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Der tiefe Staat des George H. W. Bush
#1
Der tiefe Staat des George H. W. Bush

Markus Kompa
Reagans Vizepräsident betrieb einen Schattengeheimdienst
Einen Monat nach dem Tod des 41. Präsidenten der USA wartet der legendäre Investigativjournalist Seymour Hersh mit brisanten Enthüllungen über George Herbert Walker Bush auf. Hersh, der 1970 mit dem Pulitzerpreis bedacht wurde, war einst in der Watergate-Affäre maßgeblich an der Demontage von Richard Nixon beteiligt und macht seither US-Präsidenten das Leben schwer.
Wie Hersh nunmehr von überwiegend nicht genannten Quellen zugetragen wurde, installierte Bush als Vizepräsident pragmatisch einen Schattengeheimdienst, der diskret nasse Sachen wie politischen Mord erledigte. Mit seinem verborgenen Netzwerk hinterging Bush seinen Präsidenten, die CIA und das Pentagon - sowie jegliche Kontrolle.
Schattengeheimdienste
Schattengeheimdienste haben in den USA eine gewisse Tradition. Bereits der allererste US-Geheimdienst Secret Service, der im 19. Jahrhundert offiziell nur dem Schutz der Währung diente, hatte die geheime Primärfunktion, Komplotte gegen den Präsidenten aufzudecken. Das "Secret Team" der CIA, das in den 1960er Jahren unter der Leitung von William King Harvey schmutzige Operationen wie politischen Mord und Staatsstreiche ausführte, war innerhalb der CIA keine offiziell verfasste Organisation, sondern agierte wie ein Geheimbund.
Geheimdienst-Direktor Allen Dulles kontrollierte die von ihm aufgebaute CIA auch nach seiner Entlassung von seinem Privathaus aus heimlich weiter. Dulles' Vertrauter James Jesus Angleton betrieb sogar "eine CIA innerhalb der CIA", um diese zu kontrollieren. Auch Richard Nixon, der den "Clowns aus Langley" misstraute, rekrutierte Ex-CIA-Leute für seinen inoffiziellen Privatgeheimdienst, die "Klempner", die etwa für ihn das Watergate-Hotel verwanzen sollten. Einer seiner Klempner plante sogar die Vergiftung des lästigen US-Journalisten Jack Anderson.
Unweises Haus
Als 1981 Präsident Ronald Reagan ins Weiße Haus einzog, erwies sich der greise Schauspieler bei Geheimdienstthemen als überfordert und desinteressiert. Beim ersten Briefing des Nationalen Sicherheitsrates beschränkte sich sein Beitrag auf die Bewirtung der Teilnehmer, anschließend wurde er dort nicht mehr gesehen. Sicherheitsberater unterhielt der Präsident mit rassistischen Witzen. Wenn Reagan einmal eine Rede nicht vom Blatt ablas, erwies sich der mächtigste Mann der Welt leicht als inkompetent. So meinte Reagan etwa 1984, dass nur die landgestützten Raketen nuklear bewaffnet seien, nicht aber die der Flugzeuge und U-Boote.
Im Gegensatz zum populären Präsidentendarsteller überblickte Bush, der als CIA-Chef, Diplomat und Vorsitzender der einflussreichsten Denkfabrik Council on Foreign Relations Erfahrung gesammelt hatte, durchaus das große Spiel. Bush hielt wenig vom neuen CIA-Direktor William Casey (1913-1987), den Reagan mit diesem Posten für dessen Wahlkampfkampagne belohnte. Geschäftsmann Casey hatte zwar im chaotischen Weltkriegsgeheimdienst OSS gedient, ansonsten aber keine Ahnung von der Geheimdienstwelt.....

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