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Der Fall Skripal
Falsche Gerüchte im Fall Skripal

20.04.2018 - Artikel
In den sozialen Medien kursieren Meldungen, ein Schweizer Labor hätte einen anderen Giftstoff als „Nowitschok“ in Salisbury nachgewiesen. Die Behauptung ist nachweislich falsch.

Nach dem Giftattentat auf Sergej Skripal und seine Tochter in Salisbury hat die unabhängige Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OVCW) Proben vom Anschlagsort durch verschiedene internationale Labore überprüfen lassen. Das Ergebnis: Für das Attentat wurde das Nervengift „Nowitschok“ eingesetzt – ein Kampfstoff, der in Russland entwickelt und produziert wurde.
Staatlich kontrollierte russische Auslandsmedien verbreiten seit der vergangenen Woche in Europa, ein Labor in der Schweiz habe in den Proben das Gift „BZ“, also einen anderen Giftstoff als das russische „Nowitschok“ nachgewiesen. Es sei darum nicht belegbar, so die Behauptung, dass „Nowitschok“ für den Giftanschlag verwendet wurde.
Falsche Schlussfolgerungen
Die Schlussfolgerung ist falsch: Die Organisation für das Verbot chemischer Waffen OVCW, die die Untersuchung in Auftrag gegeben hat, verschickt an die Testlabore immer mehrere Vergleichsproben. Diese haben nichts mit dem Fall zu tun, der untersucht wird, sondern dienen wie eine Art „Placebo“ dazu, zu überprüfen, ob das Labor auch korrekt arbeitet. Eine dieser Vergleichsproben enthielt den Giftstoff „BZ“ – diese hat aber nichts mit dem Anschlag zu tun. In der am Tatort in Salisbury entnommenen Originalprobe hingegen hat das Labor ohne Zweifel das russische Gift „Nowitschok“ nachgewiesen. Der Nervenkampfstoff wurde in höchster chemischer Reinheit, nahezu frei von Verunreinigungen nachgewiesen. Den komplexen Giftstoff so konzentriert herzustellen ist nur in hochprofessionellen Laboren möglich – ein starkes Indiz dafür, das staatliche Akteure im Herkunftsland des Giftes an dem Attentat beteiligt gewesen sein müssen.
Dass die unabhängige OVCW Vergleichsproben mit anderen Stoffen benutzt, ist allen Seiten bekannt – auch Russland. Es handelt sich also um eine gezielte Falschmeldung.
Der Generaldirektor der OVCW Ahmet Üzümcü erklärte zu den falschen Behauptungen:

“As it was clearly shown in the detailed and technical presentation, we should not have an iota of doubt on the reliability of the system of the OPCW Designated Laboratories. The Labs were able to confirm the identity of the chemical by applying existing, well-established procedures. There was no other chemical that was identified by the Labs. The precursor of BZ that is referred to in the public statements, commonly known as 3Q, was contained in the control sample prepared by the OPCW Lab in accordance with the existing quality control procedures. Otherwise it has nothing to do with the samples collected by the OPCW Team in Salisbury. This chemical was reported back to the OPCW by the two designated labs and the findings are duly reflected in the report.”

https://www.auswaertiges-amt.de/de/ausse.../-/2002990

(das Außenamt hat jetzt auch einen "Faktenfinder")

dazu:

Spiez Laboratory‏ @SpiezLab 2 Std.Vor 2 Stunden
How is the #OPCW preparing samples for its designated labs? See our report on sample-prep for a OPCW proficiency test.  
Spiez Lab Annual Report 2016 (p34-36)
http://goo.gl/hy7PNt 
 
Antworten
Außenamt D:

"Die Schlussfolgerung ist falsch: Die Organisation für das Verbot chemischer Waffen OVCW, die die Untersuchung in Auftrag gegeben hat, verschickt an die Testlabore immer mehrere Vergleichsproben. Diese haben nichts mit dem Fall zu tun, der untersucht wird, sondern dienen wie eine Art „Placebo“ dazu, zu überprüfen, ob das Labor auch korrekt arbeitet. Eine dieser Vergleichsproben enthielt den Giftstoff „BZ“ – diese hat aber nichts mit dem Anschlag zu tun. In der am Tatort in Salisbury entnommenen Originalprobe hingegen hat das Labor ohne Zweifel das russische Gift „Nowitschok“ nachgewiesen. Der Nervenkampfstoff wurde in höchster chemischer Reinheit, nahezu frei von Verunreinigungen nachgewiesen. Den komplexen Giftstoff so konzentriert herzustellen ist nur in hochprofessionellen Laboren möglich – ein starkes Indiz dafür, das staatliche Akteure im Herkunftsland des Giftes an dem Attentat beteiligt gewesen sein müssen.
Dass die unabhängige OVCW Vergleichsproben mit anderen Stoffen benutzt, ist allen Seiten bekannt – auch Russland. Es handelt sich also um eine gezielte Falschmeldung.

Der Generaldirektor der OVCW Ahmet Üzümcü erklärte zu den falschen Behauptungen:

“As it was clearly shown in the detailed and technical presentation, we should not have an iota of doubt on the reliability of the system of the OPCW Designated Laboratories. The Labs were able to confirm the identity of the chemical by applying existing, well-established procedures. There was no other chemical that was identified by the Labs. The precursor of BZ that is referred to in the public statements, commonly known as 3Q, was contained in the control sample prepared by the OPCW Lab in accordance with the existing quality control procedures. Otherwise it has nothing to do with the samples collected by the OPCW Team in Salisbury. This chemical was reported back to the OPCW by the two designated labs and the findings are duly reflected in the report.”


1. ist (soll) dem Labor nicht bekannt sein, welches die richtige Probe und welches die Kontrollprobe ist (macht ja sonst wenig Sinn)
2. Aus was bestand die Kontrollprobe denn? Waren das Geländeproben, Blutproben oder was sonst?

nochmal Lavrov:

"Die Kollegen sagen uns – ich habe bereits Beispiele genannt, als ich vorangegangene Situation beschrieb -, dass sie geheime Angaben hätten, dass sie uns die nicht mitteilen könnten. Wie Sie verstehen, haben wir auch Möglichkeiten, vertrauliche Informationen zu bekommen. Da diese Informationen Fragen betreffen, die buchstäblich mit Leben und Tod zusammenhängen, werden wir sie nicht geheim halten. Sie wurden uns anhand von Informationen aus dem Schweizerischen Institut für den Schutz vor atomaren, biologischen und chemischen Bedrohungen in Spiez bekannt. Die Informationen wurden bei Wahrung der Vertraulichkeit gewonnen. Experten dieses Zentrums haben am 27. März die Untersuchung von Proben abgeschlossen, die am Ort des Zwischenfalls in Salisbury über die OPCW gesammelt und ihnen aus der Organisation zugesandt worden waren. Dieses Labor in der Stadt Spiez, in dem – wie ich überzeugt bin – professionelle, ihren Ruf wahrende Wissenschaftler arbeiten, ist zu den folgenden Ergebnissen gelangt. Ich werde jetzt wortwörtlich das zitieren, was sie als ihr Gutachten an die OPCW gesandt hatten. Sie verstehen selbst: Das ist eine Übersetzung aus einer anderen Sprache, ich werde aber auf Russisch vorlesen: Anführungsstriche unten: „Entsprechend den Ergebnissen der vorgenommenen Expertise sind in den Proben Spuren der toxischen Chemikalie BZ und dessen Präkursor festgestellt worden, die zu den chemischen Waffen der zweiten Kategorie entsprechend der CWK gehören. BZ ist ein Nervenkampfstoff, der den Menschen zeitweilig handlungsunfähig macht. Die psychotoxische Wirkung tritt 30 bis 60 Minuten nach Einsatz ein und hält bis zu 4 Tagen an. Diese Rezeptur befand sich in der Bewaffnung der Armeen der USA, Großbritanniens und anderer NATO-Länder. In der Sowjetunion und in Russland wurden keine Entwicklungsarbeiten und Lagerung derartiger chemischer Verbindungen vorgenommen. Außerdem ist in den Proben ebenfalls das Vorhandensein eines Nerven-Giftstoffes vom Typ A-234 im Ausgangszustand und in einer signifikanten Konzentration, aber auch von dessen Zerfallsprodukten festgestellt worden.“ Ende des Zitats. Nach Einschätzung der Spezialisten hätte die ermittelte hohe erhebliche Konzentration von A-234 unweigerlich zu einem letalen Ausgang geführt. Aber unter Berücksichtigung seiner großen Flüchtigkeit erscheint die Frage nach einer Feststellung dieses Giftstoffes durch die Spezialisten in der Stadt Spiez im Ausgangszustand, überdies in einer reinen Form und in einer hohen Konzentration als eine äußerst verdächtige, denn der Zeitraum zwischen der Vergiftung und der Probenentnahme war ein recht langer, meiner Meinung nach – mehr als zwei Wochen.

Unter Berücksichtigung dessen, dass die betroffene Julia Skripal und der Polizeibeamte bereits aus dem Krankenhaus entlassen wurden und sich Sergej Skripal auf dem Wege der Besserung befindet, wie uns die Briten mitteilen, wobei sie keinen Zugang weder zu Julia noch zu Sergej gewähren, entspricht das klinische Bild mehr der Anwendung gerade des Giftstoffes BZ. Über BZ wird überhaupt nichts im Abschlussbericht erwähnt, den die Experten der OPCW deren Exekutivrat vorgelegt hatten. In diesem Zusammenhang wenden wir uns an die OPCW mit der Frage, warum solche Informationen, die ich gerade vorgelesen habe und die die Schlussfolgerungen von Spezialisten aus dem Labor von Spiez wiedergeben, im Abschlussdokument überhaupt ausgelassen wurden."


2013 Giftgaseinsatz in Damascus/Ost-Goutha:

Checks and cross-checks

The samples have been tagged, photographed and transported to OPCW's central laboratory in sealed containers. The testing procedures involve numerous checks and cross checks to ensure that there is no mix up in the samples and the results are accurate.
Each sample is sent to three separate laboratories that the organisation has inspected and deemed competent to carry out the testing on its behalf. If there are many samples to analyse, they are sent to other laboratories. Individual labs conduct their own independent tests of the material.
For each sample from the site of the alleged attack, a given laboratory receives two dummy samples; one containing no nerve agent and another containing a specified amount of a nerve agent or its breakdown product. The lab is not told which sample is which, enabling the OPCW to ensure that each lab does its job properly.
In addition, a lab has to test each sample using two completely different methods - and then, as a triple check to verify the accuracy of the instruments they are using, manufacture the agent it thinks it has detected and run the test again to see if they obtain the same result.
This painstaking process will take the scientists several days to complete, after which the lead investigator will have to write up a report which is then sent back to the OPCW.
These results are combined with interviews, assessments of medical reports by inspectors.
The time all this will take depends on the number of samples that have to be analysed and the number of labs involved in the testing.
Dr Trapp believes that mid to late next week will be the very earliest that the UN could receive the completed report although Secretary-General Ban Ki-moon will be receiving regular updates in the interim.
One of the testing sites on the OPCW's list of "designated laboratories" is the UK's Defence Science and Technology Laboratory (DSTL) at Porton Down in Wiltshire, which is internationally respected for its research capability in this area. The network of more than 20 laboratories also includes facilities in China, the US and France.
The laboratories undertaking the work will have been selected by the OPCW's director-general Ahmet Uzumcu, no doubt in consultation with Ban. The list of institutions has not been revealed but there is speculation that laboratories in countries on the UN's Security Council are not involved.


https://www.thedailystar.net/news/labs-t...s-analysis


(dann müsste man ja generell die Integrität der OPCW, der UN, der angeschlossenen Labore in Frage stellen. Kann (darf) man das?)
 
Antworten
20.04.2018
Russia Exposes British Lies on Skripal, but Trail Leads to US

Moscow says it has proof that the agent used in the UK attack is a chemical weapon patented in the US. So was this a covert operation aimed at ratcheting up tensions between the West and Russia?


M.K. BHADRAKUMAR

The sensational case of the poisoning of the ex-MI6 agent and former Russian military intelligence colonel Sergei Skripal on March 4 in Salisbury, in the UK, is becoming more and more curious. Under a blinding spotlight from Moscow, the British allegation regarding a Russian hand in the poisoning of Skripal is getting exposed. An engrossing plot in big-power politics is also unfolding. There is stuff here for a Le Carre novel.
Are we witnessing a replay of the false flag Gulf of Tonkin attack of August 1964, the imaginary “incident” concocted by the US military to provide legal and political justification for deploying American forces in South Vietnam and for commencing open warfare against North Vietnam?
To recap, Britain alleged without any empirical evidence that a military grade nerve agent of a type known as Novichok was used in Salisbury, saying it was originally developed in the former Soviet Union, and therefore, Moscow’s hand – possibly, even President Vladimir Putin’s hand – was “highly likely”.
Moscow has maintained, on the other hand, that it had destroyed all its chemical weapons and an Organization for the Prohibition of Chemical Weapons (OPCW) investigation verified and testified to that.
The British allegation quickly morphed into a large-scale expulsion of Russian diplomats (over 100 of them) by western capitals, under heavy pressure from Washington and London. The US alone expelled 60 Russian diplomats, while Britain expelled 23.
Egg on May’s face
Britain is studiously ignoring the Russian requests for samples of the chemical agent used in the Salisbury attack and for consular access to be granted to the former spy’s daughter Yulia. Meanwhile, Britain instead approached the OPCW to investigate.
The OPCW has now responded that it cannot identify the country of origin of the chemical agent used in the Salisbury attack.
There is egg on PM Theresa May’s face.
However, Russians managed to get their hands on the report prepared for the OPCW by its reputed laboratory in Spiez, the Swiss Center for Radiology and Bacteriological Analysis. According to the Swiss lab’s report, the chemical formula used in the Salisbury attack has been in service in the US, the UK and other NATO countries. Furthermore, neither the Soviet Union nor Russia “ever developed or stockpiled similar chemical weapons.”
That’s more egg on May’s face.
Now comes the bombshell. On April 18, Moscow disclosed that it has formally handed over to the OPCW proof to the effect that the Novichok agent purportedly used in the Salisbury attack actually happens to be patented as a chemical weapon in 2015 in the US and produced in that country. (By the way, unlike Russia, the US is yet to destroy its chemical weapon stockpiles, as required under the Chemical Weapons Convention of 1997.)
Now, not only the British government but Washington too has some explaining to do.
Was Skripal attack a covert op by the West?
Simply put, the Salisbury attack might even have been an Anglo-American joint covert operation undertaken with the ulterior motive to ratchet up tensions between the West and Russia. (The Washington Post reported on Monday that the former National Security Advisor HR McMaster might have hoodwinked President Donald Trump into approving the expulsion under the wrong notion that similar numbers of expulsions by European allies was in the pipeline. In the event though, the Europeans made only token expulsions.)
Britain is steadily edging away from the Skripal case, hoping, perhaps, that the matter will die down. But will Moscow let Britain off the hook?
.............
weiter > https://www.strategic-culture.org/news/2...ds-us.html
 
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