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Bundeswehroffizier unter Terrorverdacht
#11
Franco A. hatte sich Ende 2015 unter dem Alias David Benjamin in Bayern als Flüchtling ausgegeben. Obwohl er kein Arabisch und nur gebrochen Französisch sprach, wurde er registriert - als Christ und 1988 geborener Sohn eines Obsthändlers aus Damaskus.
Aus den Akten geht hervor, was A. alles dafür tat, um sich eine Scheinidentität als syrischer Flüchtling aufzubauen. Kurz nach der Registrierung beantragte er Asyl, bezog pro Monat gut 400 Euro Sozialleistungen und bekam sogar ein Zimmer in einer Sammelunterkunft. Gleichzeitig erschien er bei der Bundeswehr wie gewohnt pünktlich zum Dienst, niemand bemerkte etwas.

(sollte zu der Zeit nicht so schwer gewesen sein sich zu registieren.
13.09.2015  | Weitere Flüchtlinge erreichen München: Bundeswehr hilft
http://www.pnp.de/nachrichten/bayern/180...nchen.html

Wie genau könnte die Bundeswehr helfen?
Ursula von der Leyen hat sich zwar bisher noch nicht dazu geäußert hat, wie genau die Ausweitung des Engagements der Truppe aussehen soll, sind einige Einsatzbereiche denkbar: Die Soldaten könnten die Einsatzkräfte bei der Erstversorgung und Registrierung von neuangekommenen Flüchtlingen an Bahnhöfen unterstützen. Ebenso könnte sie weitere Unterkünfte errichten.
(...)
Rund 150 Soldaten sind zudem zum Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) abkommandiert worden. Sie sollen die Behörde bei Bearbeitung von Asylanträgen unterstützen.
http://www.huffingtonpost.de/2015/09/11/...22238.html )
 
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#12
So wie ich den Fall bis dato verstanden habe, ist der Typ nur deshalb aufgeflogen, weil er seine Wumme wieder vom Flughafen in Wien abholen wollte.
Denn dabei wurde seine Fingerabdrücke genommen, die dann ja deckungsgleich mit denen eines syrischen Flüchtlings waren.

Wieso aber diese Aktion am Flughafen? Wollte er dort zuschlagen oder dient diese nur der Glaubwürdigkeit der Geschichte? Denn wie schon bei dem Bus-Bomber aus Dortmund erscheint mir unlogisch, wie jemand einerseits so planvoll und systematisch vorgehen kann (durch Beschaffung einer zweiten Idendität) sich aber andererseits in einem Hochsicherheitsbereich wie dem eines Flughafen bei so einer Dämlichkeit erwischen lässt.

Ich finde auch, die Sache hat ein Geschmäckle...
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#13
Guter Beitrag eines "step" auf telepolis:

Hmm, das sieht aber doch eher so aus, als wenn jemand vom MAD oder einer *ähnlichen* Organisation in irgendwelche Arab-Clans eingeschleust wurde (oder werden sollte) - und die Ösis das ganze Ding aus Unwissenheit versemmelt haben und damit mit mehr als einem Jahr Planung, Einfädeln und Umfeldorganisation einfach mal verloren sind, weil nicht beim Bündnispartner nachgefragt wurde, sondern mal gleich mal alles in die Öffentlichkeit heraustrompetet hat. Muss nicht sein, kann aber so sein, weil es einige Fragen gibt, die schwer zu klären sind:

Wenn so ein <Flüchtling> mal ne Nacht nicht da ist, wird das schon in Ordnung gehen, auch wenn es mal ein bisschen mehr als ne Nacht ist. Aber über 1,5 Jahre an einem Bundeswehr-Standort ohne Makel einen Normaldienst als Offizier abzuleisten und gleichzeitig noch als Flüchtling in einem Flüchtlingsheim in üblicher Weise (also gegenüber den Mit-Flüchtlingen und den Aufsehern, Essenausgebern, Sozialtanten, Pfaffen, Hilfswilligen und was da noch so rumläuft) präsent zu sein, halte ich einfach mal für nicht machbar. Für einige Tage oder Wochen, ok, geht, aber nicht über 18 Monate, das ist Unfug, das funktioniert nicht, das ist auffällig.


Die Pistole mit Kaliber 7,65 ist für einen Terroranschlag fast so ungeeignet wie ein Luftgewehr, das sind die Pistolen, die von der deutschen Polizei zu RAF-Zeiten in den siebzigern als zu schwach abgelehnt wurden. Ich kann mir zwar einen Mord, meinetwegen auch einen Doppel -oder Dreifachmord, aber keinen spektakulären terroristischen Anschlag mit so einer Waffe vorstellen: Vor knapp fünf Monaten wurden auf dem Berliner Weihnachtsmarkt 60 Leute von einem Truck zermüllert, das war ein Inländerfeindlicher Anschlag, offensichtlich hat sich daraus aber auch nicht ansatzweise eine Empfindung wie *Volkszorn* entwickelt, daher müsste dieses Ereignis schon irgendwie überboten werden, aber definitiv nicht mit dieser Waffe. Außerdem denke ich, dass man als Offizier der Bundeswehr recht unproblematisch Zugriff auf höherwertige Waffen mit durchaus spektakuläreren Möglichkeiten haben könnte.

Wenn er einen Anschlag als Syrer ausführen möchte, wären seine Identifikationsmerkmale nicht nur die des Syrers, sondern auch die des deutschen Offiziers. Wenn er bei dem Anschlag stirbt, erfolgt eine Untersuchung, aus der sich ergeben würde, dass sich da bei dem Syrer und dem Bundeswehr-Offizier irgendwas doppelt. Wenn er den Anschlag überlebt, wir er in irgendeinem Knast landen und anhand von Bildern oder auch nur anhand seines Fehlens bei seiner Einheit würde sich seine Identität klären.

Als üblicher Deutscher geht man nicht als Syrer durch, definitiv nicht, auch nicht bei dem dümmsten Bearbeiter. Ein bisschen dunkler Teint, ein bisschen südländisches Outfit muss schon da sein, ohne geht es nach meiner Meinung nicht. Ok, wie auch immer, es gibt vielleicht auch blinde Sachbearbeiter, im Rahmen der Gleichstellung halte ich alles für möglich. Aber wie man aber in einem Flüchtlingslager unter Arabern den Araber geben kann, ohne Araber zu sein, ohne Arabisch zu sprechen oder zu verstehen(!), das erschießt sich mit überhaupt nicht, das halte ich einfach mal für kaum machbar. Für einige Tage bis Wochen vielleicht, möglicherweise, ist schon schwer vorstellbar - aber über 16 bis 18 Monate??? Geht nicht, garnicht, ganz bestimmt nicht.

Und noch was: Hat schon mal jemand etwas intensiver an die Toiletten eines Flughafens gedacht? Ich kenne einige, das ist nicht das Klo in der Firma mit der Wartungsklappe zur Rigipswand und der abgehangenen Zwischendecke, dass ist ein öffentliches Klo in einem öffentlichen Bereich, da ist alles so gebaut, dass man da nicht einfach mal so irgendwas parken kann.

Alles sehr, sehr komisch und je mehr man darüber nachdenkt, um so komischer wird es.
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#14
Das öffentliche Klo kann man durchaus auch als 'toten Briefkasten' sehen, ein Postfach wo Person A etwas ablegt und Person B es abholt.

INP
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#15
https://m.facebook.com/story.php?story_f...1334444815

Big Grin
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#16
28. April 2017 
http://www.spiegel.de/politik/deutschlan...45246.html
Franco A. galt nach Informationen des SPIEGEL bei der Bundeswehr als Mustersoldat und überdurchschnittlich intelligent.
überdurchschnittlich intelligenter Mustersoldat einer Eliteeinheit – dass klingt eindeutig nach dumpfbrauner rechtsradikaler Szene (Achtung enthält Spuren von Ironie)
Der Fall des Bundeswehrsoldaten Franco A., der sich als syrischer Flüchtling ausgegeben und einen rechtsextremen Anschlag geplant haben soll, gibt nach wie vor große Rätsel auf: Am Freitag beschäftigten sich auch eine Runde im Kanzleramt und eine Sondersitzung des geheim tagenden Parlamentarischen Kontrollgremiums des Bundestags mit dem Fall.
soso – wegen einem sozial betrügenden falschen Flüchtling, befasst sich Kanzleramt und Bundestag (ich nehme an der Geheimdienstkontrollaussschuss ist damit gemeint) mit dieser Bagatelle.
Bei seinen Freunden und Bekannten galt Franco A. als weltoffen und beliebt, wie Recherchen des SPIEGEL ergaben. Er sei ein eifriger Schüler gewesen, der gut Französisch gelernt habe, sagte die Mutter eines damaligen Sportkameraden des Verdächtigen. Sein Traum sei es gewesen, Journalist zu werden.
ROFL – naja Journalist wird wohl eher nix – aber als Märchenerzähler macht er sich bestimmt ganz toll.
 
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#17
Ähem - Märchenerzähler und Journalist sind heutzutage nicht unbedingt Gegensätze   Blush
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#18
Der Fall war gestern der Aufmacher in der Tagesschau von 20.00Uhr.
Heute schreibt selbst der Spiegel:
"Ermittlungen gegen Oberleutnant Franco A. zeigen, dass bei seinem fingierten Asylverfahren massive Fehler passierten. Merkwürdiges Detail: Nach SPIEGEL-Informationen wurde er ausgerechnet von einem Kameraden befragt."
http://www.spiegel.de/politik/deutschlan...45376.html
Gott, wie ist das alles peinlich! Da wurde ein papertrail gebastelt, Waffen gesammelt, investiert in jeder Hinsicht - und nun wird das alles sogar von unseren geliebten Qualitätsmedien zerrissen. Wäre Franco nicht aufgeflogen, wären die Unstimmigkeiten demselben ehNaMag keine Zeile wert. Die selben. Das alles wird immer heisser, weil unter dem Rubrum "Rechtsradikaler", unter dem man die Geschichte verstecken wollte, jeder Hinz und Kunz zu ermitteln beginnt.

Da ist keine Zucht und Ordnung mehr drin. Wo kommen wir denn dahin, wenn alles hinterfragt wird...

Wir hier auf geomatiko sitzen in der seltenen und äußerst bequemen Situation, einfach nur abzuwarten und zu lesen, was die Qualitätsjournaille so rausfindet.
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#19
Ich bin ja mal gespannt, ob sie bei Franco auch so eine "Instantradikalisierung" zum Rechtsextremismums hin ermitteln wie bei vielen islamistischen Attentätern, die Wochen vorher noch ganz normale Jungs waren (wie Dzhokhar Tsarnaev/Boston) oder saufende und hurende Kleinkriminelle (wie Bouhlel/Nizza). Weil der ja nun wirklich nicht ins Faschisten-Schema passt.
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#20
Soldat unter Terrorverdacht - Aufklärung statt Parolen

Der Fall des mutmaßlichen Terror-Soldaten mit Doppelleben lässt viele staatliche Einrichtungen ziemlich schlecht dastehen. Einfache Rezepte für die Zukunft gibt es aber nicht. Entscheidend ist nun Aufklärung ohne Wahlkampfgetöse.
Ein Kommentar von Christoph Prössl, ARD-Hauptstadtstudio Berlin
Die Realität schreibt manchmal die wildesten Drehbücher.
Ein Oberleutnant führt ein Doppelleben, gibt vor, ein Flüchtling aus Syrien zu sein, erhält Schutz in Deutschland und bezieht neben dem Sold finanzielle Leistungen. Die Gründe: unklar.
Ein Rechter, so viel deutet sich an. Ein Mann, der eine Schusswaffe auf dem Flughafen Wien versteckt, vielleicht gewaltbereit ist, vielleicht allen vorführen wollte, wie einfach es ist, Asyl in Deutschland zu erhalten.
Diese bizarre Geschichte dokumentiert vor allem eines: Das Versagen des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF). In der Befragung ist nicht aufgefallen, dass der Mann kein Arabisch spricht. Ungereimtheiten in seiner Biografie haben niemanden aufhorchen lassen. Und seinen Antrag hat er zu einer Zeit gestellt, zu der die großen Flüchtlingsströme schon längst in Deutschland angekommen waren und das BAMF personell aufgestockt war. Das Innenministerium hat die richtige Strategie gewählt und den Fehler eingeräumt. Jeder Stein werde jetzt umgedreht, sagte ein Sprecher.....

https://www.tagesschau.de/kommentar/terr...r-101.html

"Entscheidend ist nun Aufklärung ohne Wahlkampfgetöse."
Sad
"Die Realität schreibt manchmal die wildesten Drehbücher."

ne, immer noch der ÖR  Angry
 
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