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Kurzfassung „NSU“ - Druckversion

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RE: Kurzfassung „NSU“ - Rundumblick - 20.07.2017

Aufklärung als Possenspiel
Die „Aufklärung“ des NSU-VS-Komplexes steigert sich ins Absurde: Eine gespenstische Reise an den Tatort in Kassel.
https://www.rubikon.news/artikel/die-aufklarung-des-nsu-vs-komplexes-steigert-sich-zum-possenspiel


RE: Kurzfassung „NSU“ - Rundumblick - 20.07.2017

Bundestag-Untersuchungsausschuss versagt auch bei Aufklärung des Todes von Thomas Richter, Informant Corelli

Beim Todesfall Thomas Richter (Informant „Corelli“) empfahl der Diabetes-Experte Prof. Dr. Lenzen, gezielt nach Antikörpern in den sterblichen Überresten Richters zu suchen.
„Am 30.06.2016 ist telefonisch mit Prof. Dr. Lenzen vom Institut für Klinische Biochemie der Medizinischen Hochschule Hannover Kontakt aufgenommen worden. Vor weiteren Untersuchungen durch ihn hielt er es für sinnvoll, das Ergebnis der beauftragten Untersuchung des Blutes auf diabetesspezifische Autoantikörper abzuwarten. Nach Vorliegen dieses Ergebnisses könnte durch Untersuchung des Pankreasgewebes festgestellt werden, ob es sich um einen natürlich entstandenen Diabetes handelt oder ob dieser durch Beibringung von Stoffen hervorgerufen worden ist.“ (Abschlussbericht parlamentarischer NSU-Untersuchungsausschuss in NRW)
Laut eines hier im Forum vertretenen Mediziners würde das Vorhandensein von Antikörpern eine natürliche Diabetes 1 – Erkrankung belegen. Die Hintergründe:
Bei Diabetes 1 bekämpfen auf einmal die körpereigenen Antikörper die Bauspeicheldrüse oder das produzierte, körpereigene Insulin. Der Blutzuckerwert steigt innerhalb weniger Wochen, bis die Person schließlich in ein Koma fällt und ohne medizinische Hilfe stirbt. Bei Giftbeibringung bleibt dagegen dem Organismus keine Zeit mehr, Autoantikörper zu bilden.
Was steht im Abschlussbericht des zweiten Bundestag-Untersuchungsausschuss zur Antikörper-Untersuchung? Nichts – die Abgeordneten zitieren einfach die letzte Presseerklärung der Staatsanwaltschaft Padernborn, schließen sich ihr indirekt an.
„Die Staatsanwaltschaft Paderborn hat das Todesermittlungsverfahren am 7. März 2017 erneut eingestellt und hierzu in einer Presserklärung mitgeteilt:
„Die Staatsanwaltschaft Paderborn hat das obige Todesermittlungsverfahren mit Verfügung vom 07.03.2017 erneut eingestellt, da auch nach dem Ergebnis der weiteren Ermittlungen ein Fremdverschulden am Tod des Thomas R. weiterhin ausgeschlossen werden kann. Das eingeholte Gutachten des Instituts für Klinische Biochemie der Medizinischen Hochschule Hannover vom 08.02.2017 kommt zu der abschließenden Bewertung, dass die Ergebnisse der feingeweblichen Untersuchung des Pankreas des Thomas R. das Bestehen eines aufgrund krankhafter innerer Ursache entstandenen Typ-1-Diabetes mellitus belegt und diese Feststellungen nicht vereinbar sind mit einem durch ein diabetogenes Gift induzierten insulinpflichtigen Diabetes. Auch das bei dem Forensisch Toxikologischen Centrum in Auftrag gegebene Wirkstoffgutachten hinsichtlich einer Auswahl der bei dem Verstorbenen sichergestellten Tabletten kommt zu dem Ergebnis, dass in diesen Tabletten lediglich die Wirkstoffe Tadalafin und Sildenafil enthalten sind. Beide Wirkstoffe sind nicht geeignet, einen Diabetes hervorzurufen.“
Da keine Berichte über Nachweise von Antikörpern vorliegen, dürfte das Ergebnis der Nachuntersuchungen negativ sein – oder anders ausgedrückt: Wenn Antikörper irgendwo festgestellt worden wären, hätten das die Staatsanwaltschaft und die Abgeordneten sicherlich deutlich mitgeteilt. Damit erhärtet sich der Verdacht, dass Thomas Richter ermordet wurde. Auch Schweigen kann laut sein.

http://friedensblick.de/25437/bundestag-untersuchungsausschuss-versagt-auch-bei-aufklaerung-des-todes-von-thomas-richter-informant-corelli/


RE: Kurzfassung „NSU“ - Rundumblick - 25.07.2017

PLÄDOYER DES BUNDESANWALTS IM NSU-PROZESS
„Zschäpe hat die Opfer entehrt und verhöhnt“

Bundesanwalt: „Sie war Mittäterin“ ++ Während des Vortrags hatte Zschäpe ihre Brille aufgesetzt, machte sich Notizen, hörte aufmerksam zu

München – Die Bundesanwaltschaft fordert eine Verurteilung der mutmaßlichen Rechtsterroristin Beate Zschäpe als Mittäterin an allen Morden und Anschlägen des „Nationalsozialistischen Untergrunds”, NSU.

Bundesanwalt Herbert Diemer sagte, als er sein Plädoyers am Dienstag im Münchner NSU-Prozess begann, die Anklagevorwürfe gegen Zschäpe und die vier Mitangeklagten hätten sich in allen wesentlichen Punkten bestätigt. Sollte das Oberlandesgericht in seinem Urteil dieser Argumentation folgen, droht Zschäpe lebenslange Haft wegen mehrfachen Mordes.

Diemer fuhr fort: „Hoher Senat, die Beweisaufnahme ist nach vier Jahren und knapp drei Monaten zum Abschluss gekommen. Eine Beweisaufnahme, die das politische und mediale Interesse nicht immer befriedigen konnte.“

► Über Beate Zschäpe sagte er: „Sie hat die Opfer entehrt und verhöhnt." Dann nennt Herbert Diemer die Namen aller Opfer. „Sie wurden von Beate Zschäpe und ihren Komplizen hingerichtet, weil sie ausländischer Herkunft waren. Weil andere Menschen davor abgeschreckt werden sollten, nach Deutschland zu kommen."

Diese Menschen seien nicht aufgrund ihres eigenen Verhaltens ausgewählt wurden. „Sie wurden Opfer als willkürlich herausgegriffene Angehörige ihrer Bevölkerungsgruppe."

► „Das Motiv für all diese Verbrechen war rechtsextremistische Ideologie. (...) Die Intention, dieses freie und freundliche Land in seinen Grundfesten zu erschüttern und einem widerwärtigen Nazi-Regime den Boden zu bereiten."

► Zum Fall der getöteten Polizistin Michelle Kiesewetter sagte Diemer, sie habe als Repräsentantin der „verhassten Polizei" und des Staates sterben müssen. Ihr Kollege habe nur mit einem „Höchstmaß an Glück" überlebt. Die Tat sei ein Angriff auf den Staat gewesen, die Auswahl der Opfer willkürlich. „Die überlebenden Täter sitzen hier auf diesen Bänken. Sie heißen Beate Zschäpe, André Eminger, Ralf Wohlleben, Holger Gerlach und Carsten Schulze.“

www.bild.de/regional/muenchen/nsu-prozess/nsu-plaedoyers-52653910.bild.html


RE: Kurzfassung „NSU“ - Rundumblick - 25.07.2017

www.mdr.de/thueringen/nsu-zschaepe-102.html

Bundesanwaltschaft fordert Verurteilung Zschäpes als Mittäterin

Die Bundesanwaltschaft fordert eine Verurteilung der mutmaßlichen Rechtsterroristin Beate Zschäpe als Mittäterin an allen Morden und Anschlägen des "Nationalsozialistischen Untergrunds". Bundesanwalt Herbert Diemer sagte am Dienstag in seinem Plädoyer vor dem Oberlandesgericht München, mit der Beweisaufnahme habe sich die Anklage in objektiver wie in subjektiver Hinsicht in allen Punkten im Wesentlichen bestätigt. Zschäpe sei "Mittäterin" bei den zehn Morden, zwei Bombenanschlägen und den weiteren Taten des NSU.

...

4 Kommentare

25.07.2017 14:16 emil 4

nun wälzt staatsanwaltschaft und verfassungsschutz alles auf das trio ab, womit ich nicht sagen will, die seien unschuldig.
die sachlage aber ist klar: staatliche stellen haben mitgemischt ...

25.07.2017 14:00 Udo Degen 3

Mitgegange, mitgefangen und dann mitgehangen ist ein Spruch aus der Geschichte. Aber was ist mit den
anderen, jene die mitverantwortlich waren das so etwas überhaupt passieren konnte?
Der trottliche VS in Sachsen und die anderen Schlapphüte?

25.07.2017 13:34 Egon 2

12. Kein Ruß in den Lungen
13: Keine Uwe-Fingerabdrücke auf „Selbstmord-Pumpgun“
14: 6 Hartmantelgeschoßteile in Böhnharts Kopf-können nicht von Pumpgun stammen.
15: Schmauch von Polizeimunition an Böhnhardts Hand.
16: Kein Blut und Hirn an Wand, an der Mundlos mit weggeschossenem Hinterkopf lehnt.
17: Schleif- /Schürfspuren auf Böhnhardts Rücken.
18: Völlig unbeschädigte Bauchtasche, mit „Beweisen“ drin, liegt auf verkohlter Sitzbank.
19: Böhnhardt wurde seitlich durch die Schläfe geschossen, Ausschußloch ist im Dach Fahrerkabine.
20: Zschäpe will ca. 12 Bekenner-DVDs in Postkasten vorm explodierten Haus gesteckt haben. Dieser wurde aber von Polizei demontiert und durchsucht=>keine DVDs drin.
Uswusf. Alles im „www“ nachlesbar in den geleakten original Polizei-NSU-Akten.
Vom letzten „Dönermord“ wurden neulich erst die Akten für 120 Jahre gesperrt? Warum? Weil keine Uwes vorkommen und die vorhandenen Spuren in ein ganz andere Richtung
Führen, wie in den bekannten Akten auch?

25.07.2017 13:31 Egon 1

Mit der Beweisaufnahme habe sich die Anklage in objektiver wie in subjektiver Hinsicht in allen Punkten im Wesentlichen bestätigt???? Wieso ist dann so viel ungeklärt?
1: keine Spuren der Uwes an den 27 Tatorten.
2: dafür über 4000 Spuren unbekannter Leute an den Tatorten.
3: niemand hat sie dort gesehen.
4: Keine Uwe-Spuren an den geraubten Dienstpistolen und Handschellen.
5: Keine Uwe-Spuren an der “Dönermord-Czeska“.
6: keine Uwe-Spuren an der Blutjoggighose, außer dem Taschentuch darin.
7: keine Uwe-Spuren am Beutegeld der letzten 2 Bankraube.
8: Kein Bekenntnis geschweige denn Uwes in dem „Bekennerfilm“.
9: keine Spuren von BMZ auf den „Bekenner“-DVDs und deren Umschlägen.
10: „Bekenner-DVDs“ wurden noch im Nov. 2011 geändert.
11: 6 Uwe-Spurenfreie DVDs mir Hülle wurden in bereits durchsuchtem Rucksack 2-3 Wochen später nachgefunden.


RE: Kurzfassung „NSU“ - Rundumblick - 25.07.2017

Beate Zschäpe

Als hätte sie selbst gemordet

Stützte Beate Zschäpe den NSU, weil sie emotional erpresst wurde? Die Anklage versucht das im Plädoyer zu widerlegen: Sie soll das Rückgrat der Mörder gewesen sein.

Von Tom Sundermann, München

Seit mehr als vier Jahren schreibt ZEIT ONLINE über den NSU-Prozess in München. Berichte und Analysen aus dem Gerichtssaal finden Sie hier in unserem NSU-Blog.

Der Mann in der roten Robe beginnt mit einer Durchsage in eigener Sache. "Es ist unzutreffend, wenn kolportiert wird, der NSU-Prozess habe seine Aufgabe nur teilweise erfüllt", sagt Bundesanwalt Herbert Diemer. Im Strafprozess geht es um Straftaten, nicht um das Versagen des Staats, stellt er klar. Und im Prozess um die Morde und Anschläge des Nationalsozialistischen Untergrunds habe seine Behörde sich streng an die Strafprozessordnung gehalten.

So beginnt Diemer als Vertreter des Generalsbundesanwalts das Plädoyer im größten Verfahren gegen Rechtsterrorismus der bundesdeutschen Geschichte – nach vier Jahren und knapp drei Monaten Beweisaufnahme, nach 375 Sitzungstagen. Es hat ihn selbst ein bisschen überrascht: Als Richter Manfred Götzl ihm das Wort erteilt, muss Diemer erst einmal seine Notizen holen – die hatte er liegen gelassen. Im Saal bricht Gelächter aus. Auch die Hauptangeklagte Beate Zschäpe ist amüsiert.

Schlussvortrag soll 22 Stunden dauern

Danach wird es sehr ernst – und gleich zu Anfang konkret: "Die Anklage hat sich in objektiver und subjektiver Sicht in allen wesentlichen Punkten bestätigt", sagt der Bundesanwalt. Damit lässt er bereits einen Blick auf das Ende des Schlussvortrags zu, der nach Kalkulation der Ankläger rund 22 Stunden dauern soll – also wohl bis zur Sommerpause im August. Für Zschäpe dürften Diemer und seine Kollegen lebenslange Haft fordern. Sie ist in ihren Augen uneingeschränkt schuldig, ebenso die vier anderen Angeklagten vor dem Münchner Oberlandesgericht. Die 42-Jährige hört dabei stoisch zu, den Kopf auf die Hände gestützt.

Zschäpe hat sich den Erkenntnissen zufolge als Mittäterin an allen Taten schuldig gemacht, die dem NSU zugeordnet wurden: die Morde an acht Türken und einem Griechen sowie einer deutschen Polizistin zwischen 2000 und 2007, die zwei Bombenanschläge mit mehr als 20 Verletzten in Köln von 2001 und 2004 und 15 Raubüberfälle, mit denen die Gruppe ihr Leben im Untergrund finanzierte. Ausgewählt worden seien die Opfer allein wegen ihrer Herkunft, oder, im Fall der Polizistin Michèle Kiesewetter, wegen ihrer Rolle als Repräsentanten des Staats, stellt Diemer klar.

Sie seien willkürlich zu Opfern geworden. Alle anderen Behauptungen von "selbsternannten Experten" seien "Irrlichter" und "Fliegengesumme in den Ohren". Tatsächlich haben Verschwörungstheorien und Spekulationen den NSU-Prozess schon vor seiner Eröffnung begleitet. In diesen Tagen stellt die Bundesanwaltschaft einer Vielzahl rotierender Halbwahrheiten Fakten gegenüber.

Tarnkappe des NSU

Doch längst nicht alle davon sind unstrittig: "Die terroristische Zelle bestand ausschließlich aus den drei Personen Uwe Mundlos, Uwe Böhnhardt und Beate Zschäpe", führt Diemers Kollegin, die Oberstaatsanwältin Anette Greger aus. Die Vertreter der NSU-Opfer kämpfen im Prozess seit Anbeginn gegen diese Deutung – lässt sie doch die Möglichkeit eines verzweigten Netzwerks von rechten Unterstützern außen vor. Derzeit laufen zwar noch neun Ermittlungsverfahren gegen mutmaßliche Helfer. "Ich rechne aber nicht damit, dass es zu einer Anklage kommt", sagt der Nebenklageanwalt Sebastian Scharmer gegenüber ZEIT ONLINE.

Ausgeführt wurden die Taten, daran gibt es bei keinem der Prozessbeteiligten Zweifel, von Zschäpes Komplizen Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt. Zschäpe aber trug ihren Teil dazu bei – als "Tarnkappe" des NSU, wie Greger es nennt. Sie plauschte mit Nachbarn und hatte immer eine überzeugende Lüge parat, wenn sich jemand nach dem Leben der Dreier-WG erkundigte, die zunächst in Chemnitz und später in Zwickau lebte. Zudem zündete sie nach dem Suizid ihrer Mitbewohner die gemeinsame Wohnung an. Als Rückgrat der Mörder machte sie sich laut Bundesanwaltschaft somit der Mittäterschaft schuldig – und ist zu bestrafen, als hätte sie selbst gemordet. An Stellen wie diesen macht sich Zschäpe eifrig Notizen.

Die Angeklagte war der Darstellung nach auf Augenhöhe mit zwei Narzissten, die dem "Wahn von einem ausländerfreien Land" anhingen, verliest Bundesanwalt Diemer. Ihr Plan war, "dieses freie, friedliche und freundliche Land" zu besiegen und "eine widerliche Nazi-Herrschaft zu errichten".

An Belegen für die extremistische Ideologie mangelt es nicht: Greger beruft sich auf das Spiel Pogromly, eine rechte Parodie auf das klassische Monopoly, das Mundlos, Böhnhardt und Zschäpe herstellten, um es in der Szene zu verkaufen. Auf dem Spielbrett sind unter anderem Bahnhöfe durch Konzentrationslager ersetzt. In Zschäpes Wohnung hing eine Reichskriegsflagge, sie besaß Dolche und Gaswaffen. Gemeinsam bastelte das Trio eine Puppe mit Judenstern auf der Brust, die sie in einer Schlinge über einer Autobahn aufhängten.

Die ideologischen Grundpfeiler hätten die drei dem US-Hetzroman Die Turner-Tagebücher entnommen, in dem eine rechtsextreme Revolution aus kleinen Zellen propagiert wird, die sich mit Banküberfällen finanzieren. Auch auf solche Querverbindungen hatten Anwälte der Nebenklage immer wieder hingewiesen.

Sie glauben Zschäpe kein Wort

Zschäpe hatte in ihrer eigenen Aussage behauptet, sie sei von Mundlos und Böhnhardt emotional erpresst worden, nicht aus der Gruppe auszuscheren, obwohl sie mit den Gewalttaten nicht einverstanden gewesen sei. Auch habe sie immer erst im Nachhinein von den Morden und Anschlägen erfahren. Die Ankläger machen deutlich: Sie glauben Zschäpe kein Wort.

Dabei können sie sich auf eine reiche Auswahl an Zeugenaussagen berufen, nach denen Zschäpe ein selbstbewusster Charakter war und sich nie von anderen vorschreiben ließ, was sie zu tun oder zu sagen hatte. Beispielhaft die Aussage ihres Cousins Stefan A.: "Sie hatte die beiden im Griff." Auch Aussagen des Mitangeklagten Holger G., der der Gruppe Ausweise überlassen haben soll, ziehen die Staatsanwälte mehrfach heran – und ihr Verhalten im Prozess: wie sie ihren Verteidigern die Sitzordnung vorgab oder einen "Bannstrahl" gegen sie richtete, als diese nicht mehr ihrem Willen folgen wollten.

Auch ein Video, aufgenommen von Überwachungskameras in der Zwickauer NSU-Wohnung, soll Zschäpes Persönlichkeit belegen. Aufgezeichnet ist eine Szene, die alle drei Mitglieder der Zelle zeigt. Greger beschreibt den Inhalt: "Beide Männer greifen unaufgefordert zum Kehrgerät, nachdem ein Besucher die Wohnung verlassen hat."

Das Plädoyer wird morgen fortgesetzt. Die Forderungen über das Strafmaß für die Angeklagten folgen wahrscheinlich in der kommenden Woche.
www.zeit.de/gesellschaft/2017-07/beate-zschaepe-plaedoyer-nsu-prozess/komplettansicht


RE: Kurzfassung „NSU“ - Rundumblick - 25.07.2017

Peggy-Buchautor von der DPA glaubt, beim #NSU-Prozess würden unabhängige Richter urteilen
Es gibt so Situationen, da weiss man beim Lesen nicht, ob man jetzt lachen oder weinen soll, so schräg sind manche Tweets…
Da hätten wir zunächst die grosse Verarsche „Drei plus X“, denn bei sämtlichen Tatorten ohne Spuren und Zeugen in Bezug auf die behaupteten Uwe-Killer/Bomber/Bankräuber suchen BKA und BAW immer noch nach den eigentlichen Tätern.
Plädoyers erst ab kommender Woche, während das BKA weiter die Mörder sucht

hier


RE: Kurzfassung „NSU“ - Kuddel™ - 26.07.2017

Die Berichterstattung über die NSU-Morde –

eine Medienkritik der Otto-Brenner-Stiftung:

https://www.otto-brenner-shop.de/uploads/tx_mplightshop/AH79_web_small.pdf


RE: Kurzfassung „NSU“ - Rundumblick - 26.07.2017

NSU-Prozess: Ankläger verteidigen ihre tendenziöse Anklage

Vor dem Oberlandesgericht in München hat die Bundesanwaltschaft mit ihrem Plädoyer begonnen
"Hoher Senat!" - Kurz nach 12 Uhr am 375. Sitzungstag begann die Anklagebenhörde mit dieser Formel vor vollbesetzter Tribüne ihr Plädoyer gegen die Angeklagten Beate Zschäpe, Ralf Wohlleben, André Eminger, Holger Gerlach und Carsten Schultze. Damit ist die seit über vier Jahren laufende Hauptverhandlung wegen der zehn NSU-Morde nun tatsächlich in ihre Schlussphase getreten. Nach Ansicht der Bundesanwaltschaft (BAW) sei ihre Anklage, erhoben im November 2012, bei "allen fünf Angeklagten in allen wesentlichen Punkten bestätigt" worden.
Das war nicht anders zu erwarten. Auch nach fast fünf Jahren Aufarbeitung im ganzen Land, nach immer neuen Enthüllungen wie Vertuschungen in dieser Skandalaffäre bleibt sich die oberste Ermittlungsbehörde treu. Ihrer tendenziösen Anklageschrift, mit der dieser Mammutprozess begann, lässt sie nun ihren nicht weniger tendenziösen Schlussvortrag folgen. Tag eins ihres auf mehrere Tage angelegten Plädoyers.
Die eigene Beweisführung der Strafverfolger aus Karlsruhe war am ersten Plädoyertag eher dünn. Dafür war ihr politisches Statement umso deftiger, mit dem sie bemerkenswerterweise ihren Part einleitete. Bundesanwalt Herbert Diemer, der die BAW-Delegation vor dem Gericht in München anführt, setzte sich zunächst kritisch mit Politik und Medien auseinander.
Deren Erwartungen habe der Prozess nicht erfüllen können, weil ihm strafprozessuale Grenzen gesetzt seien. Hier gelte es, Gerüchte von Fakten zu trennen. Beispielsweise wenn kolportiert wurde, "irgendwelche Hintergründe" der Taten oder "irgendwelche Unterstützerkreise" der Täter seien nicht geklärt. Es habe im Ermittlungsverfahren auch keine Anhaltspunkte für eine Verstrickung staatlicher Behörden in die NSU-Verbrechen gegeben, so Diemer.
Eine schwer zu überprüfende Aussage einer Behörde, die allein im Besitz sämtlicher Ermittlungsunterlagen ist.
Im Übrigen stünden weitere Ermittlungen aus, so Diemer, die aber nicht Gegenstand dieses Prozesses seien. Der Gegenstand des laufenden Prozesses definiere sich einzig durch die zur Anklage gebrachten fünf Personen. Etwas anderes zu behaupten, verunsichere die Opfer und die Bevölkerung....

weiter:https://www.heise.de/tp/features/NSU-Prozess-Anklaeger-verteidigen-ihre-tendenzioese-Anklage-3783314.html


RE: Kurzfassung „NSU“ - Rundumblick - 26.07.2017

Borris sagte:
26. Juli 2017 um 10:52
Hat irgendwer einen Link zu den griffigsten Zahlen – Daten – Fakten der Anklage beim NSU ?
Was sind die Top-10 beim NSU-Verfahren?
10 Beweise, dass M und B die 10 Morde begangen haben (Phantombilder, Fingerabdrücke, Tatwaffen, Flucht-Fahrzeuge, Flucht-Fahrrad, Kleidung, Werkzeug, Perso am Tatort ? )
10 Beweise für Zs Tatbeteiligung an konkret diesen 10 Morden
Ich frage mal anders herum: Kann die Staatsanwaltschaft AUSSCHLIESSEN, dass Z nicht alle 10 Morde PERSÖNLICH begangen hat ?
10 Beweise, dass Z nicht selbst geschossen hat
10 Beweise, dass Z nicht das Zeugensterben organisierte
10 Beweise, dass der allmächtige NSU aus nur 3 Personen bestand
Stattdessen finde ich in den MSM und ÖR nur faktenlose Lubhudelei, wie toll ermittelt wurde. Aber WAS konkret steht fest ???
http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/herbert-diemer-vertritt-den-bund-beim-nsu-prozess-15120317.html
http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/warum-nsu-richter-und-anwaelte-einen-guten-job-gemacht-haben-15121873.html
https://www.welt.de/politik/deutschland/article167037114/Ihr-Tatbeitrag-war-so-essenziell-wie-jede-Tat-der-Maenner.html
http://www.spiegel.de/panorama/justiz/nsu-prozess-anklagte-nennt-zschaepe-tarnkappe-des-terror-trios-a-1159680.html
„Der „Nationalsozialistische Untergrund“ (NSU) habe ein „freies, friedliches und freundliches Land“ erschüttern wollen, um einem „widerwärtigen Naziregime den Boden zu bereiten“, sagt Diemer. Das Ziel der Terrorzelle: ein „ausländerfreies Land“. Das Motiv: eine „rechtsextremistische Ideologie“.“ [Der NSU wollte die totale Revolution ??? ]
„Es gebe keine Anhaltspunkte für ein über das NSU-Trio hinausgehende rechtsextremistisches Netzwerk.“ [Weil…?]
https://www.tagesschau.de/inland/nsu-prozess-235.html
Gibt es auch nur 1 Artikel / Bericht in den MSM mit FAKTEN statt Sätzen wie aus einem der o.g. Artikel: „Dem Ansinnen einiger Nebenklagevertreter, in diesem Verfahren vor allem auch Licht ins Dunkel der Unterstützerszene des NSU zu bringen, trat er [Diemer] oft rigoros entgegen: […]“


RE: Kurzfassung „NSU“ - Rundumblick - 26.07.2017

[Junge Welt]
Plädoyer gegen »Fliegengesurre«
Insgesamt 22 Stunden soll das Plädoyer der Bundesanwaltschaft im Münchner NSU-Prozess gegen Beate Zschäpe und vier Mitangeklagte dauern; bis zu fünf Verhandlungstage werden dafür benötigt. Und schon am ersten Tag des Schlussvortrags ließen es sich die Bundesanwälte nicht nehmen, gegen die unbequemen Fragesteller der letzten vier Jahre auszukeilen. Es sei nicht Aufgabe dieses Strafprozesses gewesen, weitere Tatbeteiligte zu ermitteln oder politische Verantwortlichkeiten zu klären, so Bundesanwalt Herbert Diemer am Dienstag....