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PC - Workshop
#10
(28.06.2018, 12:41)BSB schrieb: Ich wollte mit dem Befehl

ffmpeg -ss 00:10 -t 00:12 -i (input) -vf "select=eq(pict_type\,I)" -vsync vfr (output)

die I-Frames zwischen 00:00:10 und 00:00:22 "herausfischen". Die Ausbeute ist aber gering. Es handelt sich nur um die vier angehängten Bilder:

Wenn ich Ihre Erläuterung richtig verstehe, daß es sich bei den I-Frames um die in der MP4-Datei kodierten Original-Standbilder handelt, aus denen die anderen Frames dann nur durch die Wiedergabe-Software berechnet werden, dann können diese vier ja unmöglich die vollständige Information beinhalten. (Außer es gibt einen Befehl lass_die_lichterkette_schwingen.)

Passiert bei Ihnen dasselbe? Habe ich was übersehen?

(Ich arbeite unter Windows, falls das was zur Sache tut.)

Ergänzung: Für das komplette Dashcam-Video von Reuters (d.h. ohne Zeiteinschränkung) erhalte ich auf diese Weise 5 Frames.

Sie haben alles richtig gemacht. Ihre Argumentation ist auch richtig, nur der zweite Teil Ihrer Annahme nicht.
"aus denen die anderen Frames dann nur durch die Wiedergabe-Software berechnet werden"
Die P- und B-Frames werden bereits bei der Encodierung berechnet und nicht erst bei der Wiedergabe.
Und sie werden nicht nur aus vorangegangenen I-Frames berechnet.

Ein MPEG-4 codiertes Video besteht aus 3 verschiedenen Bildtypen ("frames"),
- I-Frames (Intra Coded Pictures). Diese sind unabhängig von allen anderen frames wieder decodierbar.
Sie werden auch als Key-frames bezeichnet. Diese sind uns am liebsten. Das sind sozusagen die Anker des ganzen Videos.
- P-Frames (Predictive Coded Pictures). Diese verwenden bei der Encodierung (= Erstellung des Videos durch den Encoder) Informationen aus vorausgegangenen I- oder auch P-Frames. Wie der Name schon sagt, werden die "vorhergesagt". Da kann, aber muss nichts gutes bei rauskommen.
- B-Frames (Bidirectional Coded Pictures) verwenden sowohl aus den vorangegangenen, als auch den nachfolgenden Frames Informationen und sind ebenfalls nicht einzeln decodierbar.

Sagen wir mal (sehr vereinfacht) so: Der Encoder zieht sich einen Haufen Original frames herein, speichert den ersten als I-Frame und  schaut sich die Änderungen zwischen den folgenden frames an (z.B. das Lichterkettenschwingen) und berechnet daraus Zwischenbilder (P- und B-Frames).
Dann legt er diese Bildersammlung als "GOP" (Group of Pictures) ab.

Die P- und B- frames, die Sie sehen, sind also NICHT nur eine Information aus dem letzten I-frame, sondern auch aus vorherigen  (und bei B-frames sogar nachfolgenden) frames.

Das blöde ist (und das haben Sie ja auch bemerkt) dass bei MPEG-4 encodierten Videos in so einer GOP ziemlich wenig I-Frames abgespeichert sind. Da können Sie bis zu 10sec warten, bis mal wieder eins kommt
https://www.itwissen.info/GOP-group-of-picture.html
Da kommt man eben nicht umhin, sich auch P- oder B-Frames anzuschauen.


Meines Wissens beste (deutsche) Website zu dem Thema:
https://encodingwissen.de/
https://encodingwissen.de/hintergrund/gr...r-schritt/
https://encodingwissen.de/hintergrund/gr...fferenzen/

https://encodingwissen.de/codecs/x264/technik/
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