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Düsseldorf-Wehrhahn
#1
Das gehört doch wohl auch hierher.

Geheimdienstverstrickungen, und welchen Sinn soll dieser Anschlag aus Sicht eines Nazis haben? Man fühlt sich ans Oktoberfest erinnert.

Dieser Artikel nicht wegen der Bewertung, sondern wegen der Informationen:

https://perspektive-online.net/2018/07/i...n-neonazi/

(Gefunden von Haifisch.)
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#2
Helge sagte:
31. Juli 2018 um 15:11
http://www.spiegel.de/panorama/justiz/du...20939.html
Wieder mal ein Freispruch… für einen Neonazi…Schlimm, Justizskandal!
Wenn der Angeklagte aber nicht der Schuldige ist, und Mithäftlinge quasi motiviert worden waren, gegen ihn auszusagen…dann steht doch die Frage im Raum – Wer war der eigentliche Attentäter – und warum versuchten Ermittler mit der falschen Fährte den Fall zuzudeckeln??
Tiefer Staat ick hör dir trappsen…

Hohe Kante sagte:
31. Juli 2018 um 17:03
Bei diesen Neo-Nazi Gerichtsverfahren geht es niemals um Wahrheit oder Gerechtigkeit, sondern in erster Linie um Propaganda. Die Drohkulisse deutscher Neo-Nazi Volksfeinde muss weiter am Leben gehalten werden. Zur Hauptsache von denen, welche sich als Demokraten, Gutmenschen und Anti-Fascisten profilieren, jedoch selbst Teil eines Systems sind, welches mit voelkerrechtswidrigen Kriegen, Propagandaluegen, Ueberwachungsstaat, Missachtung internationaler Gesetze, konstanter Erzeugung von Feindbildern, Duldung von Folter, Unterstuetzung von Terroristen, bereits selbst zu einem aeussersten Rechten Rand verkommen sind. 

(und es geht darum, V-Leute zu decken)
 
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#3
(Keinerlei belastbare Zeugenaussagen (im verständlichen Deutsch ausgedrückt heißt das, die "Zeugen" haben gelogen oder haben unhaltbare Beschuldigungen in sträflicher Rücksichtslosigkeit
erhoben!) und keinerlei Beweise - und die Staatsanwaltschaft fordert lebenslange Haft?!)

Angesichts dessen, was über die Magerkeit der "Beweislage" inzwischen bekannt wird, wird in NRW in der Presse zum Teil dieselbe Frage aufgeworfen.
Zumal wir jetzt auch erfahren, dass der jetzt Freigesprochene vier (4) Minuten nach dem Anschlag eine längeres Telefonat aus seiner Whg. geführt hat. Das wirft natürlich ein paar Fragen an die Ermittler und ihre Qualität bzw. Vorgaben auf.

Die StA. wird in Revision gehen, wie eben gemeldet wurde.

Der ganze Vorgang hat ein ähnliches Geschmäckle wie die Verurteilung zu mehr als vier Jahren Haft für eine Brandstiftung an einem leeren Gebäude (in Sachsen).
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Der Staatsanwalt hatte lebenslange Haft für den 52-Jährigen gefordert. Er sei durch eine lange Reihe von Indizien überführt und zweifellos der Täter, hatte er in seinem zweieinhalbstündigen Plädoyer gesagt.
Vor kurzem war der Angeklagte bereits aus der U-Haft entlassen worden (hier mehr dazu).
Bei dem Anschlag waren vor 18 Jahren, am 27. Juli 2000, zehn überwiegend jüdische Zuwanderer aus einer zwölfköpfigen Gruppe verletzt worden, einige von ihnen lebensgefährlich. Ein ungeborenes Baby starb im Mutterleib - getroffen von einem Metallsplitter.
Zeugen hatten im Wehrhahn-Prozess ihre Aussagen zurückgenommen
Die Verteidiger hatte betont: „Die Beweisaufnahme hat den Nachweis für seine Täterschaft nicht erbracht.“ Der Angeklagte sei von völlig unglaubwürdigen Zeugen belastet worden. Es gebe keine Spuren von ihm am Tatort.....
https://www.express.de/duesseldorf/hamme...n-31036866
 
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#4
MONTAG, 26. FEBRUAR 2018 
von Alexander Brekemann 
Wehrhahn-Prozess: „Was ich da gemacht habe...haben soll“
Der am 25. Januar gestartete Wehrhahn-Prozess vor dem Düsseldorfer Landgericht geht am Dienstag in den neunten Prozesstag. Die Anklage wirft dem 51-jährigen Ralf S. vor, am 27. Juli 2000 auf einer Fußgängerbrücke des Düsseldorfer S-Bahnhofs Wehrhahn aus „fremdenfeindlichen“ Motiven einen gezielten Sprengstoffanschlag auf eine Gruppe Sprachschüler_innen begangen zu haben, um diese aus „seinem Revier“ zu vertreiben. Ralf S. bestreitet den zwölffachen Mordversuch. Direkte Augenzeug_innen und eindeutige Beweise wie DNA-Spuren gibt es nicht, dafür aber eine umfangreiche „Indizienkette“ der Staatsanwaltschaft.
Zum Zeitpunkt der Detonation befand sich eine zwölfköpfige Gruppe Migrant_innen aus der ehemaligen Sowjetunion – unter ihnen sogenannte jüdische Kontingentflüchtlinge – in tödlicher Entfernung der mit TNT bestückten und auf Sichtkontakt ferngezündeten Rohrbombe, die in einer Plastiktüte am Brückengeländer hing. Nur zwei Personen blieben körperlich unverletzt. Für mehrere Verletzte bestand Lebensgefahr, eine schwangere Frau verlor ihr ungeborenes Kind. Fünf der damals verletzten Personen sind im Prozess über ihre Anwält_innen als Nebenkläger_innen vertreten. 

„Rechter Militarismus“
Schon kurz nach dem Anschlag geriet der derzeit Angeklagte, der in Fußnähe des Tatorts einen Militaria-Laden betrieb, ins Visier der Ermittlungen. Der ehemalige Zeitsoldat bewegte sich am Rande der Neonazi-Szene, machte aus seiner Vorliebe für alles Militärische, „Gesetz und Ordnung“ und die neonazistische Szene keinen Hehl. Von ihm als „nicht deutsch“ identifizierte Personen, tatsächliche oder vermeintliche Junkies und Dealer sowie Linke hatten seines Erachtens in „seinem Revier“, das er häufig im Militär-Outfit mit seinem Rottweiler bestreifte, nichts verloren.
Sehr gerne wäre er bei der Bundeswehr geblieben. Einer seiner ehemaligen Bundeswehr-Vorgesetzten bezeichnete ihn als „übermotiviert“, „durchgeknallt“, „leicht manipulierbar“ und „labil“. Ralf S. hinge einem „rechten Militarismus“ an. Er habe viel bei der Bundeswehr mitbekommen, sei aber offiziell nie Teilnehmer einer Ausbildung mit Sprengstoff gewesen. Einig waren sich seine Vorgesetzten darin, dass er ein „guter Soldat“ gewesen sei. Dennoch machte man dem Obergefreiten nach vier Jahren kein Angebot für einen weiteren Verbleib bei der „Truppe“. Für Ralf S. „brach eine Welt zusammen“, wie es einer seiner Vorgesetzten vor Gericht formulierte.
Neuaufnahme der Ermittlungen
Letztendlich ließ die Anfang August 2000 eingerichtete Ermittlungskommission „EK Acker“ wieder von Ralf S. ab, eine Tatbeteiligung sei ihm nicht nachzuweisen, zudem sei er vermutlich nicht fähig, einen Sprengsatz wie den beim Anschlag eingesetzten zu bauen. Letztendlich blieb der Fall damals ungeklärt. Die „EK Acker“, die in „alle Richtungen ermittelt“ hatte, wurde aufgelöst. Erst im Juli 2014 tat sich wieder etwas.
Ralf S. soll während der Verbüßung einer Ersatzfreiheitsstrafe einem ebenfalls inhaftierten ehemaligen Bundeswehrsoldaten, mit dem er sich angefreundet hatte, von seiner Täterschaft beim Wehrhahn-Anschlag detailliert berichtet haben. Dieser meldete den Vorfall. Hinter den Kulissen nahm die neu gegründete „EK Furche“ mit Unterstützung der „Operativen Fallanalyse“ des LKA NRW die Ermittlungen wieder auf. Mit dem Ergebnis, dass am 1. Februar 2017 Erfolg gemeldet wurde. Ralf S. sei am Vortag in U-Haft genommen worden, man könne ihm die Tat jetzt nachweisen. Bis zum Prozessbeginn aber verging noch ein weiteres Jahr.....

https://www.endstation-rechts.de/news/we...-soll.html
 
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#5
Anschlag ohne Täter

Im Wehrhahn-Prozess kündigt sich ein Freispruch an
Es war eine überraschende Wende im Prozess um den Bombenanschlag am S-Bahnhof Düsseldorf-Wehrhahn vom Juli 2000: Das Landgericht Düsseldorf hat vergangene Woche den Haftbefehl gegen den Angeklagten Ralf S. (51) aufgehoben, denn ein »dringender Tatverdacht« gegen ihn bestehe nicht mehr. Ralf S. verfolgt den Fortgang des Verfahrens gegen ihn nun als freier Mann und darf auf Freispruch hoffen.


Die Staatsanwaltschaft hingegen will jetzt neue Beweisanträge stellen. Sie hat Ralf S. des versuchten Mordes in zwölf Fällen angeklagt. Sie stützt sich dabei auf eine Reihe von Indizien und geht von einem rassistischen Motiv aus. Die sonst bei solchen Prozessen üblichen kriminaltechnischen Beweise wie DNA-Spuren kann sie ebenso wenig vorweisen wie Zeugen, die den Täter zweifelsfrei identifizieren könnten. Der Angeklagte bestreitet die Tat. Die Jüdische Gemeinde Düsseldorf beobachtet den Prozess. 

ROHRBOMBE Rückblick: Am 27. Juli 2000 explodierte an einem Geländer am Zugang zum S-Bahnhof Düsseldorf-Wehrhahn eine in einer Tüte versteckte Rohrbombe. Die Detonation traf eine gerade vorübergehende Gruppe von Sprachschülern aus Ländern der ehemaligen Sowjet­union, die aus den Räumen einer nahe gelegenen Sprachschule kamen. Zehn Menschen wurden zum Teil lebensgefährlich verletzt, eine Schwangere verlor ihr ungeborenes Kind. Sechs der Opfer waren jüdische Zuwanderer. Das verwendete TNT stammte aus Handgranaten. Der Bombenbauer musste sich mit dieser Art Sprengkörper gut auskennen.

In der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf hatte der Wehrhahn-Anschlag im Sommer 2000 für Entsetzen gesorgt, aber auch Hilfsbereitschaft für die Opfer hervorgerufen. Herbert Rubinstein, zum Zeitpunkt des Anschlags Geschäftsführer der Jüdischen Gemeinden von Nordrhein, erinnert sich an die Tage nach der Tat: »Wir waren geschockt, dass so etwas passieren konnte, mitten in Düsseldorf.« Der damalige Rabbiner Michael Goldberger habe den Verletzten sofort seelsorgerische Hilfe geleistet. Man habe die Opfer und deren Familien vor der Presse abgeschirmt. 

Die Polizei hatte den Militariahändler und ehemaligen Bundeswehrsoldaten Ralf S. – einen Mann mit Verbindungen ins Neonazi-Milieu – früh im Visier. Als selbst ernannter »Sheriff« des Stadtteils Flingern war er in den umliegenden Straßen für seine Rundgänge bekannt. Seine Wohnung wurde durchsucht. Doch die Polizei konnte ihm damals nichts nachweisen. Die intensiv »in alle Richtungen« gestarteten Ermittlungen fuhren sich schließlich fest.

MITHÄFTLING Erst 2014 gab es einen neuen Impuls: Ralf S. saß damals wegen einer nicht gezahlten Geldstrafe eine Ersatzfreiheitsstrafe ab. Er freundete sich mit einem anderen Gefangenen an. Dieser Mithäftling meldete den Behörden, Ralf S. habe ihm gegenüber mit dem Verüben des Wehrhahn-Anschlags geprahlt. Ralf S. habe gesagt, er habe »die Kanaken in die Luft gejagt«. Die Ermittler schauten nun genauer hin – und fanden diverse Indizien, die Ralf S. aus ihrer Sicht belasteten. So hatte der in der Nähe des Tatorts wohnende Angeklagte dank einer Freundin im Jahr 2000 ein Alibi vorweisen können. Die Frau hat ihre Aussage inzwischen allerdings zurückgezogen. Anfang Februar 2017 wurde Ralf S. schließlich verhaftet, seitdem saß er in Untersuchungshaft.......

https://www.juedische-allgemeine.de/arti...w/id/31752

(die Story insgesamt klemmt hier und dort)
 
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#6
NACH FREISPRUCH:

Staatsanwaltschaft legt Revision gegen „Wehrhahn-Urteil“ ein
http://www.faz.net/aktuell/politik/inlan...PC%253Ds30
 
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