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Bundestagsuntersuchungsausschuss "Breitscheidplatz"
#15
(31.10.2018, 22:02)Elias Davidsson schrieb: Einige interessante Abschnitte im Schlussbericht des Polizeipräsident in Berlin "anlässlich des Anschlages auf dem Breitscheidplatz am 19.12.2016":

"Bei der Taktischen Betreuung handelt es sich um die zielgerichtete Einflussnahme auf Opfer, Angehörige, Zeugen, Auskunftspersonen und sonstige Betroffene zum Herstellen der Kooperationsfähigkeit, um das polizeiliche Handeln zu unterstützen." (S. 74)

[...]

Das klingt spannend, aber diese "taktische Betreuung" heißt nicht, daß Zeugen vorbereitet und gecoacht werden, sondern es geht um festgelegte Maßnahmen nach Polizeilicher Dienstvorschrift:


Zitat:Die Anlage 20 zur PDV 100 (quasi das Vokabelheft der Polizei) nimmt seit einigen Jahren eine Unterscheidung der Definitionen „Betreuung“ und „taktische Betreuung“ vor. Danach ist die taktische Betreuung die „zielgerichtete Einflussnahme auf Opfer, Angehörige, Zeugen, Auskunftspersonen und sonstige Betroffene zum Herstellen der Kooperationsfähigkeit und zum Erhalten der Kooperationsbereitschaft, um polizeiliches Handeln zu unterstützen“.

[...]

Auch in einer Standard-BAO „AMOK“ ist eine Betreuungskomponente vorgesehen. Hier sind die taktischen Maßnahmen Ermittlungen und Betreuung expressis verbis zu einem Einsatzabschnitt verschmolzen. Der Grund dafür ist ausgesprochen einleuchtend: Die aus dem akuten Einwirkungsbereich eines AMOK-Läufers geretteten Personen, beispielsweise Schulkinder, werden an geeigneten Orten gesammelt und sind für die Ermittlungsbeamten augenblicklich eine wertvolle Quelle für Tat- und Täterhinweise. Dies gilt sowohl für Informationen, die der akuten Täterbekämpfung dienen, als auch für den Zeugenbeweis im späteren Ermittlungs- bzw. Strafverfahren.

https://www.kriminalpolizei.de/nc/ausgab...-wird.html

Es wäre wunderbar, wenn sich in einem Berliner Polizeiabschlußbericht Hinweise fänden, die den Schwindel auffliegen lassen, aber man darf davon ausgehen daß der Bericht mehrfach redigiert wurde, um genau das zu vermeiden. Jedenfalls soo einfach machen "sie" es einem dann doch nicht. Das codierte Bürokratenkauderwelsch, der anscheinende "Dienst nach Vorschrift" erlaubt ihnen, Straftaten fast perfekt zu verschleiern und abzutarnen.

Was natürlich nicht heißt, daß im Rahmen dieser Maßnahmen nicht genau das passiert ist, was wir vermuten, nämlich bestellte und zufällige Zeugen zu "briefen".
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RE: Bundestagsuntersuchungsausschuss "Breitscheidplatz" - von kalter hornung - 01.11.2018, 10:00

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