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Die Wähler vergessen
#1
Warum Gelbwesten und Bürgerbewegungen SPD und Linke ersetzen

Heute sind SPD und Linke ein Abklatsch der Grünen, Partei der gut verdienenden Ökobourgeoisie. Das nimmt ihnen ihre einstige Klientel - Malocher, Arbeiter und Mittelschicht - übel und verlässt sie. Warum neue Protestbewegungen die alte Linke ersetzen. 

Im 20. Jahrhundert waren in Deutschland die Zielgruppen der Sozialdemokraten und der linken Parteien die Arbeiter und die untere Mittelschicht. Um sie haben sich Partei und Gewerkschaft gekümmert, sie galt es zu fördern. In den 20er Jahren entstanden Arbeitervereine, die Arbeiterwohlfahrt, der Arbeitersamariterbund. Hier organisierten sich die Malocher, bildeten sich, gewannen Selbstbewusstsein. Dies war eine Fahrkarte für den sozialen Aufstieg. Und heute: Geblieben ist der Name der Organisationen – um Arbeiter geht es längst nicht mehr.

Die wahrscheinlich wirkungsmächtigste Kampagne der Sozialdemokratie in der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts war die Bildungsoffensive in den 60er Jahren: Damals hieß das Motto „Aufstieg durch Bildung“ Diese Kampagne schaffte es, dass plötzlich auch in der Unterschicht Bildung zur Mode wurde. Dies brachte verstärkt Kinder aus kleinen, nicht-akademischen Verhältnissen an die Universitäten. Das Motto war: Anstrengen lohnt sich! Und es hat sich gelohnt.

Die Linksliberalen im 21. Jahrhundert
Im 21. Jahrhundert änderte sich die Zielgruppe der „Linksliberalen“ entscheidend. Sie verabschiedeten sich vom einfachen Volk. Während früher linke Studenten Kontakt zu Arbeitern suchten, Arbeiter und Unterschicht Thema politischer Diskussionen waren, sieht die heute herrschende „linke“ Ökobourgeoise diese Schichten mit Grausen. Sie essen das Falsche, sehen RTL statt das politisch oberkorrekte Arte, hören die falsche Musik (Volksmusik oder gar Gangster-Rap), haben für Gender Mainstream nichts übrig und lehnen weitgehend die Politik der illegalen Einwanderung über den Missbrauch des Asylrechts ab, eine Herzenssache der internationalistischen „Elite”.
Im vom Bürger zwangsfinanzierten Fernsehen darf sich dieser dann Dokus über Rollenbilder: No more Boys and Girls oder über Deutschlands erste schwule Rugby Mannschaft ansehen. Kein Wunder, dass die Zuschauer zu Netflix oder Amazon Prime fliehen, wo sie von den Belehrungsfilmen des politisch korrekten Establishments verschont sind.
(....)
Deutschland wird zum Einwanderungsland erklärt
Dadurch, dass Deutschland nun offiziell zum Einwanderungsland mit Einwanderungsgesetz erklärt wurde, wird die Stimmung der Mittelschicht nicht besser.
Wie lebensfern dabei die Argumentation der Medien ist, mag ein Beispiel des Deutschlandfunks veranschaulichten. Der Moderator schwärmte von Altenpflegern aus Afrika, die ja nun zahlreich kommen könnten. Offensichtlich ist dem politmedialen Komplex gar nicht klar, dass es in der Kultur der Dritten Welt in Ermanglung eines Sozialstaats weder Altenpfleger noch andere Sozialberufe gibt. Diese Aufgabe wird von der Familie erledigt. So blubbert die Blase des Öko-Establishments und bestätigt sich in ihrer abgehobenen Sichtweise in allen öffentlichen Medien selbst.
Die Gelbwesten in Frankreich
Nun wird der Unterschicht bewusst, dass die Zeit vorbei ist, in der ein Vollzeitjob einen vor Armut schützen konnte. Dass die Franzosen auf dem Lande von ihrem Präsidenten aufgefordert werden, aus ökologischen Gründen ihr Auto abzuschaffen, hat die Leute mehr als verärgert. Sie spüren, dass sich die Politik an der globalen Wirtschaft und an der urbanen Ökobourgeoisie ausrichtetet.
In Frankreich wie in Deutschland merken die Landbewohner, wie Postämter, Schulen und Ämter dichtmachen – und die Leute auf dem Lande viele Kilometer fahren müssen, um zum Arzt zu kommen. Obendrein werden sie in Deutschland von der selbsternannten „Öko-Elite“ um ihre dringend notwendigen Diesel gebracht. Dazu werden sie, wenn es gut geht, als Zurückgebliebene vom Land belächelt. Meist schlägt ihnen aber unverhohlene Arroganz und die Ablehnung der herrschenden „Eliten“ entgegen.
Gleichzeitig wird den unteren Schichten bewusst, wie sie von der herrschenden „linksliberalen“ Ökobourgeoisie kulturell kolonialisiert werden. In Form einer unaufhörlichen medialen Gehirnwäsche werden ihnen deren „Werte” als alleingeltend aufoktroyiert.
Gelbwesten aller Länder …
Die Gelbwesten sind die gleiche gesellschaftliche Schicht, die in den USA Trump an die Regierung brachte, und die in Großbritannien die Mehrheit für den Brexit herstellte. Auch in anderen Ländern lässt sich dieser Aufbruch beobachten und hat auch hier – zum Beispiel in Italien – neue Regierungsmehrheiten hergestellt. In Osteuropa herrschen diese Verhältnisse schon lange.
Es ist ein völlig neues Phänomen, dass in vielen europäischen Ländern Protestbewegungen außerhalb des klassischen Links-Rechts-Schemas entstehen und einen solchen Zulauf haben.
Mehr Demokratie, Forderungen nach Volksentscheiden und mehr Volksbeteiligung an der Politik stehen plötzlich im öffentlichen Raum. Das macht dem politmedialen Komplex Angst, weil es seine Deutungshoheit in Frage stellt.
Die Verschwörungstheorien des „linken“ Establishments
Durch den Erfolg der Protestbewegungen in Europa verunsichert, werden in den herrschenden „linksliberalen“ Leit-Medien „linke“ Verschwörungstheorien ventiliert. Man meint, es zögen rechtspopulistische Rattenfänger durch die Lande und verführten geistig unterbelichtete Schichten, also Leute, die nicht mehr in der Lage sind, der Weisheit der politmedialen Kaste zu folgen.
Aber wie man am Beispiel der Gelbwesten sieht, wird umgekehrt wird ein Schuh draus. Nachdem eine entfremdete „Linke“ sich dazu entschlossen hat, primär die Interessen von Mode-Opfergruppen zu vertreten, vertritt sich die unterprivilegierte Schicht selbst oder sucht sich Gruppen und Parteien, von denen sie denkt, dass ihre Interessen dort gut aufgehoben seien. Dazu gehört, dass diese deren Sprache sprechen und keinen aufgesetzten Politkorrektsprech plappert.
Dazu kommt, dass Deutschland als einziges Land in Europa nach wie vor ein gespaltenes Land ist. Das Establishment Westdeutschlands mit den von ihnen beherrschten Leitmedien steckt tief in der Ideologie der political correctness und nennt sich „linksliberal“, während das Denken Ostdeutschlands näher am Denken Osteuropas ist.....

ganz hier > https://www.tichyseinblick.de/meinungen/...-ersetzen/

(lohnt sich!)

Kommentare:

Keineangstvorniemand
In Apolda auf dem Kreisverkehr Heidenberg am Donnerstag wieder Gelbwesten. Letztere Woche waren wir mehr, als MP Ramelow zeitgleich in der Stadthalle versammeln konnte. Ramelow fährt mit dem Traktor durch Thüringen und sucht seine Anhänger…

Caroline Hoelzl
Die Leute der Unterschicht werden neuerdings als „abgehängte“, als Opfer des eigenen Versagens bezeichnet. Die politischen Eliten lenken damit ab, dass sie selbst es waren, die die eigenen Wähler erst dazu gemacht haben. Mehr Verachtung und Hohn geht nicht.

Demokrat
Danke für diesen zutreffenden Artikel. – Meine Gelbe Weste liegt bereit!

Gisela Fimiani
Der herrschende despotistische Paternalismus der politmedialen Kaste, beraubt den Bürger nicht nur seiner Stimme, sondern auch seiner Würde, indem man ihn nicht mehr als Bürger wahrnimmt, sondern ihn zum Gattungswesen Mensch degradiert und entwertet.

walter werner
…an Gisela Fimiani, genau die Aussagen der „Gelbwesten “ die sie ihrem Macrönchen und
seinen Vasallen vorwerfen !

Angelico Oberlauf
Die Ökobourgeoisie hat noch gar nicht begriffen, dass sie sich selbst den Ast absägt, auf dem sie sitzt. Das Geld wird nicht von nichtsnutzigen Sprücheklopfern erwirtschaftet und auch die Toleranz gegenüber dem Islam ist wohl eher eine Einbahnstraße. Wir sind gerade dabei unser Land irreversibel zu zerstören und unser wohlstandsverwarlosten Schüler schwänzen weil sie sich um das Klima Sorgen machen. An deren Stelle würde ich mich um ganz andere Probleme sorgen. Die werden die ganze Schei… voll abkriegen, aber Hauptsache weltoffen. Ihr habt es so gewollt – kein Mitleid mit euch Einfaltspinseln.

Audix
Mir gehen immer die Nackenhaare hoch, wenn ich das Wort „linksliberal“ lese. Hier ist es freundlicherweise immer in Anführungszeichen gesetzt. Ich warte immer noch darauf, dass mir mal jemand erklärt, was an „links“ und „grün“ liberal sein soll. So ist Liberalismus zutreffend in Wikipedia definiert: „Leitziel des Liberalismus ist die Freiheit des Individuums vornehmlich gegenüber staatlicher Regierungsgewalt, er richtet sich gegen Staatsgläubigkeit, Kollektivismus, Willkür und den Missbrauch von Macht bzw. Herrschaft.“ Das ist doch wohl das genaue Gegenteil der Ziele Linker und Grüner, oder?
 
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#2
(22.01.2019, 20:19)Stafford schrieb: Warum Gelbwesten und Bürgerbewegungen SPD und Linke ersetzen

Heute sind SPD und Linke ein Abklatsch der Grünen, Partei der gut verdienenden Ökobourgeoisie. Das nimmt ihnen ihre einstige Klientel - Malocher, Arbeiter und Mittelschicht - übel und verlässt sie. Warum neue Protestbewegungen die alte Linke ersetzen. 

Im 20. Jahrhundert waren in Deutschland die Zielgruppen der Sozialdemokraten und der linken Parteien die Arbeiter und die untere Mittelschicht. Um sie haben sich Partei und Gewerkschaft gekümmert, sie galt es zu fördern. In den 20er Jahren entstanden Arbeitervereine, die Arbeiterwohlfahrt, der Arbeitersamariterbund. Hier organisierten sich die Malocher, bildeten sich, gewannen Selbstbewusstsein. Dies war eine Fahrkarte für den sozialen Aufstieg. Und heute: Geblieben ist der Name der Organisationen – um Arbeiter geht es längst nicht mehr.

Die wahrscheinlich wirkungsmächtigste Kampagne der Sozialdemokratie in der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts war die Bildungsoffensive in den 60er Jahren: Damals hieß das Motto „Aufstieg durch Bildung“ Diese Kampagne schaffte es, dass plötzlich auch in der Unterschicht Bildung zur Mode wurde. Dies brachte verstärkt Kinder aus kleinen, nicht-akademischen Verhältnissen an die Universitäten. Das Motto war: Anstrengen lohnt sich! Und es hat sich gelohnt.

Ich gestehe dem Autor  K.-J. Gadamer zu, dass die ganze Geschchte der Arbeitervereine, der Arbeiterbewegung und der Sozialdemokratie unmöglich in drei kurzen Absätzen dargestellt werden kann.

Sind denn die "Industrielle Revolution" und die Entstehung des "Kapitalismus" nicht die Ursache der Entstehung der Arbeiterbewegung und damit im 19. Jahrhundert zeitlich einzuordnen.

Ich möchte einige Punkte herausgreifen:

1.

Ferdinand Lasalle 1825 bis 1864 gilt lt. Wikipedia"als Hauptinitiator und Präsident der ersten sozialdemokratischen Parteiorganisation im deutschen Sprachraum, des 1863 gegründeten Allgemeinen Deutschen Arbeitervereins (ADAV)

Kampf um das Allgemeine Wahlrecht.

Iron Law Of Wages | SpringerLink https://link.springer.com/referenceworkentry/10.1007/978-1-349...
Abstract. The ‘iron (or brazen) law of wages’ is a term invented by Ferdinand Lassalle (1862) to describe the inexorable tendency of real wages under capitalism to adhere to a level just sufficient to afford the bare necessities of life.
Ehernes Lohngesetz – Wikipedia https://de.m.wikipedia.org/wiki/Ehernes_Lohngesetz
Das eherne Lohngesetz (engl. iron law of wages) ist eine Lohntheorie von Ferdinand Lassalle aus dem 19. Jahrhundert die besagt, dass der durchschnittliche Arbeitslohn sich mittelfristig stets auf das Existenzminimum einpendelt.

2.
Sozialistengesetz ist die Kurzbezeichnung für das Gesetz gegen die gemeingefährlichen Bestrebungen der Sozialdemokratie, das von 1878 bis 1890 galt und während dieser Zeit mehrfach verlängert wurde

3. SPD 1914 und 1918

4.
Die SPD als Volkspartei: 50 Jahre nach dem Godesberger ... https://www.stern.de/politik/deutschland/die-spd-als-volkspartei...

50 Jahre nach Verabschiedung des Godesberger Programms, das den Wandel der Nachkriegs-SPD von der sozialistischen Arbeiterpartei zur Volkspartei markierte.

5.
Sputnik-Schock - SPIEGEL ONLINE www.spiegel.de/einestages/sputnik-schock-a-947992.html

Sputnik-Schock Roter Mond über Amerika. Eine piepsende Blechkugel namens Sputnik versetzte 1957 die Supermacht Amerika in Panik. Als Reaktion auf den sowjetischen Simpel-Satelliten erfand sich ...


Sind viele SPD Politiker ein Abklatsch ihrer ursprünglichen Idee, würde ich formulieren, und mit den Ideen sich auseinanderzusetzen lohnt sich allemal und nicht das Kind mit dem Bad auszuschütten.
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