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Zwei Klassen von Informationen
#1
(Interessanter Artikel!)

Zwei Klassen von Informationen

Analyse
Joëlle Stolz 13. November 2016

Die Krise der klassischen Medien hat Donald Trumps Durchmarsch ins Weiße Haus ermöglicht. Der Journalismus muss die Kontrolle im Internet wieder erlangen
Waren Sie schon einmal auf Breitbart? Ein paar Minuten auf dieser ultrakonservativen englischsprachigen Webseite haben während des Wahlkampfes ausgereicht, um zu verstehen, warum Donald Trump, der letzten Sommer einen der Breitbart-Gründer, Stephen Bannon, als Wahlkampfleiter engagiert hat, Präsident der Vereinigten Staaten geworden ist.
Man konnte dort eine Werbeeinschaltung für die DVD "Clinton Cash" über die finanziellen Verstrickungen des demokratischen Ehepaares finden, aber auch Artikel über die Klagen gegen Christoph Biró von der "Kronen Zeitung" wegen Verhetzung oder die Facebook-Seite von H.-C. Strache.
Trumps Kampagne hat die Beziehungen zwischen Medien und Demokratie nachhaltig verändert. Er konzentrierte sich unter anderem darauf, die großen Medien, inklusive der ganz rechts angesiedelten wie der Fensehsender "Fox News", systematisch der Parteilichkeit und Manipulation zu beschuldigen und ihnen so jegliche Glaubwürdigkeit abzusprechen.
Verleumdung von Medien
"Die Medienzaren sind die wahren Königsmacher", behauptete daher eine Werbung auf Breitbart – und diese Art von Aussagen ist auf allen Netzen, die Trump unterstützen, omnipräsent. "Ihre PC (Political Correctness), ihr Verschleiern der Wahrheit, ihre geheimen Absprachen mit den Politikern ihrer Wahl und ihre Korruption des amerikanischen Journalismus sind das eigentliche Thema dieser Wahl."
(...)
Deshalb ist es ein Gebot der Stunde, alle Gesellschaftsschichten darüber aufzuklären, wie Algorithmen unsere Informationsaufnahme verändern. Wir müssen eine der Technik gegenüber kritische (aber nicht ablehnende) Bewegung schaffen, damit die Bürger dieser schleichenden Erosion des demokratischen Raumes gegenüber Widerstand leisten.
Der Kampf des jungen österreichischen Juristen Max Schrems, dem es 2015 gelungen ist, vom Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte die kommerzielle (und sicherheitstechnische) Nutzung der auf Facebook gespeicherten Daten sperren zu lassen, zeigt uns den Weg: Wir brauchen eine Bewegung, die sich auf die europäischen Strukturen stützen und diese stärken kann und die den Usern dazu verhilft, trotz des gewaltigen Drucks der Wirtschaftsinteressen eine Form der Kontrolle im Internet wiederzuerlangen.
Das ist eine der großen Fragen, die uns in den kommenden Jahren beschäftigen wird. Ganz bestimmt, seitdem es Donald Trump mit dieser Art von Wahlkampf bis ins Weiße Haus geschafft hat. (Joëlle Stolz, 13.11.2016)....
http://derstandard.at/2000047390987/Zwei...ormationen
 
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