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Medien und Blogs zum Thema
(28.01.2020, 07:41)Boris B schrieb: Terroranschlag in Halle - Keine Daten fürs Bundeskriminalamt

Womöglich hätten Spuren zu dem Tatverdächtigen führen können und zu jenen Unbekannten, mit denen er im Netz mutmaßlich verkehrte. Doch als das Bundeskriminalamt (BKA) eine E-Mail an Jānis Pētersons schickte, waren diese Spuren längst gelöscht. Das sagt Pētersons, der Betreiber des Imageboards Meguca. Auf seiner Website war der rechtsextremistische Terroranschlag von Halle angekündigt worden, Minuten vor der Tat am 9. Oktober 2019.
IP-Adressen, die unter Umständen zu den wahren Identitäten der namenlosen Forennutzer:innen geführt hätten, seien bei Meguca normalerweise für sieben Tage gespeichert worden. Im Fall des Beitrags, den der Attentäter Minuten vor der Tat mutmaßlich selbst verfasst hatte, sei dies jedoch nicht geschehen. Ein Moderator habe ihn schon eher entfernt und mit ihm das gesamte Unterforum, wie Pētersons angibt. Mindestens zwei Tage nach dem Anschlag hätte das BKA demnach noch eine Chance gehabt, etwa IP-Adressen von Nutzer:innen zu sichern.
Die Ermittler:innen hätten „professionell und verständnisvoll“ zur Kenntnis genommen, dass er ihnen nichts zur Verfügung stellen konnte, teilt Pētersons netzpolitik.org mit. Inzwischen hat der Betreiber Meguca komplett vom Netz genommen. Eine Folge des Attentats.

...


https://netzpolitik.org/2020/keine-daten...iminalamt/

Wem also nützt das Hyperventilieren dahingehend, dass Hate Speech sofort gelöscht werden muss.

Besonders solch Sachen die Site Intelligence Group, Rita Katz als Erste und Einzige im Netz finden konnte?



Zitat:Das PDF-Dokument hat Rita Katz, Leiterin der auf die Beobachtung von Extremisten spezialisierten Site Intelligence Group, entdeckt, wie sie auf Twitter veröffentlichte.
https://www.rtl.de/cms/anschlag-in-halle...18080.html


Zitat:Nach den Angriffen in Halle/Saale ist nach Angaben einer Expertin ein Dokument im Internet aufgetaucht, bei dem es sich um eine Erklärung des Angreifers zu handeln scheine. Das schrieb die Leiterin der auf die Beobachtung von Extremisten spezialisierten Site Intelligence Group, Rita Katz, auf Twitter. Das PDF-Dokument zeige Bilder von Waffen und enthalte einen Verweis auf das Live-Video, das von der Tat verbreitet worden sein soll. In dem Text werde das Ziel genannt, «so viele Anti-Weiße zu töten wie möglich, vorzugsweise Juden».
https://www.zeit.de/news/2019-10/09/expe...ufgetaucht
https://twitter.com/Rita_Katz/status/118...6077303808
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Prozess im Sicherheitstrakt: Attentäter von Halle soll in Magdeburg vor Gericht 

(Fettungen von mir - Boris B)

Jan Schumann 28.01.20 06:00 

Magdeburg -
Ein Gerichtssaal ist bereits reserviert: Dem Attentäter von Halle, der im Oktober ein Blutbad in einer Synagoge anrichten wollte und zwei Menschen tötete, wird der Prozess voraussichtlich am Landgericht Magdeburg gemacht. Justiz und Polizei bereiten sich aktuell auf den größten Prozess der Landesgeschichte vor. Und auf einen der kompliziertesten.


Vorsorglich wurde der größte Saal reserviert, den Sachsen-Anhalts Gerichte für dieses Verfahren hergeben. Am Landgericht Magdeburg, auf mehr als 300 Quadratmetern.

Prozess gegen Attentäter von Halle: Zeitdruck bei Ermittlern
Zwar ermittelt der Generalbundesanwalt in Karlsruhe aktuell noch gegen den 27-jährigen Stephan B. aus Benndorf (Mansfeld-Südharz), er sitzt in Untersuchungshaft im halleschen Gefängnis Roter Ochse. Doch in absehbarer Zeit wird mit einer Anklage gegen den Rechtsextremisten gerechnet. „Der Gerichtssaal in Magdeburg ist von April bis Juni reserviert“, sagt Henning Haberland, Sprecher des Oberlandesgerichts in Naumburg. „Es gibt grundsätzlich das Bestreben, solche Verfahren nach sechs Monaten zu beginnen.“ Andernfalls muss geprüft werden, ob die Untersuchungshaft gegen den Verdächtigen weiter zulässig ist.
Die Staatsanwaltschaft wirft B. zweifachen Mord und versuchten Mord in neun Fällen vor. Ausgerüstet mit teils selbstmontierten Schusswaffen und Sprengsätzen hatte er versucht, am jüdischen Feiertag Jom Kippur in die hallesche Synagoge einzudringen und dort ein Blutbad anzurichten. Als er an der gesicherten Synagogentür scheiterte, erschoss er zwei Menschen in Halles Innenstadt und verletzte auf der Flucht weitere Personen. Den Anschlagsversuch und den Amoklauf übertrug er live ins Internet. Im Tatvideo und gegenüber dem Ermittlungsrichter räumte B. seinen Hass auf Juden und rechtsextreme Motive offen ein. Weltweit hatte die antisemitische Tat Trauer und Bestürzung ausgelöst.

Weil die Tat in Halle ausdrücklich durch Judenhass motiviert war, wird der Prozess weltweit sehr genau verfolgt werden - darauf richtet sich Sachsen-Anhalts Justiz ein. Dass die Erwartungen an das Verfahren hoch sind, nicht allein in der jüdischen Gemeinschaft, wissen die Juristen. Der Prozess gilt deshalb als noch sensibler als die zwei Verfahren um den Feuertod des Asylbewerbers Oury Jalloh, der 2005 unter ungeklärten Umständen in einer Dessauer Polizeizelle verbrannt war.

Auch aus diesem Grund besprechen die Behörden bereits Sicherheitsfragen rund um den Attentatsprozess: Weil der Täter sich im Internet an ein großes Publikum richtete - vor allem mit dem Tatvideo, in dem er live antisemitische Hassbotschaften verbreitete -, müssen die Behörden auch beim Prozess damit rechnen, dass Rechtsextremisten im Publikum erscheinen. Aktuell laufen deshalb Analysen und Absprachen mit dem Bundeskriminalamt. Sind für Prozesstage gesonderte Polizeikräfte nötig? Und muss das Gebäude gesichert werden?
In einem Bekennerschreiben, das der MZ vorliegt, hatte B. in englischer Sprache seine antisemitischen Verschwörungstheorien dargelegt: Er hätte auch eine Moschee oder ein Antifa-Zentrum angreifen wollen. Doch allein ein Mord an Juden helfe, eine angebliche jüdische Weltverschwörung zu bekämpfen. „Wenn jeder weiße Mann nur einen tötet, gewinnen wir“, heißt es in dem Hass-Pamphlet.

Viele Nebenkläger: Verfahren wegen zwei Morden und neun Mordversuchen
Auch juristisch gilt das Verfahren als durchaus komplex. Zwar ist bekannt, dass die Bundesanwaltschaft dem 27-jährigen Attentäter zwei Morde und neun Mordversuche vorwirft - offen ist aber, wie sie das versuchte Eindringen in das jüdische Gotteshaus wertet. Rund 50 betende Gläubige hatten sich in der Synagoge befunden, als B. seinen Attentatsversuch unternahm.
Zudem wird mit einer großen Zahl von Nebenklägern gerechnet, dafür kommen Vertreter der jüdischen Gemeinschaft in Frage. Es ist einer der Gründe, aus dem das Oberlandesgericht den großen Prozesssaal in Magdeburg reserviert hat. Als Richterin steht indes eine Frau fest, die lange am Landgericht Halle Urteile sprach: Ursula Mertens, heute zuständig für die Staatsschutzkammer des Oberlandesgerichts.
Offene Fragen gibt es weiter zum Agieren der Polizei während des Attentats. Im Landtag soll ein Untersuchungsausschuss unter anderem klären, ob es im Vorfeld falsche Sicherheitsanalysen gab. Die Synagoge war nicht durch die Polizei geschützt. (mz)

https://www.mz-web.de/halle-saale/anschl...t-33811372
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Nach Attentaten in Halle: So läuft das Kunstprojekt Synagogentür an

(mit 3 Fotos im Text der MZ; URL unten)

    Marek Majewsky
    06.02.20, 07:00 Uhr



Halle (Saale) -

Einschusslöcher umrahmt von zersplittertem Holz: Die Spuren der Gewalt sind immer noch zu sehen. Wohl kaum eine Tür in Deutschland hat in den vergangenen Monaten so viel Aufmerksamkeit erregt wie die Synagogentür von Halle. Sie hatte am 9. Oktober den schwer bewaffneten Rechtsterroristen Stephan B. daran gehindert, in das Gotteshaus einzudringen und ein Blutbad unter den gut 50 Menschen anzurichten, die dort den jüdischen Feiertag Jom Kippur begingen. Vom „Wunder von Halle“ war danach die Rede. Als „heilig“ wurde die Tür bezeichnet.

Wenige Zentimeter neben der Tür steht Lidia Edel, knallgelbe Jacke, ein fröhlicher Farbtupfer an diesem grauen Wintertag. „Manchmal kommen Leute vorbei und kratzen Holzsplitter aus der Tür“, sagt die 18-Jährige. „Sie meinen, das bringt Glück und Sicherheit.“

Weggeschmissen wird sie nicht: Sie soll künstlerisch gestaltet und ausgestellt werden. Die Projektleitung liegt bei der jungen Frau aus Halle, die als Künstlerin schon länger für die Gemeinde aktiv ist. „Das wird ein Zusammenspiel von allen Menschen, die mitwirken, und soll die Gemeinschaft stärken“, sagt Edel. Auch die Kinder der Gemeinde sollen einbezogen werden.

Die ersten Entwürfe des Kunstwerks hat sie schon, in stundenlanger Arbeit ausgefeilt. „Kunst kann man nicht sofort kreieren. Das ist ein Prozess“, sagt Edel. Standort, Material, Ausarbeitung, all das muss noch entwickelt werden. Doch die Bedeutung steht schon fest: „Leben und Sicherheit“, erklärt die 18-Jährige.
„Zum Jahrestag wollen wir das Kunstwerk enthüllen“

Auch wenn in ihrem Kopf bereits ein Bild entstanden ist, wie die Tür am Ende aussehen wird, verraten will sie es noch nicht. „Zum Jahrestag wollen wir das Kunstwerk enthüllen“, sagt Edel, die nach ihrem Abitur gerne Kunst studieren will.

Der Kunsthistoriker Olaf Peters von der Universität Halle sieht Anknüpfungspunkte zu den Stolpersteinen, mit denen in Deutschland und zahlreichen weiteren Ländern Europas an die Opfer der Nazis erinnert wird. Die Motivation, auf zurückliegende Verbrechen aufmerksam zu machen, sich mitunter einer bestimmten Metaphorik zu bedienen, könnte die Projekte verbinden, sagt er. „Die Stolpersteine sind für mich das gelungene Beispiel einer Kunstaktion, die Denkanstöße liefern soll und dabei Orte markiert, an denen historische Ereignisse stattgefunden haben.“
Ähnlichkeiten mit Projekten von Künstlern wie etwa Joseph Beuys, Jochen Gerz oder Mischa Kuball

Zum anderen erkennt er Ähnlichkeiten mit Projekten von Künstlern wie etwa Joseph Beuys, Jochen Gerz oder Mischa Kuball, die sich seit den 60er und 70er Jahren kritisch mit dem Nationalsozialismus auseinandergesetzt haben. „Diese Projekte können auch als Versuch einer Traumabewältigung und Auseinandersetzung mit der eigenen Identität gesehen werden, die die Verbrechen des eigenen Volkes, der eigenen Gesellschaft bewusst halten und zu integrieren versuchten.“

Beispiele für die künstlerische Verarbeitung von schrecklichen Ereignissen gebe es viele, sagt Peters. Künstler wie Francisco Goya, Pablo Picasso oder Otto Dix hätten diesbezüglich weltbedeutende Werke geschaffen. „Natürlich muss man in diesem Fall zwischen einem Projekt wie der Synagogentür als unmittelbarer Reaktion und den mitunter hoch komplexen Werken bildender Künstler unterscheiden.“

Szenenwechsel: Die Werkstatt von Lidia Edel befindet sich im Keller der Jüdischen Gemeinde, knapp zwei Kilometer von der Synagoge entfernt. Acrylfarben stehen in großen Flaschen auf einer Pressspanplatte, Pinsel liegen bereit. Gerade arbeitet sie an einem Wandbild der Bahá“í-Gärten in der israelischen Hafenstadt Haifa.

Edel gibt Kindern Kunstunterricht und hat viele Bilder an die Wände der Gemeinde gemalt. Und auch wenn die Einzelheiten des Kunstwerks Synagogentür noch geheim ist, eines steht schon fest: „Ich kann schon mal verraten, dass es sehr viel mit Holz zu tun haben wird“, sagt Edel. Der Grund: „Die Menschen altern mit den Bäumen. Sie symbolisieren immerwährendes Leben, Wachstum und Beständigkeit.“ (dpa)

https://www.mz-web.de/halle-saale/nach-a...n-36177462
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Anschlag in Halle: Video wirft Fragen zur Polizei auf

7. Februar 2020, 18:00 Uhr

Anschlag auf Synagoge:Video wirft Fragen zum Polizei-Einsatz in Halle auf
Ruhig ist es in der Humboldtstraße in der Innenstadt von Halle, ruhig, bevor der Terror beginnt. Es ist der 9. Oktober 2019, Jom Kippur, der höchste jüdische Feiertag, eine Überwachungskamera filmt die Szenerie vor der Synagoge. Sie ist oben links neben der Eingangstür montiert, zur Kontrolle der Besucher. Aber ihr Objektiv erfasst auch den Gehweg und Teile der Straße.
Auf den Aufnahmen sieht man, wie um 12.01 Uhr ein dunkelgrauer Golf vor der Synagoge hält. Ein Mann in Kampfmontur steigt aus, er trägt einen Helm, Stiefel, eine Militärweste, er versucht, in das Gebäude einzudringen. Er tritt gegen die schwere Tür, zündet Sprengsätze und feuert mit einer selbstgebauten Schrotflinte. Die Tür hält. Eine Passantin allerdings, die zufällig vorbeikommt, schießt der Attentäter um 12.03 Uhr nieder, sie fällt vornüber und bleibt reglos liegen. Sie ist das erste Opfer von Halle.
So viel war schon bekannt über das, was in Deutschland und weit darüber hinaus Entsetzen ausgelöst hat an diesem Tag. Der Täter hat auch selbst ein Video davon mit einer Helmkamera gedreht und es im Netz verbreitet. Nur sehr knapp sind 75 Jahre nach dem Holocaust Juden in Deutschland einem Massaker entgangen, das dem von Christchurch hätte ähneln können. Weit und breit war kein Wachposten der Polizei, der dies hätte verhindern können.

Der Briefträger auf der anderen Straßenseite verteilt ungerührt weiter seine Post
Kaum bekannt ist aber, wie es weiterging vor der Synagoge. Das Video der Überwachungskamera, das von Ermittlern des Bundeskriminalamtes gesichert wurde und das Süddeutsche Zeitung, NDR und WDR jetzt auswerten konnten, zeigt die Tat erstmals nicht nur aus einem anderen Blickwinkel. Es zeigt auch, was danach geschah - nachdem der Täter bis 12.07 Uhr vor dem jüdischen Gotteshaus gewütet hat und dann in seinem Wagen davongefahren ist. Und es zeigt, was nicht geschah.
Bemerkenswert ist vor allem, wie ruhig, ja beinahe teilnahmslos viele Menschen an diesem Mittwochmittag auf das Geschehen reagierten; mitten in einer deutschen Großstadt liegt eine Person niedergeschossen auf dem Asphalt, aber Passanten gehen weiter. Und auch zur Reaktion der Polizei auf den Terroralarm an der Synagoge wirft dieses Video neue Fragen auf.
Nachdem der Täter davongerast ist, bleibt sein erstes Opfer, Jana L., allein zurück, um sie herum ist Blut. Auf der anderen Straßenseite verteilt ein Briefträger ungerührt weiter seine Post. Niemand scheint sich für die Frau zu interessieren, bis ein Mann mit Kapuzenpullover, die Haare zu einem Pferdeschwanz gebunden, anhält und zu ihr hingeht. Er kniet nieder, berührt sie. Mehrere andere Personen stehen herum. Dann geht er wieder auf Abstand. Es wird telefoniert. Erste Hilfe leistet niemand. Andere gehen vorbei.

Auch die Polizei leistet zunächst keine Erste Hilfe
Als die Polizei um 12.11 Uhr eintrifft, ist es zunächst nur ein einzelner Streifenwagen. Dieser Anblick wird auch ins Innere der Synagoge übertragen, wo gerade Panik herrscht und die Menschen das Geschehen auf einem kleinen Bildschirm verfolgen können: Aus dem Blickwinkel der Kamera sieht man lediglich eine Beamtin, die aus dem Fahrzeug steigt. Ruhig. Laut dem Innenministerium Sachsen-Anhalts war noch ein zweiter Beamter im Streifenwagen, ihn sieht man zunächst nicht. Die Beamtin geht einmal um die niedergeschossene Jana L. herum, aber auch sie leistet keine Erste Hilfe. Dann bleibt sie stehen.
Die Beamtin, so hat Innenminister Holger Stahlknecht am Tag nach dem Anschlag gesagt, habe die liegende Frau überprüft. "Der Tod der Person hat sich dann nach Überprüfung bestätigt." Auch in Ermittlerkreisen wird davon ausgegangen, sie sei bereits tot gewesen. Allerdings ist nirgends ein Notarzt zu sehen, der kompetent wäre zu beurteilen, ob ihr wirklich nicht mehr zu helfen war. Bis 12.22 Uhr jedenfalls trifft kein Notarzt ein; so lange dauert dieser Video-Ausschnitt. Wann genau erstmals ein Rettungswagen da ist, dazu konnte das Innenministerium auf Anfrage keine genauen Angaben machen.

Die Liste der Fragen ist lang
Auch um ihren eigenen Schutz bemüht sich die Beamtin erstaunlich wenig, sie hält keine Waffe in der Hand, sie trägt keine Schutzweste, keinen Helm. Sie scheint womöglich auf Anweisungen zu warten, minutenlang, gelegentlich ruft sie Passanten etwas zu. Laut dem Innenministerium befindet sich eigentlich in jedem Streifenwagen eine solche Schutzausrüstung, nach dem Anschlag auf das Olympia-Einkaufszentrum in München ist dies in Sachsen-Anhalt eingeführt worden. "Die eingesetzten Polizeikräfte legten die Schutzausrüstung gegen 12.19 Uhr an", heißt es auf Nachfrage. "Im Vordergrund stand das schnelle Erreichen des Tatorts."
Die Behörden und das Innenministerium haben viele Fragen zum Anschlag von Halle entweder gar nicht oder nicht ausreichend beantwortet. Ein Untersuchungsausschuss im Magdeburger Landtag tagt. Die Liste der Fragen ist lang: Warum war trotz des jüdischen Feiertages keine Polizei vor der Synagoge postiert, wie es an so vielen anderen Orten im Land seit Jahren selbstverständlich ist? Und vor allem, warum eigentlich versäumten es die Behörden in Sachsen-Anhalt ganze 13 Jahre lang, eine Vereinbarung mit den jüdischen Gemeinden zu treffen, um sogenannte bauliche Schutzmaßnahmen zu finanzieren?

Die Reaktion der Polizei auf den Notruf aus der Synagoge wirft Fragen auf
Vom Wunder von Halle ist bis heute in Berlin die Rede, wenn es um den Anschlag geht - die stabile Eingangstür der Synagoge hat offenbar viel Schlimmeres verhindert. Aber inzwischen wird nicht mehr nur über das Wunder gesprochen, sondern auch über Fehler und Versagen.
"Der Anschlag hat mich fassungslos gemacht, und zornig", sagte etwa Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Er wolle nach diesem Angriff nicht mehr länger darüber diskutieren müssen, ob es notwendig sei, jüdische Einrichtungen an hohen Feiertagen mit Polizei zu schützen. "Es ist notwendig. Das ist traurig genug. Der Staat aber hat dieser Notwendigkeit ohne Wenn und Aber entschlossen Rechnung zu tragen."

Anschlag von Halle Ein Video, das viele Fragen aufwirft Zum Video Artikel 
(Video: Süddeutsche Zeitung , Foto:SZ ) 

Ohne Wenn und Aber - das war am 9. Oktober 2019 in Halle ganz offensichtlich nicht der Fall. Schon um 12.03 Uhr rief der Vorsitzende der jüdischen Gemeinde, Max Privorozki, den Notruf 112 der Stadt Halle an. Es war eine panische Situation in der Synagoge, so hat er sich später erinnert: "Ich schrie ins Telefon." Draußen schieße ein Mann mit einem Maschinengewehr, womöglich lägen schon Tote auf der Straße. Er habe versucht, den Beamten die Situation zu erklären. Die Reaktion am anderen Ende fand er irritierend. "Und dann fragen sie mich, wie ich heiße und wo die Synagoge ist."

Die Polizei schickte zunächst nur einen Streifenwagen
Am Ernst der Lage dürfte eigentlich niemand gezweifelt haben. Während dieses Notrufs aus der Synagoge, der bis 12.05.59 Uhr dauerte, habe man sogar Schüsse im Hintergrund gehört, so berichtete der Innenminister Stahlknecht, der zugleich CDU-Chef des Landes ist, am Tag nach dem Anschlag.
Ein zweiter Notruf geht dann schon um 12.04 Uhr direkt bei der Polizei unter 110 ein, so hat sein Ministerium offengelegt. Auch darin ist bereits die Rede von einem bewaffneten Mann, der Sprengsätze um sich werfe und vor der Synagoge auf eine Frau schieße. Dennoch schickte die Polizei zunächst nur einen Streifenwagen. Eben den, der um 12.11 Uhr eintraf. Ein zweiter kam um 12.14 Uhr.
Warum wurden nicht gleich mehr Kräfte geschickt, obwohl in Halle und Umgebung an diesem Tag ganze 26 Streifenwagen unterwegs waren und allein im Innenstadtgebiet fünf? Stahlknechts Referatsleiterin für Polizeiangelegenheiten hat dazu am 14. Oktober im Landtag erläutert: "Drei Funkstreifenwagen befanden sich um 12.04 Uhr auf der Anfahrt zu einem besonders schweren Diebstahl aus einem Keller mit mehreren Tätern, bei denen die Möglichkeit bestand, diese zu stellen."

Erst um 12.10 Uhr habe es die Entscheidung gegeben, auch diese drei Wagen zur Synagoge zu schicken. Zu einer Zeit also, als der Attentäter längst wieder den Tatort verlassen hatte. Erst "um 12.15 Uhr erfolgte die Anforderung verfügbarer Spezialeinheiten und Spezialkräfte der Länder und des Bundes sowie der Landesbereitschaftspolizei", sagte ein Sprecher Stahlknechts.

Der Täter kam noch einmal zurück - und wurde nicht gestoppt
Was dies bedeutet hat, sieht man an einer besonders bemerkenswerten Stelle des Videos. Der Täter ist mit seinem Wagen sogar noch einmal zur Synagoge zurückgekommen um 12.17 Uhr. Zehn Minuten nachdem er davongefahren ist, kam er in entgegengesetzter Richtung noch einmal zurück durch dieselbe Straße vor der Synagoge gefahren. Dort gab es noch kein großes Polizeiaufgebot. Sondern nur zwei Streifenwagen.

Niemand hat ihn gestoppt oder es auch nur versucht, niemand hat die Verfolgung aufgenommen, obwohl die Polizei bereits wusste, welches Kennzeichen das gesuchte Fahrzeug des Täters hatte. Um 12.13 Uhr war sein Wagen über den Polizeifunk zur Fahndung durchgegeben worden. Der Täter musste lediglich einem auf der Straße geparkten Polizeiwagen ausweichen in diesem Moment. Er fuhr ein Stück über den Gehweg und entkam so erneut.
Seit dem Anschlag ist vieles verbessert worden, unter anderem der Schutz für Synagogen und auch Moscheen ist hochgefahren worden im Land; über die Vergangenheit spricht man nur noch ungern. Mögliche Versäumnisse der Behörden im Vorhinein - und Verfehlungen am Tattag selbst werden wohl in den kommenden Monaten in einem Untersuchungsausschuss diskutiert werden. Gefordert hatte den Ausschuss die AfD-Fraktion, sie vermutet erhebliche Missstände bei den Sicherheitsbehörden. Die anderen Parteien im Landtag hingegen bezweifeln, dass sie wirklich an Aufklärung interessiert ist.
Und tatsächlich wird sich der Ausschuss gar nicht zuerst mit dem Anschlag des Rechtsterroristen in Halle befassen, sondern mit einem ganz anderen Fall. Vor zwei Jahren ist in derselben Stadt ein Polizeischüler aus dem obersten Stockwerk eines Hauses in den Tod gestürzt. Die Eltern vermuten, ihr Sohn sei in einem bekannten Treffpunkt der linken Szene als Polizeianwärter erkannt und dann angegriffen worden. Die AfD will dies klären, vorrangig. Sie vermutet Vertuschung.

https://www.sueddeutsche.de/politik/hall....4788897-2
Antworten
Neues Video zu Anschlag aufgetaucht: Bilder von Überwachungskamera werfen Fragen auf 
Hagen Eichler  / 07.02.20 19:37 

Die Bilder sind verstörend - und werfen viele Fragen auf.

Halle (Saale) -
Vier Monate nach dem dramatischen Terroranschlag auf Halles Synagoge mit zwei Toten gibt es neue Erkenntnisse zum Ablauf des Verbrechens. Quelle ist die Videokamera, die an dem Gotteshaus angebracht war und das Geschehen am 9. Oktober 2019 aufzeichnete.

Ermittler des Bundeskriminalamts haben die Aufnahmen gesichert; Reporter von NDR, WDR und Süddeutscher Zeitung (SZ) haben die Bilder jetzt auswerten können. Der Eindruck, der sich den Journalisten dabei bietet: verstörend.

Briefträger teilt Post aus
Auf den Bildern ist zunächst das zu sehen, was auch der Täter mit seiner Helmkamera aufgezeichnet hatte: Tritte und Schüsse gegen die Synagogentür, dann schießt der Mann um 12.03 Uhr Jana L. nieder, eine unbeteiligte Passantin.
Laut SZ zeigt die Synagogenkamera aber auch das folgende Geschehen. Obwohl mitten in einer deutschen Großstadt eine Niedergeschossene blutend auf dem Boden liegt, hätten viele Menschen „ruhig, ja beinahe teilnahmslos“ reagiert, berichtete die SZ am Freitagabend in ihrer Onlineausgabe.
Auf der anderen Straßenseite habe ein Briefträger weiter seine Post ausgeteilt. Mehrere Personen hätten um Jana L. gestanden - keiner aber habe zunächst Erste Hilfe geleistet. Auch die Polizistin, die um 12.11 Uhr den Tatort erreicht habe, soll das nicht getan haben. Das Video endet um 12.22 Uhr. Bis zu diesem Zeitpunkt sei kein Notarzt am Tatort erschienen, der in der Lage gewesen wäre, zu helfen oder den Tod der Frau festzustellen.

Beamtin wirkt ruhig
Laut dem Rechercheteam wirkt die Beamtin ruhig und unbesorgt. Sie habe weder ihre Waffe gezogen noch die Schutzausrüstung angelegt. Diese ist seit dem Anschlag auf das Olympia-Einkaufszentrum in München Pflicht für jeden Polizeiwagen.
„Die eingesetzten Polizeikräfte legten die Schutzausrüstung gegen 12.19 Uhr an“, teilten die Behörden in Sachsen-Anhalt laut SZ mit. „Im Vordergrund stand das schnelle Erreichen des Tatorts.“

Anschlag gestanden
Der Anschlag hatte sich am 9. Oktober ereignet. Nach dem jüdischen Kalender war das Jom Kippur, der höchste Feiertag im Judentum. Ein bewaffneter Mann hatte versucht, in die Synagoge in Halle einzudringen.
Als der Angreifer scheiterte, erschoss er in der Nähe eine 40-Jährige und einen 20-Jährigen. Auf der Flucht verletzte der Täter ein Paar schwer, bevor er festgenommen wurde. Der 27 Jahre alte Deutsche hat den Anschlag gestanden und rechtsextreme und antisemitische Motive eingeräumt.

Ausschuss will aufklären
Im Landtag versucht ein Untersuchungsausschuss den Tathergang und mögliche Versäumnisse der Behörden aufzuklären. Er war auf Antrag der oppositionellen AfD im Landtag eingesetzt worden.
Kurz nach der Tat wurde unter anderem Kritik laut, weil die Polizei trotz des jüdischen Feiertags nicht an der Synagoge postiert war. Auch die Sicherheitsvorkehrungen und Einsatzkonzepte im Land sollen im U-Ausschuss auf den Prüfstand. (mz)

https://www.mz-web.de/halle-saale/anschl...f-36204698

***

SPD zum Überwachungsvideo vom Terrorangriff in Halle 
von eseppelt · 8. Februar 2020


Angesichts der neuen Erkenntnisse zu einem Video der Überwachungskamera der jüdischen Gemeinde in Halle zum Terroranschlag von Halle kommt auf den Untersuchungsausschuss im Landtag von Sachsen-Anhalt viel Arbeit zu, sagt der SPD-Landtagsabgeordnete Rüdiger Erben, zugleich auch Obmann des Ausschusses. 

Süddeutsche Zeitung, NDR und WDR berichten  über das Video, das den Bereich vor der Synagoge während und in den Minuten nach dem Anschlag und dem Mord an der Passantin am 9. Oktober 2019 zeigt. Zu sehen ist beispielsweise, wie die Leiche minutenlang auf der Straße liegt und Passanten ungestört daran vorbei gehen. 

„Was die Medien aus dem Video berichten, ist tatsächlich verstörend. Isoliert kann man so etwas jedoch nicht bewerten“, so Erben. „Deshalb ist es wichtig, dass der Untersuchungsausschuss zum Arbeiten kommt. Dazu ist schon übernächste Woche Gelegenheit. Ich gehe davon aus, dass wir in der nächsten Sitzung bereits Beweisbeschlüsse beantragen werden. Die Untersuchung des Schutzes der jüdischen Gemeinde wie auch des Polizeieinsatzes wird komplex sein. Wir nehmen diese Arbeit sehr ernst. Das sind wir den Opfern und dem Ansehen von Sachsen-Anhalt schuldig.“

https://dubisthalle.de/spd-zum-ueberwach...f-in-halle
Antworten
Auch Bild ist verstört:
Zitat:Nach sechs Minuten soll dann der erste Streifenwagen vor der Synagoge zu sehen sein. Eine Beamtin steige aus – sie habe keine Pistole in der Hand, trage weder Helm noch Schutzweste. Laut SZ geht sie um das Opfer herum, leistet keine Erste Hilfe, prüft offenbar noch nicht einmal den Puls der niedergeschossenen Frau. Dann warte sie scheinbar auf weitere Anweisungen und es passiere weiter nichts.
https://www.bild.de/regional/sachsen-anh....bild.html

Paßt zur "Gefaßtheit" auf dem Breitscheidplatz; für Anschlagsleugner ist das Desinteresse eher keine Überraschung ...
Antworten
(08.02.2020, 13:06)Boris B schrieb: Anschlag in Halle: Video wirft Fragen zur Polizei auf

[...]
Das Video der Überwachungskamera, das von Ermittlern des Bundeskriminalamtes gesichert wurde und das Süddeutsche Zeitung, NDR und WDR jetzt auswerten konnten, zeigt die Tat erstmals nicht nur aus einem anderen Blickwinkel. 

Eine Frage hätte ich da schon: Wer hat jetzt und aus welchem Grund das Video an die Medien durchgestochen? Und worüber wurde bei dieser Auswertung noch so gesprochen?
Antworten
(09.02.2020, 08:23)Boris B schrieb: Eine Frage hätte ich da schon: Wer hat jetzt und aus welchem Grund das Video an die Medien durchgestochen? Und worüber wurde bei dieser Auswertung noch so gesprochen?

Gute Frage. Wenn Mascolos Deep-State-Bude "Rechercheverbund" das Material jetzt bekommt, will ausgerechnet das BKA bei der Volksaufklärung helfen oder zündet es eine Nebelkerze, die den Ausschuß ablenken soll - ähnlich dem Vorgehen bei den Breitscheidplatz-UAs? Vll. bekommen wir sogar ein Video-Schnipsel zu sehen, aber die Deutungshoheit verbleibt bei den Inhabern des gesamten Materials. Herrschaftswissen also und eine Hase-Igel-Situation. Nebenbei sollte auch Balliet auf seiner "Flucht" an der Synagoge vorbei zu sehen sein und die Nichtreaktion der Beamten.

Andererseits: die Vertreter der No-Reality-These müssen sich jetzt langsam überlegen, wie das mit dem Opfer Jana Lange gelaufen sein könnte: Lag die da stundenlang regungslos auf der Straße und spielte tote Frau? Das ist so ein wunder Punkt des "Halle Games", der bisher stillschweigend übergangen wurde. Ich habe selbst immer noch keine Idee, wie sie es gemacht haben, aber es gibt weiter genügend Gründe, die den Anschlag als Ganzes in Zweifel zu ziehen.

Und die Passivität der Beteiligten? Man ist ja versucht, das mit einer spezifisch Hallenser Mentalität zu erklären, also ein Völkchen, das "nichts merkt" und eben anders ist als der Rest der Menschheit, nur: die Synchronität der Gleichgültigkeit bei fast ALLEN Beteiligten (die zu mutmaßlichen Inszenierungen wie Stregda/NSU oder Breitscheidplatz paßt) widerspricht in gewisser Weise grundsätzlich der Evolution: wer Gefahr nicht wahrnimmt und kein Bedürfnis hat, Schutz zu suchen oder Artgenossen in Not zu helfen, wäre als Homo sapiens nicht überlebensfähig gewesen.
Antworten
(09.02.2020, 10:53)kalter hornung schrieb:
(09.02.2020, 08:23)Boris B schrieb: Eine Frage hätte ich da schon: Wer hat jetzt und aus welchem Grund das Video an die Medien durchgestochen? Und worüber wurde bei dieser Auswertung noch so gesprochen?

Gute Frage. Wenn Mascolos Deep-State-Bude "Rechercheverbund" das Material jetzt bekommt, will ausgerechnet das BKA bei der Volksaufklärung helfen oder zündet es eine Nebelkerze, die den Ausschuß ablenken soll - ähnlich dem Vorgehen bei den Breitscheidplatz-UAs? 

Mir spukt hinsichtlich des Termins der Veröffentlichung des Überwachungsvideos noch etwas im Kopf herum. Mein erster Gedanke damals - im Oktober - war: Für das rechte Lage war der Vorfall doch der größtmögliche Unfall - so kurz vor Wahlen in Thüringen (die lokale Wahl in Halle war zwar auch noch, ist aber ein Nebengleis)! Balliet war für die andere Seite ein Hauptgewinn, gewissermaßen die Silberkugel in Persona.
In Thüringen hat es gerade erneut ein Debakel im Wahlkontext gegeben. Mehr muß ich dazu nicht schreiben. Es ist noch frisch, zumal es ja noch nicht in den - von einigen gewollten - gewünschten trockenen Tüchern zu sein scheint.
Und exakt zu diesem Zeitpunkt bekommen die medialen Volksaufklärer auf wundersame Weise zu neuem Material. Das kann natürlich alles ein Zufall sein - einer der vielen, auf die sich, wenn in der Politik etwas passiert, dann ist es geplant, reimt.

Wenn das Ganze also ein Schauspiel gewesen sein sollte, dann wäre es zu offensichtlich, hätte man es in Thüringen aufgeführt. Sachsen-Anhalt bot sich geradezu an. Es ist Nachbarland und … wohl der nächste Kandidat für eine rot-rot-grüne Koalition. Es stören nur die Herrn von der CDU in der Regierung, allen voran Innenminister Stahlknecht. Dieser Absatz war natürlich pure Spekulation.

Zitat:Und die Passivität der Beteiligten? Man ist ja versucht, das mit einer spezifisch Hallenser Mentalität zu erklären, also ein Völkchen, das "nichts merkt" und eben anders ist als der Rest der Menschheit, nur: die Synchronität der Gleichgültigkeit bei fast ALLEN Beteiligten (die zu mutmaßlichen Inszenierungen wie Stregda/NSU oder Breitscheidplatz paßt) widerspricht in gewisser Weise grundsätzlich der Evolution: wer Gefahr nicht wahrnimmt und kein Bedürfnis hat, Schutz zu suchen oder Artgenossen in Not zu helfen, wäre als Homo sapiens nicht überlebensfähig gewesen.

Die Frage nach der Passivität ist überaus berechtigt. Eine spezifische Hallesche Mentalität ist das wohl sicher nicht. Sie zieht sich letztlich schon seit längerem durch die Diskussion hier und nicht nur hier. Eine plausible Antwort darauf habe dazu bisher noch nicht. Das Widersprüchlichste ist dabei noch die Reaktion von Max Privorozki, der von einer panische Situation in der Synagoge spricht und denen, die der Wirklichkeit vor der Tür direkt ins Auge schaun - insbesondere auch das geschilderte Verhalten der Polizistin.
Antworten
@Kalter Hornung, @Boris B. 
Interessante Gedanken, insbesondere, dass sich in Halle/Sachsen-Anhalt und Thüringen parallel etwas bewegt! 

Zur beobachteten Passivität im neuen Halle-Video:
Die beschriebene Reaktion der Passanten, bzw. das Nicht-Reagieren wäre m.E. unnatürlich.
Im Fall Halle spielten Helfer und Ersthelfer keine Rolle, weder in den Aufnahmen, noch in irgendwelchen Berichten, das weicht irgendwie ab von anderen Ereignissen (London, Berlin). 

Zum Beispiel im Fall Breitscheidplatz, dort gab es übermäßige Hilfsbereitschaft. 
In Berlin spielten Helfer eine tragende Rolle, tauchten überall in den Videos und Berichten auf. 
Ersthelfer Andreas Schwartz, trotz Hüft- und Rückenprellung noch zu anderen Opfern "gekrabbelt", erst zu einem Mann, danach zu einer Frau oder umgekehrt. Edgar Schmidt, gelaufen, Brille verloren, hingeschlagen, trotzdem noch versucht, zu helfen. G. Zawatzki, D. Wieprich, F. Freund, Medizinstudentinnen, Reservist Oliver Prasser, DB-Sicherheits-Mitarbeiter Marko Voss, Sascha Hüsges (auch Sascha Klösters, der noch mit Hüft- und Beinbruch in den Trümmern sucht) und viele viele mehr..... alle rannten (trotz Terrorverdacht) sofort zu ihrem Helfereinsatz.
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