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Bundestagsuntersuchungsausschuss "Breitscheidplatz"
#41
Einerseits können sich viele offizielle Asylbearbeiter reihenweise nicht an die Person erinnern, andererseits gibt es einen Zeugen der auch noch für zwei weiter Zimmernachbarn aussagt, gibt es hier nur einen Zeugen?

Wie kommen Salafisten in italienische Gefängnisse, woher kommen sie?
Antworten
#42
Ein Artikel zur Sitzung am Donnerstag, d. 31.01.2019  https://www.bundestag.de/presse/hib/-/590754

Zeugin nennt Amri "eher unauffällig"
1. Untersuchungsausschuss/Ausschuss - 01.02.2019 (hib 126/2019)

Berlin: (hib/WID) Eine ehemalige Mitarbeiterin der Ausländerbehörde in Oberhausen hat dem 1. Untersuchungsausschuss ("Breitscheidplatz") detailliert von ihren Begegnungen mit dem späteren Attentäter Anis Amri im Herbst 2015 und Frühjahr 2016 berichtet. "Ich kann mir Gesichter ganz gut merken", sagte die Zeugin Sabrina Bové in ihrer Vernehmung am Donnerstag. Amri sei aber wohl "eher unauffällig" gewesen, "sonst hätte ich präzisere Erinnerungen an ihn". Die heute 34-jährige Verwaltungsfachangestellte war von 2010 bis April 2018 im Oberhausener Ausländeramt beschäftigt, wo sie ausschließlich Asylfälle bearbeitete. Sie ist derzeit in der Personalabrechnung der Stadtverwaltung tätig.

Nach dem Anschlag auf dem Berliner Breitscheidplatz, bei dem Amri im Dezember 2016 mit einem gekaperten Schwerlaster in eine Budengasse des Weihnachtsmarkts gerast war, sei ihr das Fahndungsfoto des Attentäters im Fernsehen bekannt vorgekommen, sagte die Zeugin. Zudem habe ein Kollege sie angesprochen, nachdem Medien berichtet hatten, dass im verlassenen Führerhaus des Tatfahrzeugs eine Bescheinigung der Ausländerbehörde in Kleve aufgefunden worden war: "Du hattest da doch mal jemanden, den hast du zum Kreis Kleve geschickt?" Sie habe sich dann die Akte erneut vorgenommen und anhand des beigehefteten Fotos festgestellt: "Das ist er."

Eingeprägt habe sich Amri ihrem Gedächtnis aber auch dadurch, dass sich die Sicherheitskonferenz im nordrhein-westfälischen Innenministerium im Frühjahr 2016 in mehreren Mails bei ihr nach dem Mann erkundigt habe: "Da wird man als Sachbearbeiter schon stutzig, wenn in diesem Fall nachgefragt wird."
Darüber hinaus sei Amri einer jener Asylbewerber gewesen, denen sie habe nachweisen können, sich unter falschem Namen bei ihrer Behörde registriert zu haben.

Im November 2015 hatte Amri erstmals bei Sabrina Bové vorgesprochen und eine auf den Namen "Ahmed al Masri" ausgestellte, bis zum Ende des Monats befristete "Bescheinigung über die Meldung als Asylsuchender" (BüMA) vorgelegt. Am 5. Januar 2016 sei er wieder aufgetaucht, um das mittlerweile abgelaufene Papier verlängern zu lassen. Ein weiteres Mal wurde Amri am 29. März 2016 bei der Zeugin vorstellig, behauptete, seine BüMA verloren zu haben und ließ sich eine Ersatzbescheinigung ausstellen.

Am 18. Mai 2016 schließlich landete eine Strafanzeige der Berliner Polizei auf Bovés Schreibtisch, die den Anhaltspunkt für die Enttarnung des angeblichen "Ahmed al Masri" lieferte. Das Dokument enthielt eine Liste von Alias-Namen. Davon ausgehend, berichtete die Zeugin, habe sie im Ausländerzentralregister recherchiert und festgestellt, dass ihr Klient, bevor er in Oberhausen auftauchte, unter dem Namen "Mohammed Hassan" bereits dem Kreis Kleve zugewiesen worden war. Sie lud Amri vor und teilte ihm knapp mit, dass er sich Kleve zu melden habe: "Darauf war er nicht begeistert, das hat sich in der Mimik geäußert, und dann ist er halt raus."

Die Ausländerbehörde habe damals an der Grenze der Belastbarkeit gearbeitet, erinnerte sich die Zeugin: "Die Flure waren voll. Wenn man zur Toilette wollte, musste man sich da richtig durchquetschen." Als verhängnisvoll hätten ihre Kollegen und sie die Entscheidung empfunden, Asylbewerber unregistriert und ohne Asylantrag auf die Kommunen zu verteilen, "damit die Erstaufnahmen leer werden". Die dunkle Ahnung sei damals gewesen: "Irgendwann knallt's."

achgut-Autor Peter Grimm kommentiert den Bericht, führt jedoch auch nicht weiter:
https://www.achgut.com/artikel/unauffael...auffaellig
Peter Grimm / 02.02.2019 / 16:30


Für alle die, die den Fall bei 'geomatiko.eu' sowie in der Tagespresse verfolgen:
Die Ausschüsse beschäftigen sich zur Zeit mit den Behördenvorgängen. Das mag wichtig sein, führt aber nicht wirklich weiter. Es bleibt zu hoffen, dass man sich dort noch den Basis-Fragen zuwendet.

Die Medien stellen es so dar, als sei Deutschland von 7/2015 - 12/2016 Amris einziger Aufenthaltsort gewesen. Das ist nicht richtig. Anis Amri war Teil einer Gruppe von Italo-Tunesiern. Sein wahrscheinlich häufigster Aufenthaltsort war Italien, sein Dreh- und Angelpunkt in Aprilia und Turin. Anis Amri sprach Arabisch und Italienisch.

Von Italien aus startete er seine Reisen, hierher kehrte er wieder zurück, hier hielt er sich laut Bürgermeisters Roberto Di Stefano (Sesto San Giovanni) auch Mitte Dezember 2016 auf.

Deutschland war nur eines seiner Betätigungsfelder, eines der Länder, in denen er sich zwecks seiner Aktivitäten im Drogen-, Waffen-, Schlepper- und Pass-Handel zeitweise aufhielt, seinen Anteil vom großen Kuchen bekommen wollte.

Die Frage zu seiner Anwesenheit am Tatort Berlin wurde bisher nicht geklärt.
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#43
Sitzung des PUA des Bundestages am 21.2.2019

Daniel Lücking, Twitter:

Daniel Lücking‏ @DanielLuecking 20 Min.Vor 20 Minuten
@armin_schuster lobt Steiof für seine Detailkenntnisse und seine wertvollen Aussagen - die nicht-öffentliche Vernehmung folgt. Der #UA1BT ist für heute am Ende. Nächste öffentliche Sitzung : 14.03.201

Beim Thema Funkzellenabfragen wird mir langsam klar, warum bei meinem Smartphone 2016 daheim das SnoopSnitch so dermaßen häufig anschlug .. Entfernung zum Hotspot Fussilet-Moschee: Luftlinie 1,5 km. #UA1BT
 
Steiof: "Das ist eigentlich ungewöhnlich eine Gefährderansprache an einem Ort zu machen, wo schon Sprengstoff vor Ort sein soll. Das ist schon aus Gründen der Eigensicherung unklug." @bstrasser stellt interessante Fragen. #UA1BT

Zum Behördenzeugnis des #BfV meint Steiof, findet er keine Erklärung. Es könne ein Interesse in NRW und dem EK Ventum bestanden haben, aber für den Verfassungsschutz kann er es sich nicht erklären. #UA1BT

Aus der Abteilung des Herrn B. soll Steiof geschildert worden sein, man habe damals zu viel um die Ohren gehabt. #UA1BT

Nach stillem Aktenvorhalt von @KonstantinNotz gab es einen begründeten Verdacht & die Option, den späteren Attentäter für minimum drei Jahre einzuknasten. Alles war im Nov.2016 zugespitzt. Man verzichtete. Steiof kann nicht erklären, warum diese Option nicht gezogen wurde. #UA1BT

Ein Video, was der Attentäter vom Geschehen am #Breitscheidplatz aufgenommen und unmittelbar nach dem Anschlag versendet hat, ist Steiof nicht bekannt. @MartinaRenner fragt. #UA1BT

"Es war kein rein polizeilicher Fall." Steiof sagt,"spätestens mit Information, dass es Kontaktpersonen im Ausland gibt,Verstrickungen mit NRW & in BKA-Verfahren - das hätte nie als "reiner Polizeifall" betrachtet werden dürfen. Die Einschätzung von #Maaßen teile ich nicht.#UA1BT

Steiof meint, er hänge nicht an seinem Stuhl, aber würde auch nicht irgendeinen Mitarbeiter am nächsten Baum aufhängen. Das Problem sei so komplex, dass es nicht auf einzelne Mitarbeiter zu reduzieren sei. Nötigenfalls würde aber auch er gehen, wenn es nötig sei. #UA1BT

Im Sommer 2016 wirkte es nach einer wahlkampfmaßnahme Law&Oder gegen #Links und die #Rigaer zu eskalieren. Steiof meint, das sei nicht so gewesen, denn schließlich sei ja schon eine Woche später ein Islamist festgesetzt worden. #UA1BT Zeitraum 13.06. bis 16.06. 2016

Steiof: "Ein Innensenator nimmt auf die Polizei IMMER Einfluss." Steiof meint der damalige Innensenator Henkel habe nicht auf Ermittlungen rd. um den späteren Attentäter Einfuss genommen. #UA1BT

"Sie haben doch GERADE noch den Kollegen @fritzfelgentreu so tief beeindruckt mit der Umstrukturierung im #LKA #Berlin - und jetzt interessieren Sie sich nicht für die Drogenhintergründe?" @IreneMihalic ist verblüfft. Vielleicht auch überrascht? #UA1BT

Wirklich Interesse hatte Steiof an der Herkunft der verdealten Drogen nicht. @KonstantinNotz führt aus, dass das sowohl für die Überprüfung der "Einzeltäter-These", als auch für den Bereich Terrorfinanzierung relevant ist. Steiof nimmt das interessiert auf. #UA1BT

Auch eine spannende Frage: woher kamen die Drogen, die der spätere Attentäter verdealt hat. Steiof vermutet aufgrund der Kokain-Rückstände in den Haaren arabische oder kurdische Clans. #UA1BT

.@KonstantinNotz verfolgt die Hinweise, die es zur Anwesenheit von Bilel Ben Ammar am Tatort gab. Es liegen Videoerkennungsbelege, sowie Zeugenberichte vor, die ihn auf Fotos erkannt haben. Steiof hält davon nichts. #UA1BT

.@KonstantinNotz fragt nun nach, wie es zur Verhaftung des vermeintlich Verdächtigen kam. Steiof meinte, die Bescheibung und Zeitlinie passte und dann wurde er festgenommen und spurentechnisch untersucht. @KonstantinNotz spielt auf die Unterlagen der Vernehmung an. #UA1BT.

Daniel Lücking‏ @DanielLuecking
8 Leute auf der Tribüne. Darunter 2x Journos von @pod_ua , 1x Journo Heise und 1x Journo Junge Welt. #UA1BT

.@MartinaRenner fragt zu Gefahrenabwehrvorgang "Lacrima" - darauf reagiert Steiof nicht. Bei "Eisbär" schon. Steiof weiß von VP-Einsätzen in dem Zusammenhang nichts, weiß es nicht, hält es aber eher für unwahrscheinlich. #UA1BT

Aus den Fragen von @bstrasser wird deutlich, wie problematisch und schlicht nicht nachvollziehbar die Priorisierungsentscheidungen bei der Observation von Verdächtigen war. #UA1BT

Auch zur Frage warum der Sterbeort des Attentäters in der Nähe des Ladeortes des getöteten LKW-Fahrers in Mailand lag, hat Steiof keine Erkenntnisse. #UA1BT

Ebenfalls merkwürdig: trotz bekannter Identität wurde zunächst nach einem "Mohammad al Masri" gefahndet, findet @IreneMihalic #UA1B

.@IreneMihalic zitiert Georg Mascolo, der sagte, das viele Journalisten sehr früh vom Namen des Attentäters wussten, aber auf Geheiß der Polizei mit der Information hinterm Berg halten mussten. "Also Presse informieren, aber dann sagen: "Sagt mal noch nix".?#UA1BT #Seltsamkeiten.

Das ist ja der Glückstreffer vor dem Herrn! Da finden Sie den Ausweis des Attentäters...." fragt @IreneMihalic und will die Erkenntnisgewichtung erläutert haben. Steiof erläutert den Prozess an Nachfragen - die zeitlichen Abläufe sind irritierend.

Zwischen Auffinden des Ausweises und der Auslösung der bundesweiten Fahndung vergingen am 20.12. dann nochmal vier Stunden. @IreneMihalic sucht nach Erklärungen. #UA1BT

Die Reihe an auffälligen Führungspersönlichkeiten aus dem LKA, die im Fokus von Ermittlungen stehen, wächst. #UA1BT

Steiof betont, dass keine der Vertrauenspersonen vor dem Anschlag Hinweise auf den späteren Attentäter gegeben hat. #UA1BT

.@MartinaRenner fragt zum VP-Einsatz des LKA. Der spätere Attentäter war nicht Gegenstand des Einsatzes. Steiof meint, es ginge um Islamisten, die mittlerweile auch verurteilt wurden. #UA1BT

Sitzungsstunde 9 läuft. Die Oppositionsfragerunden dürften in Kürze wieder in kürzerer Abfolge kommen, da die Regierungsfraktionen ihr Pulver ausgiebig verschießen (im Rahmen ihrer Ambitionen). #UA1BT

Lol - Steiof nutzt die Vorlage, die er von der AfD geboten bekommt und macht eine Runde "Wünsch dir was". Er benennt verschlüsselte Kommunikation als Problem für die Behörden. Die selben Behörden, die Material aus Videoüberwachung ungenutzt lassen. #UA1BT


.@KonstantinNotz, fragt warum die #Tatort-Arbeit & Auswertung von Fingerabdrücken bei einem flüchtigen, bewaffneten Täter so ungewöhnlich lange dauerte. Zwischen 23:05 Uhr - Beginn der Tatortarbeit bis Folgetag 16:52 Uhr: Meldung an Einsatzzentrale über gefundene Ausweise. #UA1BT

Florian Flade‏ @FlorianFlade 4 Std.Vor 4 Stunden
Florian Flade hat Daniel Lücking retweetet
Im Januar 2017 hatte #Polizei #Berlin noch mitgeteilt, Geldbörse und Papiere seien „zwischen 15:00 und 16:00 Uhr“ gefunden worden: https://investigativ.welt.de/2017/06/26/die-amri-fahndung-warum-so-spaet/ … #AnisAmri #UA1BT #Terrorismus

Steiof widerspricht der Darstellung von @armin_schuster, dass die Quellen, die vorher den Attentäter nicht erkannt haben wollen und später im Nachhinein von Anschlagsplänen gewusst haben wollen. Laut seiner Bewertung sei das "nicht so ein Riesending". #UA1BT Glaubwürdigkeit?

.@armin_schuster "Nun gab es ja eine VP, die im Nachhinein erst an Anschlagspläne erinnert hat." Steiof wird ganz leise und sagt, dass er das nur nicht-öffentlich erläutern kann. #UA1BT

Daniel Lücking‏ @DanielLuecking
Nun fragt @KonstantinNotz zum Tweet des Rechtspopulisten, der um 22:30 Uhr schon von einem tunesischen Moslem als Täter twitterte und will wissen, wie das in der Behörde von Steiof untersucht wurde. #UA1BT
Ergänzung: Steiof hat die Uhrzeit nochmal auf 22:16 Uhr präzisiert.


"Der PEGIDA-Führer macht einen Zufallstreffer - wollen Sie, dass das so in die Geschichte eingeht und stehen bleibt, Herr Steiof?" @KonstantinNotz akzeptiert die Untätigkeit nicht. #UA1BT

Steiof: "Wissen Sie, ich glaube, das wird immer eine Spekulation bleiben, es sei denn, der Herr B. klärt das mal auf". @KonstantinNotz regt an, sowas doch mal zu überprüfen, ob es da eine interne Problematik gab. Geprüft hat das im LKA niemand, wie Steiof eingestehen muss. #UA1BT

Nun fragt @KonstantinNotz zum Tweet des Rechtspopulisten, der um 22:30 Uhr schon von einem tunesischen Moslem als Täter twitterte und will wissen, wie das in der Behörde von Steiof untersucht wurde. #UA1BT

Steiof legt die #Tatort-Arbeit dar. Erst hatte man kein Glück, weil der Anschlag passierte. Und dann auch noch Pech, denn es verzögerte sich auch noch die Arbeit am LKW, weil das Abschleppen des LKW wegen spontan defektem Abschleppfahrzeug länger dauerte. #UA1BT

.@KonstantinNotz, fragt warum die #Tatort-Arbeit & Auswertung von Fingerabdrücken bei einem flüchtigen, bewaffneten Täter so ungewöhnlich lange dauerte. Zwischen 23:05 Uhr - Beginn der Tatortarbeit bis Folgetag 16:52 Uhr: Meldung an Einsatzzentrale über gefundene Ausweise. #UA1BT
 
geht noch weiter, daher > https://twitter.com/DanielLuecking

(von unten nach oben)
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#44
Übersehen, ignorieren und vertuschen

Untersuchungsausschuss Selbstkritisch und schuldbewusst tritt der Leiter des LKA Berlin vor den Obleuten auf. Erklärungen für das Verhalten seiner Mitarbeiter hat er aber nicht.
Fragen über Fragen, Verwunderung und Unverständnis – in fast 11 Stunden dieses Sitzungstages sammeln die Obleute Indizien für die nicht enden wollende Liste des Behördenversagens. Als ersten Zeugen des Tages vernehmen die Obleute Lokmann D. aus der Geflüchtetenunterkunft in Emmerich. Er sagt aus, wie er das Verhalten des späteren Attentäters im Oktober 2015 erlebte. Schon in den ersten Kontakten wurde ihm klar, dass vom späteren Attentäter eine Gefahr ausging, denn dessen Verhalten und Geschichten irritierten sehr. Zudem passte die angeblich ägyptische Herkunft nicht zum Dialekt des Tunesiers.
Zeuge D. beschreibt glaubhaft, wie seine Zweifel aufkamen. Als der spätere Attentäter dann Videos von IS-Kämpfern zeigte, nahm er schließlich Kontakt zu den Behörden auf. Seine erste Ansprechstelle war das Sozialamt. Später folgt das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge – eine Dienststelle, die mit dem BND kooperiert und in der in der Vergangenheit immer wieder auch Geflüchtete befragt wurden. Doch weder dort noch bei der Polizei reagierte man auf die Hinweise des Syrers.

„Hätten die Behörden meine Hinweise ernst genommen, könnten die unschuldigen Opfer vom Breitscheidplatz noch leben“, übersetzt der Dolmetscher. Als nach dem Anschlag die Unterkunft in Emmerich von der Polizei durchsucht wurde, interessierte sich zunächst wieder kein Beamter für Angaben von Zeuge D. Als den Bewohnern klar wurde, dass die Durchsuchung mit dem Terroranschlag in Berlin zu tun hatte, ging er erneut zur Polizei. „Sie konnten gar nicht mehr tun. Das, was sie getan haben, war sehr gut! “, sagt der Ausschussvorsitzende Armin Schuster und macht deutlich, dass die Behörden versagt haben.

weiter hier > https://www.freitag.de/autoren/daniel-lu...vertuschen
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#45
https://www.tagesschau.de/inland/amri-fr...z-101.html
Stand: 28.02.2019 10:48 Uhr

Opposition zu Fall Amri
Behörden sollen Fotos und Videos vorlegen

Immer wieder gibt es Mutmaßungen, der Weihnachtsmarkt-Attentäter Amri habe einen Unterstützer gehabt. Nun fordern Grüne und FDP mehr Aufklärung. Die Behörden sollen alle Fotos und Videos vom Tatort vorlegen.
Im Fall des Weihnachtsmarkt-Attentäters Anis Amri hat die Opposition die Bundesregierung zu umfassender Transparenz aufgefordert. Die Berliner Polizei und die Sicherheitsbehörden sollen dem Untersuchungsausschuss alle Fotos und Videos vom Tatort des Terroranschlags am Berliner Breitscheidplatz vorlegen. Hintergrund sind anhaltende Spekulationen, Amri könnte bei dem Anschlag einen Unterstützer gehabt haben.

Aufklärung bisher "leider nicht unterstützt"
In einem Beweisantrag der FDP-Bundestagsfraktion heißt es, sämtliche Aufnahmen vom Abend des 19. Dezember 2016 sollten vorgelegt werden. Außerdem beantragt die Fraktion die Herausgabe aller Videoaufnahmen vom nahe gelegenen Bahnhof Zoologischer Garten vom Abend des Anschlags. Die Bilder sollten den Abgeordneten bis spätestens Ende März zugehen.
Die Regierung müsse "klipp und klar darlegen, was sie zur Causa des Anschlags weiß", forderte die Grünen-Obfrau im Untersuchungsausschus, Irene Mihalic. Bisher habe die Regierung die Aufklärung "leider nicht unterstützt, an vielen Stellen sogar erschwert", ergänzte sie.
Was wussten die Sicherheitsbehörden?
Mihalic forderte eine Antwort auf die Frage, ob Amri allein handelte oder es ein "Unterstützerumfeld" gab, zu dem womöglich sein Vertrauter Bilel Ben Ammar zählte. "Was wussten Sicherheitsbehörden des Bundes zu welchem Zeitpunkt und welche den Anschlag verhindernden Maßnahmen hätten ergriffen werden können?", fragte sie. Auch müsse aufgeklärt werden, ob es "V-Leute in- oder ausländischer Nachrichtendienste in den Reihen des Unterstützerumfelds" gab und welche Rolle sie spielten.

Warum wurde Amri-Freund so schnell abgeschoben?
Mihalic sagte, es sei "auffällig, wie intensiv und schnell die Abschiebung Ben Ammars von derselben Bundesregierung forciert wurde, die bei Anis Amri trotz der zahlreich vorliegenden Erkenntnisse untätig blieb". Sie fragte: "Warum hat man ihn nicht intensiver vernommen?" Der Generalbundesanwalt hatte der Abschiebung damals zugestimmt, obgleich Ben Ammar zu seinem Alibi am Tag des Anschlags widersprüchliche Angaben gemacht hatte.
In der vergangenen Woche hatte der "Focus" berichtet, dass Amri bei dem Anschlag auf dem Berliner Breitscheidplatz mit zwölf Toten im Dezember 2016 von seinem Vertrauten Ben Ammar unterstützt worden sein könnte. Unklar ist bisher, ob sich Ben Ammar zur Tatzeit auf dem Platz aufhielt. Auch ist offen, ob er oder jemand anderes Amri womöglich dabei geholfen hat zu entkommen. Ben Ammar wurde am 1. Februar 2017 nach Tunesien abgeschoben. Sicherheitsexperten hatten aber starke Zweifel an dem Bericht geäußert.
Heute will sich Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) zu den Ergebnissen äußern. Vorher soll der Untersuchungsausschuss informiert werden.
Antworten
#46
Immerhin ist jetzt nach der Seehofer-PK klar, dass der U-Ausschuss ein Video mit den letzten zwei Minuten bis zum Halt des LKW gesehen hat, vermutlich eine verlängerte Version des Kontraste-Videos.

Jetzt müsste man ihm eigentlich nur noch den Zeit-Artikel mit der roten Ampel und den 15km/h zugänglich machen... das wäre dann wie zwei blanke Enden von Stromkabeln verbinden, es müsste einen Kurzschluss geben. Wer immer diese beiden sich widersprechenden Informationen kennt, müsste sofort Alarm schlagen.

Und dann noch folgendes - der Artikel aus der HAZ sagt:

Die Todesfahrt des Anis Amri über den Breitscheidplatz dauert 25 Sekunden. Mehrere Videoaufnahmen aus einem der oberen Stockwerke des Bikini-Hauses zeigen, wie sich unmittelbar nach dem Anschlag die Fahrertür des Lkw öffnet und Amri in Richtung Hardenbergstraße läuft.

Da könnte gut das vom Focus gemeinte Video dabei sein! Vom Bikini aus sollte man wohl die Gesichtszüge von Mütze erkennen können. Wenn der U-Ausschuss das bekommt, kriegt er also auch einen langsam fahrenden LKW zu sehen. Steht der Kurzschluss kurz bevor?
Antworten
#47
(03.03.2019, 16:31)woodybox schrieb: Immerhin ist jetzt nach der Seehofer-PK klar, dass der U-Ausschuss ein Video mit den letzten zwei Minuten bis zum Halt des LKW gesehen hat, vermutlich eine verlängerte Version des Kontraste-Videos.

Jetzt müsste man ihm eigentlich nur noch den Zeit-Artikel mit der roten Ampel und den 15km/h zugänglich machen... das wäre dann wie zwei blanke Enden von Stromkabeln verbinden, es müsste einen Kurzschluss geben. Wer immer diese beiden sich widersprechenden Informationen kennt, müsste sofort Alarm schlagen.

Und dann noch folgendes - der Artikel aus der HAZ sagt:

Die Todesfahrt des Anis Amri über den Breitscheidplatz dauert 25 Sekunden. Mehrere Videoaufnahmen aus einem der oberen Stockwerke des Bikini-Hauses zeigen, wie sich unmittelbar nach dem Anschlag die Fahrertür des Lkw öffnet und Amri in Richtung Hardenbergstraße läuft.

Da könnte gut das vom Focus gemeinte Video dabei sein! Vom Bikini aus sollte man wohl die Gesichtszüge von Mütze erkennen können. Wenn der U-Ausschuss das bekommt, kriegt er also auch einen langsam fahrenden LKW zu sehen. Steht der Kurzschluss kurz bevor?

Der Focus meinte in seinem Artikel das rbb-Video.
Die Bikini-Videos sind auch schon länger bekannt. Falls die vorliegen und ausgewertet werden, dann gute Nacht....für alle Zeugen und Beteiligten.

https://www.welt.de/vermischtes/article1...fehle.html
"Zwei Personen wurden festgenommen, darunter war auch ein junger Mann aus der Budapester Straße. Kameraauswertungen haben ergeben, dass die beiden Männer Amris Anschlag auf dem Breitscheidplatz vom direkt gegenüberliegenden Bikini-Haus aus beobachtet haben."
Antworten
#48
[/quote]
(03.03.2019, 17:12)fhh schrieb: Der Focus meinte in seinem Artikel das rbb-Video.

Dann vermischt er da irgendwas (habe aber den Text nicht so genau im Kopf). "Kantholz" und Ben Ammars Gesichtszüge können jedenfalls auf dem Europacenter-Video unmöglich zu erkennen sein. Aber die Focus-Leute behaupten ja gar nicht, das Video selber gesehen zu haben, sondern verlassen sich auf ihren Informanten. Vielleicht meinte der Informant das Bikini-Video, und die Focus-Leute dachten, er meint das andere Video. Vielleicht hat er den Focus auch nur veräppelt. Aber der Focus-Fritze schien auf der Seehofer-PK ganz selbstsicher zu sein. Kann aber auch nur vorgetäuscht sein.

Zitat:https://www.welt.de/vermischtes/article1...fehle.html
"Zwei Personen wurden festgenommen, darunter war auch ein junger Mann aus der Budapester Straße. Kameraauswertungen haben ergeben, dass die beiden Männer Amris Anschlag auf dem Breitscheidplatz vom direkt gegenüberliegenden Bikini-Haus aus beobachtet haben."

Wusste ich noch nicht, auch interessant...
Antworten
#49
(03.03.2019, 20:54)woodybox schrieb: Dann vermischt er da irgendwas (habe aber den Text nicht so genau im Kopf). "Kantholz" und Ben Ammars Gesichtszüge können jedenfalls auf dem Europacenter-Video unmöglich zu erkennen sein. Aber die Focus-Leute behaupten ja gar nicht, das Video selber gesehen zu haben, sondern verlassen sich auf ihren Informanten. Vielleicht meinte der Informant das Bikini-Video, und die Focus-Leute dachten, er meint das andere Video. Vielleicht hat er den Focus auch nur veräppelt. Aber der Focus-Fritze schien auf der Seehofer-PK ganz selbstsicher zu sein. Kann aber auch nur vorgetäuscht sein.

So ungefähr! Es scheint dort eine Vermischung der Info des rbb-Videos mit den Infos aus Videos näherer Standorte, auf denen man mehr erkennt.

Die Tagesschau berichtete letzte Woche jedenfalls, dass es sich bei dem Hochhaus-Video um das rbb Video handelt.
Antworten
#50
(03.03.2019, 16:31)woodybox schrieb: Und dann noch folgendes - der Artikel aus der HAZ sagt:

Die Todesfahrt des Anis Amri über den Breitscheidplatz dauert 25 Sekunden. 

Habe ich richtig gelesen?  25 Sekunden.  Das bestätigt doch die ZEIT Angabe.  Wer 25 Sekunden braucht um 50 Meter zu fahren, fährt nämlich im Durchschnitt 7,2 kmh, also im Schritttempo.

Interessant!
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