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Offizielle Veröffentlichungen GBA/BKA usw.
#11
(14.04.2017, 10:11)fhh schrieb: Ich weiß nicht, ob dies jemandem bereits bekannt war - aber mir war diese Information mit 15 km/h neu.......

In dem besagten ZEIT-Artikel scheint mir viel künstlerische Freiheit gepaart mit (vermeintlicher) Widerlegung/Erklärung von Ungereimtheiten genutzt worden zu sein - das ist von vorne bis hinten Dummes Zeug:

Dashcam-Video zeigt, dass es keine rote Ampel gab (zumindest nicht dort), und dass der LKW ganz sicher schneller als 15 km/h fuhr (als er die Cam passierte), Notbremssystem war mit Sicherheit manuell vom Fahrer deaktiviert, da dieses die sehr enge Einfahrt als Hindernis erkannt hätte), Lichterkette gab es frühestens nach der Kollision mit den Hütten an der Südseite der Gasse (östlich des Baumes), die meisten uns gezeigten "Opfer" waren davor etc... 

Da hats einer zu gut gemeint mit der Erklärung der Ungereimtheiten...

Um offizielle Verlautbarungen des zB GBA zu widerlegen sind solche Zeugenaussagen, Zeitungsartikel oder gestellte Videos nicht brauchbar.
                                                        
"Die Menschen verwechselten Messungen mit Verstehen. Und sie mußten sich immer in den Mittelpunkt allen Geschehens stellen. Das war ihr größter Dünkel. Die Erde erwärmt sich – es muß unsere Schuld sein! Der Berg vernichtet uns – wir haben die Götter nicht besänftigt! Es regnet zu viel, es regnet zu wenig – es ist tröstlich zu glauben, daß diese Dinge irgendwie mit unserem Verhalten zusammenhängen, daß, wenn wir nur ein bißchen besser, ein bißchen bescheidener lebten, unsere Tugenden belohnt würden." - Robert Harris "Pompeji" (2003)

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#12
@Rantanplan

Genau, im Dashcam-Video hatte ich mir vielfach angeschaut, es ist auf jeden Fall eine hohe Geschwindigkeit des vorbeifahrenden LKWs weit über 50 km/h zu erkennen, wobei es ja so aussieht, als fahre der LKW am Markt (zunächst) vorbei. Und das Video besteht ja aus 2 Teilen.
Und auch richtig, der Zeit-Artikel mag eine Mischung aus Fakten und Dichtung sein, so wie viele andere Artikel ebenfalls.

Wollte damit eigentlich auch nur sagen, dass ich so erstaunt bin, dass diese einflussreiche Zeitung dieses wichtige Detail auf einmal so anders darstellt. Seit Monaten wird überall berichtet, die LKW-Geschwindigkeit habe ca. 65 km/h betragen, sämtliche als Zeugen vorgestellte Leute berichten ebenso von dieser hohen Geschwindigkeit. Und hier heißt es auf einmal - in einem langen Artikel, irgendwo unter ferner Lieffen '15 km/h' (?!), von der roten Ampel aus mühsam losgefahren, auf max. 15 km/h gekommen....
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#13
(14.04.2017, 11:46)Rantanplan schrieb: In dem besagten ZEIT-Artikel scheint mir viel künstlerische Freiheit gepaart mit (vermeintlicher) Widerlegung/Erklärung von Ungereimtheiten genutzt worden zu sein - das ist von vorne bis hinten Dummes Zeug:

Das sehe ich doch ziemlich anders. Die 15 kmh dürften der Wahrheit entsprechen, die Quelle ist natürlich Staatsanwaltschaft oder Polizei und die haben sich denn doch nicht getraut, das bislang offizielle Narrativ, das der LKW über den Markt "gerast" wäre, gegen die Evidenz (mangelnde Zerstörung, offenbar GPS-Daten) aufrecht zu erhalten.

Das Dashcam-Video nun als Kronzeugen gegen die Infos in dem Artikel zu nehmen, ist angesichts der Ungereimtheiten in dem Video (Uhrzeit, Schnitt) mE nicht zielführend. Ich muss sagen, dass ich mich in meiner Extrarunde-Theorie bestätigt fühle, dann passt's besser.

Demnächst dazu mehr auf meinem blog.
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#14
Interessant finde ich auch, dass die GBA in ihrer letzten Stellungnahme (siehe Post von Andreas Hauss in diesem thread) auf die letzte Phase der LKW-Fahrt gar nicht eingeht, zB die Geschwindigkeit.
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#15
(14.04.2017, 12:33)fhh schrieb: @Rantanplan

Genau, im Dashcam-Video hatte ich mir vielfach angeschaut, es ist auf jeden Fall eine hohe Geschwindigkeit des vorbeifahrenden LKWs weit über 50 km/h zu erkennen, wobei es ja so aussieht, als fahre der LKW am Markt (zunächst) vorbei. Und das Video besteht ja aus 2 Teilen.
Und auch richtig, der Zeit-Artikel mag eine Mischung aus Fakten und Dichtung sein, so wie viele andere Artikel ebenfalls.

Wollte damit eigentlich auch nur sagen, dass ich so erstaunt bin, dass diese einflussreiche Zeitung dieses wichtige Detail auf einmal so anders darstellt. Seit Monaten wird überall berichtet, die LKW-Geschwindigkeit habe ca. 65 km/h betragen, sämtliche als Zeugen vorgestellte Leute berichten ebenso von dieser hohen Geschwindigkeit. Und hier heißt es auf einmal - in einem langen Artikel, irgendwo unter ferner Lieffen '15 km/h' (?!), von der roten Ampel aus mühsam losgefahren, auf max. 15 km/h gekommen....

Es sprechen zumindest zwei Fakten dafür, dass die Veröffentlichung der Zeit keine Disinformation ist:
(a) Sämtliche Medien haben die neue Information verschwiegen. Das hat eine klare Bedeutung.
(b) Dem Autorenkollektiv der Zeit muß bewußt gewesen sein, dass die Veröffentlichung der neuen Zahlen die offizielle Legende zerstören würden. Sie haben vorsichtshalber diese Informationen nur gegen dem Ende des langen Beitrages angeführt. Nur Leser, die das ganze lesen würden darauf stolpern. Typische journalistische Methode um kritische Fakten einzuschläuchen.

Jemand könnte entgegnen, dass hier eine falsche Spur für die Skeptikerszene gelegt worden sei. Das denke ich nicht, denn wenn diese Zahlen verlogen wären, wäre es auch eine Blamage für Die Zeit und für die genannten Autoren.  Wenn sie auf GPS-Daten verrweisen, glaube ich kaum, dass sie diese Zahlen aus der Luft griffen.

Meine vorsichtige These ist folgende: Whistleblower innerhalb der Behörden lekte die GPS-Daten an Die Zeit. Man kann sich gut vorstellen, dass es Menschen innerhalb der Staatsverwaltung gibt, die nicht mehr die Unterwürfigkeit an NATO/USA dulden wollen.  Das Schweigen der anderen Medien deutet darauf hin, dass Die Zeit ein Vorreiter ist. Interessant bei all dem ist, dass die GBA bis heute nicht mal bestätigt hatte, dass ein LKW durch die Schneise gefahren sei, geschweige seiner Geschwindigkeit feststellte. Wer die Meldungen der GBA liest, soll mal genau hingucken was NICHT gesagt wird.
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#16
(17.04.2017, 11:59)Elias Davidsson schrieb: Meine vorsichtige These ist folgende: Whistleblower innerhalb der Behörden lekte die GPS-Daten an Die Zeit. Man kann sich gut vorstellen, dass es Menschen innerhalb der Staatsverwaltung gibt, die nicht mehr die Unterwürfigkeit an NATO/USA dulden wollen.  Das Schweigen der anderen Medien deutet darauf hin, dass Die Zeit ein Vorreiter ist. Interessant bei all dem ist, dass die GBA bis heute nicht mal bestätigt hatte, dass ein LKW durch die Schneise gefahren sei, geschweige seiner Geschwindigkeit feststellte. Wer die Meldungen der GBA liest, soll mal genau hingucken was NICHT gesagt wird.

Meine Gedanken gehen in die gleiche Richtung. Es bestand überhaupt keine Notwendigkeit, die 15 km/h zu erwähnen, die jetzt so viele Fragen aufwerfen. Dass jemand (vermutlich aus Polizeikreisen) das der Zeit verriet, ist kaum mit Naivität oder Ahnungslosigkeit zu erklären. Das sieht mir doch ganz stark nach Absicht aus.

Ob die Zeit sich über die Brisanz der 15 km/h im klaren war, da bin ich mir nicht so sicher. Bei denen halte ich durchaus für möglich, dass die selbst dran glauben, dass der LKW mit der Geschwindigkeit 12 Menschen töten und 40 verletzen konnte. Der Whistleblower könnte die Zeit also für seine Zwecke benutzt haben.
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#17
Kurz eingeschoben:
Es gibt immer mehrere Fraktionen innerhalb der Behörden, eine -zum jetzigen Zeitpunkt- 'rechtschaffender' als die anderen.
Die geleakten NSU Akten kamen sicherlich auch nicht von einem Anwalt sondern von Behördenseite. Wink

Mit der Berliner-Weihnachtsshow hat man sicherlich den Bogen kräftig überspannt!

INP
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#18
@Elias Davisson / Zitat
"Es sprechen zumindest zwei Fakten dafür, dass die Veröffentlichung der Zeit keine Disinformation ist:
(a) Sämtliche Medien haben die neue Information verschwiegen. Das hat eine klare Bedeutung.
(b) Dem Autorenkollektiv der Zeit muß bewußt gewesen sein, dass die Veröffentlichung der neuen Zahlen die offizielle Legende zerstören würden......."

Das klingt plausibel. Die Erwähnung der 15 km/h im Artikel der ZEIT vom 05./06. April waren wirklich eine enorme Überraschung. Auffällig ist u.a., dass man die Situation genau beschreibt (Warten vor der roten Ampel usw.), was in diesem ohnehin langen Artikel nicht nötig gewesen wäre. Insofern ist es von Bedeutung, dass man es wagt, dies hier zu schreiben. Man darf gespannt sein, ob diese 'Kleinigkeit' nochmal irgendwo erwähnt wird....
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#19
Ebenfalls interessant das Thema "Handy", erwähnt unter Pkt. 3 der Erklärung GBA:

"3. Derzeitiger Erkenntnisstand zur Herkunft des am Tatort zurückgelassenen Mobiltelefons
a.) Nach den bisherigen Ermittlungen ist davon auszugehen, dass dieses Mobiltelefon einem Schweizer Staatsangehörigen Ende September 2016 entwendet wurde. Ob Amri selbst an dem Diebstahl beteiligt war, ist derzeit unklar ......b)....."

und ergänzend zum Vergleich diese Meldung http://m.20min.ch/schweiz/news/story/27240127

Auszug/Zitat:
"......haben deutsche Ermittler zwei Mobiltelefone gefunden. Eines davon lag in der Führerkabine des Lastwagens. Das andere konnten die Behörden in die Schweiz zurückverfolgen. Wie der «Tages-Anzeiger» schreibt, hatte das Smartphone der Marke HTC, einem Schweizer gehört. Er war damit im Sommer 2016 unter anderem in Italien unterwegs gewesen. Im September meldete er das Handy in Berlin als gestohlen."

Das hört sich so an, als sei das Handy in Italien gestohlen worden (wäre ein wichtiges Detail, wird aber im Artikel nicht genau gesagt).

Außerdem:
Im Artikel wird dieses Italien-Handy als jenes Handy beschrieben, welches nicht im LKW gefunden wurde (sondern sich irgendwo anders befand) - in der GBA-Erklärung wurde dieses gestohlene Italien-Handy im LKW gefunden.


Auch merkwürdig:
Der Schweizer und Italien-Urlauber meldet das Handy im September in Berlin als vermisst.

Also wieder jede Menge Fragen Wink Auf jeden Fall taucht hier wieder die Verbindung Italien-Berlin auf.
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#20
State obligation to investigate violations of the right to life

Core elements of a prompt, thorough and effective investigation into suspected violations of the right to life include, among other things: the need for those conducting the investigation to be independent from those who are implicated in the death; that all reasonable steps must be taken to secure evidence concerning the incident, including eye witness testimony and forensic evidence; and the need for an autopsy.44

44: Human Rights Committee, Concluding observations on Israel, CCPR/C/ISR/CO/3, para. 8; Human Rights Committee, Durić v. Bosnia and Herzegovina, Communication No. 1956/2010, para. 9.6; Human Rights Committee, Olmedo v. Paraguay, Communication No. 1828/2008, para. 7.5; Human Rights Committee, Eshonov v. Uzbekistan, Communication No. 1225/2003, para. 9.6. See also, Principles on the Effective Prevention and Investigation of Extra-Legal, Arbitrary and Summary Executions, Principles 9-17; Special Rapporteur on extrajudicial, summary or arbitrary executions, Handbook, Chapter 5: Investigation and Prosecution of Killings, http://www.extrajudicialexecutions.org/a...estigation %20and%20Prosecution%20of%20Killings.pdf (accessed 10 June 2015); European Court of Human Rights, Slimani v. France, Application No 57671/00, para. 32.

State obligation to investigate the use of lethal force by police officers

The use of lethal force by law enforcement officials is of such a serious nature that it must be subject to particularly stringent controls, including thorough and detailed reporting as well as prompt, independent and impartial investigation, allowing an assessment of the lawfulness of the use of force146 - independent of whether the use of such force has in the end resulted in death or serious injury. Where the use of force in the context of law enforcement operations has resulted in death, the duty to carry out a thorough, effective and independent investigation means that the investigation should be carried out within an appropriate time frame; where relevant include eye-witness testimony, autopsies, exhumations and the appropriate safe-guarding of forensic evidence; address potential failures of intelligence gathering and exchange, and a review of police training; and reach a definitive conclusion.147  (p. 29)

146: Human Rights Committee, Concluding observations on Israel, CCCPR/C/ISR/CO/3, para. 10; Human Rights Committee, Concluding observations on Germany, CCPR/CO/80/DEU, para. 15(a); Human Rights Committee, Concluding observations on USA, CCPR/C/USA/CO/4, para. 11. See also, Special Rapporteur on extrajudicial, summary or arbitrary executions, Report to the General Assembly, A/66/330, para. 88: “(g) All instances where lethal force has been used should be investigated through an effective process, and where appropriate those who have violated the right to life are to be held accountable. [...]” See also, Special Rapporteur on extrajudicial, summary or arbitrary executions, Report to the Human Rights Council, A/HRC/14/24/Add.8, para. 74; UN BPUFF Basic Principle Nos. 11 (f) and 22.


147  Human Rights Committee, Olmedo v. Paraguay, Communication No. 1828/08, para. 7.5; Human Rights Committee, Eshonov v. Uzbekistan, Communication No. 1225/03, para. 9.6; Human Rights Committee, Concluding observations on the United Kingdom, CCCPR/C/GBR/CO/6, para. 10. See also, European Court of Human Rights, Nachova and others v. Bulgaria, Applications Nos. 43577/98 and 43579/98, paras 111-113; Inter-American Court of Human Rights, Nadege Dorzema et al. v. Dominican Republic, Judgment of 24 October 2012, para. 101.; Inter-American Court of Human Rights, Baldeón- García v. Perú, Judgment of 6 April 2006, para. 95. Generally, for remedies to violations of the right to life, see Section II D.

Quelle: THE UN HUMAN RIGHTS COMMITTEE’S PROPOSED GENERAL COMMENT ON THE RIGHT TO LIFE

AMNESTY INTERNATIONAL’S PRELIMINARY OBSERVATIONS
First published in 2015

London WC1X 0DW

United Kingdom

http://www.amnesty.org
Antworten


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