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SZ 3.10.17 - Gutachten - Rechtsextrem
#1
http://www.sueddeutsche.de/muenchen/amok...-1.3693124

Und weiter geht es in diesem Theaterstück

Zitat:Hätte es wirklich jeden treffen können?
Offiziell sind seine Morde ein Amoklauf, kein Anschlag. Dem Landesamt für Verfassungsschutz gilt er als "psychisch kranker Rächer", nicht als "terroristischer Kämpfer". David S. habe ideologische "Anleihen aus dem Bereich Rechtsextremismus" gehabt, aber die persönliche Kränkung habe stets im Vordergrund gestanden. "Es ist nicht davon auszugehen, dass die Tat politisch motiviert war", schreiben die Staatsanwaltschaft und das Landeskriminalamt in ihrem Abschlussbericht.
Ruft ein Mörder "Allahu akbar", "Gott ist groß", gilt die Tat schnell als islamistisch, als Akt des Terrors. Was hätte David S. rufen müssen, damit seine Tat von einer unpolitischen zu einer politischen würde? Hätte es wirklich jeden treffen können?
Drei Gutachter widersprechen nun der Behördensicht
Die Debatte darüber, wie die Morde von David S. einzuordnen sind, ist mit dem Abschluss der Ermittlungen nicht beigelegt. Die Frage nach dem Warum ist eine offene Wunde für die Angehörigen der Opfer.
Drei Gutachter widersprechen nun der Behördensicht. Die Fachstelle für Demokratie der Stadt hat die Sozialwissenschaftler Christoph Kopke, Matthias Quent und Florian Hartleb beauftragt, den rechtsextremistischen Hintergrund von David S. aufzuklären. Nach Informationen von SZ und WDR kommen alle drei zu dem Ergebnis, dass der Amoklauf am Olympia-Einkaufszentrum (OEZ) als politisch rechts motiviert zu werten sei. Ihre Analysen präsentieren die Experten an diesem Freitag im Rathaus.

Die drei Forscher haben Zugang erhalten zu den Ermittlungsakten der Staatsanwaltschaft, zu Zeugenaussagen und der Auswertung von David S. Computer. Die Behörden hätten umfassend ermittelt, es sei ihnen keineswegs der Vorwurf zu machen, sie hätten nachlässig gearbeitet, so die Forscher. Das ist wichtig, gerade in einer Stadt wie München, wo seit vier Jahren der NSU-Prozess verhandelt wird und wo das Oktoberfestattentat von 1980 bis heute nicht aufgeklärt ist. Bei beiden rechtsterroristischen Taten hatten die Ermittlungsbehörden schwere Fehler begangen.
Und so liegt der Unterschied in der Beurteilung der Taten von David S. eher in der Auslegung von Kriterien, die die Polizei selbst zur Beurteilung von politischen Straftaten aufgestellt hat, und in mangelndem Willen, tödlichen Rassismus als solchen zu benennen. Zwar steht auch für die Behörden fest, dass S. auf Grund von Mobbingerfahrungen an seiner Schule einen "Hass auf südosteuropäische Bevölkerungsgruppen" entwickelt habe. Trotzdem sei bei S. die Rache "tatauslösend", die Tat damit persönlich, nicht politisch.

Darum war der Tattag kein Zufall
Für die Forscher hingegen sind weder Opferauswahl noch Tattag Zufall. Das Datum ist der Jahrestag des Attentats des Rechtsterroristen Breivik, den S. als Vorbild gesehen hat. Anders als Amokläufer habe S. nicht an seiner eigenen Schule gemordet, er kannte keines seiner Opfer. Er wusste jedoch, dass am OEZ viele Menschen mit Migrationshintergrund anzutreffen sein würden. Dabei spiele es auch keine Rolle, dass S. selbst iranische Eltern gehabt habe. Durch die Abwertung von Migranten habe er sich als "echter Deutscher" beweisen können.
Individuelle und politische Motive müssten sich nicht ausschließen. "Rache und Politik, Aufmerksamkeit und Mission, Amok und Terror verschmelzen", schreibt Matthias Quent, Leiter des Instituts für Demokratie und Zivilgesellschaft in Jena. "Eine persönliche, individualisierte Kränkungsideologie" mache gerade den Einsamen-Wolf-Terrorismus aus, den der Politikwissenschaftler Florian Hartleb in diesem Fall konstatiert. Die Ermittler hätten außer Acht gelassen, dass S. seine Tat lange Zeit und akribisch vorbereitet habe und dass er in seinen Augen München vor Überfremdung habe schützen wollen.
Dass S. keine Verbindungen zu rechtsextremen Gruppen pflegte, ist für Hartleb kein Beleg dafür, dass er kein Terrorist sei - so wie Innenminister Joachim Herrmann argumentiert. Vielmehr liege ein Fall eines Einzeltäters vor, der ohne Unterstützung einer Organisation handelt, ein Produkt der Selbstradikalisierung, ein "Einsamer Wolf" also. Dies sei ein "seltener, wenngleich immer häufiger vorkommender Sonderfall des Terrorismus".
Dies qualifiziert die Tat bereits als Hassverbrechen
Das Kriterium der Zugehörigkeit zu einer extremistischen Gruppe sei ohnehin nicht mehr zeitgemäß, zeige ein stark antiquiertes Verständnis der Behörden, so Hartleb. Für Matthias Quent blenden die Behörden Vorurteile und Rassismus aus. Die Opfer von David S. "wurden nicht ermordet, weil möglicherweise ihnen ähnlich sehende Personen David S. gemobbt haben, sondern weil David S. einen pauschalisierenden Hass entwickelt hat auf alle Menschen mit aus seiner Sicht spezifischen Merkmalen". Was sei dies anderes als Rassismus - insbesondere aus Sicht der Betroffenen?
Verstärkend kämen die Bezüge von David S. zum Rechtsextremismus hinzu. Dies qualifiziere die Tat bereits als ein Hassverbrechen und erfülle die Kriterien des polizeilichen Definitionssystem für rechte Straftaten. Zu diesem Schluss kommt auch Christoph Kopke, Professor für Politikwissenschaft an der Hochschule für Wirtschaft und Recht in Berlin.
Die Ermittlungsbehörden hingegen bleiben bei ihrer Einstufung, wie das Innenministerium auf Anfrage mitteilte: Dass S. nur Menschen mit Migrationshintergrund als Opfer ausgesucht habe, dürfte "dem persönlichen, aber verallgemeinerten Feindbild der ehemaligen Mobber geschuldet sein".
Für Quent jedoch werden durch den Verweis auf die möglichen negativen Erfahrungen des Täters mit türkisch- oder albanischstämmigen Mitschülern, die Opfer geradezu für die Tat mitverantwortlich gemacht. "Die Ermordeten tragen keinerlei Schuld an den Mobbingerfahrungen des Täters", schreibt Quent. Die Behörden sollten die zerstörerische Wirkung von Rassismus verurteilen, anstatt sie durch den Verweis auf Ursachen im Sinne des Täters zu rechtfertigen.
Für die Eltern der Opfer sei die entscheidende Frage, warum ihr Kind sterben musste, berichtet Siegfried Benker, dessen Beratungsstelle Before einige der Angehörigen betreut. "Sie ist nicht beantwortet, solange die Gesellschaft nicht eindeutig benennt, was das Tatmotiv war. Da können die Angehörigen nicht damit abschließen."
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#2
Hier mal ein Update und Kommentar zu der Gutachter-Geschichte von Compact-Seite

https://www.compact-online.de/lach-gutac...terrorist/
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#3
COMPACT (Marc Dassen) legt mit ein paar interessanten Details nach.

Gewährsleute, die anonym bleiben wollen, berichteten uns von seltsamen Vorgängen im und um das  OEZ, lange bevor Ali angeblich ab 17:50 Uhr zum ersten Mal feuerte.
Einige Läden – darunter ein Supermarkt und das Geschäft eines Mobilfunkanbieters – sperrten demnach schon um 17 Uhr zu und schlossen Besucher und Mitarbeiter ein, weil Kunden von Schüssen in dem Einkaufszentrum berichtet hatten.
Am Ende gab es dort nur einen Toten, direkt neben der Rolltreppe zum Untergeschoss. Dabei habe es sich, so ein Mitarbeiter eines nahegelegenen Bekleidungsgeschäftes gegenüber COMPACT, um einen Mann von etwa 50 Jahren gehandelt.

In der offiziellen Version wurde die Leiche aber zunächst als die der 14-jährigen Armela ausgegeben. Nach nunmehr zwei Monaten ist auch diese Geschichte hinfällig:
Aktuell wird behauptet, dass der junge Dijamant Zabergja dort gestorben sein soll. Dessen Vater jedoch hatte zuvor erklärt, dass sein Sohn mit einem Freund «vor dem Einkaufszentrum gesessen» sei, als der Täter ihn erwischte.

Was sich wirklich im OEZ abspielte, haben die zahlreichen Überwachungskameras sicherlich aufgezeichnet – doch die Aufnahmen hat die Polizei unter Verschluss.
Und: Angeblich hat das LKA nach der Evakuierung des OEZ Augenzeugen dazu angehalten, Verschwiegenheitserklärungen zu unterzeichnen.
Leider bekamen die betreffenden Personen keine Kopie – und damit gibt es keinen Beweis.

Laut Polizei hat der Täter nach dem Verlassen des OEZ im Parkhaus 17 Schuss auf ein dort geparktes Auto abgefeuert.
Als ich bei Thomas Salbey – dem fernsehbekannten Augenzeugen der Parkdeckszene – nachfragte, erklärte dieser mit Bestimmtheit: «Nein, da hab ich nichts gehört», und fügte noch hinzu: «Irgendwas ist da faul.»

Zwei weitere Details sind spannend: Erstens gibt es eine Person, die auf Bildern vom Tatort vor dem McDonald’s wie tot – mit starr geöffneten Augen – auf dem Bauch liegt. Dieser Mann, so stellte sich beim Bildabgleich heraus, ist offensichtlich keines der neun bekannten Opfer. Er ist tätowiert, größer und älter als die Leiche, die später an derselben Stelle zu sehen ist.
Das ganze Wirrwarr um die Toten lässt sich mittlerweile nicht mehr aufklären:
Alle zehn Leichen sind – ganz so, als seien diese keine Beweismittel für die kriminaltechnische Untersuchung mehr – beerdigt worden.
Fünf der neun Opfer wurden innerhalb von Tagen sogar in ihre jeweiligen Heimatländer ausgeflogen – in den Kosovo, nach Griechenland und in die Türkei.


Quelle: https://www.compact-online.de/lach-gutac...terrorist/

So etwas ähnliches hatten wir schon mal 2002 in Erfurt.
Da wurde auch eine Tote (junge Frau) unterschlagen, die Jahre später von Rettungssanitätern unter dem Schutz der Anonymität gebeichtet wurde.

Warum dürfen reale Tote in der offiziellen Stoy nicht auftauchen?
Weil sie vermutlich die echten Hintergründe erhellen würden.
Aber über Namen- und Gesichtslose kann man schlecht recherchieren.

mfG
nereus
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#4
Tja, leider gibt es 1000 offene Fragen und Widersprüche, aber in der Öffentlichkeit wird nur immer und immer wieder das Gleiche beleuchtet, ob der Fake-Brei nun links oder rechtsrum gerührt wird.

Das mit dem ca. 50-jährigen Mann vorm Footlocker hat mir ein Mitarbeiter selbst gesagt, wobei er damals von einem 47-Jährigen gesprochen hatte und als ich ihn gefragt hatte, woher er das überhaupt wüsste mit dem Alter, sagte er mir, dass es ihm ein Polizist gesagt hätte.

Bei diesem Opfer gab es ja auch die seltsamen Blutspuren, vom Hin- und Herziehen und wie mir OEZ Angestellte gesagt haben, mussten alle Leute an der Leiche vorbei und durften nicht aussen herum, obwohl das dort möglich gewesen wäre. Also wollte man möglichst viele Zeugen an dieser Stelle haben.

Ähnlich war das ja auch vorm Saturn, wo man Menschen zwischen zwei Opfern hindurchgescheucht hatte, völlig unnötig...
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#5
http://www.br.de/mediathek/video/sendung...t-100.html

"Staatsanwaltschaft hat den Anwälten der Nebenkläger 11 Monate lang die Akten vorenthalten." Yavuz Narin im Video

Das ist ja dann sicher ausreichend Zeit gewesen, um sich alles sauber so hinzudrehen, wie man es braucht
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#6
Danke, dass Sie weiter dran bleiben wie ein festgebissenes Frettchen.
Noch haben gerade andere Themen den Vorrang - aber das kann sich schnell wieder ändern.
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#7
Danke, aber bringen tut es leider eh nix, aber so lange es was Neues gibt, wird es mich eh nicht loslassen  Big Grin
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