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Deutschland 2018/2019/2020
#1
Kulturkampf, Sozialstaat, Polarisierung, Bessermenschen und braune (und rote selbstverständlich) Socken u.v.m

(ich dachte, das Thema fehlte hier noch)
 
Antworten
#2
zur Einleitung:

Die deutsche Kultur ist weltoffen

[Bild: Friedrich-Schiller-620x300.jpg]
Friedrich Schiller, Gemälde von Anton Graff / Quelle: Wikipedia

Individualismus, Kosmopolitismus und Humanität sind wesentliche Elemente und Ideale deutscher Kultur. Darum muss sie vor der Massenmigration gerettet werden.

„Alle Nationen hassen den Deutschen wie die Bösen den Guten. Wenn es ihnen aber wirklich einmal gelingt, ihn zu verdrängen,wird ein Zustand entstehen, in dem sie ihn wieder mit den Nägeln aus dem Grabe kratzen möchten.“
Friedrich Hebbel 1860
Wir befinden uns in einem gewaltigen Kulturkampf. Die bestimmenden Kräfte in UNO und EU betreiben die Massenmigration, um „die Homogenität der Völker zu zerstören“, so Peter Sutherland, UN-Sondergesandter für Migration. Und Frans Timmermans, 1. Vizepräsident der EU-Kommission, fordert „sicherzustellen, dass nirgends mehr homogene Gesellschaften bestehen bleiben.“ 1  Dies bedeutet letztlich die Auflösung der Völker Europas und das Verschwinden ihrer spezifischen Kulturen. Doch nicht nur eine internationale Clique, sondern auch unsere Herrschenden selbst sind tatkräftig gewillt, diese Pläne am deutschen Volk mit seiner hohen geistigen Kultur zu vollstrecken.
Die meisten der politisch-medialen „Eliten“ in Deutschland sehen keine erhaltenswerte deutsche Kultur, da aus ihr angeblich der Nationalsozialismus mit seiner Individualitäts-feindlichen, kollektivistisch-faschistischen Blut- und Rassen-Ideologie hervorgegangen sei. Dabei war diese gerade die diabolische Gegenkraft der eigentlichen deutschen Kultur, die in der Zeit der deutschen Klassik, Romantik und der idealistischen Philosophie einen Höhepunkt des Strebens nach der freien Individualität, des offenen Weltbürgertums und der Humanität erreicht hatte. Davon fiel die ganze folgende Entwicklung in Deutschland immer mehr ab, bis gleichsam aus den Abgründen eines geistigen Vakuums der Nationalsozialismus aufstieg.

Von der Höhe des deutschen Geistes um die Wende des 19. Jahrhunderts sind diese heutigen politischen und medialen „Eliten“ in ihrer materialistischen Beschränktheit ebenso weit entfernt wie die Nationalsozialisten. Und sie lassen Millionen Menschen in das Land einströmen, die in ihrem überwiegenden Verhaftetsein in alten blutsgebundenen Kollektiven und einer totalitär-faschistischen politischen Religion eine absolute Gegenkraft gegen die Entwicklung der freien und selbstbestimmten Individualität darstellen, auf der noch die freiheitliche Gesellschaftsordnung des Grundgesetzes beruht. Und ihre Integration, sowohl quantitativ wie qualitativ kaum möglich, ist im Grunde auch nicht beabsichtigt.2
Es geht um Sein oder Nichtsein. Entweder stemmen sich die Deutschen dem inszenierten Chaos noch entgegen; oder sie ergeben sich mit ihrem für die Menschheitskultur unersetzlichen und noch längst nicht voll entfalteten kulturellen Beitrag in den allmählichen Untergang.
Das Ich als Quell des Denkens
„Ich bin! Mein Ich enthält ein Sein, das allem Denken und Vorstellen vorhergeht. Es ist, indem es gedacht wird, und es wird gedacht, weil es ist; deswegen, weil es nur insofern ist und nur insofern gedacht wird, als es sich selbst denkt. Es ist also, weil es nur selbst sich denkt, und es denkt sich nur selbst, weil es ist. Es bringt sich durch sein Denken selbst – aus absoluter Kausalität – hervor.
Ich bin, weil Ich bin! Das ergreift jeden plötzlich. Sagt ihm: das Ich ist, weil es ist, er wird es nicht so schnell fassen; deswegen, weil das Ich nur insofern durch sich selbst, nur insofern unbedingt ist, als es zugleich unbedingbar ist, d.h. niemals zum Ding, zum Objekt werden kann.“ 3
Mit diesen Worten, die man langsam und wiederholt lesen und empfindend mitdenken muss, erfasste der junge Schelling in tastendem, sich vergewisserndem Denken sein Ich als ein von seinem Leibe und aller äußeren Welt unabhängiges, rein geistiges, in sich selbst gegründetes Wesen. Es liegt tiefer, als das gewöhnliche, an die Sinne gebundene Denken und Vorstellen reicht, in dem bloß ein Schatten des wahren Ich lebt. Dieses kann nur im reinen Denken erreicht werden, das sich nicht auf anderes, sondern auf sich selbst richtet und das so, sich umwendend, gleichsam flussaufwärts zur Quelle blickt, aus der es selber fließt. Das wahre Ich ist die Quelle, die das Denken hervorbringt und wiederum durch das Denken selbst hervorgebracht d.h. ins Bewusstsein gehoben wird. Das Ich erfasst sich gleichsam in einem sich selbst tragender Prozess. In der Autonomie des selbst denkenden Bewusstseins erlebt es sich als ein freies geistiges Wesen, das zwar der Anregungen, aber nicht der bevormundenden Erkenntnis anderer bedarf. In seiner geistigen Freiheit und Würde darf es niemals zum Objekt des Willens anderer gemacht werden. Das sich selbst bestimmende Ich allein ist Grund und Ziel einer freien Gesellschaftsordnung.
Wer das für ein müßiges Gedankenspiel hält, hat sich in den inneren Prozess noch nicht erlebend hineinbegeben. Tut er es aber, empfindet er den ungeheuren Abstand zum niederen Ich unseres Alltagsbewusstseins, das in vielerlei Zwängen und Abhängigkeiten gebunden ist. Auf diesen Unterschied hat auch Friedrich Schiller in seinen Briefen „Über die ästhetische Erziehung des Menschen“ hingewiesen:
„Jeder individuelle Mensch, kann man sagen, trägt, der Anlage und Bestimmung nach, einen reinen idealischen Menschen in sich, mit dessen unveränderlicher Einheit in allen seinen Abwechslungen übereinzustimmen die große Aufgabe seines Daseins ist“
Er verwies dabei auf seinen Freund, den Philosophen Johann Gottlieb Fichte, der ebenfalls das empirische, also das gewöhnlich erfahrbare Ich, von einem reinen, idealen Ich unterscheidet. Dieses ist für ihn das „erste Prinzip aller Bewegung, alles Lebens, aller Tat und Begebenheit“, das dem intelligenten, bewussten Ich logisch vorangeht. Beide stimmen selten überein, sie aber zur vollkommenen Übereinstimmung zu bringen, sei die ständige Aufgabe und Bestimmung des Menschen. Doch dazu reiche der bloße Wille nicht aus. Wir müssten uns allein und gemeinsam in einem ständigen Prozess des Lernens und der Selbsterziehung die Fähigkeiten dafür erwerben, um die Widerstände und Hindernisse der Sinneswelt zu überwinden. Und diesen ganzen Prozess des Erwerbs vielfältiger Fähigkeiten mache letztlich das aus, was wir „Kultur“ nennen.4
Es geht im Grunde immer um die Auseinandersetzung zwischen dem in seinen Eigenheiten beharrenden niederen Ego und dem höheren Ich, das eine Änderung, ein partielles Absterben des Niederen verlangt, auf dass es immer mehr mit ihm, dem höheren, übereinstimme. Goethe fasste dies schließlich in die Worte zusammen:
„Und solang du dies nicht hast
Dieses Stirb und Werde
Bist du nur ein trüber Gast
Auf der dunklen Erde.“
Und Friedrich Rückert sah das höhere Ich als etwas an, das wie ein Zukunftsbild vor jedem schwebt, dessen Realisierung er entgegenstrebt und dichtete:
„Vor jedem steht ein Bild des, was er werden soll:
Solang er das nicht ist, ist nicht sein Friede voll.
Was er geworden ist, genüget nie dem Mann;
O wohl ihm, wenn er stets nur werden will und kann.“
Auch meinte Fichte in Bezug auf den Deutschen, der für das Streben nach dem höheren Ich besonders veranlagt sei, dass dieser sich insofern immer in einem Werde-Prozess befinde. Deutscher sei man nicht, sondern werde man.
Die Idee der persönlichen Freiheit
Dieser „Ich-Charakter“ des deutschen Volkes veranlagt die ihm angehörigen Individualitäten dazu, sich im Gründen auf das eigene Ich einen ausgeprägten Individualismus auszubilden. Dieser ist natürlich nicht von vorneherein allen Deutschen eigen, sondern nur denjenigen, die sich im Laufe ihres Lebens zu ganz auf sich selbst gestellten, innerlich unabhängigen Individualitäten emporgearbeitet haben. Solche hat es gerade in der Blütezeit der deutschen Kultur in außerordentlich großer Zahl gegeben.
Goethe beschrieb in einem Gespräch mit seinem Sekretär Eckermann (6. April 1829) für die damalige Zeit die
„Idee der persönlichen Freiheit (als) das allein Wirksame. Die Reformation kam aus dieser Quelle, wie die Burschenverschwörung auf der Wartburg, Gescheites und Dummes. Auch das Buntscheckige unserer Literatur, die Sucht unserer Poeten nach Originalität, und dass jeder glaubt, eine neue Bahn machen zu müssen, sowie die Absonderung und Verisolierung unserer Gelehrten, wo jeder für sich steht und von seinem Punkte aus sein Wesen treibt, alles kommt daher. Franzosen und Engländer dagegen halten weit mehr zusammen und richten sich nacheinander. … Die Deutschen aber gehen jeder seinem Kopfe nach, jeder sucht sich selber genug zu tun; er fragt nicht nach dem andern, denn in jedem lebt … die Idee der persönlichen Freiheit, woraus denn, wie gesagt, viel Trefflicher hervorgeht, aber auch viel Absurdes.“ 5
Der deutsche Individualismus kann also einerseits in gesellschaftliche Vereinsamung, Eigenbrödelei, Querköpfigkeit ausarten. Andererseits lebt er sich in seiner edleren Form „vornehmlich auf der geistigen Ebene in der Ausbildung eines individuellen Stils des geistigen Schaffens, vor allem aber in der unablässigen inneren Wandlung der Individualität.“ 6
Ein besonderes modernes Beispiel einer solchen Individualität sehe ich dem gebürtigen Ägypter Hamed Abdel-Samad, der sich in einer bewunderungswürdigen Weise aus dem „Würgegriff“ des blutsgebundenen und religiösen Kollektivs, das ihn zunächst prägte, befreit und sich in Deutschland zur inneren Unabhängigkeit seines Ich durchgekämpft hat.
„Ich habe gelernt, mich von allen Bindungen zu lösen, die mein Weltbild oder meine Meinung hätten beeinflussen können. Ich muss niemandem gefallen. Ich werde dafür von vielen geliebt und von vielen gehasst. Heute lebe ich unter beständigem Polizeischutz. (Wegen seiner Islamkritik wird er von Moslems mit dem Tode bedroht.)Doch weder Applaus noch Drohungen beeinflussen meine Gedanken. … Ich stehe zu meiner Meinung, egal zu welchem Preis. Ich repräsentiere bestenfalls nur mich selbst. … Ich will nur von meinem Recht Gebrauch machen, frei zu denken und frei zu sprechen, egal wo und egal wann. …
Ich habe eine elastische Identität entwickelt, die an geographische Vorstellungen nicht gebunden ist. … Ich selbst definiere meine Identität in erster Linie über die simple Tatsache, dass ich ein Mensch bin. Ein Mensch, der mit der Mehrheit der Erdbewohner die gleichen universellen Werte teilt. Und dennoch bin ich anders, weil ich mich nicht vereinnahmen lasse. … Ich höre nicht auf mit der Suche nach mir selbst. Ich höre nicht auf, mich immer wieder neu zu definieren und infrage zu stellen. Ich brauche keine Gruppe oder Gemeinschaft, die mir bestätigt, dass ich recht habe. Ich brauche nur Luft zum Atmen, etwas zum Essen und Meinungsfreiheit. All das hat mir Deutschland als freies Land zugestanden.“........

weiter > https://www.geolitico.de/2018/07/18/die-...weltoffen/

Kommentare:

waltomax
Werter @Herr Ludwig,
Ihr auf die Deutschen spezifizierter Kulturbegriff ist eine Projektion. Die Deutschen hatten zu keinem Zeitpunkt ihrer Geschichte die Freiheit, die von Ihnen gezeichnete Kultur zu leben und zu verwirklichen.
Das wäre dann ein Zukunftsprojekt, aber nicht der Versuch, bereits vermeintlich Erreichtes wiederzuerlangen.
Die Deutschen waren und bleiben auf lange Zeit noch, was sie immer waren, nämlich “Untertanen” und sonst nichts.

vier
Die Dankesrede von Martin Walser zur Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels in der Frankfurter Paulskirche am 11. Oktober 1998 und m e h r noch die “haßerfüllten” bis “wahnsinnigen” Reaktionen der “Qualitätsmedien”, der “Moralapostel” jeglicher Couleur und der jüdischen Lobby auf diese verhalten vorgetragene Kritik an der beherrschenden, durch Haß & Gier angetriebenen “Schuldkultur” in Deutschland, war für mich persönlich der berühmte Tropfen zu viel. Mein Glauben an die Redlichkeit der hiesigen Politik war restlos dahin- des “Kaiser Kleider” waren mir über Nacht in Scheiße verwandelt und stanken zum Himmel.
Der Haß auf alles Deutsche stand unverhüllt vor mir und ich spürte ihn quasi körperlich (ich wurde erst nach 1945 geboren und habe für die Zeit davor keinerlei Verantwortung und fühle auch keine- fühle mich jedoch als DEUTSCHER)- die “Moral” erschien plötzlich nur noch als ein dreckiger Paravent. Und mir wurde klar, die wollen nicht “Unschuldige” an Schuld erinnern (denn die Schuldigen haben bereits gesühnt), nein denen ist “Schuld & Sühne” nur ein Deckname für “Haß & Rache”. Hier geht es um das Ausleben des Hasses und der f i n a l e n “Rache”- um die Auslöschung des “Deutschen”- Rache nach den Vorstellungen des alten Testamentes.
“Doch ein Hauptkennzeichen zeigen die Umtriebe des Hasses alle: sie werfen den Prachtmantel der Moralität um. Er dient dazu, das Schlimmste an Haß einigermaßen zu verdecken;” M. Heidegger
Höchste Zeit sich “echte” Freunde zu suchen- die Welt ist voll davon- und mit denen friedlich, in gegenseitiger Achtung und ohne Schuldkomplexe in eine selbst- (nicht fremd- und schuld)-bestimmte Zukunft zu gehen – für unsere Kinder und Enkel.
Da sind kriegs-implementierende, sau-teure und “einsame” Sprüche wie:
“Diese historische Verantwortung Deutschlands ist Teil der Staatsräson meines Landes. Das heißt, die Sicherheit Israels ist für mich als deutsche Bundeskanzlerin niemals verhandelbar.”
http://www.bpb.de/apuz/199894/israels-si...eson?p=all
(selbst Gauck hat sich davon distanziert)
-völlig überflüssig wie die “Dame” herself- ein weiterer schwerwiegender Grund zurückzutreten. Der Gründe sind sehr viele-Mrs. Pattex.
“Was geschieht, das ist schon längst gewesen, und was sein wird, ist auch schon längst gewesen; und Gott holt wieder hervor, was vergangen ist.” Kohelet
…holt wieder hervor, was: …Fenstersturz zu Prag ???
…wird zu Prager Widerstand zur Murksel???
 
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#3
Interview mit einem Linken
Es ist nicht lehrreich, es ist dumm. Aber in seiner Absurdität enorm aufschlussreich.

Wenn Ihr wissen wollt, was in diesem Land hier gerade abläuft…

Die Schweizer Wochenzeitung hat ein Interview mit Thomas Seibert, „Frankfurter Philosoph und Aktivist”. Bei Frankfurt denkt man gleich an die Frankfurter Schule, und wenn man nach ihm sucht, trifft man auf das „Institut Solidarische Moderne”. Die Person kenne ich nicht, aber dieses „Solidarische Moderne” ist mir gerade schon mal untergekommen, irgendwer hatte mir eine Hinweis dazu geschickt, den ich im großen Haufen aber gerade nicht finde.
Weiß man aber, dass „Solidarität” ein Codewort für Marxismus/Sozialismus ist, kann man davon ausgehen, dass das Fortführungen der Frankfurter Schule sind, die ja auch das Ziel hatte, einen modernisierten Marxismus durchzusetzen. Sieht man dann noch das Zitat von seiner Profilseite
Am ISM interessiert ihn die Kreuzung von außerparlamentarischer Selbstermächtigung in weiter Perspektive und linker Realpolitik in kürzerer Frist.
“Historisch ist so etwas nie lange gut gegangen. Grund genug, das diesmal anders anzugehen: Sich realpolitisch auf wenige, dafür richtungsweisende Dinge beschränken, und dazu außerparlamentarisch auf konfliktive Gegenmacht setzen – auch und gerade zur linken Realpolitik.”
Dann weiß man, dass es um gewaltsame Staatsfeindlichkeit geht. Denn außerparlamentarisch ist auch außerdemokratisch. Und „Selbstermächtigung” und „konfliktive Gegenmacht” heißt eindeutig antidemokratische Aktivitäten. Man kann auch sagen verfassungsfeindlich. Und da sich die Bootsflüchtlinge gleich als aktueller Punkt auf der Hauptseite findet, ist davon auszugehen, dass diese Flüchtlingskrise nicht einfach so passiert, sondern von Linken systematisch betrieben wird, um den Staat zum Sturz zu bringen.
Schon der Titel des Interviews heizt: „Wer die Kanakisierung unserer Gesellschaft zurückdrängen will, ist in der Sache rechts”
„Kanakisierung” als Ziel?
Nehmen wir uns mal ein paar Stückchen heraus:
Wie bei allen Transformationen des Kapitalismus sind dabei aber immer auch Freiheitspotenziale erschlossen worden. Ich komme aus Rüsselsheim, einer Industriestadt. Obwohl dort seit den Sechzigern bereits Zehntausende migrantische Arbeiter lebten, gab es lange nur ein einziges jugoslawisches Restaurant, später eine Pizzeria. Migrantinnen und Migranten waren im Stadtbild überhaupt nicht präsent, wurden nur am Wochenende sichtbar, wenn sie den Bahnhof zum Basar umfunktionierten. Im Zuge des neoliberalen Umbaus hat sich das komplett verändert: Die Rüsselsheimer Innenstadt ist jetzt migrantisch geprägt.
Man beachte: Vorher gab es Restaurants. Jetzt ist die Innenstadt migrantisch geprägt. Was das heißt, kann sich jeder vorstellen.
Was steckt dahinter?
In Bezug auf Migration gibt es eine Fünfzig-fünfzig-Spaltung. Die eine Hälfte der Gesellschaft begreift Einwanderung als positive Entwicklung, während die andere Hälfte sie immer abgelehnt hat. Letztere wurde seit 2015 systematisch ermächtigt, sich auch explizit politisch zu artikulieren. Das geht so schnell, dass ich manchmal das Gefühl habe, dass wir vor einer Niederlage stehen, die dem Deutschen Herbst 1977 und dem Zusammenbruch des Realsozialismus 1989 ähneln könnte. Dann lägen vor uns Jahre, in denen die Linke keinen Stich machen würde.
Schätzen Sie die Lage wirklich so pessimistisch ein?
Zumindest lassen sich für diese Sichtweise genug Belege finden. Gleichzeitig aber sind die Verhältnisse sehr volatil: Den Arabischen Frühling etwa hatte niemand kommen sehen. Dort aber wurde die Praxis des Aufstands wiederentdeckt, wurde die Form «Wir treffen uns alle in der Mitte der grossen Städte und bleiben so lange zusammen, bis die Regierung gestürzt ist» überall auf der Welt aufgegriffen. 2015 ist diese Entwicklung dann abrupt abgebrochen, sodass man manchmal das Gefühl bekommt, es wäre nichts mehr von diesem Aufbruch übrig. Man muss nur an manche Äusserungen von Politikern denken, die weit jenseits dessen liegen, was man noch vor ein paar Jahren für möglich gehalten hätte.
Das ist bösartig.
Er beklagt, dass eine ganze Hälfte der Gesellschaft „seit 2015 ermächtigt wurde, sich zu artikulieren”. Was ist denn das für eine Unverschämtheit? Warum soll ein Teil der Gesellschaft, eine Hälfte gar, einer Ermächtigung bedürfen, sich zu artikulieren, und ihr diese auch noch verwehrt werden?
Offenbar werden Zustände wie in der DDR angestrebt.
Nach dieser Aussage – und das passt exakt zu den Medienkriegen gegen Pegida und AfD – sah man sich (wie eigentlich immer beim Sozialismus) vor dem Zusammenbruch, sobald die Leute die Möglichkeit haben, das Maul aufzumachen. Sozialismus/Kommunismus fällt immer in sich zusammen, sobald die Leute reden können. Das funktioniert eben nicht. Und offenbar hat man sich an „Wir sind das Volk” und den Einsturz der DDR erinnert.
(....)
Und weil schon die 68er das nicht mehr kapiert haben, dass das mit Marx nicht funktioniert hat, und die sich jetzt verfestigt haben, steht auf einmal der Marxismus-Leninismus wieder ganz oben auf der Tagesordnung. (Heißt jetzt halt Feminismus-Genderismus, ist aber das gleiche.)

Oder anders gesagt: Man baut die DDR wieder auf und will frühzeitig verhindern, dass da wieder solche „Wir sind das Volk”-Störer vorbeikommen. Deshalb haben die auf Pegida so überreagiert. Das sind so Nach-Stasi-Ängste. Deshalb ist das alles so Stasi-affin und deshalb haben die Stasi-Fachkräfte im Zensurapparat.
Aber ist es nicht auch sympathisch, dass inzwischen auch Soziologieprofessoren wieder von «Klasse» reden?
Dass der Marxismus und erst recht der Begriff des Kommunismus an den Universitäten lange tabu waren, stimmt. Das lag aber nicht nur an neoliberalen Intrigen, sondern auch daran, dass traditionslinke Kategorien in vielerlei Hinsicht nicht mehr tragen. Dabei unterschätzen viele Linke das Desaster der real existierenden Sozialismen des 20. Jahrhunderts. Schliesslich brach mit ihnen ein Projekt zusammen, das 150 Jahre lang weltweit den politischen Enthusiasmus von Millionen Menschen mobilisiert hat. Eine solche Enttäuschung überwindet man nicht in dreissig Jahren, und sie fordert von uns einen radikalen Neubeginn, auch auf der Ebene der Kategorien.
Er schwafelt sich darum herum, dass die Leute von dem ganzen Kommunismus-Scheiß einfach die Schnauze voll hatten, weil er nicht funktioniert und nur Schaden hinterlässt.
Dann aber haben sich dumme Wohlstandskinder, die noch nie Probleme erlebt haben, mit DDR-Unbelehrbaren vermischt, und plötzlich ist er wieder da, der Marxismus. Weil viele der Leute, die da aktiv sind, den Misthaufen DDR nicht mehr wahrhaben wollen. Entweder waren sie so jung, dass sie den nicht richtig mitbekommen haben oder noch gar nicht geboren waren, oder sie waren Mitläufer, Profiteure, Ideologen. Und obwohl der Kommunismus das ausuferndste Verbrechen des 20. Jahrhundertes und wahrscheinlich der ganzen Menschheitsgeschichte war, gilt er jetzt plötzlich wieder als gut.
Absurderweise führt das dazu, dass ausgerechnet die, die damals Menschen einmauerten und an der Grenze erschossen, heute dafür blöken, dass jeder Mensch ungehindert überall hin können müsse.
Bei Marx sollte Klassenpolitik mit allen Klassen Schluss machen. Deshalb ging es da weniger um die positive Formierung einer Klasse als um die Abschaffung des Umstands, dass man im Leben klassifiziert wird. Bei der Identitätspolitik ist es dasselbe: Es gibt eine liberale Identitätspolitik, etwa in der Institutionalisierung des Feminismus. Identitätspolitik meinte ursprünglich aber gerade eine Politik der Entidentifizierung: die existenzielle Weigerung, die vorgesehene Rolle zu spielen, egal ob als Arbeiter, als Frau oder Jugendlicher. Das ist in den heutigen Debatten so wenig präsent, dass man da erst einmal Erinnerungsarbeit leisten muss. Und dann eine Politik entwickeln, die diese unterbrochene Linie fortsetzt.
Wie könnte das konkret aussehen?
Unsere Gesellschaften sind weithin migrantisch geprägt, wir sind alle kanakisiert. Die zentrale Frage ist deshalb, wie sich das von links, also emanzipatorisch, politisieren lässt. Das heisst nicht, dass Migrantinnen und Migranten das revolutionäre Subjekt wären. Entscheidend ist vielmehr, dass die Zugehörigkeit zur Gesellschaft nach wie vor ethnisch codiert ist. Das ist das, was zur Debatte steht – und auch praktisch infrage gestellt werden muss.
Wie ich es immer sage: Hinter diesem ganzen Gender- und Regenbogen- und Geschlechter- und Migrationsquatsch steht der Versuch, uns alle in eine marxistische Utopie eines menschlichen Einheitsbreis zu zwingen, indem man den Leuten Unterschiede, auch künstliche, aufzwingt und sie gleichzeitig gewaltsam zwingt, sie zu ignorieren, Unterschiede also bedeutungslos zu machen. Wie in Orwells 1984.
Das, was er hier mit „Kanakisierung” umschreibt, heißt nichts anderes, als uns – auch durch Sabotage von Schul- und Universitätsausbildung – auf ein dummes Einheitsniveau zu bringen, damit wir mit allen Migranten auf einer Stufe stehen können. Wir betreiben die systematische Durchverblödung der Gesellschaft, und ein wesentliches Werkzeug der Verblödung ist die Frauenquote, weil man zu deren Erfüllung alle Anforderungen auf Null schrauben muss. Der Dummbrei muss einfach überall hinkönnen, um „gleich” zu sein.
Und darin verrennen die sich wie blöde:
Sie haben aber einen offenen Brief mitunterzeichnet, in dem Wagenknecht als rassistisch bezeichnet wird.
Das war ein taktischer Fehler. Ich ging davon aus, dass alte Errungenschaften antirassistischer Theorie heute selbstverständlich seien – etwa die Unterscheidung zwischen einem bekennenden Rassisten und jemandem, der mit seiner Politik institutionellen Rassismus stützt. Ich war der Meinung, dass das in der Linken ein Allgemeinplatz wäre. Offenkundig ist das nicht der Fall: Mir wurde empört unterstellt, ich hätte Sahra Wagenknecht in völlig überzogener Polemik zur Rassistin erklärt.
Man geht einfach davon aus, dass „Errungenschaften antirassistischer Theorie heute selbstverständlich seien”.
Und wenn’s falsch ist?
Wenn der ganze Quatsch nicht stimmt, weil frei erfunden?
Inwiefern stützt Wagenknecht den institutionellen Rassismus?
Der Rassismus beginnt schon bei ihrer Problemdefinition: Dass Migrantinnen und Migranten kommen und gleichen Zugang zu unseren Möglichkeiten und Rechten haben wollen, ist für Wagenknecht etwas, das ordnungspolitisch unterbunden, zumindest eingeschränkt werden muss.
Das heißt, wenn man nicht will, dass jeder Mensch der Welt hierher kommen und sich einfach nehmen kann, was wir erarbeiten, dann ist man Rassist. Einfach nur weil man das Ergebnis seiner Arbeit schützen will.
Unabhängig davon ist aber der Konflikt in der Linken zwischen dem «Offene Grenzen für alle»-Flügel und demjenigen, der das ablehnt, virulent.
Ja. Entscheidend ist die Frage, ob wir strategisch an den Sommer der Migration anknüpfen oder uns in den strukturell rassistischen Konsens derer stellen, die ablehnen, was 2015 möglich wurde. Faktisch haben wir eine Situation, in der von der AfD bis zu Teilen der Linkspartei gesagt wird: Das zentrale Problem unserer Gesellschaft ist der Zustrom von Migranten. Dabei weiss ich nicht, was ich eigentlich für infamer halte: Leute, die Schwarze, die nach Europa kommen, ablehnen, weil sie Schwarze sind, oder Leute, die sie ablehnen, weil sie angeblich aus der schwarzen «mobilen Elite» stammen und die Kampfkraft deutscher Arbeiter schmälern.
Daran erkennt man den Selbstbetrug linken Denkens, oder genauer gesagt, den Umstand, dass Marxismus aus nichts als Selbstbetrug besteht.
Denn was ist, wenn es mit der Hautfarbe gar nichts zu tun hat, sondern alleine darum geht, dass wir unser Leben lang hart arbeiten und es nicht wollen, dass andere einfach kommen und sich bedienen?
(....)
Und deshalb machen sie uns auch die Schulen kaputt. Weil man ihnen nur folgt, wenn man dumm genug ist.

Um es klar zu sagen: Jeder Versuch, die Kanakisierung unserer Gesellschaft zurückzudrängen, ist in der Sache rechts und wird deshalb auch zwangsläufig autoritär.
Und deswegen haben wir die beiden Effekte der Migration und der Verblödung der Schulen. Die Einheitskanakisierung. Oder vornehmer ausgedrückt: „Einfache Sprache.”
Ich bin sehr skeptisch gegen das Abdriften ausgerechnet der radikalen Linken in Stadtteilinitiativen mit möglichst niederschwelligen Forderungen nach billigem Wohnraum und so weiter. Das muss es geben, keine Frage. Ich glaube aber nicht, dass das die Aufgabe von Linksradikalen ist. Ihre Funktion ist, die vorderste Front der Auseinandersetzung zu markieren, also eben etwa «Grenzen auf für alle» zu fordern. Es muss jemanden geben, der solche Positionen unverhandelbar ins Spiel bringt.
„Grenzen auf für alle” unverhandelbar ins Spiel zu bringen. In Außerparlamentarischer Selbstermächtigung.
Da sind die Leute, die den Staat sabotieren und uns alle vernichten.
Das sind die Leute, die die Migration systematisch veranstalten und dabei unbegrenzt Tote in Kauf nehmen (wie schon immer im Marxismus), um alles zu zerstören, was ist, weil nur in der totalen Zerstörung von allem die Utopie der Gleichheit entsteht.
Da habt Ihr die Migrationsursachen. Nicht Flucht. Nicht Armut. Kriminelle Marxisten.

ganz hier:http://www.danisch.de/blog/2018/07/22/in...em-linken/

(Schnappatmung vorprogrammiert!)
 
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#4
Der Herr Danisch hat ja manchmal ganz pfiffige Einfälle. Aber es ist leider nicht möglich, jemand ernstzunehmen, der Feminismus-Genderismus für den neuen Marxismus-Leninismus hält. Diese Aussage ist entweder bewußter Blödsinn im Sinne des Dadaismus, oder zeugt davon, daß der Autor noch nichtmal die Spur einer Ahnung davon hat, worum es im Marxismus-Leninismus geht. Um diese Wissenslücke zu stopfen, müßte er sich allerdings eine ganze Weile ins Studium vergraben.
Antworten
#5
(22.07.2018, 19:27)BSB schrieb: Der Herr Danisch hat ja manchmal ganz pfiffige Einfälle. Aber es ist leider nicht möglich, jemand ernstzunehmen, der Feminismus-Genderismus für den neuen Marxismus-Leninismus hält. Diese Aussage ist entweder bewußter Blödsinn im Sinne des Dadaismus, oder zeugt davon, daß der Autor noch nichtmal die Spur einer Ahnung davon hat, worum es im Marxismus-Leninismus geht. Um diese Wissenslücke zu stopfen, müßte er sich allerdings eine ganze Weile ins Studium vergraben.

Vielleicht klärst du das in einfachen Worten auf im Sinne der Situation in Deutschland 2018.)

Danisch übrigens legt schon nach im Sinne der weiteren Entwicklung:

Migrationskampagne = RAF 2.0 ?
Noch ein Gedanke.

Dass ich den für dumm und kriminell halte, habe ich, denke ich, zum Ausdruck gebracht. Einige Leser wiesen aber noch auf ein Detail hin. Ich greife die Aussage nochmal auf:
Das geht so schnell, dass ich manchmal das Gefühl habe, dass wir vor einer Niederlage stehen, die dem Deutschen Herbst 1977 und dem Zusammenbruch des Realsozialismus 1989 ähneln könnte. Dann lägen vor uns Jahre, in denen die Linke keinen Stich machen würde.
Einige Leser missbilligen solche Aussagen, 1977 (Ende des RAF-Terrorismus mit reihenweise Morden) oder 1989 (Ende der DDR) als „Niederlage” einzustufen.
Das ist ein wichtiger Punkt, der mir bei meinem Kommentar zwar schon aufgefallen war, ich habe ja auch die DDR angesprochen, aber nicht über das Interview hinaus, auf das ich mich konzentriert hatte.
Nun geht mir das durch den Kopf, zumal es ja einen direkten Zusammenhang zwischen RAF und DDR gab, die RAF operierte ja von der DDR aus und fand da Unterschlupf. Beides gehört ja zusammen.
Und wie ich neulich schon mehrmals schrieb, ersteht auch beides zusammen gerade wieder auf. Berlin wird gerade wieder Hauptstadt der DDR, die Stasi lebt auch wieder, nur dass sie jetzt Social Media kontrollieren statt Telefone abzuhören und Mikrofone in die Zimmer zu nageln, und die Studentenorganisationen der drei Berliner Universitäten haben ihr Design in RAF-nahe Darstellungen geändert.
DDR und RAF erstehen gerade aus Ruinen wieder auf. Sogar ihre Hymne können sie behalten, und Merkel in ihrem Lauf hält weder Ochs noch Esel auf. Der schwarze Kanal läuft auch wieder, sogar in mehreren Varianten.
Und dieses Interview mit diesem Thomas Seibert stellt ja nun einen direkten Zusammenhang zwischen außerdemokratischem Migrationsaktivismus, RAF und DDR her. Und es war ja nun Ziel besonders der RAF, aber auch der DDR, den Staat zu zerstören, insbesondere indem man ihn zu Reaktionen zwingt.
Und hier ging ja nun auch hervor, dass man da so eine Wiederholung des Arabischen Frühlings versucht, und damit den Staat durch Importkriminalität und staatlich nicht mehr zu beherrschende Menschenmengen zum Sturz bringen will.
Die alte Masche von 1977, Leute zu erschießen oder zu entführen, zieht nicht mehr, zumal man sich ja immer von den Rechten zu unterscheiden sucht, indem man behauptet, Gewalt nicht gegen Personen auszuüben (also ob abgesoffene oder verdurstete Migranten keine Toten wären). Letztlich aber muss man dann die ertrunkenen oder unterwegs gestorbenen Migranten, sowie alle hier durch Gewalt gestorbenen Personen der radikalen Linken als Tote anrechnen. Vielleicht sollte man einfach mal irgendwo Stolper- oder Gedenksteine für durch linke Aktionen ertrunkene Migranten aufstellen.
Die Frage ist aber, gerade auch im Zusammenhang mit dem im Interview beschriebenen Wiedererstarken von Marxismus-Lenisnismus und dem zu beobachtenden Wiederaufleben von RAF-Symbolik und linksradikaler Anhängerschaft:
Ist die Migration also der Angriff einer neuen RAF auf den Staat? 
http://www.danisch.de/blog/2018/07/22/mi...e-raf-2-0/

(kommt das was auf uns zu?)

hab mir die Defintion von Marxismus-Leninismus und real exisierendem Sozialismus übrigens hier geholt und gleichmal in den Kommentaren geschnüffelt.

DDR Verklärung schreibt:
12. März 2015 um 12:23
Guten Tag, warum lassen Sie völlig unerwähnt, dass Lenin und besonders Stalin ein Massenmörder war, der jeden aus dem Weg räumte, der nicht in seine Welt passte. Wie viele sind in der Zeit in Russland von den eigenen Leuten umgebracht worden? Millionen. Auf diese Ideologie können wir gerne verzichte.
DDR….da habe ich gelebt, das war ein „tolles“ Land. Keine freien und geheimen Wahlen, Umweltverschmutzung erster Güte, psychische Einflussnahme schon in der KITA/Schule, Anspruch und Realität gingen weit auseinander und die ganze Polizei und Stasi Belästigungen…ach lassen wir das, die Ewiggestrigen sterben nie aus. Die ersten freien Wahlen haben eben nicht der PDS sonder anderen Parteien zur Mehrheit verholfen und die Einheit war dann logisch, nix mit Annexion. Bereits Mitte der ´80 iger Jahre hatte Mittag selbst erklärt, dass die DDR faktisch Pleite ist….das wurde natürlich nicht veröffentlicht. Mal theoretisch, was wäre passiert, wenn die DDR über die BRD „gesiegt“ hätte? Hätte dann eine CDU z.B. (wie die PDS) zu den ersten gemeinsamen Wahlen antreten dürfen und dabei ihr gesamtes Parteivermögen retten können? Massenverhaftungen, Verbote hätte es gegeben und das Einparteiensystem wäre samt Schild und Schwert übers Land gefegt. Pläne dazu lagen alle in der Schublade beim Polizistenmörder.
Ich möchte keine Nazis und auch keine rot lackierten, denn im Kern gibt es kaum Unterschiede.

sascha313 schreibt:

12. März 2015 um 15:51
Normalerweise werden Kommentare von verkappten Nazis, bezahlten Provokateuren und Forentrollen sofort gelöscht. Doch ausnahmsweise dazu mal hier ein paar Antworten:
1. Waren Lenin oder Stalin „Massenmörder“? Gibt es dafür irgendwelche Beweise? Nein, es gibt sie nicht. Die Berichte, die darüber verbreitet werden, übertreffen sich gegenseitig in den Millionen, einer mehr als der andere. So viele Einwohner hatte die Sowjetunion in ihren besten Zeiten gar nicht. Goebbels, Hearst, Conquest, Solzhenizyn und andere antikommunistische Auftragsschreiber der Großbourgeoisie unterscheiden sich da nur wenig. Selbst bürgerliche Quellen widersprechen sich und ziehen ihre Behauptungen mitunter zurück, um ihren Ruf als seriöse Historiker nicht zu riskieren.
2. „der jeden aus dem Weg räumte“ – das gehört ebenso ins Reich der Legende. Selbst der Märchenerzähler Solzhenizyn mußte zugeben, daß seine Gulag-Geschichten ins Reich der politischen Lyrik gehören.
3. Wer in der DDR gelebt hat, der weiß, daß es da keine „Kitas“ gab. Wir hatten nur Kindergärten und Kinderkrippen. Ebenfalls natürlich Kinderheime, in denen Waisenkinder und Kinder aus schwierigen Familienverhältnissen von unserem sozialistischen Staat liebevoll umsorgt wurden.
4. Die Wahlen zur Volkskammer der DDR waren sehr wohl allgemein, gleich, unmittelbar und geheim. Es waren freie Wahlen; niemand wurde dazu gezwungen. Sie wurden nach den Grundsätzen des Verhältniswahlrechts durchgeführt. Die Abgeordneten wurden für die Dauer von vier Jahren gewählt. Die demokratischen Kräfte, die politischen Parteien und Massenorganisationen der DDR hatten ein gemeinsames Programm in der Nationalen Front des demokratischen Deutschland. In Wählerversammlungen erfolgte eine persönliche Vorstellung der zur Wahl aufgestellten Kandidaten, die verpflichtet waren, über ihre bisherige Tätigkeit zu berichtenund von den Wählern geprüft und ggf. auch abgelehnt werden konnten. Beispielweise wurden zur Volkskammerwahl im Oktober 1950 von den 12.325.168 Wahlberechtigten 12.144.597 Stimmen (98,5%) abgegeben. Anders als in der BRD, wo oft überhaupt nur ein Drittel der Wahlberechtigten an Wahlen teilnimmt, war die Wahlbeteiligung in der DDR sehr hoch.
5. Polizei und „Stasi“ – eine Belästigung? Nein, das kann man nicht sagen. Die Sicherheitsorgane hatten in der DDR weit weniger Probleme zu lösen als heute in der BRD, denn die Kriminalität war vergleichsweise verschwindend gering. Mit dem Entstehen sozialistischer Produktionsverhältnisse und der Entwicklung neuer, sozialistischer Beziehungen zwischen den Menschen wurden der Kriminalität wesentliche Wurzeln entzogen. Die Überwindung rücksichtsloser, egoistischer und kapitalistischer Denkweisen war jedoch keine einfache Aufgabe. Die festgestellten Straftaten waren, wie man sieht, rückläufig:
Jahr – Insgesamt – je 100.000 der Bevölkerung
1950 – 230.263 – 1.252
1957 – 169.557 – 967
1962 – 162.280 – 948
Das Ministerium für Staatssicherheit klärte zudem Wirtschaftverbrechen auf, auch wurden weitere Nazi- und Kriegsverbrecher entlarvt (wie z.B. 1983 der Mörder von Oradour) und die und andere Kriminelle sind zurecht verurteilt worden.
6. War die DDR pleite? Das ist Unsinn und wurde bereits mehrfach widerlegt. Da die DDR 1990 bis zur Auflösung Kunst- und Kulturschätze, Maschinen, Bodenschätze, Immobilien, Seen, Wälder und Land im Wert von Zigtausenden Milliarden Dollar sowie nebenbei auch einige Goldreserven (60 Tonnen) hatte und bis zuletzt alle Löhne und Renten zahlen, alle Kredite und Zinsen bedienen konnte und nie zahlungsunfähig, nie überschuldet und nie kreditunwürdig war, trifft der Vorwurf einer Pleite nicht zu.
7. War die „Wiedervereinigung“ ein von den DDR-Bürgern gewünschter Vorgang? Nein, natürlich nicht. Es gab weder eine Volksabstimmung darüber noch ein völkerrechtliches Abkommen, wie das zwischen zwei souveränen Staaten üblich ist. Die Mehrheit der DDR-Bürger wollte „eine bessere DDR“, was natürlich illusorisch war angesichts der vorangegangenen Zersetzung der KPdSU nach 1956 und des erstarkenden Einflusses der Westmächte. Doch nach der Zerstörung der Sowjetunion durch die kommunismusfeindliche Clique um Gorbatschow wurde die DDR sozusagen verkauft, danach annektiert und mit Hilfe der sog. Treuhand ausgeplündert. Das Volkseigentum, Immobilien und Grundbesitz sowie die Goldreserven gelangten in private Hände. Das Volk der DDR wurde damit praktisch vollständig enteignet.
8. Gab es in der DDR mehrere Parteien? Ja, das ist richtig. Neben der SED (der Partei der Arbeiterklasse) gab es die CDU, die LDPD, die DBD und die NDPD. Alle diese Parteien entwickelten sich zu demokratischen Parteien.
9. Und Umweltverschmutzung? Ja, es gab sie. Genannt seien da nur die Kohleheizungen. Doch ist die Umweltverschmutzung heute unvergleichlich größer und gefährlicher (wie Fukushima! – das wird natürlich verschwiegen) – nur eben weniger in Europa, dafür aber an anderen Plätzen in der Welt, wo die die kap. Länder ihren Plastikmüll, ihren Schrott und ihre giftigen Chemikalien gerade mal abwerfen…
Schließlich: Ist es richtig, daß die Ewiggestrigen nie aussterben? Ja, das kann man so sagen, obwohl man ja niemals nie sagen sollte. Am Beispiel des Heinz Barth (der Mörder von Oradour) läßt sich das sehr klar belegen. Barth war 1983 von einem DDR-Gericht trotz nachgewiesener Schwere seiner Verbrechen nicht zum Tode, sondern zu lebenslangem Freiheitsentzug bestraft worden. Bekanntlich ließ er nach 1990 über seine Anwälte die Kassation seines Urteils betreiben und erlangte in der BRD sogar eine Haftentschädigung. Er blieb ein Leben lang ein „Ewiggestriger“ – überzeugter Nazi.
Und was den Marxismus-Leninismus betrifft, um den es hier geht, so ist das die einzig wissenschaftliche Weltanschauung der Arbeiterklasse, die den Weg aus der imperialistischen Barbarei zeigt. Allerdings darf man sich dabei keinen Illusionen hingeben, denn wie auch der vorstehende Kommentar beweist, sterben die „Ewiggestrigen“ nur langsam, sehr langsam aus!

(Die Debatten sind gekennzeichnet durch die Aufrechnung der Toten auf beiden Seiten, auch bei Danisch. Durch die ewige Auseinandersetzung um die richtige Darstellung von Geschichte. Ist jemand überhaupt in der Lage das beste aller Systeme zu beschreiben, auch wenn es nicht der eigenen Vorstellung entspricht? Zuletzt, das ewige Links-Rechts-Geplänkel nervt)

wer klärt auf?
 
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#6
Vielleicht war es ein Fehler, durch meine Bemerkung diese Diskussion hier zu veranlassen. Das Forum zeichnet sich ja gerade dadurch aus, daß Erkenntnis über ideologische Gräben hinweg gewonnen wird. Aber Danisch selbst ist eben ein Grabenkrieger, und ich konnte meinen Ärger darüber nicht zurückhalten, daß jemand, der die Courage und den Verstand zu selbständigem kritischen Denken besitzt, sich zur theoretischen Begründung seiner Ansichten auf den alten Adenauerschen Antikommunismus zurückzieht, den er noch bis zum Irrwitz übersteigert.

Der Lexikonartikel ist wie fast alles aus der DDR sehr gut, setzt aber vieles voraus, was nach einem Vierteljahrhundert Entmarxisierung nicht mehr vorausgesetzt werden kann und eignet sich daher nicht als Einführung. Ich empfehle:

Hans Heinz Holz: Kommunisten heute. Die Partei und ihre Weltanschauung. Neue Impulse Verlag 1995.
Hier zu beziehen: https://shop.unsere-zeit.de/HANS-HEINZ-H...inz%20Holz
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#7
Eine Verschwörungstheorie:

Auferstanden aus Ruinen 2.0
Mal eine Verschwörungstheorie. Eine würzige.

Ein Leser hat mich gerade auf mehrere Gedankengänge gebracht. Ich schmücke das mal mit eigenen Überlegungen reichlich aus.
Die Älteren unter den Lesern werden sich noch an die letzten Jahre der DDR erinnern. Die Technikaffineren unter diesen älteren Lesern werden sich noch daran erinnern, wie albern Honecker damals versucht hatte, im Bereich Computertechnik zu punkten. Der Megabit-Speicherchip, der damals groß vorgeführt wurde, aber im wesentlichen ein Bluff war. Oder der mühsam von den Russen nachgebaute Z80-Clon. Die Robotronic-Versuche, sowas wie C64 zu bauen.
Berücksichtigt man dabei sozialistische Wirtschaftswissenschaft, kommt man am Kondratieff (auch Kondratjew)-Zyklus nicht vorbei. Nach dieser (anscheinend stimmenden) Theorie eines Russischen Wirtschaftswissenschaftlers, 1926 veröffentlicht in einer Zeitschrift für Sozialwissenschaft und Sozialpolitik, gibt es langwellige Industrie- und Technologiezyklen, die im Abstand von etwa 40 bis 60 Jahren komplett Neues bringen und die Wirtschaft und das Leben komplett umkrempeln. Laut Wikipedia ist man sich dabei über 5 Zyklen einig:
  1. Periode (ca. 1780–1840): Frühmechanisierung; Beginn der Industrialisierung in Deutschland; Dampfmaschinen-Kondratjew. Es gibt Vermutungen, dass es in England schon einen früheren Zyklus gab.
  2. Periode (ca. 1840–1890): Zweite industrielle Revolution Eisenbahn-Kondratjew (Bessemerstahl und Dampfschiffe). In Mitteleuropa Gründerzeit genannt.
  3. Periode (ca. 1890–1940): Elektrotechnik- und Schwermaschinen-Kondratjew (auch Chemie)
  4. Periode (ca. 1940–1990): Einzweck-Automatisierungs-Kondratjew (Basisinnovationen: Integrierter Schaltkreis, Kernenergie, Transistor, Computer und das Automobil)
  5. Periode (ab 1990): Informations- und Kommunikations-Technik-Kondratjew (Globale wirtschaftliche Entwicklung)
Wobei ich persönlich mit der Zahl 1990 für IT-Technik nicht ganz einverstanden bin, das würde ich auf 70er oder 80er Jahre legen.
Der Leser meinte nun, dass aus Sicht der Russen und der DDR der Ostblock diese IuK-Periode „verschlafen” hat und begriffen hat, dass sie das nicht wieder werden aufholen können.
Der Westen produzierte auf einmal moderne Computer und Betriebssysteme, und vor 1990 waren ja schon IBM, DEC, Sun und sowas alles da, auch Unix, 68000-Prozessor, Amiga, Atari ST, Personal Computer (1981), und schon zu meiner Schulzeit stand in vielen Kinderzimmern ein C64, und ich kann mich noch erinnern, dass ich mir während meiner Grundwehrzeit noch billig im Supermarkt einen VC20 gekauft und auf 64kByte (!) Speicher hochgelötet habe, weil der nämlich genau in das Wertfach meines Bundeswehrspindes passte, und für den Inhalt des Wertfaches gab es keine Vorgaben, da durften die Vorgesetzten auch nicht reinschauen.
Das ist insofern interessant, als die Amerikaner den Russen bis etwa in die 50er Jahre / Nachkriegszeit technologisch nicht voraus waren. Die Amerikaner waren technologisch ein primitiver Agrarstaat, haben aber im Zuge des Krieges (Alan Turing, Enigma, Bombe, Kolossus und so weiter) die ungeheure Bedeutung der Computertechnik und Elektronik begriffen und darüber eine Welttechnologieführerschaft aufgebaut. Noch in den 60ern waren die Russen vorne, was Raumfahrt angeht, bis die Amerikaner das Problem begriffen und sich Mühe gegeben haben, und auch erst mal zum Mond geflogen sind.
(....)
Und vielleicht war das Aufreißen der Mauer durch den berühmten Schabowski-Auftritt gar nicht so versehentlich, wie das aussah. Vielleicht ging es darum, die BRD zu überrennen, bevor die mitbekommt, was eigentlich gerade abläuft. Ich kann mich noch erinnern, wie damals mit 2 Tagen Verzögerung wegen der Entfernung die Trabbi-Lawine in Karlsruhe einfiel und die Leute fassungslos im Wertkauf vor randvollen Hochregalen und der vollgestopften 100-Meter-Kühltheke standen. Auch da war die DDR ja hoffnungslos unterlegen. (Was ja kurios war, denn ich habe mit einigen gesprochen, für die da ein Weltbild zusammenbrach, weil sie sagten, sie hätten immer gelernt, sowas gäbe es nicht, das wäre nur West-Propaganda, und sie extra möglichst weit weg von der Grenze gefahren seien, um die „Wahrheit” herauszufinden, und dann standen sie in diesem absurden Konsumtempel, in dem es alles und alles sofort gab. Ich habe mal welche schwer geschockt, als ich ihnen sagte, dass wenn ihnen die Auswahl nicht reicht, sie nochmal ein paar Kilometer weiter fahren müssten, über die nichtexistierende Grenze nach Wissembourg in Frankreich, erst da im Supermarkt mit den französischen Gott-in-Frankreich-Lebensmitteln würden ihnen richtig die Augen übergehen. Und eine Grenze oder Grenzbeamte gäb’s da erst gar nicht, auch keine Mauer, man fährt einfach, und ist irgendwann in Frankreich. Das war der Punkt, an dem manche von ihnen eigentlich einen Notarzt gebraucht hätten.

SED und Stasi wussten aber zweifellos, dass das so war, und das sie das auf Dauer weder einholen noch geheim halten konnten. Die Überlegenheit des Sozialismus lässt sich so nicht behaupten.
Besagter Leser nun erzählte mir, dass er vor einigen Jahren in Wismar mit einem Menschen gesprochen habe, der ihm gesagt habe, dass das Ende der DDR nur Theater für die Wessis gewesen wäre, SED, Stasi und so weiter, sie seien alle noch voll da und organisiert. Dasselbe hat man mir in Berlin und über Berlin auch schon mal gesagt.
War der Zusammenbruch in Wirklichkeit ein Überraschungsangriff?
Dem Kohl einfach einreden, er hätte gewonnen und alles wird gut?
Hat die Stasi Merkel (und Gauck) installiert?
Denn auffällig sei ja schon, dass Merkel doch sehr DDR-mäßig war. Sie sei zwar in der Ost-CDU gewesen, aber im Einparteien-System DDR sei die Ost-CDU auch nur eine Filiale der SED gewesen. Und gerade deshalb aber perfekt, um sie in die West-CDU einzuschleusen.
Es heißt immer so schön, dass Merkel einfach gar nichts machen muss, außer sich ans Ufer zu setzen abzuwarten, dass alle ihre Gegner als politische Leiche vorbeischwimmen. Vielleicht ist das ja gar kein Zufall, vielleicht ziehen da ja genügend viele Leute die Fäden, um jeden zu Fall zu bringen, der der SED-Agentin gefährlich werden könnte.
Auffällig ist schon, dass wir jetzt plötzlich eine immer stärkere DDR-isiuerung haben.
Und es passt schon sehr gut zu zwei Punkten im Kalender:
  • Der Kondratieff-Zyklus für Informationstechnik, den man verschlafen hat, neigt sich dem Ende zu, man hat den Rückstand voll aufgeholt.
  • Viele der jüngeren SED- und Stasi-Leute, die 1990 aber schon in Stasi und SED waren, also so 20 bis 35, sind jetzt 30 Jahre älter und damit so 50 bis 65 Jahre alt, also gerade noch in dem Alter, in dem sie selbst noch etwas bewirken können. (Merkel: 64)
    Und jetzt plötzlich erleben wir einen massiven DDR-Schwenk, und finden in immer mehr Stellen SED/Stasi/DDR-Leute. Mitteldeutscher Rundfunk. Berliner Bausenat. Amadeu-Antonio-Stiftung. Die LINKE. Viele Ex-SEDler in der SPD und in den Landtagen.
    Massive Veränderungen in Richtung Einheitssozialismus. Wer wenig arbeitet, der bekommt Wohngeld, Aufstockung und so weiter. Wer viel arbeitet, dem wird alles über die Steuer weggenommen. Wir nähern uns einem Einheitslohn immer mehr an, und die Demokratie wird immer stärker und immer systematischer zerstört.
Die These, dass die DDR nicht untergegangen ist, sondern die BRD frisst, habe ich schon öfters geäußert. Und wenn man sich anschaut, was da alles gerade so abläuft im öffentlichen Leben, bauen die längst eine Stasi wieder auf. Und finanzieren sie längst aus Steuermitteln als „Frauenförderung”, „Gleichstellungsbeauftragte” und „Kampf gegen Rechts”. Dass der „antifaschistische Schutzwall” heute virtuell ist, habe ich schon mal geschrieben. Und das Feminismus-Genderismus nur die Tarnbezeichnung für Marxismus-Leninismus ist, auch. Die bezahlen da eine riesige Untergrund- und Überwachungsarmee. Wer nicht spurt, ist sofort seine Karriere los.
Und über Rassismus-Hetze und Migrantenschwemme zerstört man alles, woran die Leute noch irgendwie glauben, woran sie sich noch halten.
Und die ständig mit Hochdruck bekämpfte AfD scheint das einzige zu sein, was im Konzept nicht vorgesehen ist und nicht in den Plan passt. Betriebsunfall.
Haltet die Augen offen.

ganz > http://www.danisch.de/blog/2018/07/28/au...uinen-2-0/
 
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#8
#Me two- Eine Gespensterdebatte

Vera Lengsfeld
Veröffentlicht am 1. August 2018

Seit mehreren Tagen läuft auf Twitter eine „Debatte“ genannte Anklage gegen die Deutschen, die angeblich immer noch unglaublich rassistisch sein sollen. Die Qualitätsjournalisten und Politiker, die sonst immer behaupten, in den sozialen Netzwerken würde mit Fake-Botschaften gehetzt, halten in diesem Fall alle erzählten Vorkommnisse für wahr. Die spannende Frage, warum ihnen dieser überall lauernde Alltagsrassismus im täglichen Leben noch nicht aufgefallen ist, beantworten sie mit der Selbstanklage, sie hätten eben nicht richtig hingeschaut, bzw. die Augen fest verschlossen.
Der moderne Rassismus ist keinesfalls mehr das, was er zu den Hochzeiten tatsächlicher rassistischer Verfolgung war. Er hat nichts mehr mit Rasse zu tun oder mit wirklicher Diskriminierung. Heute ist Rassist, wer einen Einwanderer fragt, woher er stamme. Das habe ich mir nicht ausgedacht, um die #Me two- Kampagne zu diskreditieren. Nein, das habe ich zum Frühstück in MDR-Kultur von einer Aktivistin erklärt bekommen. Furchtbar falsch ist auch, als Journalist türkische Gemüsehändler nach ihrer Meinung zu Erdoğan zu befragen. Man würde die Türken damit auf Gemüsehändler reduzieren. Worin die rassistische Beleidigung eigentlich bestehen soll, muss da nicht mehr erklärt werden. Bei dieser Betrachtungsweise sind sie so dicht gelegt, dass sich jeder Nicht-Migrant unweigerlich darin verfangen muss.
Wenn die Polizei in einem Zug nach einem eingewanderten Intensivtäter fahndet, sollte sie biodeutsche Omas unbedingt auch kontrollieren, sonst ist sie rassistisch. Die Frage, warum Einwanderer, die seit Jahrzehnten hier leben, immer noch kaum deutsch sprechen, ist natürlich auch rassistisch. Kinderehen, Zwangsheiraten, mehrere Ehefrauen, Gewalt gegen Frauen und Kinder bei Migranten zu missbilligen und auf unsere emanzipatorischen Errungenschaften zu bestehen, ist selbstverständlich reiner Rassismus. So etwas zu thematisieren, würde zur Stigmatisierung aller Einwanderer führen.
Umgekehrt kann man Deutsche getrost als Schweinefleischfresser oder Köterrasse beschimpfen. Da stellen dann sogar deutsche Gerichte fest, dass dies keine Beleidigung darstelle, weil alle und damit niemand gemeint sei. Wenn umgekehrt ein politischer Einfaltspinsel in einer Fastnachtsrede von Kameltreibern spricht, ist das selbstverständlich Rassismus, selbst wenn die Staatsanwaltschaft keinen Grund zur Aufnahme eines Strafverfahrens sieht.
Ich gestehe, ich kann das nicht mehr hören. Deutschland hat, von einer unfähigen Politik gezwungen, in den letzten drei Jahren mehr Einwanderer aufgenommen, als alle anderen EU-Staaten, Amerika, Australien und Kanada zusammengenommen. Die meisten Einwanderer wollen unbedingt ihre Familien nachholen. Wir wurden informiert, dass allein die Einwanderer mit nur subsidiärem Schutzstatus 30 000 Anträge auf Familiennachzug gestellt haben. Wie hoch der Familiennachzug bei den Asylberechtigten ist, darüber wird die Bevölkerung nicht informiert, wohl, um sie nicht zu verunsichern. Daneben hält die chaotische Einwanderung, meist ohne Papiere, ungebremst an. Nach wie vor „tröpfeln“ an die 500 illegale Einwanderer täglich über die Grenze. Das macht im Jahr noch einmal etwa 200 000 Neubürger aus. Zusätzlich sorgen die „Seenotretter“ für weitere Schutzsuchende. Gleichzeitig sind das die Leute, die Deutschland für ein vom Rassismus beherrschtes Land halten. Wieso bringen sie dann immer mehr Menschen hierher? Um die Schutzsuchenden rassistischen Attacken auszusetzen?
Die Steuerzahler dieses Landes sollen demnächst weitere 93 Milliarden Euro für die Einwanderer bereitstellen. Das hat die Merkel-Regierung so beschlossen. Es regt sich kein sichtbarer Widerstand dagegen. Ist die klaglose Alimentierung von Einwanderern durch den Steuerzahler eine besonders raffinierte Tarnung des Alltagsrassismus in unserer Gesellschaft?
Warum wird den Deutschen auf allen Kanälen einzuhämmern versucht, dass sie ein Rassismus-Problem hätten?
Die Rassismus-Keule ist eine politische Waffe zur Durchsetzung von Sonderinteressen von Einwandererverbänden. In diesem Zusammenhang kann man nicht oft genug auf ein Strategiepapier verweisen, das im Kanzleramt in Anwesenheit von Kanzlerin Merkel von der damaligen Integrationsbeauftragten Aydan Özoğuz vorgestellt wurde. Auch wenn dieses Papier vorerst in der Schublade verschwunden ist, heisst das nicht, dass es vom Tisch ist.
In diesem „Impulspapier der Migrant*innen- Organisationen zur Teilhabe an der Einwanderungsgesellschaft“ werden knallharte Forderungen zum Umbau unserer Gesellschaft gestellt. Abgesehen davon, dass niemand weiß, wer diese „Migrant*innen-Organisationen sind und was sie für ein Mandat haben, laufen ihre Forderungen, die von der ehemaligen Staatsministerin gefördert werden, auf eine Abschaffung der alten Bundesrepublik hinaus.
Von Integration ist in diesem Papier nicht mehr die Rede, nur noch von „interkultureller Öffnung“ der Gesellschaft und ihrer Organisationen und Institutionen. „So wird Teilhabe von Individuen, Bevölkerungsgruppen und Organisationen an Entscheidungs- und Willensbildungsprozessen strukturell verankert als Teilhabe am Haben und am Sagen. Vielfältige interkulturelle Perspektiven werden von vornherein stärker einbezogen. Dadurch können Zugangsbarrieren für Menschen mit Einwanderungsgeschichte abgebaut und Dienstleistungen diskriminierungsfrei, kultursensibel und effektiver angeboten werden.“ So würden „Verteilungskämpfe“ zwischen denen, die immer da waren und denen, die neu hinzukommen, verhindert.
Wenn die Migranten-Funktionäre und -Aktivisten davon reden, dass Deutschland ein Einwanderungsland sei, blenden sie aus, dass Einwanderung keine Einbahnstraße ist. Ein Einwanderer respektiert die Emanzipatorischen Standards der aufnehmenden Gesellschaft und versucht nicht, sie zu unterlaufen oder gar abzuschaffen. Ein Einwanderer hat Pflichten, zuvörderst die, die Sprache zu lernen. Ein Einwanderer bringt seine Talente und Fähigkeiten ein, bevor er Forderungen stellt. Davon ist in dem „Impulspapier“ keine Rede.
Weil nicht so ohne weiteres einzusehen ist, warum die einheimische Bevölkerung ihre erarbeiteten Werte ohne Gegenleistung mit Einwanderern teilen soll, muss sie eingeschüchtert werden, damit sie keinen Widerspruch wagt. Genau das passiert in der so genannten Rassismus-Debatte.
Eine genauere Analyse des „Impulspapiers“ finden Sie hier.

https://vera-lengsfeld.de/2018/08/01/me-...erdebatte/

Wer nur den Hauch von Kritik übt, ist Rassist!

metoo!

[TAZ]
Hashtag #MeTwo: Einfach mal zuhören
Unter dem Hashtag #MeTwo twittern Tausende ihre Erfahrungen mit Rassismus. Viele Reaktionen darauf sind verharmlosend und beleidigend. Seit Tagen beschreiben Tausende Menschen bei Twitter unter dem Hashtag #MeTwo, wie sie in Deutschland ausgegrenzt und diskriminiert werden. Statt der sonstigen Fußballkommentare und Tatort-Witze wird die Plattform nun dazu genutzt, um auf Rassismus aufmerksam zu machen. Und das ziemlich erfolgreich – innerhalb von zwei Tagen wurde #MeTwo zum meistgeteilten Hashtag innerhalb des deutschschsprachigen sozialen Netzwerkes.....
 
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#9
Passend zur Wahnvorstellung "Deutschland in linker Hand" ein interessanter Bericht von einer AfD-Sozialkonferenz.

https://www.jungewelt.de/m/artikel/33959...isten.html
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#10
"Danisch selbst ist eben ein Grabenkrieger" - es ist völlig korrekt, BSB, das hier anzumerken.
Wer die DDR-Situation damals so einseitig schildert (Schnappatmung vor Kühltheken...) und nicht sagt, wie  viele hunderttausende Rentner aus der DDR in den Westen kamen und  durchaus  aus eigener Anschauung wussten, was Konsumtempel bedeutet, der wird auch Deutschland 2018 nicht korrekt schildern.
Wer nicht sieht, dass auch in der DDR der 70er Jahre CNC-Maschinen  mit Lochstreifen liefen, dass auch in den 80er Jahren  hochmoderne Maschinen aus dem Westen  angeschafft worden waren  - also nicht nur an diesem Chip gearbeitet worden war (weshalb klemmte sich Späth denn so flugs hinter die Zeiss-Werke in Jena..), der sieht nicht, dass ein technisches Zurückbleiben um  wenige Monate oder Jahre zwar im heutigen Kapitalismus  pleiteanfällig macht, nicht aber damals im Rahmen der Systemkonkurrenz.

Oder anders gesagt: die USA konkurrieren nicht mit Irak, Libyen, Syrien oder zuvor Jugoslawien etc. in Sachen Technik und Lebensstandard. Sie bomben die Standards der anderen weg.
Deutsche Autos des Jahres 2018 sind nicht unbedingt besser und pfiffiger (Diesel...) als andere, so auch Maschinen und Konsumgüter - es  sind die niedrigen Löhne und die gute Infrastruktur hier, Steuervorteile etc.,  die zu den allüberall beklagten Exportüberschüssen führen.
Danisch kapiert nicht nur  den Marxismus nicht, sondern auch andere Basics nicht. Dennoch gibt es bei ihm interesssante Fundstücke.
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