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Der Tatort in Mailand
#11
http://www.tt.com/panorama/verbrechen/13...n-amri.csp

Ganz Italien stolz auf Polizisten
Der Jüngere der beiden Polizisten – damals 29 Jahre alt – war es, der gegen 3.30 Uhr den entscheidenden Schuss auf Amri abgibt.

Der mittlerweile 30-Jährige ist nach Sizilien zurückgekehrt, in die Nähe seiner Familie.

[Frage ist, ob er jemals woanders war...]
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#12
Artikel zur Herkunft der Waffe

https://www.bernerzeitung.ch/sonntagszei...4825?track
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#13
Im Dezember kam das Thema Berlin auch in den italienischen Medien wieder hoch. Die Polizisten Luca Scata und Christian Movio berichten nun, was sich in Sesto S.G. zugetragen hat: 

Aus einem Artikel vom 17.12.2017
http://www.ilgiornale.it/news/cronache/m...74998.html
Anmerkungen oder Ergänzungen in eckigen Klammern [...]


"In diesem Moment hieß es 'wir oder er' - also haben wir Anis Amri getötet"
Die Geschichte der beiden Agenten von Sesto San Giovanni, die Anis Amri, den Dschihadisten von Berlin, vor einem Jahr getötet haben.

Es ist das erste Mal, dass Luca Scatà und Christian Movio ausführlich über die Erfassung von Anis Amri sprechen.

Es ist fast ein Jahr her seit dem 22. Dezember und dem 23. Dezember 2016, als die beiden Polizeibeamten den Berliner Terroristen in Sesto San Giovanni töteten. Eine fast [!] zufällige Kontrolle, die zur Eroberung des Jahres wurde. Und das hat die zwei Polizisten zu Nationalhelden gemacht.

Wer sind Luca und Christian?

Heute Abend werden Sky Atlantic und SkyTg24 die Geschichte der Ermordung von Anis Amri mit Zeugenaussagen der beiden Polizisten zeigen. 
„Bevor ich bei der Polizei anfing, war ich im Alpenregiment [Armee] - sagt Luca, 29, in Sizilien geboren [Catania, wo er jetzt auch wieder ist] - aber es ist nicht das Gleiche, auf den Umriss eines Polygons oder auf eine Person aus Fleisch und Blut [zu zielen], einen Mann wie mich. Ja, ich habe einen Mann getötet, und ich denke oft darüber nach."
Es ist die Kugel, die aus seiner Waffe kam, die den Terroristen zu Tode bringen wird. Luca weiß und denkt, dass es die Wahl von Amri war, den Tod in Sesto zu finden. 
„Ich habe einen Schuss abgefeuert - fährt der Polizist fort - und ich hatte keine Zeit, auf einen bestimmten Punkt des Körpers zu zielen, hatte mich nur daran erinnert, während ich den Auslöser gedrückt hielt, als ich dachte, es ist so, dass das der Mann war, der beschlossen hatte, zu sterben. Er war der Meister seines Schicksals, und er hatte entschieden, wie es war, weil er entweder mich erschossen hätte oder ich ihn - mich oder Christian, der schon verletzt war. "

Die Kontrolle in Sesto San Giovanni

Ja. Denn als Luca den Schuss abgefeuert hatte, war Christian bereits von diesem Mann mit der Kappe/Mütze [tief im] Gesicht und dem hochgezogenen Jackenkragen verletzt worden. 

"Wir hatten um 2 Uhr einen Kaffee getrunken und wir haben die Kontrolle wieder angefangen - fährt Christian fort, 36 Jahre alt, friaulisches Blut - kurz vor 3 Uhr sage ich zu Luca, [lass uns] in den Norden von Sesto fahren, wo all die Rand-Verbindungen sind ." [wenn er die Verkehrsverbindungen meint, evtl. ein Hinweis darauf, dass sie dort hin fuhren, um jemanden abzufangen].  

Allgemein hat man dort gestohlene Autos und Motorräder, ein bisschen [Drogen]Geschäft.

"Wir waren also vor dem Bahnhof angekommen." 

Dort treffen sie einen Verdächtigen, der sich wie ein Drogendealer bewegt, es scheint ein gewöhnlicher Krimineller zu sein, so dass die beiden Agenten nicht daran dachten, als sie ihn trafen, dass dieser Mann der meistgesuchte Terrorist in ganz Europa war - Christian fährt fort - 

"Dann sage ich Luca, dass er anhalten und den Rückwärtsgang einlegen soll. [Die Person] beeilte sich und ging zum Busbahnhof. Ich ließ das Fenster herunter und fragte ihn nach seinem Namen. Er antwortete mir nicht. Also bestehe ich darauf: "Woher kommst du?". Und er: "Aus Reggio Calabria". Ich hörte ihn sagen "Reggio Calabria"- Ich erkannte, dass er kein Italiener ist und machte einen Witz: "Aus Reggio Calabria? Okay, dass Kalabrien arabisch ist, würde ich nicht sagen". Ich versuche es erneut: "Wohin gehst du?". Und dann murmelte er ein paar Mal, dass er "die Station verpasst habe". An diesem Punkt nickte ich Luca zu und beschloss, mit einer vollständigen polizeilichen Kontrolle fortzufahren. Wir stiegen aus dem Auto und ich sagte ihm, er solle den Rucksack von seiner Schulter nehmen. Er öffnete ihn, um mir zu zeigen, was drin ist. Ich war überzeugt, dass er Drogen hatte." 

Amris Reaktion

Stattdessen versteckte Amri etwas mehr. Seine Identität vor allem. Aber auch die Pistole, die er unter seinem Mantel trug. 


"Er hält den Rucksack mit der einen Hand und wühlt mit der anderen Hand innen. Er zieht einen Haufen zerknitterter Kleidung, eine Zahnbürste und anderen Müll raus, der auf den Asphalt fällt. Also sage ich ihm, dass er den Rucksack auf die Motorhaube eines geparkten Autos stellen soll.". 

Hier erkennt Amri, dass er in der Klemme ist. Dass er nicht als freier Mann entkommen kann. Also, vielleicht den Weg der Gewalt wählen. Er reagiert in dem Wissen, dass er, wenn er jemals stirbt, als Märtyrer des Islam geopfert wird. 

"Während er in seinem Rucksack herumfummelte, machte er einen halben Schritt in meine Richtung, öffnete die Jacke und ich sah die Waffe dort", fährt Christian fort. 

Und Luca sagt: "Als ich sah, dass er [die Waffe] herauszog, dachte ich" Scheiße! ". Und ich stellte mich in einem Winkel zu ihm auf, wie man es uns im Kurs beigebracht hatte. Ich hielt mich links vom Streifenwagen, in einer abgelegenen Position, zwischen einem Laternenmast und einem Mülleimer ". 

Währenddessen trifft Amri Christian mit einem Schuss. 
"Im Laufe der Jahre habe ich gelernt, mich drei Viertel vor die Person zu stellen, die ich kontrollieren muss" - sagt er heute - "Auf diese Weise bietest du Aggression weniger Körperoberfläche an, und dies rettete mich, weil der Schuss mich eher in der Brust erreichte. Er durchbohrte meine Schulter, es fühlte sich an wie eine Faustschlag und dann lief etwas Seltsames an meinem Arm. Ich hatte keine Schmerzen, so dass ich zuerst dachte, dass er mich mit einer Druckluftpistole angeschossen hatte. Dann spürte ich die Hitze des Blutes und ich rief Luca zu: "Er hat auf mich geschossen, der Sack!", "Er hat auf mich geschossen!" Ich nahm auch die Waffe heraus, ich war zwei Meter entfernt und überlegte, ob ich sofort auf das Feuer reagieren sollte oder nicht, ob Schießen das Richtige gewesen wäre, und am Ende habe ich beschlossen, hinter dem Wagen Schutz zu suchen."

Der Tod des Berliner Terroristen

Derjenige, der den Terroristen tötete, war Luca. Seine Reaktionsfähigkeit hat es ihm ermöglicht, sich von dem plötzlichen Auftauchen des Dschihadisten nicht irritieren zu lassen. Keiner der beiden Agenten hätte erwartet, dass der von Interpol gesuchte Terrorist am Bahnhof in Sesto San Giovanni ankommen könnte, ohne dass es jemand bemerkt hätte. 


„Er hatte die Pistole in meine Richtung gerichtet und wartete, was ich machen würde." - sagt Christian zu Repubbblica - "Ich selbst befand mich hinter dem Wagen, um mich zu schützen. An einem bestimmten Punkt versuchte ich, ihn in die Schusslinie zu bringen, den Raum [Spalt] zwischen dem Dach des Autos und dem Blaulicht zu nutzen. Dann lag ich auf dem Asphalt und versuchte, seine Beine unter dem Auto zu sehen. Wenn ich ihn bekomme', sagte ich mir, ‚Wenn ich ihn bekomme, bricht er [nur] zusammen und man kann ihn lebend verhaften.‘ Er rief ‚Bastard!‘ "Bastard Polizisten!" und richtete die verdammte Pistole [auf mich]. Er kam, sah mich mit großen Augen an. Sie sahen aus wie zwei Murmeln. [Solange war er im Vorteil]. Er bewegte sich nach links, um mich hinter dem Wagen zu bekommen. Als er auf der Schusslinie von Luca war, schrie ich 'Schieß! Schieß!' Und so geschah es."


Man bedenke, dass vor einem Jahr von 4 Schüssen die Rede war. 
Eine Kugel in die Schulter von Christian Movio, eine in Amris Kopf, noch eine in seinen Oberkörper, soweit konnte man es bisher lesen. Die vierte Kugel....evt. doch der erste Schuss von den Polizisten in Richtung Amri? Um den europaweit gesuchten Mann aufzuhalten?


"Sono le 3.10. La storia dell’attentato di Berlino si chiude con un conflitto a fuoco fulmineo, appena fuori dal confine a nord di Milano. Quattro spari. Quattro giorni dopo la strage in Germania."

"Es ist 3.10 Uhr. Die Geschichte des Berliner Attentäters endet in einer Schießerei nahe der nördlichen Grenze von Mailand. Vier Schüsse. Vier Tage nach dem Attentat in Deutschland.

http://milano.corriere.it/notizie/cronaca/16_dicembre_27/foto-inedita-attentatore-berlino-stazione-centrale-anis-amri-34a396ae-cc29-11e6-89aa-18ad6a6eb0ec.shtml
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#14
Wer weiß, nach wem man sucht, wer komntrolliert und dann erschießt - aber exakt das Gegenteil behauptet (nie habe er sich vorstellen können, dass Amri da war und dass man selbst jemanden erschießen würde), der deutet auf eins hin:

Das nichts, gar nichts stimmen muss an der gesamten Geschichte. Angesichts der Duplizität der Catania--Spur (Amri sol da gewesen sein nach Aprilia-Aufenthalt und der Polizist stammte aus Catania) ist (Spekulation!!!) durchaus auch die Anlieferung eines schon getöteten Amri in Sesto denkbar (vergleichbar dem Ablageort Campingbus für die beiden Uwes bzw. Kiesewetters auf der Theresienwiese im Fall NSU). Die Spekulation nährt sich aus der Unglaubwürdigkeit des Treffens mitten in der Nacht an diesem Ort: was sollte/wollte ein Amri da, weshalb so nah am Abfahrtsort des Urban-LKW?, seltsamer Schusswechsel usw.).

Würden wir - womit nicht zu rechnen ist - auf die Todesermittlungen zugreifen können incl. Spusi bzw. Pathologiebefunde, würde sich m.E. erklären lassen, weshalb der Todeszeitpunkt 3 oder 4 oder sonstwieviel Uhr egal ist: keiner hat da einen Schusswechsel gesehen oder gehört...
Die gesamte Story der Schießerei strotz vor Widersprüchen, die ersten hat Fhh schon mit der Zahl der Schüsse benannt. Aber auch die Lagebeschreibung: entweder man ist nah am mann und am Rucksack, um den Inhalt des Rucksacks erkennen zu können, oder man ist hinter dem Streifenwagen in Deckung. Entweder sind dort Streifenwagen und zweiter PKW, auf den der Rucksack gestellt wird, oder die Szene ist so frei wie auf den Fotos zu sehen -usw.
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#15
Ich denke auch, entweder war er schon vorher tot (siehe Deine Theorie A.Hauß) oder er lebt noch. Sollte er noch leben, würde das allerdings bedeuten, dass die Italiener in irgeneiner Form an der ganzen Sache beteiligt waren.
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#16
(09.01.2018, 10:46)diedienichtimmerlacht schrieb: ......oder er lebt noch. Sollte er noch leben, würde das allerdings bedeuten, dass die Italiener in irgeneiner Form an der ganzen Sache beteiligt waren.

Meinst du mit "Sollte er noch leben,...." jetzt, bzw. in der Gegenwart?
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#17
Ja, so meine ich das. Ich halte auch diese Variante für möglich. Dass man ihn dort medienträchtig "offiiziell" aus dem Verkehr gezogen haben könnte. Es waren ja nicht viele Menschen dort in dieser Nacht. Die Krankenversorgung sieht zwar schon echt aus auf den Fotos, aber wer weiss...
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#18
(09.01.2018, 23:39)diedienichtimmerlacht schrieb: Ja, so meine ich das. Ich halte auch diese Variante für möglich. 

Hmmmm, ok, es wäre in weiteres Modell. 
Für mich war diese Variante jedoch nie eine Option, da ich den Impuls in diese Richtung nie hatte. Insofern auch nie in diese Richtung gesucht. 
Ich gehe von einem Aufenthalt in Italien aus und von dem Versuch, das Land in Richtung Süden zu verlassen. Wo genau er dann abgefangen wurde, und was man mit ihm machte, dazu wühlen wir gerade noch nach Hinweisen.
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#19
"Für mich war diese Variante jedoch nie eine Option, da ich den Impuls in diese Richtung nie hatte. Insofern auch nie in diese Richtung gesucht."
So geht es mir auch. Bei meiner Spekulation, es könne sich um einen fake-Tatort handeln, hatte ich einige Unstimmigkeiten und die Parallele zum "NSU" zugrunde gelegt. Für die "Lebendvariante Amri" hingegen sehe ich keinen Anhaltspunkt außer der generellen Kritik am narrativ. Das allerdings fällt leicht, denn da die gesamte Story des Amri-Fangens getürkt ist, könnte dazu auch der verletzte Polizist und damit der gesamte Schusswechsel gehören. Damit dann auch das Töten Amris. Die Spekulation bleibt aber eben im luftleeren Raum - wenn da nicht mehr auftaucht, bleibt sie als Gedankenmodell nutzlos. Ein Durchforsten der Medien in Catania, ob da jemand in den fraglichen Tagen gefangen, beschossen, verhaftet wurde, oder ob zuvor in Campo Verde sich jemand plötzlich auf den Weg in den Süden machte, das ist erfolgversprechend. Aber eine Heidenarbeit, die sich derzeit wohl nur FHH macht.
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#20
Natürlich sind meine Gedankengänge Spekulation. Ich hatte diesen Gedanken einfach von Anfang an. Wobei natürlich auch von Euch in den Raum gestellte Variante, dass er schon vorher tot war, für mich vorstelllbar wäre. Aber auf diesen Gedanken bin ich eben noch nicht gekommen bis ich hier davon las.

Nun habe ich gerade mal im Netz geschaut und hier noch was über die Beerdigung gefunden:

"Die Beerdigung fand Sonnabend in Amris Heimatort statt. Auf eine traditionelle muslimische Zeremonie verzichtete die Familie. Die lokale Polizeibehörde der Provinz Kairouan hatte es zuvor untersagt, die Leiche in Amris Elternhaus aufzubahren." https://www.bz-berlin.de/berlin/berlin-a...beigesetzt

"Eine Anfrage der Familie, die Leiche des Mannes zunächst in dessen Elternhaus aufbahren zu dürfen, sei aus Sicherheitsgründen nicht gestattet worden." https://www.welt.de/politik/ausland/arti...rdigt.html

Diese Begründungen sind schon komisch. Wenn sie gesagt hätten, die Leiche kann man aus hygienischen Gründen nicht mehr aufbahren, das würde ich verstehen. Nachdem sie ja monatelang eingefroren gewesen sein muss, wird sie dann beim auftauen sicher schnell verwesen... vorallem in eimem warmen Land wie Tunesien..
Aber aus Sicherheitsgründen?

Erst wird die Leiche 5 Monate durch die deutschen Behörden nicht freigegeben. Als Grund wird genannt, dass kein Antrag gestellt wurde und es wohl Streit über die Übernahme der Beerdigungskosten gab. Dann lag die Leiche noch ca einen Monat in Tunis im Krankenhaus, bevor sie freigegeben wurde. Von seinem Tod bis zur Beerdigung verging also über ein halbes Jahr. Die Familie hat also mit sehr hohe Wahrscheinlichkeit die Leiche nie zu Gesicht bekommen.
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