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Köthen
#11
09.09.2018 23:57

So, mal ein Bericht vom Trauermarsch


Ich komme ja aus Sachsen-Anhalt und da dachte ich, Ok, fährst du mal nach Köthen und schaust, was da abgeht. Nicht dass man wieder irgendwie allerlei Kram aus der Presse erfährt und am Ende nicht weiß, was wirklich passiert ist.

So, auf gehts:

Ich bin gegen 19.00Uhr in Köthen angekommen und habe mein Auto abgestellt. Ich sah eine Menge junger Leute, die sich in Richtung Feuerwehr begaben. Ich habe mich einfach angeschlossen und war überrascht, wieviele Menschen auf der Straße waren.

Wir sind dann alle zum Tatort, einem Spielplatz in der Franzstraße gegangen, wo die Trauerkundgebung stattfand. Es waren ca. 2.500 Menschen vor Ort. Wie üblich viele Kerzen und Kuscheltiere, die man um den Stamm einer Linde platzierte.

Die Teilnehmer des Trauermarsches rekrutierten sich zum Teil aus der rechten Szene. Aber auch sehr viele junge Leute aus der Mitte der Gesellschaft waren anwesend. Man schwieg. Oder man unterhielt sich leise. Irgendwann zündeten die Menschen ihre Feuerzeuge an, was der Trauerkundgebung eine weihevolle Note gab.
Ich unterhielt mich mit vielen Menschen. Die meisten schilderten mir irgendwelche negativen Erfahrungen mit Flüchtlingen und sagten, dass sie deswegen hier seien. Zwei Frauen wurden angegrabscht, andere in der lokalen Disco angetanzt, man hatte Angst um die Töchter und auch um die Söhne und generell um die Zukunft in diesem Land.
Viele hatten das Gefühl, zunehmend in einer DDR 2.0 zu leben. Mit Meinungsdiktatur, einheitlicher Presse und dass man die Sorgen und Nöte der Menschen einfach nicht mehr aufgreift.

Dann hielt ein Mann, offensichtlich aus der Rechten Szene, eine recht ruppige, kämpferische Rede, die auch ordentlich gegen die Presse austeilte und die man nicht in allen Punkten teilen musste, aber er sprach einfach auch unliebsame Wahrheiten an. Durch die Videos von Dr. Hans Joachim Maaz weiß ich, dass gerade die Omegas, also die mit denen man nichts zu tun haben will, oft Wahrheiten ansprechen, die die Masse nicht hören will.

Und so war es auch hier.

Nach dem Eingangsstatement kamen noch einige Menschen ans Mikro und es wurde mit jedem Sprecher und jeder Sprecherin klar, dass die Mitte der Gesellschaft hier ihre Sorgen und Ängste und auch Erfahrungen mit ausländischen Menschen mitteilten.

Einer teilte auch seine Erfahrungen mit der Antifa, die ihn auf dem Bahnhof ansprach und vorwarf, er wäre ja ein Rechter. Er frug zurück, wie sie darauf kämen und die meinten, weil er Schuhe mit Stahlkappen trug. Er meinte dann trocken, er käme gerade von Arbeit, was der Wahrheit entsprach.
Ja, die Rechten habe die Situation sicherlich ausgenutzt, aber man muss fairerweise schon sagen, dass die Linke das ja genauso macht nach jedem Opfer, dass ausländische Wurzeln hat. Den Rechten vorzuwerfen, was man selber tut sind einfach doppelte Standards.

Interessant war, dass viele Menschen schon 1989 bei den Demos waren und jetzt wieder das Bedürfnis verspüren, auf die Straße zu gehen.
Auch interessant: es gab nur eine Deutschlandfahne mit Trauerflor.

Nach Ende der Redezeit ging man zur Feuerwehr.

Ich blieb noch etwas zurück und hörte mir das Interview vom Landrat (CDU) an, dass er der Presse (MDR, RBB und Radio Brocken) gab. Er übte hier auch Kritik an der Migrationspolitik und richtete darüber hinaus auch Kritik direkt nach Berlin.

An der Feuerwehr versammelten sich noch einige Rechte. Ich sprach noch mit einem Reporter von Sat1. Ein älterer, etwas zerbrechlich wirkender Mann, der die Veranstaltung bis zur Rede des Rechten durchaus würdevoll fand.

Ich persönlich kann aber die Wut und den Zorn auch verstehen, der in der Rede mitschwang. Und nochmal: es wurde klar auch Kritik an einer Fehlentwicklung geübt, die man aufgreifen, nicht diffamieren sollte, auch wenn die Kritik diesmal von ganz rechts kommt.

Was mir aufgefallen ist: viele Menschen schienen sich nicht getraut zu haben, auf den Trauermarsch zu gehen. Ofensichtlich wirkt die "Nazifizierung" des Protestes in Chemnitz. Da hat die "Systempresse" also gute Arbeit geleistet.

Zum Tod des jungen Markus:

Es kursiert ein Video einer Augenzeugin: https://www.youtube.com/watch?v=egi7qwfYYsY (Video ist bereits entfernt. JT)

Schaut man sich auch das Foto des Tatortes an, dann sieht man, dass die Tritte gegen den Kopf so stark gewesen sein müssen, dass Gehirnwasser ausgelaufen ist. Getrocknetes Blut auf Beton sieht ja anders aus.
https://bilder.bild.de/fotos-skaliert/hi...0.bild.jpg

Das "Herzinfarktszenario" erscheint mir als eine Nebelkerze, um die Schwere der Tat irgendwie noch zu schleiern.

Insgesamt war es eine friedliche, zum Teil sehr würdevolle Veranstaltung, zum Teil brach sich aber auch verbal Wut und Zorn bahn, den man aber durchaus auch nachvollziehen kann und es wurde wichtige Kritik an einer Fehlentwicklung geäußert. Und das von Menschen aus der Mitte der Gesellschaft.

Auf dem Weg heim bin ich noch am Bahnhof vorbei gefahren, wo eine kleine Schar Gegendemonstranten von der Polizei, die insgesamt einen ruhigen Abend hatte, in Schach gehalten wurde.

Wenn man vor Ort war und dann die Berichte darüber liest, den Spin, der der Veranstaltung verliehen werden soll (fairerweise muss man sagen, dass der MDR noch einigermaßen objektiv berichtete, das ZDF aber wieder Angst verbreitete, dass Köthen nun dem brauen Mob in die Hände fallen würde), dann muss man sich schon fragen, wie objektiv die Medien heute noch sind. Es erinnert doch vieles mehr und mehr an die alte DDR, nur ist es heute sehr viel ausgefuxter und man zehrt noch von dem Vertrauenskredit, den die Menschen den Medien Jahrzehnte gaben.

Man kann auch nicht sagen, es wird gelogen, es ist aber einfach auch nicht objektiv und ausgewogen.

Deswegen habe ich mich diesmal selber hin begeben.
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#12
Danisch:

Eine qualifizierte Ferndiagnose zum Herzstillstandstod von Köthen
Eine qualifizierte Einschätzung, wie es zu dem Todesfall und der Änderung der Todesursache kam. [Nachtrag 4]

Heute haben mir eine ganze Reihe von Leuten ihre Vermutung geschrieben, wie es zum Todesfall dieses Markus B. von Köthen gekommen sein soll.
Die meisten Zuschriften sind spekulativ und tendieren dazu, aus der „gegoogelten Laiensicht” zu erfolgen. Eine Reihe von Leuten schreiben mir, dass hier und da medizinische oder forensische Berichte gebe, wonach ein heftiger Stoß auf die Herzgegend zum Tod führen kann. Das will ich gar nicht mal in Abrede stellen, es ist aus den Kampftechniken bekannt, dass so etwas funktioniert. Es gebe gar eine Anleitung der Antifa, heißt es, dass ein an der richtigen Stelle aufgesetzter Schuss aus einer Schreckschusspistole zu dieser tödlichen Wirkung führe. Das mag ja alles sein. Aber es gibt bisher keinen greifbaren Hinweis darauf, dass der Mann irgendein Trauma im Bereich des Herzens/der Brust erlitten hätte.
Auch Hinweise darauf, dass der Herzdruck mit dem Hirndruck korreliere, und das Herz versuche, den nachlassenden Hirndruck durch auslaufende Hirnflüssigkeit auszugleichen, scheint mir ebenso spekulativ wie konstruiert.
Nun schreibt mir darunter aber auch einer, der Ahnung hat, nämlich ein Intensivmediziner. Wer, wenn nicht der, könnte es wissen? Er dürfte damit zweifellos zu den Qualifiziertesten unter all denen gehören, die nicht dabei waren und Informationen aus der Ferne bewerten müssen. Dieser Arzt berücksichtigt dabei ausdrücklich auch die Audioaufnahme der Aussage der Frau, die ich im Blog hatte, die, so schreibt er, exakt zu seiner Auffassung passe.
Grund für die Zuschrift des Arztes war, dass es ihn wurmt, was für ein spekulativer Blödsinn da allenhalben verbreitet wird. Die Medien, schreibt er, scheinen nicht in der Lage zu sein, jemanden zu fragen, der Ahnung hat. Ich würde eher sagen, sie wollen nicht, weil es nicht ins politische Konzept passt.
Laut Presse sei der Verstorbene 22 Jahre alt und Träger eines Herzschrittmachers gewesen.
Das ist der erste Ansatzpunkt. Der Arzt meint, das wäre nicht ganz richtig, weil vereinfacht. So einen klassischen Herzschrittmacher bekommen normalerweise nur alte Menschen. Wenn junge Menschen in diesem Alter sowas bekommen, handelt es sich in der Regel um einen implantierten Defibrilator (ICD), was man aber verwechseln kann, weil manche solcher Geräte zusätzlich eine Herzschrittmacherfunktion haben.
Hat ein so junger Mann so ein Gerät, dann dürfte er höchstwahrscheinlich eine strukturelle Herzerkrankunghaben. Das könne eine angeborene Veränderung oder eine erworbene Störung (z. B. durch Zustand nach Grippe) sein, der dazu führen kann, dass das Herz spontan aufhört zu schlagen. Genauer gesagt, es bleibt nicht einfach stehen, sondern geht in eine sogenannte Kammertachykardie, es flimmert nur noch. Das sei der einzige logische Grund, warum ein junger Mann so ein Gerät haben kann.
Im Rahmen dieser tätlichen Auseinandersetzung ist es offenbar zu einer solchen Kammertachykardie gekommen. Die treten spontan, aber auch unter Belastung auf.
Der Arzt folgert nun, dass der ICD nicht suffizient (also nicht stark genug) ausgelöst hat. Dies komme laut Literatur in 10% der Fälle vor, und es würde genau zu dem passen, was die Frau in dieser Audio-Aufnahme beschreibt.
Der Mann sei demnach in der Auseinandersetzung wie ein Sack zu Boden gefallen.
Als man ihm danach noch gegen den Kopf getreten hat, war er nach der Einschätzung dieses Arztes bereits klinisch tot.
[Anmerkung von mir: Das könnte sehr gut erklären, warum man erst von einer Hirnblutung sprach und der Fleck auf dem Boden von ausgetretener Hirnflüssigkeit stammen könnte, die Staatsanwaltschaft aber sagt, dass der Herzstillstand nicht in Zusammenhang mit den zugefügten Verletzungen steht: Nämlich wenn die zeitliche Reihenfolge andersherum war, wenn der zu dem Zeitpunkt, als man auf ihn eingetreten und ihm anscheinend auch den Schädel und das Gehirn verletzt hat, im klinischen Sinne schon tot war. Salopp gesagt: Wenn er im Stehen gestorben ist und erst im Liegen auf ihn eingetreten wurde. Quasi zeitnahe Leichenschändung.]
Jetzt kommt noch ein Brüller, der Clou:
Der Arzt kann auch erklären, warum man die Diagnose erstens so schnell hatte und warum man die Todesursache von der zuerst behaupteten Hirnblutung auf Herzstillstand änderte:
Diese modernen ICDs haben auch noch eine Aufzeichnungsfunktion. Wenn irgendwas passiert, zeichnen die das auf. Und die kann der Arzt einfach induktiv auslesen. (Erinnert mich an die Fahrtenschreiber im LKW oder die Blackbox im Flugzeug.) Man kann also quasi einfach anhand der Aufzeichnungen dieses Gerätes genau nachvollziehen, was das Herz bei diesem Vorfall so gemacht hat und was passiert ist.
Das würde genau erklären, warum man natürlich zuerst nach den äußerlich sichtbaren Verletzungen geurteilt hat, dann aber sehr schnell auf eine andere Ursache kam, für die man nicht mal eine Obduktion brauchte. Man musste dem einfach nur das Lesegerät an die Brust halten und sich die Daten anschauen.
Demnach ist der Mann durch die Belastung der Situation (vielleicht auch Gewalt) in diese Kammertachykardie geraten, dann hat der ICD wohl nicht gereicht, deshalb ist er wohl gefallen (und es hieß ja irgendwo, er sei mit dem Kopf irgendwo aufgeschlagen) und dann noch getreten worden, worauf es aber wohl nicht mehr ankam.
Das würde nicht nur zur Aussage der Frau, sondern auch zur Darstellung der Staatsanwaltschaft passen.
Wie man das dann strafrechtlich wertet, ist eine ganz andere Frage.
Und ob er ohne dieses Kammerflimmern noch leben würde oder tatsächlich umgebracht worden wäre, nachdem er auf Leute traf, die selbst auf hilflos am Boden liegende noch eintreten, kann man sich auch fragen.
Und inwieweit die Migranten an der Belastung Schuld haben oder der sich Tugce-mäßig selbst in Gefahr gebracht hat (denn das musste er ja wissen, dass er so ein Gerät trägt und das einen Grund hat), kann man sich auch überlegen.
Man kann aber sicherlich sagen, dass uns die Presse großen Käse auftischt. Und zwar, weil sie nicht aufklären wollen, sondern Krisenpropaganda betreiben. Der Mann arbeitete angeblich in einer Behindertenwerkstatt. Die Einschätzung der Presse ist: „Bruder eines Rechtsradikalen”.
Denkt Euch was dabei.
Ich danke für die sachkundigen Erläuterungen des Intensivmediziners.
Nachtrag: So ein Gerät. Und mit einem Herzinfarkt hat es nichts zu tun.

Nachtrag 2: Wenn man das alles zusammensammelt, dürften die Afghanen das Herzkammerflimmern durchaus ausgelöst haben, denn es gibt ja Aussagen, dass sie auf ihn eingeschlagen haben und er noch irgendsowas wie „Aufhören, ich kriege keine Luft mehr” sagte. Aber man wird das Geschehen im Stehen und das im Liegen getrennt betrachten müssen.

Nachtrag 3: Natürlich wäre das dann im Ergebnis systemische Desinformation der Öffentlichkeit. Denn es hieß ja ständig und überall, sogar heute morgen im Radio, dass der Herzstillstand nichts mit den „Verletzungen” zu tun habe. So als sei das einfach nur zufällig gleichzeitig passiert.
Das ist natürlich ein ganz schmutziger Kniff, aus dem Umstand, dass ein großer Teil der Gewalt wohl post mortem stattfand zu schließen, die Gewalt sei nicht ursächlich für den Tod gewesen. Nur weil es nach dem Tod noch Gewalteinwirkung gab, die nicht mehr kausal sein konnte, heißt das ja nicht, dass die Gewalt vor dem Tod nicht kausal war. Und wenn die den da, wie es behauptet wurde, geschlagen haben und der noch sagte „Aufhören!”, dann drängt sich die Kausalität schon auf, auch wenn das vielleicht noch nicht zu Verletzungen, sondern nur zu Stress und Belastung geführt hat.

Nachtrag 4: Der Arzt hat sich nochmal bei mir gemeldet und rügt, dass auch ich spekulierte. Aus seiner Sicht sei die Todesursache „Ausfall des ICD”. Und damit war es seiner Einschätzung nach ein Unfall.

http://www.danisch.de/blog/2018/09/10/ei...n-koethen/
 
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#13
Erneut kommt es zur Schlägerei. Kristina C.: „Hidayatullah H. schlug Markus, der ging zu Boden. Seine Augen waren geöffnet, aber er regte sich nicht mehr.“ Trotzdem habe Ezattullah auf seinen Kopf eingetreten, so Kristina C. Die Polizei rückt an, nimmt die Schläger wenig später fest. Markus B. stirbt im Krankenhaus. (Das widerspricht der Augenzeugin auf der Sprachnachricht)  Wie die Deutsche Presseagentur berichtet gebe es jedoch keine Hinweise für irgendeine Art von schwerster Gewalteinwirkung. Aussagen, wonach Markus B. gegen den Kopf getreten worden sein soll, seien nach Erkenntnissen der Ermittler falsch. Quelle: Bild

Was soll man nun glauben? Ist er noch auf dem Spielplatz verstorben oder erst im Krankenhaus? Wurde ihm an den Kopf getreten oder nicht?
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#14
(11.09.2018, 00:49)diedienichtimmerlacht schrieb: Erneut kommt es zur Schlägerei. Kristina C.: „Hidayatullah H. schlug Markus, der ging zu Boden. Seine Augen waren geöffnet, aber er regte sich nicht mehr.“ Trotzdem habe Ezattullah auf seinen Kopf eingetreten, so Kristina C. Die Polizei rückt an, nimmt die Schläger wenig später fest. Markus B. stirbt im Krankenhaus. (Das widerspricht der Augenzeugin auf der Sprachnachricht)  Wie die Deutsche Presseagentur berichtet gebe es jedoch keine Hinweise für irgendeine Art von schwerster Gewalteinwirkung. Aussagen, wonach Markus B. gegen den Kopf getreten worden sein soll, seien nach Erkenntnissen der Ermittler falsch. Quelle: Bild

Was soll man nun glauben? Ist er noch auf dem Spielplatz verstorben oder erst im Krankenhaus? Wurde ihm an den Kopf getreten oder nicht?

Das in kürze Landtagswahlen in Bayern und Hessen stattfinden. Mehr braucht man nicht zu wissen
 
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#15
Köthen oder die neue Bescheidenheit der Antifaschisten
11. September 2018  Peter Nowak

Die Rechte mobilisiert zu rechten Demos in Köthen - doch allseits gibt es Entwarnungen, weil keine Hitlergrüße zu sehen sind

In den letzten Tagen gab es in Köthen verschiedene rechte und neonazistische Demonstrationen, nachdem infolge einer Auseinandersetzung mit zwei afghanischen Männern ein 22-jähriger Deutscher an einem Herzinfarkt gestorben ist. Doch beschäftigt in den letzten Tagen Politik und Medien fast nur eine Frage: Wird Köthen ein neues Chemnitz?
Der CDU-Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, Reiner Haseloff, verneint, und Franz Josef Wagner schreibt in der Bild-Zeitung in seiner Brief-Kolumne an Köthen gar von einer "Stadt der Hoffnung", weil sich die Einwohner angeblich nicht von Rechten instrumentalisieren ließen. Da merkt man, wie inhaltlos dieser Kampf gegen rechts geworden ist.
So wird schon als Erfolg gefeiert, wenn zwei Tage hintereinander rechte Demonstrationen durch Köthen zogen, aber kein Hitlergruß zu sehen war. Dafür war aber vielleicht eher das große Polizeiaufgebot in der Stadt verantwortlich, das samt Wasserwerfer in der Stadt positioniert ist. Vielleicht hat in Köthen auch die rechte Taktik besser als in Chemnitz funktioniert.

Dort wurde schließlich auch von Neonazis die Parole ausgegeben: Heute sind wir Volk und nicht Gesinnung und lassen den rechten Arm unten. Das klappte damals nicht überall. So kann gesagt werden, dass Köthen für die Rechte durchaus ein Mobilisierungserfolg war, was auch David Begrich vom zivilgesellschaftlichen Verein Miteinander im Interview mit dem Deutschlandfunk bestätigte.
Er sei überrascht und erschrocken gewesen, wie schnell es der Neonaziszene gelungen sei, 2.500 Menschen auf den Straßen in Köthen zu mobilisieren. Dort wurden offen neonazistische Reden gehalten. Der AfD gelang es wiederum, auf einer eigenen Demonstration auch Teile der Köthener Bevölkerung zu erreichen. Eigentlich wäre eine solche rechte Mobilisierung für die Antifa-Szene ein Grund für höchste Aufregung und die Organisierung von Gegenaktionen.
Doch nach Chemnitz wird es schon als großer Erfolg gefeiert, wenn die rechten Demos ohne NS-Symbole über die Bühne gehen und keine Videos zu sehen sind, auf denen Menschen von Rechten tatsächlich oder vermeintlich gejagt werden.
Herzversagen kann sehr wohl mit den Auseinandersetzungen zu tun haben
Anlass der rechten Aufmärsche war der Tod eines 22-Jährigen während einer Auseinandersetzung mit zwei afghanischen Migranten. In der Pressemeldung der Polizei heißt es:
Nach dem vorläufigen, mündlich übermittelten Obduktionsergebnis ist der 22-jährige Köthener einem akuten Herzversagen erlegen, das nicht im direkten kausalen Zusammenhang mit den erlittenen Verletzungen steht. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt werden die Ermittlungen nunmehr wegen des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung gegen den 18-jährigen Tatverdächtigen geführt. Gegen den 20-jährigen Tatverdächtigen wird wegen des Anfangsverdachts der Körperverletzung mit Todesfolge ermittelt. Entsprechende Haftanträge werden durch die Staatsanwaltschaft Dessau-Roßlau am zuständigen Amtsgericht in Dessau-Roßlau gestellt.
Polizeidirektion Sachsen-Anhalt Ost
Hier wird zum Ausdruck gebracht, dass der Mann zwar nicht an Verletzungen bei der Auseinandersetzung starb, aber nicht, wie es in einigen Pressemeldungen wiedergegeben wurde, dass die Auseinandersetzungen nichts mit dem Tod zu tun haben. Daher sind ja auch beiden Migranten in Untersuchungshaft genommen worden.
Der Köthener Fall erinnert an den Tod von Dominik Brunner 2009, der sich einmischte, als zwei migrantische Jugendliche Schüler in einer S-Bahn belästigten, sich dann mit den Tätern eine körperliche Auseinandersetzung lieferte und schließlich an einem Herzstillstand starb. Obwohl auch er nicht an den durch die Schläge hervorgerufenen Verletzungen, sondern an einem Herzstillstand starb, wurden die Schläger wegen Mordes verurteilt.
Einer ist mittlerweile entlassen, der andere muss seine Haftstrafe bis nächstes Jahr verbüßen. Der Tod des erfolgreichen bayerischen Unternehmers Brunner sorgte bundesweit bei bürgerlichen Medien und Politikern für Aufsehen. Mittlerweile erinnert eine Stiftung an das Engagement des Mannes.
Die weiteren Ermittlungen in Köthen müssen nun zeigen, wie die Auseinandersetzung abgelaufen ist. Nur sollte der Rekurs auf den Fall Brunner noch mal deutlich machen, dass allein dadurch, dass der Tod nicht durch die Schläge, sondern durch einen Herzinfarkt erfolgte, die beiden Männer noch nicht entlastet sind......
weiter > https://www.heise.de/tp/features/Koethen...60579.html
 
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#16
Ich finde, für die Wortschöpfung "Hitlergrüße" sollte ein spezieller Sprachpreis vergeben werden, etwa der "Grüßaugust". Womöglich wüteten in Köthen und Chemnitz auch braune Mobs, oder Möbse?

https://web.de/magazine/politik/dutzende...e-33159910

Die Justiz ermittelt wegen verfassungsfeindlicher Parolen auf Demonstrationen in Köthen und Halle, die als Trauermärsche einberufen wurden nachdem ein 22-jähriger Deutscher im Zuge eines Streites mit zwei Afghanen an Herzversagen verstarb. Die Polizei berichtet von Hitler-Grüßen und "Sieg Heil"-Rufen. Auch über die Ausschreitungen in Chemnitz Ende August wird nun immer mehr bekannt.
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#17
(11.09.2018, 21:17)BSB schrieb: Ich finde, für die Wortschöpfung "Hitlergrüße" sollte ein spezieller Sprachpreis vergeben werden, etwa der "Grüßaugust". Womöglich wüteten in Köthen und Chemnitz auch braune Mobs, oder Möbse?

https://web.de/magazine/politik/dutzende...e-33159910

Die Justiz ermittelt wegen verfassungsfeindlicher Parolen auf Demonstrationen in Köthen und Halle, die als Trauermärsche einberufen wurden nachdem ein 22-jähriger Deutscher im Zuge eines Streites mit zwei Afghanen an Herzversagen verstarb. Die Polizei berichtet von Hitler-Grüßen und "Sieg Heil"-Rufen. Auch über die Ausschreitungen in Chemnitz Ende August wird nun immer mehr bekannt.

läuft doch alles perfekt, Unmut und Wut im Keim zu ersticken. Trauer soll am besten ganz privat im kleinsten Kreis bleiben, im größeren Kreis, wenn mal eine ganze Stadt auf die Beine kommt, werden ein paar "Hitlers" gegrüsst und schon kommt die Antifa und die Guten angeflitzt und die schlechte Presse gleich dazu. So was schreckt ab . Ganz klare Trennlinien sind gezogen. Am Ende muss auch Trauer und Wut genehmigt werden. War jetzt Chemnitz so etwas wie der Wendepunkt? Ich seh keine Änderung zu irgendwas.
Bin mal gespannt, was da noch kommt. Beide Seiten werden sich ihr Repertoire zulegen bzw. haben schon zugelegt (All-Time-Demonstrant/Crisis actors 24/7 Rufbereitschaft, Tourbusse und Equipement für Spontan-Festivals, Schauspieler, V-Leute u.v.m. Wer ist am schnellsten vor Ort. Die verlängerten Arme der Parteien)
Mehr fällt mir da nicht mehr dazu ein auf welcher Ebene tatsächlich vorhandene Probleme behandelt werden
 
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#18
Falls das eher in den Chemnitz Thread gehört, wegen Bezug zu dem " Überfall" auf das Ruhetag haltende jüdische Restaurant , bitte verschieben.

Dieser tatsächlich passierte Überfall in Frankfurt/Oder ist schon 2 Wochen her...ich bin empört, weil das schon die Bedrohungsstufe der orientalischen Mafia-Clans erreicht....und wir hören NICHTS davon.
Wären das Deutsche gewesen....uiuiui

Gruppe von Flüchtlingen verwüstet Club und greift Gäste mit Messern und Stangen an
Frankfurt (Oder).  In Frankfurt/Oder hat eine Gruppe von syrischen Flüchtlingen einen Club mit Eisenstangen und Messern angegriffen. Wie die „Berliner Morgenpost“ berichtet, habe sich der Übergriff bereits am vergangenen Wochenende ereignet. Das bestätigte eine Sprecherin der Polizei dem Blatt gegenüber.

Wie kam es zu dem Vorfall? In dem Club „Frosch“ habe gerade eine 90er-Party stattgefunden. Zwei Männer, Flüchtlinge aus Syrien, hätten angefangen zu provozieren, seien streitlustig gewesen. Dann sei es zum Streit mit einem deutschen Partygast gekommen.

Wie die „Berliner Morgenpost“ unter Berufung auf den Staatsanwalt berichtet, hätten die Männer „Wir sind Araber, wir töten euch alle“ gerufen. Anschließend hätten beide den Laden verlassen – um weniger später mit Verstärkung wiederzukehren.
Flüchtlinge kamen mit Freunden zurück

Insgesamt zehn Personen hätten sich vor dem Club versammelt. Sie seien mit Eisenstangen und Messern bewaffnet gewesen und hätten angefangen, vor dem Club stehenden Besuchern zu drohen. Der Staatsanwaltschaft zufolge haben sie immer wieder „Allahu akbar“ („Gott ist groß“) gerufen.

Dann seien die Männer plötzlich auf den Club zugestürmt, hätten Scheiben eingeschmissen und Steine geworfen. „Besucher wurden angegriffen, geschlagen und mit Steinen beworfen“, sagte der Oberstaatsanwalt zur „Berliner Morgenpost“.

Eine Sonderkommission der Polizei ermittelt. Einer der beiden verdächtigen Haupttäter sitze in Untersuchungshaft – allerdings wegen eines früheren Delikts, sagte der Sprecher der Staatsanwalt Frankfurt (Oder), Ulrich Scherding, am Montag der Deutschen Presse-Agentur. Auch gegen einen zweiten Tatverdächtigen werde ermittelt.

Frankfurts Oberbürgermeister René Wilke (Linke) will den straffälligen Flüchtlingen das Aufenthaltsrecht entziehen. Wie der Linken-Politiker dem rbb sagte, hat die Stadtverwaltung bei Intensivtätern ein Ausweisungsrecht.
„Es war blankes Entsetzen, blanker Horror“

Die Partybesucher seien in Panik verfallen, sagte der Clubbetreiber zum Blatt. Er schildert, wie ein Partygast so gezittert habe, dass er sein Auto zunächst nicht habe öffnen können. Der Inhaber sei selbst beinahe zum Opfer geworden, als einer der Tatverdächtigen ihn durch eine eingeschlagene Tür mit einem Messer treffen wollte......
weiter hier:
https://www.derwesten.de/panorama/gruppe...36247.html

".....Augenzeugen sahen, wie sich mehrere Besucher vor den Angreifern unter geparkte Autos flüchteten. Andere Gäste hätten versucht, sich innerhalb des Clubs zu schützen. Gemeinsam habe man versucht, eine Tür zuzuhalten. "Im Vorraum waren Menschen in Panik", so Schöbe. "Von außen hämmerte ein Syrer gegen die Tür, rief um Hilfe. Es war einer der normalen Partygäste. Wir haben die Tür noch mal geöffnet und ihn reingezerrt." Ein Bekannter sei draußen zu seinem Auto gelaufen, habe so sehr gezittert, dass er es zunächst nicht öffnen konnte. "Dann schaffte er es doch. Die Angreifer schlugen noch zwei Mal gegen den Wagen. Dann attackierten sie schon den Nächsten."
Durch die zerschlagene Tür habe einer der Beschuldigten versucht, auf den Ladeninhaber einzustechen, wie die Staatsanwaltschaft der Berliner Morgenpost mitteilte. "Die Tür war verschlossen, aber uns wurde bewusst, dass draußen noch Menschen waren, denen wir nicht helfen konnten", so Schöbe. "Es war blankes Entsetzen, blanker Horror. Menschen wurden von Steinen getroffen, es war wahllos." Anschließend sei er mit anderen Mitarbeitern in den Vorraum und vor den Club gegangen. "Wir mussten gucken, ob irgendwo Tote oder Schwerverletzte liegen. Wir haben das erwartet, denn wir konnten ja einiges sehen durch die kaputte Tür." Es seien mehrere Menschen mindestens leicht verletzt worden. "Ein unglaubliches Glück, dass es nicht schlimmer ausgegangen ist, das muss man auch mal sagen." Nach ersten Informationen von der Polizei waren von dem Abend keine Verletzen bekannt.
Nach Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft handelte es sich bei der Personengruppe der Angreifer durchweg um syrische Flüchtlinge.
Auch Syrer unter den verängstigten Clubgästen
"Wir haben ein recht buntes Publikum aus verschiedensten Szenen", so "Frosch"-Betreiber Dirk Schübe. Auch unter den angegriffenen Partygästen hätten sich einige friedlich feiernde Syrer befunden.
Bei Eintreffen der herbeigerufenen Polizisten war die Gruppe junger Männer bereits vom Tatort verschwunden. Rund 16 Stunden später, am Sonntagabend um 18.40 Uhr, ging der Diskobesucher, mit dem die beiden Syrer gestritten hatten, über einen belebten Platz in Frankfurt/Oder. Dort traf er nach Angaben der Staatsanwaltschaft auf eine etwa zehnköpfige Gruppe syrischer Flüchtlinge, darunter auch seine beiden nächtlichen Kontrahenten, die ihn wiedererkannten. Die beiden Männer griffen ihn an, schlugen zu und traten auf ihn ein. Eintreffende Polizeibeamte nahmen die beiden Syrer fest.
Zu diesem Zeitpunkt wussten die Beamten noch nichts von der Verbindung der Männer zu dem Übergriff auf die Disko "Frosch". Bei den Festgenommenen handelt es sich um die beiden Hauptverdächtigen aus der Nacht zuvor, einen 20-jährigen und einen 22-jährigen Syrer. Gegen einen der Beschuldigten lag bereits ein Haftbefehl wegen schwerer Körperverletzung vor. Der 20-Jährige soll Mitte August einen anderen Mann mit einem Baseballschläger angegriffen haben, wie die Morgenpost erfuhr. Aufgrund dieses Haftbefehls sitzt der 20-jährige Mann nun in der Justizvollzugsanstalt Wrietzen. Gegen den zweiten Hauptbeschuldigten, einen 22-jährigen Syrer, laufen die Ermittlungen auf Hochtouren. Er war zunächst wieder auf freien Fuß gesetzt worden, weil die Polizisten lediglich von einer Sachbeschädigung ausgegangen waren. Ermittelt wird nun wegen gefährlicher gemeinschaftlicher Körperverletzung und schweren Landfriedensbruchs...."

https://www.morgenpost.de/berlin/polizei...ub-an.html

https://www.facebook.com/Frosch.ffo/phot...60/?type=3
Ihr Lieben …..
Wir, als Frosch der Club, möchten auf diesem Wege ein Statement zum vergangenen Wochenende abgeben, auch wenn es uns nicht leicht fällt ….
Es sind nun ein paar Tage vergangen, aber dieses Geschehen lässt uns weder los, noch haben wir das Gefühl die richtigen Worte zu finden. Es verfolgt uns, wie sicherlich auch die anderen beteiligten Gäste, die dieses Geschehen miterleben mussten.
Zu den ungefähren Abläufen haben wir uns ja schon geäußert, auch wenn sicherlich ein Jeder Anwesender seinen persönlichen Eindruck vom Geschehen hatte.
Der Frosch ist eine Party – Kultur – Event Location.
Wir sind ein Familien Unternehmen.
Wir sehen uns als völlig unpolitisch.
Wir können all diesem Rechts | Links Denken nichts abgewinnen und es spiegelt auch nicht unsere Lebensrealität wieder.
Der Frosch steht Jedem offen. Uns interessiert weder politische Meinung, noch Lebenseinstellung.
Wir selektieren nicht nach Groß, Klein, Hell, Dunkel, Nationalität oder Glauben.
Wir wissen auch nicht, was Jeder so zuhause treibt, oder wie seine Lebensumstände sind.
Wir bemühen uns Jeden gleich zu behandeln und so respektvoll, wie er es durch sein Auftreten bei uns verdient.
Wir können an unserem Verhalten weder eine „Linke“, noch eine „Rechte“ Verhaltensweise festmachen, sondern nur eine Normale Menschliche.
Spinner können es sich also total sparen, uns in eine „Schublade“ zu stecken, das prallt an uns ab, denn es ist Quatsch ! Jeder, der unsere Worte falsch verstehen und auslegen will – Interessiert uns Nicht ! Wir lassen uns vor keinen Karren spannen.
Wir wollen Euch ausschließlich einen tollen Abend in sicherer Atmosphäre bieten !!!
Dieses, unser Aller Sicherheitsempfinden, wurde Samstag Nacht, empfindlich getroffen und verletzt. Wir alle befanden uns in einer dramatischen Ausnahmesituation, die sicherlich keiner von uns vorher für möglich gehalten hätte.
Wir Danken EUCH ALLEN, dass Ihr so tapfer wart, wir Danken Euch, dass Ihr nicht die Nerven verloren habt …. Wir sind unendlich froh, auch wenn Leute verletzt wurden, dass keine schweren Verletzungen darunter waren. Wir wissen, wie Ihr Euch innerlich fühlt, denn wir fühlen wie Ihr. Wir fühlen mit Jenen, die es nicht in den Frosch geschafft haben, wir haben mit Euch gelitten – auch wenn Eure Erlebnisse furchtbar waren. Wir mussten uns entscheiden, die Menschen im Frosch zu schützen – diese Entscheidung quält uns und verfolgt uns in den Schlaf. Wir danken den Männern, dass ihr so besonnen wart und auf uns gehört habt, das Objekt nicht zu verlassen – nicht anzugreifen.
Wir haben Glück gehabt – allein DAS ist die Wahrheit. Und das ist eine sehr traurige und ernüchternde Wahrheit.
Wir werden auch nicht von „Männern“ sprechen, die uns angegriffen haben – und es gibt auch NICHTS zu relativieren.
Auch wenn es grundsätzlich keine Rolle spielen mag, welcher Nationalität oder Hautfarbe die Angreifer waren, so gibt es für uns aber auch keinen Grund diese zu verschweigen.
12-15 Angreifer, egal welcher Nationalität, bewaffnet, hätten uns genauso hart getroffen, wie die Angreifer dieser Nacht.
In diesem Fall handelte es sich um Attackierende mit Migrationshintergrund – sehr wahrscheinlich um Syrische Flüchtlinge, welche wir in unserer Stadt, unserem Land, Willkommen geheißen haben. Flüchtlinge darunter, welche wir auch in unserem Frosch Willkommen geheißen haben, die uns kennen.
Wir wissen manchmal nicht, worüber wir erschütteter sind, dass es diesen Angriff an sich gab, oder dass es „Leute“ waren, denen wir in unserer Stadt ein Leben in Sicherheit, Frieden und finanzieller Unterstützung geboten haben.
Dieser Angriff hatte für unsere Stadt eine völlig neue „Qualität“!
Frankfurt/Oder hat ein ernsthaftes Problem mit einer kriminellen Gruppierung von locker
30-40 Ganoven mit Migrationshintergrund. Die extremen Auswüchse Ihres Verhaltens haben wir am Samstag im Frosch erleben müssen.
IHR Angreifer habt uns mehr genommen, als nur unser ursprüngliches Sicherheitsempfinden, welches Selbstverständlich ist in einer Heimat.
IHR habt uns Unbeschwertheit genommen, Vorurteilsfreiheit, Ihr habt uns das Gefühl dafür genommen, dass IHR Dankbar seid. Wir haben in Eure Augen gesehen !
Klar wissen wir, nur IHR Angreifer seid Verbrecher – nur IHR wart bewaffnet – nur Ihr seid auf ALLE losgegangen – nur IHR habt nicht selektiert – nur IHR wolltet uns verletzen !
Und trotzdem werden wir in Zukunft zusammenzucken, wenn arabisch aussehende Gäste den Frosch besuchen wollen, wir werden Gäste nach Waffen durchsuchen müssen, wir werden lange brauchen um wieder Vertrauen aufbauen zu können – zu ganz normalen in unserer Stadt lebenden Flüchtlingen. Wie verrückt das eigentlich ist ….
Wir wissen auch, natürlich, dass es Kriminelle in jedem Land der Welt gibt.
Wir wissen auch, natürlich, dass es Ganoven schon immer gab.
Wir wissen auch, natürlich, dass IHR nur ein kleiner Prozentsatz aller hier in Deutschland lebenden Flüchtlinge oder Menschen mit ausländischen Wurzeln seid.
Aber es ist an der Zeit Euch zu stoppen.
Wir selber können das nicht und wir wollen das auch nicht.
Wir haben absolutes Vertrauen in unseren OB Rene Wilke.
Er war der Erste, den wir am Sonntag informiert haben.
Wir kennen seine Einstellung zu Verbrechen an sich und das in diesem Falle Nationalität oder Herkunft, oder persönliche Vorgeschichte, keine Rolle spielen. Wir wissen, dass er Alle Ihm möglichen Mittel und Wege ausschöpft um Frankfurt/Oder zu einem sicheren Lebensort für ALLE hier Lebenden zu machen. Er hat SOFORT reagiert und diesem Vorfall seine tatsächliche Bedeutung beigemessen. Wir sind Dankbar, dass er zu uns seit dem kurze Wege hält, informiert und ein Ansprechpartner für uns ist. Wir wissen, dass an diesem Fall hart und konsequent gearbeitet wird.
Wir sind auch in der Pflicht, richtig zu stellen, dass uns unser Zeitgefühl während der Attacke betrogen hat. Wir haben, ohne das Geschehen - auch im Nachhinein -, richtig realisiert und verarbeitet zu haben, der Polizei schwere Vorwürfe gemacht.
Durch Recherchen ergab sich, dass wir NICHT 15 Minuten versucht haben die Polizei zu erreichen, sondern nur 5 Minuten lang. Als die Warteschleife der Polizei zu hören war – gleich beim 1. Anruf, habe ich nicht realisiert, dran bleiben zu müssen, da ich ja auch in das Geschehen um mich herum eingreifen musste. Tatsächlich war ein Polizist dann anscheinend am anderen Ende der Leitung, während ich das Handy schon nicht mehr am Ohr hatte.
Das ganze 3 mal …. Erwartet hatte ich sofort einen Polizisten erreichen zu können, … was die Bandstimme sagte, hatte ich gar keine Zeit zu verstehen …
Und obwohl unser Aller Zeitgefühl uns glauben ließ, dass wir insgesamt 30 Minuten auf die Polizei warten mussten und wir, wie Viele, auch diesen Vorwurf in der Nacht und an folgenden Tagen äußerten, konnten wir mit Hilfe der Polizei nachweisen, dass das Zeitgefühl in einer solchen Situation total verrückt spielt. 9 Minuten nach dem 1.Notruf traf der erste Streifenwagen ein. Unser Zeitempfinden muss ausgesetzt haben.
Wir sagen Sorry zur Polizei und fühlen uns besser, zu wissen, Ihr kommt, wenn man Euch ruft, so schnell als Möglich !
Am Sonntag war uns klar, das Thema Frosch ist durch.
Wer soll nach solch einem Erlebnis noch zu uns kommen ?
Fühlen wir uns selber stark genug, um diesen Vorfall innerlich verarbeiten zu können ?
Können wir unbeschwert im Frosch weiter feiern ?
Werden uns unsere Gäste die Treue halten, oder den Frosch eine Zeitlang meiden ?
Ab Montag standen unsere Handys aber nicht mehr still.
Krass, wie viele tolle Nachrichten wir von Freunden, Bekannten, Gästen und Wildfremden bekommen haben. Trost, Aufmunterung, Hilfsangebote, ein
„Wir kommen jetzt erst recht zu Euch“ Tenor, der uns beruhigter in die Zukunft schauen lässt.
Unsere Gäste sind einfach cool – und wir halten zusammen !
Unsere Vermieterin des Frosches Frau Lukas und Ihr ganzes Team, besonders Frau Weichel – ein Traum !!! Danke !
Wir freuen uns auf Euch Alle am Freitag !
Wir konnten den gleichen Dj überreden noch mal zu spielen und wir wiederholen unsere 90er Jahre Party einfach noch einmal !
Wir lassen uns unsere Partys nicht kaputt machen!
Für Sicherheit ist gesorgt!
Zum Abschluss
Versteht uns bitte richtig. Wir alle friedliebenden Menschen wollen in dieser Stadt Leben und glücklich sein. Wir lieben unsere Stadt und unsere Heimat. Wir teilen unser Zusammenleben gerne mit anderen Kulturen. Wir sind Universitätsstadt und haben eine Vielzahl an unterschiedlichen Menschen und Nationalitäten hier bei uns zu Gast.
Viele Menschen mit ausländischen Wurzeln leben und arbeiten hier. Sie wollen genauso glücklich sein, haben gleiche oder ähnliche Wertvorstellungen wie wir, gehören zu uns, sind Nachbarn, Kollegen, Bekannte, haben sich bewusst entschieden Frankfurter zu werden.
Wir essen bei Ihnen, wir kaufen bei Ihnen ein, wir Feiern zusammen, interessieren uns füreinander, sind befreundet und lieben gleichermaßen diese Stadt, die wir Heimat nennen.
GANZ NORMAL !
Wir müssen uns gegenseitig respektieren, achten und immer wieder aufs Neue die Hand reichen, wenn wir problematische Situationen zu meistern haben.
Wir ALLE sind Menschen und haben die Pflicht stets menschlich zu handeln.
Wir müssen ehrlich zueinander sein, einen gesunden Weg des Miteinander finden.
Aber wir müssen auch ehrlich zu uns selber sein und Ehrlichkeit von Allen uns Vertretenden, Repräsentierenden, erwarten können. Dinge müssen beim Namen genannt werden.
Probleme sind keine Statistiken sondern beeinflussen unser Zusammenleben.
Es gibt keinen Patent Weg dafür …. Wir zumindest kennen ihn nicht.
Wir lassen uns unser Zusammenleben nicht von Chaoten kaputt machen.
Wir vertrauen weiterhin in unsere Politik, in unsere Justiz und Sicherheitsorgane.
Ihr garantiert uns den Frieden, den wir alle für ein glückliches Leben benötigen.
Hinterfragt auch Ihr Euch!
Löst die Probleme, die wir nicht lösen können!
Greift hart und konsequent durch! Straftäter gehören ins Gefängnis!
Macht unsere Straßen wieder sicher! Habt Verständnis für unser Aller Sorgen!
Auch wir Alle müssen, selbst nach solch einem Vorfall, wieder den Weg der Normalität finden. Auch wenn es schwer ist.
Wir dürfen durch unser Leben nicht mit Hass gehen, naja, und wer Gewalt für den richtigen Weg hält, ist im Grunde nicht besser.
Wir sind aber auch keine wehrlosen Opfer für Ganoven und Banditen – und wir erwarten Schutz von unseren Sicherheitsorganen, wenn wir Schutz benötigen.
Lasst uns nicht mit solchen Vorfällen alleine. Wir zählen auf Euch !
Manja und Dirk vom Frosch
Antworten
#19
Danisch:

Das Herzversagen des Markus B.
Oder sollte man sagen: Presseversagen?

Das hatte ich ja hier auch im Blog, zumal mir ja auch verschiedene Ärzte (Intensiv-, Chirurg,…) geschrieben und über Einzelheiten geschrieben hatten, dass etwa ein so junger Mensch normalerweine keinen Schrittmacher, sondern einen Defibrillator trägt und so weiter, nachdem es ja überall hieß und durch die Presse gedrückt wurde, dass das reiner Zufall war, dass der Mann, der da Streit zwischen Afghanen schlichten wollte, dann starb, während er verprügelt wurde, ein rein zufälliges Zusammentreffen zweier Umstände, die miteinander gar nichts zu tun hätten. Die Auseinandersetzung sei nicht ursächlich gewesen.
Ging quer durch die ganze Presse.
Die nun aber behaupten, das könne nicht stimmen.
Denn die Staatsanwaltschaft wolle nun Anklage wegen „Körperverletzung mit Todesfolge” erheben.
Körperverletzung mit Todesfolge?
Wo es doch gar nichts miteinander zu tun haben soll?

Werden wir hier eigentlich nur noch verarscht?
http://www.danisch.de/blog/2018/10/11/da...-markus-b/
 
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#20
Köthen: Gutachterin bestätigt Herzfehler – Tod aufgrund mehrerer Faktoren

Im Verfahren um den Tod eines 22-Jährigen in Köthen hat die Rechtsmedizin ihr Gutachten vorgelegt. Es sei nicht sicher, ob er allein an Herzproblemen gestorben ist.

Ein Zusammenspiel verschiedener Faktoren hat nach einem Gutachten zum Tod eines 22-Jährigen geführt, in dessen Folge es im sachsen-anhaltischen Köthen zu rechtsgerichteten Demonstrationen gekommen ist.
Eine Rechtsmedizinerin und Internistin sagte vor dem Landgericht Dessau-Roßlau, das Opfer habe aufgrund eines angeborenen komplexen Herzfehlers ein erhöhtes Risiko für einen plötzlichen Herztod gehabt. Der Stress der Auseinandersetzung im September 2018 habe das Risiko erhöht. Die Sachverständige betonte: "Es ist nicht sicher zu beweisen, dass der Patient an einem plötzlichen Herztod oder einem Herzinfarkt allein gestorben ist."

In dem Prozess sind zwei 17 und 18 Jahre alte Männer wegen schwerer Körperverletzung und Körperverletzung mit Todesfolge angeklagt. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass einer der beiden Männer den 22-Jährigen schlug, der einen Streit schlichten wollte. Dadurch sei der Angegriffene zu Boden gefallen, der andere Angeklagte habe ihm mindestens einen Fußtritt gegen Oberkörper oder Kopf versetzt. Der herzkranke Mann starb wenig später. Die Angeklagten bestreiten die Attacke.....

> https://www.zeit.de/gesellschaft/zeitges...hler-opfer

Kommentare:

Hückel-Ra
Es ist zum Verzweifeln! Wieder keine Klarheit. Mit solchen schwammigen Erkenntnissen/Aussagen kann doch den "rechten" Populisten nicht der Wind aus den Segeln genommen werden.

Dr.Krokowski
Das hier ist ein Strafverfahren.
Da geht es nicht um Lechts und Rinks.

Max Pe
Man hätte sich vielleicht diesen Aufruhr ersparen können, wenn die allgemeine Berichterstattung darüber anders verlaufen wäre.
Die ersten Artikel erwähnten quasi im zweiten Halbsatz, dass das Opfer einen Herzfehler hatte und der Bruder der rechtsextremen Szene angehören soll.
Ich vermute, dies suggerierte bei Vielen, dass hier etwas von Anfang an stark relativiert werden sollte. Bis zur VT einer Vertuschung.
Hinzu kommt die Einstellung vieler Einwanderungskritiker und extremerer Zeitgenossen, dass die Verdächtigen anfangs als 'Männer' ohne nähere Hintergrundinformationen bezeichnet wurden.

Forschender 4.0
und der Bruder der rechtsextremen Szene angehören soll.
Stellt sich die Frage, warum man das damals berichten musste.
 
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