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Landtagswahl Bayern 2018
#1
Landtagswahl Bayern: Viele Unbekannte
Endspurt für die Bayern-Wahl: Bekanntlich ticken die Uhren im erfolgreichen Süden anders. Trotzdem geben sie die Zeit für Berlin vor: eine Gleichung mit vielen Unbekannten.
Es ist eine paradoxe Situation: Schneidet die CSU bei der Landtagswahl am 14. Oktober gut ab, ist das schlecht für die Unions-Kanzlerin Merkel. Geht die CSU baden, wirkt das für Merkel wie eine Extraportion Patex: Dann klebt sie noch fester auf ihrem Sessel.

Denn klar ist, dass die CSU weitgehend einen Wahlkampf gegen Merkel geführt hat: Der CSU-Vorsitzende und Innenminister Horst Seehofer ist die leibgewordene Opposition im Kabinett zu Merkels Einwanderungspolitik, eine Opposition, die allerdings wirkungslos ist. Eine Stimme gegen die CSU ist damit eine Stimme für Merkel – weit hat die CDU-Bundesvorsitzende es gebracht: Weniger Unionswähler sind für sie persönlich ein Machtzugewinn. Noch abstoßender kann Politik kaum sein.

Aber was ist nun ein „gutes“ oder „schlechtes“ Wahlergebnis für die CSU? Umfragen taxieren sie auf 35 Prozent – das ist gut, sogar sehr gut, gemessen daran, dass die Union es ansonsten bei Landtagswahlen nur noch auf rund 25 Prozent bringen dürfte; im Osten sogar weit weniger. Gleichzeitig ist es nach den Maßstäben der CSU ein katastrophales Ergebnis, denn eigentlich hat sie absolute Mehrheiten abonniert.

Medien verbergen die 25%-CDU hinter der 35%-CSU

Es kommt also auf die Interpretation an. Seit Wochen wird daher in den Leitmedien über den Absturz der CSU geschrieben, weil sie gegen Merkel opponiert. Dass die CDU noch viel tiefer gefallen ist – blenden die Leitmedien aus. In ihrer und anderer Medien Sicht ist Bayern ein fernes Land, über das mit so viel Kenntnis berichtet wird wie sonst nur über Bangladesh.

Das gilt auch für den Herausforderer AfD: Die liegt in den Umfragen deutlich unter den Prozenten, die in anderen Bundesländern für sie ausgewiesen werden. Der „Rechtsruck“, für den die CSU also gerne gescholten wird, ist also gar nicht so erfolglos – sie ist stärker als ihre lahme Schwesterpartei, und die AfD wird kleiner gehalten als anderswo.

Aber ob es so kommt? In Zeiten des veröffentlichten Meinungsdrucks sind Wahlprognosen unsicher. Sich bei Befragungen zur AfD zu bekennen erfordert Mut – selbst bei Meinungsumfragen fühlen sich viele Bundesbürger nicht mehr sicher. Öffentliches Bekenntnis und Wahlabsicht fallen immer weiter auseinander. Zwar korrigieren viele Wahlforscher daher die zunächst erfragten „Rohdaten“ mit Erfahrungswerten – aber für die AfD gibt es naturgemäß keine wirklichen Erfahrungswerte, zu jung ist die Partei. Wahlprognosen ähneln daher immer mehr einer Meinungsumfrage unter Meinungsumfragern; statt echter Daten werden Fassungen veröffentlicht, die „bereingter” sind denn je.

Den Gegner bekämpft die CSU nie zimperlich

Trotzdem ist klar, dass Bayern für die AfD schwieriges Gelände ist. Denn die CSU hat Erfahrung mit Parteien, die um ähnlich gepolte Wähler konkurrieren. So gelang ihr 1959 mit „kriminellen Mitteln“ (so damals die Süddeutsche Zeitung) ein vernichtender Schlag gegen den damaligen Erzkonkurrenten, die katholisch-altbairische „Bayernpartei“. Ein Teil der Parteispitze der BP wurde am 8. August 1959 in der „Spielbankenaffäre“ wegen eidlicher Falschaussage zu erheblichen Zuchthausstrafen verurteilt, was die CSU medienwirksam für sich zu nutzen wusste.

Aber selbst der ehemalige CSU-Ministerpräsident und Justizminister Hans Ehard nennt diesen Richterspruch später „ein barbarisches Urteil“. Denn: „Man hat die beiden Politiker im Untersuchungsausschuss in Nebensächlichkeiten drauf losschwören lassen. Es ist doch vergleichsweise ganz wurscht ob einer gelbe Stiefel angehabt hat oder rote.“[ Die CSU hatte vorher systematisch Belastungsmaterial gegen die BP gesammelt und war in die undurchsichtige und für die CSU günstige Aufdeckung des Falls verwickelt. Der damalige CSU-Generalsekretär Friedrich Zimmermann, wurde zwar kurze Zeit später ebenfalls wegen Meineids in erster Instanz zu einer (vergleichsweise geringen) Freiheitsstrafe von 4 Monaten verurteilt, dieses Urteil wurde jedoch in zweiter Instanz aufgehoben, da Zimmermann in der entscheidenden Phase seiner Aussage gegen die Bayernpartei laut eines nachträglich beigebrachten Gutachters wegen Unterzuckerung einen Blackout hatte. In seiner Gesamtwürdigung der Verhandlung hielt das Gericht allerdings fest: „Es kann keine Rede davon sein, dass die Unschuld des Angeklagten erwiesen wäre…“. Zimmermann wurde unter Helmut Kohl immerhin noch Bundesinnenminister.

Der Rückgriff in die filmreife Geschichte ist deshalb wichtig, weil gerade der bayerische Landesverband der AfD immer wieder über tatsächliche oder angebliche Mitglieder stolpert, die innerparteiliche Wahlergebnisse verfälschen oder genau jene Formulierungen liefern, die die Partei als unwählbar erscheinen lassen. Es ist eine seltsame Scharade von immer denselben Personen, die an immer neuen Stellen oder Positionen auftauchen – neuerdings bevorzugt in der Nähe des weit radikaleren Björn Höcke und seines thüringischen Landesverbands. Möglicherweise wird über diese Brücke doch noch der Verfassungsschutz medienwirksam auf die AfD angesetzt.
Mit der CSU ist eben nicht gut spaßen, und nach Jahrzehnten ungestörten Regierens sind Partei, Staat und Behörden eng ineinander verwachsen. Und an einem hat die CSU bislang keinen Zweifel gelassen: Ähnlich wie einst die Bayernpartei betrachtet sie die AfD nicht als möglichen Juniorpartner zur Mehrheitsbeschaffung – sondern als Feind, der vernichtet gehört: „AfD unterscheidet sich nur noch im Parteinamen von der NPD“, formulierte der CSU-Generalsekretär Markus Blume schneidig und damit auch die inneren Attacken auf die AfD legitimierend.....

weiter > https://www.tichyseinblick.de/tichys-ein...nbekannte/

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#2
Umfrage zur Landtagswahl
CSU auf Rekordtief in Bayern - nur noch 33 Prozent

Die Alleinregierung in Bayern ist futsch, und viele Koalitionsoptionen gibt es beim derzeitigen Stand auch nicht: Nach der jüngsten Infratest-Umfrage liegt die CSU nur noch bei 33 Prozent - so schlecht wie nie zuvor....
http://www.spiegel.de/politik/deutschlan...31616.html
 
Karl Napf
Die Bayern-Wahl und die Hessen-Whal wird zeigen, dass Wahlen Wahlen und Umfragen Umfragen sind.
Umfragen reichen um Politiker zu erschrecken, funktioniert wie Knoblauch fuer Vampire.
Nichtwaehler scheren sich nicht darum und Waehler glauben nicht mehr dran.
Umfragen sind der Aberglauben des 21. Jahrhunderts.

(weil die Grünen in sowohl in Bayern und in Hessen auf über 18% gehyped werden. oder? Confused Sad )

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#3
[Bild: bavariaone-missionzukunft-mission-failur...00x300.png]

[QPress]
Söder wird Verantwortung für Wahldebakel ablehnen
Die Landtagswahl in Bayern steht vor der Tür und wir können bereits heute den Schuldigen für das Versagen der CSU benennen, sofern wir dabei mal „den Wähler“ ausklammern. Den trifft selbstverständlich die Hauptschuld an dem Debakel. Wie es aussieht, kann sich aber der Söder Markus, trotz der herben Verluste, ausnahmsweise noch einmal aus der Affäre ziehen.Zu diesem Zweck ist er gerade dabei ordentlich abzuheben, um bei den Schuldzuweisungen nicht zu dicht dran zu sein.

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#4
LANDTAGSWAHL

Bayerns grünes Gute-Laune-Duo richtet sich aufs Mitregieren ein
Wenn jemand in der letzten Kurve vor der Zielgeraden zur bayerischen Landtagswahl gute Laune haben darf, dann sind es wohl die Grünen. Als Nummer zwei werden sie seit Wochen von den Demoskopen gesehen, hinter einer dramatisch eingebrochenen CSU, die weiter von der absoluten Mehrheit entfernt scheint als der FC Bayern von einem Abstiegsplatz in der Bundesliga. Die hochschnellende AfD und die abstürzende SPD sind die härtesten Verfolger der Grünen, die Freien Wähler laut Umfragen eher abgeschlagen.
Da ist es kein Wunder, dass Schulze, der weibliche Part der gendergerechten Doppelspitze der Grünen-Landtagsfraktion, bei einem Bierzeltauftritt im schwäbischen Landkreis Augsburg schon gewisse Zukunftsplanungen anzudeuten scheint: „Wenn ich Innenministerin wäre …“
https://www.welt.de/politik/deutschland/...en-an.html

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#5
pollytix-Wahltrend‏ @btwahltrend 21 Std.Vor 21 Stunden
#Wahltrend-Spezial #Bayern:
Das gewichtete Mittel der letzten #Sonntagsfrage|n zur #ltwby18:
#CSU 34,3
#SPD 11,8
#FW 10,3
#Grüne 17,5
#FDP 5,6
#Linke 4,3
#AfD 11
Deutliche Verschiebungen seit #LTW13
7 #Parteien im #Landtag möglich
#bayern #ltwby #umfragen #polls


[Bild: DovCL5HXkAUsfpi.jpg]

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#6
Letzte Wasserstandsmeldung:

[Bild: DpQHJi5WsAAhmjE.jpg]

[Bild: bb-5bbf77829bc6c.jpeg]

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#7
ZDF-„POLITBAROMETER

“CSU in letzter Umfrage bei 34 Prozent, Grüne knapp unter 20 Prozent
https://www.welt.de/politik/deutschland/...ozent.html

(Schwarz-Grün in Bayern scheint beschlossene Sache zu sein!)

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#8
(12.10.2018, 12:15)Stafford schrieb: ZDF-„POLITBAROMETER

“CSU in letzter Umfrage bei 34 Prozent, Grüne knapp unter 20 Prozent
https://www.welt.de/politik/deutschland/...ozent.html

(Schwarz-Grün in Bayern scheint beschlossene Sache zu sein!)

Wenn FDP und Linke draußen bleiben, reicht es für CSU+Freie Wähler. Zumindest auf dem Land entspricht das wohl auch der Stimmung.
                                                                                     
"To vouch this is no proof" - Shakespeare: Othello
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#9
Söder hat heute im Morgenmagazin eine Koalition mit Grün auf Basis deren Parteiprogram ausgeschlossen.

INP
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#10
(12.10.2018, 16:49)INP schrieb: Söder hat heute im Morgenmagazin eine Koalition mit Grün auf Basis deren Parteiprogram ausgeschlossen.

INP

Mal sehen was er nach der Wahl so von sich gibt, wenn Seehofer "entsorgt" wurde.

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