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Der Fall Jamal Kashoggi
Fall Khashoggi: UN-Expertin darf saudisches Konsulat in Istanbul nicht betreten

Der UN-Sonderberichterstatterin für außergerichtliche Hinrichtungen, Agnes Callamard, ist am Dienstag der Eintritt in das saudi-arabische Konsulat in Istanbul verweigert worden. Callamard befindet sich derzeit in der Türkei, um über den Khashoggi-Fall zu ermitteln.

Die Anfrage sei ziemlich spät eingereicht worden, „also müssen wir ihnen etwas mehr Zeit geben, um unsere Anfrage zu bearbeiten", erklärte Callamard.
„Wir fordern die Behörden respektvoll dazu auf, uns irgendwann Zugang zu verschaffen, solange wir hier sind."

Callamard hatte sich am Montag mit Außenminister Mevlüt Çavuşoğlu und Justizminister Abdulhamit Gül in Ankara getroffen. Am Dienstag kam sie dann mit dem Istanbuler Generalstaatsanwalt, Irfan Fidan, zusammen, um über die Ermittlungen im Fall des Mordes an Khashoggi zu sprechen.

Laut einer in der vergangenen Woche veröffentlichten Erklärung des Hohen Kommissars der UN für Menschenrechte wurde Callamard für eine internationale Untersuchung im Fall Khashoggi beauftragt. Dafür wird sie zwischen dem 28. Januar und 2. Februar in der Türkei ihre Arbeit beginnen. Callamard wird demnach die Beweise untersuchen, um verantwortliche Regierungen und Einzelpersonen zu ermitteln, die in den Mord verwickelt sind.
Callamard wird dann die Ergebnisse ihrer Ermittlungen und ihre Empfehlungen auf der Tagung des UN-Menschenrechtsrats im Juni vorlegen.

Der Kommunikationsdirektor des Präsidenten, Fahrettin Altun, nahm derweil den einwöchigen Türkei-Besuch von Callamard positiv auf und forderte eine rasche Aufklärung der Umstände bei der Ermordung des saudischen Journalisten.

„Wir begrüßen den Besuch von @AgnesCallamard in der Türkei im Zusammenhang mit dem Mord an dem saudischen Journalisten Jamal Khashoggi", schrieb Altun am Dienstag auf Twitter.
„Wir wissen immer noch nicht, wo sich Khashoggis Leiche befindet, wer den Mord in Auftrag gegeben hat und wer die ‚lokale Kollabolateure' waren."

Quelle: https://www.dailysabah.com/deutsch/polit...t-betreten

Das finde ich zumindest merkwürdig.
Wahrscheinlich wurde noch nie ein Mord – schenkt man den üppig sprudelnden türkischen Quellen Glauben – so detailliert mitgefilmt/mitgehört und dokumentiert.
Jeder Mord-Ermittler würde Applause spenden, wenn er solche ultimativen Beweise geliefert bekäme.
Doch bei diesem Fall klemmt es irgendwie.

Man hat alles, dennoch hat man wenig bis nichts, jedenfalls nichts juristisch Verwertbares.
Wie erklärt sich das?  Big Grin

mfG
nereus
Antworten
Wir basteln uns eine Verschwörungstheorie.

Das Contra-Magazin, daß hin und wieder recht gute Infos anbietet, versucht die Hintergründe des Khashoggi Mordes aufzuklären.
So recht gelingen will es allerdings nicht, obwohl es wiederum sehr nahe an möglichen Motiven dran ist.

Absage des Verkaufs von Aramco-Aktien – ein Motiv für Khashoggi-Mord?

Quelle: https://www.contra-magazin.com/2019/02/a...oggi-mord/

Das hat erst einmal etwas?
Der Teilverkauf der Aktien sollte mehrere hunderte Milliarden Dollares in die Kassen spülen und hätten die Pläne von MbS, Saudi-Arabien zu einem modernen Staat umzubauen, wahrscheinlich gemacht.
Wenn da jemand dazwischen funkt, kann das schon Rachegefühle aktivieren.

MBS, der bevorzugte Sohn des alternden Königs Salman, erhielt freie Hand bei wichtigen politischen Entscheidungen, einschließlich des Versuchs, die saudische Wirtschaft von ihrer nahezu vollständigen Abhängigkeit vom Öl zu modernisieren. Der Kronprinz erstellte einen Masterplan mit dem Namen „Vision 2030“, um Saudi-Arabien als High-Tech-Business-Hub für den Nahen Osten neu zu erfinden. Der Plan – weithin von den westlichen Nachrichtenmedien als „ehrgeiziger Neuanfang“ gefeiert – beinhaltete auch soziale Reformen, um Frauen mehr Rechte zu gewähren und mehr Freizeiteinrichtungen wie Kinos und Sportstätten zu erschließen. Die westlichen Lobpreisungen für den jungen König machten seinem Ego und seiner Eitelkeit zu schaffen.

Warum sich die Lobpreisungen negativ auf sein Ego ausgewirkt haben sollen, erschließt sich mir nur bedingt, aber sei es drum.
Die Thematik ist korrekt umschrieben.
Doch was hat das alles mit Jamal Khashoggi zu tun?

Während seines Exils in den USA war Khashoggi regelmäßig Kolumnist der Washington Post und ein prominenter Gastredner in verschiedenen einflussreichen Denkfabriken zu Angelegenheiten des Nahen Ostens. Ein Kardinalthema für den Dissidenten war Kritik an MBS, er hob schwerwiegende politische Fehler hervor. Khashoggi kritisierte Saudi-Arabiens Krieg im Jemen, die Blockade von Katar, seine destabilisierende Einmischung in die politischen Angelegenheiten des Libanon sowie die Entlarvung der dunklen Seite der autoritären Herrschaft von MBS, während der Razzien und der angeblichen Folter anderer Vertreter des Königshauses, behauptete er, es sei ein Vorgehen gegen die Korruption gewesen. Das „reformistische“ Image des jungen Königs wurde daher durch die Einblicke des Insider Khashoggi beeinträchtigt.

Und damit begann meiner Ansicht nach die nachrichtendienstliche Operation.
Aber nicht, wie sie sich das der Autor des Texts, Finian Cunningham, vorstellt, sondern so, wie man üblicherweise in den Machtzentren der Dekadenz hinterf.. Aktionen plant.
Man spinnt eine Intrige, in denen man zwar die Fäden zieht, aber selbst möglichst unsichtbar bleibt.

Ausländische Investoren verloren jedoch das Vertrauen in die Bewertung von Aramco bei zwei Billionen US-Dollar – es wurde als unrealistisch hoch eingeschätzt. Zweitens gab es wachsende Zweifel an MBS als verlässlichen Machthaber. Der viel gepriesene Börsengang des Unternehmens begann Ende 2017 bis Ende 2018 zu schwinden. Die Anleger wurden misstrauisch gegenüber dem, was als spektakulärstes Kapital aller Zeiten angekündigt wurde.
Als die Aussichten von Aramco schwanden, wurde berichtet, dass König Salman schließlich dem gesamten Konzept den Stecker ziehen wollte.
Al Jazeera berichtete: „Der König sprach – und ein 2 Billionen-Dollar-Traum wurde in Rauch aufgelöst.“ Die Financial Times kommentierte zu dieser Zeit: „Das Ablegen des saudi-arabischen Börsenganges von Aramco ist für den Kronprinz ein Schlag. Für den König war es vielleicht zu viel, als der Mann, der die Kronjuwelen verkaufte, unterzugehen.


Auch das ist nicht falsch, aber welchen Anteil hatte daran Khashoggi?
Und jetzt wird gebastelt.

Es ist nicht bekannt, dass Jamal Khashoggi zu dem vorgeschlagenen Aktienmarktplan von Aramco öffentlich Stellung genommen hat. Man kann jedoch davon ausgehen, dass seine kritischen Schriften über den „reformistischen“ Kronprinzen und dessen mangelnde Glaubwürdigkeit zumindest indirekt das gesamte Unternehmen ernsthaft beeinträchtigt haben.

Das kann man, man kann es aber auch sein lassen.
Mediales Kindergartengeschwätz interessiert Milliarden schwere Investoren nicht.
Wenn es Rendite verspricht, werden auch die schlimmsten Diktatoren supported.
Die Absage dürfte er mit dem Börsenumfeld an sich zusammenhängen, weil sich die Weltwirtschaft am Rande des Vulkans befindet und alle wie gebannt auf neue Rauchzeichen (Zinswende, Crash-Gefahr, politische Instabilitäten usw.) starren. Da möchte man gerne liquide sein, für den Fall der Fälle.

In der egoistischen Wut von MBS, wegen seines erdrückten Traums, trat Jamal Khashoggi wahrscheinlich als Fluch der Ambitionen des Kronprinzen auf. Innerhalb von fünf Wochen wurde das Schicksal des Journalisten durch einen Mordplan besiegelt, der die Zeichen von Wut und Rache trägt.

Ja, das könnte so gewesen, dürfte aber eher den feuchten Träumen des Autors entsprechen, als der Realität.

Mit dem kritischen Khashoggi hatte man endlich die Figur gefunden, die man benötigte, um den Kronprinzen auszuhebeln.
Denn was MbS dort vorhatte, entsetzte die, die vom bisherigen Stil des Königreichs profitiert hatten.
Die Feinde saßen und sitzen nicht nur in Riad, sondern auch in der nächsten oder auch etwas entfernten Nachbarschaft.
Man beachte die scheinheilige Empörung der korrupten US-Demokraten oder die Durchstechereien der Türken in diesem Fall.

Außerdem war die Vorgehensweise derart dilettantisch (Spuren einer Elefantenherde), daß man zwangsläufig eine Inszenierung vermuten darf.
Vermutlich wurden sogar die Saudis, die an dieser Operation teilnahmen, gelinkt und müssen jetzt auf ihre Hinrichtung warten. Die Türken haben bei dieser Aktion offenbar eine wichtige Rolle gespielt.
Erdogan hängt an diesem brisanten Faden und es wird spannend werden zu beobachten, ober er diesen Strick für sich nutzen kann oder ob er ihm nach und nach um den Hals gelegt wird.

Offenbar sieht das auch ein Leser dieses Artikels so, dessen Zeilen ich mich uneingeschränkt anschließe.

Arctos Horribilis 4. Februar 2019 at 18:49

Nochmal… wenn MBS Angst um seine „Vision“ hatte, weil man ihm in die Suppe gespuckt hat, warum sollte er dann einen Mordplan schmieden, der nicht nur direkt auf ihn selbst zurückführt, sondern auch seine sog. Träume endgültig zu den Akten legt? Das leuchtet einfach nicht ein. Die ganze Aktion stinkt geradezu nach einer False Flag, und es gibt wohl genügend Leute, die dem arroganten und implusiven MBS liebend gerne eins reinwürgen wollen.

So schaut’s aus.
Ich würde viel lieber wissen, wann Frau Cengiz auf den Plan trat und Herrn Khashoggi "zugeführt" wurde? Huh

mfG
nereus
Antworten
 Horror-Prinz wünschte Khashoggi „eine Kugel“

Sie haben nichts und vermutlich werden sie auch nie etwas finden.

Deutschlands Käseblatt Nr. 1 berichtet zum Fall des unauffindbaren saudischen Journalisten.

Schlechte Nachrichten für Saudi-Arabiens Horrorprinz Mohammed bin Salman (33).
Denn: In den USA sind Aufzeichnungen von einem Telefonat aufgetaucht, in denen der Thronfolger des mächtigen Königreichs schon ein Jahr vor dem grausamen Mord an dem Journalisten Jamal Khashoggi ankündigte. Demnach sagte der Horror-Prinz: Er würde „eine Kugel” einsetzen, um den Regimekritiker zum Schweigen zu bringen.
Das Gespräch war nach einem Bericht der „New York Times” vom US-Geheimdienst NSA mitgeschnitten worden. Der Geheimdienst hatte Telefonate und SMS von Mohammed bin Salman (abgekürzt MBS) jahrelang abgehört und gespeichert.

Nun wurde eine Auswertung dem Weißen Haus vorgelegt.
Die Aufnahmen gelten als der bisher detaillierteste Beweis, dass Kronprinz MBS ein Mordkommando beauftragt hatte, Khashoggi in der saudischen Botschaft in Istanbul bestialisch foltern, erwürgen und mit einer Knochensäge zerstückeln und verschwinden zu lassen.

Quelle: https://www.bild.de/politik/ausland/poli....bild.html

DAS sind also die Beweise!
So eine erbärmliche Stümperei bot ja nicht einmal der Fall Skripal und der war bzw. ist schon mehr als unterirdisch.
Wobei, Herr Skripal ist auch nie wieder aufgetaucht.
Sind beide tot oder vergnügen sie sich gerade irgendwo in ..?

Die Details laut der Zeitung:

Im September 2017 sprach MBS mit seinem Mitarbeiter Turki Aldakhil.

Damals waren Offizielle in Riad erstmals ernsthaft über die öffentliche Kritik Jamal Khashoggis an der Monarchie alarmiert. Der Saudi-Journalist hatte zunehmend an Einfluss gewonnen und begonnen, eine Kolumne in der „Washington Post” zu schreiben. Deshalb wurde im Palast darüber diskutiert, wie man ihn aus den USA zurück nach Riad locken könnte.


Da fängt der Nonsense schon einmal an.
Wenn der Journalist zum echten Problem geworden wäre, hätte man ein Killerkommando in die USA geschickt oder ein dort Ansässiges beauftragt, einen Autounfall, einen Fenstersturz aus dem Hotel oder eine allseits beliebte Herzattacke zu „veranstalten“ – ganz seriös, ganz unauffällig und geräuschlos.
Doch lauschen wir den Offenbarungen weiter.

Inhalt des Gesprächs: Für den Fall, dass der Regimekritiker seine Kolumne nicht einstelle und im Ausland bliebe, schlug der Prinz vor, ihn mit „einer Kugel” zu erledigen. US-Analysten schließen daraus: MBS wollte nicht unbedingt, dass der Kritiker erschossen wird. Vielmehr sei es eine Metapher gewesen, dass er alle Absichten hatten, Khashoggi notfalls ermorden zu lassen.

In den Tagen vor dem Telefonat mit Aldakhil beklagte sich MBS in einem anderen mitgeschnittenen Gespräch bei einem weiteren Mitarbeiter, Saud al-Kahtani: Khashoggi sei zu einflussreich geworden. Khashoggis Artikel und Tweets würden das Image von MBS als moderner Reformer beschädigen. Was die Kritik besonders gefährlich mache, sei die Tatsache, dass Khashoggi ursprünglich einer seiner Unterstützer war.

Doch al-Kahtani warnte: Ein Vorgehen gegen den in den USA lebenden Regimekritiker könnte internationale Proteste auslösen. MBS reagierte laut Bericht barsch: Saudi Arabien solle sich beim Umgang mit eigenen Bürgern nicht um die Reaktion des Auslandes kümmern.
Der Horror-Prinz gab dabei einen klaren Hinweis, dass er zum Äußersten bereit sei. Der Informant der „New York Times“, der den Mitschnitt gelesen hat: „Er sagte, dass er keine halbherzigen Maßnahmen mag – sie nie mochte und auch nicht an sie glaubt.“


Der Horror-Prinz – also quasi der uneheliche Enkel von Adolf Hitler.
Und da man die internationalen Proteste fürchtet, inszeniert man eine Hackfleisch-Story mit allen Abartigkeiten, die sich kranke Geister so ausdenken können.
Das ist unmittelbar einleuchtend, zumindest für Schreiberlinge mit nachrichtendienstlichem Hintergrund.

Reaktion aus Riad auf die Vorwürfe: ein umgehendes Dementi.

Turki Aldakhil, der Vertraute von Kronprinz MBS, erklärte: „Diese Vorwürfe sind kategorisch falsch. Sie sind die Fortsetzung mehrerer Bemühungen von verschiedenen Parteien, Seine Königliche Hoheit Prinz Mohammed bin Salman mit einem schrecklichen Verbrechen in Verbindung zu bringen. Diese Bemühungen werden sich als sinnlos herausstellen.”


Das klingt ein wenig wie die einstmaligen Verlautbarungen aus dem Zentralkomitee der SED, aber so ganz falsch wird es wohl nicht sein.

Nach Darstellung der Führung in Riad ordneten der inzwischen entlassene Vize-Geheimdienstchef Ahmed al-Assiri und der königliche Medienberater Saud al-Kahtani den Einsatz an. Kronprinz MBS sei nicht informiert gewesen, hieß es. Doch bleibt der Verdacht, dass er der eigentliche Verantwortliche ist.

Die Spuren der Auftraggeber führen mit 99 prozentiger Sicherheit über die Landesgrenzen hinaus, da verwette ich meinen nicht vorhandenen alten Hut!

Und was hat die Menschenrechtsexpertin der UNO Greta T .. äh, ich meine Agnès Callamard, zu sagen?

Genf - Saudi-Arabien hat die türkischen Ermittlungen im Fall des in Istanbul ermordeten Regierungskritikers Jamal Khashoggi nach Überzeugung einer UN-Menschenrechtsexpertin behindert.
Die saudischen Behörden hätten keine sorgfältige Untersuchung des Tatorts ermöglicht, berichtete Agnes Callamard, die dem UN-Menschenrechtsrat über außergerichtliche, standrechtliche und willkürliche Hinrichtungen berichtet.
Der im Exil in den USA lebende Journalist war im Oktober 2018 im Konsulat in Istanbul von einem aus Saudi-Arabien angereisten Spezialkommando ermordet worden. Er wollte dort Papiere für seine geplante Hochzeit abholen.

Die gesammelten Beweismittel zeigten, dass Khashoggi "das Opfer einer brutalen und vorsätzlichen Tötung" gewesen sei, geplant und ausgeführt von Vertretern Saudi-Arabiens, teilte Callamard in Genf mit. Callamard war vom 28. Januar bis 3. Februar in der Türkei, um den Fall Khashoggi zu untersuchen. Sie will dem Menschenrechtsrat im Juni einen ausführlichen Bericht vorlegen.


Quelle: https://www.stuttgarter-zeitung.de/inhal...50b58.html

Obwohl die Saudis die Untersuchung behinderten, kann die Dame schon viele Monate vor dem finalen Bericht im Juni so eine Aussage tätigen?

Nicht schlecht, Frau Specht!
Was hatte die Gute am 05.02. - also vor 3 Tagen - getwittert?

Wir wissen immer noch nicht, wo sich Khashoggis Leiche befindet, wer den Mord in Auftrag gegeben hat und wer die ‚lokale Kollabolateure' waren." 

Also von Null auf Hundert. 
Das ist ja fast wie bei der SPD und ihrem St. Martin.  Cool 
Damals war die Freude groß.  Big Grin

mfG
nereus
Antworten
Die saudische Regierung behauptet, nach wie vor nicht zu wissen, wo sich die Leiche des Journalisten Jamal Khashoggi befindet. Der mutmassliche Mörder sitzt in Haft.

Trotz der Inhaftierung der mutmasslichen Mörder des saudiarabischen Journalisten Jamal Khashoggi weiss die Regierung in Riad nach eigenen Angaben immer noch nicht, wo die Leiche des Regierungskritikers ist. Laut dem Aussen-Staatsminister dauern die Ermittlungen an.

In der am Sonntag ausgestrahlten Sendung «Face the Nation» des US-Senders CBS antwortete der saudiarabische Aussen-Staatsminister Adel al-Dschubeir auf die Frage, wo Khashoggi zerstückelter Leichnam sei: «Wir wissen es nicht.»
Auf Nachfrage, warum die inhaftierten Verdächtigen dies nicht preisgäben, sagte al-Dschubeir: «Wir ermitteln noch.» Es gebe «eine Reihe von Möglichkeiten und wir fragen sie, was sie mit der Leiche getan haben». Er rechne damit, «dass wir am Ende die Wahrheit herausfinden werden».

Khashoggi, der für die «Washington Post» Kolumnen geschrieben hatte, war am 2. Oktober im Konsulat seines Landes in Istanbul von saudiarabischen Agenten getötet worden.

Nach Angaben aus Riad hatte der inzwischen entlassene Vize-Geheimdienstchef Ahmad al-Assiri den Einsatz angeordnet, um den im US-Exil lebenden Regierungskritiker in die Heimat zurückzuholen. Der Einsatzleiter habe dann vor Ort eigenständig entschieden, Khashoggi zu töten.

Al-Dschubeir sagte dazu in dem CBS-Interview, die Täter hätten «ausserhalb ihres Autoritätsbereichs» gehandelt. Elf Verdächtige seien wegen des Verbrechens angeklagt worden.

Quelle: https://www.blick.ch/news/ausland/fall-k...62661.html

Hier ein paar spärliche Infos zu al Assiri.

Ahmad bin Hassan al-Asiri .. ist ein saudischer Generalmajor und ehemaliger Vizedirektor des saudischen Nachrichtendienstes al-Muchabarat al-'Amma.
Al-Asiri war bis zum 27. Juli 2017 Sprecher der Operation Decisive Storm und Operation Restoring Hope als Teil der Saudisch geführten Koalition in Jemen (siehe Militärintervention im Jemen seit 2015). Sein Nachfolger ist Turki Al-Malki.
Im April 2017 wurde der General zum Vizedirektor der Saudischen Geheimdienst berufen. Während seiner Amtszeit soll er eine geheime Einheit, welche in den Medien gemeinhin als „Tiger Team“ bekannt ist, aufgestellt haben um verdeckte Spezialeinsätze durchzuführen. Der Vizedirektor wurde am 19. Oktober 2018, im Zusammenhang mit dem Tod von Jamal Khashoggi im Saudischen Konsulat in Istanbul, entlassen.


Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Ahmad_bin_Hassan_al-Asiri

Verdeckte Spezialeinsätze? Was bedeutet das genau?

Saud al-Qahtani, former royal court adviser, and Ahmed al-Assiri, former deputy intelligence chief, were dismissed from their posts over their suspected involvement in the killing and dismemberment of Khashoggi at the Saudi consulate in Istanbul on 2 October.
The two were fired amid a spate of dismissals and arrests by Saudi authorities aiming to deflect international attention from Crown Prince Mohammad bin Salman, the de facto Saudi ruler widely suspected of a direct role in the plot to kill Khashoggi.

Al-Qahtani “issued directives to the Saudi press to help soften Israel’s image in the kingdom,” the Journal reported.
The former adviser was also involved in Saudi Arabia’s purchase of sophisticated Israeli spyware, said to have intercepted Khashoggi’s conversations.
Al-Assiri “secretly traveled to Israel on several occasions, making him the most senior Saudi official known to have set foot in the country,” according to the Journal.


Quelle: https://electronicintifada.net/blogs/tam...ls-capital

Ah, ja.
Der Eine versucht das Image Israels in Saudistan zu verbessern und der Andere reiste mehrfach heimlich in das Land mit dem schlechten Image.  Cool
Interessant.

Saud al-Qahtani “was the key player in all of this,” an unnamed Saudi official told the Journal. “He wanted the best and he knew that Israeli firms offered the best.”

“The Saudi government, meanwhile, has been weighing an investment of at least $100 million in various Israeli technology companies, according to people familiar with the deal,” the Journal reported.

The firing of the two officials could strain Saudi-Israeli relations, but not irreversibly.
Israel and its lobby wanted the crown prince to get away the Khashoggi killing, as he’s seen as Israel’s key regional ally and a gateway to closer relationships with rulers in other Gulf states.
Sacrificing the two officials may be seen as a worthwhile price if it helps stabilize the crown prince’s grip on power.


Das wird ja immer schräger.
Wer hat denn da die Pfoten im großen Spiel?  Huh

Lebanon’s Al-Akhbar newspaper recently revealed that Mort Fridman, president of Israel lobby giant AIPAC, spoke about growing normalization between Israel and Arab states at a meeting with members of a Christian Zionist church in New Jersey.

The newspaper said it obtained leaks from the meeting from “trusted sources.”

Israeli military chief Gadi Eizenkot made two secret visits to the United Arab Emirates last month “and met with Abu Dhabi Crown Prince Mohamed bin Zayed and a number of senior UAE military officials, and it was agreed to sell Israeli weapons to Abu Dhabi, and for top UAE officials to visit Israel very soon,” Fridman said according to Al-Akhbar.

Fridman stated that Israel has had political and economic relations with Qatar and Bahrain for some time, adding that it also has covert ties with Tunisia and Morocco that span decades, despite there being no formal diplomatic relations between Israel and those Arab states.

The AIPAC president said that Netanyahu’s visit to Oman in October opened doors for more normalization in the region, and suggested that Netanyahu’s next stop in the Gulf will be Bahrain.

Fridman stated that Saudi Arabia is “Israel’s closest ally in all regional and international affairs,” and spoke about the close US alliance with Israel.


Fassen wir zusammen, auch wenn der Artikel schon 2 Monate alt ist.

Eine total dilettantische Aktion führt zum Verschwinden/Tod eines Journalisten.
Die „Welt“ ist sich aufgrund permanenter türkischer „Beweise“ (die seltsamerweise aber nicht gerichtsfest zu sein scheinen) sicher, wer diesen Tod zu verantworten hat.
Die Logik spricht gegen diese These, weil es massig Alternativen gegeben hätte.
Die Verantwortlichen für diesen Mord pflegen beste Verbindungen nach Israel.
Sie stehen nun in Riad vor Gericht.
Die Israelis betonen ihre gute Beziehung zu Saudi-Arabien und scheinen insgesamt zu versuchen mit den Arabern künftig besser auszukommen, was ja auch einmal allerhöchste Zeit wäre.

Und ausgerechnet in diesen Prozess grätscht jemand hinein?
Wer möchte, das das Alte so bleibt und das Neue nicht kommt?  Huh

mfG
nereus
Antworten
(11.02.2019, 09:18)nereus schrieb: Fassen wir zusammen, auch wenn der Artikel schon 2 Monate alt ist.

Eine total dilettantische Aktion führt zum Verschwinden/Tod eines Journalisten.
Die „Welt“ ist sich aufgrund permanenter türkischer „Beweise“ (die seltsamerweise aber nicht gerichtsfest zu sein scheinen) sicher, wer diesen Tod zu verantworten hat.
Die Logik spricht gegen diese These, weil es massig Alternativen gegeben hätte.
Die Verantwortlichen für diesen Mord pflegen beste Verbindungen nach Israel.
Sie stehen nun in Riad vor Gericht.
Die Israelis betonen ihre gute Beziehung zu Saudi-Arabien und scheinen insgesamt zu versuchen mit den Arabern künftig besser auszukommen, was ja auch einmal allerhöchste Zeit wäre.

Und ausgerechnet in diesen Prozess grätscht jemand hinein?
Wer möchte, das das Alte so bleibt und das Neue nicht kommt?  Huh

mfG
nereus

Und warum nur führen immer wieder alle Wege nach Rom?
Egal, wie sehr man auf anderen Wegen sucht, man landet immer wieder auf der Via Appia :-)
Antworten
(11.02.2019, 09:18)nereus schrieb: [...]

Die Israelis [...] scheinen insgesamt zu versuchen mit den Arabern künftig besser auszukommen, was ja auch einmal allerhöchste Zeit wäre.
[...]

Ziemlich kühne Behauptung mit Blick auf Syrien oder Gaza. An Tel Avivs Politik der Stärke mit Doppelstrategien und Gegeneinander-Ausspielen hat sich eigentlich gar nichts geändert.
Antworten
Hallo kalter hornung!

Du schreibst: Ziemlich kühne Behauptung mit Blick auf Syrien oder Gaza. An Tel Avivs Politik der Stärke mit Doppelstrategien und Gegeneinander-Ausspielen hat sich eigentlich gar nichts geändert.

Ich weiß.  Wink

Allerdings muß der zänkische Kleinstaat zusehen, wo er künftig bleiben wird.
Bevölkerungstechnisch hat er keine Chance, also bliebe wieder nur Krieg.
Diesen endlosen Krieg wollen aber die Bezahler nicht mehr zahlen, wie die globalen Veränderungen der letzten Jahre indizieren.

Ebenso ist Israel ohne permanente Subventionen nicht lebensfähig.
Rußland hat klar gemacht, daß es die Ausweitung der IS-Krake, die mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit auch von Tel Aviv gestützt wurde und wird, nicht mehr duldet.
Trump sieht das ähnlich, wenn vermutlich auch mehr aus Kostengründen.
Die endlosen Lobpreisungen von Trump nach Jerusalem dürften eher gewiefter Taktik geschuldet sein.

Da die Lobby nicht mehr so hoch punkten kann wie früher, beginnt die wichtigste Säule des unheiligen Landes zu wackeln.
Daher vermute ich, daß man tatsächlich im Hintergrund etwas bewegen will, auch wenn es offensichtlich nicht so ausschaut.

Ebenso ist noch nicht klar, was Jared Kushner konkret aushandelt.
Wenn es zu einer ernsthaften Befriedung kommen soll, muß jede Seite Kompromisse schließen, sonst bewegt sich da nichts.
Die Saudis haben endlos Kohle und dürften den Palästinensern finanziell unter die Arme greifen. Dafür muß jedoch Israel den Saudis eine Gegenleistung liefern.
So blöd wie die Europäer, die sich regelmäßig ihre Palästina-Investitionen zerstören lassen, dürften die Wüstenkönige nicht sein.
Die Extrawürste für die Zionisten sind wohl noch nicht ganz ausverkauft, aber sie sind in jedem Fall kleiner geworden.

Genau bei diesem geo-politischem Hintergrund ordne ich die Affäre Khashoggi ein.
Russland hält sich auffällig bedeckt und Putin hat MbS vor Wochen wie einen alten Freund begrüßt.
Trump schneidet die Fäden nach Riad auch nicht ab, aber die andere Seite schreit Zeder und Mordio, weil der Plan den Prinzen zu Fall zu bringen offenbar nicht aufgegangen ist.
Unklar ist mir noch die Rolle der Türkei, die einerseits den Konflikt eskalieren ließ, andererseits aber außer viel Geschwätz nichts bieten kann oder bieten will.
Die Türken und die Israelis dürften die Joker im Fall Khashoggi sein.

mfG
nereus
Antworten
@ Nereus
Ich habe nicht die geringste Ahnung, wer hinter dem Kashoggi-Plot steckt; mir ging es nur darum, vor einer Linearität zu warnen, die MBS und Israel zum "Opfer" der Aktion macht. Dafür ist das internationale Ränkespiel zu verschachtelt und die Kashoggi-Affäre letztlich zu unbedeutend. Der angebliche Mord nützt zuerst einmal einer Strategie der Spannung in nahem/mittlerem Osten und an der wirkt auch Israel seit Jahrzehnten eifrig mit.

Du hast natürlich Recht damit, daß Israels "Außenpolitik" in einer Sackgasse steckt; fraglich ist aber, ob sie das selbst erkennen; die forcierte Anti-Iran-Polemik spricht dagegen. Auch im Libanon kann es jederzeit wieder losgehen.

Mit Blick auf Kashoggi: Welche Kapriolen zwischen formell/informell Verbündeten möglich sind, zeigte sich für mich zuletzt darin, daß in den USA letztes Jahr 9/11-Schadenersatzklagen gegen die saudischen best Friends zugelassen worden sind. Eine hochriskante Angelegenheit für die USA selbst. (Sicher, das könnte man hilfsweise mit unabhängiger Justiz erklären. Aber wie wahrscheinlich ist das?)
Antworten
Die Nebelbombenwerferei geht weiter.

Mehrere TV-Sender verbreiteten am Donnerstag zwei Bilder eines Mannes in Jeans, der dabei geholfen haben soll, Jamal Khashoggis Leiche zu entsorgen.
..
Istanbul – Im Fall des ermordeten saudi-arabischen Journalisten Jamal Khashoggi haben türkische Medien Fotos eines mutmaßlichen türkischen Komplizen veröffentlicht, der saudi-arabischen Agenten bei der Entsorgung der Leiche geholfen haben soll. Der Sender NTV und mehrere Nachrichtenseiten zeigten am Donnerstag zwei Bilder eines Mannes in Jeans und schwarzem Mantel, mit einer Kapuze über dem Kopf.
Sein Gesicht ist nicht zu erkennen. Die Medien bezeichneten ihn als „einheimischen Komplizen“ der Mörder Khashoggis.
..
Die Bilder, die diesen Komplizen nun zeigen sollen, stammen laut NTV aus dem Jahresbericht der Polizei von Istanbul und wurden von Überwachungskameras aufgezeichnet. Der mutmaßliche Komplize ist darauf an der Seite eines saudi-arabischen Agenten zu sehen, der die Kleider Khashoggis trug, um den Anschein zu erwecken, der kritische Journalist habe das saudi-arabische Konsulat in Istanbul lebend verlassen.
Die Polizei von Istanbul verweist in ihrem Jahresbericht laut Nachrichtenagentur Anadolu auch auf einen Ofen in der Residenz des saudi-arabischen Konsuls, die sich unweit des Konsulats befindet. Der Ofen kann demnach auf bis zu 1000 Grad erhitzt werden. Mehrere türkische Medien vertreten die These, Khashoggis zerstückelte Leiche könnte in diesem Ofen verbrannt worden sein.


Quelle: https://www.tt.com/politik/konflikte/153...ffentlicht

Leider ist das Gesicht des Mannes nicht zu erkennen.
Das ist aber auch zu schade.
Komisch, alle anderen saudischen Schurken sind bestens zu erkennen.

Noch spannender ist, daß die Person längst bekannt ist.
Da isse.

[Bild: DqG8u7xW4AAiE0i.jpg]

Quelle: https://pbs.twimg.com/media/DqG8u7xW4AAiE0i.jpg

Man hat also 4 Monate gebraucht um diesen Unbekannten zu finden.
Wir müssen hier nicht ein weiteres Mal erörtern, daß ausgerechnet diese Szene mehr Fragen als Antworten aufwirft, denn laut CNN stammt das Bild vom 2.10.2018 gegen halb Neun am VORMITTAG.
Der Agent trug also schon die Klamotten des Journalisten als der noch am Frühstückstisch saß oder unter der Dusche stand.

Diese Szene ist ohnehin reichlich bizarr, weil wir einmal den arglosen Agenten sehen und dann den Typen, der sich gerade die Kapuze nach unten zieht.
Der Komplize wußte also von der Kamera, der saudische Agent wußte das offenbar nicht.
Das provoziert geradezu Fragen nach dieser seltsamen Komplizenschaft.
Hat der Komplize den Agenten hier ins Messer laufen lassen?

Das Allerbeste ist natürlich der Ofen.
Da weht ein Hauch von Auschwitz durch den bitterbösen Orient.

Übrigens, wenn Leichen verbrannt werden, bleiben die Knochen übrig.
Diese müßten wiederum in einer Knochenmühle gehäckselt werden.
Hieß es bislang nicht, daß der arme Journalist in Säure aufgelöst wurde und dann in die Kanalisation gespült worden war?

Man beachte die sich permanent wechselnde Nachrichtenlage und die hervorragenden Beweise der Türken via Audio und Video.  Confused

mfG
nereus
Antworten


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