Themabewertung:
  • 0 Bewertung(en) - 0 im Durchschnitt
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
2015/2016 - Sylvesternacht am Kölner Dom (Ereignisse)
#1
umfangreiche Dokumentation von den Ereignissen am Kölner Dom.

Quelle: Zeit Magazin Was geschah wirklich ?

Zitat:Die Silvesternacht von Köln wurde zur Projektionsfläche in der Flüchtlingsdebatte.
Eine Frage blieb unbeantwortet: Was geschah wirklich?


In den Souvenirgeschäften rund um den Kölner Dom kann man Jutebeutel, Plakate und Postkarten kaufen, bedruckt mit dem "Kölsche Jrundjesetz" – einer Sammlung rheinischer Weisheiten, die empfehlen, das Leben nicht so schwer zu nehmen.

Paragraf 2 etwa lautet: "Et kütt, wie et kütt." Es kommt, wie es kommt?
   
"Wir waren wie Fleisch an der Theke", sagt Sabrina F., 20. "Ich habe von allen Seiten Hände an meinem Körper gespürt." Sabrina F. ist eines der Opfer der Kölner Silvesternacht. Jener Nacht, die vieles infrage gestellt hat, wofür Köln steht.
 
Paragraf 10 lautet "Drinkste ene met?": Trinkste einen mit?

"Wir waren da, und wir waren betrunken", sagt ein junger Marokkaner, der sich als Mounir vorstellt. "Es gab Feuerwerk, und wir wollten Fickificki machen, das ist alles." Mounir ist einer von denen, die in der Silvesternacht Frauen angegrapscht haben.

Und auch Paragraf 7 klingt heute schal: "Wat wells de maache?"

"Ausgehend von den Informationen, die wir hatten, bin ich der Meinung, dass wir alles getan haben, was wir tun konnten", sagt Thorsten M., 46, Polizist und in der Silvesternacht am Kölner Hauptbahnhof eingesetzt. "Aber es war nicht genug."

Ein halbes Jahr ist seit der Silvesternacht vergangen. Aber die Nacht von Köln vergeht nicht. Noch immer lässt sie Talkshows aus dem Ruder laufen, die dann vor allem eins dokumentieren: dass diese Nacht zur politischen Projektionsfläche geworden ist, bevor sie überhaupt begriffen wurde. Ein ähnliches Bild bietet sich im Landtag von Düsseldorf, wo ein Untersuchungsausschuss aufklären soll, was damals geschehen ist. In Nordrhein-Westfalen wird kommendes Jahr gewählt. Und schon jetzt ist absehbar, dass der Ausschuss zur Munitionsfabrik für den Wahlkampf werden wird. Die Opposition nimmt die Regierung von Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) unter Feuer, die ihrerseits nachweisen will, dass die Verantwortung nicht bei ihr lag.

Weiter: Was geschah wirklich ?
Antworten
#2
Die Kölner Silvester-Ereignisse sind viel übler als sie in den Medien dargestellt werden. Die Medien erklären die Zusammenhänge zumindestens nicht explizit.
Ich dachte bis zu dem Zeit-Artikel vom 28. Juni, dass die Polizei einfach billigend die Ereignisse hingenommen hat, aus welchen Gründen auch immer, und dass sie viele Übergriffe und die nötige Aufklärung verhindert hat, indem sie zur falschen Zeit Polizisten abgezogen hat (s. weiter unten), aber es war alles viel schlimmer.

Die entscheidenden Zitate aus dem Zeit-Artikel, mit teilweise Kommentaren von mir, wobei ich versucht habe die Zitate in eine zeitliche Reihenfolge zu bringen - die Reihenfolge im Artikel ist etwas anders:

Zitat:"Thorsten M. [der Leiter der eingesetzten "Hundertschaft"] muss reagieren, so viel ist klar, nur etwa ein Dutzend seiner Leute befinden sich in diesem Moment auf dem Vorplatz. Also beordert er auch alle anderen Polizisten, die er unter seinem Kommando hat, von den Kölner Ringen, der Altstadt und den Rheinbrücken zum Hauptbahnhof. Um 23.15 Uhr schlägt Thorsten M. seinem Polizeiführer vor, den Vorplatz zu räumen. "

"Um 23.35 Uhr tönt deshalb eine Lautsprecherdurchsage über den Platz. Alle Anwesenden sollen den Ort sofort verlassen. Kölner Polizisten scheuchen die Menschen von der Domtreppe und vom Bahnhofsvorplatz weg. Sie müssen die Männer schubsen und schieben, weil viele betrunken und  bekifft sind, kein Deutsch verstehen oder nicht verstehen wollen. Bundespolizisten versperren zur selben Zeit die zum Domplatz führenden Ein- und Ausgänge des Bahnhofs. "

"K14: Vor der Tür entsteht ein Gedränge, in dem viele Straftaten passieren."

Dazu das Bild der Überwachungskamera K14 um 23:55, die das Gedränge zeigt.

Zitat:"5 — "Ich werde erdrückt!"
...
Nur vier Minuten bevor das Feuerwerk beginnen soll, um 23.56 Uhr, sperrt der Polizeiführer der Bundespolizei die Gleise, die über die Hohenzollernbrücke führen. Erst um 1.15 Uhr werden wieder Züge fahren.
...
Der Einsatzleiter der Bundespolizei beordert Polizisten einer Hundertschaft aus dem Bahnhof heraus zur Brücke, um Menschen daran zu hindern, auf die Gleise zu klettern."

Ein ganz wichtiger Satz für die Erklärung WARUM die Dinge an Köln passiert sind und WIE sie passiert sind:

Zitat:"6 — "Ausgelassene Stimmung"
Die Sperrung des Schienenverkehrs auf der Brücke mag geboten sein, aber sie hat einen Nebeneffekt, den niemand vorhersieht. Denn die Menschen, die Köln schon verlassen wollen, stauen sich in den folgenden 80 Minuten im Bahnhofsgebäude.
...
Hinzu kommen viele Menschen, die vom Vorplatz hereindrängen, da sie während der Räumung nicht wie geplant in die Nebengassen gegangen sind, sondern in den Bahnhof hinein. Dass die Bundespolizei außerdem noch bis 0.05 Uhr die Bahnhofstüren zum Domplatz versperrt hält, vergrößert das Chaos nur."

Dazu noch ein Auszug aus einem Artikel des Kölner Express:

Zitat:Silvester in Köln Die fünf Widersprüche des Ministerberichts
Von Christian Wiermer 11.01.16
...
2. Überforderung der Polizei in der Silvesternacht: Ausgerechnet eine pikante Uhrzeit-Angabe aus einem internen Einsatzbericht (liegt EXPRESS vor) fehlt im sonst so detaillierten Minister-Report.
Kurz vor der Eskalation der Sex-Übergriffe um 0.45 Uhr wurde fast die Hälfte der vom Land eigens gestellten Polizisten vom Bahnhof in Richtung Ringe abgezogen. Eine fatale Fehlentscheidung, die verschwiegen werden soll?
http://www.express.de/koeln/silvester-in...s-23408350

Insgesamt kann man sagen, dass die Polizei(führung) alles dafür getan hat, damit es im Kölner Hauptbahnhof gegen Mitternacht zu einem sehr großem Gedränge kam. Einzig der Ausgang zum Breslauer Platz, quasi die Rückseite des Hauptbahnhofs, war anscheinend noch offen.

Dass es keine Toten gab, z.B. durch Zusammenstöße von Passanten auf den Gleisen der Brücke mit Zügen oder durch Erdrücken von Menschen, ist eigentlich ein sehr großes Glück gewesen.
Irgend welche kranken Psychopathen in der Kölner Polizeiführung haben versucht eine Katastrophe herbei zu führen.

So ähnlich war es auch bei der Loveparade in Duisburg 2010: Die dortige Polizeiführung hatte erfolgreiche Maßnahmen unternommen, damit es zur Katastrophe kam (Öffnung der Zugangskontrollen, Behinderung des einzigen nicht gerade breiten Zugangsweg (Rampe) zum Veranstaltungsort auf der ehemaligen Gleisfläche durch Absperrgitter und abgestellte Polizeiwagen, Nicht-Informierung der Besucher über den richtigen Zugangsweg über die Rampe per Megaphon).

Die anständigen Polizisten müssen sich zusammen schließen, um diese kranken Psychopathen in ihren Reihen auszusondern und vor Gericht zu bringen. Genauso müssen diejenigen hinter Gittern, die diese Irren überhaupt erst zum Polizeidienst zugelassen haben.
Antworten


Gehe zu:


Benutzer, die gerade dieses Thema anschauen: 1 Gast/Gäste