Themabewertung:
  • 0 Bewertung(en) - 0 im Durchschnitt
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
Rubikon.News
#31
Wir stehen alle unter Verdacht
Terror-Panik und die Aushöhlung der Privatsphäre.
von Andreas von Westphalen
Bildlizenz CC0
In Europa geht die Angst um. Nüchtern betrachtet, ist die Terrorpanik schwer nachvollziehbar. Wie der Journalist Christian Stöcker nachrechnet, sind in "ganz Westeuropa seit 1989 bis heute in keinem Jahr mehr als 200 Menschen Terroranschlägen zum Opfer gefallen. Trotzdem fürchten sich die Deutschen weniger vor Herzinfarkt, Lungenkrebs, Rasern und Depression als vor dem bösen Muslim mit dem Bombengürtel." Oder, um den Vergleich von Professor John Mueller (Ohio State University) zu bemühen: Die Wahrscheinlichkeit an einem Terroranschlag zu sterben, entspricht der Wahrscheinlichkeit, in der Badewanne zu ertrinken.
Aber Nüchternheit ist ein selten anzutreffender Helfer, wo die Angst regiert – und das tut sie in Deutschland mit absoluter Mehrheit: Einer Allensbach-Studie zufolge haben drei Viertel der Deutschen Angst vor einem Terroranschlag. Der Klimawandel hingegen kann nicht einmal jeden Zweiten Deutschen beunruhigen. (Eine ähnlich verquere Wirklichkeitswahrnehmung lässt sich auch bei der Einschätzung der Sicherheitslage in Deutschland beobachten.
Zunehmende Aushöhlung der Privatspähre
Kein Wunder also, dass die Politik aktiv wird. Die Bundesregierung weitet die Video-Überwachung aus. Die Bundespolizei soll Kfz-Kennzeichen an Grenzen automatisch erfassen. Im Gesetz zum elektronischen Personalausweis versteckt sich ein automatisierter Abruf für Geheimdienste. Interpol legt eine neue Datenbank zur Gesichtserkennung an. Passend dazu testet die Deutsche Bahn in Berlin Videoüberwachung mit Erkennung von Gesichtern und Bewegungsmustern. Bereits im Jahr 2015 haben Behörden alle vier Sekunden abgefragt, wem eine Telefonnummer gehört. Und last but not least: Kurz vor Ende der Legislaturperiode will die Große Koalition die Online-Durchsuchung einführen.
Dazu gesellt sich die Forderung nach dem Einsatz des Staatstrojaners.
In den letzten Monaten sind eine solche Vielzahl von Aktivitäten und Gesetzen auf den Weg gebracht wurden, daß man für den umfangreichen Überblick, den der Blog netzpolitik.org erstellt hat, sehr dankbar ist. So wird der massive Abbau der Privatsphäre anschaulich deutlich, den der Bürger Schritt für Schritt akzeptieren soll.
Anlassloser Verdacht
Die meisten Gesetzesänderungen haben eine mehr als bedenkliche Gemeinsamkeit: Sie stellen alle Bürger ohne Anlass unter Generalverdacht. Dies ist umso fragwürdiger, als in keiner Weise ausreichend belegt wird, warum die aktuell vorhandenen Gesetze nicht ausreichend sein sollen, um Terroranschläge zu verhindern.
Bereits im Jahr 2015 machte der Journalist Mattathias Schwartz eine erstaunliche Entdeckung:
"In den letzten fünfzehn Jahren wurde beinahe jeder größere terroristische Angriff auf den Westen von Leuten ausgeführt, die den Behörden längst bekannt waren."
Der Journalist Ryan Gallagher betrachtete daraufhin konkret zehn große Terroranschläge in den USA und Europa zwischen 2013 und 2015. In jedem einzelnen Fall waren alle oder zumindest ein Großteil der mutmaßlichen Täter bereits dem Geheimdienst bekannt.
Ganz aktuell kommt Journalist Sascha Lobo zum Ergebnis:
"Seit 2014 verübten insgesamt 24 identifizierte Täter 13 islamistische Mordanschläge in der EU - und alle, ja wirklich: 100 Prozent der Attentäter waren zuvor den Behörden bekannt und gewaltaffin."
Lobo listet im Detail auf: "von den 24 identifizierten islamistischen Attentätern:
* waren alle 24 vorher den Behörden bekannt,
* konnten alle 24 als gewaltaffin betrachtet werden, weil sie entweder in islamistische Kriegsgebiete fuhren oder behördlich bekannte Gewalttätigkeiten verübt hatten,
* hatten 22 bekannte Kontakte mit anderen Islamisten oder islamistischen Netzwerken. In einem Fall waren diese Kontakte vorhanden, aber nicht bekannt,
* waren 21 auf verschiedenen Terror- oder Warnlisten, einer wurde überprüft und als "keine Gefahr" eingestuft, vor einem wurden die Behörden mehrmals aus dem Umfeld des späteren Attentäters gewarnt, nur auf einen trifft nichts davon zu."
Auch aktuelle Beispiele erhärten das Bild. Der mutmaßliche Attentäter von Manchester war den Behörden bereits bekannt. Und bei dem Anschlag in London Anfang Juni waren zumindest zwei von drei Tätern bereits vor der Tat bekannt.
Am Fall Anis Amri, dem mutmasslichen Täter des Anschlags auf den Berliner Weihnachtsmarkt, zeigt Sascha Lobo nachdrücklich, dass es den Behörden keineswegs an Informationen und Gesetzen fehlte, um den Anschlag zu verhindern:
"Er wurde in Italien wegen Körperverletzung und Brandstiftung zu vier Jahren Haft verurteilt. Er kündigte während der Haft Gewalt gegen Andersgläubige an. Der italienische Inlandsgeheimdienst überwachte ihn nach der Haft wegen Radikalisierung. Die Polizei Krefeld leitete wegen der Zeugenaussage eines Flüchtlings einen (erfolglosen) "Prüffall Islamismus" ein. Amri war behördenbekannt Teil eines Hildesheimer Islamistennetzwerks, das Anschläge besprach, woraufhin er sechs Monate lang abgehört und schließlich vom LKA NRW als Gefährder eingestuft wurde. Gegen ihn wurde wegen Sozialbetrugs ermittelt. Mehrere Männer aus seinem Umfeld wurden verhaftet. Er erzählte einem V-Mann von Anschlagsplänen. Er stand auf der No-Fly-Liste der USA. Der marokkanische Geheimdienst warnte sowohl das BKA als auch den BND zweimal vor Anis Amri unter expliziter Erwähnung der Anschlagsgefahr. Er war behördenbekannt mit mindestens 14 verschiedenen Identitäten unterwegs und wurde wegen einer Messerstecherei in einer Bar in Neukölln zusätzlich gegen ihn ermittelt."
Inwiefern die Täterschaft Amris tatsächlich überhaupt gesichert ist, erscheint als eine noch offene Frage, die einen unabhängigen Untersuchungsausschuss wünschenswert macht; Fokus dieses Artikels soll jedoch die Frage sein, ob die Ermittlungsbehörden durch die aktuelle Gesetzeslage ausreichend Möglichkeiten an der Hand haben, Terroranschläge zu verhindern, oder ob es tatsächlich weiterer Einschnitte der Privatsphäre bedarf, um die Sicherheit zu gewährleisten.
Antwort eines Terrorismusforschers
Dr. Daniel H. Heinke, Leiter des Landeskriminalamts Bremen und Honorarprofessor für Terrorismusforschung an der HfÖV Bremen, antwortete ausführlich Sascha Lobo.
Sein Einwand, Lobo habe den Anschlag von Würzburg und die vorzeitig detonierte Bombe in Ansbach nicht berücksichtigt, ist zwar richtig, aber Heinke formuliert Lobos Folgerung falsch, wenn er schreibt: „Lobos Schluss aber, dass es sich also um Behördenversagen handeln muss, wenn diese Anschläge nicht verhindert wurden, ist so einfach wie er falsch ist.“
Die Frage nach dem Versagen der Behörden steht sicherlich zurecht im Raum. Entscheidend ist aber Lobos Frage, mit welcher Berechtigung die Behörden Schritt für Schritt dank neuer Gesetze Ermittlungsinstrumente in die Hände bekommen, die die Privatsphäre der Bürger zusehends beeinträchtigen, wenn doch die bereits vorhandenen Informationen bei geeigneter Auswertung ausgereicht hätten, Terroranschläge zu verhindern.
Kurz gesagt: Wenn fast immer die Täter bereits den Behörden bekannt sind, sollte sich der Fokus dann nicht genau auf diese Gruppe richten, anstatt anlasslos alle Menschen einem Generalverdacht zu unterwerfen und über jeden Bürger möglichst viele Daten zu sammeln? Welchen Sinn macht es, den Datenberg noch weiter exponentiell anwachsen zu lassen und möglichst über jeden Bürger möglichst viele Daten zu sammeln, wenn offenbar jetzt schon der Berg zu groß ist, so dass die darin vorhandenen Informationen nicht mehr gefunden und miteinander verbunden werden können?
Die Schlussfolgerung von Mattathias Schwartz bleibt nach wie vor gültig: "Die (Behörden) scheiterten daran, die Bedeutung derjenigen Daten zu erkennen, über die sie längst verfügten."
Privatsphäre ist Menschenrecht
Wenn die Güterabwägung zwischen Sicherheit und Freiheit debattiert wird, darf nicht außer Acht gelassen werden, dass vor kurzem die UNO die Privatsphäre einstimmig zum Menschenrecht ernannt hat. Der Vorschlag wurde eingereicht von Brasilien und Deutschland.
Joseph A. Cannataci, UN-Sonderberichterstatter für das Recht auf Privatsphäre, kritisiert die aktuelle Entwicklung scharf:
"Es gibt wenig bzw. keine Beweise, um den Sonderberichterstatter von der Effizienz oder der Verhältnismäßigkeit einiger Maßnahmen zu überzeugen, welche durch neue Überwachungsgesetze in Frankreich, Deutschland, Großbritannien und den USA eingeführt wurden, die extrem in die Privatsphäre eingreifen. (…) Der Versuch, sich hart in Sicherheitsfragen zu zeigen, indem weitgehend sinnlose, ausgesprochen kostspielige und vollkommen unverhältnismäßige Maßnahmen legitimiert werden, die in die Privatsphäre zahlreicher Menschen eindringen, ist offenkundig nicht der Weg, den Regierungen gehen sollten.“
Eine Frage der Macht?
Whistleblower Edward Snowden hat eine klare Meinung, was das tatsächliche Ziel der Überwachungsinstrumente ist:
"Es ging nie um Terrorismus, weil es den Terrorismus nicht effektiv verhindern kann. Es geht keinesfalls um Sicherheit, es geht nicht um Schutz, es geht um Macht: Überwachung dient der Kontrolle. Es geht darum, jeden Moment der Verletzlichkeit zu sehen in jedem Leben, unabhängig davon, ob derjenige ein Krimineller oder eine normale Person ist."


weiter hier:https://www.rubikon.news/artikel/wir-ste...r-verdacht

Antworten
#32
[Rubikon]
Medienpropaganda für Propagandamedien
Wenn die Berichterstattung großer Medien nicht mit der Wirklichkeit mithalten kann, rücken Imagefilme in den Vordergrund, die versuchen, die Lücke zwischen Anspruch und Wirklichkeit zu überbrücken. Wenn Frank Plasberg mit bedeutungsschwangerem Gesichtsausdruck in einem kurzen ARD-Imagevideo meint, „Sie [Informationen] bestehen selten nur aus 140 Zeichen“, Ingo Zamperoni davon spricht, dass „zuverlässige Informationen wichtig sind“, und Anne Will in die Kamera sagt, „Informationen brauchen Einordnung“, dann wird deutlich: Wieder einmal versuchen die großen Medien die Rolle der legitimen Wirklichkeitsdeuter zu beanspruchen.

Antworten
#33
[Rubikon]
Die neue Einwegmigration: Teufelskreis oder Titanic-Kurs?
Die Hyperglobalisierung bedroht die Welt. Mit der Hyperglobalisierung kristallisieren sich um das Nord-Südgefälle zahlreiche Knacknüsse aus. In den kommenden Monaten werde ich in einer losen Artikelfolge über einige davon nachdenken. Die erste Knacknuss handelt von der neuen Einwegmigration: Die Bevölkerungsverschiebung aus den armen, oft zerfallenden Staaten im Süden in die westlichen Wohlfahrtsstaaten nimmt zu. Europa ist gespalten, werden doch die Vor- und Nachteile der Immigration sehr unterschiedlich erlebt und beurteilt. Zu den tieferliegenden Ursachen und langfristigen Konsequenzen dieser Einwegmigration stelle ich im Folgenden drei Fragen und wage zum Schluss ein Plädoyer.

Antworten
#34
Die ARD rettet die Welt

Wie man sich feierlich selbst inszeniert.
von Volker Bräutigam & Friedhelm Klinkhammer
Bildlizenz CC0
Endlich! Lutz Marmor, Chef des NDR, wegen arbeitnehmerfeindlicher Positionen im eigenen Beritt permanent von bösen bösen Gewerkschaftern attackiert, sah die Gelegenheit gekommen, sein Image mit einem altruistischen Projekt aufzupolieren. Zum Apriltreffen der Intendanten der ARD-Anstalten in Frankfurt brachte er den Entwurf eines Offenen Briefes mit, gerichtet an den in der Türkei einsitzenden Journalisten Deniz Yücel. Marmors Idee: Prominente Vertreter der Medien-Branche sollten, stellvertretend für die Zunft, Solidarität mit Yücel und allen inhaftierten Journalisten demonstrieren. Eine Aktion, so großartig inszeniert, dass alle Welt erkennen könne, welch eine anrührende Tat da vollbracht werde. Die namhaften Branchenvertreter – wahre Menschenrechtsaktivisten also auch sie! – sollten dabei gefilmt werden, wie sie jeweils einen Absatz aus dem Entwurf eigenhändig in das Briefdokument übertragen. Oh wundervolles Gesamtkunstwerk der deutschen Publizistik! Eine Gemeinschaftsperformance von Mathias Döpfner (Axel-Springer-Konzern), Peter Kloeppel (RTL-Bertelsmann) und den Intendanten von ARD und ZDF für Freiheit und Democracy...
https://www.rubikon.news/artikel/die-ard...t-die-welt

Antworten
#35
Bildung adé!

Ein offener Brief gegen die Zerstörung der Pädagogik im Land erklärt, warum das Scheitern von Lehrern beabsichtigt ist.
von Ursula Wesseler
Die neoliberale Bildungspolitik ist im Kern unmenschlich, denn niemand schert sich darum, wie es den Kindern und den Lehrern damit geht. Dass Kinder ganz andere Rahmenbedingungen brauchen, um fröhlich, selbstbestimmt und hochmotiviert zu lernen, wird belegt durch viele Forschungsprojekte und sehr erfolgreiche Praxis an einigen Schulen. Auch das wird von der Politik ignoriert.
 
https://www.rubikon.news/artikel/bildung-ade

Antworten
#36
Leitmedien schützen Tiefen Staat
In den USA ist ein im Windschatten staatlicher Strukturen agierendes Machtzentrum aktiv, das gegen den neuen Präsidenten mobil macht.
von Marcus Klöckner
Bildlizenz CC0
Was ist ein „Tiefer Staat“? Dies ist eine der Fragen, die Mathias Bröckers im Interview mit Rubikon beantwortet. Der Beststeller-Autor, der gerade im Westend Verlag das Buch "König Donald, die unsichtbaren Meister und der Kampf um den Thron" veröffentlicht hat, geht davon aus, dass in den USA ein im Windschatten staatlicher Strukturen agierendes Machtzentrum aktiv ist, das gegen den neuen Präsidenten mobil macht. Ein Interview über ein Buch, in dem die fiktionalisierte Geschichte eines „exzeptionalistischen Königreiches“ dazu dient, die politische Realität um Donald Trump und den „tiefen des Staates“ zu betrachten....
https://www.rubikon.news/artikel/leitmed...efen-staat

Antworten
#37
Propagandaland Deutschland
Ist selbst die indische Presse freier als die deutsche?
von Claus Folger
Bildlizenz CC0
Was für eine Aufregung! Zeit Online bringt im Rahmen ihrer Aktion „Deutschland spricht" Paare einander unbekannter Menschen mit gegensätzlichen politischen Ansichten zu einem Streitgespräch zusammen. Zeit Online-Chefredakteur Jochen Wegner dachte sich, gute Idee, bei diesem Experiment mache ich selbst mal mit. Ich möchte gerne herausfinden, wie es ist, sich einmal mit einem Menschen zu unterhalten, der nicht exakt die gleichen politischen Ansichten hat wie ich.....
https://www.rubikon.news/artikel/propaga...eutschland

"Mein Sprachstudent Subhasish Mondal, 21, kommt aus Kalkutta, Indien. Er lernt an der Goethe-Universität in Frankfurt am Main Deutsch, um hier später Luft- und Raumfahrt zu studieren. Er hat ein Auge auf die Medieneinfalt in Deutschland geworfen. Er präsentiert zuerst nackte Zahlen aus Indien: „Wir haben in Indien ca. 90.000 registrierte Publikationen, darunter ca. 13.700 Zeitungen.“ Zum 31. März 2016 waren es nach offiziellen Regierungsangaben tatsächlich schon 110.851 registrierte Printmedien, darunter 16.136 Zeitungen. Da der gigantische Output und das phänomenale Wachstum bei den Printmedien offensichtlich keiner Kontrolle durch die indische Regierung unterliegt und die Informationsfreiheit nun wirklich garantiert ist, wundern wir uns beide, dass Reporter ohne Grenzen Indien auf der Rangliste für Pressefreiheit nur auf Platz 136 von 180 sieht.
Subhasish Mondal fühlt sich im Vergleich zur Situation in Deutschland durch indische Medien viel besser informiert:
„Mein Eindruck ist, dass die Printmedien in Deutschland systemkonform bzw. staatskonform schreiben oder berichten. Hat die deutsche Regierung eine ausländische Regierung als negativ eingestuft, dann ist es fast nicht möglich, dass deutsche Journalisten über die Präsidenten dieser Länder berichten, ohne despektierliche Adjektive voranzustellen. Findet Frau Merkel Macron gut und Le Pen schlecht, dann wird es keine deutsche Zeitung geben, die über Le Pen auch nur neutral berichtet. Ich kam im Dezember 2016 nach Deutschland und kann nicht glauben, dass ich seitdem praktisch jeden Tag etwas über Donald Trump erfahre. So etwas kenne ich aus den indischen Medien nicht. Der Horizont ist dort viel weiter und irgendwann ist ein Thema auch abgeschlossen. In Deutschland dagegen berichtet man immer über die gleichen Länder. Die inhaltliche Verzerrung fängt dabei meist schon bei den sehr subjektiven Überschriften an. Eine Trennung zwischen Bericht und Kommentar gibt es kaum. Ich habe eigentlich niemals das Gefühl, durch deutsche Medien neutral und unvoreingenommen informiert zu werden.“

Antworten
#38
Mediale Volksverhetzung

Die Medien sind Teil des „Krieges an der Heimatfront“: Sie verbreiten Feindbilder und helfen damit den Eliten, ihre Interessen im In- wie Ausland als „natürlich“ und „gerecht“ durchzusetzen.
von Maren Müller
Eine der wichtigsten Funktionen der Massenmedien ist die Herstellung von Öffentlichkeit. Indem Medien aktuelle Themen auf die Agenda setzen, fungieren sie als Vermittler zwischen gesellschaftlichen Gruppierungen, Teilsystemen und zwischen Bürgern und Regierung. Medien bilden somit ein unverzichtbares Forum für den gesellschaftlichen Diskurs. In welcher Form dieser Diskurs stattfindet, ob er überhaupt stattfindet und in welche Richtung er gelenkt wird, entspricht der Art und Weise der medialen Darstellung und Bewertung von Ereignissen…
Weiterlesen→

Antworten
#39
Popcorn"
Zurücklehnen und genießen:
"Einige Texte seien "schwierig", urteilt die Journalistin im Gespräch mit @mediasres. Beispielsweise lege der Artikel "Terror-Logik" von Andreas Hauß die Theorie nahe, diverse Anschläge des sogenannten Islamischen Staates seien inszeniert.

Darin richtet sich der Autor an den Leser: "Kann es sein, dass Sie zur Rettung Ihres Wahrnehmungs- oder gar Weltbildes jetzt die Frage stellen, ob ich denn hier behaupte, es habe gar keine Leichen oder Verletzte gegeben? Ich frage zurück: Muss ich etwas behaupten oder beweisen? Eine Beweislastumkehr, die mir zudem den Aufbau einer Theorie unterschieben will, mache ich aber nicht mit." Das wäre, so Enkeler, "dann wieder das Zeichen einer Verschwörungstheorie" – die Hauß aber ja eigentlich gar nicht habe aufstellen wollen."

http://www.deutschlandfunk.de/das-magazi..._id=390378

Es hat sie also doch gezwackt. Und nun mit dieser Verspätung die erste Reaktion.
Eine schöne Werbung für Rubikon, für unsere Arbeit bisher und somit - da verlinkt - auch für Geomatiko.

Ergänzung:
den Quark kann man sich auch anhören, da ist noch etwas mehr.
Woher das harte Wort für weichen Käse (Quark)?
Na - es fängt ja schon bei den fake News dieser Frau Enkeler an, die man nur mit Müh und Not als recherchefehler bezeichnen kann: weder ist Rubikon sonderlich schweizerisch, noch ist Wernicke bei den Nachdenkseiten. Ganz bestimmt nicht arbeitet Wernicke für KenFM. Und natürlich gibt es da Verbindungen - die man bei einem primitiven googlen rausfinden kann. Das reicht aber nicht. Die Dame hätte sich ein wenig in Verbindung setzen müssen, mit Wernicke, Klöckner oder mir.
Und was ihr bei meinem Artikel "neblig" erscheint und sie "ärgert", vermag sie nicht einmal zu benennen. Während die Zunft "runde" Artikel abliefert, mit Einleitung, Hauptteil, Schluß und Apercu, natürlich mit viel Meinung, hatte ich zu logischem Denken aufgefordert. In Ermangelung staatsanwaltschaftlicher Ermittlungen und gerichtlicher Urteile hatte ich keine "Alternativ-Täter" benannt, was die jeweilige terror-Story gewiss "rund" gemacht hätte. Das ist aber die Vorgehensweise der Drecksjournaille, die schlicht die Amris dieser Welt zu Tätern erklärt, ohne Beweis, aber eben im Kollektiv mit der Polizei und den Diensten und jeder Labertasche der Medien, die für das Gehalt das Gewünschte absabbert. Nix habe ich da an Theorie verbraten - und das fuchst die Dame außerordentlich. Und so wird schon die Konstatierung von Unklarheit, der Hinweis auf offene Fragen, der Beweis, dass etwas nicht so sein kann wie behauptet, schon zur VT. Rubikon darf sich geehrt fühlen: der bunte Haufen, unangepasste Artikel, nichts glatt Gebügeltes: das ist exakt das, was das Magazin auch will. Widersprüche benennen und auch mal stehen lassen, das kennt man sonst in deutschen Medien nicht.
Antworten
#40
Nichts bleibt wie es ist:
"Anm. d. Redaktion: In der ursprünglichen Fassung des Beitrags stand hier, Jens Wernicke "arbeitet auch für 'KenFM'". Dies haben wir geändert in "Die Texte des Publizisten werden auch von 'KenFM' verbreitet". Der Journalist legt Wert auf die Feststellung, dass er seine Artikel unter offener Lizenz (Creative Commons) veröffentlicht und diese dann im Netz – auch von Magazinen – bei Quellennennung im Volltext weiterverbreitet werden dürfen. Daraus zu schließen, dass er "für 'Ken FM'" arbeite, sei nicht zulässig. Den ursprünglichen Satz "Und eben dort, auf 'KenFM', habe Wernicke den umstrittenen Schweizer Historiker Daniele Ganser interviewt." haben wir dementsprechend korrigiert in: "Und eben dort, auf 'KenFM', wurde auch ein Interview von Wernicke mit dem umstrittenen Schweizer Historiker Daniele Ganser zweitverwertet." Die Audio-Fassung des Interviews haben wir ebenfalls entsprechend geändert. "

So schreibt nun der Deutschlandfunk. Und "Audiofassungen" lassen sich also auch "ändern".

Fast schon korrekt. Nun noch mal zu VT:
"Das wäre, so Enkeler, "dann wieder das Zeichen einer Verschwörungstheorie" – die Hauß aber ja eigentlich gar nicht habe aufstellen wollen."" Was jetzt?
Eingangs steht da: "...die Theorie nahe, diverse Anschläge des sogenannten Islamischen Staates seien inszeniert."
Schwierig sei also (und was mag das bedeuten? schwierig - das ist ein Kategorie wie illegitim statt illegal im Politsprech der Grünen), dass ich eine Theorie nahe lege. Eine Theorie (eine. Wessen?) aber auch nur nahe - laut Enkeler stelle ich diese Theorie nicht auf. Mein Artikel legt sie dem Leser nur nahe. Der Inhalt: IS-Anschläge (die es also zu geben scheint - als IS-Anschläge!) seien "inszeniert". Von wem zu welchem Zweck - wie lautet da die Theorie? Wie nahe liegt sie jetzt bei Enkeler, beim Leser, bei mir?
Und wenn ich "ja eigentlich" eine VT nicht habe aufstellen wollen (das immerhin nimmt Enkeler zur Kenntnis), angezeigt durch eine Beweislastumkehr. Die Beweislastumkehr sei ein Zeichen der VT.
Ich hatte geschrieben von den "Daten (...), die LKA und BKA und GBA besitzen ", die nicht in der Öffentlichkeit sind, und deren Nicht-Existenz also verhindern, VTs aufzustellen, jemanden konkret zu beschuldigen, dessen Schuld dann unsereins beweisen müsste, wo man theoretisieren müsste, wie welcher Trick gestaltet wurde. Das mit den fehlenden Beweisen und Daten lässt Enkeler weg, das ist wohl störend. Der Gedanke, dass die "Ermittlungsbehörden" ihre Behauptungen beweisen müssten, ist wohl zu "schwierig".
Lieber und einfacher geht dann doch das Unterstellen einer VT, die irgendwie aus dem Nirwana "nahe" kam. Erst so fern und nun so nahe... UFOs? Teletransportation? Man weiß es nicht. Frau Enkeler weiß so vieles nicht. Und der Deutschlandfunk muss nacharbeiten und nachgucken, wie ärgerlich und peinlich.
Antworten


Gehe zu:


Benutzer, die gerade dieses Thema anschauen: 1 Gast/Gäste