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Wem kann man noch trauen?
#1
Empfehlenswerter Artikel!

Wem kann man noch trauen?

Immer mehr Menschen sind verunsichert, weil man Probleme mit „Schutzsuchenden“ beschönigt und einige unermüdlich gegen Grenzen und deren Kontrolle agitieren. Manche wenden sich FPÖ oder AfD zu, wissen aber auch hier nicht, ob ihr Vertrauen nicht enttäuscht wird. Hilfreich ist es, immer gesunde Skepsis walten zu lassen, möglichst viele Informationen zu sammeln und sich auch mit dem Wirken von Geheimdiensten auseinander zu setzen.

In einem Interview sagt Julian Assange, dass er erwartet hätte, Frankreich würde ihm und Edward Snowden Asyl anbieten. Denn es wurde bekannt, dass die USA den Elysee-Palast, also den Präsidenten abhören. Eine Möglichkeit wäre auch gewesen, den Botschafter als höchsten Vertreter der USA auszuweisen. Doch es geschah nichts dergleichen, als Wikileaks die Operation Elysee outete, was Assange an Mafia-Methoden erinnert. Denn Staaten wie Frankreich werden mit dem „Wissen“ der US-Geheimdienste über Terror erpresst; man bietet ihnen mehr Informationen an und spioniert sie weiter aus.

Es geht um die letzten drei Präsidenten, einer davon ist „Sarkozy the American“, wie er in den Dokumenten genannt wird (immerhin war sein Schwiegervater bei der CIA). Wikileaks hätte erwartet, dass der französische Geheimdienst DGSE kommt und fragt „habt ihr noch mehr?“, aber das geschah eben nicht. Frankreich kann sich immerhin selbst verteidigen, es ist eigenständige Nuklearmacht, und doch „kooperiert“ man mit den Amerikanern. Assange ist davon überzeugt, dass Geheimdienste mehr Macht haben als Regierungen und dass sie per se „inkompetent“ sind, weil sie im Geheimen und daher ohne Kontrolle arbeiten. „Ist ein Mitarbeiter des DGSE mehr Franzose oder mehr Spion?“ fragt er rhetorisch und meint, dass diese Personen mehr mit Kollegen bei anderen Diensten verbindet als mit dem eigenen Staat.

Aber kann man Assange uneingeschränkt trauen, zumal er das paneuropäische Projekt Diem25 unterstützt, das vor einem Monat in Wien vorgestellt wurde? Gehört er zu jener instrumentalisierten Blase, die im Interesse von US-Finanzspekulanten, -Oligarchen, -Think Tanks, -Stiftungen und -Geheimdiensten daran mitwirken, die europäische Nationalstaaten zum Scheitern zu bringen? Und was ist mit Edward Snowden, den der deutsche Verfassungsschutzchef Hans-Georg Maaßen dem russischen FSB zuordnet? Es hätte „hohe Plausibilität“ laut Maaßen: “ Dies wäre eine Spionage-Operation verbunden mit einer Desinformations- und Einflussnahme-Operation“, denn: „Ein Keil würde getrieben zwischen die USA und deren engste Verbündete, insbesondere Deutschland.“ Man sollte meinen, dass auch die Amerikaner Spionage-Operationen am Laufen haben und der Verfassungsschutz in der Lage sein sollte, diese zu erkennen (da werden aber Verträge mit US-Diensten hinderlich sein).


ganz lesen: https://alexandrabader.wordpress.com/2016/06/17/wem-kann-man-noch-trauen/comment-page-1/
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#2
"Frankreich werden mit dem „Wissen“ der US-Geheimdienste über Terror erpresst"

Schön formuliert. Wenn Wissen nicht in "" stände, hätte ich Probleme mit dem Saatz, da es ja nicht Wissen darüber, sondern realer Terror ist, mit dem Staaten und Personen erpresst werden.
Die Überlegungen bzgl. Assange und Snowden halte ich zumindest bei Snowden für überzogen, das hat nicht nur mit der Quelle zu tun.
Aber prinzipiell gilt: trauen ist eine Glaubenssache. Glauben sollte man den Religiösen überlassen, ich bin für Recherche, für vielfache Absicherung durch verschiedene Quellen, also für solides Handwerk.
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#3
(21.06.2016, 09:01)A.Hauß schrieb: ...
Aber prinzipiell gilt: trauen ist eine Glaubenssache.
Glauben sollte man den Religiösen überlassen, ich bin für Recherche,
für vielfache Absicherung durch verschiedene Quellen, also für solides Handwerk.

Von dieser Vorgehensweise bin ich immer wieder beeindruckt.
Einfach, Pragmatisch und zielführend.
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