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Antisemitismus-Keule 2018
#21
Glosse.

Im Zusammenhang mit der Affäre um den Karikaturisten der Süddeutschen lernen wir etwas ganz Neues, das bisher völlig unterbewertete aber häufig verspottete biologische Detail - Ohr. Das lässt aufhorchen, nicht wahr?
Ohren und ihre aerodynamische Eigenschaft lösen die Nase ab! Wahre Sozialisations-Evolution.
Früher war der Synagogenschlüssel, gemeint die Nase, als Erkennungsmerkmal für jüdische Abstammung etabliert.
Derweil haben aber, völlig unbemerkt von Ethnologen, selbsternannte Antisemitismus Experten die Ohren und ihre Eigenschaften als antisemitisches Stereotyp ausgemacht. Brilliant!
Übrigens, die Goole-Suche liefert nichts altes und auch die empirische Nachfrage im Bekanntenkreis verlief ergebnislos.
Merke: Wenn man nichts hat, dann erfindet man halt etwas. Reicht der Riecher nicht, muss man halt die Ohren aufstellen...

unbeeindruckt: INP
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#22
Verlogene Entrüstung - Gründung: »Juden in der AfD«

Gastkommentar von Moshe Zuckermann

Am 7. Oktober soll die Vereinigung »Juden in der AfD« offiziell gegründet werden. Prominente Vertreter der jüdischen Öffentlichkeit in Deutschland wie Charlotte Knobloch, Maram Stern und Michel Friedman bekunden darüber Befremden und Bestürzung. Juden hätten nichts in einer »menschenverachtenden, demokratiefeindlichen« Partei verloren, in der sich »Antisemiten pudelwohl fühlen können«, und Juden als »Feigenblatt« bzw. als »Koscherstempel« für »plumpen AfD-Rassismus« benutzt würden. Die Entrüstung lässt sich gewiss nachvollziehen, und doch mutet sie verlogen an.

Denn ein humanistisches, antirassistisches, demokratisch-tolerantes Bild der Juden wird da gerade von jenen heraufbeschworen, deren menschenfreundliche Emphase merklich verblasst, wenn es um die Verurteilung der über 50 Jahre andauernden Knechtung der Palästinenser durch den israelischen Staat geht. Im Gegenteil, sobald sich jüdische (und andere) Kritiker zu Wort melden, die die israelischen Verbrechen in den besetzten Gebieten, die brutale fortwährende Verletzung von Menschenrechten und dem Völkerrecht, verurteilen, werden sie von diesen Vertretern der jüdischen Verbände in Deutschland des Antisemitismus geziehen und als »sich selbst hassende Juden« verleumdet. Der perfide Antisemitismusvorwurf dient ihnen als nicht minder perfider Koscherstempel für den Judenstaat.

Aber was will man von der jüdischen Prominenz in Deutschland? War es nicht jüngst die Mossad-Legende Rafi Eitan, die lobende Grußworte an die AfD richtete? War es nicht der israelische Premier Benjamin Netanjahu, der den ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orbán, Horthy-Bewunderer mit antisemitischer Rhetorik, in Israel als Staatsgast (mit obligatorischem Yad Vashem-Besuch) begrüßte? An Rassismus, Xenophobie, Araberhass und rabiater Volksverhetzung kann es Israels politische Kultur allemal mit der AfD aufnehmen, und zwar nicht nur »auf der Straße«, sondern auch – und gerade – in der Sphäre der hohen Politik. Von der zunehmenden Faschisierung der israelischen Politstrukturen sei hier geschwiegen.

Von alledem will das jüdische Establishment in Deutschland nichts wissen. Man mag einwenden, das sei ja auch nicht seine Aufgabe; es handelt sich um deutsche Bürger, die sich um deutsch-jüdische Belange zu kümmern haben. Aber das stimmt nicht. Denn es ist gerade dieses jüdische Establishment, das seine fetischistische Solidarität mit Israel zum Erbteil seiner Bestimmung und Identität hat gerinnen lassen, und zwar mit hysterischer Verleumdungswut angesichts jeglicher Israel-Kritik.

Was die Vertreter dieses Establishments nicht merken, ist, dass die Gründung der Vereinigung »Juden in der AfD« in der Logik dessen liegt, was gerade sie seit Jahren mit einigem Erfolg zu tabuisieren trachten. Wiederkehr des Verdrängten?

https://www.jungewelt.de/m/artikel/34062...stung.html
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#23
Am 13. Oktober 2018 wird in Magdeburg eine Veranstaltung des sogenannten Freidenker-Verbands mit Annette Groth, ehemalige MdB DIE LINKE, unter dem Titel »Umdefinition des Antisemitismus?« stattfinden. Verschiedentlich wurden wir gebeten, diese Veranstaltung zu bewerben. Dazu erklären der Vorsitzende der Fraktion DIE LINKE. im Landtag von Sachsen-Anhalt Thomas Lippmann und der Landesvorsitzende Andreas Höppner:

Die Einladung zur Veranstaltung des sogenannten Freidenker-Verbands mit Anette Groth offenbart eine unzutreffende, strukturell antisemitische Perspektive und stellt sich implizit hinter die antisemitische BDS-Bewegung*. Sie arbeitet mit verschwörungsideologischen Mustern, wo sie das Benennen von Antisemitismus als Versuch anonymer Herrschender beschreibt, die Meinungsfreiheit einzuschränken. Dazu verbreitet sie auch sachlich falsche Behauptungen, so ist die Anzahl antisemitischer Straftaten in der Bundesrepublik, anders als behauptet, im ersten Halbjahr dieses Jahres erneut auf hohem Niveau gestiegen.

Antisemitismus findet sich in allen Altersklassen und gesellschaftlichen Bereichen und viel zu oft wird Antisemitismus nicht als solcher erkannt, problematisiert und dagegen vorgegangen. Schon deswegen und darüber hinaus weil es sich mit Annette Groth um ein Mitglied der Partei DIE LINKE handelt, sehen wir uns zu einer eindeutigen Stellungnahme veranlasst.

DIE LINKE. Sachsen-Anhalt und DIE LINKE. Fraktion im Landtag von Sachsen-Anhalt stellen sich entschieden gegen jede Form des Antisemitismus. Annette Groth spricht und handelt nicht in unserem Namen und nicht auf unsere Einladung. Wir teilen die seit langem bekannte Positionierung von Annette Groth ausdrücklich nicht und widersprechen dieser und den Behauptungen der Einladung des »Freidenker-Verbands« entschieden.

* Boycott, Divestment and Sanctions (BDS) ist eine politische Kampagne, die Israel wirtschaftlich, kulturell und politisch isolieren will. Die Ziele der Kampagne müssen als antizionistisch und antisemitisch eingestuft werden.

Quelle: DIE LINKE. Fraktion im Landtag von Sachsen-Anhalt

https://www.landespressedienst.de/erklae...magdeburg/
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