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Kinderhandel-Sumpf
#11
"Heilung durch Pädophilie" – Wie sich der Berliner Senat zum Komplizen von Kindesmissbrauch machte

18.06.2020 • 16:10 Uhr

Es sollte ein "Experiment" sein: Der Sexualwissenschaftler Helmut Kentler vermittelte ab den 1970ern bis in die 2000er Jahre Kinder, die als besonders "schwere Fälle" galten, bewusst an zum Teil vorbestrafte pädophile Pflegeväter. Mit Unterstützung des Berliner Senats.

Sandra Scheeres, Berliner Senatorin für Bildung, Jugend und Familie, und das Wissenschaftsteam der Universität Hildesheim präsentierten am Dienstag den Abschlussbericht der Universität zu den jahrzehntelangen Umtrieben des Psychologen und Sexualwissenschaftlers Helmut Kentler in der Berliner öffentlichen Kinder- und Jugendhilfe.

Kentler hatte in einem, wie er es nannte, "Experiment" von Ende der 1960er-bis zum Beginn der 2000er-Jahre eine Initiative zur Einrichtung von Pflegestellen bei pädophilen, auch wegen Sexualdelikten vorbestraften Männern vorangetrieben. Der Sexualwissenschaftler war überzeugt davon, dass er mit der Initiative den Kindern sogar Gutes tat. In einem Vorwort zu der Broschüre "Zeig mal!" schreibt Kentler zum Thema sexuelle Beziehungen zwischen Kindern und Erwachsenen:

"Werden solche Beziehungen von der Umwelt nicht diskriminiert, dann sind um so eher positive Folgen für die Persönlichkeitsentwicklung zu erwarten, je mehr sich der Ältere für den Jüngeren verantwortlich fühlt."

Kentler warnte Eltern sogar davor, selbst bei unfreiwilligen sexuellen Kontakten von Kindern mit Erwachsenen die Behörden einzuschalten. So schreibt er in dem Buch "Eltern lernen Sexualerziehung" aus dem Jahr 1975:

"Am verkehrtesten wäre es jetzt, wenn die Eltern die Nerven verlieren, in Panik geraten und gleich zur Polizei laufen würden."

Und weiter: Wenn der Erwachsene rücksichtsvoll und zärtlich gewesen sei, könne das Kind den Sexualkontakt mit ihm sogar genossen haben. In dem Buch "Sexualerziehung" schreibt Kentler auch:

"Frühe Koituserfahrungen" seien sinnvoll, denn koituserfahrene Jugendliche "fordern eine eigenständige Welt der Teenager und lehnen die Normen der Erwachsenen häufiger ab".

Dieser Mann also durfte Findelkinder und Straßenkinder aus Westberlin (sogenannte "Trebegänger") jahrzehntelang an "Pflegestellen" vergeben. Bei der am Dienstag präsentierten Studie handelt es sich nach dem Gutachten des Göttinger Instituts für Demokratieforschung von 2016 um das zweite Forschungsprojekt zum Fall Kentler, das von Scheeres initiiert und von der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie finanziell gefördert wurde.

Berliner Senat übernimmt Verantwortung für Leid

In der Hildesheimer Studie konnten erstmals auch Aussagen und Erfahrungen von insgesamt drei Betroffenen berücksichtigt werden, die als Kinder und Jugendliche Übergriffe und massive sexualisierte Gewalt durch Pflegeväter erleiden mussten. Scheeres erklärte dazu:

"Der Kentler-Skandal reicht lange in die Vergangenheit zurück und ist für die Betroffenen doch nie vorbei. Was Kindern und Jugendlichen damals angetan wurde, ist zutiefst erschütternd. Mein besonderer Dank gilt den Betroffenen, die sich an der Aufarbeitung beteiligt haben. Der neue Ergebnisbericht liefert ein klareres und umfassenderes Bild von den Vorgängen. Er fördert neue Erkenntnisse zu Kentlers Rolle, zu den Strukturen und Verfahren der damaligen Zeit und zu den Verantwortlichkeiten zutage. Er entlarvt Kentlers Rede von einem Experiment der Erziehungs- und Bildungsreform als beschönigende Darstellung des sexuellen Missbrauchs von Pflegekindern."

Die Senatorin betonte, dass das Land Berlin die Verantwortung für das Leid übernehme, das Schutzbefohlenen in öffentlicher Verantwortung angetan wurde. Mit dem neuen Wissen seien den Betroffenen Gespräche über eine finanzielle Anerkennung ihres Leids angeboten worden, auch wenn die Taten mittlerweile verjährt seien. Das Land Berlin werde sich für die weitere Aufarbeitung einsetzen, insbesondere mit Blick auf die deutlichen Hinweise auf bundesweite Zusammenhänge.
Darüber hinaus werde geprüft, welche Lehren für die heutige Pflegekinderhilfe in Berlin zu ziehen seien. Hierfür sei bereits eine Studie zur aktuellen bezirklichen und gesamtstädtischen Struktur der Pflegekinderhilfe in Auftrag gegeben worden.

Der Abschlussbericht der Universität Hildesheim belegt, dass Kentler auf verschiedenen Ebenen – auf der Ebene der Senatsverwaltung wie auf der Ebene der Bezirksämter – agierte, eingriff und steuerte. Der Sexualwissenschaftler war von 1966 bis 1974 Abteilungsleiter am Pädagogischen Zentrum Berlin, einer nachgeordneten Dienststelle der Senatsbildungsverwaltung, und später Professor für Sozialpädagogik an der Universität Hannover. Er trat ebenfalls als Gutachter in Missbrauchsprozessen auf. Über die von ihm bis dahin bearbeiteten 30 Fälle sagte er 1997:
"Ich bin sehr stolz darauf, dass bisher alle Fälle, in denen ich tätig geworden bin, mit Einstellungen der Verfahren oder sogar Freisprüchen beendet worden sind."

Das "Experiment" des Grauens

Das Wissenschaftsteam aus Hildesheim wertete auch die Akte einer Pflegestelle aus, in der zwei Betroffene von Ende der 1980er- bzw. Anfang der 1990er-Jahre bis Anfang 2000 untergebracht waren und die insgesamt 30 Jahre lang bestand. Aus ihr geht hervor, dass Kentler maßgeblichen Einfluss auf Entscheidungen des Jugendamts ausübte und dabei seine bis zu seinem Tod 2008 hohe Reputation nutzte.

Das von Kentler als angeblich reformorientiertes Experiment angepriesene Vorgehen war laut dem Bericht bewusst irreführend. Kentlers Initiative sei nicht als reformorientierter Ansatz der 1970er-Jahre für Straßenjugendliche zu sehen. Es handele sich stattdessen um Kindesmissbrauch und Kindeswohlgefährdung in der öffentlichen Verantwortung der Jugendwohlfahrt respektive der Kinder- und Jugendhilfe, so der Bericht.

Anders als heute seien zu Kentlers Zeiten Pflegestellen auch in direkter Zuständigkeit des Landesjugendamts und damit der Senatsverwaltung geführt worden, wie weiter in dem Bericht ausgeführt wird. Demnach seien ab den 1970er-Jahren durch das Landesjugendamt und die Bezirksjugendämter Pflegestellen in Westdeutschland bei alleinstehenden Männern eingerichtet worden, die pädophile Positionen akzeptiert, gestützt oder auch praktiziert haben. Im Zuge der Aufarbeitung habe sich ein weiterer Betroffener bei der Universität Hildesheim gemeldet, der als Jugendlicher in einer dieser Pflegestellen untergebracht war und von Grenzverletzungen und Übergriffen berichtete.

Aufgrund der Schilderungen dieses Betroffenen, von Zeitzeugengesprächen und der Akten geht das Wissenschaftsteam aus Hildesheim davon aus, dass es seit den späten 1960er-Jahren ein Netzwerk in den wissenschaftlichen pädagogischen Einrichtungen in der für Jugend zuständigen Senatsverwaltung und in einzelnen Berliner Bezirksjugendämtern gab, in dem pädophile Positionen akzeptiert und verteidigt wurden.

Besonders ins Auge sticht der Fall des "Pflegevaters" Fritz H., der mindestens zehn Kinder in seiner Obhut hatte – auch ein mehrfach schwerbehindertes Kind, das in seiner Obhut gestorben sein soll. Drei seiner Opfer hatten sich den Hildesheimer Forschern anvertraut. Die Hinweise auf Kindeswohlgefährdung durch die damaligen Pflegeeltern waren von den Jugendämtern jahrelang ignoriert worden. Die Mitarbeiter der Institutionen sollen den pädophilen Pflegevater sogar noch verteidigt haben. Auch die Bezirksämter antworteten nicht auf Briefe der Opfer, die von Übergriffen und kinderpornografischem Material berichteten.

Weiteren Aufklärungsbedarf gibt es auch bezüglich der direkten Verbindungen des Pädagogischen Zentrums zur Odenwaldschule, wo Gerold Becker, der frühere Leiter des Internats, seine Schüler systematisch missbrauchte und bis zur Aufdeckung ebenfalls hohes Ansehen genoss. Die Forscher forderten die Jugend- und Familienministerkonferenz auf, eine Aufarbeitung der Kindeswohlgefährdungen und der sexualisierten Gewalt im Pflegekinderwesen und bei der Heimerziehung zu beginnen.
Auch die Fachgesellschaften der Erziehungswissenschaft und Psychologie, wissenschaftliche Einrichtungen und deren Gutachten müssten sich fragen lassen, inwiefern sie etwa durch Gutachten dazu beitrugen, Kindeswohlgefährdungen zu verdecken.

Der größte Skandal dürfte jedoch sein, dass es bis 2016 dauerte, bis sich die Berliner Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie der Sache annahm.

https://deutsch.rt.com/inland/103631-hei...ch-machte/
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#12
Zitat:Grundsätzlich dürfte Strafverschärfung sicher eins der geeigneten Mittel sein, um den Sumpf auszutrocknen.

Das wird nicht reichen. Es braucht eine sichere Anlaufstelle für Opfer und vorallem Schutzmaßnahmen. Nur ein Bruchteil traut sich überhaupt auszusagen und Anzeige zu erstatten wenn Leute aus hohen Ämtern zu den Tätern gehören. Die Opfer fürchten zu Recht um ihr Leben. Wenn es da keine Programme gibt (die wiederum abgesichert sein müssen gegen U-Boote) wirds nicht funktionieren. Ebenso muss sichergestellt sein, dass diese Fälle unabhängigen Richtern zugeführt werden. Ist ja kein Einzelfall dass Richter erpresst werden oder gar Teil des Sumpfes sind.

Das alles umzusetzen ist natürlich in der Praxis nicht leicht, aber wenn es so weitergeht wie bisher, bleiben wohl viele Täter ungeschoren...
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#13
Update vom 16. Juni:

Der Kindesmissbrauchs-Fall aus Münster hat jetzt auch direkte Auswirkungen auf die Politik der Stadt. Wie die Bild berichtet hat Oberbürgermeister Markus Lewe (55, CDU) am Montag den Chef der Wirtschaftförderung der Stadt, Dr. Thomas Robbers, entlassen. Er soll wohl engen Kontakt zu dem Hauptverdächtigen Adrian V. (27) gehabt haben.

Missbrauchs-Fall in Münster: Wirtschaftsförderer hat Verdächtigem sein Haus geliehen
Laut Informationen der Bild soll Thomas Robbers dem Hauptbeschuldigten Adrian V. öfter sein Ferienhaus in Belgien zur Verfügung gestellt haben. Angeblich soll 27-Jährige dort auch wiederholt mit Missbrauchs-Opfern übernachtet haben. Robbers selbst kann man derzeit noch keine Straftaten vorwerfen.

https://www.merkur.de/welt/muenster-nrw-...pvJuqNm2eg
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#14
Zu den letzten beiden Beiträgen von ddnil: Interessanterweise gab es vor Jahren (5-10?) mal einen "Tatort", und zwar glaube ich, aus Münster, in dem ein Ring, der rituellen Kindesmißbrauch betreibt, durch Mitgliedschaft des Oberstaatsanwalts vor Verfolgung geschützt war.
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#15
Ich habe hier ein Problem'chen. Die liebe Frau im zweiten Video sagt sie wäre 30 Jahre in der Sekte gewesen. Ich frage mich: Von was lebte sie? Hatte sie keine Arbeit? Da sie nicht behauptet sie wäre 30 Jahren in einem Keller gefangen, gehe ich davon aus, dass sie mit der Aussenwelt in Kontakt war. Davon aber berichtet sie mit keinem Wort. Wie denn? War sie 24 Stunden am Tag an Rituellen beteiligt? Etwas stimmt nicht aus meiner Sichtweise.
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#16
Apropo Film...  hier noch zwei interessante Filme: "Operation Zucker" und "Jagdgesellschaft"



Kinderprostitution - die Realität ist schlimmer als jeder Film (Quelle: Stern, 21. Januar 2016)

Der Film "Jagdgesellschaft" verstörte am Mittwochabend viele Zuschauer. Zu brutal scheint die Geschichte über Menschenhandel und Kinderprostitution. Doch die Realität sei noch viel schlimmer, sagt Ina Jung, die Autorin des Films.

In unserem Film ist nichts unrealistisch. Wir mussten eher aufpassen, dass es überhaupt fiktive Szenen gibt. Es ist eine Mischung aus all unseren Geschichten und Recherchen der letzten Jahre ", sagt Ina Jung, Autorin beim Bayerischen Rundfunk.

"Genau so ist es. Nur noch schlimmer"
Sie hat zusammen mit Friedrich Ani das Drehbuch zu dem Fernsehfilm geschrieben. Ina Jung recherchiert seit Jahren zu den Themen Misshandlung und sexueller Missbrauch. "Die 'Jagdgesellschaft', wie wir sie in unserem Film nennen, gibt es wirklich. Genauso wie es die Kinder gibt, die in Kofferräume gesperrt werden. Das wurde uns auch noch einmal von mehreren Polizeibeamten bestätigt", so die Autorin im Gespräch mit dem stern. So schockierend der Film für viele Zuschauer war: Die Realität ist laut Ina Jung noch viel schlimmer. Die Situationen im Film seien "im Schongang beschrieben".
 
Von Pädophilen aus der "besseren Gesellschaft"
[url=https://www.stern.de/kultur/tv/sandra-maischberger-tv-kritik--von-paedophilen-aus-der--besseren-gesellschaft--6658908.html][/url]
"Die Kinder werden manipuliert, wahrhaft programmiert. Der Missbrauch ist für sie normal, sie können gar nicht mehr wahrnehmen, was sie da tun. Jegliche Fluchtgedanken werden ihnen ausgetrieben, indem man ihnen sagt, dass sie ja eh selbst schuld wären." Sie müssten oft zusehen, wie andere Mädchen und Jungen gequält oder sogar ermordet werden. So lernen sie, dass auch die anderen leiden müssen, wenn sie einen Fehler machen. "Die Täter jagen die Kinder durch Wälder, auch das ist im Film keine fiktionale Szene", sagt Jung.

"Die Kinder werden Opfer ritueller Gewalt und das hat nichts mit Pädophilie oder Satanismus zu tun. Sie sind Opfer von Menschen, die Macht ausüben wollen, die zynisch sind, andere klein halten wollen und die sich durch das Zerstören dieser Kinderseelen besser fühlen. Solche Taten werden von Männern begangen, die hochrangige Positionen in unserer Gesellschaft besetzen und die sich mit dem Geschehenen gegenseitig manipulieren und erpressen."

Zum Teil verkaufen die Familien die Kinder an ihre zukünftigen Peiniger, sagt Jung. Oder sie werden explizit für den Menschenhandel gezeugt. "Sie werden zu einer Ware, nur geboren für den Missbrauch. Und das ist keine Geschichte, die man nur in Tschechien oder in Rumänien findet, sondern das gibt es überall. Auch wenn man sich das nicht vorstellen mag."

Wem glauben Sie eher - dem Justizbeamten oder der Prostituierten?

Konkrete Zahlen, wie viele Kinder in Deutschland zur Prostitution gezwungen werden, kann Jung nicht nennen. Laut Kriminalstatistik wird in Deutschland alle 37 Minuten ein Kind missbraucht. 2014 sind pro Woche zwei Kinder Opfer eines Tötungsdeliktes geworden. Es sind Zahlen und Statistiken, die unbegreiflich sind. Und die Ina Jung für Unsinn hält. "Es sind natürlich viel, viel mehr", sagt sie. Eine Einschätzung, die Polizisten und Experten teilen. Gerade bei Missbrauchsfällen ist die Dunkelziffer riesig. Und selbst wenn es die Gepeinigten schaffen, sich zu öffnen, haben sie oft mit Widerstand zu kämpfen. "Im Schnitt müssen die Kinder mit sechs bis acht Personen sprechen, bis sie auf jemanden stoßen, der ihnen glaubt. Dafür haben sie meist gar nicht die Kraft", erläutert Jung. Sie hat in den letzten Jahren selbst immer wieder ehemalige Opfer getroffen.  Viele haben eine dissoziative Persönlichkeit entwickelt, um so den Missbrauch ertragen zu können. Sie haben sich von der Persönlichkeit, der all diese furchtbaren Dinge geschehen sind, abgespalten. Gerade das mache es für Therapeuten und Betreuer aber so schwierig, ihnen zu helfen. "Ich habe ein Kind kennengelernt, dem musste man nur das Bild eines Mannes zeigen, da hat es überreagiert. Wenn sie ihm das Bild eines noblen Hauses gezeigt haben - denn es sind ja immer die großen, noblen Häuser - dann hat das Kind sich unter dem Tisch versteckt. "

Jungs Anschuldigungen unterstützt auch Julia von Weiler, Psychologin und Vorstand der Kinderschutzorganisation "Innocence in danger". Der Film sei sehr nah an der Realität, nur dass es eigentlich noch viel schlimmer sei, sagte sie am Mittwochabend in der Talkshow "Maischberger". Auch bestätigte sie, genauso wie der Ex-Kriminalhauptkommissar Manfred Paulus, dass sexualisierte Gewalt kein Unterschichten-Problem und in der "vermeintlich besseren Gesellschaft" weit verbreitet sei.

Jung bezeichnet das Netzwerk, das hinter dieser Pädophilen-Gewalt steht, als Imperium. Es sei viel größer und einflussreicher, als man denke. Sie habe in den letzten Jahren häufig Menschen getroffen, die dieses Netzwerk bekämpfen wollten, doch denen sei immer etwas Unerwartetes passiert. Sie verloren ihren, wurden versetzt oder krank. Wenn sie den Geschichten zu nahe kamen, wurden sie zerstört, physisch und psychisch, sagt Jung.









Zum Film "Jagdgesellschaft" habe ich gerade keinen Link zur Hand. Findet sich sicher im Archiv von ARD
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#17
(20.06.2020, 00:13)BSB schrieb: Zu den letzten beiden Beiträgen von ddnil: Interessanterweise gab es vor Jahren (5-10?) mal einen "Tatort", und zwar glaube ich, aus Münster, in dem ein Ring, der rituellen Kindesmißbrauch betreibt, durch Mitgliedschaft des Oberstaatsanwalts vor Verfolgung geschützt war.

Ich denke das war der Tatort "Abschaum"
Zitat:Der Film bezieht sich auf die Dokumentationen Höllenleben – Eine multiple Persönlichkeit auf Spurensuche (2001)[1] und Höllenleben – Der Kampf der Opfer. Ritueller Missbrauch in Deutschland (2003), beide von Liz Wieskerstrauch.[2]

Die Church of Satan (CoS) existiert tatsächlich, sie wurde am 30. April 1966 von Anton Szandor LaVey in San Francisco gegründet, ihr Hauptsitz befindet sich mittlerweile in New York City. Sie vertritt einen atheistischen Standpunkt, wonach es keinen allmächtigen, gütigen Schöpfer-Gott gibt. Die Figur Satans wird als Archetyp gedeutet.

Im Film rezitiert Monica Bleibtreu aus Paul Celans Gedicht Nachtstrahl: „Ein schöner Kahn ist der Sarg, geschnitzt im Gehölz der Gefühle. Auch ich fuhr blutabwärts mit ihm, als ich jünger war als dein Aug. Nun bist du jung wie ein toter Vogel im Märzschnee, nun kommt er zu dir und singt sein französisches Lied. Ihr seid leicht, ihr schlaft meinen Frühling zu Ende. Ich bin leichter, ich singe vor Fremden.“ Das Gedicht ist enthalten in Paul Celan Werke Mohn und Gedächtnis.[3]

In Abschaum gibt es 14 und damit die zweitmeisten Todesopfer in einem Tatort überhaupt. Die Gewaltdarstellung wie auch die hohe Zahl der Todesopfer sorgte für zahlreiche Diskussionen in Medien und Politik.[4][5]


Gute Zusammenstellung von Swiss Policy Research zum Thema Geopolitik und Pädokriminalität

(Es sei gewarnt !)
Zitat:Hinweis: Keine aktive Leseempfehlung; nur gedacht für Personen, die sich ohnehin mit dieser Themati­k befassen (möchten). Nicht geeignet für minderjährige oder sensible Personen.
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#18
Apropos Münster:

Missbrauchsfall Münster: Tatort wird Obstwiese

Münster (dpa/lnw) - Der Tatort im Missbrauchskomplex Münster, eine inzwischen abgerissene Laube im Kleingartenverein «Bergbusch», soll nicht mehr neu an Mieter vergeben werden. Der Ort solle zu einer Streuobstwiese werden, wie der Vorsitzende Thomas Lampe am Freitag der Deutschen Presse-Agentur sagte.

(...)

https://www.wn.de/NRW/4219932-Kriminalit...-Obstwiese


[Bild: lhz495q2.jpg]

Sinnbild, wie mit diesem Fall verfahren werden wird. Gehen Sie weiter, hier gibt es nicht (mehr) zu sehen.

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#19
(20.06.2020, 00:44)Elias Davidsson schrieb: Ich habe hier ein Problem'chen. Die liebe Frau im zweiten Video sagt sie wäre 30 Jahre in der Sekte gewesen.  Ich frage mich: Von was lebte sie? Hatte sie keine Arbeit?  Da sie nicht behauptet sie wäre 30 Jahren in einem Keller gefangen, gehe ich davon aus, dass sie mit der Aussenwelt in Kontakt war.  Davon aber berichtet sie mit keinem Wort. Wie denn? War sie 24 Stunden am Tag an Rituellen beteiligt?  Etwas stimmt nicht aus meiner Sichtweise.
Lieber Herr Davidsson,
zunächst einmal stimme ich Ihnen zu, prinzipiell kritisch gegenüber den Opfern bei einem Schauspiel "XY_Täter,Opfer,Zeugen" zu sein. Auch die Besetzung der Rolle "Opfer" ist eine schauspielerische Leistung - in einem Schauspiel wie "Breitscheidplatz" und kann mit realen, fiktionalen oder gemischten Elementen besetzt sein.
Ich gehe aber davon aus, dass das Bistum Münster schon seine Pappenheimer kennt, bevor so ein Film produziert wird.
Konkret: ich habe nur äußerst selten  gehört, dass Opfer isoliert in Bunkern gehalten werden - es gibt die Fälle, aufsehenerregend, aber selten. Weit normaler, zu 99%, sehe ich die Sektenangehörigen als Täter/Opfer  in normalen Berufen. Egal ob es Scientology ist, ob Zeugen Jehovas oder sonstige bis hin zu den Satanisten. Da gibt es deshalb auch keine Finanzierungsprobleme. Mehr noch: deshalb ist die neue Rekrutierung auch leichter, die Deckung (wenn es sich um Polizisten, Jugendbehörden usw. handelt), die Vernetzung.
Ob Mafia, ob Satanisten-Gruppe, ob Terror-Schauspieler, ob Erpresser, ob religiöse Fangemeinde: das kann alles ineinandergehen, so wie die Rollen Täter, Opfer, Ermittler. Verwirrend und eine Lebensaufgabe, das anzugehen.
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#20
(20.06.2020, 06:05)Steuerzahler schrieb:
(20.06.2020, 00:13)BSB schrieb: Zu den letzten beiden Beiträgen von ddnil: Interessanterweise gab es vor Jahren (5-10?) mal einen "Tatort", und zwar glaube ich, aus Münster, in dem ein Ring, der rituellen Kindesmißbrauch betreibt, durch Mitgliedschaft des Oberstaatsanwalts vor Verfolgung geschützt war.

Ich denke das war der Tatort "Abschaum"
Zitat:Der Film bezieht sich auf die Dokumentationen Höllenleben – Eine multiple Persönlichkeit auf Spurensuche (2001)[1] und Höllenleben – Der Kampf der Opfer. Ritueller Missbrauch in Deutschland (2003), beide von Liz Wieskerstrauch.[2]

Die Church of Satan (CoS) existiert tatsächlich, sie wurde am 30. April 1966 von Anton Szandor LaVey in San Francisco gegründet, ihr Hauptsitz befindet sich mittlerweile in New York City. Sie vertritt einen atheistischen Standpunkt, wonach es keinen allmächtigen, gütigen Schöpfer-Gott gibt. Die Figur Satans wird als Archetyp gedeutet.

Im Film rezitiert Monica Bleibtreu aus Paul Celans Gedicht Nachtstrahl: „Ein schöner Kahn ist der Sarg, geschnitzt im Gehölz der Gefühle. Auch ich fuhr blutabwärts mit ihm, als ich jünger war als dein Aug. Nun bist du jung wie ein toter Vogel im Märzschnee, nun kommt er zu dir und singt sein französisches Lied. Ihr seid leicht, ihr schlaft meinen Frühling zu Ende. Ich bin leichter, ich singe vor Fremden.“ Das Gedicht ist enthalten in Paul Celan Werke Mohn und Gedächtnis.[3]

In Abschaum gibt es 14 und damit die zweitmeisten Todesopfer in einem Tatort überhaupt. Die Gewaltdarstellung wie auch die hohe Zahl der Todesopfer sorgte für zahlreiche Diskussionen in Medien und Politik.[4][5]


Gute Zusammenstellung von Swiss Policy Research zum Thema Geopolitik und Pädokriminalität

(Es sei gewarnt !)
Zitat:Hinweis: Keine aktive Leseempfehlung; nur gedacht für Personen, die sich ohnehin mit dieser Themati­k befassen (möchten). Nicht geeignet für minderjährige oder sensible Personen.

Ja, der war's. Also Bremen. Die Geschichte hätte auch nicht zu den Clowns aus Münster gepaßt.
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