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Nachrichtenunterdrückung: Geheimdienstabsprachen CIA-Saudi-Arabien über IS
#1
An:
NDR-Rundfunkrat
NDR-Intendant
 
Programmbeschwerde: Nachrichtenunterdrückung: Geheimdienstabsprachen CIA-Saudi-Arabien über IS (ARD-aktuell v. 12.10. bis 15.10. 2016)
Werte Damen und Herren Rundfunkräte, werter Herr Intendant,
Seit dem 12. Oktober kursieren Medienberichte über geheimdienstliche Absprachen zwischen den USA und Saudi-Arabien darüber, den verdeckten Krieg gegen Syrien unter Einsatz von IS-Terroristen zu intensivieren. Zitat (sinngemäß übersetzt):
„... die USA und Saudi-Arabien sind übereingekommen, Terroristen des Islamischen Staats  (IS) und ihren Familien einen sicheren Abzug aus der irakischen Provinz Anbar und aus der irakischen Stadt Mosul anzubieten, ehe sie von den (US-geführten, von Kurden unterstützten) Koalitionsstreitkräften komplett vernichtet werden. Die aus den umzingelten Gebieten herausgeschleusten IS-Terroristen sollen nach Syrien gebracht werden und dort Städte angreifen, die von der Syrischen Armee kontrolliert werden.“
Eine der ursprünglichen Quellen für diese Information ist die russische Ria Novosti. Inzwischen melden die iranischen farsnews, dass der Exodus der IS-Terroristen unter dem Schutz der USA und ihres Bündnispartners Saud-Arabien bereits begonnen habe.
Quelle u.a.:
https://southfront.org/media-us-saudi-arabia-sending-isis-terrorists-from-mosul-to-syria/
Offizielle Bestätigungen für die Geheimdienstabsprachen sind selbstverständlich nicht zu bekommen. Falls aber die Chefredaktion ARD-aktuell das als Grund für ihren Verzicht auf angemessene Berichterstattung angeben sollte, müsste ihr entgegengehalten werden, dass sie andererseits z.B. Informationen der obskuren „Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte“ im britischen Coventry (SOHR) ebenfalls ohne offizielle Bestätigung weiterreicht – vor allem, wenn sie ins gewünschte anti-russische Propagandaraster passen.
Bezogen auf den Inhalt der hier zitierten Nachricht ist darauf hinzuweisen, dass seit Wochen Weißes Haus und Pentagon darüber streiten, ob und in welcher Weise die USA ihren Stellvertreter-Krieg in Syrien ausweiten. Das steigert den Wahrscheinlichkeitsgrad, dass die neue geheimdienstliche Infamie tatsächlich durchgezogen wird. US-Kriegsminister Ashton Carter plädiert seit langem für erheblich verstärkte verdeckte Angriffe in Syrien.
Die ARD hat Büros in Washington, New York, Moskau und Kairo. Offenkundig sah sich keine der dortigen hochbezahlten qualitätsjournalistischen Besatzungen bemüßigt, den Berichten nachzugehen. Obwohl im Zweifel hier sogar „glasklare Dementis“ (Dr. Gniffke) der angefragten offiziellen Stellen einen Nachrichtenwert hätten ...
Politisch interessant an der unterschlagenen Meldung ist, dass die USA mit den übelsten terroristischen Kopfabschneidern paktieren. Sie wollen Präsident Assad nicht wegen Menschenrechtsdefiziten in Syrien beseitigen, sondern weil das Erdgas des Emirats Katar aus dem „South Pars“-Feld (Gesamtwert circa 4 Billionen US-Dollar) durch Syrien nach Europa geleitet werden soll; Syrien soll deshalb US-Kolonie und Russland aus dem Gasgeschäft mit Europa geworfen werden. Dafür ist Washington bereit, (bisher) 250 000 Tote, ungezählte Verletzte und 10 Millionen Flüchtlinge zu „produzieren“ – es sind ja bloß Syrer, es trifft ja keine wertvollen US-Amerikaner.
Und ARD-aktuell ist zu der Kumpanei bereit, auf Berichte über diese Zusammenhänge zu verzichten. Die Redaktion unterschlägt wesentliche Informationen im Dienste transatlantischer Propaganda. „Umfassend und vollständig“ zu berichten (NDR-Staatsvertrag, Rundfunkstaatsvertrag) verlangt, Informationen aus allen verfügbaren Quellen zu berücksichtigen, nicht nur solchen, die den Herrschaften in Berlin und in Washington genehm sind.
Volker Bräutigam, Friedhelm Klinkhammer
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