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2017 Wählen oder nicht wählen ?
#11
[quote='Reinhard' pid='19788' dateline='1504964312']
[quote='Jens Niestroj' pid='19786' dateline='1504953322']





Die Argumentation ist schlecht.

Die EEG-Umlage wird für Energie gezahlt, die von den Anlagen bereitgestellt wird, die in den Jahren zuvor errichtet wurden, also nicht in der Investitionssumme des aktuellen Jahres enthalten sind (bzw. nur zu einem kleinem Teil). Und die Umlage-summe steigt natürlich auch an, weil es ja mehr Anlagen werden, die einspeisen und für die gezahlt wird. Es fallen auch die ältesten errichteten Anlagen aus den Zahlungen raus, weil sie an ihre Höchstförderdauer kommen, aber anfänglich waren es ja nicht soviele Anlagen, dafür sind das dann auch die mit der höchsten Förderung.  Da hätten die Investitionen noch ne Weile exponentiell weiter wachsen müssen, damit sie dauerhaft vor den Umlagen gelegen wären.

Jedenfalls ist es unredlich, die Investitionen erst ab mitten in der Geltungsdauer des EEGs zu zählen. Das Gesetz gibt es ja schon seit 2000 oder so.


===============

m.E. ist meine Argumentation nicht falsch.

Zunächst: Richtig viel ist nur in den Jahren 2009 bis 2012 invstiert worden (jeweils einschließlich). Dies sind vier Jahre. Förderdauer: bis 2029 / 2032. Dann erst gehen diese EEG-Anlagen aus der Förderung. Dies wiederum bedeutet: Die EEG Umlage wird bis 2032 nicht wesentlich sinken, auch wenn der Invest konstatnt (niedrig) bleibt.

Richtig ist, dass ich verkürzend den Invst seit 2000 nicht benannt habe. Dies, weil ich für die Zeit zwischen 2000 und 2009 keine Zahlen zur absoluten Höhe der EEG-Umlage gefunden habe. Hierzu erst einmal dioe Statista Zahlen: Zwischen 2000 und 2009 (jeweils einschließlich) wurden 112,8 Mrd. € in Anlagen zur erneuerbaren Energieerzeugung investiert (Strom und Wärme).
Die EEG-Umlage in dieser Zeit kann ich nur auf Grund der Höhe pro kWh abschätzen, ich gehe von etwa 25 Mrd. € aus.

Aha, kann man jetzt sagen: 112,8 Mrd minus 25 Mrd gibt 87 Mrd € mehr Invest, als EEG Förderung. Dies ist richtig. ABER: Im Invest sind auch Investitionen für erneuerbare Wärme enthalten (Biomasse, Geothermie, Solarthermie). Hier habe ich nur für Einzeljahre Werte finden könne, die aber durchgängig bei 2,5 Mrd bis 3 Mrd. € pro Jahr liegen. Gehe ich für die 17 Jahre von 2000 bis 2016 von vorsichtig 2 Mrd. €/a erneuerbare Wärme aus, muss ich von den 87 Mrd. € 34 abziehen: macht bummelig 53 Mrd.

Nun muss man noch einen Effekt berücksichtigen: Die Strompreise (Börse) waren bis vor ein paar Jahren mehr als doppelt so hoch, wie heute. Gehe ich davon aus, dass ich für Wartung und Unterhalt von erneuerbare Stromerzeugungsunterlagen etwas weniger, als den heutigen Strompreis aufwenden muss (was angesichts der unentgeltlich zur Verfügung stehenden Sonne und Wind nicht unrealistisch ist), muss ich von den 53 Mrd. e noch einmal bummelig 20 Mrd. € abziehen.

Bleiben 33 Mrd. €.

Nun kommt aber der Effekt Zeit. Bleibt es beim heutigen Investitionsumfang und bleibt die EEG-Umlage einigermaßen konstant (was angesichts der Förderdauer von 20 Jahren bis mindestens 2030 der Fall sein wird), werden als Untergrenze etwa 12 Mrd € pro Jahr mehr EEG-Umlage eingesammelt, als in die erneuerbare Stromerzeugung investiert. Nach dieser Abschätzung ist spätestens im Spätsommer 2019 der Punkt erreicht, an dem mehr EEG-Umlage eingesammelt wurde, als in Anlagen investiert wurde. Die nächsten 10 Jahre läuft dieses gedachte Konto dann mit über 120 Mrd. € ins Miese.

Ob der Punkt, da mehr EEG Umlage eingesammelt wird, als investiert wurde im Spätsommer 2019, in 2018 oder 2022 kommt, ist m.E. egal. Für mich ist entscheidend, dass die EEG-Umlage ganz offensichtlich eine Umverteilungsmaschine hin zum Großkapital ist.

Und dies ist erkenntlich, wenn man sich die öffentlich zugänglichen Statistiken anschaut.
Ihr wisst schon genug.
Ich auch.
Nicht an Wissen mangelt es uns.
Was fehlt, ist der Mut, begreifen zu wollen, was wir wissen und daraus die Konsequenzen zu ziehen.
Sven Lindqvist
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#12
http://www.br.de/nachrichten/rente-70-de...e-100.html



Schäuble fordert Umdenken
Rente mit 70 doch ein Thema
Kanzlerin Angela Merkel schließt die Rente mit 70 aus. Finanzminister Wolfgang Schäuble hält dagegen eine Debatte über ein höheres Rentenalter für nötig, allerdings erst nach der Bundestagswahl.

Sie wollte das Rententhema aus dem Wahlkampf heraushalten. Doch mit ihrer klaren Positionierung gegen eine Rente mit 70 hat Kanzlerin Angela Merkel Widerspruch in der eigenen Partei ausgelöst. So sagte Bundesfinanzminister Schäuble der "Rheinischen Post":

"Es entspricht einer gewissen Denknotwendigkeit, dass bei weiterhin steigendem Lebensalter die Altersgrenze in der Rentenversicherung nicht für alle Zeiten festgemauert stehen bleiben kann."
Wolfgang Schäuble, Bundesfinanzminister
------------------------
Bemerkung: die verschlafenen Wähler merken merken es nicht mal.
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#13
[Bild: 59b4fa2195e73.jpeg]
 
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#14
(10.09.2017, 09:37)weckrieden schrieb: http://www.br.de/nachrichten/rente-70-de...e-100.html

Schäuble fordert Umdenken
Rente mit 70 doch ein Thema

Zur Info:

28,3% des Bundeshaushaltes 2017 bestehen aus Zuschüssen des Bundes zu Rentenversicherungen sowie zur Grundsicherung von Erwerbsunfähigen und Rentnern.

ALG II = 6,4%
                                                        
„Es gibt eine Form der Elitenverwahrlosung, die ist systemrelevant.“ (Gabor Steingart)
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#15
(09.09.2017, 17:52)Jens Niestroj schrieb:
(09.09.2017, 15:38)Reinhard schrieb: Die Argumentation ist schlecht.

Die EEG-Umlage wird für Energie gezahlt, die von den Anlagen bereitgestellt wird, die in den Jahren zuvor errichtet wurden, also nicht in der Investitionssumme des aktuellen Jahres enthalten sind (bzw. nur zu einem kleinem Teil). Und die Umlage-summe steigt natürlich auch an, weil es ja mehr Anlagen werden, die einspeisen und für die gezahlt wird. Es fallen auch die ältesten errichteten Anlagen aus den Zahlungen raus, weil sie an ihre Höchstförderdauer kommen, aber anfänglich waren es ja nicht soviele Anlagen, dafür sind das dann auch die mit der höchsten Förderung.  Da hätten die Investitionen noch ne Weile exponentiell weiter wachsen müssen, damit sie dauerhaft vor den Umlagen gelegen wären.

Jedenfalls ist es unredlich, die Investitionen erst ab mitten in der Geltungsdauer des EEGs zu zählen. Das Gesetz gibt es ja schon seit 2000 oder so.

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m.E. ist meine Argumentation nicht falsch.

Zunächst: Richtig viel ist nur in den Jahren 2009 bis 2012 invstiert worden (jeweils einschließlich). Dies sind vier Jahre. Förderdauer: bis 2029 / 2032. Dann erst gehen diese EEG-Anlagen aus der Förderung. Dies wiederum bedeutet: Die EEG Umlage wird bis 2032 nicht wesentlich sinken, auch wenn der Invest konstatnt (niedrig) bleibt.

Ja, das wird wohl so kommen. Aber ich erkenne noch nicht, was daran nun das Problem des EEGs sein soll. Und aus der Beobachtung, dass irgendwann die EEG-Umlage die Investitionen übersteigt, gäbe es auch noch den Ausweg, dass die Investitionen größer sein müssten. Das wäre aus Sicht dessen, von Öl- und Gas-Importen wegzukommen der positivste Verlauf. (Wird mit Merkel oder anderen Industrielobbyhörigen aber nicht so kommen.) Dann würde diese Argumentation ins Leere laufen.


(09.09.2017, 17:52)Jens Niestroj schrieb: Ob der Punkt, da mehr EEG Umlage eingesammelt wird, als investiert wurde im Spätsommer 2019, in 2018 oder 2022 kommt, ist m.E. egal. Für mich ist entscheidend, dass die EEG-Umlage ganz offensichtlich eine Umverteilungsmaschine hin zum Großkapital ist.

Und dies ist erkenntlich, wenn man sich die öffentlich zugänglichen Statistiken anschaut.


Das ist für mich nicht offensichtlich ...

Viele Anlagen, die unter das EEG fallen, sind nicht in der Hand der großen Energiekonzerne, sondern werden von kleineren Gesellschaften oder örtlich organisierten Genossenschaften betrieben. Großkapital setzt eher auf Kohle und Atom, und die 5+ Mrd. Euro, die ein KKW kosten würde, kann eine kleine Genossenschaft auch nicht leisten. Zumindest gibt es bei den EEG-Anlagen jetzt Konkurrenz zu den Konzernen.

Was anderes ist es, dass das Kapital für die EEGs auch verzinst werden muss (ob nun bei den kleinen oder großen Betreibern). Bei den 15 oder 20 Jahren Investitionsdauer und geringen Betriebskosten macht das schon mal die Hälfte der Gesamtkosten aus (abhängig vom Zinssatz). Beziehungsweise anders formuliert: die Einnahmen (aus Stromverkauf + EEG) müssen dann das Doppelte der Investitionskosten betragen, damit es sich im Nachhinein betrachtet rentiert hat. Ungefähr darauf wird deine Betrachtung mal hinauslaufen, denke ich. NUR: das ist nicht das Problem des EEG, das ist im Kapitalismus generell so, dass sich alles rentieren == Kapitalrendite abwerfen soll.

Das EEG nutzt die Kapitalismusmechanismen aus, indem es eine Zeitlang die nominalen Erträge quasi-garantiert hat (nicht ganz, es ist immer noch wetterabhängig). Das kann man ihm vorwerfen, aber ich würde das nicht als "Umverteilungsmaschine" bezeichnen, das ist (um in dieser Metapher zu bleiben) ein stabiler Ansaugstutzen an einer Umverteilungsmaschine, die eh schon läuft.

Was man auch noch kritisieren kann, ist dass die Industrie die Umlage zum Großteil gar nicht zu zahlen braucht, das ist eigentlich eine Subventionierung der Industriestromkosten durch die Privathaushalte. Aber auch das ist kein prinzipielles Problem des EEG, sondern was die Industrielobby daraus gemacht hat.
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#16
@Reinhard @Jens Niestroj

Ihr erinnert Euch schon an den Titel des Threads, oder?

Wenn Ihr das Thema vertiefen wollt (wäre durchaus lohnenswert, gehört eh zu meinem Steckenpferdthema und Studiumsschwerpunkt), machen wir dazu einen eigenen Thread.
                                                        
„Es gibt eine Form der Elitenverwahrlosung, die ist systemrelevant.“ (Gabor Steingart)
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#17
Meine Ansicht:
Wer wählen geht und eine gültige Stimme abgibt, manifestiert unser System der Wahldemokratie, in der die Schafe alle 4 Jahre ihre Hirten wählen dürfen, die dann in beliebiger Farbkombination weiter des eingeschlagenen Weges gehen, gesteuert von der Machtelite im Hintergrund. Die, die gewählt werden, haben nicht viel zu sagen, und die die was zu sagen haben (die Machtelite) , werden nicht gewählt, sondern ziehen im Hintergrund die Fäden. Erst eine extrem GERINGE Wahlbeteiligung stellt dieses System der Wahldemokratie in Frage. Da eine geringe Wahlbeteiligung gefürchtet wird wie der Teufel das Weihwasser, wird uns immer eingebleut, ja wählen zu gehen, damit nicht die "falschen" also die politschen Gegner, davon profitieren.

Das ist Teil des erfolgreich durchgeführten Meinungsmanagements, zu der auch die durch inszenierte Anschlage erfolgreich geschürte Angst vor dem (islamistischen) "Terrorismus" gehört. Mittlerweile die Hauptsorge der Deutschen laut aktueller Umfrage. Sehr informativ in diesem Zusammenhang sind die Vorträge von Prof. Dr. Rainer Mausfeld von der Universität Kiel, die sich auf Youtube finden lassen.
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#18
(11.09.2017, 18:28)MachtdurchWissen schrieb: Erst eine extrem GERINGE Wahlbeteiligung stellt dieses System der Wahldemokratie in Frage. Da eine geringe Wahlbeteiligung gefürchtet wird wie der Teufel das Weihwasser, wird uns immer eingebleut, ja wählen zu gehen, damit nicht  die "falschen" also die politschen Gegner, davon profitieren.

Ist es zumindest wert, einmal gründlich darüber nachzudenken...
                                                        
„Es gibt eine Form der Elitenverwahrlosung, die ist systemrelevant.“ (Gabor Steingart)
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#19
(11.09.2017, 18:28)MachtdurchWissen schrieb: Das ist Teil des erfolgreich durchgeführten Meinungsmanagements, zu der auch die durch inszenierte Anschlage erfolgreich geschürte  Angst vor dem (islamistischen) "Terrorismus" gehört. Mittlerweile die Hauptsorge der Deutschen laut aktueller Umfrage. Sehr informativ in diesem Zusammenhang sind die Vorträge von Prof. Dr. Rainer Mausfeld von der Universität Kiel, die sich auf Youtube finden lassen.

Hier die Umfrage:
https://www.shz.de/deutschland-welt/pano...66106.html

Das ungute Gefühl auf Festivals, in Bus und Bahn, in Menschenmengen: Der Terror hat Europa in den vergangenen Jahren erreicht. Das nagt am Sicherheitsgefühl, wie eine Umfrage zeigt.
 
Nach Anschlägen in Berlin und anderen europäischen Städten haben viele Menschen in Deutschland Angst vor Terror.
Die Sorge vor derartigen Attacken liege unverändert auf Platz eins der Langzeit-Umfrage «Die Ängste der Deutschen», teilte die R+V Versicherung heute zur 26. Ausgabe mit. 71 Prozent der rund 2400 Befragten fühlten sich demnach von Terrorismus bedroht, zwei Prozentpunkte weniger als beim Rekordhoch 2016. Die Herausgeber sprechen aber noch immer von einem der höchsten je erfassten Werte.
Mit deutlichem Abstand auf Terrorismus folgen wie im Vorjahr die Ängste vor politischem Extremismus (62 Prozent) und vor Spannungen durch den Zuzug von Ausländern (61 Prozent). Insgesamt waren die Ängste in der Studie 2016 sprunghaft angestiegen.
Nun sind die Werte bei den meisten der zehn größten Ängste wieder um mehrere Prozentpunkte gefallen. Leichte Zunahmen gab es da gegen bei der Angst vor Naturkatastrophen (56 Prozent, plus 4 Prozentpunkte) und vor Schadstoffen in Nahrungsmitteln (58 Prozent, plus 1 Prozentpunkt).

Die Teilnehmer der Umfrage waren vor den Anschlägen von Barcelona befragt worden und mehrere Wochen nachdem ein Transporter in London mehrere Fußgänger gerammt hatte. In Berlin hatte der Terrorist Anis Amri mit einem Lastwagen Ende 2016 zwölf Menschen getötet.
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#20
(11.09.2017, 20:22)MachtdurchWissen schrieb: Hier die Umfrage:
https://www.shz.de/deutschland-welt/pano...66106.html

Zur manipulativen Systematik der Umfrage hatte ich hierwas geschrieben.
                                                        
„Es gibt eine Form der Elitenverwahrlosung, die ist systemrelevant.“ (Gabor Steingart)
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