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Im Spinnennetz der Geheimdienste
#1
Am 10.2.2018 fand im Gewerkschaftshaus Kiel eine interessante Diskussion zum Thema Geheimdienste statt.

Selbstmord oder Mord? Der Tod von Uwe Barschel wirft noch immer etliche Fragen auf. Für Patrik Baab steht fest: Es war Mord. Der Autor, Politikwissenschaftler und NDR-Fernsehjournalist hat zusammen mit dem amerikanischen Politologen Robert E. Harkavy dieses Buch geschrieben

Moderator war Dirk Pohlmann

Die Aufzeichnung dauert über 2 Stunden (!)






Tags: #deepstate
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#2
(24.02.2018, 08:12)PrayingMantis schrieb: Am 10.2.2018 fand im Gewerkschaftshaus Kiel eine interessante Diskussion zum Thema Geheimdienste statt.

Selbstmord oder Mord? Der Tod von Uwe Barschel wirft noch immer etliche Fragen auf. Für Patrik Baab steht fest: Es war Mord. Der Autor, Politikwissenschaftler und NDR-Fernsehjournalist hat zusammen mit dem amerikanischen Politologen Robert E. Harkavy dieses Buch geschrieben

Moderator war Dirk Pohlmann

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Tags: #deepstate

Falls zu Barschel weitere Informationen gewünscht sind, hier ein älterer Beitrag...

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Am 11. Oktober 1987 wurde Uwe Barschel tot aufgefunden. Die offiziellen Ermittlungen, die übrigens bis heute Gültigkeit haben, sprechen von einem Suizid. Und das obwohl klare Indizien und Zeugenaussagen von einem Mord im Staatsauftrag sprechen. Und ich meine nicht Deutschland als Auftraggeber sondern Israel. Obwohl sämtliche Indizien auf ein israelisches Mordkommando schließen lassen, gibt es keine weiteren Untersuchen diesbezüglich. 

Die offensichtliche Motivation war die Unbestechlichkeit Barschels. Trotz einer hetzerischen Medien-Kampagne und hohen Bestechungsgeldern, die er offensichtlich ablehnte, bestand er auf die Klarstellung seiner Sicht der Dinge. Einem Tag bevor er aussagen wollte, kam er ums Leben. Seine angekündigten Aussagen betrafen das Thema illegale Waffenlieferung von Israel an den Iran, abgewickelt über Deutschland.

Der Spiegel berichtete
Kiel/Berlin - Einer der wichtigsten Gutachter im Fall Uwe Barschel verdächtigt in einem neuen Gutachten den Mossad, den früheren schleswig-holsteinischen Ministerpräsidenten ermordet zu haben. Die chemischen Analysedaten stimmten bis in Details mit einem Mordablauf überein, den ein ehemaliger Agent des israelischen Geheimdienstes, Victor Ostrovsky, in einem Buch schildere. Das schreibt der Schweizer Toxikologe Hans Brandenberger in einem Beitrag für die "Welt am Sonntag".

Es ist das erste Mal, dass sich der Wissenschaftler zur Frage nach den Tätern äußert. Brandenberger hatte Mitte der neunziger Jahre auf Drängen der Familie Barschel ein neues Gutachten erstellt und die "Drei plus Eins"-Theorie formuliert. Er kam zu dem Ergebnis, dass Uwe Barschel die vier tödlichen Präparate nicht zeitgleich genommen haben kann. Barschel sei nicht mehr handlungsfähig gewesen, als die letzte Substanz in seinen Körper gelangte. Das Gutachten löste im Jahr 1994 neue Ermittlungen aus.

Der frühere Chefermittler in dem Fall, Heinrich Wille, sieht nun den Verdacht erhärtet, dass Barschel von einem professionellen Killerkommando getötet wurde. Brandenbergers Aufsatz enthalte neue Erkenntnisse, die geprüft werden sollten, wurde der ehemalige Leitende Oberstaatsanwalt von Lübeck zitiert. Einen konkreten Verdächtigen gebe es aber bis heute nicht.

Der CDU-Politiker Barschel war am 11. Oktober 1987 tot in einer Badewanne des Genfer Luxushotels Beau Rivage gefunden worden. Viele Fachleute gehen von einem Selbstmord aus, die Todesumstände wurden aber nie zweifelsfrei geklärt.

Im Unterschied zu anderen Theorien beschreibe Ostrovsky ein Szenario, das mit den Analysedaten erstaunlich gut übereinstimmt, heißt es laut "Welt am Sonntag" in dem Papier Brandenbergers. Auffällige Details in Ostrovskys Bericht, zum Beispiel die rektale Zufuhr von Beruhigungsmitteln und die zeitlich versetzte Verabreichung von Medikamenten, spiegelten sich im chemischen Befund wider, so der Toxikologe.

Ex-Agent Ostrovsky erklärte, die neuen wissenschaftlichen Erkenntnisse über den Tod Barschels überraschten ihn nicht. "Ich weiß ja, dass es so war", wurde Ostrovsky zitiert. Der Autor, der bis heute nie offiziell von deutschen Ermittlern zum Geschehen von Genf befragt wurde, zeigte sich bereit zu einer Aussage: "Ich stehe den deutschen Strafverfolgungsbehörden jederzeit als Zeuge zur Verfügung, solange ich dabei in den USA bleiben kann."


Ostrovsky berichetet:

Der Grund, warum der BND den Mossad benutzen mußte, um mit dieser Situation fertig zu werden, bestand darin, daß sich die Drohung Barscheis gegen die mittleren Chargen des BND richtete. Diese hielten entgegen den direkten Befehlen ihrer Vorgesetzten Kontakt mit dem Mossad. Der BND konnte sich also nicht mit einem Hilfegesuch an seine eigenen Leute wenden. Zwei Einsatz-Paare quartierten sich im Hotel ein: das eine im vierten Stock, nahe beim Ausgang zum Dach, und das andere, das am selben Tag wie Barschel ankam, im dritten Stock neben dem Zimmer, das Ran für Barschel reserviert hatte. 

Die übrigen Leute des Teams deckten das Umfeld ab und hielten sich in der Nähe auf, um nötigenfalls eingreifen zu können. Ran traf Barschel in dessen Zimmer am Nachmittag des 10. Oktober. Nachdem er eine Flasche Wein für den von ihm mitgebrachten Käse bestellt hatte, machte er Barschel zuerst ein Angebot. Barschel sollte überredet werden, seinen Sturz zu akzeptieren. Ran versprach ihm, daß man ihn großzügig entschädigen werde. Er versuchte ihm zu suggerieren, daß das, was er angeblich getan habe, im Bereich der Politik keine so große Sache darstelle und daß es besser für ihn sei, die Dinge laufen zu lassen und das Geld zu nehmen. Ran benutzte den üblichen Satz, den der Mossad so liebte, daß Geld keine Rolle spiele. 

Barschel war sehr ungehalten. Er bestand darauf, daß Ran ihm die Beweise liefere, die seinen Namen reinwaschen könnten, oder zu verschwinden. Er war nicht daran interessiert, einen Profit aus der Sache zu schlagen, sondern er wollte es allen zeigen, die ihn verleumdet hatten. Da wurde Ran klar, daß es keine Möglichkeit gab, den Mann umzustimmen. Die Operation mußte in ihre zweite Phase treten, was die Beseitigung dieses Mannes bedeutete. Er war jetzt zu einer Gefahr für die Sicherheit der beteiligten Mossad-Leute geworden. Es gab aus diesem Grund keine Notwendigkeit, die Zustimmung zu seiner Eliminierung außerhalb des Mossad einzuholen. Das wäre bei einer Exekution aus politischen Gründen der Fall gewesen; hier hätte der Premierminister seine Zustimmung geben müssen. 

Ran rief die zwei Männer im vierten Stock von Barschels Hotel an und gab ihnen grünes Licht für die Operation. Sie warteten die Zeit ab, bis Barschel von dem Mittel imWein eingeschlafen war. Sie riefen außerdem noch bei ihm an, um sicherzugehen, daß er nicht wach war. Dann drangen sie in sein Zimmer ein. Barschel lag auf dem Boden rechts neben dem Bett. Er war offenbar ohnmächtig geworden und aus dem Bett gefallen. Das Team zog ein Plastiktuch über das Bett und legte den Bewußtlosen darauf, mit den Beinen zum Kopfende, damit die nächsten Schritte einfacher wären. 

Ein zusammengerolltes Handtuch wurde ihm unter den Nacken gelegt, als ob er eine Mund-zu-Mund-Beatmung bekommen sollte. Fünf Leute befanden sich zu dem Zeitpunkt im Raum. Vier kümmerten sich um das Opfer, und einer füllte die Badewanne mit Wasser und Eis; das Geräusch würde jedes andere übertönen. Ein langer, gut geölter Gummischlauch wurde dem schlafenden Mann in den Hals geschoben, langsam und vorsichtig, um ihn nicht zu ersticken. Einer schob den Schlauch, während ihn die anderen Männer für den Fall einer plötzlichen Konvulsion festhielten. 

Sie alle hatten so etwas schon vorher gemacht. Sobald der Schlauch den Magen erreicht hatte, brachten sie am oberen Schlauchende einen kleinen Trichter an, durch den sie nun verschiedene Pillen einführten, dazu ab und zu etwas Wasser, damit sie auch tatsächlich den Magen erreichten. Danach wurden dem Mann die Hosen heruntergezogen. Zwei Männer hielten seine Beine hoch, und ein Dritter führte ihm rektal Zäpfchen mit einem starken Sedativ und einem fiebererzeugenden Mittel ein. Die Hosen wurden ihm wieder hochgezogen, und die Leute warteten auf die Wirkung der Medikamente; sie legten ihm ein Thermometer auf die Stirn, um seine Temperatur zu beobachten. 

Nach einer Stunde hatte er hohes Fieber bekommen. Er wurde dann in das Eisbad gelegt. Der Schock rief starke Körperzuckungen hervor. Der plötzliche Temperaturwechsel im Verein mit der Wirkung der Medikamente erzeugte so etwas, was wie eine Herzattacke aussah. Nach ein paar Minuten stellte das Team fest, daß er wirklich tot war, und begann das Zimmer aufzuräumen, um keine Spuren zu hinterlassen. Sie merkten, daß sie den Fehler gemacht hatten, dem Mann nicht die Kleider auszuziehen, bevor sie ihn in die Wanne legten. Aber es war zu spät, das noch zu ändern. Sie merkten auch, daß die Ersatzweinflasche, die sie mitgebracht hatten, zwar ein Beaujolais war, aber nicht die richtige Marke, so daß sie keine Flasche hatten, um sie dazulassen. Die Lage war gespannt. 

Sie hatten mehrere Stunden in dem Raum zugebracht, und einige von ihnen waren mehrmals hinausgegangen und wiedergekommen. Daß sie neben einer toten oder sterbenden Person Wache hielten, wäre wohl kaum zu erklären gewesen. Nachdem sie das Zimmer verlassen und das Schild »Bitte nicht stören« angebracht hatten, ging jeder seiner Wege. Zwei Leute verließen das Hotel noch am selben Abend, das zweite Paar erst am folgenden Morgen. Die übrigen Mitglieder des Teams hatten die Stadt schon in derselben Nacht mit dem Wagen verlassen und fuhren zurück nach Belgien in die Sicherheit des Mossad-Hauptquartiers in Europa. Ran wurde informiert, daß die Mission erfüllt war, ebenso der Mossad-Chef, dem ein Team-Mitglied ein Polaroidfoto von dem Toten brachte. 
Ostrovski, Geheimakte Mossad

Zitat:Die Bezeichnung Operation Hannibal stammt aus dem englischen Sprachraum und bezieht sich auf: die Waffenlieferungen Israels an den Iran über Drittländer in der Zeit des Ersten Golfkrieges.
http://de.wikipedia.org/wiki/Uwe_Barsche...t.C3.A4nde
http://de.wikipedia.org/wiki/Operation_Hannibal
http://www.spiegel.de/panorama/justiz/fa...30274.html

[Bild: Uwe-Barschel-Mord-1987-01-300x160.jpg]
[Bild: b7c8b2_Uwe-Barschel-Mord-1987-01.jpg]
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