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2017 Wählen oder nicht wählen ?
#21
[quote='Rantanplan' pid='19827' dateline='1505068584']
@Reinhard @Jens Niestroj

Ihr erinnert Euch schon an den Titel des Threads, oder?


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Ja.

Worauf ich aber hinaus wollte:

Alle Entscheidungen unserer geliebten Bundesregierung, soiwe der Einheitspartei liefen in den letzten mindestens 20 Jahren darauf hinaus, Einkommen und Vermögen von den Arbeitenden hin zu den reichsten zu transferieren und gleichzeitig die politische Teilhabe weiter Teile der Bevölkerung immer weiter einzuschränken. Dies wahrscheinlich, um den ergaunerten Einfluss und das ergaunerte Vermögen abzusichern.

In diesem Zusammenhang wollte ich nur darauf verweisen, dass das EEG von seinen Schöpfern nicht dem Umweltschutz dient, sondern als eine Möglichkeit Vermögen nach oben zu transfereiren. Genauso dienten die Rentenreformen nicht der Sicherung der Rente, sondern dem Vermögenstransfer. Ebenso Krankenversicherungsreformen, Arbeitsmarktreformen, Bildungsreformen etc. Oder dass für viele Dinge der öffentlichen Belange einfach kein Geld mehr da ist, da die öffentlichen Haushalte überschuldet seien [1].

Hier sind sich alle Flügel der Einheitspartei einig. Einziger "Unterschied ist, ob nun die reichsten 1 % 85, 90 oder 105% des BSP-Wachstums erhalten. Oder bildlicher, in der Sprache von Frau Thatcher ausgedrückt (Frau Thatcher sagte Anfang der 1980ger Jahre: Man muss die fettesten Pferde gut füttern,damit auch für die Spatzen mehr Pferdeäpfel abfallen), wie groß denn die Pferdeäpfel sind, mit denen sich die Spatzen (=das gemeine Volk) zu begügen hat. Wobei oft noch mehr getan wird: Nämlich einen Spatz gegen den anderen aufzuhetzen, damit man als individueller Spatz mehr Anteil an dem Pferdapfel zu Lasten der anderen Spatzen erhält. Wobei niemand in der Einheitspartei oder in den Qualitätsmedien fragt, wieso sich denn der Spatz mit den Pferdeäpfeln begügen sollte, und wieso er nicht Anspruch aus einen Teil des Korns hat (um in dem Bild von Frau Thatcher zu bleiben).

Offenbar sind die meisten Menschen so weit indoktriniert, dass sie die offizielle Legende der alternativlosen Politik der Einheitspartei glauben. Nur: Politik ist NIE alternativlos. Politik ändert sich aber nur, sobald mindestens eine starke Mehrheit der Bevölkerung der Dauerpropaganda nicht mehr glaubt und Erklärungen einfordert. Oder, um es mit Frau Arundhati Roy zu sagen:
In Zeiten, in denen Opportunismus alles ist, in denen es keine Hoffnung zu geben scheint, in denen alles zu einem zynischen Geschäft reduziert wird, müssen wir wieder den Mut finden, zu träumen und die Phantasie zurückzufordern.
Das Träumen von Gerechtigkeit, von Würde, von Freiheit. Für jeden. ...
Wir müssen verstehen, wie die gute alte Maschine funktioniert, für wen und gegen wen sie arbeitet. Wer bezahlt und wer profitiert.

Daher werde ich keinen Flügel der Einheitspartei wählen.


[1] Zur "Überschuldung" ein Zitat:
Betrachtet man alle verfügbaren Daten, so lautet der verblüffende Befund, dass nie zuvor in Europa das Nationalvermögen so hoch war [wie heute]. … Die Vorstellung, wir stünden in Begriff, unseren Kindern und Enkelkindern beschämend hohe [Staats]schulden zu hinterlassen, … entbehrt jeder Logik. …  Wahr, und diesesmal in der Tat beschämend, ist dagegen wie ungleich das Kapital verteilt ist – mit einem privaten Reichtum, der sich auf öffentliche Armut stützt.    
Thomas Piketty
Ihr wisst schon genug.
Ich auch.
Nicht an Wissen mangelt es uns.
Was fehlt, ist der Mut, begreifen zu wollen, was wir wissen und daraus die Konsequenzen zu ziehen.
Sven Lindqvist
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