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Medien und Blogs zum Thema
Chef des „Kiez Döner“ Im letzten Moment als Nebenkläger im Terrorprozess zugelassen

17.07.20, 18:11 Uhr


Halle (Saale) -
Der Weg in den Gerichtssaal am kommenden Dienstag ist für Ismet Tekin nun doch frei. Im Landgericht Magdeburg beginnt dann der Prozess gegen Stephan B., den Attentäter von Halle. Und bei der Verhandlung sollte Tekin, dem der „Kiez Döner“ in Halle gehört und der am 9. Oktober 2019 den Schusswechsel davor aus nächster Nähe miterlebte, erst nicht dabei sein.
Denn auf der 40 Personen umfassenden Liste der zugelassenen Nebenkläger, die Mitte Juni vom Ersten Strafsenat des Oberlandesgerichts Naumburg herausgegeben wurde, tauchte Tekin nicht auf. „Ich habe das nicht verstanden, und ein Grund wurde auch nicht genannt“, so der 36-Jährige.
Über seinen Anwalt ließ Ismet Tekin allerdings eine sogenannte Gegenvorstellung an das Gericht senden. „Das ist ein nicht-förmlicher Rechtsbehelf, der das Gericht noch einmal zum Nachdenken über einen Sachverhalt anregen soll“, erklärte Gerichtssprecher Wolfgang Ehm gegenüber der MZ. Dieser Eingabe des Anwalts von Tekin wurde am Donnerstag nun stattgeben. „Herr Tekin ist damit als Nebenkläger zugelassen“, so Ehm.

Anschlag in Halle: „Ich sah den Schusswechsel mit der Polizei“
Die anfängliche Abweisung erklärte der Sprecher damit, dass aus der Anklageschrift des Generalbundesanwalts nicht genau hervorging, inwiefern eine Straftat zu Tekins Nachteil vorgelegen habe – denn nur dann darf er auch als Nebenkläger auftreten. „Nun konnte allerdings festgestellt werden, dass er im Zuge der Schüsse in der Ludwig-Wucherer-Straße – also vor dem Laden – hätte getroffen werden können“, erklärte Wolfgang Ehm. Entsprechend könne also doch von einer Straftat zu seinem Nachteil ausgegangen werden.
Dass auch er am 9. Oktober hätte verletzt werden können, daran bestand für Ismet Tekin nie ein Zweifel. Als Stephan B. den „Kiez Döner“ stürmte, befand er sich zwar nicht im Geschäft. „Aber mein Bruder, der im Laden war, rief mich an und berichtete von den Schüssen“, erinnert sich Tekin. Daraufhin sei er sofort zum Imbiss geeilt. „Ich sah den Schusswechsel mit der Polizei.“ Dann, so erinnert es der 36-Jährige, schlug ein Geschoss in der Hauswand über ihm ein, woraufhin er in Deckung ging. Als Stephan B. schließlich verschwunden war, sah er im Laden die Leiche von Kevin S. – dem zweiten Todesopfer des Attentäters. „Diesen Tag werde ich nie vergessen“, sagt Ismet Tekin.
[...] (mz)

https://www.mz-web.de/halle-saale/anschlag-in-halle-saale/chef-des--kiez-doener--im-letzten-moment-als-nebenklaeger-im-terrorprozess-zugelassen-37036914
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[Bild: attachment.php?aid=2774] Tage vor Prozeßbeginn


Attentäter von Halle: Stephan B.: Das Phantom von Benndorf 

Im (kostenpflichtigen) Artikel von Steffen Höhne, der in der MZ am 18. Juli (08:00) veröffentlicht wurde, erfahren wir mit wie viel Journalisten der Bürgermeister von Benndorf, des Ortes in dem Stephan Balliet lebte, in den Tagen nach dem Attentat gesprochen hat. 21. Die Namen New York Times und Al Jazeera fallen.
Der Bürgermeister, hatte auf viele Fragen der Medien keine Antwort und auch nicht auf die Fragen, die ihm durch den Kopf gingen. Fragen wie: »Wer ist dieser junge Mann? Wie konnte es dazu kommen?«
Stephan Balliet der Außenseiter, das Phantom? 

Zitat:Geboren in Eisleben, aufgewachsen in Helbra, die Mutter Lehrerin für Ethik, der Vater Rundfunktechniker. Als sich die Eltern trennen, zieht er mit der Mutter nach Benndorf. Ehemalige Klassenkameraden beschreiben ihn als durchschnittlichen Schüler: kein Außenseiter, aber zurückhaltend. Bei der Bundeswehr bezeichnen ihn Kameraden als „tollpatschig“. Für die Polizei war er ein unbeschriebenes Blatt: keine Vorstrafen. 

Die Leser werden an den Spiegel-TV-Beitrag erinnert, in dem auch die Mutter interviewt wurde. Neu für den Leser sind allenfalls 50 Worte zur Krankheit, die seinerzeit den Abbruch des Chemiestudiums zur Folge hatten. Den Rat der Mutter, Kontakt zu einem Psychologen aufzunehmen, schlug er in den Wind.

Zu Wort kommt erneut der - im Geomatik-Forum bereits erwähnte - Politologe Florian Hartleb, sein Buch »Einsame Wölfe - Der neue Terrorismus rechter Einzeltäter« und die These, der zu Folge »sich der Täter im Internet selbst radikalisiert« hat, dort wo sich die rechten Gamer mit den Ideologen treffen: 8chan und Steam. 
In dem Rest der reichlich 200 Worte mit Hartleb-Bezug geht es um die Videoübertragung im Stil eines Spiels, das Moonman-Symbol, das als krude bezeichnete Manifest, die Vorbilder wie den Christchurch-Attentäter und Anders Behring Breivik. 

Zitat:„In den weltweiten rechten Foren gibt es eine Parallelwelt, die schwer einsehbar ist“, sagt Hartleb. Stephan B. hätte auch in Duisburg oder Hamburg leben können.
 

Der gefundene 3D-Drucker »mit denen er die Waffen höchstwahrscheinlich gebaut« hat wird ebenso erwähnt wie der Fluchtversuch am Pfingstsamstag. (90 Worte)
Schließlich dient der Politologe Hartleb auch noch als Stichwortgeber für den Chef des Verfassungsschutzes, der nun virtuelle Agenten einsetzen will, um im Netz seine Netze auszuwerfen. 

https://www.mz-web.de/halle-saale/anschl...f-37037614

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Schließlich wird der Verteidiger von Stephan Balliet vorgestellt. Es ist der gleiche, der im erwähnten Spiegel-TV-Beitrag zu sehen ist. 

Prozess zum Anschlag in Halle: Dieser Mann verteidigt den Attentäter

Zitat: 
Die erste Begegnung Webers mit B. in Karlsruhe verlief nach Medienberichten zum Teil bizarr. B. habe ihn gefragt, ob er Jude sei, berichtete der Verteidiger hinterher. Als er dies verneint habe, habe der Mann aus Benndorf (Mansfeld-Südharz) geantwortet: „Selbst wenn Sie einer wären, würde ich sie jetzt nicht ablehnen.“
Weber, der den Attentäter als wortgewandt und intelligent beschrieb, wurde auch mit Details aus einer mehr als vierstündigen Vernehmung von B. vor dem Ermittlungsrichter am BGH zitiert. Das trug ihm Vorwürfe von Anwaltskollegen in einschlägigen Blogs ein, Interna öffentlich gemacht und damit den Interessen seines Mandanten wie auch des Berufsstandes geschadet zu haben.
 

Vollständig und ohne Kassenhäuschen hier:
https://www.mz-web.de/halle-saale/anschl...r-37037624

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Schließlich noch ein Nachtrag zu den Texten des Freitags:

Verhandlung zum Anschlag in Halle: Das Wichtigste zum Terrorprozess gegen Stephan B.

[Bild: b-landgericht-innen-magdeburg2627.jpg]


Unter den Stichworten der Prozess, die Tat, die Verteidigung, der Angeklagte, die Nebenkläger und Demonstrationen gibt es einige gut zusammengestellte Informationen:

Zitat: 
Der Angeklagte:  Stephan B., geboren im Januar 1992 in der Nähe der Lutherstadt Eisleben, gilt als sogenannter einsamer Wolf. Ein Chemie-Studium brach er ab. In einem elf Seiten langen „Manifest“, das er vor der Tat veröffentlichte, legt er seine Gedanken dar. In dem Dokument wimmelt es vor antisemitischen Begriffen. B. spricht etwa von einer „zionistisch besetzten Regierung“ - ein klassischer judenfeindlicher Begriff aus der rechtsextremen Szene.
Noch bevor die Wehrpflicht ausgesetzt wurde, hatte er eine Grundausbildung bei der Bundeswehr absolviert und wurde laut Verteidigungsministerium auch an der Waffe ausgebildet.
„In seinem Weltbild ist es halt so, dass er andere verantwortlich macht für seine eigene Misere, und das ist letztendlich der Auslöser für dieses Handeln“, erklärte sein Verteidiger kurz nach der Tat. Er sehe Kräfte am Werk, die im Verborgenen wirkten, aber sehr einflussreich seien und auf die Politik einwirken könnten, so Weber.
Bei den Sicherheitsbehörden war er zuvor nicht in Erscheinung getreten, wie der Verfassungsschutz mitteilte. Die von ihm veröffentlichten Schriften und das live übertragene Video belegten eine antisemitische und fremdenfeindliche Grundeinstellung. Diese stehe augenscheinlich im Zusammenhang mit einer frauenfeindlichen Haltung, die zur Radikalisierung des Angeklagten führte, die in „einschlägigen Internetforen“ stattgefunden habe. Für Kontakt zu Rechtsextremisten in der analogen Welt hat der Verfassungsschutz eigenen Angaben zufolge keine Belege gefunden.
 

https://www.mz-web.de/halle-saale/anschl...--37035954


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Zwei Tage vor Prozessbeginn hat die MZ nur einen Artikel bei dpa gefunden:

Nach Attentat von Halle: Synagogentür soll Ende Juli ausgetauscht werden

  • 19.07.20, 15:23 Uhr 

Halle (Saale) -
Die Synagogentür in Halle, die im vergangenen Herbst einem rechtsterroristischen Angriff standgehalten hat, soll am 28. Juli ausgetauscht werden. Das teilte der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Halle, Max Privorozki, der Deutschen Presse-Agentur mit.
Der Angreifer hatte mehrfach auf die Türe geschossen und versucht, sie gewaltsam zu öffnen. Er wollte am höchsten jüdischen Feiertag Jom Kippur ein Massaker unter den Gläubigen anrichten.

Bundespräsident Steinmeier hatte der Türe eine besondere Bedeutung beigemessen
Die neue Tür wird von dem Tischlermeister angefertigt, der bereits die standhafte alte Türe gebaut hatte. Nachdem die alte Holztür ausgebaut wird, soll sie von einer jungen Künstlerin aus Halle gemeinsam mit Gemeindemitgliedern gestaltet und später ausgestellt werden.
Auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hatte der Türe eine besondere Bedeutung beigemessen. [...]

https://www.mz-web.de/halle-saale/anschl...n-37042972
Antworten
(19.07.2020, 16:50)Boris B schrieb: Zwei Tage vor Prozessbeginn hat die MZ nur einen Artikel bei dpa gefunden:

Nach Attentat von Halle: Synagogentür soll Ende Juli ausgetauscht werden

  • 19.07.20, 15:23 Uhr 

Halle (Saale) -
Die Synagogentür in Halle, die im vergangenen Herbst einem rechtsterroristischen Angriff standgehalten hat, soll am 28. Juli ausgetauscht werden. Das teilte der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Halle, Max Privorozki, der Deutschen Presse-Agentur mit.
Der Angreifer hatte mehrfach auf die Türe geschossen und versucht, sie gewaltsam zu öffnen. Er wollte am höchsten jüdischen Feiertag Jom Kippur ein Massaker unter den Gläubigen anrichten.

Bundespräsident Steinmeier hatte der Türe eine besondere Bedeutung beigemessen
Die neue Tür wird von dem Tischlermeister angefertigt, der bereits die standhafte alte Türe gebaut hatte. Nachdem die alte Holztür ausgebaut wird, soll sie von einer jungen Künstlerin aus Halle gemeinsam mit Gemeindemitgliedern gestaltet und später ausgestellt werden.
Auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hatte der Türe eine besondere Bedeutung beigemessen. [...]

https://www.mz-web.de/halle-saale/anschl...n-37042972

Die Synagogentür in Halle, die im vergangenen Herbst einem rechtsterroristischen Angriff standgehalten hat, soll am 28. Juli ausgetauscht werden. 
...
Nachdem die alte Holztür ausgebaut wird, soll sie von einer jungen Künstlerin aus Halle gemeinsam mit Gemeindemitgliedern gestaltet und später ausgestellt werden.

Das stinkt nach Beweismittelvernichtung!
Triggerwarnung und Distanzeritis !!!
Ja und das was gestaltet wird / wurde  und später ausgetellt wird / wurde und nicht mehr zu kritisieren ist / war so etwas sollen ja schon mal welche moniert haben aber dafür dann im Gefängnis gelandet sein.
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Einen Tag vor dem Prozeß stimmt die gedruckte Ausgabe der Mitteldeutschen Zeitung (MZ) auf 5 Seiten auf den kommenden Prozeß ein. Auch Online ist das Thema gerade das Thema Nummer Eins.
(Was wollen die morgen oder Mittwoch machen? Eine Sonderausgabe?!)


[Bild: attachment.php?aid=2775]

Die Überschrift der Titelseite lautet »Kein politischer Prozeß«. Die Aussage bezieht sich auf ein Zitat der Justizministerin. 

Zitat:Sachsen-Anhalts Justizministerin Anne-Marie Keding (CDU) warnt nun vor überzogenen Erwartungen an den Prozess. „Dreh- und Angelpunkt ist die Straftat, nicht die politische Aufarbeitung“, sagte sie der MZ.
Die Ministerin verwies auf den Münchner Prozess gegen die Terrorgruppe Nationalsozialistischer Untergrund (NSU), das bislang aufwendigste Verfahren gegen eine rechtsextreme Gruppierung. „Beim NSU-Prozess gab es sehr große Erwartungen, dass auch gesellschaftliche Prozesse soziologisch analysiert werden“, sagte Keding. „Das ist aber nicht Aufgabe des Gerichts.“

Der Text von S1 ist online (kostenpflichtig): https://www.mz-web.de/halle-saale/anschl...--37037308

Fotos der Texte von Seite 2, 3, 6 & 9 habe ich ebenfalls hochgeladen.
Anbei die URL's insoweit ich sie online fand; mit einer Ausnahme, das Minutenprotokoll, möchte man Geld sehen...

S2 
Ebenfalls online (kostenpflichtig): https://www.mz-web.de/halle-saale/anschl...--37037312

S3
Ebenfalls online (kostenpflichtig): https://www.mz-web.de/halle-saale/anschl...g-37037430

Das »Minutenprotokoll« - gedruckt am Fuß von Seite 2 und 3 - findet sich (nicht kostenpflichtig): https://www.mz-web.de/halle-saale/anschl...e-37037422


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»Kein politischer Prozeß«

Ist klar, bei 40 Nebenklägern und wenn da pro Verhandlungstag ggf. 4 bis 5 abgearbeitet werden ist mehr als die Hälfte der 15 Verhandlungstage mit politischem Palavern verbraucht.
Und das Minuten-Protokoll da bräuchte es höhere Auflösung mindestens in Sekunden besser Zehntel Sekunden.
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Minuten-Protokoll da fehlt dann die zwischenzeitliche Abwesenheit im Laden und die Minute der Ohnmacht bis er tatsächlich nicht mehr zu sehen in der Lessingstrasse.

Wo war die Polizei?
Aber es sind wohl keine Alternativen Medien vor Ort in Magdeburg.

Ps: Das ist doch Realsatire wenn ein Täter das Opfer bittet Minuten  zu warten  bis der Täter und Mörder mit einer funktionierenden Waffel zurückkehren tut.
Wollen Herr Wiegand ein Tänzchen wohl wagen ... ?
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(20.07.2020, 19:58)Hallo schrieb: Minuten-Protokoll da fehlt dann die zwischenzeitliche Abwesenheit im Laden und die Minute der Ohnmacht bis er tatsächlich nicht mehr zu sehen in der Lessingstrasse.

Wo war die Polizei?
Aber es sind wohl keine Alternativen Medien vor Ort in Magdeburg.

Ps: Das ist doch Realsatire wenn ein Täter das Opfer bittet Minuten  zu warten  bis der Täter und Mörder mit einer funktionierenden Waffel zurückkehren tut.
Wollen Herr Wiegand ein Tänzchen wohl wagen ... ?

Welches alternative Medium hat die Kapazität, jemanden für einen Schauprozeß abzustellen, in dem alles scheinbar völlig klar ist? Dort brennt garantiert nichts an, das einzig "Spannende" wird das Strafmaß sein, und was den Sinn der ganzen Veranstaltung betrifft, ist die deutsche Sprache ja sehr präzise; es heißt nicht umsonst Staatsschutzsenat.
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Der Kleinste....untersetzte Statur......."Kartoffel"...... Wer ist der Mann in der Kampfmontur? 

https://www.bild.de/bild-plus/politik/in....bild.html

Halle-Attentäter wollte Scharfschütze werden
Am Dienstag beginnt der Prozess des Jahres. BILD kennt die wichtigsten Erkenntnisse der Ermittler

von: MAXIMILIAN KIEWEL UND HANS-WILHELM SAURE
veröffentlicht am 18.07.2020 - 22:07 Uhr

Er steht für das Böse, für kranken Rassenhass und mörderischen Rechts-Terrorismus: Stephan Balliet (28).
Der Neonazi wollte die Synagoge in Halle in Brand stecken, Juden und später Muslime in einer Dönerbude ermorden. Am Ende erschoss er Jana L. (†40) und Kevin S. (†20). Seine Taten übertrug er live im Internet. Ab Dienstag muss sich Balliet nun wegen zweifachen Mordes und 68-fachen Mordversuchs vor Gericht verantworten. In monatelanger Ermittlungsarbeit haben die Behörden sein Leben rekonstruiert.
BILD nennt neue, bisher unbekannte Details:

► Stephan Balliet war schon in der Schule ein Außenseiter. In der Vernehmung durch die Polizei sagt ein Bekannter, dass Balliet während des Studiums krank geworden sei, weil er Drogen nahm, die er selbst hergestellt hatte.

► 2010 leistete Balliet seinen Wehrdienst bei der Bundeswehr. Andere Soldaten beschreiben ihn als tollpatschig und unsportlich. Stubenkameraden gaben ihm den Spitznamen „Kartoffel“, dies habe seine Art und seine untersetzte Statur beschrieben. Bei einem fünf Kilometer langen Eingewöhnungsmarsch habe Balliet wegen seiner Unsportlichkeit schlappgemacht und musste die Hälfte der Strecke von seinen Kameraden getragen werden.
Trotzdem bewarb sich Balliet ein Jahr vor dem Anschlag noch einmal bei der Bundeswehr. Er wollte zur Fallschirmjägertruppe oder Scharfschütze werden. Doch zum Eignungstest erschien er nicht.

► Balliet zockte insgesamt 44 verschiedene Computerspiele. Bis zu 266 Stunden verbrachte er mit einzelnen Spielen wie „Rising Storm“, „War Thunder“ oder „Counter-Strike“.

► Balliet, der seine Waffen nach Plänen aus dem Internet selbst baute, hatte auch eine Beschreibung zur Herstellung des tödlichen Nervengases Sarin heruntergeladen.

► Balliet wollte nach der Bluttat im Harz untertauchen, hatte 550 Euro in bar, Kleidung, Hygieneartikel und Lebensmittel dabei. Doch dazu kam es nicht:
Der Neonazi wurde von der Polizei angeschossen und später festgenommen. Nun droht ihm eine lebenslange Haftstrafe.

Überlebende werden Täter ins Gesicht schauen


Roman Yossel Remis (32) ist der Vorbeter der jüdischen Gemeinde in Halle (Sachsen-Anhalt). Er führte durch den Gottesdienst, als Attentäter Stephan Balliet das Feuer eröffnete. Danach sagte Remis zu BamS: „Ich war mir sicher, das sind die letzten Sekunden in meinem Leben.“

Nun, neun Monate später, erzählt Remis, dass der Anschlag Spuren in der Gemeinde hinterlassen hat. Das Sicherheitskonzept wurde verschärft. Und trotzdem: „Wenn eine neue Person plötzlich in den Gottesdienst kommt, schauen alle genau hin, wer da kommt.“ Ob er vor hat, sich den Prozess und den Neonazi anzuschauen? Ja!

Rechtsanwalt Mark Lupschitz, der vor Gericht neun Betroffene des Anschlags vertritt, sagt zu BamS: „Für sie geht es darum herauszufinden, wie es zu dieser Tat kommen konnte. Es ist ihnen wichtig, dass eventuelle Mitwisser und Förderer des Anschlags aufgedeckt werden.“

Und weiter: „Die Überlebenden wollen dem Angeklagten in die Augen schauen, ihm Fragen stellen und dadurch zeigen, dass seine krude Gedankenwelt am Ende nicht gewonnen hat.“

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https://www.bild.de/bild-plus/regional/s....bild.html

Stahlhelm im Schrank, Kinderbettwäsche und nie eine Freundin

von: ANNETT CONRAD, UWE FREITAG, CHRISTIAN LEOPOLD, HANS-WILHELM SAURE, THILO SCHOLTYSECKveröffentlicht am19.07.2020 - 22:10 Uhr
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Benndorf (Sachsen-Anhalt) – Der Killer achtet auf Ordnung. Als Stephan Balliet (28) am Morgen des 9. Oktober 2019 sein Kinderzimmer in der Wohnung der Mutter verlässt, weiß er, dass er nie wieder hierher zurückkommen wird. Und doch macht er noch einmal sein Bett, legt die Bettwäsche mit den funkelnden Sternen auf blauem Nachthimmel und dem kleinen, winterlichen Dorf darauf akkurat zusammen.
Dann steigt er in den gemieteten Golf Sportsvan und fährt von seinem Heimatort Benndorf die knapp 50 Kilometer nach Halle. Balliet wird in den nächsten Stunden zwei Menschen erschießen und zumindest versuchen, in die Synagoge einzudringen und möglichst viele Juden zu töten.
Wer ist der Killer-Nazi aus dem Kinderzimmer?

Ein Einzelgänger mit IQ 140 (= hochintelligent) und einem kranken Weltbild. Er hasst Juden, zockt Ballerspiele im Netz, schaut sich Hinrichtungsvideos an. Ganze Tage und Wochen verbringt Balliet im Internet, traut aber keinem Smartphone. Erst als er sich entschließt, sein Verbrechen im Netz live zu streamen, schafft er sich ein Samsung S8 an.

Seine Waffen bastelt er sich selbst, versteckt sie im Bettkasten. „Mein Zimmer bleibt zu, das geht dich nichts an!“, sagt er der Mutter, von deren Geld er lebt. Später werden die Ermittler in diesem Zimmer Militärkleidung und im Schrank einen Stahlhelm finden, dazu China-Böller und das Buch „Handfeuerwaffen - ein historischer Überblick“.

Balliet, der Sohn der Lehrerin, ist in der Schule der Kleinste und wird gemobbt. Bei der Bundeswehr (Panzergrenadierbataillon) nennen sie ihn „Kartoffel“, weil er so tollpatschig ist. Frauen? Nur mit einer einzigen habe er mal die Nacht verbracht – allerdings „ohne den Beischlaf zu vollziehen“, erzählt er nach seiner Festnahme freimütig. Und auch an der Uni (Chemie in Magdeburg) schafft er keinen Abschluss: Nach Experimenten mit selbst gemixten Drogen (Speed) erleidet Balliet einen Magendurchbruch und gibt sein Studium auf.

„Einmal Loser, immer Loser“, wird er zwischen zwei Morden jammern, als seine selbst gebaute Waffe mal wieder klemmt.

Die Magen-OP, der zwischenzeitlich verlegte künstliche Darmausgang – „das hat ihn völlig verändert“, sagt sein Vater zu BILD. Offenbar der Punkt, ab dem sich Balliet radikalisierte und zum hasserfüllten Antisemiten und Rassisten wurde. Die Flüchtlingskrise sei für Balliet der Punkt gewesen, sich selbst zu bewaffnen. Waffen seien für ihn „das bedeutendste Zeichen der Freiheit und der Selbstverwirklichung“. Nachdem in Christchurch (Neuseeland) ein Neonazi 51 Muslime erschießt, nimmt Balliet in seinem Kinderzimmer ein Interview mit sich selbst auf: Fragen an den Massenmörder, der er bald werden will. Sein „Manifest“ für die Nachwelt ...

Der Killer-Nazi will alles unter Kontrolle haben, bis zum Schluss. Selbst im Polizeiverhör gibt er mit seinen Kenntnissen der Internet-Szene an, korrigiert penibel die Vernehmungsprotokolle, streicht oder ergänzt einige Wörter. Der Gerichtsgutachter kommt zu dem Ergebnis, dass bei Stephan Balliet eine narzistische Persönlichkeitsstörung vorliegt. Jedoch: Der Killer ist voll schuldfähig.

„Muss das sein, wenn ich hier langgehe? Mann, ey!“

Jana L. (40) ist genervt von dem Mann in Kampfmontur, der vor der Synagoge mit einer Waffe hantiert. Nur Sekunden später, um 12.04 Uhr, ist sie tot. Balliet schießt der alleinstehenden Hallenserin, die auf dem Heimweg war, mit seiner selbst gebauten Maschinenpistole mehrfach in den Rücken.
Als bekannt wird, wer das Opfer vor der Synagoge ist, trauern auch Deutschlands Schlager-Stars. Denn Jana L. war eine szenebekannte Autogramm-Jägerin.
......


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(20.07.2020, 19:58)Hallo schrieb: Minuten-Protokoll da fehlt dann die zwischenzeitliche Abwesenheit im Laden und die Minute der Ohnmacht bis er tatsächlich nicht mehr zu sehen in der Lessingstrasse.

Wo war die Polizei?
Aber es sind wohl keine Alternativen Medien vor Ort in Magdeburg.

Ps: Das ist doch Realsatire wenn ein Täter das Opfer bittet Minuten  zu warten  bis der Täter und Mörder mit einer funktionierenden Waffel zurückkehren tut.
Wollen Herr Wiegand ein Tänzchen wohl wagen ... ?

Nicht die Lessingstrasse sondern die schnurgerade Schillerstraße 

http://archive.vn/RnDW7

und wenn die Polizei ihn da nicht mehr gesehen haben will

[Bild: 05d7b64e89a82a25763e2c2b244b953cd23853da.png]

stellt sich die Frage wie langsam die Polizei gewesen sein will.

http://archive.vn/SU2LZ

[Bild: a8cfea2f645f9a82435337080ba8d8356da8c963.png]

da kann man durchgucken  fast bis zum Eingang von Bäckerei Kolb ... 

also knapp eine Minute und Andreas Splett Fernsehproduktionen hält seine Weißheit über die Flucht zurück
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