Themabewertung:
  • 0 Bewertung(en) - 0 im Durchschnitt
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
Chaos in der EU
#1
Das russische Fernsehen über das Chaos in der EU: So eine Analyse gab es noch nirgends zu lesen

Das russische Fernsehen hat in der Sendung „Nachrichten der Woche“ in drei Berichten über das Chaos in der EU berichtet. Eigentlich sind es drei einzelne Berichte, aber sie bauen aufeinander auf und am Ende schließt sich da ein Kreis, daher habe ich nach langen Nachdenken beschlossen, sie alle in einem Artikel zusammenzufassen, auch wenn der recht lang geworden ist. Aber den Zustand der EU heute zeigen sie nur gemeinsam auf, wenn man sie einzeln veröffentlicht geht der Zusammenhang verloren. Das russische Fernsehen hat nämlich aufgezeigt, wie die verschiedenen Streits in der EU um Migranten, Nord Stream, Gelbwesten, Venezuela und Infrastrukturprojekte zwischen Italien und Frankreich, Frankreich und Deutschland und andere zusammen hängen. So wurde es ein recht langer Artikel, aber er ist es wert, komplett gelesen zu werden. Ich habe also die drei Beiträge des russischen Fernsehens übersetzt.
Beginn der Übersetzung:
Erster Beitrag: „Verhältnis zu Italien: Frankreich hat Mittel und Wege, sich zu rächen
Frankreich zog seinen Botschafter aus Italien ab. Das hat es seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr gegeben, als Frankreich und Italien Feinde waren und auf verschiedenen Seiten der Front kämpften. Nach dem Krieg, bereits in den 1950er Jahren, versöhnten sich die Länder endgültig und gründeten auf Basis eines gemeinsamen romantischen Traumes die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft, den Vorläufer der Europäischen Union.
Das letzte Drittel des 20. Jahrhunderts waren wahrscheinlich die fettesten Jahre für Europa. Die Mittelschicht blühte, die Wirtschaft wuchs, die Aussicht auf eine gemeinsame Währung verbreitete Optimismus, die Außengrenze der Europäischen Union war sicher und im Rahmen des Schengener Abkommens erfreute man sich an der Abschaffung von Grenzen und der Schaffung eines gemeinsamen Arbeitsmarktes. Es schien allen, dass es nur immer besser werden würde.
Und jetzt das. Den Botschafter zurückrufen? Der nächste Schritt wäre der Abbruch der diplomatischen Beziehungen. Das klingt zwar unglaublich, aber wenn jemand vor zehn Jahren gesagt hätte, Frankreich würde den Botschafter aus Rom abziehen, wer hätte das damals geglaubt? Und nun ist es passiert. Die Italiener haben den Franzosen alles unter die Nase gerieben, auch ihre koloniale Vergangenheit. Schließlich ist nach Meinung der Italiener Frankreich schuld an der Migrationskrise in Italien. Schon in einer relativ fernen Vergangenheit, weil die Franzosen in ihren ehemaligen Kolonien keinen normalen Lebensstandard garantieren konnten, und jetzt wieder, weil sie nicht bereit ist, mit Italien die Last der Migrationswelle aus Afrika zu teilen.
Die Sicherheitsleute in der französischen Botschaft in Rom sind zuverlässig und werden durch militärische Panzerwagen verstärkt. Den dritten Tag schützen sie das Objekt vor Journalisten, denn es ist kein Botschafter vor Ort. Er ist in Paris. Zu Beratungen.
Seit dem Zweiten Weltkrieg gab es das nicht mehr, dass der Palazzo Farnese ohne Hausherrn war. Das letzte Mal rief Paris 1940 seinen Botschafter zurück, als Italien in den Krieg gegen Frankreich eintrat. Heute, so scheint es, ist alles wieder sehr ernst.
„Sie sind uns in den Rücken gefallen“, so kommentierte der französische Botschafter damals die Kriegserklärung, als er vor dem Chef des italienischen Außenministeriums, dem Schwiegersohn Mussolinis, stand.
Im 21. Jahrhundert sind Kriege anders. Es sind Informationskriege. Und sie beginnen nicht mit einem Schuss, sondern mit einer Zeile auf Twitter „Über den Wind of Change“. Als Reaktion gibt es diplomatische Noten über den Verrat gemeinsamer Werte.
Dabei sieht man auf dem Foto nicht einmal das, was Macron seit drei Monaten so ärgert, eine gelbe Weste. Aber es ist ihr Fehlen auf dem Foto, was den Verrat beweist. Es stellte sich heraus, dass die italienische „Fünf-Sterne-Bewegung“ und die französischen „Gelbwesten“ sich nicht zufällig getroffen haben und auf dem Champs Elysees spazieren gingen. Es war ein Geschäftstreffen, bei dem die Seiten Pläne und Absichten diskutierten, um in das Europäische Parlament einzuziehen.
Norditalien: In den ehemaligen französischen Territorien hängen französische Flaggen auf den Balkonen. Der Süden des Landes erstickt in Sarkasmus: Die sensiblen Franzosen zu ärgern, ist hier der liebste Nationalsport.
Das Treffen mit den „Gelbwesten“ war der letzte Tropfen in einer langen Reihe von Konflikten. Nach dem Wechsel der Präsidenten und Regierungen in den Ländern knackte es sofort zwischen Italien und Frankreich. 2017 legte der neu gewählte Präsident der Macron sein Veto gegen den Verkauf der Werften von Saint-Nazaire an die italienische Finmeccanica ein.
Hinter den Werften „segelten“ andere Probleme. Im vergangenen Sommer ließ Italien die humanitäre „Aquarius“ nicht in ihre Häfen und schlug vor, dass Frankreich die 620 Migranten aufnehmen sollte. Frankreich, das an seinen Grenzen Flüchtlinge, ohne jemanden zu fragen, zu Zehntausenden zurückweist, begann plötzlich, von Unmoral und Zynismus zu sprechen. Primierminister Conte hat seinen Besuch in Paris fast abgesagt und eine Entschuldigung verlangt.
Dieses heiße Thema brach in diesem Januar wieder hervor, als der Vize-Ministerpräsident von Italien, de Maio, in seinem Blog zunächst die „Gelbewesten“ aufforderte, nicht aufzugeben, und dann im Radio vorschlug, Sanktionen gegen Länder einzuführen, die nicht aus Afrika abziehen, sondern es stattdessen weiterhin kolonisieren.
Aber es gibt noch mehr Probleme als die Migranten: Die italienische Regierung versuchte trotz drohender Sanktionen, einen Staatshaushalt mit einem beispiellosen Defizit zu beschließen. Und wieder mit der gleichen Begründung: Warum darf Frankreich das, und wir nicht?.....

weiter > https://www.anti-spiegel.ru/2019/das-rus...s-gelesen/

Antworten


Gehe zu:


Benutzer, die gerade dieses Thema anschauen: 1 Gast/Gäste