gerade mal einen ersten Blick in das unsägliche Framing-Handbuch der ARD geworfen.

Einfach mal so eine Seite rausgepickt. Und was finde ich da?
Zitat:Wenn Sie Ihren Mitbürgern die Aufgaben und Ziele der ARD begreifbar machen und sie gegen die orchestrierten Angriffe von Gegnern verteidigen wollen, dann sollte Ihre Kommunikation nicht in Form reiner Faktenargumente daher­kommen, sondern immer auf moralische Frames aufgebaut sein, die jenen Fakten, die Sie als wichtig erachten, Dringlichkeit verleihen und sie aus Ihrer Sicht – nicht jener der Gegner – interpretieren.

Nicht auf Fakten machen, sondern mit Moral-Rabulistik daherkommen.
Was für ein ekliger Haufen Müll.
Schwer vorstellbar, dass die das nur in der Gebührendiskussion und nicht auch in allen anderen Bereichen so machen.

> http://www.danisch.de/blog/2019/02/17/mo...s-framing/
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#3
netzpolitik.org dazu:

Öffentlichkeit
Wir veröffentlichen das Framing-Gutachten der ARD
Die ARD hat ein Gutachten in Auftrag gegeben, um die eigene Kommunikation zu verbessern. Das Gutachten wurde bisher nicht veröffentlicht, ist aber bereits Teil einer öffentlichen Debatte. Wir veröffentlichen das Gutachten, damit sich alle Beitragszahlende aus der Originalquelle informieren können und an der Debatte informierter teilhaben können.
Die ARD hat bei der Sprach- und Kognitionswissenschaftlerin Elisabeth Wehling ein Gutachten in Auftrag gegeben um sich beraten zu lassen, wie man die Vorzüge des Öffentlich-Rechtlichen Rundfunks durch Erkenntnisse der Framing-Theorie kommunizieren kann. Das Gutachten dient laut ARD als „Denkanstoß und Diskussionsgrundlage“ für interne Zwecke. (Update: Es gibt nun eine weitere Stellungnahme der ARD dazu.)
Allerdings wurde es schnell Bestandteil einer öffentlichen Debatte, weil das Gutachten mittlerweile außerhalb der ARD zirkuliert. Und gerade rechte Webseiten machen mit dem ausgewählten Zitieren aus dem Text massiv Stimmung gegen den Öffentlich-Rechtlichen Rundfunk und tun dabei so, als wäre diese Diskussionsgrundlage bereits beschlossene Sache einer Kommunikationsstrategie mit dem Ziel, die öffentliche Wahrnehmung zu „manipulieren“. Im Interview mit meedia.de argumentiert die ARD-Generalsekretärin Susanne Pfab, dass dies keine „Mitarbeiteranweisung“ sei, sondern eine Diskussionsgrundlage zur Sensibiliserung bei der Verwendung von Sprache und Sprachbildern. In dem Interview distanziert sie sich auch persönlich von einzelnen in dem Gutachten vorgeschlagenen Sprachbildern wie „Profitzensur“.
Zensurheberrecht nährt Manipulationsängste
Die ARD-Pressestelle argumentiert eine Nicht-Veröffentlichtung damit, dass man es „aus urheberrechtlichen Gründen“ nicht veröffentlichen könne. Man kann von der ARD und dem Öffentlich-Rechtlichen System halten was man will. Aber gerade mit diese Vorgehensweise und dem Anschein von Intransparenz erweist die Anstalt der Debatte um die Zukunft des öffentlichen Rechtlichen Rundfunks einen Bärendienst, denn sie spielt damit den rechten Narrativen in die Hände, dass man es geheim halten wolle und etwas zu verbergen hätte.
Für eine öffentliche Debatte ist es aber wichtig, dass sich alle Interessierten aus der Diskussionsgrundlage informieren können. Das Gutachten wurde aus öffentlichen Geldern finanziert und sollte selbstverständlich auch nach dem Grundsatz „Öffentliches Geld, öffentliches Gut“ („Public money, public good“) allen Beitragszahlerinnen und -zahlern verfügbar sein. Damit sich mehr Menschen aus der Originalquelle informieren und an der Diskussion teilnehmen können.
Man kann nicht nicht framen
Wir veröffentlichen deshalb das Gutachten in einer PDF-Version. Von der Verfasserin des Gutachtens, Elisabeth Wehling, ist im vergangen Jahr das Buch „Politisches Framing – Wie eine Nation sich ihr Denken einredet – und daraus Politik macht“ im Ullstein Buchverlag erschienen. Vor zwei Jahren sprach sie auf der re:publica über „Die Macht der Sprachbilder – Politisches Framing und neurokognitive Kampagnenführung“.
Gerade wenn man sich aus der Originalquelle informieren kann, sieht man, dass die Dämonisierung nicht gerechtfertigt ist. Denn wenn es eine Einsicht des Kommunikationswissenschaftlers Paul Watzlawick gibt, die sich quasi universeller Bekanntheit erfreut, dann dass wir nicht nicht kommunizieren können. Diese Binsenweisheit gilt sinngemäß nicht nur für Kommunikation an sich, sondern auch für (Teil-)Aspekte verschiedener Arten von Kommunikation wie eben Framing. So ist zum Beispiel mit jeder Wortwahl in einem Text immer auch ein bestimmtes Framing verbunden, das beim Lesenden bestimmte Assoziationen oder Gefühle auslösen kann. Egal ob „Staatsfunk“, „öffentlich-rechtlicher Sender“ oder „gemeinsamer, freier Rundfunk ARD“ wie im im Gutachten von Elisabeth Wehling, jeder Begriff löst andere Assoziationen aus, steht für ein anderes Framing.
Wenn es aber keine Kommunikation ohne Framing gibt, kann es durchaus sinnvoll sein, dominante Frames in der eigenen Kommunikation zu reflektieren. Sich dabei professionelle Unterstützung zu holen, ist ebenfalls nicht abwegig. Fragwürdig ist hingegen schon eher, wie sehr die ARD die Interpretation – das Framing – dieses Reflexionsprozesses anderen überlässt, indem sie entsprechende Dokumente zurückhält. Genau das stützt nämlich das Framing des Gutachtens als „Manipulation“, was rechte Gegner öffentlich-rechtlicher Medien genüsslich befeuern.

> https://netzpolitik.org/2019/wir-veroeff...n-der-ard/
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#4
Elisabeth Wehling:

Elisabeth Wehling (* 30. April 1981 in Hamburg) ist eine deutsche Sprach- und Kognitionswissenschaftlerin. Sie lehrte und forschte am International Computer Science Institute der University of California, Berkeley.

Leben
Aufgewachsen in Hamburg studierte Wehling dort Soziologie, Journalismus und Linguistik. Inhaltliche Schwerpunkte waren Untersuchungen zur Propaganda der deutschen Nationalsozialisten, sowie dem Einfluss von Geld und Macht auf die Medienberichterstattung. Sie belegte Kurse in Humanistischer Psychologie am Institut von Friedemann Schulz von Thun. Im Auslandssemester war Wehling an der Universität La Sapienza in Rom und wurde Gastwissenschaftlerin in Berkeley. Dort promovierte sie in Linguistik.[5]
Politisches Framing
Wehling publiziert seit 2008 zum Framing im politischen Kontext und darüber, wie durch das Setzen von sprachlichen Deutungsrahmen eine Debatte in eine bestimmte Richtung gelenkt werden kann. Insbesondere konservative Thinktanks wie die Heritage Foundation investieren Millionenbeträge für die Entwicklung von Frames.[6] Bei Wahlen würden die meisten Menschen aufgrund ihres „moralischen Bauchgefühls“ ihre Entscheidung treffen; was damit zusammenhänge, dass nur 2 Prozent des Denkens bewusst erfolgten.[7]
Ihr 2016 erschienenes Buch Politisches Framing erhielt medial eine umfangreiche Resonanz.[8]
Im ersten Teil stellt Wehling die Grundlagen der Theorie dar, die experimentell überprüft wurden. Im zweiten Teil analysiert sie aktuelle Frames der politischen Debatte, die durch Begriffe wie Flüchtlingsstrom, Mindestlohn, Klimawandel oder Steueroase aktiviert werden.
Eine Rezension des Portals für Politikwissenschaft befindet, dass Wehling wenige „alternative Semantiken“ zu den problematischen Begriffen anbiete. Es wird darin auch behauptet, dass die Untersuchung des Einflusses „der Semantik im Vergleich zu anderen Faktoren – etwa Inhalt oder Person – auf die politischen Entscheidungen der Bürger“ zu kurz komme.[9]

Wikipedia

Biographie:

Born 1981 in Hamburg, Germany, where I grew up with my parents, grandmother and two siblings as the middle child. 
Undergraduate and graduate studies in Sociology, Journalism, and Linguistics at the Hamburg University, with an emphasis on transparent journalism and healthy democratic discourse. Main study focus at the time: Third Reich propaganda and the impact of money and politics on media reporting. Other research foci: sociology of youth prison systems, sexism in temporary movie culture, and racism.

B.A. in Linguistics and Media Culture from Hamburg University. Further training degree in Communication Psychology and Mediation from the Schulz v. Thun Institute at the University of Hamburg.
Visiting scholar at "La Sapienza" University in Rome, conducting research on Italian public discourse under then-prime minister Silvio Berlusconi. Visiting scholar at the University of California, Berkeley, doing research on US-American public discourse under the Bush administration after 9/11.

Graduate studies and doctoral research at the Linguistics Department at the University of California, Berkeley. Research in Cognitive Linguistics, using conceptual discourse analyses and behavioral methods. Main focus: morality at the basis of political judgment and attitude formation, systemic causal reasoning as a determiner of global warming and social inequality beliefs, frame-semantics & framing effects, conceptual metaphor, and pragmatic functions of gesture. Graduate and undergraduate level teaching at the University of California, Berkeley at the Department of Linguistics and Department of Cognitive Science. Co-organizer of the 2013 Berkeley International Gesture Pragmatics Conference and 35th Berkeley Linguistics Society Conference, Head of Cognitive Linguistics Reviewing Committee for the Berkeley Linguistics Society Conference 2010-13.

M.A. and Ph.D. from the Linguistics Department at the University of California, Berkeley. Research at the International Computer Science Institute, Berkeley (2013-2015) and the University of California, Berkeley (since 2013), focusing on innovative theory work on embodiment, metaphor, and moral cognition, and conducting theory-driven conceptual discourse analyses, behavioral studies (survey studies & experiments), and brain imaging studies (fMRI) in collaboration with other scholars.

Stipends: University of California, Berkeley Block Grant Fellowship, Graduate Division Summer Grant, Dean Normative Time Fellowship, and Departmental Research Grant, and German Academic Exchange Service (DAAD) Visiting Scholar and Postdoctoral Research Fellowships, amongst others. Guest lecturing at the University of California, Merced, San Francisco State University, University of Milan, Copenhagen University, University of Innsbruck, and RWTH Aachen University, amongst others.

Primary research collaborations: Brain and Creativity Institute, University of Southern California; Rotman School of Management, University of Toronto; Interactive Cognition Lab, University of California, Merced; International Computer Science Institute, Berkeley (MetaNet Project, by IARPA, US Department of Defense).

Scientific research and publishing in German, Italian, and English. Co-Founder and Co-Editor of the international scientific journal Moral Cognition and Communication. Corresponding Scientific Board Member at the European Forum Alpbach and Senior Fellow at the Institute for Media and Communication Policy, Berlin. Public political commentary in Huffington Post, Spiegel Online, Kronen Zeitung, Konkret, The European, and Carta, amongst others. Jury member at the German Journalistic Reporting Awards.   

> http://www.elisabethwehling.com/about
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#5
"Moralisches Framing"
Ein Haufen Müll. Nach Umsetzung in Text wurden 2207 Änderungen sichtbar.
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#6
Vorträge und Interviews von und mit Elisabeth Wehling:
Die Macht der Sprachbilder – Politisches Framing und neurokognitive Kampagnenführung (republica Vortrag)
https://re-publica.com/en/session/mac...



 
MTM18: Elisabeth Wehling, Kognitionsforscherin: Ideologien über Worte transportieren 



 
re:publica 2017: Die Vernunft der klassischen Aufklärung ist passé - Elisabeth Wehling 



 
re:publica 2018 – Rechtsruck in Deutschland - Linksabbiegen (un)möglich? 



 
Campaigning & Strategy im Gespräch mit Elisabeth Wehling 


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#7
Die ARD - Frames und Pfründe





(+ reichlich Kommentare)
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#8
stefanolix‏ @stefanolix
Das #FramingManual ist so gefährlich, weil es nicht für irgendeine beliebige Interessengruppe geschrieben wurde. Weil die manipulativen Aussagen mit der vollen Medienreichweite der ARD verbreitet werden können. Es hätte nie in Auftrag gegeben und nie geschrieben werden dürfen.

Christian Bell‏ @Kottem1 1 Std.vor 1 Stunde
Antwort an @stefanolix
Genau die Dinge, die Frau @E_Wehling gerne anderen vorwirft, ist sie zugerne bereit im Sinne ihrer eigenen Überzeugung einzusetzen. Sie kann gerne bei der Analyse helfen, aber bei der Anwendung? In einer Demokratie und beim ÖRR unangebracht.
Antworten
#9
#FramingManual - Keine weiteren Fragen.

[Bild: Dzq-8tjWkAAU2ob.jpg]

Huh
Antworten
#10
(18.02.2019, 11:17)Stafford schrieb: #FramingManual - Keine weiteren Fragen.

[Bild: Dzq-8tjWkAAU2ob.jpg]

Huh

Würde es das Wort "Volksschädling" nicht besser auf den Punkt bringen?
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